Ausgabe 
14.9.1904 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ftfrrrt (1w85uI<\kh ^d*e 'Peranmwtimo wäre ffiitfllid) und nur nominell . . Ick bin Feind aller religiösen Verfolgungen imb Anhänger der größtmöglichen GewissenSfrei- beit, aber nut gennssen ^rbehalten. Ilebttgens sind ia fdwn tn Rußland seit mvtnvrvn Jahren viele Zsixrtfdnittc burcbgeWln-t rrorthTi Fch jperbv die Ausgabe weiterfudren. die darin besteht, die versdi d^-nen religiösen Bekenntnisse friedlich in dem grossen Reiche nedemnnander leben zu lassen Ich bin kein Feind der Juden: aber wenn wir ihnen die alifohite Freiheit, wie den 'Ortbeivrrn gvbcn, so würden sie bald zu einer zu großen Be- d^-nnmg gelangen. Ich bin jedenfalls entschlossen, ilmen gegen­über mim sein Nwhlwollend zu zeigen und das Lo- der armen Klassen ber Iudr'n zu verbessern. Mit Güte gel^rngt man immer »u erfreulid>cn Resultaten."

Bezüglidr Fiulande musue der neue Minister jede Bemerk­ung nnterlüiTfn. da diese Prvviin nicht zu seinem Ressort geliöre. ct lehstte die LcKnserhebuugeii deS Repvttcrs. daß er durch die Uebernabinc der Rachfolgersct'aft Plekm>es einen großen Mut an den Tag lege, ruhig und descl^ciden ab und erklärte:ES wird mir die größte Freude sein, nach Möglichkeit die Ursachen der Unzufriedenbeik. die die Bedbvechen dervorrnsen, zu beseitigen. Dir sind gezwungen. unS gegen die Terroristen ztt verteidigen, aber ich neige persönlich der Ansicht zu, daß man der Jugend gegenüber, deren ^Verirrungen ost ausrichtige ReutK folgt, feine übermäßige Strenge zeigen darf. Man muß den jungen Leuten zeigen, wo d-?r Pfad nun GVntcn sich be­findet und wie imnüb iTm' Tumulte sind. Die sollte ich nid* sstr den Fortschritt fein da ja Rußland die größten Vorteile auS thm ziehen muß? Dir haben noch viele Fortschritte burchsu- führen. Ich bin entschieden dafür, die Schulen aus dem flachen Lande möglichst zu vermehren, und auch der Unterridst-Minister General Glasoff ist der gleichen Ansicht. E- ist unmöglich, dem Fortschritte mi-zumeicken. Denn mir ibn bekämpfen, dringt er doch bei uns ein Ist e^ da nid* besser, ihn "völlig binzunedmen, und seine Benoirklichung zu begünstigen?"

Zur Entvölkerung landwirtschaftlicher Distrikte in England.

Die Frage der Entvölkerung der landwirtfck-Ktlichcn Distrikte kam gelegentlich einer Konferenz im Olarben (Sill). Letchwottb, zur Sprache Mr. Rider Maggard gab seiner Ansicht dahin Aus­druck. daß die schleckten Löhne, ivclche die Landwirte ihren Leuten zu zahlen pflegten, imb die mangelhaften 'o e * Hausungen, mit denen dieselben vorlieb nehmen müssten, als die Hauptu packen dafür angesehen werden müßten, daß die Landbevölkerung immer mehr und mehr sick in die Stabte ziehe. In vielen Dörfern Englands seien die Behausungen so schlecht, Nxfc sie kaum noch al- Häuser bezeichnet nvrben könnten Die alten Gebäude verfielen nach und nach ganz, ifnb niemand denke daran^ sie wieder auszubauen. Unter den gegenwärtigen Vor- hdltxii>ex könne mau aber auch nickt verlangen, daß jemand e- uutemehrne, diest Häuser wieder aufzubauen, denn ein solcher Neubau koste immer 400 Pfd Sterl. und das höchste, nxiS man an Miete erbeten forme, sei 1 Schilling und 6 Pence die Docke.

ES gebe drei Mittel, sagte der Redner, um diesen Zu­ständen entgegenzuarbeiten, nämlich dic Aufteilung deS Laubes in fleine Parzellen, auf denen dir Leute wohnen und ihren eigenen Grund und Boden bewirtschaften könnten, dann Banken für Landwirte, die iu schleckten ZeSen. zu Neubauten und Anlagen Kredit geben würden und end­lich Einrichtung einer landwirtschaftlichen Paketpost, die e§ den kleinen Landwirten ermögliche, ihre Erzengniffc auf billige imb rentable Art auf den Markt zu bringen. Aber man ftcße mit wlcken Vorschlägen auf gänzliche Gleichgiltigkeit, eS geschehe nichts, und darum bleibe alles immer beim alten. Tie Regierung kümmere sich um nichts, was nur in irgend einer Weise mit bet Lanl*virt-chaft in Verbindung stehe. Und trotdem sei es dock klar, daß es sich um eine sehr ernste Frage bandele, die die gerne Zukunft der Nation in unberechenbarer Weise beein­flussen könne. Dazu komme, daß diejenigen Leute, die in irgend einer Weise mit der Landwirtschaft des Lande- in Verbindung ständen, keinen Einfluß und keine Macht hatten, weil sie unter einander nickt einig leien: die Grundbesitzer stimmten gegen die Landarbeiter, und umgekehrt die letzteren gegen die ersteren.

In Verbindung mit dem Schema einer Gartenstadt solle nun ein Versuch gemacht werden, der sicherlich mit Freuden begrüßt werden müsse, aber man müsse sich darüber klar sein, daß die Ausgabe keine leichte sei. Tie Großgrundbesitzer wollten davon nichts wm en, weil sic den Moment fürchtet en, wo die Landarbeiter unabhängige Leute werden würben, und dann sprächen die Iagd- iittereiTen außerordentlich stark dagegen. Da- letztere liegt daran, daß nack der Grorrnd^ome-Akte jeder Grundbesitzer, so klein sein Grundbesitz anck ist, das Reckt hat. alles jagdbare Wild zu erlegen, was auf seinem Grund und Boden verkommt, natürlich nur insoweit, als die- mit den Schonzeiten und den sonstigen Bestimmungen des Iaodaesetze- vereinbar ist.

Der Ausstand in Dknlsäj-SüdwtstasMa.

Berlin, 13. Sept. (Amtliche Meldung.) Der Reiter Karl Lichtenäcker, früher im Infanterie-Leibreqi- ment Großherzogin (3. Großh. Hess. Re. 117) ist aus dem Rücktransport bei Ombuatjipiro am 10. August am Typhus gestorben. Am 30. August steten, wie bereits gemeldet, Leutnant v. Stempel imb Sergeant Stolle in der Gegend von Plackeen gegen den Rebellen Morenga. Außerdem nel noch ein Gefreiter. Verwundet wurden zwei Gefreite und em Reiter, vermißt drei Reiter. Gefreiter Kabitschke ist am 29. August auf dem Transport von Omutjatjewa nach Water- berg gestorben. Ter Reiter Ponelis, geboren zu Pogegen im Kreise Niederung (Ostpreußen) ist am 9. September im Lazarett zu Waterberg am Typhus gestorben.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 14. September 1904.

w Se. Kgl. Hoheit der Grobherzog ftlhr heute früh, im Salonwagen mit dem Schnellzug von Kiel kommend, 7 Uhr 57 Min. tn Station Gießen ein, wo ihm das tele­graphisch bestellte Frühstück in den Wagen gereicht wurde. Um 8.02 erfolgte die Weiterreise. &eute mittag fährt der Großherzoglichc Hof hier durch, um sich nach Schloß Romrod zu begeben.

* Personalien. In den Ruhestand verseht wurde her Weichensteller in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Johann Philipp Rold mit Wirkung vom 1. Oktober.

* Vom Manöver. Die Regimenter der 49. Jnfan- ter-le-Drigade begannen am 12. d. M. vormittags auf den Hohen um Gröningen, Garbenteich und Leihgestern ihr Gefecht. Die 115er und 168er tarnen aus Butzbach-Rocken- berg, die 116er aus Gießen Gegen 2 Uhr wurde das 6kfccf>t abgebrochen; die Truppen blieben in Gefechtsbereit- sckiaft. Tic 115er bezogen in den Orten Großenlinden (1 Bataillon , Grüningen, Steinberg Quartier, das 1. Bat. V.8er bezog bet Garbenteich Dorpoftenbiwak, das 2 Bat. bildete das Vorpoftengros. Tie feindlichen 116er hatten * rr ^auprstellunq um Burkhardsfelden (1. Bat.), Hatten- rod 3 Bat und Großen-Linden (2. Bat.). Die 1 und 3. > mpagn? bild'tten bei Hattenrod, bczw Alback die Dor­r' -ti kompagnien und bezogen Biwak Am 13. d. M. früh

NN t ' i'-fecht nneber auf den Höhen um Steinbach, d 11 c,«rrnirben au- ihrer Stellung bei Burklwrdsfelden

?r her Hattenrod, Harbach, Cuerfborn: auf t r n um Grün borg wurde um 2 Uhr das Gefecht abact <n Das 2. Bat 116er und 2. Bat. 115er hatten

Der Zweck ist, solchen Personen,

bereits Büvak bc-ogcn, mußten aber infolge Regenwetters lnische Staatsbeamte, in Lauter nub Wetterfeld Rotguctriiere auffuchen. Das die sich bereits in einer Bc

, Der Parteitag der deutschen Reformpartei »volle dem- deutschen TurnkreiS (Oesterreichl für sein mannhaftes Auftreten tn her Fernhaltung der Juden sowohl von der deutschvölkischcn Tur uersdtaft im 15. beutfdycn Tumfrerfc, wie auch von der Teutsmen Turnerschaft überhaupt, seine volle Zustimmung auSspredxw

Der Parteitag nimmt den Antrag ohne Besprechung ein*

zu verzeichnen. Wie wir hören, gedenkt der Vorsitzende, zweiter Kammerpräsident Dr. Schmitt, den Ausschuß dem­nächst zur Beratung ferner umfangreichen Aufgabe einzu-

Zcit zu unterbrechen, in kurzer Zeit und in gedrängter Form die wirtschaftlichen Kenntnisse zu vermitteln, die für sie in der Praxis unentbehrlich sind.

die sich bereits in einer BcrnfSstellung befinden und denen eS meist nnr schwer möglich ist, ihre Tätigkeit zum Zweck eines längeren Studiums wirtschaftlicher Disziplinen auf längere

tretenden Ausschüsse ist der Sonderausschuß für die Vorbe­ratung der landständifchen Geschäftsordnung

Bevölkerung aus dem ehemals SolmS-Laubachschcn Lande bis na ch Inheiden und Utphe, sowie die Krieger vereine, die Geistlichen, Lehrer, Förster ?c. aus dem Patronat waren eüschienen, um dem beliebten OVrafcn daL letzte Geleit zu geben. Unter dem Trauergcfolge sah man außer den Onkeln und Brüdern des Perslordenen, den Grasen Görtz aus schlitz in Id Han n i teruni f orm, den Vertreter des Groß- Herzogs, Oberhoftneister Freiherr von stiiedesel, sämtlickw Itandesherrlichen Familien Oberhefsetts und der Umgegend, Provinzialdirektor Dr. Breidert, den Kroisrat v. Sckwn- feld, zahlreiche Offiziere u. a. in. Dic ganze Stadt hatte umflorte Fahnen auf Halbmast geflaggt. Die Trauerfeier wurde durch einen TrauergotteSdicnst eröffnet: Pfarrer Nebel hielt die Predigt. Auch der älteste, erst fünfjährige Sohn, geführt von feiner Mutter, nahm am Gottesdienst teil. Darnach bewegte fich ein großer Zug Loitragender durch die Stadt nach dem gräflichen Erbbegräbnis. Voraus, ritt eine Eskadron 23er Garde-Dragoner. Tie Kapelle der 115er stellte die Traucrmusik. Vereine und Schulen bil­deten Spalier. Am Grade sprachen die beiden (Mftlid)cn Nebel und Dolp. Der Kriegerve rein gab 3 Elircnsalven Über das Grad. Weit üder 100 Kranze wurden am Grabe niebcrgelcgt, darunter einer vom 65roßherzog, viele von den Standcsherren, den Bereinen, den Behörden, den Städten Laudach, Lich. Büdingen rc.

R. B. Darmstadt, 13. Scpt. Der vierte AuS- 1 chuß der zweiten Kammer trat heute vormittag zu einer längeren Beratung zusammen Erledigt wurden zunächst ein paar Vorstellungen von Privatpersonen. Hinsichtlich der vom Frhrn. v. Heyl zu Herrnsheim in der ersten Kam­mer angeregten Frage her Beschränkung der Ge­sa ngnisardcit für Korbflechterei kam der Aus­schuß zu bem Antrag, dem darüber von der ersten Kammer gefaßten Beschluß beizutreten. Ferner wurde wieder über den Antrag Schönberger, bett, die En tschädigung für an Maul- und Klauenseuche gefallenes Dieh beraten. Infolge bet neuerdings in den landwirtschaft­lichen Vereinen statt gehabten Verhandlungen und dem daraus resultierenden Einsprachen einerseits und der von der Großh. Regierung eingenommenen Stellung anderer­seits sieht sich der Ausschuß zu abermaliger eingehender Beratung der ganzen Materie genötigt. Es erscheint zurzeit nicht ausgeschlossen, daß der Antrag Schönberger, soweit er die nachträgliche Entschädigung für im Jahre 1901 gefallenes Vieh betrifft, eine Ablehnung im Ausschuß erfahren könnte. In ihm ist zurzeit stark die Ansicht ver­breitet, daß es kaum empfehlenswert sei, die dafür er­forderlichen, nicht unbeträchtlichen Mittel and dem land­wirtschaftlichen Fonds zu entnehmen. Als zweiter der allmählich nneber an ihre parlamentarischen Arbeiten heraw-

stimmig an. (Stürm. Beifall. 1

Beim nächsten Postetat sollen bie Antisemiten für nie Gestattung von Sammelbriefen eintreten. Ferner eni- ftimmig angenommen wurde ein Antrag, welcher die verbün­deten Regierungen ersucht, die Schaffung von paritäti­schen Ar b e i t Ska in in c r n tunlichst zu fördern.

Der Parteitag beschäftigte sich auch mit den Aufgaben bet Mittelstanbspolittk Hierbei wurde in der De­batte mehrfach verschärfte Opposition geg en bi Regierung verlangt, bie sich um baS Handwerk mckl fümmcrc. Angenommen wurde folgender Antrag:

Ter Parteitag spricht den reformerischen Vlbgeordm'ten einen Dank aus für ihr Auftreten im Reichstage während lebten Session Der Parteitag ersucht ferner die Fraktion, auch in Ju* runft une bisher bei jeder passenden Gelegenheit und mucr

10. Parteitag der deutschen Aeformpartei.

Dresden, 13. Sept.

Der 10. Parteitag der (antisemitischen) deutschen Reformpartei wurde am 10. d. M. mit einer Degrüßungs- versammlimg eröffnet.

Die erste, Hauptversammlung des Parteitages begann nm Sonntag. Berlin und Brandenburg, Westpreußen und Pommern hatten 45 Delegierte entsandt. Weitere Mit­glieder waren erschienen vornehmlich aus Sachsen, Hesse n, Westfalen, Frankfurt a. M. u. a. in. Unter den Anwesenden befanden sich die Parlamentarier der deutschen Reform- Partei, die Reichstagsabgg. Böckler (Schlochau Flatow), Bruhn (F-riedeberg-ArnSwalde), Werner (Hcrsfeld-Hünfeld), Gräfe (Baujzcn-VischofSiverda), sowie Zimmermann (Zscho­pau-Marienberg); ferner Lotze, Bindewald und Gäbel. Der Parteivorsitzende Abg. Zimmermann (Dresden) be­tonte zur Eröffnung den nationalen Standpunkt der Partei, der durchaus nicht ausschließe, daß man frei und offen der Regierung die Meinung sage ein Recht, welches die Partei aus patriotischen Gründen in Anspruch nehme. Mit einem dreifaclicn Heil auf Kaiser Wilhelm und König Georg schloß er. Hieraus gab Abg. Zimmermann den Rechen- schaftsbericht über die Tätigkeit der Parteileitung und die Reichstagswahlen. Er hob hervor, daß die Hauptge­schäftsstelle der .Partei und der Schriftenverlag von Berlin nach Dresden verlegt worden sei. Zimmermann behauptete, ba$ Verhältnis zu anbereu antisemitischen Gruppen fei schieblich-srieblich aeivesen wie bis­her, eine Wiedervereinigung mit den Deutscysozialen (Lieber­mannscher Richtung) sei nach der bisherigen Entwicklung nicht wahrscheinlich

In der Besprechung zum Bericht beantragte Rechts­anwalt Schnauß (Leipzig):

Der Parteivorstand möge die verbündeten Regierungen er­suchen, bei ^lbschluß der Hande lsverträge sich das unbo schränkte Redü zu nclyrnt, Ausländer aus dem Bund e S- aebieie auSzuweifen, und dafür zu sorgen, daß im Betrieb von Handel und Gewerbe der Ausländer im Deutschen Reicke nicht heiser gestellt sei, als der Deutsche im Auslände".

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Der deutsch-soziale Reformvcrein für Löbtau und Um* gegcnd beantragte:

Der Parteitag wolle veranlassen, dahin zu wirken, daß für studierende Ausländer (ausschließlich der stammes- verwandten) an deueschen Hochschulen die Aufnahmebeding­ungen neu geregelt werden, und zwar dergestalt, daß 1. der Ruf unserer deutschen Hochschulen durch erleichterte Auf­nahmebedingungen für Ausländer nicht geschädigt ^verbe, 2. daß unsere iitlänbifdxn Studenten durch ausländische Studier nbe in keiner Weise benachteiligt werden, und 3. durch Sonderbesteuerung der Ausländer (Erh''hmig der Stndiengelder oder bgL) unseren Staaten die Möglichkeit gegeben lverde, Mittel zu gewinnen zur Ausbildung hochbegabter Söhne auS den niederen und unbemittel­ten Sduckten der reichsdeutschen Bevölkerung".

des 18. Armeekorps teilzunehmen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Am SamStag ist noch längerem Leiden in Bad Nauheim im Alter von 59 Jahren der Bankier Heinrich Hauck, der langjährige Senior-Ehes der Firma Ferd. Hauck in Frankfurt, gestorben. In Mainz wurde der 17jährige Maurerlehrling Marschall aus Hechthcim von der elektrischen Bahn überfahren und sofort getötet. In Mainz wird vom 21. bis 26. d. M. der deutsche Hebammen- Kongreß tagen. Die Gesellschaft für wirtschaft- liche Ausbildung in Frankfurt a.M. veranstaltet vom 10. bis 22. Oktober in Verbindung mit der Frankfutter Aka­demie für Sozial- und HandelSwifsenschaften einen Vor­trag tz l u r s u s speziell für Ingenieure, Chemiker, Beamte industrieller Unternehmungen und tech-

Auch dieser Auttag wurde angenommen.

lieber die parlamentarische Tätigkeit der deutschen Reform Partei berichtete Reicks tagsabg. Werner. Die Tätigkeit der Abgeordneten im Reickstage sei sehr rege gewesen Zu sehr vielen Fragen tft Stellung genommen. Viele alte Foftderungen sind aufs neue erhoben worden. Im Gegensatz zu manchem Wider-jprud> im Handwerk selbst sei man für eine obligatorische Vrnficherung der Hand­werker eingetreten, die keineswegs als Mmosen anzusehen sei. Er, Redner, selbst fei einmal tn die Lage gekommen, dem Reichskanzler zu danken verzeihen Sie mir (Heiterkeit), als nämlich der Kanzler von der Zlusweisimg der Schnorrer sprach. (Sehr gut!) Das habe ihn, Redner, so hingerissen. (Heiterkeit. 1 Bei der Besprechung des Romans des Grafen Baudissin habe man den Offizierens den Rat gegeben, lieber nicht zu oft ihre Federn in die Tinte zu tauchen. Ein getreten sei man u. a. auch für eine Besserstellung der Unteroffiziere, die das Rückgrat der Armee bildeten. Der Abg. Bruhn, der leider auf einig? Monate unfreiwillig abwesend fein mußte, werde hoffent­lich alles Versäumte nachholen können. Natürlich habe die Fraktion auch für die Erhaltung des jetzigen Reichstags­wahlrechts eingestanden. Alles in allem könne man woyl der Fraktion das Zeugnis treuer Pflichterfüllung nicht vorenthalten. (Stürm. Beifall.) .

In der Nachmittagssitzung stimmte man zunächst einem Anträge deS Dresdener Vereins, befürwortet von £tr. Heinemann, zu, dahingehend:

Anzuregen. 1. daß die Regierung bei der 29id)hnKtl ^.^deut­schen AuSlandSschulen für die Erhaltung deS Deutschtums der Ausgewandetten ihre Unterstützung von '>00000 Mark noch um ein weiteres, wenn möglich aus 1000 000 Mark daß

die Reicksregierung ein R e i d> s s cku l a rn t emrichte, welche einmal die deutsdien AuSlandsschuleu unter eme geimssc staat­liche Aussicht nehme imb dadurch andererietts cmc staatliche Zen­tralstelle für alle Aushmdsfckulen Mschasfen w-rde, 3. daß den deutschen Auslandslebrern ihre an Auslandsschulcn zugckrachte Dienstzeit im Int-rZse des Deutsd>tums nach ihrer Rückkehr nach Deutsd land nnd bei ihrer Anstellung im Reiche angcredmct n>erbe

Es erfolgt hierauf die Wahl der Parteileitung. Zum ersten Vorsitzenden der Partei wird einstimmig W Zimmermann un'cdcrgewählt, von der Versammlung nnt Heilrufen begrüßt. Weiter werden in die Parteileitung ge- berufen. tvählt: Werner, Bindewalb, Bruhn, Lotze.

fc. Schloß AdolfSeck, 12. Sept. Frau Pr i n - Sobann geht man über zu folgendem Antrag Dresden, zefsin Friedrich Karl von Hessen ist gestern vormittag, hpef(fy*r gewisse bekannte Vorgänge in der Turnet* von Schloß FttedrichShof kommend, auf Schloß Adolf Seck, schäft berührt: der einstigen Sommerresidenz der Fürstäbte von Fulda, zum achttägigen Aufenthalt eingetroffen, um von hier an6 an den Herbstübungen der 21. Division und den daran anschließenden

1. Bat. 115er liegt am 13. d. M. in Laubach, das 3. Bat. in Ettingshausen Nieberbessiugen, bad 1. Bat. 116er in (Mrünberg, bas 3. Bat. bei Mücke In Grün berg ist ber Komtnanbeur ber 25. Division, Frhr. v. 0klll. Am 14. b. M. setzt sich baS Ekfecht bis Schotten imb zum HoherobS^ köpf fort, wo es sein Enbe nimmt. Znnscl>en Hohervds^ köpf, Nidba und Laubach liegt die Brigade am 14. b. M., Donucrötag ist Rulietag. Die 50. Insanterie-Brigabe ntaiiö* vvierte am 12 .d. M. bei Elpcnrob, Nicderohmen, Burg- Ok'miiitben unb Homberg, am 13. setzte sich das OHfecht bis Romrod und Kirtors fort. Der Stab der Brigade liegt in Alsfeld, ebenso die Stäbe der 117er unb 24er Dragoner, ber Stab der 118er in Kirtorf, der 25er Artillerie in 'Als­feld. Die 41. Infanterie-Brigade ist nach Fulda marschiert. Ein Hauptmann der 61er Artillerie unb ein Hauptmann der 87er stürzten mit bem Pferb, der erstgenannte ist leicht, der letzte schwer verletzt.

Apothekerberuf. Der Deutsche Apothekervercin macht ,iin Interesse ber jungen Leute, welche sich dem Apo- thekerberufe zuzuwenden beabsichtigen, darauf aufmerksam, daß für den Eintritt als Apothekereleve bis spätestens zum 1. Oktober d. Js. noch die Reife für die Obersekunda eines Gymnasiums oder Realgymnasiums genügt. Vom 2. Oktober d. I. ist Primarcife erforderlich.

** Kostenfreier brieflicher Unterricht. Wie uns mitgeteilt wird, ist die Abteilung für bttcflichcn Unterricht des deutschen Arbeiter - Stenographen-Bunde-, Silz Frankfurt a. M., bex*eit, überall einen unentgeltlichen brieflichen Unterricht in der deutschen Dolkskurzschrift, vereinfachte Ctcno- ginphte, Snstcm Arends, zu erteilen. Interessenten an allen Orten Deutschland- erhalten den brieflichen Unterricht nach genauer An­leitung, schriftlich unb kostenfreier Ueherwachung und Durchsicht ihrer Arbeiten durch erstklassige Lehrer. Weitere Kosten als für Porto und Materialien erwachsen den Teilnehmern nicht. Anfragen sind unter Beifügung deS üblichen Portos an August Grimm, Frankfurt a. 9JL, Alter Martt Nr. 36, zu richten.

tz Sichenhausen, 13. Sept. Dieser Tage gerieten zwei junge Ehefrauen in Strei t. Wahrend desselben ch lug die eine der anderen mit einem Eimer zweimal so heftig aus den Kopf, daß baß eine Augr verletzt und so­fortige ärztliche Hilfe nötig wurde.

L Laubach, 13. Scpt. Zu einer großen Trauerkund­gebung gestaltete sich heute die Beisetzung dcS ver- storbcnen Grafen Otto von SolmS-Laubach. Gestern abend war die Leiche des Dcrftorbcncn feierlich im Fackelschein in dic Stadtkirchc gebracktt worden. Die