Ausgabe 
14.9.1904 Erstes Blatt
 
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Giessen, den 14. September 1904.

* Besitzwechsel. Geb. Med.-Pros. Dr. Gaffkp hat seine Villa in der Hoffmannstraße für 46 000 Mk. an Privat-

wo Gold gefunden sei, unb nach der Grenze lHMl 'Itigeria, wo Zinn gefunden sein soll, wird erwogen.

m dem Berla^ie von Cf A. Seemann in Leipzig ericbeinen. Mar- auiS Ito bcbanbeft die auswärtige Divlrmwtie, Feldmarschall Pamagata die nationale Politik und das fcem'^vncn, Kontre adminN Saito die Marine: Hmrdel, Justin.und Posttvesen werden von den Ministern dieser Departements diskutiert, und so wird iede Abteiluug des StaatSaebändes von der leitenden Persönlich keit dtirgestellt. Den Berickck über die Fortschritte eines Landes erlangt zu haben, geschrieben von Männern, die zur stunde seine Geschicke leiten, ist etwas llngewöbnlick>es, und in keinem anderen grossen Lande wäre er. möglich genasen, dies zu erreichen. Nm so gi-osser nnrb gerade' rm gegenwärtigen Augenblicke solch ein Gindruck sein. Betitelt wird dao Werk: ..Unser Vaterland Japan, ein Quellcnbuch, geschrieben von Javanern". Es wird etwa 800 Seiten stark sein. Der Kaiser von Jarmn hat die Widmung an» genommen.

vermischtes.

* Hilfe tut not! Eine Zwan gsv ollstrcckung ist gegen die I-crmilienmitglieder des Gerbers August Brehm in Saalburg (Sachsen-Meiningen) berfugt Mor­den, der 5 Jahre lang unschutdi.g im Zuchthaus in' Gräfentonna gesessen 'hat und bann im WLederaufnahme- verffahren freigesprochen wurde. Jetzt wird, so lesen wir in der FachzeitschriftSchuh unb Leder", die Familie ür aufgelaufene Gerichtskosten in Anspruch genommen,dieselbe Familie, die den Bettelstab nicht aus der Hand gelegt hat, seit damals der Versorger jäh­lings aus ihrer Mitte gerissen wurde. Mit ihren Ent- chädigungsansprüchen wurde sie abgcwiesen, weil die gesetzlich vorgeschriebene Frist verabsäumt war." Für den dreisteNigeu Kostenbetrag ist der H a u s r a t der Mutter gepfändet worden. Das genannte Blatt ruftdie Barmherzigkeit in die Schranken für den ungtüch- lichen. gebrochenen Mitmenschen, den alten, lebensmüden Mann, der in der Gewalt der hinter ihm liegenden Jahre das Leben hassen gelernt hat." 'Abg. Dr. Müller Meiningen der sich bereits in einer Februarsitzung des Reichstags des­traurigen Falles angenommen hat, hat die Pflegschaft über die einlausenden Gaben übernommen. Zahlungen werden an die Geschäftsstelle von ,-Schuh und L-edett', Rathaus­straße 1, Berlin E., erbeten.

Wilhelmshaven, 13. Sept. Gestern erschoss sich der unverheiratete Hauptmann des 2. Seebataillons v. Knobelsdorfs. Das Mottv ist unbekannt.

* Paris, 13. Sept. Bei den Ostmanövern geriet der italienische Militärattache Cappcron zwischen zwei Schwadronen Kavallerie und wurde and dem Sattel gehoben, (ir wurde mit erheblichen Verletzungen aufgefunden und mußte in ärztliche Behandlung gegeben werden. Die sehr alte Bankfirma Boulin, Bidaut u. Co. in Rouen hat ihre Zahlungen eingestellt. Tie Firma genoß all­gemein großes Vertrauen. Die Passiven sollen sich auf drei Millionen JrcS. belaufen. ,

Marseille, 13. Sept. In einem Stadtviertel, in welchem sich zahlreiche Seifenfabriken und Spinnereien be­finden, brach heute ein grosser Brand aus, der erst nach vieler Mühe bewältigt wurde. Vier Personen sind verletzt

Fiume, 13. Sept. Acht auS dem Dienst entlassene Matrosen deS hier eingetrossenen englischen Segelschiffes

Slnbvomcba* kamen gestern abend an Bord deS Schiffes und insultierten den Stellvertreter des Kapitäns und den Schiffs­koch. Letzterer schoß auf die Matrosen, wodurch einer ge­tötet und ein anderer schwer verwundet wurde. Die übrigen wurden verhaftet.

* Wien, 13. Sept. Der bei der Zen tralban k der deutschen Sparkassen angestellte Diener Äwton' Jenner ist heute vormittag mit 23 5 0 0 0 Kro n en, von denen er 155 000 Kronen bei dem Giro- und Kassen­verein und 80 000 Kronen bei dem Bankverein erlegen sollte, flüchtig geworden. Jenner war mit ersterem Be­trag in daS Institut zurückgekehrt und gab daselbst an, dass er den ihm übergebenen Check bei der östteichrsch- ungarischen Bank noch nichit habe einlösen können, weshalb er später kommen müsse.

* San Sebastian, 13. Sept. Beim Bahnhof Villa- bona fuhr ein Schnellzug von hinten auf einen anderen auf. Es wurden dadurch neun Personen, zumeist Bahn­angestellte, verletzt. a

* St. LoniS, 13. Sept. Die gesamten AuSlagrn deS deutschen Ausstellers Fischell wurden behördlich beschlagnahmt, weil dieser ohne Erlaubnis verkaufte Waren bereits den Käufern auSlieserte.

* Prinzessin Luise von Koburg stellte dem Prinzen Philipp folgende Bedingungen: «sofortige Auf­hebung der Entmündigung, Gestattung eines weiteren Zu­sammenseins mit Mattachich sowie verschiedene materielle Ansprüche. In Wien bezeichnet nian diese Forderungen als nicht diskutabel und will nur materielle Zugeständnisse machen. Ein friedliches Arrangement scheint somit ausge­schlossen. Em Vettreter des BrüsselerPetit bleu* hatte in Paris eine längere Unterredung mit der Prinzessin. Diese erklärte:Während meines Aufenthaltes in Lindenhof hat man mich behindett, an den König (von Belgien, ihren Vater) zu schreiben. Letzterer verhinderte mich, an das Sterbebett meiner Mutter zu eilen. Der Wider­stand ist auS Wien gekommen, hauptsächlich von Seiten meines Kurators.* Die Prinzessin erklärte ferner, eS sei nicht ihre Absicht, sich mit Mattachich zu verheiraten. Sie ivolle keine Ehescheidung, sondern nur durchsetzen, daß fte für gesund erklärt werde. Tann würde sie versuchen, eine Apanage zu erlangen, die ihr gestatten würde, fern von den Häfen ihr Leben in Niihe zu genießen. Befragt, ob sie nicht nach Belgien zurückzukehren beabsichtige, ontmortetc die Prinzessin: Das hängt nicht von mir ab, sondern es gibt Jemand, der dies nicht gestatten würde. Der König ist ein Mann un­beugsamen Charakters. Man hat mich zu sehr bet ihm ver­leumdet, daß schwer halten wird, ihn umzustimmen.*

Automobil uns all. Unweit MorgeS (Kanton Waadt) stürzte ein Automobil infolge Platzens des Gummi­reifens von einer B r ü ek e in daS Flüßchen Venoge. Von den Jnsaffen erlitt die zur Kur in Montreux weilende Frau Nadine Neveux auS Poltawa einen Schädelbruch, der Cl)auffeur eine schwere Verletzung am Bein; der Sohn und die Tochter der Frau Neveux, sowie deren Er­zieherin erlitten nur unbedeutende Quetschungen.

Erschossen. Dicht beim Stadtwald von Freiburg i. B. wurde die Leiche eines Mannes gefunden, der seinem Leben durch einen Revolverschuß ein Ende gemacht hat. Man vermutet, der Verstorbene sei der auS Oberschlesien stammende Stabsarzt Dr. Koerfer, der seit dem 5. d. Mts. ver­mißt wurde, nachdem er bis dahin in einem Hotel gewohnt batte. Bei den Manooern im Thurgau wurde gestern ein Manöverbummler namens Hoffmann auS Wmletthur, der unvorsichtigerweise vor die Mündung einer feuernden Batterie lief, durch einen blinden Kanonenschuß tätlich ver-

füdö stück von Dttrkden.

London, 13. Sept. Dem Rrnterscken Birreau ging von einem Korrespondenten, der den letzten Pimpfen auf . runifdfk'T Seite beiwohnte, heute aus Tientsin folgender von Liaufang vom 8. September datierter Bericht yi - -Us die Japaner' die Ruflen von den Sckmnsanpo Bergen vcr- * trieben, wurden die Hunger leidenden russischen 1 Soldaten in Liaujang, die einsahen, daß die L-tadt fallen müsse, zügellos und singen an, die chinesische , unb europäischen Läden zu plündern: was sie nicht * gebrauchen oder mitnehmen konnten, vernichteten sie. ^>ie < öffneten mit ihren Bajonetten Ballen, Säcke und Kisten mtb streuten den Inhalt auf der Strasse umher. Die erbeuteten dabei viel Branntwein, betranken sich und begingen dann noch weitere Ausschreitungen. Ako sich die Ruflen zurückziehen mußten, setzten Trupps chinesischer Soldaten die von den Ruflen angefanyene Plun- derung fort. Als die Japaner nach fünftägigem feefrt, währenddessen sie nichts zu essen gehabt harten wie trockenen Reis, einrrafen, vollendeten sie die Plün- ] derung: da die Läden schon aus geraubt waren, brachen sie in die Privathäuser ein. Jetzt sind die Soldaten aus der umwallten Stadt beransgezoyen und dieselbe ist ihnen verboten worden: sie dürfen sie nacht ohne besonderen äÄaubnisschein betreten.

Paris 13. Sept. Der Korrespondent des^ PattserJour­nal" im russtschen Hauotouarner, sendete von Tientsin folgendes Telegramm ab, welches sein Urteil über die Lage der Ruflen gibt:Die Inferiorität der russischen Armee an Mannschaften, Geschützen unb Begeisterung hat Kurvpatkin verhindert, bei Liaufang siegreich zu bleiben Die russische Armee braucht mehrere Monate, um die Lücken bura)He* fervinen auszu füllen, vor allem aber, um ihr sehr geschwächtes moralisches Element wieder zu stöhlen."

Generalleutnant Sassulilsch mit 3000 Mana gefangen?

L o n d o n, 13. Sept. DerMorning Post' wird aus Tsänfu relegraphiett: Nach einer hier eingclaufencn Nachricht soll Ok neral Safsulitsch, der Befehlshaber der russischen Armee südlich des Han ho, mit 3000 seiner 5000 Mann zählenden Truppen den Japanern in die Hönde gefallen fein, nachdem er schwer verwundet worden sei. Generalleutnant Sarubaiew und die Generalmajore Kontradowiksch und Bilderung sollen den Vormarsch §urokis zum Stocken gebracht haben.

Vie bisher alle Nachrichten aus Tscknfu, ist auch diese Meldung nur mit äußerstem Vorbehalt aufzunehmeu, zumal ja die Meldung selbst besagt, daß Sarubajew, der Kommandant des 4. sibirischen Armeekorps, dem vordrm- genden Kuroki mit Erfolg den weiterpn Weg (im Osten verlegt hat. Dabei wäre allerdings nicht ausgeschlossen, daß die Japaner im Westen siegreich nachdringen, in diesem Falle wäre aber die Stellung Sarubajews auf seiner rechten Flanke mit Umgehung bedroht, aflo ein erfolg­reicher Widerstand gegen den im Cften im Gebirge vor- ruckenden Kuroki unmöglich.

Pott Atthur.

Loudon. 13. -Sept. In Pott Arthur verursacht der Mangel an reinem Wasser viele Krankheiten. General Nogis Instruktionen lauten, den Feind durch fortwährende Angriffe tu ermüden. Es sotten allerlei Kriegslisten angewandt werden, um die Russen zur Pett'chwendung von Munition zu bewegen.

Paris, 13. Sept- Nach Petersburger Meldungen geht oem Zaren das Schicksal der in Pott Arthur furchtbaren Entbehrungen, besonders Wassermangel ausgesetzten Gar- ni'on und der Zivilbevölkerung außerordentlich nahe.^ Man übnt im großen Publikum nicht, wieviel W a h n s i n n s f ä l l e in der Festung zu b.ttagen sind. In eingeweihten Kreisen nennt man unter den von Tobsucht Befall »men Mitglieder derer st en Adelssamilien. Der Zustand in manchen Kellergewöl- ben, durch deren schmale Luken Leichengcruch dringt, ist so unetträglich, datz die Leute vorziehen, sich im Freien den ^stanaten. auszusetzen. Man muß sie zuweilen mit Gewehrkolben n die Keller zurücktteiben.

Ter standhafte Zar.

London, 13. Sept Aus Petersburg wird depeschiert: Als ^rnz Ludwig von Battenberg in Vertretung König Eimards der Taufe des russischen Thronfolgers bei* rrcbnte, sprach er dem Zaren gegenüber vom Krieg und von der ?Pr eines baldigen, für Rußland ungünstigen .Friedens-

>" f'.:i~e5. Daraus erhob sich der Zar und ernnberte mit großem a:''0rnd:Solange noch ein russischer Soldat au

Krieg zwistSen Japan und Kllßland.

AuS der Mandschurei.

L o n b o n , T3. Sept. In der Beschreibung ben Sck> 1 a dv t bei Liaufang von feiten !des im Hauptquartier des Generals Kttroki' befindlichen Korrespondent^ des -^ter- schen Bure Mts beißt es: Vs die Japaner nordosütch von Liaufattg den letzten Angriff machten, erkämpfte sich ein Bataillon den Weg mitten bis rn dte russischen Laufgräben: dort fand >es, dass feine Munition crfdx>pft war. Die Japaner p f 1 a n z-t e n d<rr- anf die Vajonette auf uitd verfucksten, )im ftur Hauptmacht durcftzu schlag en: sie wurden aber s a m 111 a> in geringer Entfernung von den Lauigräbrit erschlagen. Anscheinend crbiclteu die Russen grosse Verstarningen. Beide Armeen hatten ihre Munition erschopfr

Petersburg, 13. Sept. Telegramm des Querab? Kuropatkin an den Kaiser vont 12. September:^Es liefen kerne Nachrichten von Zusammenstvssctn eut. Der Feind verchält sich ruhig. FestgesteNt wurde ein Btwak einer mehr oder weniger blutenden ^mippenabteilung des Feindes südlich von dem Dorfe Hmtiupusa, 36 Werst

letjt; er starb bald darauf.

Lehrer und Hoflieferant. Einem VolkSschlillchrer in Vorpommern, der ein hervorragender Bienenzüchter ist, wurde infolge Erzielung vorzüglichen HonigS von einem Prinzen von Anhalt der Titel ,Hoflieferant' ver­liehen. Da die Führang deS Titels indes der Erlaubnis der zuständigen mländischen Behörde bedarf, so wandte sich dc^ Lehrer an diese mit einem Gesuch, erhielt aber den Bescheid vom preuß. Minister dcS königlichen Hauses, daß die könig­liche StaatSregiettmg die Führung des Titels Hoflieferan ur einen Lehrer als angemessen nicht erachtet, und daß aus diesem Grande die Genehmigung zur Führung deS Pradilatt als Hoflieferant nicht erteilt werden kann. (Wir dürfen voraus* setzen, daß darum der Honig, den der Nicht-Hoslteferant auf den Markt bringt, nicht schlechter wird.) .

Exprinzessin Chimay als Schauspielerin. Die vielgenannte Exprinzessin Caraman Chimay, die mit dem Zigeuner Janos Rigo entflohen war und ihn kürzlich ivtede verlassen hat, um ben Italiener Gmseppe Nicciarbo 8« raten, ivird jetzt in Amerika als Bretll-Dwa auftreten. Sie bat in Europa einen Kontrakt auf 40 Wochen unterzeichnet. Sie erhält die Kleinigkeit von 4000 Mk. wöchentlich. Die Erprinzessin, die immer wieder von sich reden ntacht, hieß bekanntlich als Mädchen Klara Ward; sie ist eine amerikanische Erbin und sie will jetzt den Verivaltern ihreS väterlichen Vermögens zeigen, daß sie ihren Besitz selbständig ver­walten kann. _, L

-Der Klub der Kahlköpfe. Die Stadt Brussel ist bereits berühmt wegen ihrer originellen Kliibs. Da gicbt es einen Kllib deS Schweigens, einen Klub der Dicken, und nun hat sich, um einem dringenden Bedürfnis abziiHelfen, der Klub der Kahlköpfe aufgetan. Man könnte meinen, dass dieser die Aiissicht hätte, der zahlreichste von allen zu werden, aber so einfach ist es doch nicht, Mitglied der erlesenen Ge­sellschaft zu werden. Es genügt nämlich nicht, daß der Schädel nur obendurch die Haare hindurchgewachsen ift , während hinten und an den Seiten noch ein Kranz zierlicher Löckchen ihn schmückt; man muß einen absoluten Kahlkops wie eine Billardkugel" haben ... Diese Bedingung wäre, wie derGauloiS* schreibt, gewiß ailch von dem Herrn ge­stellt worden, der zu einem Friseur eintrat und dem Ge­hilfen sagte:Ich muß mir die Haare schneiden lassen : aber das ist mir sehr lästig, ich bin schon schrecklich erkalte!. und dem der Gehilfe höflich erwiderte:Wird gemacht.^ ^r Herr kann, wenn er will, auch seinen Hut aufbehalten.

Ein gefressener Pfarrer. AuS Bern wwo derVoss. Ztg." geschrieben: Im Searltale, einem einsamen, dichtbewaldeten Nebental deS UuterengadmS, ist m den ersten Septembertagen von zwei Graubündner Jägern cme ftatmmi Bärin erlegt' worden. DaS erinnert an eine heitere Geschichte, die sich vor Jahren einmal in dieser selben BaremvildmS

dozent Dr. Bötticher verkauft.

* DaS Besitztum deö verstorbenen Christian Busch, daS vor Kurzem für 91 000 Mk. bei der Ver- fteigenmg an H. Winn übergehen sottte, wurde neuerdings für 111 000 Mk. an Bauunternehmer Winn veräußert.

Made in Germany. Bei Gelegenheit der jüngst stattgehabten Ausstellung von Feuerwehrgeratschaften anläßlich deS FeuerwehttageS in Mainz hat sich ein intcrcffanter Zwischenfall ereignet. Der Eröffnung der AuSstelliing wohnte auch ein Vertreter der Londoner Feuerwehr bei, der durch die Forai seines Helmes er glich einem französischen Kürassierhelm besonders auffiel. Unter den von Fabrikanten ausgestellten Feuerwehrhelmen befand sich nun auch cm solcher Musterhelm, wie ihn der Engländer trug. Ter Londoner Feuenvehrmann war erstaunt darüber, und die weitere Unter­suchung ergab, daß der Helm deS englischen Feuerwehr- ossiziers auch deutschen Ursprungs war. Da aber sämtliche Londoner Feuerwehrofsiziere mit den gleichen Helmen aus­gerüstet sind, so sind diese auch alle Made in Germany. Die Wahrnehmung gab zu allgemeiner Heiterkeit Veran- laffung.

h. Erbes-BüdeShcim, 14. Sept, (öiflenet Draht­bericht.) Hier hat der Baron v. Lcngerke wahreud eineS Streite? seinen Schwiegervater, den früheren Burger« meister Lebert, mit seinem Jagdgewehr erschossen, wahrend et von ihm selbst schwer an der SchnUer verletzt worden war.

8d. Darmstadt, 14. Sept. (Eigener Drahtbencht.) Se. Kgl. Hoheit der Großherzog traf heute vormittag 10.15 lU>r hier ein und wurde am Bahnhof von Cbcr- ftadmeifter Frhr. v. Riedesel und (Seneralabjutant v. Wachter empfangen. Er nahm im Residenzschloß Wohnung. Um 9.50 Uhr ging ein Extramarstallzug nach Schloß Rouirod ab, wohin Se. Kgl. Hoheit morgnx bei günstiger Witterung per Automobil sich begeben wird. Von unserem R -V Korre­spondenten wird unS gedrahtn, daß die Abreise nach Romrod morgen um 2 Uhr in Begleitung deS Prinzen imd der Prin­zessin Andreas von Griechenland und der Prinzessin Luise von Dattenberg erfolgen wird. Prinz Ludwig von Batten­berg und Gemahlin bleiben im Schloß Heiligenberg.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Wie daS ,B. T.e hört, werde der Reichskanzler sich in Kurze mit seiner Gemahlin nach Homburg v. d. Höhe begeben und dort den Reit seines Urlaubs verbringen. In Wißmar steht die Eröffnung einer Güterverlade stelle bevor. In Grünberg war ein Schmiedemeister damit beschäftigt, den locker ge- morbenen Kloben eines HoftoreS wieder zu befestigen. Hier­bei fiel daS Tor um und auf zwei dabei stehende kleine Jungen, wodurch diese leider in erheblicher Weise Verletzungen erlitten. Außer Verletzungen am Kopfe trugen sie Beinbrüche davon. Daß zwanzigste mittelrheinische DerbandS- schießen, welches vor kurzem abgehalten wurde, hat mit einem Defizit abgeschloffen. Die O^arantiezeichner sollen mit etwa 50 pCt. herangezogen werden.

denBeinen unb noch ein Rubel im Staatsschatzist, werbe ich biesen Krieg gegen bie Japaner, bie mich zur Ergreifung ber Waffen zwangen, fort* ietzen Keine Unfälle im Felde können biesen m-'in-n Entschluß erschüttern." Man glaubt, ber Zar !,abe diese Aeußerung mit ber ausdrücklichen Absicht gc-ian, sie in England und zur Information für anbere Möchte bekannt werden zu laffen.

Die balttsche Flotte.

Petersburg, 13. Sept Die baltische Flotte hat ben (triften Befehl erhalten, iatts bei ihrer Ankunft in Ostasien Port Irthur gefallen sein sollte, ihr Hauptaugenmerk auf bi e Blockierung japanischer Häfen zu richten.

Petersburg, 14. Sept. Es verlautet, bie ruflische Ost- »>-flotte n-bme vor ihrer Weit-rfahtt nach Cltafien einen längeren Aufenthalt i n Reval.

Tie Japaner wollen Europa bie Wahrheit sagen.

Xuf Anregung Alfteb Äeads hab n sich im vorigen Jahre, r-rfrx vor Begttm W Krieges, bie japanffch-n Diplomaten, -mrr.-,r ' i*frv -usammengetan. um ein umfassendes

... Mrrf üb-r Japans Politik, Kultur und Wirt

-- 'T-r'iu^Miarben. bns bie gebi(beten Europäer über die

'.ustäub- aiitk.'Ntisch avtHären sott Der AuSbruch . n ^erar^q^be des W^s fast zum Sefvitmt

7 .Tb»r -H qefmiq schst-sssich doch, bte japanischen Lrigi-

'rivte rechtzeitig nach Europa ^u bekommen, unb o xrr-c> dos jedenfalls m seiner Axt einzige Buch nächster Tage