TkOiBii , . n*ntfl fehlt Ader auf das Wenige tomnüJ
ei h*T etvafü ?jt, nrie bei den RohrrucfUniKwichützen. unb r^-l jt-mdx t*r bcurütwn HulitiirvenMltung zum ^rrbiatft, bafc sie ui ter mde Xuhvnfn Pofteitben Neulxschastung erst dann sich en*Uu‘t<i nvnn hin Grund zu Ausstellungen mehr vorbanbcnj der absolute ovaHbriti also nactxjnviefeii i?
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Dar Balkanfeuer
jprülu Dioder einmal auf. In Mazedonien sind Bomden a tten tato an bcr Tagesordnung Voris Gatafom, tnejer iiuianfdx' Organisator der Revolution, bat imXT ben Augen der bulgarijeben Regierung ganz^ un- gentcrt fnn ^xu^tquarticr" aufgeMagcn. Kürst Ferdinand aber, der alß Kurgast von Mlariendad aus den Gang der Dinge verfolgt, erklärte einem Interviewer rund beraub, daß m Bulg arten eine große Partei zum Kriege gegen die Türkei dranae, da bas Prestige Rußlands Durdi die in Oftasien ausdlctdcnden Erfolge gesunken sei. Fürst Ferdinand hat aber kein Wort der Vor- urteiluiig für das Treiben der .vTrieg&partct und bas der an der ma^cdonrfcden Grenze stehenden zahlreichen Banden, die nur auf das Stgiull ^ur Erhebung mar tat Ihn und seine Minister trifft also ein Teil der Verantwortung. Der lnchrarische (^röycmvabn ist offenbar wieder ins Kraul gc- .'öul^men iid) für den naiur- Udxn Erden der Türkei in ihren europäischen Provinzen hält Bis vor nicht langer Zett glaubte es bekanntlich, daß Rußland iusgeheiw du? dulgnarifchen Anspiraiionen bc günstige. Der erklärte eines "Tages der Z a r, er wolle Ruhe auf dcrn Balkan und dre dort gegebenen Zustände erkalten Vijjen. Darob unwilliges Murren in Bulgarien, doch man fügte sich dem Wunsch dcS mächtigen Zaren Iktzt aber nyrfw: die Ereignisse im neuen Örunn auf die Situation un alten Orient ein Der um den russischen Flamen nebcnZc Nrrnbus degumr zu schwinden, und man darf den BLtqaren dre Bermessendeu Zutrauen, daß sie auf eigene gaufr mu der Türker anbindon Fast moclste man e3 wünschen, denn nur wenn die Türkei Bulgarien einmal kräsng anss Haupt schlägt — so würde es voraussidMcb tnurnnu —, ift an ctn endliches Erloschen des Balkan- iaicrA zu denken. Besser dieses Ende mu Schrecken alv der Schrecken der Gewaltakte ohne Ende. Tie Türket ist wcu weniger ein Element der Beunruhigung für den! europäischen Frieden. Man falle chr deshalb, wenn sie füh zur Züchngung bts> Störenfriedes anjchickcn jofltc, Ynrfp w den Arm.
Beta bcn iLteruatioaale« Frauenkougre^
fÜL bic „Genoss«" Klara Zetkin in der „Neuen Zeit fylAkndes Uno!:
„San wnibrxrix ist chui von den fraumredXledidKn Fuhre- ryntri öci EheraLer einer Schaustellung ausgeprägt worden, t* onnüxn bcjnxdu, den deutschen Philister >n einen über- öfltv?!-» Stnmrfnabeii >u oexnxntöeln. An stelle rresetndringen- bcScratuiigEii stier ixt Derfdxebeneü Problemc der Frauev- frogr nHiibe ewe Revue von ca. 250 Vortragenden und ossi- »uEcn Diskup»caachrdruumuu angelegt, brr an den sechs <sifcungfr* tagen gjetdRcm un Eilinersto rrdend und lesend an dem Publikum DcriKUtebtt- Uno CM diese Revue irxu die öffentliche LustmrHaiLlert )rit Sodyn dnrw cutr marktschreierische Reklame yknit toatoui, roddjc weit weniger Interessc für tnc DcareiLnai 5&eee, als die auftrelcnben und mauxdrnbcn BersörEiLkeiun merfte. Las in dieser Beziehung von feiten bcr FrmaVr-cheterWicn begonnen wurde, das har der kap talLstäche Nar^ichvengroyberrreo uv: seinem Heer -eilen- und phorognvdietzllugrrger Schmocks vollendet. _ ,Töirpchast, Horatw. Wirtschaft!" Bei dem allem be abstoßendste Spekulation mit dem Titel der Männer, mit der so-ialen Positron, kurz mu gesellschaftlichen Werten, welche nicht ixe Frucht persönlioen Dcrdicnües sind, vielmehr im lebten Gründe die gesellsaxptliche C-utmmg darüber, daß die Fran als Persönlichkeu gleich Null gilt. Tarnen :Luchten als Repvcheutamamcn bei bcB^d^n Fraueuberveguug cmi, von deren Wirken für die srauei'.' rechnerischen Ziele dcoci die Sterne, noch die Heinzelmännchen -u er-ählen wissen. Lllerdcngs dürfen sic sich batur des offenbar größeren SeiiXciutr^ rühmen, dre Frauen ihrer betitelten Männer -u km aber m j&nnrftäinnm enwfangen -u können, welche, nicht vom Ertrag der ageuen Arbeü geboxt imb ausgerüstet nxTtlxn f jtb Welch bittere Bei höhnnng der (rob civi rechtlerischen Ideale!"
Kirche uuö Schule.
Im Berlage deS Hess. Kirchendlattes in Ruppertsburg sei Laubach erschien soeben em Bortrag, gehalten bei der Hauptversammlung des evangel. PsarrveremS im Großberzog- tutu Hessen zu Main; am 27. April 1904 von Pfarrer R nab tu Bruchenbrücken, über ,Lut her das Vorbild eines evangell Pfarrers und deutschen Mannes.' Der Pfcrrrverem hat bann Protest erhoben gegen eme katholische Schmähschrift und das Gedächtnis Luthers geehrt.
Berlin, 12. Juli. Zum Katholizismus ist Fanny Im le übergetreten, die längere Zeit in der Sozialdemokratie eine hervorragende Rolle gespielt, aber bereits vor einiger Zett ihren Austritt aus der Partei erklärt hat. Sie ist besonders auf dem Gebiete des Genossenschaftswesens rednerisch und schriftstellerisch tätig, schreibt für mehrere Gewerk- schaftSblLller und gehört zum Mitarbeiterkreije der , Sozialen PrariZE. Auch Frau Gnavck-Kühne, bk geistvollste Frau, die im öffentlichen Leben deS modernen Deutschlands! eine Rolle gespielt hat, ist zum Katholizismus übergetreten.
Keer and Alotte.
— Der Ritt um den Pokal des Kaisers fand bei der 4. Kavallerie-Brigade (Posen) am 8. ds. Mts. statt. Der Start war in Rakel, von wo der Weg über Etsch, Sanowitz nach Kletzkow (lb Km. nördlich Gnesen) und zurück führte. Die Entfernung betrug 125 Km. Den besten Rekord hotte Leutnant v. Platen vom Dragoner-Regiment v. Arnim, Der den Weg m 8 Stunden 26 Minuten, einschließlich sechs Pause» z»m Füttern, Tranken und zum Lösen einer taktischen Ausgabe, znrückgelegt Hal. Leutnant v. Platen war um 4 Uhr morgens aus Rakel als Dreizehnter fortgerüten und ging um 12 Uhr 26 Minuten mittags als Erster durchs Ziel. Tm TurchschmttSgeschwindigkeit betrug für den Kilo- inder J1/« Miauten «nb muß als eine sehr gute bezeichnet werden. Roß und Retter waren nach dem Ritt vollkommen ftrsth. Auch am anderen Morgen zeigte das Pferd, eine Neu* «tckfährrge ostprerchnche Rappsmte, feine Spvr von Müdigkeit.
$L»4orwiU>»U.
Br tim , 13. 3 Mit Itach «n- m Telegramm, haS Gvuv->r- V aw 3. m Apia ausgege^n ^r>t, beftätioen hA » a\*T Xtffaoürrt tzkrher Hnchrichtr»,
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drohen sollen, in keiner Meise. Dr. Svlf beriiWt nmmicbr, daß iitb die Eingeborenen burdxuiA ruhig verlxilten imb die im 3uni fäl va g wescn. steuer pünkl ib b »nbl^n
Aus §taN und La» ).
Dietzen, den 14. Juli 1904.
— Der neue Rektor. Wie wir soeben erfahren, hat S. K. H. bcr Äroßherzog mittelst allerhöchster Entschließung den ordentl. Professor bec Ophthalmologie Dr. Aböls BossiuS zum Rektor bcr Lanbesuniversität vom 1. Oktober 1904 bis 30. September 1905 zu ernennen geruht.
— Der Verbanb bcr KreiSamtSbureaubeamten für das Drotzherzogt«m Hessen hält am Sonntag den 31. b. M. in Gießen im ,Hotel Schützt (Babnhofstr. 52) seine erste Hauptversammlung ab, welcher eine Vorvcrsamm- lung am Samstag ben 30. d. Mlö. im Cafs Ebel vorauS- gehen wird. Dem Verbände, welcher sich im vorigen Jahre in Darmstadt konstituiert hat, sind fast bic sämtlichen KrciS- aintßbuieaiibcamtcn deö Landes, einschließlich bcr KrciSkassc- rcchncr, beigetreten. Außer geschäftlichen Rtitteilungcn, ber Erstattung deS Jahresberichts über bic Tätigkeit beS Verbandes im abgelaufenen VcrbandSjahrc und der RcchmmgS- abhör für 1908/04, wird sich die Versammlung, wie auS der Tagesordnung hervorgeht, mit einer Rcrhc von wichtigen Gkgcnüänbcn zu befassen haben, u. a. iverben auch bie Tlcnstvcrhältnisse ber Kreiöamtsburcaubeamten und ihre Stellung nach außen m den Kreiß der Beratungen gezogen werben. Anßcrdcm finbet cm Vortrag statt über bic am 1. Januar 1900 inß Leben getretene hessische Bcamten- Stcrbcfafic; im Anschlusic hieran wirb burch ben Vorsitzenden bcS Verbandes daß Referat über die Hauptt>ersammlung des PerbandcS deutscher Beamten vereine, welche im Frühjahre dieses Jahres in Straßburg abgehalten wurde, cvfiattet und in Verbindung hiermit eine Darlegung der Vorteile, die der Verl'anb der KreiSamtSburcaubeaniten durch ferne Mitgliedschaft zu verzeichnen hat, gegeben werden.
• • DerEvangelische Kirchengesangverein wird in diesem Monat sein 25jähriges Stiftungsfest begehen. Eß war ein sehr kleiner Kreiß, der sich damals im Ansang deS JahrcS 1879 im Hause deß nun verstorbenen PsarrerS O. Haupt zu den Hebungen cinfanb und feine bescheidene Tätigkeit bei ben PassionSgotteßbiensten in bei alten Hospitalkapcllc begann. AuS ihm gehören nur noch z,vei dem Verein als aktive Mitgliebcr an: Frau Dorette Nassauer, geb. Kurz, unb Pfarrer D. Schlosser. ES lebte aber viel Begeisterung in ber kleinen Schar, und sie durfte sich bald deß Erfolges erfreuen, daß die Räume der Hojpitalkirchc für die Zahl der andächtigen Hörer zu klem wurde unb bic Tore bcr Stabtkirche sich für die PasüonSgotteSbienstc Öffneten. Seit- । dem ist der Verein äußerlich und innerlich gewachsen, iind । bat sich einen festen Platz im Gemeindeleben errungen. Zur Feier feines Stiftungsfestes wird er am Sonntag, den 24. Juli I eine geistliche Musikausführung m der Stadtkirche, unb am Montag, ben 25. Juli eine Abenbunterhaltung in SteinS Garten veranstalten. Zirr letzteren werden btc Mitglieder direkt nach Äste emgeladen werben. Da dem Verein jederzeit viele Studierende angehörten, so darf er auf Teilnahme auß dem ganzen Lande rechnen. Ern Ausflug nach Ridda am 31. Juli, wo der Derem auch cm Konzert geben wird, wird das Fest beschließen.
* • Kirchensteuern. Wie die Hess. Zentralstelle für ßanbeßfiatiftif mitteilt, würben un Rechnungsjahre 1902/03 in Hessen an evangelischen Kirchcnsteüern 841 494 Mk. auSgcschlagen, an katholischen 158887 Mk. Da bie Evangelischen 12 pEt., die Katholiken 6 pEt. der Einkommensteuer entrichten, so ergibt sich eine Gesamteinkommen- fteucr der Evangelischen von 7 012 450 Mk., der Katholiken von 2618125 Mk., oder auf den Kopf der 746 201 Evangelischen Mk. 9.39, auf den Kopf bcr 341 460 Katholiken Mk. 7.75. Diese Tatsache ist um so merkwürbiger, als bie Katholiken bei uns in Hessen zumeist bie für Jn- buflric, Handel, Acker- und Weinbau günstigsten LanbeStcile । inne haben, währenb bie weniger günstigen Landesteile, wie ber Vogelsberg unb ber Obemvald, durchweg eine evangelische Bevölkerung aufioeijen. Beachtenswert aber dabei ist, daß sich m Hessen für daß Jahr 1898 bie Schenkungen an die evangelische Kirche auf 18 Pfg. für den Kopf bcr Evangelischen, die Schenkungen an bie katholische Kirche ba- gegen auf 97 Psg. für ben Kops der katholischen Bevölkerung berechnen. .
• • Ein Straße nunfall. Gestern nachmittag passiene ein Fuhrwerk ben Hohlweg zwischen ber Schönen Aussicht |unb ber Wilhelmstraße. Die Labung kam ins Rutschen unb bie Pferbe rannten geängstigt an eine Ecke bcr Wilhelmstraße. Sie verletzten sich unb baß (Sebäube. Den Fuhrmann fanb man bewußtlos im Hohlwege. In einem Krankenwagen würbe ber am Kopse schwer Verletzte nach ber Klinik gebracht. Der Verunglückte stammt aus Grünberg.
* * Gesundheitsschäbliches Pergaincnt- papier. In einem Prozeß wegen Vergehens gegen baß Rahrungsmittelgesetz wurden vor ber Straskanirner zu Göttingen über bie jetzige Beschaffenheit des Pergarnent- papiers, das bei ber nun bald beginnenden EinmacheLert wieder ein viel gebrauchter Artikel wirb, interessante Mitteilungen gemacht. Ter Molkerennspektor Mavers aus Uslar war our«ch schöfserrgerichtliches Urteil in eine Gelb- strafe von 10 Mk. genommen worden, weil er fahrlässigerweise verdorbene Butter an einen Hänbler in Darmstadt verkauft haben sollte. Tas Unnter- suchungsamt in Darmstadt hatte die Butter zwar «als von fremden Zusätzen frei erachtet, jedoch in derselben eine Dlenge von Pihsäden (Schimmelpilze) gefunden. Der Angeklagte bestritt jebc Schuld und behauptete, durchaus gute Butter in Pergamentpapier verschickt zu haben; es sei aber möglich, daß die Pilzbilonng lvährend des Transportes cbigetreten fei. Diese Behauptung bestä- I tigte der Sachverständige, Molkercikvnsulent unb Vorsteher ber lanowirtschastlichen Berujsgeiwssenschaft Dr. Krüger- Darmstadt, inbem er ausführte, daß die Pilzbildung von der Verpackung mit Pergamentpapier I () erinif) r c n Eöintc, indem letzteres mit Rücksicht aus bic Ledige Art seiner Fabrikation der beste Nährboden If ii r Schimmelpilze sei. Anstelle einer Glyzerm- Ischicht, töonrit früher das Pergamenlpapicr überzogen wurde, sei jetzt infolge der hohen Glyzerinpreise eine Schicht von rohem Starker yrup geiteten und dadurch die P ilz- Ibildung begun/tigt Die Butter könne daher sehr 1 YoeNfL in roenigen Tags« bepilzt worden fein, weil j*c ur
Pcrgamentpapicr gewickelt war. In der Literatur, fo ber Saclwerstänbige auS, sei bisher über bie jetzige Fabrira- tionßnn?ijc bcs Pergamentpapiers noch nid>tß bekannt ge- morben; man bcabfidxtigc aber bei den gesetzgebenden Körperschaften zu dieser Di Gelegenheit Stellung zu nehmen. Untt'r diesen llinftäiibcn hob das Gericht das erftinftan^- lid)c Urteil auf und sprad) beit Digellagten frei, weil die Beschasseaihcit bcs Pergamentpapiers und ihre sd)ablrchss SBirhing ihm nicht betamit sein konnte. (Frkf. Ztg.) hc. Darmstabt, 14. Juli. Zum Direktor ber Groß- herzogl. Hofbibliothek ist, wie wir schon mitteilten, an Stelle von Gustav Rick bcr bisherige Bibliothekar, Dr. phil. Aböls Schmibt, ernannt worben. Schmibt ist 1857 geboren, unb tubiede von Herbst 1876 in Gießen alß Schüler von Lcmckc, Weigand, Schiller und Onckcn. 1877 ging er nach Straßburg, um dort weiter germanische und romanische Sprachen, sowie Geschichte zu studieren. 1880 promovierte er an der reichßlandischcn Hochschule. 1881 bestand er dort baß Staatsexamen unb trat als Accessist in bie Großh. Hof- bibliothet hier em. 1885 würbe er Accessist am Gymnasium, 1886 erfolgte seine Ernennung zum Hosbibliothckö-Sekretär unb 1895 zum Hosbibliothekar.
K. B. Darmstabt, 13. Juli. Eine bekannte Persönlichkeit, beten Name auch in Oberhessen einen guten Klang hat, Herr Paul Die hm auß Lauterbach, ist gestern im Alter von 73 Jahren hier gestorben. DerDahmgcschiebene kam vor langen Jahren, nachbem er weite Resten unternommen unb Lanb und Leute grünblich kennen gelernt hatte, nach Darmstadt und wurde wsitbegründer der großen, weitbekannten Tuchfabrik von Schuchard, deren alleiniger Besitzer er später wat. Hier gewann fid) Diehm schnell daß Vertrauen seiner ^Mitbürger, bie ihn auch zum Mitglieb ber Stabtverordnctenverjammlung wählte, welcher er lange Zeit hmburch angehörte. Seine letzten Lebensjahre waren infolge unglücklicher Fannlienunfälle keine ungetrübten; er starb an ben Folgen emc5 Schlagan'allS.
Königstein, 13. Juli. Auf dem benachbarten RetterShof traf heute nachmittag ber König von Dänemark von WieSbaben per Automobil zum Besuch bcs Frci- herrn Vincke unb besten Gattin, ber Prinzessin Sibylle von Hessen, cm. Am Abenb begab sich ber König nach Wicßdabcn zurück.
Acr Königsberger Kochverrats-Urojeß. n.
Königsberg, 13. Juli.
Heute erfolgte zunEt bic Vernebuiung des angeklagten UbrniaäxrS Hermann T t e p t a u - Memel, die mehrere Stunben dauerte. Ter Angeklagte gab zu, mit einem Russen namens Stabil, der fid) ihm als Vanngenosse vorgestellt habe, einen sehr regen Verkehr unterhalten und auf desjen Veranlassung auch zahlreiche riysische Truclschriftcn aus bcr Sd-lvci; uno London empfangen zu haben, von denen er angenommen habe, daß sie fo-ialbemviritislieii Inhaltes feien. Diese seien von dem Russen unter dem Jeiazn S. abgeholt wordem Aus ben zur Verleiung gekommenen Briefen geht licrvor, daß TtSpwu auch Truckschristen verfault uub dus Gew nicht abgelieiert hat, was er vorher ausdrücklich in 'Jlbrcoe gestelU batte. Infolgedessen schrieb ihm Redakteur Bvrcvardt-Köiugsberg, daß er au- der Partei ausgescküossen würde, wenn er die Angctegeubcit nidvt bald regele. Treptau gibt ;u, auch auß Ll^rlortenhurg und Leipzig Lrnckjchrisien erhalten zu haben, btc ui derselben Weste abgeyoit ivoroen seien. Als Abseiiber war der Mitangeklagte Ehrenpsoil llharlottcnburg angegeben. Dieser behauptet jebodk daß er ber ganzen Sache fernste he. Sern Name müsse mißbraudu sein.
Im weiteren Verlauf der Verhandlung werben die Ange- naoicu MertinS, Ehrenpfort Paetzel und Koegel vernommen, die fäintlid) erklären, daß sie in keiner Weise schuldig seien. Mcrtins gibt zu, daß in bcr beutfehen sozial- bemvkratriclen Presse der K a i s e r v o n R u ß 1 a n d vielfach angegriffen werde, unb daß auch die Redakteure deurichcr ’03ial£>cuu)tratifd)ei Zeüniigen vielfach nxgen M a j e stä t s - B e - teibigungen bestraft worden seien. Der Peneidiger Lieb- k n e d) t roiberipridrt im Namen seiner Klienten diesem Gestäiidnis, er wäre eventuell genötigt, in jedem einzelnen Falle ben Wachr^ iKitßbeiveiö zu verlangen. Die Vernehmung der Angeklagten ist bamit beendet. Hieraus werden Frau 8! o^w a g r o tz k i, Frau Braun, Cheftebakteur Borchardt unb Stadtv. Linde als Zeugen vernommen. Lebtcrcr erklärte, er habe den Angeklagten itlem und Nowagratzki geraten, bei der Polizei möglichst wenig zu sagen, haimt sie sich nicht etwa wider Sillen selbst belasten. Der GcrichtShos bcfdilicüi, tnc beiden Frauen des nahen ver- wandtschastlici-en Verhättnisscs wegen unb auch ben Zeugen Linbc nid t zu vereibigen, da dieser der Begünitigung der Angeklagten Klein unb Woivagrobn bringenb verdächtig ist. Um 3’ k Uhr wird die Verhandlung auf morgen vertagt.
vermischtes.
* Hannover, 13. Juli. Hinter der Station Unter- lues auf der Strecke Ha liuov er -Hamburg e.ttstunb heute morgen ein tzeidebrand, ber sich im Lause bes Tages mehrere tausenb Morgen weit ausbehnte. Nad>mittags mußte aus Edle das Ti. Infanterieregiment mittels Extra- zuges zur Hilfeleistuitg hcrbeigeholt werben.
* Berlin, 13. Juli. In der Nacht erkrankte plötzlich der Fabrikbesitzer Dr. phil. Paul Meyer unb starb unter deu Händen der Aerzte, ohne das Bewußtsein wieder -erlangt zu haben. Dr. M., bcr sich einer durchaus gesunden Konstitution ersireutc, hatte am Abend vor seinem Tode in einem hiesigen WeinresiLurant in Genteinjcchast mit seinem Bruder gespeist unb babei aud> nrcbfe gegessen. Da nun der Bruder der Vermutung Raum gewährte, daß ber K'rebsgcuuß cm dem Todesfall bic Schuld trage, hat die Staatsanwaltschaft die Leick;e bcfdjlagiuiijmt, um die Lodesurfachc scststellen zu^ lassen.
* Krossen a. b. Ober, In Tschansborf brach eine groß< Feuersbrunst aus. 6 Wohnhäuser unb etwa 30 Scheunen tumb Stallungen sinb niedergebrannt. Eine M^iige Vieh ist umgekvmmen.
* Stralsund, 13. Juli. Außerhalb des Hafens kenterte ein Segelboot, in welchem sich drei junge Leute befatiben. Einer derselben ist ertrunken.
* Gö rlitz, 13. Juli. Das am Fuße der Laiidskronc gelegene Gast- und Logierhaus „Zum Reichs- j ch nr i e d" ist nadfts total niebergcbmuitt.
* Vres lau, 13. Juli. Unerhörte Ausschreitungen verübten kroatisd)c Arbeiter, bic beim Bahnbau Schnnedeberg-Lairbeshut bejchästigt sind, im Neu rnannschen Gasthausc zu Haselbad) bei Landeshnt. Ihren eigenen S ch a.ch t m e i st c r verletzten sie b u r d) einen Schuß in die Milz lebensgefährlich. Der W irt Neumann erlitt drei sdjftvere nn b mehrere leidjtc Schußverletzungen, das Lokal wurde demoliert, das Mobiliar unb bie Gefäße zertrümmert. Als bic Arbeiter ihr Zerstörungswert bceiwt hatte«, tarnen ihnen aus der Ehausjee zwei Radfahrer in bc»r Weg. Der eine wurde vom Rabe gerissen, mit Schlagringen schwer


