Ausgabe 
14.7.1904 Zweites Blatt
 
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verletzt Mrd ihm Uhr uttd Portemonnaie ge- raubt. Einige der Exzedenten sind verhaftet.

* Landau (Pfatz), 13. Juli. Eine Feuersbrunst ^r st orte in Herxheim 2 Wohnhäuser, 5 Schssuneu und große Futtervorrate.

* Straßburg, 13. Juli. Em blutiges Drama Sielte sich gestern in Linthal bei Geb Weiler ab. Em wegen iMandlung von Verwandten verurteilter und kürzlich aus dem Gefängnis entlassener Manu namens Debenath schoß mit einem Revolver auf 'seir^e Frau. Der Schuß ging fehl. Auf die Hilferufe der Frau eilten der Schwiegervater und dessen Knecht herbei. Debo- nath gab auf sie mehrere Schstsse ab. Tödlich ge­troffen stürzten beide nieder. Der Mörder ist entkommen.

* Paris, 13. Juli. Wie aus Darbtzs, Pau, Agen und Bordeaux gemeldet wird, wurden dort Erderschüt­terungen wahrgenommen.

* Wien, 13. Juli. In Lemberg wurde der Philo­soph Lozinski unter dew Verdacht des Hochver­rates verhaftet

Wien, 13. Juli. Gestern erschoß sich hier aus Furcht vor Wahnsinn der Journalist Dr. Boris Minz es. In Rußland geboren, wirkte er dort als politi­scher Agitator, weshalb er das Reich verlassen mußte und sich Bulgarien zuwandte, wo er eine umfangreiche politische ynd publizistische Tätigkeit errtwickelte. Minzeß galt als einer der besten Kenner des Balkans.

* Meran, 13. Juli Ein furchtbares Unwetter tobte am Jsingerberg; der Blitz tötete einen Hir­ten und mehrere Kühe. Die Felder von Häsling sind vom Hagel völlig verwüstei

* Budapest, 12. Juli Die Gattin des Malers Arpad Feszthy, geb. Rosa Jokai, reichte beim Gericht einen Protest gegen die Giltigkeit des Testaments chres Vaters, des vor kurzem verstorbenen imgarischen Dichters Maurus Jokai ein. Motiviert wird der Protest damit, daß Jokai bei der Abfassung des Testaments nicht Herr seines eigenen Willens war. Frau Feszthy protestiert auch gegen das Verfahren bei der Ausnahme der Verlassen­schaft, die sie eine Komödie nennt, da der Dichter im Gegensatz zur Behauptung seiner Witwe ein Vermögen in Bargeld und in Liegenschaften hinterlassen Hai

* Ertrunken. In Erfurt stürzten auf dem Ab­lagerungsplatz der städtischen Müllabfuhr beim Müll- abladen zwei Arbeiter in eine Kloake und ertranken. Ern dritter Arbeiter wurde durch Gase betäubt Er be­findet sich im Lwnkwhause. In Düsseldorf stürzte bei Schwimm üb uugen im Rhein, die von der 5. Es- kadron des Ulanen.-Regiments Rr. 5 vorgenommen wur­den, ein Kahn um. Sechs Ulanen fielen ins Wasser; zwei ertranken

Brände. Die große Gemeinde Bodony in Rord- ungam ist ein Raub der Flammen geworden. 242 Wohn­häuser und 7900 Nebengebäude sind zerstört Fünf Per­sonen sind in den Flammen umgekommen, 150 verletzt. Der Schaden beträgt über eine Million Kronen. Der Jndustrieort Przysuch in Russisch-Polen wurde durch eine Feuersbrunst vollständig einge­äschert 400 Wohnhäuser und Fabriken sind abgebrannt, 5000 Menschen obdachlos.

* Entziehung der Kammerherrnwürde. Das Fürst!. Geh. Kabinett in Greiz (Reuß ä. L.) gibt bekannt, daß der Fürstregent sich veranlaßt gefunden hat, dem vom verstorbnen Fürsten Heinrich XX1L unter dem Namen eines Marquis von Montglat, Freiherrn Benz von Benzen Hofen mittelst Dekrets vom 2. Juli 1900 zum Kammerherrn ernannten hiesigen Staatsangehörigen die Kammerhermwürde zu entziehen. (DerHerr Marquis" ist pn Schwindler, der obendrein von Ravensburg wegen UrTundenfälschtms und Beleidigung steckbrieflich verfolgt wird.)

* Im Badem an te l im P ar lament Unter dieser Spitzmarke berichten Londoner Blätter: Als im Unterhause am Dienstag abend die Glocke das Zeichen zur Abstimm­ung gab, stürzte plötzlich eine merkwürdig gekleidete Ge­stalt in den Saal. Es war der Abgeordnete Sir F. A Permrose-Fitzgerald, der in einen langen, wallenden gelben Bademantel gxhüllt, herbeigestürzt mar, um seine Stimme für die Regierung abzugeben. Das Glockensignal hatte ihn im Bade überrascht. Das Erscheinen des Abgeordneten in diesem Kostüm rief natürlich^ unbändige Heiterkeit hervor.

Kunst und Wissenschaft.

Karlsruhe, 12. Juli .Zu der Sammlung für die Kuno Fischer-Stiftung haben der Großherzog und die Groß­herzogin 700 Mark, der Erbgroßherzog 300 Mark gespendet

Der Kunstgewerbeverein des Pfalzgau erlaßt einen Aufruf zur Erhaltung .der Heidelberger Schloßruine in ihrem gegenwärtigen Zustande.

Universitäts-Nachrichten.

Das 85. Lebensjahr vollendet am 12. Juli der Senior der Juristenfakultät der Universität Jena, Geh. Justizrat Dr. jur. et phil. Burkhard Wilh. Leist. Die durch ixm Rücktritt des Hofrats Ptwf. Dr. Vogl vmr Fencheim erled-rgte ordentliche Professur für Pharmakologie und Pharmakognosie an der Wiener Universität wird in zwei Professuren geteilt werden: Für Phar­makologie ist unico loco der o. Professor Geh. Medrzmalraf Dr. Hans Meyer von der Marburger Universität, für Pharma­kognosie gleichfalls unico loco der o. Professor Dr. Josef älter in Graz vorgeschlagen worden.

Arbeiterbewegung.

Frank-surt a. M., 12. Juli. Nach den Vorgängen der letzten Tage ist es fast zweifellos, daß die Masfenans- ffperrung im Baugewerbe am nächsten Montag zur Tat­sache wird. ,

Marseille, 13. Juli. Der Ausstand der Dock ar bei­ter dauert fort Die Ausständigen durchzogen gestern^ die Straßen, gaben Revolverschüsse ab und warfen die Fenfttr mit Steinen ein. Die Reeder haben sich an den Präfekten mit der Bitte um Schutz gewandt. . , ,rt .

Ein großer Petroleumarbeiterstreik ist ml dem galizistt)cn Orte B orh slaw ausgebrochen. Der Ort sieht, wie man berichtet, aus wie ein Kriegslager. Die dort zusanunen- ge-ogeneN Truppen werden von Generalmajor Keiler komuwndiert. Am Dienstag hat Leutnant K w i e ch vor der Front mit seuiem Revolver einen rebellischen Jnfantcr iften des 11. giments erschossen. Pioniere umschanzen die Ansbruchschachte, um den Abfluß des Oels -u verhindern. Alles T r i n k w a s s e r ist mitPetroleumgeinischt undganz ungenießbar. Ter Abg. Daszyuski traf in BorhSlaw ein und konferierte mit dem Streikkomitee. .Die bisherigen Geldfammlungeu zugunstrn der Streikenden ergaben 6000 Kronen. Eine Waffen l)«nvlung verkaufte seit bcrr Vludbriul) des Streiks 200 Revolver. Die Ver­handlungen jiui|d;en den Naphtha-Unteruthmern und den Aus- stärttägen sinv ergebnislos geblieben. Nach Ablaui der für Die Wiederausmchme >cr Arbeit gestellten Frist wurde daher mit oct

Auszahlung des Lohnes und der Zurückgabe der Dienstbücher begonnen. 1500 Ausständige sind abgereist. Die Erdwachs­arbeiter der Galizischen 'Kreditbank, welche die Arbeit bereits wieder ausgenommen hatten, sind neuerdings wiederum in den Ausstand getreten. Sämtliche Gruben werden militärisch bewacht. In R o v n o und R o g i in Galizien ist teilweise Ausstand, in Potok allgemeiner Ausstand der Petroleumgrubenarbeiter aus­gebrochen. .Infolgedessen wurde Militär dorthin entsandt. In Boryslaw entstand ein Brand, wobei die^Grube der Kar- pachengesellschast ganz abbrannte. Das herbeichnufene Militär verhinderte eine Katastrophe.

Kerichtssaaft

Neuwied, 13. Juli. Vom Landgericht wurde der ehe­malige Direkwr der Fabrik feuerfester und säure­fester Produkte in Vallendar, Leo Otto Boeing, zum Ersätze des Schadens verurteilt, welcher ver­schiedenen klagenden Aktionären dadurch entstanden ist, daß sie sich durch die gefälschten günstigen Bilanzen und die künstlich hoch­geschraubten Dividenden zum Ankauf von Aktten bestimmen ließen. Soweit die Klage gegen den Aufsichtsrat und das Vorstandsmit­glied Emil Boeing gerichtet ist, wurde sie abgewiesen. Die Ver­handlung gegen das Vorftandsmitgliied Arthur Boeing wurde auf den 14. Oktober vertagt.

Braunschweig, 13. Juli. Major v. Sydow legte im Namen seiner Ehefrau gegen das Urteil der Strafkammer Revision beim Reichsgericht ein.

Landwirtschaft.

(d.) Breungeshain, 12. Juli. Die H euernte geht mit dieser Woche zu Ende. Sie fällt so reichlich aus, daß die Scheuern kaum reichem Auch die Getreide- und Kartoffelfelder stehen in reichem Sogen. Bleibt die Witterung günstig, so steht eine vorzügliche Ernte in Aussicht.

- In der neuesten Nummer derBufujtft" entwirft Dr. Franz Oppenheimer am Schluffe eines längeren Arttkels ein Bild, wie er sich die Zukunft der deutschen Landwirtschaft ausmatt. Er wünscht und hofft, daß der Großgrund­besitz in wenigen Jahrzehnten verschwinde und an seine Stelle überall der kleine und mittlere Bauer trete. Dr. Oppenheimer meint, die Bewegung der Getreidepreise würde ihnen wenig Sorge machen, da sie alles (Setreibe, das sie produzierten, selbst verzehren würden. Sie würden sich haupt­sächlich auf die Viehzucht legen, in der ihnen von fremden Ländern her keine wirksame und gefährliche Konkurrenz be­reitet werden konnte.

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 13. Juli 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prioat-Diskont 31/* Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurfe.

Oest. Kredit ....20L30 Deutsche Bank . . . 219.25 219J0

Darmstädter Bank . . 137.80 137.75

Bochumer Guß . . . 187. 186.75

Harpener Bergbau . . 197. 197J0

Tendenz: Still.

Mannheim, 13. Juli. In der beute stattgehabten or­dentlichen Generalversammlung der Mannheim-Rheinauer Transportgesellschaft in Liquidation waren von dem Aktientapttal von Äck. 4 600 000, Mk. 3 898 000 Aktien ver­treten. Die beiden ersten Punkte der Tagesordwung, Bilanz, Ge­winn- und Verlustreämung per31. Dezember 1903 wurden ein­stimmig genehmigt und dem Auffichtsrat und Vorstände Ent­lastung erteilt Eine mehrstündige Debatte entspann sich be­züglich des Liquidationsmodus, zu welchen mehrere Anträge von Bankgruppen Vorlagen. 9tach Ablehnung des Vertagungsauttages wurde die von der Berwallung und einer Gruppe von Aktionären (W. H. Ladenburg u. ^>öhne, Rhein, ttreintbant) beantragte Na­turalverteilung des Besitzers der Gesellschaft von Mk. 2 262 000 Mannheimer Lagerhansaktten und Nil. 660 000 Mannheimer Dampfsch1eppschi.fi ahrtsaktten unter die Aktionäre pro rata chres Besitzers angenommen. Gegen die 9taturalDerteüung wurde aus juristischen Gründen von mehreren Setten Protest eingelegt

Leipzig, 13. Juli. Zwischen derEommerz - und Dis­kontobank ui Hamburg und Berlin, sowie der C r e d i t- und Sparbank in Leipzig wurden intime geschäftliche Bezieh­ungen zwecks Interessengemeinschaft hergestellt. In der am 21. August einzuberufenden Generaloersamnrlung soll die Wahl eines Vorstandmitgliedes der Commerz- und Diskontobank in den Aufsichtsrat der Eredit- und Sparbaru erfolgen.

Akt-Ges. für Lederfabrikation de Hefselle u-Co. inAachew Der Zusammenbruch dieser Gesellschaft durch das unbegreifliche Gebühren des Direktors macht sehr viel von sich redern Die Börse ist auf das äußerste verstftimtt, da auch dieser Puin wie ein Blitz aus heiterm Himmel kam. Ganz be­sondere unangenehmen Eindruck macht die Tatsache, daß das Unternehmen noch im vorigen Jahr 600 000 Mark junge Aktien an den l'Jtartt brachte und trotzdem die erheblichen Fälschungen nicht aufgedeckt wurden, obwohl bei der Kapitalvermehruug ein Abschluß und ern-gehende Darlegung der VerhiUtniffe in der diesbezüglickftm Kundmachung notwendig war. Die Aktien, die zuletzt mit 107 Prozent notiert, vorgestern gestrichen waren, dann bis 75 ymufgingen, schlossen an der gestrigen Börse zu 65y2 Prozent Dazu kommt nocl), daß gleich wie bei der Bedburger Wollindustrie Akt-Ges. schon einige Zeit vor dem Bekanntwerden des Skandals Verläufe von Aktien erfolgt sind. Besonders die Verkäufe vom 6. und 8. d. M, die den Kurs von vorher 116 Prozent bereits vorübergehend auf 104 Prozent gedrückt hatten, müssen aus Kreisen gekommen fein, ixte besser unter» rickstet waren, als das große Publikum. Aus alle Fälle sollte die Vettvaltmig .baldigst die Generalversammlung berufen und schon vorher ohne Verzug offiziellen Auffchlnß geben, da bis jetzt noch immer nicht seststeht, wie groß eigentlich der Verlust ist. Der technisck^ Direktor der Akttengesellschaft, Heinrich de Hessel, ist flückstig. Dian vermutet, daß er sich nach Frankreich gewandt hat £in Steckbrief wurde hinter dem Flüchttgen er­lassen. Der Staatsanwalt bat gegen de Hesselle wegen Betrugs in H ö h e von etwa ft/s M i l l io n e n M a r k und Berbreck)ens gegen das Handelsgesetz die Anklage erhoben.

Vom Geldmarkt schreibt niawunS aus Ber lin: Während tägliches Geld weiter mit 27,% erhältlich ist, hat der Prwatdiskont weiter auf 2%% angezogen. Es hat dies seinen Grund hauptsäck-lich darin, daß in der letzten Zeit viel Wecksiel zum Dis- tont hierher kommen und zwar sowohl aus dem Jnlande wie aus dem Auslande, wobei namentlich Amerika und Rußland in Betracht kommen. Die stärkere gesck-äftliche Bewegung aid dem Wechfel- martt ist ohne Zweifel eine Folge der lebhaften Tätigkeit in Handel und Snbuftrie und dementsprechend handelt es sich auch bei den hier zum Diskont gelangerrderr Wechseln durchweg um Handels­wechsel, die auf Grund solcher Transaktionen entftanbe« find. Mit Rücksicht aus das starke zürn Diskont vorliegende Material bestehen die DiskorUeure auf ettvaS höheren Sätzen. Doch ist nicht anzu­nehmen, daß der Privatdiskout noch eine stärkere Steigerung erfahren wird. Von Eiifflusi auf die GesUrllung der Geldmarttverbaltirisse ivor in den leisten Tagen auch der Umftaub, daß jetzt dje Rückzah­lung der von der Reiehsbank zum UUüno genommenen Lombard­darlehen bevorsteht. _

Rus fisch-Deutscher Handelöv ertrag. Der Ab­schluß des russisch-derrtschen HandelsverttagS ist für unser wirt­schaftliches Leben von größter Bedeutung imb es ist datier die Wiedermlfnahme der Verhandlmrgen von sehr weitgehendem In­teresse. Urspningllch hieß es, daß es sich bei der Zusammenkunft zwischen dem deutschen Reichskanzler und dem russsichen "Mlmster Witte nur um eine Besprechung allgemeiner Art handle. Run ist jedoch die Tatsache zu verzeickmen, daß Herr Witte mit drei boberen Beamten m Berlin eiligem n ist, Konferenzen NÜ1 der russischen Botschaft balle und nun mit seinen Begleitern in Rordernen eilige troffen ist. Dori werden auch die Hauptleiter unserer Bertragsver'- handlungen, Graf Posadorvsty und Ministerialdirektor v. Körner,

anwesend sein. Es wird also nicht nur beratet, Umbern xoerax irgend mög lrch, ein Abschluß her bei geführt werden.

Kommerzienrat Bi er mann, der Ches der großen Bremer Tabakfabrikerr Engelhardt u. Biermann, hat verschiedene beträchtliche gemeinnützige Stiftungen hinterlaffen Er vermachte seinen Arbettern 300 000 Mark, seinen Angestellten und Meistern 200 000 Mark, zu all­gemeinen Zwecken 100 000 Mark.

Reichsbank. Am 8. August wird in! L ö tz e n tu Ostpreußm eine von der Reichsbankstelle in Allenstein abhängige Reichsbank­nebenstelle mtt Kaffeneinrichttrna unb beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Vom 15. d. M. ab kauft die Reichsbank WeKl auf "Stadt Kehl" an. Diefelbeu sind an die Reichsbankhaupt­stelle in Straßburg ft E. zu indoffieren.

Gegen das Petroleummonopol. Auch die Chem­nitzer Handelskammer ist der lleberzeugung, daß die Dentsch- Amerikanifche Petroleum-Gesellschaft auf das Eitt- Medenste zu bekämpfen sei und daß eure wettere Ausde^l- ung .ihres Geschäftsbetriebes in Sachsen möglichst verhindett werden müsse. Man dürfe ihr vor allem nicht gestatten, auf Stationen der Staatsbahnen eigene Tanks und Lager anzulegen. Es ernpschle sich, die deutsche Konkurrenz insofern zu stärken, als die Einfuhr von russischem und rumänischem Petroleum durch Einführung von Spezialtarifen erleichtert weiche. Die Gesellschaft sei nach Ausschaltung der binuenländischen Fir­men durch Errichtung eigener Bureaus jetzt schon an die De­taillisten Herangekommen, deren Unterdrückung chr nächstes Ziel sei. Habe sie erst einmal den Verkauf an die Konsumenten selbst in die Hand genommen, so sei sicher zu erwarten, daß sie die Preise steigern werde.

Markte.

Limburg cu d. L., 13. Juli. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreise pro Malter. Roter Weizen 14.38 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 9.81 Mll, Gerste 0.00 Mll, Hafer 6.76 Mll, Erbsen 0.00 Mk^ Kartoffeln OXM) Mk.z'

Gmgesandt.

(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttket übernimmt die Redaktton dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Bernss ekd, 12. Juli.

Tie hiesige Lehrerwohnnng ist schon seit Jahren in einem derartig verfallenen Zustand, daß man nicht meinen sollte, mir lebten im Großherzogtum Hessen. Dabei beschießt der Gemeinderat fortwährend, .eine Reparatur vornehmen zu laffen. Nun ist es schon so wett gekommen, daß der Kuchenbodeu ein­zustürzen droht und die Kellerwände nach und nach einfallen.

A-

Meleorologische Beodachluuge«

der Station Gießen.

Juü 1904.

Äarometer auf 0° reduziert

Temperattir der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

13.

2*

750,8

27^

12,1

44

8.

2

Sonnenschein

13.

9"

751^

21,4

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78

NW.

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Bed. Hinnnel

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WötzrMHk Nkdklkchl der TsdksMk in der Stolt Hjkßky.

20. Woche. Vom 8.14. Mai 1904.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (inkll 1600 Mann Militärs

Sterb lichkeitSziffer: 34^

nach Abzug von 10 Otts fremden: 15^2 ö/oo» Rinber

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

L Lebenssichrr L.15. Jahk

Tuberkulose der

Lungen

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Lungenentzündung

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Gehi rneittzündung

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KD

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Gallenstein

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3(3)

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Altersschwäche

KD

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Totschlag

1(1)

KD

Atrophie

1

1

Summe 18 (10) 12 (10) 4 2

An nm Tie m Klammern gesetzten Ziffern geben cm, wie viel ber Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Ztranke tommen.

Alle Diejenigen, welche bisher aus irgend einem Gründe sich mit Essig znbereiteteu Speisen enthalten mußten, können solche ohne Bedenken für ihre» Organismus mit Lemon-Cssig genießen^ Die Speisen schmecken nicht fad, wie bei Verwendnug von Citroueu- säure. Mit Leurou-Essig zubereitete Speise» sind nicht nur köstlich und würzig im Geschmack, sonder» auch durchaus wohlbekömmlich, da der sonst etwaige nachteilige Effekt der Essigsäure durch den hohen Gehalt au Eitron en säure aus ein Minimum reduzirt wird. Das Uebermätzige an Essigsäure, das sonst etwa schadet, ist hier durch die gesündeste und be­kömmlichste Fruchtsäure^ die Citroueusäure, ersetzt. Eine Lücke in der Nahruugsmittelhygieue ist aus­gefüllt und mutz Lemon-Essig von gesundheitlichem Standpunkte als das Boükommeufte bezeichnet werden. Lemon-Essig beeinstutzt bei seinem Geuuffe die Ber- daunng äutzerft günstig, indem er zur Auflösung der Eiweitzstoffe beiträgt. Aus diesem Grunde werden mit grotzem Borteil für den Magen zu gewiffe» Fleisch-, Eier- und Mehlspeisen mit Lemon-Essig be­reitete saure Beilagen gegeben. SSic Brot und Kar­toffeln verdaulicher sind, wenn sie mit Butter ge­nossen werden, so ist das Fett selbst verdaulicher^ wen» es mit Leurou-Essig versetzt wird. Lemon-Essig hat somit eine grosse Bedeutung für die Ernährung. Lemon-Essig kostet kaum mehr als gewöhnlicher Essig, damit Arrn wie Sieich in der Lage ist, seine Speise« auf gesuudheitsgcmütze Art zu bereiten. Lemon- Speiseessig stellt sich aus 40 Pfg. per Liter. Gleiche Teile Lemon-Essig und Wasser ergeben Lemon- Einmachessig ä Liter 60 Pfg. Lemon-Essig ist in allen Geschäften der -rahruugsmittelbranche in Literstascheu zu habeu; auf den Etiketten ist genau deffen Ber- wetlduug augegevem 6040

.Alleinige Fabrikanten:

Frilz Meller Söliiie. Hemdrirr r. i Höhe.

Tlichtiyo Vertreter, wo nicht vorhanden, gesucht. Solvente Firmen können nodi für einzelne Bezirke Ukb- verkant erhalten.