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14.7.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 163

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Rotationsdruck und Verlag der Brähl'fchen NntverfitätSdruckeret. R. Lange, Gießen.

Redaktion, ExpÄlttton «.Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 5L Telegr^Adr. r Anzeiger Gießen»

Zweites Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 14. Juli 1V04

Erscheint «glich mit «u-nahme de» Sonntags.

Die .Gießener FamMenblStter- werden dem K OT

^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der wkP ff ® Ä W W W

^heWche Qmdwlrt- erscheint monatlich einmal. V XZ KW M V V ® V W W"

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fast nur an-irherl feit in tämtiidjc

der Belegschaft um rund 10 Prozent zu verzeichnen, welche indessen keinen Rückgang der Braunkohlenindustrie darstellt, sondern aus einer Veränderung in der statistischen Zählmethode entspringt.

Die Schichtdauer schwankt zwischen 6 und 12 Stunden. Die Braunkohlengruben haben im allgemeinen die längsten Schichten. In die Schichtzeiten sind die Pausen eingerechnet. Die wirkliche Arbeitszeit bei den 12 stündigen Schichten be­trägt nicht mehr als 10 Stunden. Im Sommer haben mehr als Vs aller Arbeiter eine zwölfstündige Schicht, während im Winter die Schichtdarrer meist bis zu 8 Stunden verkürz: zu werden pflegt.

10 Prozent. Diese Zunahme ist verursacht durch Betriebs. Vergrößerungen in dem Gießener Braunsteinberg, werk und der GrubeAussicht" bei Waldmichelbach.

Bei den Braunkohlengrubeu ist eine Abnahme

heiten. In der Regel gelang die Erledigung der vorgebrachten Wünsche oder Beschwerden auf gütlichem Wege. Was die Arbeiterschaft betrifft, so wird u. a. folgendes berichtet: Durchschnittlich wurden in den bergbaulichen Betrieben 91 jugendliche Arbeiter beschäftigt. Kinder unter 14 Jahren und jugendliche Arbeiterinnen waren im Berichtsjahre nicht vorhanden. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Führung von Arbeitsbüchern besteht nicht (Hess. Berggesetz!). Mißstände aus diesem Anlaß sind nicht beobachtet worden.

Die äußerst geringe Zahl der Arbeiterinnen rechtfertigte keine besonderen polizeilichen aus Anlaß des § 120 b. Gew.-Ordn^ der für die hessischen Bergwerksbetriebe auch nicht bindend ist. Mädchen über 16 Jahren wurden in einem der größten Eisensteinwaschbetriebe als Ausleserinnen beschäftigt. Es zeigte sich, daß sie sorgfältiger arbeiten als die Jungen und diese Beschäftigungsart sehr beliebt ist. Es wurden aber nur durchschnittlich 8 Mädchen beschäftigt.

lieber die Arb eiten im allgemeinen wird berichtet' Gegen das Vorjahr hat sich die Arbeiterzahl auf Bergwerken und Salinen von 1802 auf 1823, d. h. um 1,17 Prozent vermehrt. Ausschlaggebend ist hierfür die Vermehrung der Belegschaft bet den Eisen- und Manganerzgruben um rund

, tig-

Zukunft

hlkrerse ca. 19000 Einwohner groß

Empört darüber schlägt das genannte freisinnige Blatt vor, daß die Liberalen aller Schattierungen eine geschlosseue Protestbewegnng Hervorrufen mögen.

Mr haben wiederholt die durchaus verfehlte, an Miß­ständen, Ungerechtigkeiten und politischen Quertreibereien über­reiche WahlkreiSeintellung als verpfuschtes Machwerk gekenn­zeichnet. ES besteht aber für uns kein Zweifel, daß die Regierung nun und nimmer chr Siegel daruntersetzen wird. Darum hat man es auch gar nicht nötig, sich so zu ereifern, wie das der ^Alzeyer Beobachter^ tut. DaS Werk der Kammer wird unter unserer jetzigen Regierung ganz gewiß nicht Gesetz. Wenn hier und da protestiert wird, so schade es freilich nichts.

beträgt und. die Bevölkerung des Kreises in Zukunft gar keine Fühlung zu einander hat.

Zur WaMreiseirttettuug durch die Zweite Hessische Kammer ergreift der freisinnige

bohrung von 3 Solquellen bei SotterS und Orten berg hervorzuheben. Die beiden Kohlensäurepump­werke befinden sich im Schutzgebiet der Heilquellen von Bad-Nauhei-nr.

Die Produktion der Bergwerke und Sabinen, beträgt nach dem Bericht auf Grund vorläufiger Erhebungen: Bergwerke: 559 107 t ini Werte von 2 645 650 Mk.

Aus dem Jahresbericht der Kroßherzoglichen Aergbehörden im Jahre 1903.

Gießen, 14. Juli.

Die Arberterverhält niss e auf den unter berg­behördlicher Aufsicht stehenden Betrieben des Großherzogtums werden in einem Berichte der Bergbehörden als Anhang zu­dem GewerbeinspektionSbericht einer eingehenden Erörterung unterzogen. Aus den statistischen Mitteilungen entnehmen wir in aller Kürze folgendes:

Der polizeilichen Aufsicht der Bergbehörden unter­stehen im ganzen 5-6 Betriebe mit zusammen IZBO Arbeitern; davon sind 11 Braunkohlenbergrverte, 27-Eisen- und Manganerz-Bergwerke, 11 unterirdische Brüche und Gruben, 2 Salinen, 2 Kohlenfäurepmnpwerke und 1 Kupfer­erzbergwerk. DaS Interesse für die Bva unckoch-len - schätze des Landes war verh älinisnrüßig rege. Ein­zelne Bergwerke für Erzgewinnung arbeiteten ohne Produktion. An sonstigen bergbaulichen Unternehmungen ist die Er-

iDitmme: 574 454 t im Werte von 3 052 522

DaS bedeutet eine Vermehrung gegen daS Vorjahr um etwa 88 (XX) t im Werte von rund 340 000 Mk.

Die Beziehungen der Bergbehörden zu den Unter» nehmern waren durchweg erfreuliche. DaS wiederholte Eingreifen der oberen Bergbvl>örde im Interesse deö obe r- hessischen Eisenerzb-ergbauS arls Anlaß der schweben- den Esienbahrckarif-Verhau dl ungon re. sand entsprechende An­erkennung seitens der Beteiligten. Auch Arbeiter und Werk beamte sind mehrfach in direkten Verkehr mit den Bergbehörden, Getreten. meist in knappschaftlichen Angelegcn-

reits gesagt, ist eS Ratoerft<niMi4 daß liberale Abgeordnete solchem Vorschlag ^uftinunen konnten und damit geradezu pvlb ttschc» Selbstmord begingen, da auf diese Weise, in Rheinhessen

können, während keine Spur von Gerechti der Einteilung yi finden ist, denn wenn in Zuku cheinhessijche "

haarsträubend* bezeichnet er sie und als ,einseitige Machen­schaft zu Gunsten des Zentrums und der Anti- semiteu^. Er ereifert sich darüber, daß z. B. der neue Kreis Dieburg, eine nun ^niemals einnehmbare Domäne der Ultramontanen*, nur ca. 17 000 Einwohner zählt, während alle übrigen Starkenburger Kreise deren über 22 000 besitzen.

^»Nock Znllkürlicher freilich ist die Einteilung in Rheinhessen, hier ist das Zentrum ganz und gar Trumpf.

Nm den Kreis Bingen nicht in die Oefahr zu bringen, daß er jemals dem Zentrum verloren gehen könne, machte man diesen Kreis auf 14000 Einwohner, bmgegen Ingelheim wch Castel auf je 26000 Einwohner. Sunnit besonders Ingel­heim in Zukunft dem Zentrum nie mehr verloren geherr kmm, nahm mau diesem Kreis die freisinnigen Orte Sauer-^chwabcm heim, Groß-Winterrlheim und Elsheim, welche 35 Kilometer von Ingelheim entfernt sind, und legte die sckMarzen Orte Ober- Olm und Klein-Winternheim, die ganz entfernt liegen, hiirzu. Sauer-Lchwabenheim und Groß-Winternheim hingegen fügte man dem Kreis Gan-Mgesheim bei, damit dieselben in Zukunft in diesem-var-eu Eck bedeutungslos sind. Dem Kreis Gau- Algesheim jedoch, der durch die Hinzufügung einiger libe­raler Orte in Gefahr gekommen wäre, fügte man das schwarze Deidesheim hinzu, welä)es dock in dem Kreis Ingelherm-Mom- bach Liegt, dort aber das Zentrum, .wie vorher angeführt, Sicherung dieses Kreises entbehrlich hatte.

Diel drastischer rwch ist das Verhältnis der Kreise Wöll- Jtein und Wörrstadt. Während der Kreis Wörrstadt seither ui der HauIXsache aus dem ehemaligen Kanton bestand und die Entfernung der Orte nächstens 12 Kilometer int Quadrat betrug, ging man jetzt her und entfernte die nächsten Orte des Ltreises, die freilich freisinnig sind, wie beispielsweise Armsheim, Wal­lertheim, BeäXolsheim, und fugte die beiden ersten Orte dem Kreis Wöllstein hinzu, wohin dieselben jetzt ungefähr eine Ent­fernung von 14 KLometer haben. Gau-Zickelheim, welches von Wörrstadt aus doch hinter Wallertheim und Armsheim liegt, ließ man dem Kreis Wörrstadt, damit mau mit dem kleri­kalen AntisemiteN Wolf in Zukunft Wahlfchacher treiben tarn. Mau fügte infolgedessen auch diesem Kreis die ganz bei Ingelheim liegenden Orte Engelstadt, Bubenheim, Essenheim, Els^im, Stadecken und Zügen heim hinzu und nun-

atineu: 15 347 t

. Aus d«m Lapite^l über den Schutz der Lrbeitev vor Gefahren ist hervorzuheben: Die Zahl der Un­fälle betrug int Berichtsjahre 102, wovon jedoch nur 84 offiziell gemeldet wurden. Ties beweist, daß die nach den MtfallversicherungsKesetzen bestehende Meldepflicht trotz aller Hinweise nicht immer erfüllt wird. Von den Un­fällen waren 3 tödlich und 24 andere nrit mehr als vierwöchentlicher Erwerdsunsahigreit verbunden. Die Zahl der tödlichen Unfälle hat abgenommen (im Vorjahre 8), die Gesa mb-ahl aber tzugenommen (etwa 70 im Vorjahre). Eine Anzahl von Unfällen wurde durch die Schuld von Mitarbeitäm oder Dritten herbei^ geführt was für diese die Belegung mit einer Geldstrafe Kur Folge hatte.

VerfehlunHeu von Aufsichtsbcamtcn wurden nicht fest- gestellt. Die häufigsten Verletzungen sürd wie gewöhnlich jene durch Stein- und Kohlenfall und jene bei der För- derung. Im allgemeinen entsprachjen die Betriebe den berg- polizeilichen Vorschriften.

lieber die a e s un d h e i tlüch c n Verhältnisse wird ge­schrieben, daß Die W^u rmkrankheit aus hessischer! Gru- "bai bisher n^chit beobach t-e t tvvrden ift

Auch sonstige. Berufskrankheiten wurden nicht beob­achtet.

Die Sonntagsarbeit hi den bergbaulichen Be­trieben beschränkt sich fast ausnahmslos auf die Vor­nahme von Aribeflten, welche nach § 105 c, I, 3 Gew.-Ordn. allgemein gestattet sind. Hierher gehören Wasser Haltung, KessecheiMng, rlieparatureu und Aufjäuberungen der Haupt­förderwege, Bewachurrg der Betriedsanlagen usw.

Die Verzerchnisje über die SonutagAarbeit gaben keinen Anlaß zu Bemerkungen. Fast alle größeren Betriebe haben Arbeitsordnungen aufgestellt und ausgehängt, ob­wohl eine rechtliche Verpflichtung dazu nicht besteht. Die Vertretung der Arbeiterschaft durch die Knappschafts­ältesten hat sich als ausreichend und zweckdienlich finden. Besondere Lrbeiterauss chüs se bestehen nur aus 5 Werken. *

Politische Tagesschau.

Der Dentsch^ugüsche Schiedsvertrag.

Die enölijciien Vlätter besprechen den Abschluß des deutsch» englischen Schiedsadkommens. .Daily News" beglückwünscht den König und das Land zu diesem Ereignis, durch das ein Schritt in der Richtung positiver Friedenspolitik geschehen sei. Tiefer werde dazu beitragen, die gegenseitige Gereiz theit zwischen Deutschland und England zu mindern, die von einem Teile der Presse in beiden Landern so sorgsam angefacht worden sei Der ^Standard" sagt: Obgleich das Abkommen verspricht, sich praktisch nützlich zu erweisen, ist es noch mehr als ein Zeichen des internationale« Friedens willkommen zu heißen und eine höchst angemesirire Fortsetzung der erfreulick-en Begegnung in Kiel. Der Besuch des deutschen Geschwaders in Plymouth har willkommenen Anlaß, zn einem erneuten Austausch von Höflichkeiten zwischen den beiden Flotten gegeben. Die herzlichen seemännischen Ansprachen des Admirals von Köster haben dargetan, wie richtig er die ihn umgebenden Dinge zu beirrteilen weiß. .In den Besprechmrgen der deutschen Blätter über den FloUeubeftuh in Plymouth ist die richtige Würdigung der Beziehungen zwqchen den beiden Aiächten zu finden. Unsere Seeleute waren erfreut, die schönen Werke deutscher Schifisbaukmrst begrüßen zu können. Unser VrL nahm ohne Vorbehalt die Versicherung an, daß Deutsckland nur daran denke, feine Küsten inrb seinen Handel zu verteidigen. Der Daily Telegraph" schreibt: Das Abkommen verstärk^ wie jene mit Frankrei ch Italien und Spanien, die Gewöhnung an den Frieden. Der Grundsatz BiSmarcks: Tonjours en vedettr wird noch der unentbehrliche Wahlspruch m der Wilhelmstraße bleiben, er muß auch der leitende Gedanke für unsere Admiralität bleiben. Demwch muß jeder vernünftig Denkende sich freuen, die Möglichkeit kleiner Reibungen aus dem diplorna- tischcn Verkehr Englands mit irgend einer der Gro^nächte auS* geschaltet zu sehen. Nichts in der Welt liegt vor, das ein gleiches Abkommen selbst mit Rußland unmöglich machen würde. Moruing Post" legt im Allgemeinen den Schiedsverträge» wenig Bedeutung bei, denn sie seien nur der Ausdruck idealen Bestrebens. Der Vertrag mit Dentschland müsse bei den Frawi zosen Zweifel erwecken, ob schlleßlich denn eine Endmte cürbiale vcstrhe. .Die Venmnderer des Schiedsabkommens mit Frankreich hätten versia^ert, fein Hauptwert läge barm, daß» Deutschland aUeiustehend mache. Nun sei durch das Abkommen mit Deutschland und die AnweselU)riL eures deutfckieu Geschwaders in Plvnwuth bewiesen, daß Deutschland nicht isoliert ja und daß die g eg enwärtig e Reg ier ung keinebedacht- u ationale Politik verfolge. England kann auf die Länge keine Flotte unterhalten, .die d^r aller anderen Mächte zusammen überlegen ist. Es muß dawnh streben, einen Teil der europäischen M-ckchte au derSeite zu haben. Zu allen Zeiten ist England not­wendigerweise Gegner der stärksten Mackt auf dem Festlande gerufen. Die Zeit ifl gekommen, in Deutfchlaud einen Rivalen zu sehen, der Mch der Vvt> Herrschaft sowohl zu Lairde als zur See strebt.

Die jüngeren unverheirateten Leute dagegen ziehen der Industrie frühzeitig nach, bevorzugen aber hierber die Rahe größerer Städte oder die Jndustrieaeviete mit hohen Löhnen. So wandern sie aus dem Vogelskberg und Odenwald nach den großen chemischen Fabriken am Rhein und Main oder in die Grüben- und Hüttenbezirke in Westfalen oder Loth­ringen.

Auf bjelm Gießener Br aun st e ruber g werke werden 70 auswärtige Arbeiter in Schlafsäleu beherbergt, die monatlich dafür 2 Mk. beZahlen.' Eingehend bespricht der Bericht die Arbeiter- und Beamtenwohnungen, die sich zahlreich auf den großen Werken vorfinden.

Die Leistungen der Werksdesitzer lut Ar» bei ter der sicher ung gehen vielfach über das gesetzliche Minimum hinaus. So bezahlt die Ge­werkschaft Gießener Braunsteinbergwerke seit langen Jahren ihren sämtlichen Arbeitern nicht nur die ganzen Beiträge zur Jnvaliditäts- und Altersversicherung, sondern sie ver- ooppelt aus der Werkskässe auch sämtliche statuten­mäßigen Invaliden-, Witwen- und Waisen«, gelber der Knappschaftskasse und gewährt den Familienangehörigen der Knappschaftsmitglieder freie Kur und Arznei.

Bei dem Knappschaftsverein zu Bad-Nau- Heim, der die staatlich^ Merke umfaßt, ist durch das neue Statut vom L Januar 1903 ab der Werksbeitrag zur Pensionskasse von 50 auf 100 Prozent der Ar­beiter beitrüge erhöht worden.

Korporatrve Bestrebungen der hessischen Berg­leute sind nicht hervorgetreten außer auf der Grube Frieo- richz. Die bergmännische Zusammengehörigkeit fast aus­nahmslos mit dem Knapps chafts wesen. H. W.

Bemerkt sei besonders, daß die Bergarbeiter allgemein gegenüber der Näs se eine große Gleichgiltigkeit zeigen; M)eilmatismn orrkrankuri gc n sind selten.

Die Löhne richjten fick) im allgemeinen nach den orts-- üblichen. Die Löhne der Braunkohlengru.ben sind im Durch­schnitt höher als die der anderen Werte. Außer dem baren Lohn werden den Arbeitern auf einer Reihe von Werten auch, andere Bezüge gewährt (so z. B. der Heizbedarf). Für beisouders bedürftige Arbeiter btzste!)«n auf verschte- benen Werken besondere Unkerstütztrngskassen Im 5k* triebc des Gi eßener Br au nste in der g^vor ks er­halten die Arbeiter zur Mttags- und Nachtzeit unentgeft* lich Kaffee. Außerdem bestehen verschüdemlich Kantinen. Das vielfach übliche Essentragen durchs die Frauen und Kinder ist bei den meist weiten Wegen als ein Mißstand anzusehen und die Anregungen zur gemeinsame« Beschaff­ung von warmem Mittagessen verdienen weitere Verfolg» uqg.

sind, so zeigt e» sich da der Kreis Bingen mir 14000 Einwri Ingelheim und Kastel 20000 EinwohM

Die Waste der Zukunft.

Vou bcs.ondcrer Seite wird u«s gesÄrieben^.

Ein Krieg Lägt die Frage allgemein drängend nxrben, ob die B du M jn u-iva deöHeeres undder Floere allen A n- fprückrieu uwd Möglichkeiten genügt. ^Jn .Frank­reich ist die Besorgnis in Bezug auf Schlagsiwtigkeit der Marine »peit verbreitet, während mm: hürsichllick der Ärmee Bedenken »licht ijegt unb besonders auf die ^unerreichte Bollkonuneubrit" -der tvvtMorrstrfchen Ben»asfnung sich eilmis zugute tut. Bei Eug- l a u-d liegt die 'Sache umgekehrt, xyier gckt die Mariin als einzig dastehend, . bae- Brvtrauen zum Heer dirgegen ist ziemlich l^ienzt und tänn aua». schn>eriich erwecken werden durck» d> s unsicivre Ver- Atltcii der RegLemug in der Finge der Reovgarusiermtg des Heeres. Jetzt Uerlmrtct nun nach derBoß. Ztg.", Eilglaud hal»e ein von erneut he^u dänflchen Offizier koustmierN's Gewehr- mvdeil er wursten und lasst ^wehre und .Krtrabiner diesig Systems tu Däuentark unter AufsM ches Erfindew fabrizieren, nachdeut die Waffe bem Küttig Eduard gclegerckfich feines 'JUuil* in Däitemark von einem Husarrnregiment vonteführt nwvdeu fei. Es bandelt ficb aug,'blick um eine mit enormer Ge s chwi u.di.g kei t s u nkt. on i ereti de Selbstiade- Waffe, bei der der Sckstllre also nur das tibfcucrie der einzelnen Schüsse zu l>esorgen bat. Derartige Wuttdcrwcvke der Waften- konstruktiou sind stwu so ost augelürtdigt uvrdoit, daß man zu Stoiifcln berechtigt ist, solange die Beioasfuung der etMlischert Ärnree mit diesem ökUH'bv nicht Tatsache wird. Wahrsch^iulikh bat dir cnnUidK Regieruu z kxrs drückst auf Ihitnx'arn in die Welt gesetzt, um auf ihre Bemtchungeu um die Ansrüftuitg des leeres ein um so arsi re - Lickt lallen zn u ffciu UnleimUir t,i dte Selbstlodttvafse b :rr der Zukunft, bre auä) beut]dxrfeil uitau- aricikt m ' »ra. n ud von Bcrinchen gemacht nurd. ES limrtk dem Kais e i h itbin ei» Modell uoracnllrri. t^rn ua

Di e A rbiei-t c r der hes srfchchn Ber gwer ks * '^triebe setzen sich zum größten Teil aus einem ein* h oi m i sch en ans ä Ü i gen S l a m m und d e s sen Ra ch - io u ch.s zusammen. Bei regerem Betrieb reich 1 d e r s c bb e nicht mehr aus und läßt einen Mangel an gelern­ten Bergarbeitern hervor treten, zu besten Bcsci- t,ig,u ng das L an d solbst nicht imstande i st. Denn die Seßhaftigkeit der hefstfchen Bergleute, welche großenteils Kloinbauertt und Hausbesitzer fiitb, verhindert einen Ausgleich über gewisse Entfern­ungen hinaus.

Der ältere verheiratete Bergmann wird durch seinen Besitz von tzauS und Acker oder Garten am Ort fest geh alten und verhindert, dem Bergjxtubetrieb auf größere tritt* [(Crniuui tmchLnaelieu.