Ausgabe 
14.3.1904 Drittes Blatt
 
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Der eine war, daß sich Schröter, in die Enge getrieben, plötzlich als Anhänger des Gesund betens deklarierte, der andre, daß eine Patientin, eine alte Frau die wider Schröter ausgesagt hatte, sich nicht zur Ableistung des Zeugeneides verstehen wollte. Obwohl der Vorsitzende bat und drohte, erklärte sie hartnäckig: Ich habe dem lieben Gott meine Seele verschrieben, wie kann man da noch ver­langen, daß ich schwöre. Ich bin eine alte Frau, machen Sie mit mir, was Sie wollen. Und wenn Sie mich ins Gefängnis tun, ich schwöre nicht! Der Vorsitzende hält ihr vor, daß infolge ihrer Weigerung der ganze Prozeß auf zwei Monate vertagt und sie während dieser Zeit in Haft behalten werden könnte. Sie bleibt jedoch dabei, daß sie bei ihrem Alter nicht mehr schwören dürfe. Am nächten Tage gelang es endlich, die Bedenken der Greisin zu zerstören. Der Vorsitzende redete ihr in liebenswürdiger, sanfter Weise zu. Sie müsse den Eid doch schließlich ableisten und könnte vielleicht durch ihre Weigerung einen Menschen unglücklich machen. Die alte Frau brach darauf in Tränen aus und erklärte: Sie verstehe nach wie vor nicht, weshalb sie schwören solle. Wenn alle Menschen so wären wie sie, brauchte mau überhaupt kein Gericht. Auf nochmaliges Zureden leistete sie dann aber den Eid.

Damit ist die Zeugenvernehmung beendet und es folgten das Generalgutachten der Sachverständigen Dr. Puppe, Dr. Behrendt, Dr. Lengnick, die selbstverständlich gegen den Angeklagten ausfallen. Auf Befragen bestätigte der Sachverständige Dr. Lengnick, daß der Angeklagte ani 5. Mai v. I. einen Fluchtversuch aus der Heilanstalt unternommen hat, indem er im Korridor des ersten Stockes ein Fenster öffnete, etwa zwei Meter hoch hinabsprang, und in Anstaltskleidern die Straße entlang lief, wo ihn ein Nacht­schutzmann festnahm. Sodann beantragte der Staatsanwalt 31/, Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust unter An­rechnung von einem Jahre Untersuchung. Schröter wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung, versuchten und vollendeten Betrugs zu zwei Zahreu Gefängnis verurteilt. Ein Jahr und vier Monate werden auf die Untersuchung angerechnet.

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Aer Kauvmord in AranKsurt.

Frankfurt, 13. März.

Die neuesten Meldungen machen es fast zur Gewißheit, daß der in Hamburg verhaftete Kutscher Heinrich Friedrich Stafforst aus Goslar an der Mordtat Lichtenstein beteiligt und ein Komplize des Möbelträgers und früheren Metzgers Bruno Groß ist. Nach der Frks. Ztg. wurde er am Samstag eingehend vernommen. Er ist sehr niederge­schlagen und gibt ausweichende, unklare Antworten. Ein Geständnis hat er noch nicht abgelegt, die Indizienbeweise sind aber sehr belastend. Die Hamburger Polizei ist dem Schlupfwinkel Stafforsts auf der Spur. Die Polizei hatte für die Nachweisung der Wohnung eine Belohnung ausge­setzt. Die vollständige Aufklärung der Täterschaft in der Mordaffäre dürfte bald erfolgen. Die Untersuchung nach einer neuen Richtung ist im Gange. Es sollen Anhalts­punkte dafür vorhanden sein, daß Groß mit Stafforst vor der Mordtat in Hamburg war und daß dort der Plan für betv Lichtensteinschen Raubmord gefaßt wurde. Staf-

'orst leugnet Er wird Montag vormittag von zwei Beamten nach Frankfurt am Main gebracht.

Seit etwa Mitte Dezember vorigen Jahres kehrte Groß täglich gegen elf Uhr morgens in dem Kaffeehaus der Witwe Bastel, Trierischegasse 29, ein. Auffällig war, daß er einmal in guten Kleidern, dann wieder im Metzgerkittel oder im Arbeitsrock kam. Mitte Februar brachte er einen Freund mit, der bessere Kleidung trug, aber nicht gerade vertrauenerweckend aussah. Es war Stafforst. Es war nun fein regelmäßiger Begleiter; sie saßen abseits von den Andern, sprachen vor- "ichtig, selten laut miteinander und gingen gewöhnlich nach einer Stunde fort. Am 25. Februar erschienen sie zum letzten mal. Am 26. Februar, am Tage der Mordtat, blieben sie aus. Das siel auf, da sie sonst so regelmäßig erschienen, daß man sie fast abpassen konnte. Der Schreibwarenhändler Grimm aus Offenbach kennt Groß und hat ihn und seinen Freund Stafforst oft beobachtet, da ihm die geheimnisvolle Art des Verkehrs auffiel. Als er von der Verhaftung des Groß erfuhr, fiel ihm dieses verdächtige Verhandeln wieder ein, und er machte die Polizei auf den Freniden, den er wiederholt bei Groß gesehen, aufmerksam. Nach der Schil­derung kam die Polizei bald darauf, mit wem sie es zu tim hatte. Sie hatte schließlich erfahren, daß Stafforst, der oft den Aufenthalt wechselt, seit zwei Tagen in Hamburg weilte. Dort hat ihn sein Schicksal erreicht.

Die Polizei hat keine Zweifel mehr, daß Stafforst genieinsam mit Groß den Raubmord ausgeführt hat. Besonders gravierend ist, daß Stafforst leugnet, den Groß zu kennen, während beider Bekanntschaft erwiesen sein soll.

In Hamburg wurde Stafforst von Personen, die ihn von seinem früheren Aufenthalt kennen, am Tag vor der Ver­haftung in anderen Kleidern gesehen, als er bei seiner Fest­nahme trug. Dadurch erscheint seine Angabe, er habe kein Logis gehabt, widerlegt und der Verdacht bestärkt, daß er in der Wohnung die geraubten Sachen verbirgt.

Tie Polizei tour aufmerksam geworden, daß der Kom­plize des Oroß in irgend einer Verbindung mit Offen­bach stehe. Die Wirtschaften Offenbachs wurden sämtlich durchsucht, ebenso die Kaffeehäuser. Endlich ermittelte man, daß Stafforst in einer kleinen Kaffeeschänke verkehrte und das letztemal etwa vor vier Wochen dort war.

Es scheint, daß das Fleckenwasser, von dem wieder­holt die Rede war, noch eine Rolle in der Untersuchung spielen wird. Der Untersuchungsrichter besuchte, wie ein Berichterstatter derFrkf. Ztg." meldet, bald nach der Festnahme von Groß die Schwarzburg-Drogerie, Eckenhei- mer Landstraße 124, wo Groß für 10 Pfg. Salmiakgeist gekauft haben soll. Der Besitzer Herr van der Hoeven erkannte Groß nicht, dem er gegenüberaestellt wurde. Da­gegen wurde Groß von zwei anderen Personen bestimmt als der Käufer bezeichnet. Der Hergang ist folgender: Groß hielt sich zuletzt meistens bei seiner Braut auf, einem 28 jährigen Mädchen namens Koops, die mit einer jüngeren Schjwester in der Hansteinstraße wohnte, einer Straße zwischen Ecken Heimer Landstraße und Humboldt- straße. Groß besorgte während dieser Zeit hin und wieder die Einkäufe. In dem Viktualiengeschäst von Brändle, Han­steinstraße 4, gab er sich als Bruder von Frl. Koops aus. Am Montag nach der Mordtat kam er ohne Ueberzieher und

Pantoffeln zu Brändle und kaufte ein halbes Pfund Tafel­butter und das gleiche Quantum Kaffee. Weiter verlangte er Salmiakgeistzum Flecken herausmachen". Da der La­deninhaber nur Lebensmittel führt, empfahl er Groß, in das van der Hoevensche Drogengeschäft zu gehen. Eine Frau Sckulz, die zufällig im Laden anwesend war, zeigte Groß die Drogerie, in die er sich direkt begab. Herr Brändle und Frau Schsulz erhielten dieser Tage eine dringende Vor- ladung. Frau Schulz wurden einige zwänz'g Photographien vorgelegt mit der Aufforderung, die Person herauszusuchen, der sie den Weg nach der Drogerie gewiesen hatte. Sie and sofort Groß heraus. Auch Herr Brändle erkannte in der Photographie seinen Kunden wieder. Groß selbst wurde mit den beiden Zeugen nicht konfrontiert.

Vor kurzem frug die Familie Lichtenstein bei der Polizei­behörde an, ob es nicht ratsam sei, die ausgesetzte Be­lohnung von 1000 Mk. wesentlich zu erhöhen, vielleicht aus 5000 Mk. Tie Polizei soll erwidert haben, man möge vorläufig davon absehen, eine wichtige Spur werde verfolgt und es sei wahrscheinlich, daß die Entdeckung nicht aus­bleiben werde. Tie Polizei war demnach schon seit einigen Tagen ihrer Sache re? t sicker, und sie hat Recht behalten.

Aus Stadl und Land.

Gießen, den 14. März 1904.

* Auf die Eingabe be£ Lahnkanalvereins, die mir am Samstag erwähnten, hat der preußische Der- kehrsminister erwidert, daß ervorläufig nicht in der Lage sei, zur Frage der Lahnkanalisierung entscheidend Stellung zu nehmen, indessen nicht verfehlen werde, die An- gelegenheit zu prüfen. Dagegen würden an der MündungS- strecke des Flusses, wie den Interessenten viellcischt schon be- könnt sei, alsbald VerbefferungSarbciten in Angriff genommen werden."

R. B. Darmstadt, 13. März. Se. königl. Hoheit der Großherzog wird, derDarmst. Ztg." zufolge, seine Reise nach Italien, die schon seit Monaten festgesetzt war, am 23. d. Mts. antreten. (Durch diese Meldung deS Regierungsblattes wird die frühere Nachricht unseres Mit­arbeiters, die von einem hiesigen, angeblich in offiziösen Dingen gut unterrichteten Blatte beharrlich bestritten wurde, bestätigt, daß der Großherzog im Frühjahr eine länger« Reise nach dem Süden antreten werde.

vermischte».

Breslau, 13. März. Der Klempnergeselle Klebitko in Königshütte (Oberschlesien) verletzte den Klempnergesellen Stuidcr und dessen Ehefrau durch Rev olverschüsse schwer und entleibte sich darauf selbst durch einen Schuß in den Mund.

* Lyck, 13. März. Der Güterzug Nr. 6805 ist gestern in der Einfahrtsweiche 2 auf dem Bahnhofe Lyck mit der Maschine und 11 Wagen entgleist. Der Zugführer und ein Bremser wurden schwer verletzt. Der Material­schaden ist erheblich. Beide Gleise sind gesperrt. Die vor­aussichtliche Dauer der Sperrung beträgt 24 Stunden. Der Zugverkehr wird durch Umsteigen auftecht erhalten. Die Ur­sache der Entgleisung ist ein Bruch der Zungen des Dreh­stuhls der Weiche.

Gießener StadUyealer.

Papageno.

Posse in 4 Akten von Rudolf K n e i s e l.

Menn es wahr ist, daß Lachen gesund macht, dann ist die gestrige Papageno-Vorstelluna eine treffliche Kur für leidende Zuschauer gewesen. Doch auch den Gesunden wird sie gut bekommen sein. Ob die Papageno-Handlung möglich oder unmöglich ist, ob der Aufbau der Posse folge­richtige architektonische Gliederung besitzt u. dgl., das sind Fragen für kritische Seifensieder. Es sei nur soviel gesagt, daß der verstorbene ostpreußische Theaterdirektor Kneisel fein Publikum kannte. Wenn er auch kräftige Farbentöne auf seiner Platte hatte, so überschritt er doch die Grenzen des guten Tones nie. Im Grunde ist die Posse ein Muster von Harmlosigkeit und für alte Sünder eine wohl weniger heilsame als recht genießbare Pille gegen dumme Streiche. Man könnte fast verführt werden, ob der nahezu erstaun­lichen Fähigkeit des Verfassers in der Ausnutzung der sich aus seinem Possenmotiv ergebenden komischen Momente dem Papageno die ehrenvolle BezeichnungSchwank" zu geben.

So viel ich weiß, hatte die Posse ursprünglich den Titel ,®in verhängnisvoller Maskenball"; ihr geistiger Urheber hätte sie statt dessen auchZwei verhängnisvolle Dienst­mädchen" oder stattPapageno"Tannhäuser im Venus­berge zu Berlin" nennen tonnen. Wie die Mehrzahl der neueren Bühnenprodukte für den Tagesmarkt, die es zu etwas und oen Autor zu vielem, nämlich Gelde bringen wollen, spieltPapageno" in Berlin, nebenbei bemerkt bald unternt Tisch, bald im Kleiderschrank. Selbstverständlich ist da zunächst der aus tausend anderen Possen bekannte alte Nußknacker, Hausbesitzer und -Tyrann, seinem Berufe nach ein Rentier, diesmal zur Abwechslung Bollwitz genannt, Stadtrats-Aspirant und tugendsamer Ehemann, hinter dem Rücken feiner fittigen Gattin aber ein Draufgänger, der gern mit schnell bekannten hübschen Mädchen soupiert und sich kein Gewissen daraus macht, unter dem Namen seines Schwiegersohnes, der ihm nicht sehr sympathisch ist, aller­hand Dummheiten zu machen. In dieser Person des Ren­tiers Bollwitz gibt Kneisel alten Familienhäuptern die Belire: Schreibe niemals einem Dienstmädchen ein schlechtes Zeugnis, sonst ergeht es Dir schrecklich. Herr Bollwitz ist ws warnende Beispiel zur Erkenntnis dieses bitterernsten Lebensweisheitsspruches. Er schreibt das schlechte Zeugnis und das Schicksal ereilt ihn. Tie Rache der Küchenbertha ist dieTrehrolle", um die sich der dünne Faden der Handlung des Schwankes wickelt und verivickelt. Frau Bollwitz engagiert eine neue Kücyenfee, die natürlich eine von jenen schönen jungen Damen ist, die Herr Bollwitz von feinen nächtlichen Lokalinspektionen her kennt. Eines Tages sind die Damen des Hauses Bollwitz nicht zu Hause. Minna hat ihren neuen Dienst schon angetreten und Bertha ihren alten noch nicht verlassen. Die beiden Mädchen er­halten Besuch in der Person des Friseurs Trnecke, der mit feiner liebsten Minna noch an demselben Abeno als Papa­geno einen Maskenball zu besuchen gedenkt. Ta erscheint Herr Bollwitz. Minna er rennt in ihm ihrenlieben Arthur" wieder und Dollwitz sitzt in der Tinte. Die rachsüchtige Bertha, der Herr Voltwitz von Minna unter dem Namen feines Schwiegersohnes vorgestcllt wird, schickt ihren treuen Lerzenssusilrer Wurzel nach, Eharlottenburg zum Schfvieger-

sohn des Herrn Bollwitz, um den wackeren Schwiegerpapa vor diesem zu blamieren. Nun wird auch noch der brave Tinecke eifersüchtig auf Bollwitz und läuft auch schnell nach Eharlottenburg, da er den Schwiegersohn des Herrn Bollwitz für seinen Nebenbuhler hält. Wurzel der Tapfere erzählt in der Schwiegersohnsfamilie, daß ein Mann rm Bollwitzschen Hause fein Unwesen treibe und nun wird ofort die Polizei geholt, die den gegenwärtigen Schwieger- ohn, den zukünftigen Schwiegersohn und den vergangenen Schwiegersohn Pardon, den fri­sierenden Othello arretiert. Bollwitz aber, der gerade im Begriff steht, mit den beiden Küchen­damen zum Maskenball zu gehen, verschwindet wie die Wurst im Spind, als seine Gattin mitsamt ihren un­glückseligen Töchtern anrückt. Fürchterlich wird ihm Berthas Rache, als seine Gattin den Schwank öffnet, um ihren Hut abzulegen. Er reißt in seinem Papagenokostüm aus. Am andern Morgen wird der Füsilier zum Papageno- Pianino degradiert und der Madame Bollwitz als der un­heimliche Mensch vor gestellt, der Maskenbälle in Kleider­schränken zu besuchen pflegt. Zu allen diesen Scherzen kommt natürlich noch das obligate Verlobungsterzett hin­zu undPapageno" steht als eine Posse da, die fast mehr als ein vollgerüttelt Maß von schätzenswerten Eigen­schaften dieser schätzenswerten Art dramatischer Betätigung besitzt.

Was soll man über dis Darstellung sagen! Solche possierlichen Rollen, wie sie Kneisel hier geschaffen hat, spielen sich von selbst. Selbstverständlich entfefielte der Benefiziant Herr Conradi mit seiner bekannten drasti- scken Komik, die etwas kurios Gemütliches an sich hat, wahre Lachsalven. Im Verein mit ihm, dem umsichtigen und manchmal durch dieses Amt von der Handlung etwas abgelenkten Regisseur, hatte Frl. Lembach als die blonde Küchiennemesis Bertha das ganze Stück zu tragen, und das gelang ihr mit ihrem teer zugreifenden Humor vor­trefflich Herr Tamke war in Spiel und Maske als rasen­der Raseur so fi£ als Fex, von ausgelassenstem und zugleich wirksamstem Uebermut. In solchen Späßen findet Herr T. nicht so leicht seinesgleichen, Herr G r o n e r t zeigte sich als Liebhaber und Soldat gleich gut gedrillt und Frl. Groß­müller als Guste oder hieß sie am Ende Minna?, der gute Wurzel vergaß das von Sekunde zu Sekmide sauber, niedlich und liebebedürftig. Die _ übriaen Per­sonen traten wenig hervor, es sei nur gesagt, daß Herr Achterberg zu salopp in Haltung und Sprache und Frl. Schumann, eine noch am Emde der Saison neu erscheinende sympathische junge Dame von etwas larmo­yanter Tonart, noch recht unfertig ift W.

Des niederländischen Dichters Heyermans, des Verfassers des ausgezeichjneten DramasHoffnung", neuestes Schauspiel:O r a e t £ ab o r a" wurde im Deut­schen Theater zu Berlin sehr beifällig ausgenommen. Heyermans charakterisiert auch hier wieder scharf die Schifferbevölkerung, er gewinnt auch wieder für einzelne Gestalten menschliche Anteilnahme. Wieder leistet er Ver­zicht auf Handlung, wieder gibt er trübe, monotone Grau in Graumalerei. Für Maeter lincks köstliche, feine hu­moristische SatireWunder des heiligen Auto- niu 5", die dem Heyer mansschen Drama folgten, hatte auch das Berliner'Publikum wio seinerzeit das Frank-

urter, kein Verständnis. In München fandDie au le Marie", Schauspiel in vier Akten von Konrad Linde, ein Pseudonym, hinter dem sich Frau Suder­mann verbergen soll, die als Romanschriftstellerin sich bereits wiederholt betätigt hat sie war vor ihrer Ehc mit Sudermann an den Bürgermeister eines ostpreußischen Städtchens verheiratet bei der Erstaufführung int Schauspielhaus in den ersten Akten eine freundliche Aus­nahme, während der letzte, in dem die üble halb sentimen­tale, halb perverse Art dieser dramatisierten Marlitt-No- velle immer deutlicher wird, energisch abgelehnt wurde.

Aus Frankfurt a. M wird geschrieben: Dr. Max Pohl vom königlichen Schauspielhause in Berlin, der im M eineidba uer" eine außerordentlich wirksame, aus einem Guß geschaffene Leistung bot, hat sein Gchspiel als Konsul Bernick in Jbsen'sStützen der Gesell- schast" beschlossen. Dr. Pohl hat in den beiden Rollen eine seltene Vielgestaltigkeit gezeigt. Die hohe geylige Kraft, die er in allen Rollen zeigte, sand hier freudige und verständnisvolle Aufnahme.

Die Weimarische Theaterfrage. Zu ber Frage des Hostheater-Neubaues ist nunmehr dem werma- rischen Landtage ein umfangreiches Ministerialdekret zuge­gangen. Es geht daraus hervor, daß gewichtige Bedenken gegen den Umbau vorliegen. Man ist vielfach der An­sicht, daß durch eine Aufwendung von 100 000 Mk. und durch die Abänderungen im alten Theatergebäude die Frage emc* Neubaues auf mindestens ein halbes Jahrhundert vertagt würde. Danach wird also das große Magazingebäude, da- einen Malersaal, Musiksaal, Balletsaal, eine Tischlerwerk­statt, sowie ausgedehnte Lager für die Kulissen ufw. ent­halten soll, für 100 000 Mk. gebaut werden. Nach W weiteren Ausführungen des DettetS ist es also entschieden, daß vorläufig weder ein Um- noch ein Neubau des vor theaters stattfindet, daß aber, wenn an einen Neubau in absehbarer Zett herangetreten werden muß, dieser nur an die Stelle des allten tommen wird. Damit ist wenigstens über die Zukunft deS Hoftheaters Klarheit geschaffen. Ter Plan, in Weimar ein modernes Mustertheater zu gründen, ist als enbgiltig gescheitert anzuseyeu.

Tas neue Nürnberger Stad11heater wir ein Bühnenbau nach den neuesten Erfahrungen auf dte,em Gebiete. Allein die elektrische Einrichtung des Aalers ersordert einen Kostenaufwand von rund IbOOOO mi. u ist den Siemens-Schuckert-Werkeii übertragen worden.

Von dem neuen (14.) Jahrgang der iWjf- $ ' Monatsschrift süp bte bnobeune Romaii- und nJoOelie", Literatur des AuslandesAus fremden öm « (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) liegen uns bis pF 2 Hefte vor. Man findet darin außer dem durchlauf neapolitanischen SittenromanSd)la ra s s en la n o Mathilde Sero o, der ein iarbenreiches Bild scheu Lebens vorführt, interessante und wertvolle 9 in lieber setzun gen aus dem sranzösischien, englischen, 9 scheu, russischen und niederländischen Schrifttum, Israel Zangwill's NovelleS, Cohn und Sohn", Paul DA lardinsDas Gericht über eine e^ele und CyrielB YN Der kleine Weller" besonder? herborgehoben zu verdienen. Beifall findet die vielseitige Jiluftnette RU schau mtt Ibiographischen Artikeln und ^affatze , rein belletristischen Tellen als Willkommens £#& bienen.

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Die Wehstei Gäßchen ,A»f der? fationSarbrilen von 1 wcrks- und Fahrrad-

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Die Anzeige^ triebe, die einze! und Spezereihändler

Wir n ichen dii demHinwei', daß zi eine amtliche Kontre daß zu diesem Zweä der Verkaufs- un werden.

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