154* Jahrgang
Nr. ÄÄ3
Erstes Blatt
Dienstag 13. Dezember 1904
Amts- und AnzeigebltM für den Kress Gießen
•vieet«! ELgktch außer Sonntag».
tem E^eßener Anzeiger »erben tm Wechsel mit dem Kesfischea Landwirt die Gießener Kamillen« hlÜtter viermal in der
Woche beigelegt Rotationsdruck u. Verlag bei Brüh l'ichen Nnweri.-Bucd-u. Stein- druckeret. 81 Bange, Rebafttrm. Trveditto» und Druckerei:
Schul st ratze 1. tlbrefle für Devetchen:
Anzeiger Bietzen. $ernfprrd)an1d)luB 9h 51.
vezngSpretOt monalllch7bDL viertel» jährlich Ml. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.L.—»ie-Uel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die laflc-jminunet bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis, lokal 12 Pf*
LuSwariS 20 Pfg.
Verantwortlich füt den polit und augem« Teil V. Witt ko für .Stadt und ßanb* und »Genchtkfaal^: 91 u g u ft Goetz; für den An- zewentell: Hans Beck.
Iie Heutige Yummer umfaßt 10 Seiten-
Ktlmnnlmachung.
Die über den Schafpferch des Herniann Kren ter zu Grün berg verhängte Sperre wird hiermit ausgehoben.
Gießen, den 10. Dezember 1904.
Großh. K-reisamt Gießen.
I. V.: Hechler.
Meisterknrse
für Zattdllierlrsutkjsttr lind Leskllea über 20 Jahrs sollen bei ausreichender Beteiligung im Januar und Februar 1905 abgehalten werden für Schuhmacher, Schneider, Sattler, Wagner, Schreiner und Glaser, Lackierer und Weißbinder, Buchbinder und Porte- seuitters, ferner Unterrichtskurse in gewerblicher Buch- sührung.
9täl)cre Angaben enthält die Beilage zum Gewerbeblatt Nr. 49 vom 9. Dezember 1904.
Anmeldungen, bezw. Anfragen sind an die unterzeichnete Behörde baldigst zu richten.
Darmstadt, den 2. Dezember 1904.
Großherzogliche Zentralstelle für die Gewerbe.
Noack.
politische Tagesschau.
Unruhen in Rußland.
In Odessa wurde am Samstag auf den Polizei- tn ei st er Kisljukolwski ein Attentat aus offener Straße verübt. Als der Polizeimeister abends durch die Preovraschenstaja-Straße ging, stürzte fici) von hinten ein uubekanrcrer einfach gekleideter Mann auf ihn und schlug ihm mit einem scharfen Gegenstand so stark über den Kops, daß er blutüberströmt und ohnmächtig zusammenbrach. Auf der Straße entstand ein starker Tumult, den der Attentäter benutzte, um in einer Seitenstraße spurlos zu verschwinden. Der verwundete Polizei- meister wurde nach dem nächsten Hospital gebracht. Sein Zustand ist besorgniserregend.
Ueber Petersburger Studentendemonstra- Honen vom Sonntag wird amtlich folgendes milgeteilt; Um Mittag, als die Messe beendet war, nahm der Verkehr aus dem Newski-Prospett zusehends zu. Unter den Spaziergängern bildeten sich zahlreiche Gruppen von Studenten und Studentinnen. Die jungen Leute schienen erregt und blieben gruppenweise auf dem Bürgersteige stehen, wodurch sie den Vermehr für die Fußgänger hinderten. Die Polizei verdoppelte unter diesen Umständen ihre Wachsamkeit. Gegen 1 Uhr versammelte sich eine beträchtliche Menschenmenge, aus deren Mitte zunächst Gesang und dann Ruse wie: „Es lebe die Freiheits und andere ertönten. Hieran, wurden zwei rote Fahnen mit revolutionären Inschriften entfaltet. Als noch mehr Personen sich an die Menge herandräugten, wurden Polizisten zu Fuß und zu Pseroe und eine Abteilung Gendarmen gegen die Menge geschickt, um mit Hilfe der Feuerwehr die Ordnung wieder- herzustellen. Sie trieben die Menge, die in wenigen Minuten sehr zahlreich geworden war, auseinander und nahmen die Fahnenträger und mehrere andere Personen fest. Bei einem verhafteten Arbeiter wurde ein geladener Revolver gefunden. Zwei Fahnen wurden fortgeuommen und drei andere auf der Stelle, wo die Unruhen statt- sanden, gefunden. Tie gleichen Vorgänge wiederholten sich gegen zwei Uhr bei der katholischen Kirche, bei der Ka- lharinentirche und bei der Polizeibructe. Während der llnterdrnauug der Unruhen konnten die Straßenbahnwagen nicht fahren, weil sie von Demonstranten überfüllt waren. Der Vertehr der übrigen Wagen und Schlitten erlitt keine Unterbrechung. Gegen drei Uhr war die Ruhe überall wiederhergestellL. Während der Unruhen leisteten einige Demonstranten Widerstand und schlugen mit ihren Stöcken um Hü), die Polizei zog daran, blank und schlug •mit der flachen Klinge auf die Menge ein. Gemeldet sind 42 Personen, die Stöße, Quetschungen und unbedeutende Verletzungen erlitten. Ein Gendarmerie - O s j i z i e r erhielt einen Stockschlag am Knie. Außerdem wurden Polizisten und Feuerwehrleute verletzt. Während des Tumultes wurden 123 Personen vorläufig feil genommen, unter ihnen 88 Studenten. Nach dem Veryor auf dem Poli^ibureau wurden jedoch sämtliche f r e i g e l a s j e n. Außerdem wurden 48 Personen verhaftet, daeunter 32 i-nudenten und 5 Studentinnen. Neun von ihnen wurden wegen Vergehens gegen das Strafgesetzbuch i_-c-r das Gericht gestellt, die übrigen wurden nach Ausnahme des Protololls noch an dem gleichen Abend sreigelassen.
So also siehts z. Zt. im Nussenreiche ans, nach ^a m t - l ich er russischer Darstellung. Die Ernennung des Fürsten Swiatopolk-Mirski zum Minister des Innern erregte schon die Hofsnimg aus eine neue Zeit, dann kamen die kühnen Umgeitaltungsvorschläge der Seinflmos, die Gewährung größerer Preßfreiheit. Jetzt glaubte man m den Kreisen bet Sieformer werde das erlösende Wort des Zaren fallen, würden nventgstens' eiji paar Punkte des Semüwo-Programms der Erwägung ivert gehalten werden. Allem Zar Nikolaus soll mach der bekannten, bisher unwidersprochen gebliebenen Meldung den Semslwo-Entwurf mit dem kühlen Bemerken (sein Munster zurückgegeben haben: Sagen Sie deii Herren, >au jetzt nicht die richtige Zelt ist!" Was hat es da zu be- -uieii, wenn Fürst Swiatopolk-MirSki eine Abordnung von Ltoskauer Advokaten empfängt und die Genehungilng erteilt
zur Versammlung des Kongresses der Adelsmarschalle im Februar, von dem sich angeblich „viel erwarten läßt"? „Es ist nicht die richtige Zeit", das sagt alles und beweist mehr als alles andere, daß in Rußland die Anhänger eines liberalen Regiments — von der Verfassung ganz zu schweigen, die wohl noch auf lange hinaus ein frommer Wunsch bleiben wird —7 ihre Hoffnungen begraben müssen. Die Richtung Pobjedonoszew ist die wichtigere, ihre Mitglieder haben das Ohr des Zaren. Diese Studentenunruhen sind jedenfalls im letzten-Grunde auf die Enttäuschung zurückzuführen; nach den bis zu einem hohen Grade gestiegenen Erioartungen war ein intensiver Rückschlag unausbleiblich. Es wäre politisch klüger gewesen, die Jlliisionen nicht erst hervorzurusen, sondern von vornherein zu erklären: Es ist jetzt nicht die richtige Zeit, an Reformen im Inneren heranzutreten. __________________
Der Krieg.
Port Arthur
Tokio, 12. Dez. Urne vf.^ülle Mitteilung der Belagerungsarmee vor Port Arthur sagt: Vier russische Linienschiffe,zweiKreuzer, ein Kanonenboot und ein Minenschiff sind vollkommen kampfunfähig gemacht • eine weitere Beschießung der Schiffe ist unnötig; jetzt wird die Stadt beschossen und ihr schwerer Schaden zugefügt.
London, 13. Dez. „Standard" meldet aus Tokio von gestern: Aus glaubwürdiger Quelle verlautet, daß die „S e- bastopol" unter dem Schutze der Landbatterien von Mantanschan liegt, aber inzwischen Torpedoan- grissen aus Gnade und Ungnade ausgesetzt sei. Tie russischen Zerstörer sollen sich zwischen die Hospital, chiffe geslüch- tet haben. — Die „Times" meldet aus Tokio von gestern: Die Japaner werden, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, daß die russischen Zerstörer zwi,chen den Hospiral- schissen liegen und ,o die roie Mcuzftagge mißbraucht haben, sofort das Feuer erösfnen.
London, 12. Dez. Nach einem der hiesigen japanischen Gesandtschaft zugegangenen Telegramm meldet die Belagerungsarmee vor Port Arthur, daß durch die gestrige Beschießung die Station für drahtlose Telegraphie am Fuße des goldenen Hügels erheblich beschädigt und ein Arsenal ui Brand gesetzt wurde.
Kapstadt, 12. Dez. (Reuter.) Das nach Port Arthur fahrende russische Lazarettschiff „Deel" ist hier zur Ausnahme von Vorräten eingetrosfen. Zwei große Schiffe, die möglicherweise zum baltischen Geschwader gehören, passierten heute jrüh das Kap.
M u k d e n, 12. Dez. Von Port Arthur wurden in letzter Zeit günstigere Nachrichten beiannt. Danach ist der V or gür te l n o ch v ö ll i,g in t a 11. Der 203 Meter-Hügel wird westlich flankiert vom Fort Panlungschan, welches die Japaner erst zuni Schweigen bringen muj|Ui, um jener Höhe völlig Herr zu sein. Tann allerdings wird das gesamte Stadlinnere nebst den beiden Häsen unhaltbar. Die russische Port Arthursivtle muß als verloren gelten, wenn sie nicht auslaufen kann, bevor die Japaner ipre schwere Artillerie auf der eroberten Höhe vollständig in Stellung gebracht haben. Es gilt als durchaus wahrscheinlich, daß eine eigentliche Kapitulation überhaupt nicht erfolgen wird, sondern daß die Fortsgruppen selbständig den Kamps weitersühren.
Aus der Mandlchurei.
Tokio, 12. Dez. Aus Dem Hauptquartier der mandschurischen Armee wird berichtet: Gestern früh um 2 Uhr griff eine Abteilung der russischen Infanterie Peitaitzon an, wurde aber bei Tagesanbruch völlig in nördlicher Richtung zurückgetrieben. Gestern nachmittag eröss- nete russische Artillerie, die eine Stellung westlich von Manpavjchan besetzt hielt, ein Geschütz feuer auf Aaotun und Tangtschiapaotzu. Gleichzeitig beschoß russische Artillerie, die luefiiid) von Taschan stand, Putsaowa. Die Beschießungen richteten keinen Sa-aden an. Ferner wurde Mamaischeih am ceajten Ufer des Hunho von russischer Kavallerie angegriffen; diese wurde jeD nach Westen hin zurückgetrieben und verlor eine An za.' .unnschajten, während auf japanischer Seite ID zu verzeichnen sind.
Le o■■ j. „Motiuiig Post' meldet ausSchang- hai von. <c0.: Der japanische rechte Flügel südlich des Schaho-Fiiifses macht eine Bewegung nach Norden. Die Vorhut erreichte Hunschan. Es wird berichtet, daß ein heiliger Kamps kMtbrannt sei.
London, 12. Dez. Der bei General Oku besindliche Korrespondent des Renterjcheii Bureaus berichtet unterm 11. Dez.: Die Russen unterhalten ein beständiges Geschütz.- nnd Gewehrfeuer. Die Japaner erwidern es i^doch nicht.
Der Japaner Kisak Tauiai.
der Chefredakteur bet st^ottu^iwrnt „Daa,an" ersucht uns um Aufnahme folgender Mitteilung:
„Von Fevruar bis Oktovec d. I. sind 860 Japaner, die ui Sibirien ansässig gewesen und vollständig mittellos geworden sind, über Deutschland nach Japan zuruckoesördert worocn. Durä reichliche Spenden deutscher Wohltäter war cs möglich, die Not der armen Japaner zu lindern. 9Nit Geld und btlcibuiiflöjiüclcn versehen, haben die Unglücklichen die Heimreise angetreten und werden ihren edlen Woh.tätern, denen ich hiermit nochmals recht herzlich baute, cm danwares Herz bewahren. Demnächst werden wieder 26 Männer und 4 Frauen, im ganzen 30 Personen, aus Sibirien mittellos in Deutschland eintreffen. Auch diese Llrmen bedürfen dringend der Untetstühung. Strümpfe, Stiefel und ^-om- mcrhüte sind von den früheren Spenden noch in hinreichender Menge vorhanden, aber cs fehlt au G<ld, Kleidnng, Wäsche, Wiliierhuien ui.u,, w^halb ich dringend um gütige llederweisung u pi ij^ t f chl i l t e i l he." _ „
Berlin, 12. Dez. Der Kaiser begab sich heute nach Berlin zur Generalprobe von Leoneavallos ^Roland von Berlin" im lömgl. Opern Hanfe.
— Unter den Geschenken, die die deutsche Gesandtschaft für Llbessynien dem 'Negus Menelik überbringen wird, befindet sich ein Porträt des Kaisers in Lebensgröße.
— Reichstagsabg. in Gerlach wird, wie versch'/'^.r Blätter zu melden wissen, mit dem 1. Januar die Chc-f- redaktion der „Berl. Ztg." niederlegen. Er soll bereits vor einiger Zeit dcni Verlage erklärt haben, daß es ihm nicht möglich sei, neben seiner parlamentarischen Tätigkeit die Ver- antivortung für ein zweimal täglich erscheinendes ru tragen. Stündiger Mitarbeiter bleibt Herr v. Gcrlach jedoch.
— In Ergänzung der früheren Mitteilung von der bevorstehenden Gründung einer neuen Gesellschaft, deren Zweck die Forterhaltung der „91 a t. Ztg." ist, teilt das Blatt an der Spitze seiner heutigen Llbendausgabe mit, das „D^nk dem opferwilligen Eintreten bewahrter politischer Freunde der Fortbestand Oer Rational-Zeitung auf neuer finanzieller Basis aber im alten Geiste als gesichert betrachtet werben darf."
— Ter bekannte Sozialdemokrat Franz Mehring be* klagt sich über den schlechten Ton in der Polemik gegen ihn. Jüngst hat die von ihm geleitete „Leipz. Volksztg." wie auch bekanntlich Graf Bülow im Reichstag hervorhob, die Konser- uatioeu als Wegelagerer, die Zentrumsabgeordnete als Gauner, die 9iationalliberalen als Jesuiten, Eugen Richter als den obersten Philister, den Zenlrumsabgeordneten Spahn als den Hauptmann der Bande und den Reichstag als eine Sauherde bezeichnet. Dieselbe „Leipz. Volksztg." aber klagt jetzt Stein und Bein, daß ein sozialdemokratisches Parteiorgan, die „Rtainzer Volkszeitung", ihr vorwerse Anpöbelung verdienter Parteigenossen, gehässige Polemik, an Verfolgungswahn grenzende Revisionistenriecherei, Gemeinheit :c. Herr Mehring als schamhaft gekränkte Leberwurst, ein Bild zum Steinerweichen.
Koburg, 12. Dez. Die Herzogin-Witwe Alexandrine von Sachsen-Koburg-Gotha ist schwer erkrankt.
Magdeburg, 12. Dez. Der Bund der Landwirte hielt heute Mittag eine ungemein stark besuchte Provinzial- Bcrsammlung ab. Die beiden Redner, Dr. Hahn und Rltter- guts-besitzer von Bodelschwingh bekämpfte in erster Linie die Kanalvorlage, der letztere trat auch energisch für Gründung einer neuen Gruppe innerhalb des Bundes der Landwirte ein, welche in erster Linie die Bestrebungen des Atitte Island es zu unterstützen habe und dadurch die Auswüchse des Großkapitals zu bekämpfen.
Anstand.
London, 13. Dez. Arnold Forster, der ^Staatssekretär beS Krieges, teilte gestern in einer Rebe in dtewcastle eine Stelle aus ein:m Briefe bes Gen er a l s Hamilton mit, ber der japa- ililchen Armee beigegeben vt Dieser General sagt: Tiefer Krieg hat mir brennend zum Bewußtsein gebracht, daß der Zu- ft a ii b unserer Armee eine furchtbare Gefahr für die Ex ist en z unseres reichen La nd es ist. Ich habe gemerkt, daß nur das Allerbeste genügt; wir haben das A l l e r s ch l e ch t e st e.
— Heute fand hier ein große» Meeting statt zu dem Zlveck, Mittel und Wege ausfindig zu machen, womit die Not behindert werden kann. Tie Zahl der A r b e i t s l o s e n in London beträgt augenblicklich 200 0 0 0. Alle Blätter beschäftigen sich mit dieser Sache. Ter König hat den Lordmayor von London ersucht, eine Sammelliste in Umlauf zu setzen, deren Ertrag für die Arbeitslosen bestimmt ist. Der König zeichnete 260 Pfund, die Königin 210 Pfuno, diothschüd 3000, der Herzog von Westminster 2000, Lord Jveagh 5üu0 Pfund. Es ist ein Zentralkomitee gebildet worden, welches den Arbeitslosen Arbeit zu verschasien sucht, wiilglicder juib Gcmeiuder^te und sonstige politische Persönlichkeiten. Im Gegensatz zu der ichüchten Lage der Arbeiter stehen d.e Zah.cn der Ein- und Ausfuhr, welche niemals so stark war wie in diesem Jahr.
— Tie Blatter besprechen die Neuregelnng und den Mobilisationsplan der englischen Flotte, und legen den Umänderungen eine Spitze gegen Deutschland bei, ^veranlaßt durch die wirischasiliä-e Ausdehnung Deutschlands zur See. Andererseits seien aber auch die Ereignisse im Orient und die Lage Rußlands der Anlaß gewesen.
London, 12. Dez. Vlutige Zusammen stütze mit den eingeborenen M' affe r n und den von der englischen Regierung cingcfuhrlcn Chinesen fanden in Germifton in der Nähe von Johannesburg iiatt. In den Kämpfen wurden auf beiden weiten Revolver, Messer und sogar Gewehre benutzt. Man schätzt die Zahl der Verwundeten auf mehr als 2 0 0. Auch in einer Mine in Witwatersrand kam eine Ruhestörung vor. Chinesen griffen Kaffern an. Drei von den letzteren und ein Chinese wurden getötet, acht Kasserii und 25 Chinesen verwundet. ,
Paris, 12. Dez. Tas pleb^scitäre Komitee des exnne» deparlemenls veranslallcte gestern zur Erinnerung an ben^lO. Dez. 1818 eine Versammlung. Ter Vorsitzende verlas ein Dele- gramm bcs Prinzen 9capoleon, worin dieser dem Komitee iiir dessen Treue seinen Tank ausspricht. Es wurden alsdann Loaste auf den Prinzen ausgebracht. Die Amvesenden riefen: „Es lebe der Kaiser!" Schließlich gelangte eine Dagesord- nung zur Annahme, worin ein Plebiseit verlangt wird.
Valenzia, 12. Dez. Tie gestern hier abgehaltene Jinma- kulata-Prozeifwn nahm einen blutigen Ausgang. Tw Anti-Klerr- l'alen, gereizt duru) .stufe aus der Prozestion, griffen diese an. Auf beiden Seiten wurden viele S ch ü | s e abgefeuert. Die Schlägerei wurde allgemein, sodaß Gendarmcrle und Druppen einwireilen mußten. Es wurden viele V e r \ o n c n v e r w u n d e r und zah.reiche Verhaftungen vorgenommcn. Erst um 7 Uhr abends war die Ruhe Wieverhergestcllt.
Wien 12 c rie.von dem akädenufchen Senate verfügte > 2 chl i e n u n g ' d e i' ll n c v e r i i l ä t lvnrde aufgehoben und die Vorlesungen im. . n i 'iUc ohne Ruhcstörrmg ausgenommen.
__Blälterweldua.en aus Prag zufolge wurde der aus Rudolstadt in Thüringen flammende Wiener Eurnlehrer Döbert mit Mitgliedern des Prager deutschen Turnvereins in der Nacht von


