Ausgabe 
13.7.1904 Erstes Blatt
 
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er die in den Gruben in

ungestört.

nachts künftig

Sache an.

Gienen

ferner erhielten Preise M.-T.-V. Gießen,

Nauheim, Friedberg, Wetzlar, Lich und Lauterbach. Beim

Einzelwetturnen, da? am Montag ftattsand, erhielten

in der

kranken Herzo

wurde zn Inbren (Gefängnis verurteilt.

30,6 P., 29,81 P

wetturnen erhielten folgende Vereine Preise: lar 34,60 Punkte, 2. Pr. Butzbach 34,20 P., 31,40 P., 4. Pr. Niederweisel 31 P., 5. Pr.

1. Preis Wetz-

3. Pr. Usingen Groszen-Linden

T.-V. Bad.

vermischtes.

* Berlin, 12. Juli. In der neun Köpfe starken Familie des Arbeiters Spalleck ist ein iy< Jahre alter Siltabc an Pocken erkrankt Da- erkrankte Kind sowie zwei Geschwister und die Mutter wurden in einer Eharitee-Darackc isoliert. Gegen ein etwaige- Umsichgreifen der Krankheit sind unverzüglich alle Maß­nahmen getroffen worden.

Aachen, 12. Juli. In der Angelegenheit der Aktien-

Gießen, 12. Juli. deS SelterStore-, bie bei den Torhausern flehen*

........ _ .. in von Alba bei einem Besuch in ihrem Hotel ihren kostbaren Familienschmuck entwendete,

6. Pr. AlSseld 30,5 P., 7. Pr.

werdender Lärm, Schlußnise ertönten, die sich mehrfach wiederholten, der Tumult wurde immer größer, sodaß der Vorsitzende nur mit Mühe die Ordnung wiederherstellen konnte. Herr von Verlach mußte seine Rede kurz abbrechen.

Rotenburg a. d. Fulda, 12. Juli. Prinz Chlod­wig von Hessen-Philipp-tal, der sich auf der Hoch- vrittfreifc befindet, ist in München schwer erkrankt. Der Prinz wurde vorige Woche von einem Insekt gestochen, sodaß inzwischen ein operativer Eingriff vor- gcnonnnen werden mußte. Der Einzug de« Neuvermählten Paares in Rotenburg hat deshalb aufgeschoben werden müssen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Rixfeld versetzte eine wild« gewordene Kuh einer fast 80jährigen Frau mehrere Stöße gegen Kops und Rücken, so daß die Frau nach zwei Tagen starb

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 12. Juli.

Die Zierde ------------- ... . .

den alten Kastanienbäume fingen gleich nach beendeter Blute an zu Herbst, n. Statt deS saftigen grünen LaubeS häng n jetzt nur noch welke Blätter an den Aesten und Zweigen, sodaß die Bäume dem Tor keine Zierde mehr sind. Jedenfalls ist auch dos trockene Wetter daran schuld, wenn das Laub dieser Kastanien o schnell vergebt. Man könnte aber hier etwas tun und den nahrungSarmen Boden am Tor einmal kräftig düngen und dann die Bäume ab und zu auch mit Wasser versorgen. Es bedarf wohl nur des Hinweises, und unser Stadtbauamt nimmt sich der

herf 82 (hc^rtran v'Vltfrbu rvt 75, ü tllchfeit -Gie ßen 74,

Stedertafel-TXNenburg 71, Bauersche (^saugverein Gießen 71, Skarrn ernte <5rtefwtt 67, (^satlgvcreiu Grünberg 63, Wetzlar 63 Punkte Nächstes Jahr wirb das Lahntcüsängvr-Tlundes- Mt in Gießen abgehalten.

$ Bom Hoderbdskopf, 12 Juli. Die Markier­ung neuer Wege ist nunmehr einer Lkommission, an drrvn Spitze Amtsrichter Pfeisser-Schotten steht, über- wagen. Bor einten Tagen wurde eine Markierung (roter Strich aus weißem Felde) nach Nidda gef (troff en. Diese läuft von hier ein Stück mit der Geben er Markierung grünes Kreu,zV gebt fotronn den prächtigen ^Hillerötmtld" lange Schneise) nach ,L»of Zwiefalten" iiftv. Diese neue Tour ist empfehlenswert. Im vorigen ^Iabre wurde dem Klubhause von der zweiten hessischen Ständekammer auf Anregung des Präsidenten Haas ein schönes ^'schenk zugedacht. Es ist dies der Entwurf zum Denkmal des Groß Herzogs Ludwig IV. von Professor G. Eber- lein-Berlin, tiN'ldh'# seit eintgen Wochen ^ufgesdellt ist. Das Modell ist ein passender wertvoller Schmuck deS Klub- saales und erregt auch lebhaftes Interesse bei den Touristen

Mainz, 12. Juli. lieber fallen und lebens­gefährlich verletzt wurde gestern in der vierten Stunde der in Wiesbaden in der Taunusstraße wohnhafte Student Georg fiam otte. Er hatte, nach dem ,M. Taget»!.*, während der Nacht mit zwei Freunden in einem Lokale in Biebrich Sekt getrunken und sich dann gegen Morgen aus den Heimweg gemacht. Einer der an der Kneiperei Beteiligten fuhr nach Mainz und die anderen beiden wollten von Biebrich nach Wiesbaden zurück. Um die genannte Zeit fanden nun zwei Kellner, die nach Schluß der Wirtschaft, in der die Kneiperei stattgesunden hatte, ebenfalls nach Wiesbaden gingen, den Samotte im Straßengraben an der Biebncherstraße. Lamotte hatte sehr schwere Verletzungen an ben Hüsten. D i e Därme waren herauSgetreten. Während der eine Kellner die CanilätSwache sofort alarmierte, leistete der andere inzwischen etwas Hilfe. Der Schwerverletzte, der bald daraus die Besinnung verlor, konnte noch mitteilen, daß er von einem Unbekannten überfallen worden fei Er sei erst mit einer Latte geschlagen und dann mit dem Mester gestochen worden. Die Sanitätswache legte dem Studenten einen Notverband an und brachte ihn bann nach bem städtischen Krankenhause. Die Verletzungen sinb sehr schwer. Man befürchtet, daß Lamotte nicht mit dem Leben davonkommt, lieber den Täter fehlt bis jetzt jede Spur, auch konnte man nodh nicht sest- stellen, ob bem Lamotte etwa Wertsachen ober Gelb gestohlen wurden, liebet ben Verbleib beS an bet Kneiperei betei­ligt gewesenen Dritten konnte ebenfalls noch feine Auf­klärung geschaffen werben. Am SamStaq abend wurde bei Biedrich am Rheine eine Dame beobachtet, die offenbar nichts gutes im Schilde führte. In der Allee vor dem Schlöffe erzählte sie dort befindlichen Leuten ihren Kummer, der in angeblicher Untreue ihres Gatten feinen Grund habe, übergab ihnen ihre Habseligkeiten, ein Täschchen mit Portemonnaie, Notizbuch, Handschuhe. Vorher soll sie einem Jungen einen Bries zur Besorgung übergeben haben. So hielt sie sich dort auf einer Bank bis gegen halb 11 Uhr nachts auf. Da sprang sie plötzlich aus und stürzte sich in den Rhein, wo sie lautlos in den Fluten versank.

Bingen, 12. Juli. Mit bem Luftballon in ben Rhein gestürzt ist bie Luftschifferin Fräulein Käthe Paulus, bie bieser Tage in einem Riesenballon vom Schützenhause in Bingen eine Auffahrt unternahm. Der Ballon wurde in nordöstlicher Richtung über den Rhein getrieben, woselbst bie Luftschifferin auf ber RübeSheimer Bleiche zu lanben gebuchte. Als sie jeboch ber Erde näher kam, wurde daS Luftschiff nach Süden zu über baS Master getrieben unb ging unterhalb deS Winterhafens bei RübeSheim mitten im Rhein nieber. Einige in ber Nähe befinbliche Schiffer eilten der kühnen Aßronautin mit ihrem Nachen eiligst zur Hilfe und führten den noch aufgeblähten Ballon nach bem linken Rheinuser zurück.

Ufingen, 13. Juli. DaS 31. Gauturns est beS GaueS Hessen fanb hier am Sonntag unb Montag statt. Tie Zahl ber VeremSriegen betrug 22, die Zahl der Einzel­wetturner 122. Bei dem am Sonntag stattgehabten Riegen-

Cberftufe den L Preis Ludwig Peppler-Gießen 68 V, P., den 2. Pr. Jean Hof-Gießen (beide T.-V.) 64 P., den 3. Pr. Krämer-Butzbach, 4. Pr. Lippert-Butz­bach, 5. Pr. HemeS-Bad-Nauheim; ferner errangen Preise: ArkulariuS-Schotten, Cchmidt-Launspach, Ehr. Schmidt-Gießen (T.-V.), H5rr-Laum'vach, Otto-Wetzlar, Bruder-Wetzlar. In ber Unterstufe erhielt bei 102 Wetturnern den 1. Preis Dick- haut-Alsfeld 67 P., 2. Pr. Heinrich Hamel-Gießen 62 */8 P-, 3. Pr. Wagner-Großen-Linden 61 V« P., 4. Pr. Riegel- Wetzlar; ferner erhielten Preise: Volkmann-Heuchelheim, Karl Wenzel-Gießen (T.-V.), Albert Betz-Gießen (M.-T.-V.), Hahn und Rohrbach-Großen-Buseck, Winter-Launspach, Volk- Großen-Linden, Schmidt-Lich, Reh-Krosdorf, HieronimuS- Friedberg und Ihringen-Alsfeld.

Fulda, 12. Juli. Hier wurde dieser Tage auS Anlaß ber Gewerbeausstellug eine große Versammlung der Innungen, Handwerker und Gewerbevereine des Kammerbezirks Kastel abgehalten, zu der außer vielen Hunderten von Handwerkern aller Zünfte auch die ReichS- tagSabg. fiattmann, Raab und v. Verlach erschienen. Tomdechant Müller zitierte Kolping, ben ehemaligenSchuster- gesellen unb späteren Pfarrer, ber als bie drei Fundamental­punkte beS Handwerks bezeichnete: tüchtig lernen, festen Boden und Religion. DaS eine bringe vorwärts, das andere mach, fr^mg, oa6 dritte führe zu Treue, Ehrlichkeit und Tugend. Abg. Amtsrichter L a t t m a n n-Schmalkalden sprach über di«- A-nderung deS Handwerkergesetzes vom 26. Juli 1897, über dk Notwendigkeit besserer Organisation und Ausbildung. Herr von Verlach erflärte, obwohl die Partei, der er angehöre, bet bt* Vorredners in vollstem Gegensatz stehe, stimme er Df* mit jenem überein. Die Handwerkerorganisalion zog er bann mit oer Sozialdemokratie in eine Parallele unb lobte diese eis vorbildlich. Ta erhob sich em immer lauter

9 e f e 11 f cf) a f t für Lebcrfabrikation de Hesselte u. C o wird von autoritativer Seite mitgetcilt; Der teernifrf* Direktor Heinrich de Hesselte hat. wie soeben entdeckt wurde, seit Jahren Bilanzfälfckungen begangen, indem Zurichtung befindlichen Häute, die

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Sprunghafte Steige ru n g d e r I n d u st r i e w e r t e- Am Berliner Kassa-Jndustricaktienmarkt herrschte am vergangen-n Montag wieder eine so sprunghafte Bewegung in einer Anzahl Jndustriewerte, daß wir davon Notiz nehmen müssen, dazu be merkend, daß sich für viele dieser Kurssteigerungen nur schwer eine stichhaltige Begründung finden läßt. Unzweifelhaft ist daß die Aera der unlimitierten Kaufaufträge int Zusammenhang mit dem Agiohunger des Privatpublikums in voller Blüte fleht. So wurden Elberfelder Papierfabrik 10 Prozent. Düss >orier Waggonfabrik ba« Gleiche in die Höhe gesel't, auf in si 'at stehende Neu-Emissionen. Auch die Aktien von anderen Waagen fabriken sowie die von Glasfabriken sind wesentlich gestiegen. Letztere auf .die internationale Glaskonvention hin. Diesen Gnmd

ich nach ber Natur des Betriebes einer genauen Nackwrüstmg entziehen, in Zahl unb Wert höher angegeben unb auf diese Weste einen tatsächlich nickt erzielten Gewinn hcrausgerecknet hat. Sowest sich ckiS jetzt übersehen läßt, beträgt das vor- liegenbc D e f i - i t etwa Mark 1 000000. be Hesseste hat ein gesamtes Vermögen im Betrage von etwa Mk. 300 000 der Gesetlslzaft notariell abgetreten. Der AufsicktSrat bat die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben und ist mit der Ausnahme des genauen Status beschäftigt. Sobald derselbe vor­liegt wird Fine Generalversammlung einberufen werden, die über die zur Sanierung ber Gesellschaft ersorbcrlichen Mass­nahmen Beschluß fasten soll.

* Brianyon (Dep. Hautes-AlpeSV 12. Just. Durch ein Erbbeben wurde heute ftüh ein erheblicher Sachschaden an- geriditct.

Mailand. 12 Jusi In fielen Bezirken Piemonts und der Lombardei bat etn nach wvst>enlanger Trockenheit eingetretener Hagelschlag den Weinpflanzungen und ben MaiS- elbern bebeutcnben Schaben gugefügt

* Florenz, 12. Juli. Hier sand in »ergangener Nacht ein heftiger Kampf uviscken Polizei und Spielern statt. Tie Polizei batte eine elegante Spielhölle ent­deckt. Die umstellten Spieler stüchteten auf die Täcker der Nacktbarhäuker und bombardierten die T-'fiyi mit D^chzi'geln Tie Schutzleute anhnorteten mit Revolv rschüsien. Nach h.stligem Kampfe wurden sckrließlick 2d Personen verhaftet.

Grindelwald, 12. Jnli Zwei Brüder Casella auS Paris, die am Sonntag das Wetterhorn ohne Führer bestiegen batten und dort noch ''von Einheimischen gesehen rtnirihm, werden seitdem vermißt. Eine Fübrerkolonne ist am Montag übend abgegangen, um sie zu suchen.

Kasan, 12. Juli. DaS wundertätige Bild der heiligen Mutter von Kasan, das sich im Bogorodivkhkloster nn Zentrum der Stadt befindet und in ganz Rußland i r o Be Verehrung genießt, ist heute nacht von Dieben ge» tohlen worden. DaS Bild ist wegen seiner Einfastung mit Edelsteinen sehr wertvoll. Die Diebe sind nickt aufgesunden. Unter der Bevölkerung herrscht große Bestürzung.

* Ueber dieErmordung deS GcldbriesträgerS Ehret in Schlettstadt wird gemeldet: Gegen 8 Uhr mor- wnS Höne man im Hanse Ecke Batken- und Ritterstraße laute ckilferule. Ein junger Mann stürzte ohne Hut die Treppe herab und eilte auS ber Stabt hinaus. Im Zimmer fand man den Geldbriefträger Ehret blutüberströmt und bewußtlos auf. Der Mörder stüchtete in die Felder, von Feldhütern, Gendarmen und Jägern deS IägerbatalllonS mit Kriegshunden verfolgt. (Fbret starb am Tatorte, ohne da- Bewußtsein wiedererlangt zn haben; er büt:c einen fi,r rm Rücken, außerdem

waren ihm die Hände mehrfach zerschnitten. Der zurückgelassene Hut trug die Adresse des Mörder- Bereits nm 11 llbr wurde der Mordbube in einem Kornftld liegend durch einen Oberfeld- achter aufaefunden und festgenommen. Er versuchte noch, ben geladenen Revolver, den er nebst 20 Patronen bei sich führte, zu ziehens es gelang jedoch, ihm die Waffe abzunehmen, worauf er sich widerstandslos Fesseln anlegen ließ. Der Mörder, der Böhm heißt, ist 1878 in Straßburg i. E. geboren, war in Colmar Bildhauer und hatte vor einigen Tagen Konkurs an­gemeldet. Er fuhr am Tage zuvor von Colmar nach Sttaßbrirg. gab dort eine Postamoeisung über 97 Pfennige an seine eigene Adresse auf und kehrte bann nach Schlettstabt zurück, wo er in dem betreffenden Hause aus den Namen Engen Ritter ein möbliertes Zimmer gemietet batte. Bei seiner Vernehmung gab Böhm an, er habe den Briefträger nicht töten, sondern nur un­schädlich macken wollen, um ibn dann zu berauben. Als der Brief­träger das Geld auf den Tisch zählte, versetzte ihm Böhm mit einem Messer einen furchtbaren Sttch in den Rücken. ES ent­stand nun ein verzweifeltes Ringen zwischen dem Mörder unb seinem Opfer. Erft als Ehret laute Hilferufe von sich gab, ließ ber Mörder von ihm ab und Juchte das Weite. Böhm sieht harmlos aus, machte aber bei seiner Vernehmung einen frechen, durchaus nicht reuigen Eindruck: er ift. dem Ver­nehmen nach, schon mit ZuchthauS vorbestraft. Böhm wurde unter Eskorte non drei Gendarmen dem BezirkSgefängnis in Colmar zngeführt.

* Abstürze in den Berge-n. Auf ber galizischen Seite der Tatra stürzten von der Giewontspitze ein Warschauer Ad­vokat Stadowski und der Lubliner Zuckerfabrikbirektor Suli- mowssi ab. StadowSki blieb mit zer schm e11erten Schädel liegen. Sulimowski wurde gerettet. Von dem Gipfel des RocherS de Nahe oberhalb Montreux ist am Sonntag ein junger Schlosser lebensgefährlich abgeftürzt.

* Brände. Per Badeort Ledde bei Tecklenburg ift berKöln VolkSztg." zufolge durch F-euer größtenteils zer­stört worden. In dem Torfe Zbrudzewo lPosen) sind acht größere Dauernwirtsckioften tnireb eine Feuersbrunst ein- geäschert worden. Die Abgebrannten retteten nichts, da sie bei dem Ausbruch des FeuerS auf dem Felde waren. Ein größerer Waldbrand wütet in dem Gräflich Kospthschen Forst in Schlesien. Gegen 50 Morgen Kiefernjcyönung sind al^ebrannt. Das Feuer sprang über die Straße über in den Königlich sächsischen Forst, wo 20 Morgen vernichtet wurden. Bei einem in Wip versürth ausgedrochenem Großfeuer erlitt eine <frau in dem Bestreben ihre Kinder in Sicherheit zu bringen mit diesen zusammen ben Flammentod. Der von der Reise zurück- keyrende Ehemann erlitt einen Schlaganfall, als er von dem Unglück der Familie Kunde bekam.

5tunft und Kissen schuft.

Ter Reichskanzler über Fritz Reuter. Zur Reuter Gebücktnisseier (J< 12. Juli 18741 liegt ein interesianteS Schreiben des Grafen Bülow vor. Auf eine Einladung seitens deS Veranstalter der Fritz Reuter-AnSstellung in Greifswald, Professors Tr. Ga bcrtz, hat der Reichskanzler mit folgendem charakteristischen Sichreiben geantwortet:

Sehr gcech-' r Herr Professor. Zu meinem Bedauern werde >ck, nack^dem ich Wertin b rcitS verlassen habe, picht in der , Lage sein, Ihrer frennblirften Anregung zur Teilnahme au der Eröffnung der> Reuter-Ausstellung Folge zu leisten.

: Ich möchte aber den lnlaß benutzen, um JlMcn meine auf*

Kerichtssaak.

Brauns ch w eig, 12. Juli. Am 24. Mai wurde vom Schwurgericht die unverehelichte Luise Rieckheer wegen Er- mordnng ihres Kindes zum Tode verurteilt. Dieses Todesurteil ift heute durch den Regenten in lebensläng­liche Zuchthausstrafe umgewandelt worden. Ter Vor­sitzende des Schtmirgerichts hatte seinerzeit das Gnadengesuch empfohlen.

Dresden, 12. Juli. Pas Oberkriegsgericht des 12. Armee­korps in Dresden hat das in der Pirnaer Zweikampf- Asfäre gegen die Leutnants Gerlach und Korn er­gangene auf iy< und 2 Jahre Festung lautende Urteil aufge­hoben unb die Genanitten zn je 8 Monaten Fe ft u n er ver­urteilt. Als mildernder Um ft and wurde in der Begründung des Urteils die g-roße Jugend der beiden Offiziere hervor- geboben.

P aris, 12. Juli. Frau Percheron, die seinerzeit der sckwer-

Der Zweck dieser Zeilen ist. die Polizei darauf aufmerffam zu machen, daß an einem Neubau des Großen Steinwegs nackwS unter großem Gepolter frftnere ©eine abg«'laden werben. Heute nackt wurde dieser nibeflötende Lärm bi« weit nach Mitter- nadit erregt (was von uns bezeugt werden kann. D. Red.). Zu derartigen geräuscknnackenben Arbeiten ist die Tageszeit da, und hossentlich bleiben die Bewohner dcS großen Steinwegs

Gießen, 12. Juli.

Seit ackt Tagen beschäftigen sich Kinder von 27 Jahren am Klingelback, wo das Vaffer sehr ttef ift, mit Frösche- greifen. Die Eltern sollten ihre Kinder von solcher gefährlichen «pielcrei zurückhatteu. Eine Mutter.

Gießen, 11. Juli.

Zum 8 Uhr-Ladenschluß!

Die in den nächsten Tagen bevorstehende Abstimmung über diesen Punkt veranlaßt folgernde Ausführungen:

Die Verteidiger de« 8 Uhr-Ladenschlusses behaupten u. a., da« Publikum Hobe sich weder über die Einführung der Sonn­tagsruhe noch des 9 Uhr-Ladenscklusse- beschwert: Tas ift Lfalsck: das Publikum hat sich über beides beschwert, wenn auch nickt in Petitionen imb Vorftcllnngen bei unseren gesetzgebenden Fattrr-n Im Interesse der Laderlinhab?r und Angest Uten bat e« die vielfachen Unbeguemlickckeiten hingenommen, ob Ss aber die- auch be: eventueller Einführung des 8 Ubr-Ladensckluffes tun würde, erfckeim mehr als zweifelhaft. Soll sich eine Hinter- türengepflogenheit in großem Stil entwickeln? ES gilt als fest­stehend bei vielen tüchtigen Geschäftsleuten, daß daS Geschäft in merkbarer Weise xnrücfgebt, sowie dem Publikum die bequeme Kanfgelegenhcit genommen wird. Ja, wenn es noch wenigstens wahr wäre, daß jedermann im stände sei, seinen Bedarf vor 8 Uhr abends zu decken! Aber wie unendlich Viele sind bis 8 Uhr abends befchäftigt und haben während deS Tages. keine halbe Stunde Zeit für Einkäufe übrig!Von allen DiNrien in her Welt intereffiert den Geschäftsmann sein Geschäft an^ meisten: wenn dieses gut geht, bleibt ihm Zett genug und L lünmung zur Erholung. Bei der überaus ttaurigcn Lage ber Gejckaste können wir die Stunde von 89 Uhr nicht entbehren, und e« ist zu hoffen, daß fffle Ladernnhaber, auch inte, die den Antrag mit unterzeichnet haben, sich auf ihr eigenstes Interesse besinnen werden, bad sie gebieterisch bazn anffordert, mit aller Energie dalpn zu wirken, twf: der 8 Uhr-Laben schlug nvft Tat­sache wird. Ettvas anderes ist e«, wenn sick einzelne Branchen jufammcnitNtetien imb .-ntfprrtbcnbc Vereinbarungen trerfen.

Ein Ladeninhaber!

riedttge Freude au-zusprecken für die Treue, mit der Sie baV Andenken Fritz Reuters pflegen unb die KnintniS von seinent Leben und Sckassen verbreiten. Auch mir ist die Reuterverehrung eine Herzenssache, und sie liegt mir im Blute, der ick von väterlicher, wie von mütterlicher Seite ein Platt- unb Nicder- deudscher bin. Ich stimme IHaien durckau« bei in der hohen Bewertung de« Dickters unb des Menschen, dem auS ttwvollen Prüfiingeii jener tiefe Hilmor erwiickS, dessen köstlickie mm arte aus der Schattenseite des Lebens reifen. Jl/r ergebener Graf Bülow." ,r m j ..

BilseS Nachfolger. TieBrannschw. N. Nack>r." berickteri: Mir hatten Gelegenheit, heute ein Gespräch mit dem Verleger deS Bilse-Rornans Sattler zu ftlhren. Die Zahl der eit Herausgabe dos Romans dem Verlage zngegangenen Manu- skrivte sogenannterE n t h ü l l u n g s r o m a n e" beträgt m i n- destens 150! Die Verfasser rekrutieren sich au« allen Standen: Der verbitterte und verabschiedete Offizier herrscht vor. Ganze Aktenbündel gelangten an die VerlagS- handlung von Leuten, ipclrfyc mit irgend einer Behörde Diffe­renzen hatten, und die nun mit ihrergerechten Sacke" in die Oeffentlichkeit zu slückrten versuckien. Da sind Lehrer, Beamte, Kauffente, die von ihren Vorgesetzten oder von Gerichten gekränkt ind. Wien voran marschiert ein ehemaliger höherer Be­amter, derkompromittierende Aktenstücke" pu­blizieren wollte. Honorar: 5000 Mark.Wir beide werden reich? Männer werden", schreibt der Verfasser dem Verleger. Trotz dieser verlockenden Perspettive bat der Verlag bie Sache abgel Hut. Ein anderer schildert Zuftänbe in Mi­litärlazaretten: man kann nur hoffen, daß sie nicht wahr ind Die Gattin eine« höheren Offiziers einer Grenzgarnison bat einen Roman verfaßt, in wclckem ein veritabler Prinz die unrÜl-mlicheHauptrolle spielt. Man muß übrigens sagen, daß die Herren Schriftsteller ganz auf der Höhe der Situation sind. Ein nicht unbekannter Autor hat in diesen Tagen dem genannten Verleger ein Manuskript angeboten, da« die bekannte Affaire bc8 Frei Herrn v. Mirbach aus dem Pommernbank-Prozeß auf etwa 800 Setten in Roman- orm bef>anbeit. Herr Sattler Hal indessen daraus verzichtet, ob­gleich daS Honorar ebenfallsnur" 5000 Mark betragen sollte.