Ausgabe 
13.5.1904 Viertes Blatt
 
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Per Aufstand in Peutsch-Südwestafrika.

Gouverneur Leutwein meldet: Aus Outjo wird ge­blitzt: Oberleutnant Volkmann hatte am 28. April ein Ge­fecht mit 12 Reitern zehn Kilometer östlich von Okank- windi gegen versprengte Hereros auS dem Distrikt. Diesseits ein Kriegsfreiwilliger gefallen. Die Herero hatten 31 Tote.

DieDeutsche Kolonialztg.^ will wissen, der Sohn des Prinzen Albrecht von Preußen, Prinz Joachim Albrecht, trete demnächst die Ausreise zum Kriegsschauplatz nach Süd­westafrika an.

Große Mengen Proviant und Munition gehen in den nächsten Tagen von Spandau für die Truppen in Deutsch­südwestafrika ab.

Generalleutnant von Trotha hat sich am Donnerstag beim Kaiser in Straßburg i. Els. abgemeldet und wird am 20. Mai seine Reise in das Aufstandsgebiet antreten. Ihm wird ein großer Stab mitgeqeben werden. Die Persön­lichkeiten sollen durch das Militärkabinet vorgeschlagen werden und sind noch nicht bekannt. In dem Stab wird sich auch ein Geograph befinden, der durch Prof. v. Richthosen auS- qewählt wird. Die Größe des Stabes ist am besten dadurch zu veranschaulichen, daß 300 Pferde für ihn nötig sein werden. Major von Gahlen-Jürgaß, Adjutant der 20. Di­vision in Hannover, hat sich zum Etntritt in die südwest­afrikanische Schutztruppe gemeldet. Falls seinem Gesuch Folge gegeben wird, wird er als Adjutant des Generalleutnants von Trotha nach Südwestafrika gehen.

Das Kron!

vermischte».

* Paris, 12. Mai. Als heute nachmittag ein Luft- chiff in der Nähe der Place de la Bastille niederging, durchstießen Vorübergehende den Ballon, um den Luftschiffer zu befreien. Infolge unvorsichtigen Vorgehens explodierte der Ballon. Das Feuer ergriff ein benachbartes HauS. Bei der Explosion wurden 13 Personen verletzt. Mehrere von ihnen mußten ins Krankenhaus überführt werden. /

* Douglas (Jsle of Man), 12. Mai. Während einer Automobilfahrt für das Gordon-Bennetrennen wurden dec Mitbewerber Earp und sein Bruder schwer und ein Zuschauer leicht verletzt. Das Automobil fuhr in rasender Geschwindigkeit gegen eine Mauer und wurde zer­trümmert.

' Newyork, 11. Mai. In einer Grube der Kohlen- und Eisengesellschaft zu Lerrin (Jllionois) explodierten heute, als 325 Mann darin tätig waren, 50 Faß Pulver. 6 Tote sind heraufbefördert, 80 Mann verletzt, die anderen, wie man befürchtet, unter den Trümmern begraben.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 12. Mai. Ein Komitee, dem zahlreiche Universsi tätsprofessoren, die Oberbürgermeister von Berlin und Charlotten- burg und Ministerialdirektor Althoff angehören, plant die Erricht­ung eines Denkmals für Theodor Mommsen int Vor­garten der Universität. Die Kosten betragen 80 000 Mark. Die Hälfte ist bereits ^aufgebracht.

Aus giaht und Land.

Gießen, den 13. Mai 1904.

Mit einer Schußwunde im Kopfe wurde, wie uns das Polizeiamt mitteilt, am 11. l. Mts., nachmittags 3Vs Uhr, hier die Leiche eines unbekannten Mannes auf- gefunden, 40 bis 50 Jahre alt, schlanke Statur, 1,80 Meter groß, langes schmale? Gesicht, schwarzes dichtes Haar, schwarzen, leicht melierten Voll- und Schnurrbart, schwarze, an der Nasenwurzel zusammenstoßende Augenbrauen, hohe Stirn, hellbraune Augen, lange, etwas gebogene Nase, breiten Mund und etwas defekte Zähne. Kleidung: Hell­brauner Ueberzieher, brauner Sackrock und Weste, grau und blau gestreifter Hose, weißes Oberhemd mit Umlegekragen, schwarzer Schlips, rot und blau gestreiftes Flanell-Unterhemd, gelbe Flanell-Unterhose, graue Socken, hohe, ftisch besohlte Schnürschuhe, Manschetten mit Permutterknopfen, schwarzer weicher Filzhut. In den Taschen der Kleider befanden sich ein Portemonnaie mit 1.22 Mk., 1 silberne Zylinderuhr mit silb. sogen. Pariserkette und Celluloidgehäuse, 1 Taschenmesser, 1 Tabaksbeutel, Stahl und Feuerstein, 1 Rosenkranz, 3 rote und ein blaues Taschentuch, eine Anzahl Revolverpatronen, ein Büchelchen Ziqarrettenpapier und eine unbeschriebene Postkarte mit dem Firmenaufdruck: Engelbert Clever Nachf., Jagdausrüstungsgeschäft, Cöln a. Rh., am Hof 10. Der Tote hatte keinerlei Schriftlichkeiten bei sich, auch ist die Wäsche nicht gezeichnet. Festgestellt wurde, daß er mit der Bahn am vormittag hier ankam, in gebeugter Haltung mit schleppendem Gang sich an den Auffindungsort begab, unter­wegs oft stehen blieb und den Eindruck eines Kranken machte. Er sprach westerwälder oder rheinischen Dialekt. Die auf den Toten bezüglichen Nachrichten, die Feststellung seiner Persön­lichkeit, nimmt das Großh. Polizeiamt entgegen.

** DerLandesausschuß der nationalliberalen Partei, der auf Sonntag angesetzt war, ist derW. Ztg." zufolge auf unbestimmte Zeit vertagt worden.

m.

Reichs zum Wölfischen Telegraphenbureau zur Sprache, das vom Reiche Zuwendungen bekomme, die seiner Ansicht nach ver­fassungsrechtlich nicht zulässig sind. Er fragt sodann den Staatssekretär, ob etwa auf dem Gebiete des Postwesens Bedenken gegen die Einbringung des Militärpensions- gesehcs liegen. Endlich wünscht er eine Meinungsäußerung des Postsekretärs zur marokkanischen Frage, die seiner Ansicht auch postalische Interessen berühre. Man müsse in der Tat vom Leder ziehen, wie cs für ein großes Reich sich gezieme, das einen ständig sich ausdehnenden Postverkehr habe.

Abg. Werner (Autist): Die Militäranwärter im Postdienst klagen über Zurücksetzung gegenüber den Ziviianwärtern.

9lbg. von Elm («Soz.): Der Konsumverein in Magdeburg hat nie Parteipolitik getrieben; bei den Wahlen zum Vorstand ent­scheidet einzig und allein die geschäftliche TüchUg'eit, die politische Gesinnung kommt gar nicht in Frage. Der wirtschaftliche Nutzen, den die Mitglieder vom Konsumverein haben, ist ein bedeutender.

Abg. von Treuenfcls (kons.) tritt, wie bei der zweiten Lesung, für die Besserstellung der Postagenten ein.

Staatssekretär Krätke erklärt, daß die Lage der Poslagenten von der Verwaltung vollauf gewürdigt werde, und daß man bestrebt sei, ihre Lage zu bessern.

Abg. Pens (Soz.): Ich bin erstaunt, daß der Staatssekretär auf die Ausführungen des Abg. v. Elm lein Wort erwidert hat. Er kann eben nichts sagen, das will ich hicnnit ausdrücklich feststellcn.

_ Staatssekretär Krätke bittetin zwölfter Stunde" uin Wieder­herstellung der in zweiter Lesung gesttichenen Ostmarlenzulage für die Postbeamten. Da niemand aus dem Hause einen dahingehenden Antrag stellt, bleibt es bei der Streichung.

Der Postetat wird ohne weitere Debatte zu Ende ge» führt.

Die weitere Beratung des Etats wird auf Freitag 1 Uhr vertagt. (Außerdem: Gesetzentwurf, betr. die E n t i ch ä d i - gung unschuldig Verhafteter; ferner Gesetzentwurf, betr. die Entlastung des Reichsgerichts, in Verbindung mit dem heute vom Llbg. Spahn cingeb'rachten Initiativantrag, der gleichfalls von der Entlastung des Reichsgerichts handelt.)

Schluß 7 Uhr.

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südwestlich von Föngwangtschön entdeckt. Die Japaner über­schritten den Unterlauf des Tajangho. Ueber die Zahl der bei Pitzewo gelandeten Japaner fehlen noch genaue Aw­gaben. Die Bucht vonSitschao istinrussischen Händen.

Mutschwang.

M u k d e n , 12. Mai. General Pftug telegraphiert: Die Mitteilung auswärtiger Blätter über die Räumung Niu - tschwangs und die Abberufung der Truppen, welche die Eisen­bahn bewachen und von Chinesen ersetzt werden sollten, ist voll­ständig unbegründet.

Großfürst Cyrill.

Petersburg, 12. Mai. Der amtliche ärztliche Bericht über das Befinden des Großfürsten Cyrill stellt fest, daß das ganze Nervensystem und das Herz, welches zwar in organischer Hinsicht keine wesentlichen Abweichungen in der Funktion, aber eine Reihe schwer und langsam zu beseitigender Erscheinungen aufweise, ernste Aufmerksamkeit und Behandlung erfordern.

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Arbeiterbewegung.

Berlin, 12. Mai. Bon den in Berlin und den Vororten beschäftigten Bäckergesellen und Konditorgehilfen haben rund 2100, meist jüngere, die Arbeit niedergelegt. Rund 5000, darunter fast sämtliche ältere Gesellen, haben sich nicht beteiligt. Hinzu kommt noch, daß vor dem Streik etwa 3000 Gesellen ohne Beschäftigung waren. In den meisten Bäckereien wird nach wie vor gearbeitet, nur in wenigen, kaum 50, haben sämtliche Gesellen die Arbeit verlassen. Gestern vormittag sind vou auswärts- chon Arbeitswillige hier eingetroffen, und weitere Zuzüge, be- onders von Meisterssöhnen, werden in den nächsten Tagen aus allen Gauen Deutschlands erwartet. 800 Gesellen arbeiten bei Meistern, welche die Forderungen bewilligt haben. Ein Mangel an Backware ist biHer kaum zu verzeichnen.

Bilbao, 12. Mai. Die hiesigen B ä ck e r e i a r b e i t e r sind in den Ausstand getreten. Die Arbeit in den Bäckereien wird von Soldaten aus den Militärbäckereien besorgt. Gendarmerie-Pa- troulllen durchziehen die Straßen.

parlamentarisches.

R. B. Darmstadt, 12. Mai. Der Sonderausschuß für die Vorberatung der Wahlrechtsvorlage hat gestern abermals zwei Sitzungen abgehalten und darin zunächst die noch rück­ständigen Differenzpunkte erledigt, so daß vom Ausschußpräsiden- ten der Gesetzentwurf als definitiv fertig gestellt bezeichnet werden konnte. Der Ausschuß hatte zuerst beabsichtigt, die infolge der beschlossenen Mandatsvermehrung von 50 auf 60 er­forderlich gewordene Veränderung der Wahlkreisein- t e i l u n g in einem besonderen Gesetz festzulegen; gestern ent­schied er sich jedoch dahin, die neue Kreisfestsetzung gleich dem vorliegenden Wahlgesetzentwurf einzufügen. In der Nachmittagssitzung wurde die 'neue Einteilung der Kreise in der Provinz Rheinhessen und Starkenburg ohne Schwierigkeit voll­zogen, die für O b e r h e s s e n aber um 8 Tage verschoben, da hier unter den Ausschußmitgliedern eine, schnelle Einigung nicht zu erzielen war. Man hofft, nach einer nochmaligen gründlichen Aussprache auch hier zum Ziel zu ge­langen. Bemerkenswert ist aber, daß alle Vereinbarungen über die Mandatserhöhung in Abwesenheit der Regierung erfolgt sind und daß die Ausschußmitglieder noch völlig im Unklaren sind, wie sich das Staatsministerium zu den jetzigen Beschlüssen des Ausschusses stellen wird.

Berlin, 11. Mai. Der Bundesrat genehmigte heute das Reichsfinanzreform-Gesetz nach den Be­schlüssen des Reichstages.

Die Budgetkommission des Reichstages geneh­migte deute den Bahnbau in Togo im Wesentlichen nach den Wünschen der Regierung.

Die _ eine bessere Sicherung der Lieferungsgeschäfte be­zweckende Bestimmung der B o r s e n g e s e tz n o v e l l e ist von der Kommission mit Stimmengleichheit abgelehnt worden.

Port Arthur.

Tsch ifu, 11. Mai. (Reuter.) Eine hier eingegangene nicht offizielle japanische Depesche ermähnt das Gerücht, wonach die Russen in Port Arthur ihre Schiffe z e r st ö r e n.

Tokio, 11. Mai. (Reutermeldung.) Wmiral Togo berichtet, seit dem 6. Mai höre man von Port Arthur her viele Explosionen : die Ursache derselben sei nicht fest­gestellt. Hier in Tokio neigt man der Ansicht zu, daß die Russen, an dem Erfolge einer Verteidigung vor: Port Arthur verzweifelnd, ihre Kriegsschiffe zerstören, um dann die Festung zu räumen.

Tokio, 12. Mai. (Reuter.) Die amtliche Untersuch­ung ergab, daß der Bericht Alexejews, die Eisenbahn­verbindung mit Port Arthur sei wiederher- g e st e l l t, unrichtig ist.

Tokio, 11. Mai. (Amtlich.) Nach einem vom militäri­schen Oberkommando erhaltenen Bericht bemerkte eine der japanischen Abteilungen bei Annäherung an Pvlantien am 6. Mai einen von Port Arthur nach Norden fahrenden Eisenbahnzug obne die durch die Konvention über das Rote Kreuz vorgeschriebenen Mzeichen. Die Russen im Zug feuerten sofort auf die japanische Mteilung. Das Feuer wurde von derselben erwidert. Der Zug hielt plötz­lich an und entfaltete die Flagge des Roten Kreuzes, worauf die Japaner das Feuer einstellten. Sie gingen vor, um die Tatsache festzustellen. Inzwischen fuhr der Zug weiter und entkam unter Volldampf.

Eine nene russische Niederlage?

Paris, 11. Mai. DerMarin" meldet aus Petersburg: vier ist das Gerücht verbreitet, am Motien-Paß habe eine Schlacht zwischen den Russen und der Armee des Generals Kuroki stattgefunden. Tie Russen erlitten eine Niederlage und hatten schwere Verl u st e. General Sassulitsch s ei unter den Toten.

Die Japaner rucken weiter vor.

Petersburg, 12. Mai. Ein Telegramm des Generals Sacharow an den Generalstab vom 10. Mai meldet: Wie General Sassulitsch heute berichtet, rückt anscheinend eine japanische Gardedivision binnen zwei Tagen aus Föngwang­tschön nach Westen in der Richtung auf Chai tick en vor. Gerüchtweise verlautet, es sollte am 10. Mai eine japanische Ab­teilung, bestehend aus einer Division Infanterie, 40 Geschützen und 1500 Mann Kavallerie nach S a i m a d s y vorrücken. Aus den Berichten vöm Tajangho vom 7. Mai kann man schließen, daß die japanischen Truppen in d r e i A b t e i l u n g e n zusammen­gezogen sind. Zwei südliche Abteilungen befinden sich am Unter­laufe des Tajangho bei Chonduchani und Luanmiao, beides Orte am linken Flußufer, während eine nördliche Abteilung gegenüber Chabalin und Tschibokin, beide am Wege Föngwangtschön-Salidsai- pusa, 20 und 25 Werst von Föngwangtschön steht. Die beiden Südabteilungen hatten am 7. Mai den Uebergong über den Tajangho nicht begonnen. Es ist schwierig, von den Chinesen aus jener Gegend Informationen über die Bewegungen des Gegners zu erhalten. Es kam der Fall vor, daß ein Chinese in der Umgegend von Salidsaipusa eine japanische Streifwache vor einen ihr von Kosaken gelegten Hinterhalt warnte und so rettete

Mukden, 11. Mai. (Nuss. Tel.-Ag.) Nack' den vorliegenden Meldungen rückte eine japanische Division aus Föngwangtschön auf der Straße nach Haitcheng vor. Eine andere Abteilung mar­schiert nach Samatei. Außerdem wurde eine kleine Abteilung

Aer Krieg zwischen Japan und Rußland.

Em Angriff der Ruffen auf Andschu mit Verlusten abgeschlagen.

Söul, 11. Mai. (Reuter.) Russen, deren Zahl auf 200 geschätzt wird, greifen Andschu an. Die japanische Gar­nison verteidigt die Stadt hartnäckig.

Tokio, 12. Mai. (Reuter.) Ueber den vorgestrigen Angriff der Russen auf Andschu wird amtlich gemeldet: Am Morgen des 10. Mai griff russische Kavallerie Andschu an. Die japanische Besatzung leistete hartnäckigen Widerstand. Eine Kompagnie Verstärkung traf nachmittags von Ping­jang ein. Am Morgen des 11. Mai, als weitere japa­nische Verstärkungen von Norden'und Süden eintrafen, floh bi er Feind. Die Verluste der Japaner be­tragen vier Tote und sechs Verwundete, die Ver- luste der Russen über 50 Ma nn. Ein gefangen ge­nommener Unteroffizier sagte aus, daß die Kosa^enabteil- ung, welche angriff, 500 Mann stark gewesen sei.

Söul, 12. Mai. (Reuter.) Den letzten amtlichen Be­richten zufolge gehört die Truppenabteilung, die Andschu angriff, der Kolonne an, die unter Befehl des Generals Mandaritoff steht. Die Kolonne setzt sich aus 600 Trans­baikalkosaken und 100 Ussurikosaken zusammen und kommt von Liaujang. Sie ist täglich 25 Meilen marschiert. Ge­fangene versichern, daß sie nur Lebensmittel für 12 Tage habe.

Uebersichl über Die Arbeiterverhälttriffe in V: ^rtrincberfoaThmg verlangt.

Tie Resolution wird angenommen.

Der Rest des Marineelctts wird bewilligt.

Tie Beratung des I u st i z e t a t s , bei dem eine größere Debatte zu erwarten steht, wird vorläufig verschoben.

Der Etat des Reichsschatzamts wird ohne Debatte er­ledigt.

Es folgt der Etat des Reichseisenbahnamts.

Auf längere Ausführungen des

Abg. Stolle (S03.) über die Betriebssicherheit auf deutschen Bahnen erwidert

Präsident des Reichseisenbahnamts Dr. v. Schultz, die Bettiebs- sicherheit nehme stettg in erfreulicher Weise zu. Während in früheren Jahren auf 1 Million Zugkilometer 33 ^Betriebsunfälle gekommen seien, sei die Zahl dieser Unfälle im letzten Jahre herab - gegangen auf 12. (Hört! hört!) Das sei doch ein Beweis für die Sorgfalt der einzelnen Eisenbahnverwaltungen. Des weiteren teilt Redner mit, daß die deutschen Bahnen planmäßig damit beschäftigt seien, die Niveauübergänge zu beseittgen. Natürlich gehe das nicht auf einmal durchzuführen, sondern nur allmählich.

Der Etat wird bewilligt.

Beim Etat der R e i ch s p 0 ft bringt

Abg. v. Gcrlach (frs. Vgg.) zur Sprache, daß durch Verfügung der Oberpostdirektion Magdeburg den Postbeamten der Eintritt ;n einen Konsumverein untersagt worden sei, weil dieser unter sozial­demokratischer Leitung stehe. «Zuruf rechts : sehr gut!) Hier liege ein absolut ungerechtfertigter Eingriff in die Rechte der Beamten und Arbeiter vor.

Staatssekretär Krätke: Die Verfügung der Magdeburger Ober­postdirektion findet unsere volle Billigung. Die Mitglieder des be- tteffenden Konsumvereins gehören in der Mehrzahl der Sozial­demokratie an. Es läßt sich mit der Stellung der Beamten nicht vereinigen, einem solchen Verein anzugehören «Zuruf: Arbeiter!), auch mit der Stellung der Arbeiter im Staatsdienste nicht. (Zu­stimmung rechts.)

Abg. von Gerstorff bedauert die Ablehnung der Ostmarkenzulage für die Postbeamten.

Abg. Graf Revenllow iWirtsch. Vgg.) wünscht eine praktischere Kopfbedeckung für die Postboten. Er legt ein Exemplar einer Mütze, wie er sie für die Postboten wünscht, auf den Tisch des Hauses Ferner bringt er das Verhältnis des Deutschen

rrcgr m Der großenSOjWRrfgTeTr, jetjen zu rönnen? In biefern pr^lem arischen Punkte ist die Entwicklung außerordentlich lang­sam vor sich gegangen, und ich persönlich glaube, daß jeder, der unsere Nordsee und unsere Nordseeküste kennt, sagen tmrd, daß die Einrichtungen zum «Sehenkönnen, die wir, wie ich hinzufngen will, untersucht haben, die Unterseeboote in unserer Nordsee zur Zeit nicht sehr befähigen, Hervorargendes zu leisten. Ich will mit diesen Ausführungen keineswegs ablehnen, daß man nicht Versuche machen soll. Man kann diese machen in dem Sinne, festzustellen, was an der Frage ist. Ich möchte auch sagen, daß die Frage gar nicht im Zusammenhang steht mit der Frage des Flottengesetzes überhaupt. Die Marineverwaltung hat nach ausdrücklicher und sorgsamer Ueberlegung die Torpedoboote zu denen die Unter­seeboote auch gehören aus dem Flottengesetz 5 c.ruse Liften. Hier wäre also kein Grund vorhanden, weshalb die Marinever­waltung keine Unterfeeübungen machen sollte. Das wird schon länger erwogen und wird auch jetzt noch erwogen. Wie immer aber die Prüfung der Unterseebootsftage ausfallen wird, immer werden die Unterseeboote für die Gestaltung einer Marine sekun­däre Bedeutung haben, große Umwälzungen werden sie nicht Her­vorrufen, wenn nicht noch andere technische Mankos gelöst werden und speziell die Frage des Sehenkönnens in sehr viel höherem Maße weiter gelöst wird, als es bisher der Fall ist.

Abg. Molkcnbuhr (Soz.) kommt auf die neuliche Auseinander­setzung zwischen dem Abg. Legien und dem Staatssekretär über die auf kaiserlichen Werften gezahlten Löhne zurück.

Die Abgg. v. K a r d 0 r , f (Rp.), v. Normann skons.j, Graf O r i 0 l a (nari), Dr. «Spahn (Zentt.) bringen einen bereits in der 2. Lesung gestellten, damals aber abgelehnten Kompromißantrag ein, der die von der Negierung geforderten, von der Kommission aber gesttichenen Stellen der Seeoffiziere zum größten Teil wiederherstellen will. (6 Fregattenkapitäne, 6 Kapi­tänleutnants, 50 Leutnants zur «See mehr, aber 140 Leutnants nur für ein halbes Jahr, ferner Umwandlung einer Vizeadmirals­stelle in eine Admiralstelle.)

Die Abgg. Dr. Spahn (Ztt.), Graf Oriola (nat.-lib.), v. Normann (tonf.) und

Staatssekretär Graf Tirpitz befürworten den Antrag, der gegen die Stimmen der Freisinnigen und Sozialdemokraten an­genommen wird.

Abg. Gröber (Ztt.) befürwortet eine Resolution, die eine

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