Ausgabe 
13.5.1904 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

154» Jahrgang

Zweites Blatt

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen

KLe heutige Kummer umfaßt 12 Seiten

Freitag 13. 9Rat 1904

Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen UntversULtSdruckerei. R. Lang», Gießen,

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.V.

Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr. r Anzeiger Gießen,

Erscheint tvgNch mit Ausnahme des Sonntag».

DieGiehener KamillenblStter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegL 2er ^esstich« Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Neues für Deutschland bietet der Zoologische Garten in einem im vergangenen Jahre erbauten Gartenhause, dem Jnsektenhause. Dieses Haus wird, den ganzen Sommer hin­durch wechselnd, eine Ausstellung besonders schöner Insekten bieten. Die schnellen Dampferverbindungen machen eS heute möglich, selbst kurzlebige Schmetterlinge, Heuschrecken oder Cicaden aus fremden Zonen lebendig einzubringeu und dem Publikum vor Augen zu führen. Von interessanten Arten, die augenblicklich zu sehen sind, sei besonders der Atlas, der größte Schmetterling der Erde, erwähnt; ferner das Wiener Nachtpfauenauge, der größte Falter Europas. Einem kleinen dürren Aste gleichen die Stabsschnecken oder BarilluS so voll- kommen, daß die meisten Besucher erst durch den Wärter darauf aufmerksam gemacht werden müssen, daß sie lebende Tiere vor sich haben. Eine weitere Neuerung bildet der Ausbau des Aquariums. Der neuerbaute, innen ganz in Weiß und Gold gehaltene Reptiliensaal wird am Sonntag den 15. Mai zum ersten Male den Besuchern geöffnet sein. Er umfaßt die seit­herige Reptiliensammlung, die in der letzten Zeit um Tiere von auserlesener Seltenheit vermehrt worden ist. So wurde u. a. eine australische Krageneidechse angeschafft, eine Tier­art, von der erst einmal ein lebendes Exemplar nach London gekommen war. Das Frankfurter Exemplar ist das erste, das den europäischen Kontinent lebend erreicht hgt. Durch reiche Ankäufe ist die Tiersammlnng in den letzten Wochen bedeutend vermehrt worden, besonders kamen verschieden­artige Vögel an, ein Renntier und diverse Känguruhs, von denen einige Arten noch nie lebend in Europa waren. Am 15. Mai ist ein sogen. 50 Pfg.-Tag.

Kleine Mitt eilun gen aus Hessen und den Nachbarstaaten. An den KreiSauSschuß Oppenheim wurden die Anträge gestellt, fünf Kreisstraßen bauen zu lassen und zwar: Ober-SaulheimWörrstadt, EnSheimSpiesheim, Vendersheim Wolfsheim, Schornsheim Hahnheim und EnsheimArmsheimGumbsheim. Weil aber zunächst die Sttaße Wald-UelversheimDienheim erbaut werden muß, wird der Kreistag erst nach zwei Jahren den Anträgen näher- treten. Das weithin bekannte Blaufarbenwerk ^Marien­berg" bei Reichenbach i. O. blickt auf sein 50jährige8 Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß ist für nächsten Samstag eine Festfeier geplant unter Teilnahme des gesamten Arbeiter-, Handwerker- und Beamtenpersonals des Betriebes. Von den ersteren blicken mehrere auf eine bereits 40jährige Tätigkeit in diesem Etablissement zurück. Einen seltsamen Tod fand ein Holzhauer in Fürth i. O. Als der Mann vor drei Tagen im Walde mit Holzhauen beschäftigt war, sahen Vorübergehende plötzlich, wie er ganz unmotiviert in lautes Lachen ausbrach. Es wurde festgestellt, daß der Mann einen Lachkrampf und Schlaganfall erlitten hatte. Das Lachen ließ drei Tage lang nicht nach und der Mann ist an den Folgen des Schlaganfalles gestorben. Auf der Amöneburg bei Mainz geriet am Mittwoch ein Arbeiter in den chemi­schen Werken an einen ungeschützten Draht der elettrischen

bandelte sich im wesentlichen um die Frage der Una b- hängigreit der Militärrichter, die Abg. Bebel und nach ihm die Abgg. Müller-Sagan (Frs. Volksp.) und Schrader (Frs. Vg.) auf Grund der Pensionier­ung derRichterimBilse-Prozeßin Zweifel zogen. Die Versammlung regte sich über den Falt nicht sonder­lich auf, und so wäre der kapitelreiche Militäretat ziemlich schnell erledigt worden, wenn nicht persönliche Aus­einandersetzungen einen breiten Raum eingenommen Raiten. Zwei Vertreter Mecklenburgs gerieten sich be­sonders scharf in die Haare: Abg. Dr. P a chnicke (Fr. Vg.) als Vertreter der antiagrarischen, und Mg. v. Treuen­fels lkons.) als Vertreter des agrarischen Etements. Der Letztere darf geradezu als Typ des kugelrunden mecklen­burgischen Junkers gelten, wie man ibn aus den Werken Fritz Reuters kennt. Mg. Goth ein (Fr. Vg.) konnte sich nicht versagen, seinem politischen Freunde zu Hilfe zu kommen, ©in Ergebnis hatte der Streit nicht, beide Parteien chrieben sich den Sieg zu. Nachgerade zur parlamentari- chen Geißel entwickelt sich Mg. Zubeil iSoz.) mit seinen inablässigen, schon dutzenomal entkräfteten Nörgeleien über die Zustände in den Militärwerkstätten. Es be­reitete förmlich Pein, das dröhnenden Tones vorgetragene Deutsch des Herrn Zubeil anzuhören. Den Vertretern der Militärverwaltungen war es ein Leichtes, ihn abzn- ertiaen.

Den Reigen der Redner zum Marineetat eröffnete Abg. v .'Kardorff (Rp.), der die Last seiner 76 Jahre mit beneidenswerter Elastizität trägt. Etwas wunderlich malt sich aber doch die Welt im Kopse des alten Herrn. Ihm 'teht es fest, daß England darauf aus ist, die deutsche Flotte zu vernichten. Folglich müsse Deutschland mit Be schleunigung nene Kriegs­schiffe bauen. Um die Deckung der Kosten ist Herr v. Kardorff nicht verlegen: er regte an: Besteuerung von Kohle, Mauersteinen, Roheisen und Eisen- bahnbillets, und wünschte zum Schluß, die für Preußen geplanten Kanäle möchten so breit angelegt werden, daß sie auch für Kriegsschiffe fahrbar seien. Staats­sekretär v. Tirpitz ging auf dieses Vielerlei nicht ein, ondern beschränkte sich auf eine Erklärung über die Stellung der Marineverwaltung zur Frage der Untersee­boote. Danach bestehen doch noch beträchtliche technische Unvollkommenheiten, die die Einführung in naher Zeit als sehr zweifelhaft erscheinen lassen. Nach Herrn v. Tirpitz hätte Staatssekretär Dr. Niebcrding und mit ihm der Etat des Reichsjustizamts an die Reihe kommen müssen. Doch bei der vorgerückten Stunde und den zu erwartenden weit- chweifigen Debatten zog man es vor, den Justizetat von der Tagesordnung abzusetzen und andere, wenigergefäbr- liche" Etats aufzuarbeiten Bemerkenswertes bot noch die P o st d e b a 11 e", die den Staatssekretär K r ä t k e wieder­holt in Redegefahr sah. Man hat im übrigen die Hoff­nung, noch in dieser Woche in die Pfin g stferien gehen zu können, a u f g e geben.________________________

Politische Tagesschau.

Aus dem Reichstag.

Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 11. Mai:

Eine Militärdebatte, an der der preußische Krieasmiuister v. Einem beteiligt, entbehrt eines rnter- essanten Moments. Denn Mg. Bebel (Soz.), der eifrige Kritiker am Militärwesen, glaubt Wahl selbst Nicht, daß seine Reden der Debatte das Gepräge geben. General v. Einem war verhindert, der heutigen dritten Lesung seines Mats beizuwohnen. Seine Vertretung führte in erster Linie einer seiner Departementschefs, Generalmajor Gall- witz, ein tüchtiger Redner, dessen Darlegungen aber die persönliche Note "fehlt. So war die heutige Diskussion nur ein schwacher Nachhall derjenigen der zweiten Lesung. Es

Jesuiten, «Handelsverträge und Sozialdemokratie im preußischen Kerrenstause.

Berlin, 11. Mai.

Graf Pork v. Wartenburg äußert staatsrechtliche Be­denken gegen die Aufhebung des $ 2 des Jesuitengesetzes, man befürchte, daß noch weitere katholische Forderungen erfüllt wür- 1 den. Sei man doch schon soweit gegangen, die marianischen Kon- areaationen zuzulassen. Professor Lo en in g-Halle kann die Aufhebung des 8 2 des Jesuitengesetzes nicht bedauern, er habe diesen Paragraph von jeher für ungerecht, unzweckmäßig und ge­hässig gehalten. Der Friede unter den Konfessionen müsse er­halten werden. Um diesen Frieden zu erhalten, mutz 8 1 des , Jesuitengesetzes bestehen bleiben, denn der Orden der Gesellschaft Jesu sei eine Kampfesorganisation. Auch die Zulassung der marianischen Kongregationen ftehe mit dem Geiste dieses! § 1 des Jesuitengesetzes in Widerspruch. Kardinal Kopp: Die Katholiken hätten sich nur mit Rücksicht auf das Empfinden ihrer cvaiigelischen Mitbürger bereit finden lassen, ihre weitgehenden Wünsche zurücknistellen, aber wenn man nun von ihnen ver- lmige, daß sie für alle Zeiten auf jeden weiteren Wunsch ver­zichten, das wäre zu viel verlangt. Uueberall da wo ein lebendiger OrganismuS sei, denn auch die Kirche sei ein lebendiger Organis­mus überall da gebe es auch eine fortschreitende Entwickelung. Mit den Intentionen des Fürsten Bismarck ftehe die Aufhebung des 8 2 des Jesintengesetzes durchaus nicht im Widerspruch. Er sei überzeugt, daß, wenn es dem Fürsten Biswarck vergönnt gewesen wäre, noch einige Jahre länger die inneren Geschicke des Landes zu leiten, das deutsche Volk schon zehn Jahre früher Ge­legenheit gehabt hätte, das Wirken der Jesuiten kennen zu lernen. Das Wesen der Marianischen Kongregationen habe man verkannt. Um gegen den Umsturz wirksam zu kämpfen, genüge die Ge­meindeseelsorge nicht, es müsse die Standesseelsorge hinzukommen, das seien die Kongregationen. Kultusminister Dr. Studt verteidigt die Wiederzulassung der marianischen Kongregationen und die Aushebung des § 2 des Jesuitengesetzes. Mit Rücksicht auf den interkonfessionellen Frieden konnte die Entscheidung der Regierung nicht anders ausfallen als sie ausgefallen ist. Prof. Loening gibt dem Kardinal Kopp zu, daß die Anhänger der katholischen und evangelischen Kirche sehr wohl einen ge­meinsamen Boden haben, auf dem sie zusammenwirken können für die Kirche und für das Wohl deS Vaterlandes. Trotzdem sei er der Ansicht, daß das Bestehen der Zwistigkeiten zum Austrag gebracht werden müsse. Ueber die marianischen Kongregationen habe ihn Kardinal Kopp nicht beruhigen können.

Graf H o h e n t h a l führt Beschwerde darüber, daß die Kün­digung der Handelsvetträge noch immer nicht erfolgt sei. Was die Bekämpfung der Sozialdemokratie anlange, so halte er, wenn er auch prinzipiell kein Gegner von Ausnahmegesetzen sei, doch nach den Erfahrungen mit dem Vereinsgesetz, usw., diesen Weg nicht für praktisch. Frhr. v. Manteuffel findet es be­dauerlich, daß das Haus gezwungen ist, den Etat wieder so spat zu erledigen. Schuld daran sei nur das Mgeordnetenhaus. Vor einem Jakne sei im Dause ein Antrag angenommen worden aus Kündigung der Dandelsverttäge, doch seien noch keine gekündigt worden. Er hoffe, daß der Reichskanzler beim Wiederzusammen­tritt des Reichstages die Mitteilung machen könne, daß die Handelsvetträge gekündigt. Er hält eine vettragSlose Zeit für besser, als den Abschluß für die Landwirtschaft ungün­stiger Verträge. Man sollte, wie sich die Dinge letzt gestaltet haben es vermeiden, bevor die Entscheidung über die Handels­verträge gefallen sind, wichtige innerpolitische Vorlagen im Staate oder Reiche durchzufahren. Redner kommt auch auf den Kamps gegen die S o z i a l d e m o k r a t i e zu sprechen.

Rach weiteren Ausführungen Manteuffels und des Grafen Mirbach erllätt Ministerpräsident Graf Bülow, Die beiden Vorredner hätten von allgemeiner Unzufriedenheit gesprochen. Er müsse fragen, wann habe eS seit " Jahren bei und eine Zeit gegeben, bei der Zufriedenheit geherrscht habe.. Die all- g-meine Neigung der Deutschen zur Unzufriedenheit sei ja einer ter Gründe, weshalb die Sozialdemokratie inDeutschland so Züchtbaren Boden finde. Denn trotz mancher löblicher Anstreng­ungen von anderer Seite übertreffe sie doch .noch immer alle anderen am Herunterreißen. Die Unzufriedenheit würde der So­zialdemokratie nicht so viele Mitläufer.zuführen, wenn nicht auch von Kreisen und Personen und publizistischen Organen, welche behaupteten, auf monarchischem Boden zu stehen, gegenüber der Regierung und sogar der Stelle, die außerhalb der Mskussion bleiben sollte, eine Sprache geführt würde, die wesentlich dazu beitragen müsse, Tausende der Sozialdemokratie in die Arme zu treiben. Er habe im Reichstage ausgeführt, daß eine parla­mentarische Aktion gegen die Sozialdemottatie nur »ur Spaltung her bürgerlichen Parteien beitragen werde. Er betrachte als seine Pflicht, alles aus dem Wege zu räumen, was dtt staats- erhaltenden Parteien voneinander trenne, daher verurteile er auch alle konfessionellen Hetzereien. Er wurde sich nicht für würdig halten, an seiner jetzigen Stelle zu stehen, wenn er daraus verzichten sollte, die tiefgehenden Gegensätze, bie durch das deutsche Volk gehen, durch Gerechtigkeit, Geduld, Besonnenheit auf fried­lichem Wege zu lösen. Die Sozialreform werde die Regierung sort- sctzcn wenn auch mit Undank gelohnt werde'. Wenn die deut­schen Wähler von dem bestehenden Wahlrecht keinen richtigen Ge­brauch zu machen wüßten, so werde man sich auch Nicht darüber wundern können, wenn früher oder später einmal das Dttemma entsehe, ob sie den sozialdemokratischen Zukunftsstaat mit seiner Zuchthausordnung und Güterteilung über sich, ergehen lassen wollen, ober ob das bestehende Wahlrecht durch em anders ersetzt werden sott. Ueber die Frage der Kündigung der Handels- vertrage habe er sich in der letzten Zeit berettS so häufig aus­gesprochen, so daß er sich auf diese Erklärungen beziehen könne. Tei Regierung habe die Hoffnung, daß sie bei dem Bestreben, die Fundamente der heutigen Staaten zu sichern und zu erhalten, auch künftig stets die Zustimmung dieses Hauses finden werde, denn die e F-undamente bilden den Kern der preußischen wie der deutschen Machtstellung. Das Haus vettagt die wettere Beratung auf Freitag 12 Uhr. Schluß nach 6 Uhr. __

Aus Stadt und Saud.

Gießen, 13. Mai 1904.

- Personalien. Am 3. Februar b. Js. wurde der Monteur in der Hess. Preuß. Tisenbahnqemeinschast, Ernst Walter zu Darmstadt, auf sein Nachsuchen, unter An­erkennung treu geleisteter Dienste, mit Wirkung vorn 1. Mai 1904 in den Ruhestand verseht und ihm aus diesem Anlaß daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift .Für treue Dienste" verliehen. Arn 5. April d. I. wurde der Monteur in der Hess. Preuß. Eisenbahngemeinschaft, Jakob Geilfuß zu Darmstadt, wegen geschwächter Gesundheit, unter An­erkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Mai 1904 in den Ruhestand versetzt, eben- so am 22. März der Bahnwätter Philipp Katzenmeyer zu Wixhausen.

* Zum Besten des Russischen Roten Kreuzes ist in Darmstadt, tote wir dortigen Blättern entnehmen, für Freitag den 3. und Samstag den 4. Ium ein großes Gartenfest geplant, das unter dem Pro­tektorate Ihrer Majestät der Kaiserin Alexandra und Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Großfürstin Sergius von Rußland steht. Das Fest wird mit Genehmigung Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs im Garten des Alten Palais stattfinden, den unser Landesherr, welcher der geplanten Veranstaltung sein lebhaftes Interesse zuwendet, Au diesem Zwecke zur Ver­fügung gestellt hat. In den Räumen der Russischen Ge­sandtschaft fand am Montag nachmittag unter dem Vor­sitze S. Durch!, des Minister-Residenten Fürsten Kudaschew eine zahlreich besuchte vorberettende Komiteesitzung von Damen und Herren statt, in der das Arrangement des Festes in seinen Grundzügen festgeleat wurde. Es wer­den danach im Garten des Alten Palais Buffets aller Art, Eis-, Champagner- und Bierbuden, ein Blumen- und ein Postkartenstand, eine russische Bude und eine Tombola zur Ausstellung gelangen, in denen Damen aus allen Kreisen unserer Stadt ihres Amtes walten werden. Militär- konzerte, Aufführungen im Freien re. werden für mannig­fache Unterhaltung sorgen. Ein Aufruf soll in den nächsten Tagen erscheinen. Bei dieser Gelegenheit wird auch be­kannt gegeben, daß die russische Gesandtschaft freiwillige Gaben zum Besten des russischen Roten Kreuzes jederzeit gerne und dankbar entgegennimmt.

Schlitz, 11. Mai. Anläßlich be§ biesjährigen Kaiser- besucheS wurde dem Stationsvorsteher Semmler der Kronen- orben IV. Klaffe verliehen. Bei der Abreise des Kaisers am 7. b. MtS. hatten die Schulkinder des Schlitzer-Landes auf bem Trottoir nach dein Bahnhof Aufstellung genommen; die Mädchen waren mit Kränzen geschmückt und die Jungen mit Fähnchen erschienen. Ihre brausenden Hurrarufe er­freuten den Monarchen sichtlich. Die Feuerwehrkapelle into­nierte bei der Abfahrt des Zuges die Nationalhymne. Der Kaiser schien über alles hoch erfreut und grüßte noch vom Zuge aus unter freundlichem Lächeln und fortwährendem Winken mit der Hand. (L. A.)

Lauterbach, 11. Mai. Am 6. l. M. abends fand die diesjährige Hauptversammlung des Zweigvereins Lauter­bach des VogelsbergerHohenklubs statt. Der Bor­sitzende berichtete über die diesjährige Vereinstätigkeit: Wie immer, so sind die bereits vorhandenen Anlagen, Bänke, Tische, Pfade ?c. wieder hergestellt worden. Am Eichberg- psad, oberhalb des Skinnerschen Hauses, nach dem Eich- küppel zu, ist aus BiNsteinen eine bequeme, originelle, in die Landschaft passende Treppe errichtet worden. An der Angersbacher Staatsstraße, noch ettoas weiter als der Dotzert'sche Gisteich, auf der rechten Seite, ist ein nrit Ge­büsch umgebener schöner Ruheplatz mit zwei Bänken, mit Trinkquelle und mit Uebergang von der Sttaße aus dahin geschaffen worden. Einige schon projektierte Wegmarkier­ungen werden nun in diesem Jahre jufam'men mit in­zwischen noch neu geplanten, nebst Anbringung von noch mehr Wegweisern zur Ausführung kommen. Die Spar­und Leihkasse Lauterbach hat in dankenswerter Weise eine Zuwendung überwiesen, wodurch jetzt ein Grundstock von 200 Mk. für den in Aussicht genommenen Neubau eines Hainig-Aussichts-Turmes vorhanden ist. ES wurde dabei die Hoffnung ausgesprochen, die Hainigkuppe bis wtK 25jährigen Jubiläum des Vereins, in zwei Jahren, mit dem neuen Turm wieder gekrönt zu sehen. Man erhofft auch außergewöhnliche Zuwendungen zu diesem Zweck durch Theater- oder ähnliche Aufführungen, auch würde man für Legate oder sonstige Stiftungen wohlhabender Freunde des Vereins sehr dankbar fein. Danach fand die Wahl des Vorstandes durch Stimmzettel statt, wodurch so gut wie einstimmig der alte Vorstand wiedergewählt wurde. Dann wurde die Aufstellung neuer Ruhebänke beschlossen. Als Vertreter für die demnächstige Hauptversammlung wurde der Vorsitzende gewählt. Nach geschehener Rechnungsprüf­ung durch zwei Herren und Richtigbefund wurde dem Vor­stand Entlastung erteilt. L. A.

R. B. Darmstadt, 12. Mai. Beim Konkurs des Bankhauses C. Schade hat sich jetzt herausgestellt, daß den hohen Anmeldungen von Forderungen an die Firma auch laut der Bücher ca. 600000 Mk. Gegenfor­derungen an viele der Gläubiger gegenüberstehen, sodaß sich die enorme Defraudationssumme um diesen Betrag er­mäßigt. Die Gläubiger hegen daher bie Hoffnung, daß statt des zuerst nur auf 2 Proz. geschätzten Ergebnisses der Konkursmasse sich doch noch einige Prozent mehr herausbringen lassen werden. Die Familie des bekannt­lich im Rheine als Leiche aufgefundenen Defraudanten hat sich (mit Ausnahme des noch in Untersuchungshaft befind­lichen Sohnes) dauernd in London niedergelassen. Einiges Aussehen erregt hier ein abermaliger Selbst­mord, der des Lazarettinspektors K., der sich am Mittwoch mittag in feiner Wohnung im Militärlazarett ver­giftete. Der Selbstmörder soll einen ziemlich leichtfertigen Lebenswandel geführt haben und hiedurch tn viele Unge­legenheiten verwickelt worden sein.

c. Frankfurt a. M., 11. Mai. Etwas vollständig

t tut tt-jährig« cu Stellung. Näheres ?biiion d. Bl. |(O

x Vorstand, anlcgen oder sich 4333

sechstes ficht.

Üudersest,

ch.

leQdkarts, fluten.

Tuerei.

c alsbald gegen Bei- unge6 rächen egenheil geboten, sich üichen, sowie jran-. Köchin ausjubilben.

8 jedoch Borlenmnist elitzen. 4245 cher Hof, Butzbach, lurroem, Besser.

___ 02749

ia,

> >»

ratioutz-Wchm auch alß Beilöchw. uiMchgärlcheu 26.

Mal.

KM

' 2len.

W - lonntafl ;

Pia«

Kt DClf V-

KP

r kgSr

*4. . Mirich

Uimg von MM« rb w vergeben MN iedrich Bcchthold, -rmeijier, Tuleichoien

njchreiberei! Cchnjli etb.|aub.u.bilL angel

allsten- oder aber-Vesuch!

Werkmeister, ne großartig unoet- vee besitzt, jucht emei i DenurWusorbeituni

rag