Ausgabe 
12.11.1904 Viertes Blatt
 
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R-oTKfiuitfl sicli dienstbar zu macken und damit an ihrem Teile kizutragen zur Blüte der Landesuniversität, zum Wohle unseres VlterlandeS!

Ansprache des GrotzherzogS.

Dio Schlüsselübergabe vollzog S.. K. Hob. der Großherzog htit folgender kurzen Ansprache an den Rektor:

Ich übergebe Ihnen hiermit den Schlüssel. Der Bau wird der Universität zur Zierde gereichen: aber nicht allein zur Zierde, sondern auch zum cwigeu Ruhen. So wie die ^udoviciana toeiter wachsen wird/soll auch der Bau sich mvriteni zum dauernden Segen der Wissenschaft.

Auszeichnungen.

Der Staatsminister verlas folgende Auszeichnungen: Der Direktor der Universitäts-Bibliothek Prof. Dr. /baupt erhielt den Titel Mheimer Hofrat, der Rektor der Universität Prof. Dr. Boss ins den Titel Geh. Medizinal- rat, Oberbaurat K l i n g e l h ö (f c r den Titel Geh. Ober- Baurat. Der Schöpfer der neuen Universitäts-Bibliothek, Bauinspektor Becker erhielt das silberne Berdienstkreuz für Kunst uud Wissenschaft.

Bei der Feier waren anwesend etwa 170 Herren, dar- unter 40 Studenten.

Um 2 Uhr war die Zeit der

Abreise

0es hohen Ehrengastes gekommen. Zum Bahnhof geleiteten ihn wiederum der Rektor Prof. Dr. Vossius, uud die Spitzen der Behörden. Auch der Polizeiamtmann Herberg war, wie bei der Ankunft, zugegen. S. K. Hoheit wurde auf dem Wege und bei der 2r fahrt vom Publikum wiederunr Mit lauten Hochrufen begrüßt.

Zuvor hatte der Großherzog im Vorbeifahren mit Ge­folge die neue Tafel am alten Schloß besichtigt.

Ein Festessen.

Heute nachmittag um 5 Uhr findet im Hotel Großherzog ein Festessen statt, woran die Vertreter des Ministeriums, die Spitzen der Behörden und zahlreiche Ehrengäste, im ganzen über 70 Personen, tcilnehmen werden. U. a. sind auch der Oberbibliothekar der Universitätsbibliothek m Mar­burg, Geh. Obcrregierungsrat Dr. B ö d i g e r, der Direktor der Bibliothek von Mainz, Dr. Belke, und der Direktor der Hofbibliothek von ^armstadt, Dr. Schmidt, sowie Bildhauer Prof. Varnesi aus Frankfurt, der Schöpfer des plastischen Schmuckes am Bibliotheksneubau, geladen.

Aus Stadl und Sand.

Gießen, 12. November 1904.

* * Personal ien. Am 7. November dS. IS. wurde ber Steueraufseher-Aspirant Paul Pitthan aus Wöllstein zum Steueranfseher ernannt. Das Ehrenzeichen für Mit­glieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mit­gliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Bingen: Jungert§, Ohler, Lorch, Braun, Mayer, Seligniann, Schäfer, Fischer, Seyler, DulciuS I. und Beck, ferner den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Darm­stadt: Karch, Holz, Hamm an n und Gebelein.

* Ku nsiv ercin. Den Mitglieder^ des KunstvereinS kann die Mitteilung gemacht werden, daß das Vereinskunst- blatt für 1904 schon in aller Kürze zur Verteilung gelangen soll. Es ist bekanntlich eine Radierung von Pros. Holm- MünchenSchwerer Dienst". Neueintrctende erhallen für ihren Jahresbeitrag von 10 Mk. neben dm, freien Zutritt für sich und ihre Angehörigen zu den Ansstcllungen und der Teilnahme an der alljährlich im Dezember stattfindenden Verlosung von Gemälden und Kunstwerken in diesen! Jahre auch noch ein besonders wertvolles Vereinsblatt. Für die nächsten Tage ist eine Kollektiv-Ausstellung von Günther Meltzer-Dresden (Eugen Bracht-Schule^ in Aussicht ge­nommen. Auch für die Dezember-Ausstellung sind schon An­meldungen bekannter Künstler eingetroffen.

Das Promenadenkonzcrt fällt am morgigen Sonntag aus.

* * Ern Vortrag über Japan wird laut Inserat morgen Sonntag nachmittag um 3/24 Uhr im Neuen Saal­bau stattfinden.

* Ein Reutcrabend steht uns nächsten Donnerstag /m Leib'schen Saal bevor. Der kgt. würtembergische Hof­schauspieler Emil Richard, der allgemeine Anerkennung ge­funden hat, wird uns mit seinen Rezitationen einen hübschen Genuß bereiten.

** Kaufmännischer Verein. Dem Wünschen von Mitgliedern entsprechend, hat der Vorstand des Kaufmänni­schen Vereins für diesen Winter besondere Perhandlungs­abende beschlossen; der erste findet laut Inserat heute abend statt. Es wird ein Vortrag über den kaufm. Briefstiel ge­halten werden, woran sich dann bezügliche Erörterungen anschließen werden. Ferner gedenkt m/n über Wahlange­legenheiten zu beraten. Gäste sind willkommen.

* Wurstlieferung für d i e kaiserliche Hof­küche. Für die vom Donnerstag den 10. d. M. ab statt­gehabten kaiserlichen Hosjagden in Kön'gs-Wusterhausen hat Metzgermeister Schreiner von hier an die kaiserliche Hof­küche 240 Baar Frankfurter Würstchen liefern dürfen. Vor einigen Wochen, als Se. Majestät in Altona war, lieferte Metzgermeister Schreiner auch einen großen Posten Würstchen.

Ein grauenhafter Raubmord hat sich heute nacht, wie uns ein Trahtbericht meldet, in Helden bergen (Kreis Friedberg) zugetragen. Tort wurde der katholische Pfarrer Thöbes in seiner Wohnung ermordet und beraubt, und die Täter find bis jetzt nicht bekannt. Nähere Mitteilungen über das schreckliche Ereignis fehlen noch. Die Mörder haben anscheinend durch die gestrige Nachrcht von der auf heute früh angesetzten Hinrichtung der Raub­mörder Groß und Stafforst sich nicht abhaltcn lassen, eine ebensolche Bluttat wie diese zu begehen, und von neuem be­mächtigt sich der Gemüter Grausen und Abscheu, und all- gemein ist wieder die Spannung, ob es der Polizei gelingen wird, die Mörder zu ermitteln unb festzunehmen. Dieselben verbrecherischen Motive haben diesen oder diese Fluchwürdigen veranlaßt, ein Menschenleben zu vernichten, dieselbe brutale Habgier hat ihnen die mörderische Faust geführt. Welche Menschen mögen das sein, die heute ihres Raubes sich freuen und zugleich die Kunde vernahmen, daß zwei gleich verrohte und verkommene Menschen in derselben Stunde dieser neuen blutigen Tat den Vollzug der Strafe, den Tod durch Henkers­hand, erwarteten. Ter Ermordete, Pfarrer Thöbes, war früher lange Zeit in Friedberg im Amte und erfreute sich dort, wie man uns meldet, allgemeiner Achtung und Be­liebtheit.

fe. WormL, ll.Nov. Die Enthüllung des Denk­mals für unseren früheren Oberbürgermeister Küchler wird voraussichtlich nm 28. November erfolgen.

Berleburg, 11. Nov. Fürst Albrecht zu Sayn- Wittgenstein-Berleburg ist auf seinem Schlöffe ver­schieden. Der Fürst geboren 1834, ist als letzter seines Stammes gestorben. Nachfolger in der Standesherrschaft ist der Sohn des verstorbenen Bruders, Prinz Richard, Leutnant im Ulanen - Regiment König Wilhelm I. zu Lud­wigsburg.

Frankfurt, 13. Nov. Der Rechtsanwalt Dr. Alfred Böhm, der wegen Betrug steckbrieflich verfolgt wird, ist, wie dieKl. Pr/ berichtet, durch seinen grenzenlosen Leicht­sinn aus Abwege gekommen. Der jetzt 37 Jahre alte Mann stanuut aus einer angesehenen Familie. Er trieb eine un­glaubliche Verschwendung, die in keinem Verhältnis zu seinen Mitteln stand. So soll er schon als Student einen Extra- zug von Berlin nach Frankfurt genommen haben, um schneller ans Ziel 31t kommen. Nachdem er sich als Rechts­anwalt niedergelassen hatte, blieb er seinem ungeregelten Leben treu und vernachlässigte seinen Beruf. Vor kurzem heiratete er; in seinen Erwartungen auf eine bedeutende Mit­gift sah er sich getäuscht. Vor einigen Wachen strengte seine Frau die Scheidungsklage gegen ihn an.

Frankfurt a. M., 12. Nov. Die Mörder des Klavier- Händlers Lichtenstein, Brcino Groß uud Friedrich Stafforst, sind Freitag nachmittag 4 Uhr von einem Vertreter der Staatsanwaltschaft benachrichtigt worden, daß der König daß Urteil des Frankfurter Schwurgerichts bestätigt hat. Das Urteil soll, wie schon kurz mitgeteilt wurde, Samßtag vor- inittag 7,/> Uhr vollstreckt werden. Die gerichtlichen Be­hörden hatten die Vorbereitungen für den Schlußakt des Dramas in aller Stille getroffen. Die Einlaßkarten für die zwölf gesetzlichen Zeugen sind erst gestern abend in der Zeit von 6 bis 7 Uhr der Gemeindevertretung von Preungesheim zugestellt worden. Für diejenigen Gemeindeoertreter, die der Hinrichtung nicht beiwohnen wollen, wurde Ersatz bestimmt. Zwei der schon Donnerstag abend eingetroffenen Scharfriehler­gehilfen lösten gestern nachmittag 4 Uhr zur selben Zeit, als Groß und Stafforst erfuhren, daß ihre Lebenscihr bald abgelaufin fet die vorausgeschickte Kiste und die sonstigen Gepäckstücke mit demScharsrichterwerkzeug" am Haupt­bahnhof aus und uerluben bie Gegenstänbe in eine Droschke. Der Scharsrichter Engel Harb und der dritte Gehilfe erwarteten die Droschke in der Kaiserstraße; bann fuhr man nach Preungesheim. Die Hinrichtung wird, wie wir herFrkf. Ztg." cntchmcn, auf der rechten Seite im Hinteren GefängmS- hof neben der Bäckerei vollzogen. ES ist nicht bekannt ge­worden, welchen Eindruck die Verkündigung der Bestätigung des Todesurteils auf die beiden Verbrecher gemacht hat. Auch weiß man noch nicht, ob sie von derGnade der Henkers­mahlzeit" Gebrauch gemacht nnb ob sie geistlichen Zuspruch angenommen haben. Wenn die schreckliche Stunde heran* gekommen ist, wird im Gefängnis dasArmsünderglöcklein" geläutet, das, wie ein Berichterstatter meldet,ausschließlich für Hinrichtungszwecke" bestimmt ist.

Kleine 'J. < 111 ' 1; -1 e n a ,s Hessen und den

Nachbarstaaten. In Darmstadt genehmigte die Stadt- verordneten-Versammlung einstimmig die Vorlage zu Gunsten der Erbauung eines V ol ks ba de§ auf dem früheren Terrain der Merckschen Fabrik. Die Kosten sind auf 600 000 Mk. veranschlagt.

vermischter.

* M it der Peitsche. Eine Züchtigung auf offener Straße erregte am Alexauderplatz in Berlin großes Auf­sehen. An der Ecke des Platzes uud der Alexanderstraße 2, in der verkehrrcichsteu Gegend, prügelte ein sein gekleideter Mann einen cbeitfo elegant ausseh<"nden anderen mit einer Hundepeitsche. Rach Veendigi'ng der Prozedur richtete er an die erstaunte Menge, die sich rasch angesammelt hatte, die Worte:Meine Herren, ich habe ihn gezüchtigt. Er hat's verdient, denn er ist ein Wucherer, um den sich schon sechs Offiziere erschossen haben." Tas Publikum nahm diese kurze Erläuterung anscheinend be­friedigt zur Kenntnis. Der .Herr mit der Huudepeutsche, ein Zahnarzt, ging ruhig von dannen, der Gezüchtigte, ein frauftnann K., wandt: sich an einen Schutzmann, der sich beide Namen aufschrceb und ihm anheimstellte, sich ans dem Wege der Privatklage von seinem Gegner Genugtuung zu verschaffen.

Kleine T a q e s ch r 0 n i k. In Essen rourbcn wegen Befreiung von Reservisten und Lanbwebrlenten von mili­tärischen Hebungen 2 Unteroffiziere des Bezirks- Kommandos verhaftet.

Kerichtssaal.

Das Schwurgericht in Shra (Griechenland) hat den früheren Kultusminister Stais wegen seines Duells mit b-m Abg. Hatzip"t-»s sreigesprochen. Auch der Staats­anwalt beantragte Freisprechung. Aus den Verh-indtnugen ergab sich, daß der im Duell durch einen Schuß in die Brust getötete Hadipetros selbst die Schwere seiner Beleidigungen erkannt hatte, aber nicht widerrufen wollte, um nicht in den Verdacht der Feigh-'it zu kommen

Kandel und Aerluhr. UolKswirtschafl.

Eisenwerke Lollar A.-G. Das 2110 000 Mk. .be­tragende Aktienkapital wird durch die Bankfirma L. Schlesinger, Trier und Co. anderVerlinerBörse eingeführt. Für 1903 wurden 8 Prozent Dividende verteilt, für 1904 soll eben­soviel zu erwarten sein.

Deutsch-Niederländischer Getreidekontrakt. Endlich hört man wieder einmal von dieser Vereinigung. Es t^rt der Vorstand des Vereins Berliner Getreide- und Produkten­händler mit, daß die Standard-Muster für den deutsch-nieder­ländischen Getreidekontrakt von Roggen. Gerste und Mais der Angustabladunaen von dem Schwarzen Meere, dem Asow nnb der Donau am 10. November festgestellt worden sind.

Gießen, 11. Nov. Marktherieht. Auf heutigem Woebenmarkt kosteten: Butter vr. Pfd. 1.201.25 Alk., Hühnereier 1 St. 810 Vsg. 2 Stet. 15(X) ^fg., Wänjceiet 0000 Vßi., Enteneier 70 Psg., Käse vr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2Stck. 56 Pfg. Erbsen vr. Liter 21Pfg., Linien pr. Liter 32 Pfg., Tauben vr. Paar 0,80- 0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hahne pr. Stück 0,601,20 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20Mk., Gänse vr. Md. 58-60 Pfg., Ochsenfleisch vr. Pfimd 7080 Pfg., Kuh- und Otindfleisch pr. Pfund 6268 Pfg., Schweine- steisch pr. Pfund 6072 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pnmd 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7074 Pfg., Hammelfleisch pr. Pinnd 50-74Psg. Kartoffeln vr. 100 Kgr. 6,006,50 Mk., Weißkraut per Sluck 810 Pfg., per Zentner 4.004.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 8,0010,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 4 Hs 7 Mk., in Körben 0000 Pfg. Nüsse 100 St. 20-25 Pfg. Zwetschen per Zentner 0.00-0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis <VK) Mk Marktzeit 8-2 Uhr.

Mniversttäts-HiaiSrichtc».

Wien, 11. Nov. Das Prosessorenkollegimn der vhilosophisehen Fakultät beschloß, den Hospitantinnep den Besuch de, Hebungen der Lehrer und Lektoren nicht mehr zu ge* st a t t e n. _______________________________

Neueste Nlewuiiaen.

Frankfurt o. M., 12. Nov. (Eigener Draht- bericht.) Die Staatsanwaltschaft machte heute durch An­schlag mit roten Plakaten an allen Anschlagsäulen der Stabt bekannt, baß heute morgen ?s/4 Hhr bie Naubrnörber Groß und Stafforst hin gerichtet worben sind.

Eichstätt, 12. Nov. Wegen Sittlichkeitsvergehen mürbe auf Anorbnung bes Amtsgerichts Beilngries von ber hiesigen Staatsanwaltschaft gegen ben protestantischen Pfarr- Kurator Merkert Haftbefehl erlaffen.

Kowno, 11. Nov. Bei Noffieny würbe ber Guts­besitzer Baron von ber Necke von seinen Arbeitern erschlagen, weil er ein ohne seine Erlaubnis veranstaltetes Trinkgelage anflösen ließ.

L o n d v n , 12. Nov. Das Reutersche Bureau meldet aus Newhvrk: Nach einem Telegramm aus Buenvs-Ayres hat das argentinische Auswärtige Awt England von neuem! vorgcschlagen. die englischen Häfen für argenti­nisches Rindvieh zu öffnen. Argentinien drohte dabei an, daß es im Falle der Weigerung Englands seine Häfen für Rindvieh aus Holland, der Schweiz, Frankreich und Deutschland öffnen werde. Diese waren auf Grund der Forderungen Englands geschlossen worden. Es sind Anzeichen dafür vorhanden, daß die englische Regierung den Forderungen Argentiniens nicht nachgeben werde.

Paris, 12. Nov. DemMatin" wird aus Petersburg gedrahtet, der neue russische Minister des Innern Fürst Swiatopolk-Mirsky soll dem Zaren folgenden Vorschlag unterbreitet haben: Das russische Reich soll in 16 Kreise eingeteilt werden und zwar das europäische Rußland in 10, Sibirien in 6 Kreise. Jeder Kreis würde Vertreter zu wählen haben, die zusammen eine KÖrperjchast bilden sollen, die das Recht haben soll, Wüns^'e vorzubringen. Die Semstwos eines jeden Kreises hätten gleichfalls einen Vertreter in diesen Rat der Sechzehn zu entsenden. Diese Reform solle die Basis für eine allerdings noch in weiter Ferne liegende neue Verfassung des russischen Reiches bilden.

N e w y o r k, 11. Nov. Der WashingtvnerBerichterstatter desNewyork Globe" teilt mit, Präsident Roosevelt be­absichtige, gegen die Trusts aggressiv vorzugehen. Dem F l e i s ch t r u st gegenüber solle der Anfang gemacht werden. Tas Handelsamt sammle seit einiger Zeit Material, und, sobald dieses als zureichend betrachtet werde, würden die nötigen Schritte geschehen. Auch eine Revision der Tarife soll sicher sein.

Vom Kriege.

London, 12. Nov. Tas Reutersche Bureau meldet au^ der S u d a b a i von gestern: Hier trafen drei deutsche Dampfer, die der baltischen Flotte als Trans­portschiffe bienen, ein. Es sind die SchiffeBelgia", ..Elisabeth" undMvlord". Aus dem Schwarzen Meer, ist der FreiwilligendampferTambow" eingetroffen. Tas russische Wachts^iss kehrte nach der Sndabai zurück, und ein russisches Torpedoboot ging nach dem Piräus. Tas Reutersche Bureau meldet aus Mu kd en von vorgestern: Die R u s s c n beschossen in der Nacht vom 9. Nov. das japanische Lager gegenüber dem Mamalouhügel mit 60 Mellinitgranalen. Dies war die dritte Nachtbeschießung im Laufe einer Woche. Die.Japaner er­widerten das Feuer nicht. Fast jede Nacht findet ein Austausch von Artillerieseuer statt, bei dem die Geschütze häufig ihre Stell­ungen wechseln. Tie Japaner werden aber immer sparsamer mit ihrer Munition, als wenn sie eine große Schlacht erwarteten. Sie brachten schwere Geschütze bei der Station Schaho^in Stellung und hoben auch die Station Sckiatu, die nächste nörd­liche, in ihren Oleschützbereich gebracht. Es wird gemeldet, daß die Russen, den Wasserturm der Station Schaho, der ben Japanern als Bevbachtungspunkt diente, durch ihr Feuer zerstört haben. Die Verteilung von Lebensrnitteln und Kleidern,^die ein Geschenk der Kaiserin waren, wurde von der russischen Armee sestlich be­gangen. Die Armee ist überhaupt in besserer Stimmung und macht einen guten und e in he itlich en Eindruck. Die Truppw speichern die von den Chinesen im Stiche gelassene Ernte aus. Nur in der vordersten Feuerlinie werden aus strate­gischen Gründen die Häuser demoliert. Tas Wetter ist mild. Aus Tichific erfuhr man von der Lage Dort Arthurs und mau ist auf die Kapitulation desselben vorbereitet. Tie Japaner sind im Osten offenbar nicht über die Stellung nördlich von Saimatsi vorgegangen. Sie konzentrieren sich, im Zentrum. Man hält die japanischen Verstärkungen für beträcht­lich und erwartet einen japanischen Angriff. Die russische Armee hat drei kaiserliche Rote Kreuz-Zuge zur Verfügung.

Rom, 12. Nov. Die (sehr unzuverlässige)Agenzia Li­beria" berichtet, daß General Stössel im japanischen H a u p t a u ar t i e r eintraf. Man vermutet, daß der General diesen Schritt unternommen hit, um die Bedingungen für bie Kapitulation von Port Arthur f e st z u s e tz e n.

Telephonischer Kursbericht.

F nnkfura n 12. November.

3l/2°/o Reioheanleiho . . 101.40 Sn/9 do. . . . 89.25 3'/,0/o Konsole , . . . 101.30 3°/n do.....89.30

37,0/n Hessen .... 99.80 3V. % Oberhessen . . .. 4% Oosterr. Goldrento . . 101.90 47,-6 Oestorr. Silborrento 100 20 4% linear. Goldrente . . 100.10 40/ Italien. Rente . . . 104.10

47,-6 Portugieser » . . 63.20

,(tl Portugiesen. . 62.25

1-6 0. Türken . .

Türkonloso .....128.00

4% Griech. Monopol.-Anl. 48.00 4l/,>6 äussere Argontiner 44.00

Tendenz:

3% Mexikaner .... 30.50 472'7" Chinesen .... 90.00 Electric. Schlickert . . . 122.00 Nordd Lloyd . . . . 106.90

Krediiaktien .... 211 50 Diskonto-Kommandit. . . 192.90 Darmstädter Bank . , . 142.00 Dresdener Bank .... 154.90 Berliner Handelsges. . . 161.70 Oesterr. Staatubahn . . . 140 10 Lombarden . . , , . 17.90 Gotthardbahn .... 192.50

Lanrahütte ...... 255.00 Bochum ....... 220.90 llarpenor......217.10

Schatzscheine.....

fest.

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