irr txfLn-^J.Yn unb brr urifitSrff&pBlttifdxe Entwickelung un jerrr S^chniLxcbt, Die e$ also mit sich gebracht nitb 0 ist mir, toie ich e<$ txiitr iUx'rsche ui jeher Be-iebmrg ^glückt. DaS Offizier- tinu* >e s1,\'dniwe ist mein Offizierkorp- iuri> btt* Herren sind meine Cfrijm* mtb meine Kameraden genwrden und da- durch, bau dieser enge und innige Zusammenhang catädu ist, gleich dem, her schon Ialytzunderte binburd) zn-ischen dem Offizier lorpS der Landtirrnee und ihren Königen besteht, i ft eS möglich gewesen, daß.diese großen Leistungen geboten werden konnten. Denn auch hier heißt es: Ter Buchstabe tötet, aber der (Seift macht lebendig. Derselbe hat sich auch hier tätig erwiesen und die herrlichsten Beispiele geliefert. Jdj begrübe in diesem Geist freudiger Hin ■ gäbe aufopfernder Arbeit dis ^borsams und der TiszGlin in den jüngeren Offizieren die frohe Qfcnnfefccit für die Z u - F u n f r, daß, welcher Ausgaben auch an die Marine herantreten werden, sie jrd) in jeder Beziehung ihnen gewachsen -eigen wird und als eine gute und zuverlässige Waffe in meiner Hand. Die Wurzeln ihreS LebcnS rridjcn :u die frühere Zeü zurück und ich hoffe, daß Se. Exzellenz Admiral v. Knorr aus diesen Tagen die Isitzcrzeugung ivird entnehmen tönnen, daß der Schneid und btc Tapferkeit und die fciiHjabc von Gut irnd Blut für Jftjriig und Vaterland, die er sckwn mit feinem Beispiele erwiesen dar, auch heute noch ebenso in der Marine lebendig sind. Daß dem immer so sei, darauf erhebe ich mein Glas und rufe: "Die aktive Scküachtslotte und meine Marche Hurra! 5>urra! Durra!
Bruusbüttelkoog, 11. Sept.
Die „Hoben^lleni" mit dem Kaiser an Bord ging heute firr) nach 8)i.ittcrnacht in den Kanal n ach Kiel unter dem Salut der gesamten Schlachtflotte, welche sämtliche Scheinwerfer spielen imb Raketenseuorwcrk steigen ließ.
politische Wochenschau.
Der deutsche Kronprinz hat sich mit der Herzogin Eecilie zu Mecklenburg-Sch werin verlobt. Zn der Herzogin Cecilie wird zum zweiten Male eine mecklen - durgische ^Prinzessin in die Reihe der preußischen Königinnen ein treten; die erste war Königin Luise aus dem Hause Mecklerrburg-Strelitz. Da die Herzogin Ceeilie sowohl zu den Höfen von Rußland, Tänemmck, Holland wie auch zu dem Hause Cumberland in enger verrpandtschaftlicher Beziehung steht, sind in der Presse gleich bei BÄarnrtgabe der Verlobung die verschiedensten Kombinationen laut geworden über die politischen Tendenzen, welche mit dieser Verlobung verbunden seien. Selbstverständlich läßt sich zurzeit nichts darüber sagen, ob die Verbindung, namentlich was den Herzog von Cumberland an geht, die Folge haben wird, daß eine versöhnlickiere Stimmung zwischen Berlin und Gmunden playgreifcn wird. Das deutsche Volk fühlt sich einig in dem Wunsche, daß die Verlobung des deutschen Dwnprinzen mit der Herzogin Cecilie dem jungen Brant' paare zum Glück und dem Vater lande zum Segen dienen möge. Die Verlobten weilen seit dem gestrigen Sonntag in Schwerin.
Frhr. v. Mirbach hat wegen der Ungeschicklichkeiten, die er in der Sammlung für die Kirchenbanren begangen hat, dem Truck der öffentlichen Meinung weichen müssen. Diejenigen Kreise, welche sich für ihn ins Zeug legten und der Presse nichtsnutzige Verleumdung nachsagten, werden sich angesichts des Umstandes, daß Frhr. v. Mirbach der Stelle eines Sekretärs der Kaiserin und Verwalters ihrer Schatulle enthoben worden Lsr, wohl sagen müssen, daß die Auffassung der öffentlichen Meinung an maßgebender Stelle geteilt worden ist. Herr v. Mirbach soll gegenwärtig an einer Herzkrankheit leiben und diese Krankheu ist nach halboffiziöser Verkündigung der erste Vorbote für seine Verabschiedung als Oberhofmeister. Die Aufregungen? welche für Herrn v. Mirbach mit der ganzen Angelegenheit verknüpft waren, mögen schon derart gewesen fein, daß seine Gesundheit darunter gelitten hat. Frhr. v. Mirbach hat am Samstag auf ärztliches Anraten in Begleitung seiner Gattin eine längere Erholnngsreise nach dem Harz an getreten.
Die Speyerer Protesta tionsfeierist nicht zur vollen Zufriedenheit der Evangelischen verlaufen. Tie Ab Wesenheit der protestantischen Fürsten, namentlich des Kaisers, hat verstimmt. Die Feier war ein Gedenktag des Jahres 1529, und jede Spitze gegen Rom ist ausdrücklich vermieden worden. Es war ein Gedenktag protestantischer Glaubens- und Gewiss en s freih ei t, dem eine größere Aw zahl gekrönter Häupter eine erhöhte Feierlichkeit gegeben haben würde.
Der preußische Schulantrag hat die Junglibe- ralen auf ihrem Leipziger Vertretertag beschäftigt. Die dort gefaßte Resolution, deren wesentlichster Bestandteil die Forderung auf allgemeine Einführung her Simultanschule ist, stellt sich in erwünschtesten Gegensatz $u dem bekannten Schulkompromiß. Es steht zu hoffen, daß die Resolution für kommende Beratung der Schulvorlage maßgebend fein wird. Die Hauvtbedeutung der Leipziger Tagung liegt darin, daß sie Pir Evidenz bewiesen hat, wie sehr das Bestreben der Iungliberalen darauf gerichtet ist, die Schule von der Kirche zu befreien.
Der 70. Geburtstag des Präsidenten des deutschen Reichstages, Grasen Balleftrem ist ohne Saug und Klang vorübergegangen. Der Reichskanzler hat in einem Telegramm dem Präsiden tert seine Glückwünsche ausgesprochen. Rcamens der Zentrumsfraktionen überbrachten die Avgg. Dr. Spahn, Dr. Bachem und Dr. Porsch die Glückwünsche. Die Parr-iblütter haben zumeist anerfannt, daß Graf Bellc- strem für das schwierige Präsidialamt befähigt ist, Objektivität wahrt und über einen Humor verfügt, der in Momenten einer kritischen Situation die Spannung der Gemüter auszulösen geeignet ist.
Im ostaf iarischen Kriege ist die japanfreundliche Welt um eine Enttäuschung reicher. Schon seit Juli war sie darauf vorbereitet worden, daß die Japaner bei Liaujang eine, ja die Entscheidungsschlacht schlagen würden Nach unb nach meldeten sich auch -russische Stimmen, Die mit Zuversicht verkündeten, bei Liaujang werde sich das Blättchen wenden; die ruffijdjcn Soldaten seien der ewigen Rückzüge müoe und wurden sich bei Liaujang den Japanern stellen. Seit dem 23. August nun wurde in immer engerem Kreise tun Liaujang gekämpft; die Javaner gewannen oen Russen Schritt um Schritt die stark befestigten Stellungen unter großen eigenen Verlusten, die nach neue,ton Angaben japanischer Offiziere mehr als 20000 Mann betragen haben, und durch Verpflegungsschwierig-
.i noch weiter verft u Bedingungen ab; wie nx_nig aber die Dinge nach japanischer Erwartung ihren ;ri7rLguu*j nahmen, zeigt der Umstand, daß die schon für Den L, dann für den 3. gemeldete Einnahme von Lüut- • ana erst am 1. September erfolgte. Inzwischen hatten üie ruj ischcu Oberbefehlshaber alle nötigen Rlaßnahmen
< yiLu. er ;drv ct, ß er über den geschwollenen Tctttse- nuü.....m-.u ii . mußte, und Die Japaner hätten
aut tt ^ntrum und linken Flügel den Russen bei dem uxbex xlj"* fCtjfc lasug re roen können; aber diese Zeile des
japanischen HeepeS scheinen birrd) die Angriffe der Vvrher- gegan(jenen Tage so felrr der Rübe bedürftig gewesen zu sein, daß sie 5Vuro|xitfüi seine Brücken hiirter sich verbrennen und uuv er folgt abzieheu ließen. Vor der Ramm ung von Liaujang brannten die Russen auch die Magazine in der Nähe der Eisen bahn statt vu nieder, aber die Japaner erbeuteten doch, so scheint es, eine gewaltige Menge Vorräte und Munition. Eine fortgesetzte Bedrohung des russischen Rückzuges soll von dem rechten Flügel der Japaner ausgegangen sein. Doch zuverlässige Korrespondenten melden neuerdings aus dem russischen Hauptquartier in Mu Wen, daß die während des Rückganges eiiigctretene Un orbnung aufgchört hat. Die lebten Truppen der russis chen Armce und die letzten Triuisporttolounen Hütten in guter Ordnung Mukdeu erreicht. Der ganze rufjifdic Rückzug sei von den Japanern nur wenig belästigt worden, uuropatkin zeigte |idj also allen An- stvcngnngen seines Gegners Kuroki durch gesdMt getroffene DeckungSmaßregcln überlegen. Trotzdem nach allgemeiner Annahme die Jirpaner in chrcr Gesamtheit an Zahl und an Artillerie die Russen übertrafen, hat Kuro- patfin sein Heer aus der drohenden Umklammerung gerettet, wenn auch mit sdstvereu Verlusten. Okneral Kuroki berichtet, daß nach der Schlacht am Montag die Russen über 10 000 Verwundete nordwärts nach Mukoen (djafften und dreitausend Tote in der Umgebung von Liaujang zurückließen. So sehr auch die Japaner mit iljrem rechten Flügel gegen die RüsizugSlinie der Russen andrälrgteu und auf den dieselbe begleitenden Höl)enzügeu eine beherrschende Stellung einnahmen, vermochten sie dank der Widerstandskraft der russischen Deckungstruppe11 nicht eiiuiuü, Kuro- pettin in dem Gebronck- der Eisenbahn nad> Mukden zu hindern. Es ist den Japanern nicht einmal gelungen, diese sdstvcrfälligen Kolonnen, deren Wegscl-afsmig zumal auf den schlechten Wegen bei fortwährendem viegcu eine große Leistung war, abzusangcn. Dazu kommt, daß Port Arthur sichuoch immerfort hält, dessen Fall das japanische Volk sck)vn vor Monaten erwartet i-atll, wie sich aus den Vordereiiuugeu für die Feier des Siegesjubels ergab. Man weiß, daß die Besatzung dieser Festung um ein vielfaches kleiner ist, als die Bclagerungsarmee, daß dieser eine an Zahl überlegene -Jlrtilleric zur Verftiguug steht, dennock) find die Fortschritte der Belagerung für die Zei^ ihrer Dauer nicht groß, ja nmndK Wechselfälle bet den Sturmangriffen haben sich für die Belagerer als red)i peinlich errviescn. Kurz vor den großen Miinipfcn bei Liaujang konnte man ein Nachlassen der Angriffe und Besd)ießuugen auf Port Arthur bemerken; die Lässigkeit bet Japaner gegenüber Port Arthur ging sogar so wett, daß sie die Blockade des Hafens tatsächlich aushoben; so gelang es einem großen Dampfer, unbehelligt mit Proviant den Hasen zu erreichen; ivaS für dieses große Schiff gilt, gilt natürlich auch vou den zahlreid-en chinesischen Dschunken, die, gcsdftckt geleitet mit) schlau lavierenv, zur Nachtzeit den Russen Lebensrnittel ztiführen; dem gegenüber verschlägt cs nichts, wenn einmal eine Flottille solcher Dsdpui^ Een abgefangen wird. Ein japanischer Offizier, der auf der Rette nad) Tokio in ifingtau ourchgekoumren ist, erklärte obendrein, die Verluste der Japaner vor Port Arthur in den letzten Tatzen seien sehr schwer und ubersttegen 15000 Mann an Toten unb Verwundeten. Wenn man demnach von großen Erfolgen der Japaner redet, so ist das barer Unsinn.
Dem Gouverneur von Kret a, dem Prinzen Georg von Griechenland, der mit diesem seinem Posten die Belohnung für ben Jon-ft unglücklich oerlaufencn ilincg Griechenlands gegen die Türket ein heimste, cmpfuibet offenbar Langeweile auf feinem Gouverneurstuhl und in setttem M- hüngigkeitsverhältnis vom Sultan. Der Prinz hat sich auf Reisen begeben, um an den Höfen Europas Stimmung für die Vereinigung Kretas mit dem Königreick) Gried)en- land zu macheii, also nachttäglich doch nod- die volle Ernte in die griechische Scheune zu legen, die burd) ben unglücklichen Ausgang des Krieges ganz verhagelt sck)icn. Man hat es hier mit einem diplomattsd)eu De bitt des jugendlichen KönigSsohues zu tun, der wohl weiß, daß Rußland den Griechen in neuester Zeit wieder tvenig wohl will, wenn es seinerzeit auch die Hauptursache »vor, daß der dem letzteu griechisch-turtisd-en Kriege zu Grunde liegenbe Wunsch, die Angliederung Kretas an Vas Königreich Hellas, wenigstens halb erfüllt wurde. Da nun Rußland augenblicklich andere Dinge zu tun hat, als Griechenland an der vollen Erfüllung seiner krctiscr-en Wünsche zu hindern, so saßt Prinz Georg Die Gelegenl-ett beim Sck)opfe, stteckt in Rom, Pans und Wien Fühler aus und will, nnc es heißt, auch in Petersburg beim Zaren direkt anklopsen. In Wien hat er sich bereits einen Korb geholt und dasselbe wird ihm wohl aud) in Petersburg passieren. Nad) Berlin wird er überhaupt nicht gehen, Demi er kennt das Urteil zu gut, welches dort von höchster Stolle über den damaligen Krieg und seine Urheber gefällt worden ist.
8. Sitzung der Großh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.
Protokoll-Auszug.
(Schluß.)
3. Prozeßkosten-Ersiattung an Ausländer.
Tie Handelskammer in Leipzig hat in einem Sd-reiben an den Deutschen Handclstag daran, hingen-iefen, daß nach den Bc- ftinimungen der Jiviiprozeßoronung Der obsiegende Kläger nicht nur ftei von Genchtstoften bleibe, sondern aud) die Erstattung Der aufgewcndeten Auslagen usw. verlangen könne, wogegen die ausländischen Prozeßordnungen vielfach Bestimmungen enthielten, die dem Kläger troh seines Obsiegens eine beträchtliche Kostenpfliäü auferlcgen. Dadurch werbe dem Ausländer in Deutsästano im allgemeinen die .Geltendmachung feiner Forderungen bedeutend leidster als dem Deutschen im Auslande, und es eurpjhele fed) daher, .dem vor deutschen Gerichten obsiegenden auslänbischen Kläger die Kostenerstattung nur dann zuzugestehen, iveim der Staat, dem her betreffende Ausländer angehört, eine Kostenorstattungspflid)t in gleichem Umfange wie die deutsch Zivilprozeßordnung anerkenne. Da aud) aus dem hiesigen Bezirke derartige Beschwerden vorliegen, so besdstoß die Kammer die Anregung der Handelskammer Leipzig zu unterstützen.
4. Bekämpfung des unlauteren W e 11bewerbs.
Während nach den Bestimmungen dcS Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes der Verrat von Be< 'ttebSgeheimnrssen und die Verleitung zum Verrat von Bctttebs- ocheimnissen unter Stra,c gestelll sind, enthält das (Gesetz keine Strafandrohung gegen den Versuch von Angestellten, an Dritte Betriebsgeheimnisse zu verraten. Da Derartige Fälle vorgekommen sind und uad Gesetz lfter eine x:üde aufweist, beschloß die Handelskammer einen Antrag Der Handelskammer zu Ulm auf Ernfct-altung einer Dagegen gettch- letcn Strafbestimmung zu unterstützen. — Tie Pfälzische Handelsund (bewerbekammer zu Ludwigshafen hac in cuicr an Das Bayer.scl>e Staatsminist .aim des 3mteni gerichteten Eingabe । im Ci-,, si.rung t - Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes vorgeschlagen, dalstngchend, daß jeder, der Angestellte besticht ober sie zu bestechen unternimmt und jeder Angestellte, Der ^ü:stechnngcn eutgegenmnu»t oder Anssordernng
hierzu ergehen läßt, mit krimineller Strafe bedroht werden soll. Auch von lstesigen Firmen wird mitgeteilt, daß die Zuwendung von Geschenken und Geldsummen von feiten der Lieferanten an die mit dem Einkauf betrauten Angestellten in allen Branden zu den größten Mißstäiiden und zu einem unlauteren Wettbewerb geführt habe. Tie Kammer war der Ansicht, daß diesen Mißständen nur durch Strafbestimmungen entgegengetreten werden kann, wenn sie aud) die Schwierigkeiten, die sich einem foldjen Vorgehen entgegen stellen, nicht verkennt; sie beschloß Daher, die Anträge der Pfälzischen Handels- und Gewerbckammer zu unterstützen.
5. Verstümmelung v o n Telegrammen und Haftung der Telegrap henvcrwaltnng. Tie Handelskammer zu Tessau teilte mit, daß in ihrem Bezirke sehr häufig Verstümmelungen von Telegrammen vorkomme, und fragt an, ob is fid> empfehle, baß die Telcgraphenvcnvaltung Die Haftung für Verluste oder Entstellung Der Telegramme übernehme. Im hiesigen Bezirle sind Klagen über häufige Entstellung von Telegrammen nicht belaiint geworden; aud) konnte sich Die Kammer nidjt für eine Erweiterung der Haftpflicht der Telegraphenverwaltung ausspredien, da man sich gegen Verstümmelung ober Verlust durch Aerichtigimgslclegramme schützen kann, die nach d.'r Telegraphenordnung schon jetzt zulässig sind.
6. Entwurf eines Ortsstatuts für das Kaufmann s g c r i ch t z u Gießen.
Von Der Groß!). Bürgermeisterei ist der Kammer mitgeteüt worden, daß sie DaS Ortsstatut des in Gießen zu errichtenden KaufiuannSgericlüS in engster Anlehiiung an das Ottsstatut des Gcwerbegcttclsts, das sich fclyr^ bewährt habe, aufzuftellen be- absicl'ttge. Tje Kammer erklärte sich lsiermit einverstanden, besclftoß aber zu bcfürwotteni
a. Tie Ausdehnung des Gerichtsbezirks des Kaufmanns-Ge- ttclsts über ine Stadt Gießen lünaus auf die Gemeinden Groß- und Klein-Linden, Heuchelheim, Wicseck und Lollar.
b. Tie Aufstellung und Offenlegung der Wählerlisten, c. Eine ziemlich niedrige Entsclxidignng für Zeiwcrsäumnis
der Beisitzer, da die Beisitzer aus den Reihen der Angestellten in den meisten Fällen keinen Einnahmevcrlust für iljrc Tätigkeit crlcii>eit und von den meisten Prinzipalen auf eine hohe Entschädigung kein Wert gelegt wmöc. ^Eingänge.
a. Gcsä-äsiSübersichl ber Eick)anstaltcn des Großherzogtnms Hessen im Jahre 1903.
b. Jahresbericht Des Grvßh. Hessischen Landcswohnungs-Jn- ! pektorS für 1903.
c. Protokoll Der Versammlung der Freien V er einig ung der Wescrschiffal)ttsinteresfcnten zu Kassel vom 11. Juni 1904.
b. Protokoll der 14. Jahreshauptversammlung des deutschen Verbandes Kaufmänischer Vereine.
e. Ucberficht der bis zum 31. Tezember 1903 in das Handelsregister des Kaiserl. Gerichts von Kiautschou eingetragenen Firmen.
f. Von zuverlässiger Seite sind der Kammer Mitteilungen zugegangen Über die Beglaubiguna von Fakturen für die Ausfuhr mcdizinifther und chemischer Produkte nad) Ruß- laiid, über die sciiwedische Konkurrenz beim Absatz von Sägegattern nach Rußlaiid, über die Bestrebungen der Lodzer Baumwollsvinner zur Hebung des Absatzes ihrer fertigen Garne nach dem Äuslandc, über empfehlenswette Firnten in Kiew und Charkow, über die Deklaration von Getixben bei der Einfuhr nach Rumänien, über den Matz Deutscher Papiere nach Südafrika, über Matzgelegenheit für Heil- und Schutzmittel gegen Schafräude nach Süd- Aftika, Winke für den Export nach Beira (Portugiesisch Oftaftika), über die Konkurrenz der Vereinigten Staaten von Amerika im mexikanischen Staate Oaxaka, die Gründung Der iationa 1 - Äff oc i ation of Jmpotters in Newyork, den amerikanischen Tabakttuft und den Tabakmarkt in Vir- ginien, die Erzeugniffe der deutsdvn Kleineiseninduftrie auf dem Markte in Amazonas, die Anknüpfung von Gefchäftsver- binbungen mit Rio be Janeiro, die Entwickelung der Industrie in Chile, den Matz von Musikinstrumenten, 'Bapier und Papierwaren, Kartonagcn nach Chile, über die Wirkung deS ruffisch-japanischen Krieges auf die Ausfuhr von Rohseide aus Japan, ferner über zweifelhafte Firmen in Czeglöd (Ungarn), im Haag, Anrfter- dam, London, Newyork und frt Porto Alegre.
Tie Eingänge können während der üblichen Geschäftszeit im Burau der Handelskammer ein gesehen werden.
Gerichts saal.
Frankfurt, 11. Sept.. Der Unteroffizier Borgsmüller vom 12. Hufarcnvegimcnt ist ebenso wie Der vielgenannte Fahn- rid) Hüfsenor der Ansicht, daß er das Recht habe, einen Soldaten, der dm nicht grüßt, auf dem Platze niederzustechen, und er hat aud) den Versuch gemad)t, diese Ansicht in die Tat umzusehen. Am Abend des 31. Juli wurde der Unteroffizier von dem Husaren Sch.llcnberger, der sich auf dem Wege in die Kaserne befand, auS Versehen angestoßen, und er stellte den Soldaten zur Rede, daß er an ihm vorboigcgangcn sei, ohne zu grüßen. „Ich habe den Herrn Unteroffizier gegrüßt", sagte der Husar. — „Halten Sie die Sdmauze!" rief dec Unteroffizier und schlug ibm zwei^ mal mit Der Faust ins Gesicht. AIS der Husar erwiderte, er werde Den Vorfall zur Meldung bringen, zog der Unteroffizier vom Leder unD setzte dem Manne die Spitze seines Säbels auf die Brust. Ter Husar flüdjtete darauf, wie die „Frks. Ztg." berichtet, tu eine benachbarte Wirtschaft. Ein Ehepaar, das in txrr f)?ähe vor seinem Haufe saß, meinte nicht anders, als Der Soldat sei gestochen worden. AIS ein Ofensetzer Dem Unteroffizier Vorhaltungen machte, daß er gegen einen einzelnen Mann den Säbel gezogen habe, rief dieser: „Wissen Sic nicht, daß ich das Rectst habe, wenn mich einer nicht grübt, ihn sofort nieder- zustechen?" Tie Frau deS Ofensetzers bekam einen <rüoß, als )ie den 1-ochgradig erregten Unteroffizier bat, er möge Doch ihrem Manirc nid.tä tun, da sic vier tlcinc Ittnbcr habe. Vor dem firiegageridrt gab dcr Untervffijier zu, die erwähittc Acuhcrung getan zu haben, und räumte auch ein, die Klinge gezogen zu haben, um den Manu zu erstechen, meil er ihn nickst gegrüßt habe. Dann aber l)abe er sich ander» besonnen und ihm einen einzigen Schlag gegebm. Demgegenüber bekundete daS Ehepaar in Heber- einftimmung mit dem Husaren, daß dieser zunächst zwei Schläge ins (!ikfid)t belbmmen l)abe, und daß nach diesen Sckilägen der Unteroffizü'r bUnt zog. .Er hat sich nach Ansicht des Kriegsgerichts cuier gelinbcn Mitzl-andlung in Verbindung mit vorschriftswidriger Behandlung eines Untergebenen schuldig gemacht, und Dainr l)ält Das Kriegsgericht die geringste zulässige Strafe für ausreichend, weil der Angeklagte fdjnzcr gereizt wurde und nne gute Fülirung besitzt. So büßt denn der Unteroffizier BorgSmüller die Tat mit sieben Tagen gelinden Ar- reste s.^
Mnivcrsttäts-Nachrichten.
Ter a. o. Professor Schmidt in Erlangen, hat einen Rus als ordentlicher Professor der Physik nach Königsberg angenommen.
gesundeu. magendarmkranke Kinder»
bewährtaste Nahrung für
ase/.
Rheinisches Technikum Bingen iür Maschinenbau und Elektrotechnik.-"«


