Ausgabe 
12.2.1904 Erstes Blatt
 
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Freitag 1L. Februar 1904

154. Jahrgang

Erstes Blatt.

Liner Meldun

für ein Vorgehen

metzelten nieder.

Ian).

11. Februar 1904.

r Großherzog haben hleswigcholsteinischen Hauptmann im In» 117, die Krone zum Philipps des Groß-

Aer Krieg zwischen Japan nvd Außland.

Vom Kriegsschauplatz.

Einem ans Petersburg in Paris eigetrvffenen Dele- gramm zufolge wirb aus Wladiwostok berichtet, die Ja­paner hätten am Palu-Flusse eine völlige Nie­derlage erlitten. Auch sollen die Russen Chemulpo besetzt haben. Indessen schenkt man dieser Nachricht

°»Whe»dli nktla"m folgend " '«en Md-, ,3ur Frsliguug der l,eicm friedliebenden 3 zu der von der agenen Revision Abmachungen beziig« >e über diesen Gegen, ind jedoch nicht benachrichtigte uns, letzten Antwort ge. bzuivarten, von dem diplomatischen ms vorher in Kennt« ehungen die Gross, esahl die japanische Geschwader auf der : plötzlich anzugreisen. Statthalters hierüber trderung Japans . Indem wir dies! : in unerschüttcrlicheni 7 unb in feitet Zu. aller unferer treuer land zu verteidige chrn TrupM te

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früh wurde auf bei j im Erzgebirge ein Ütchen-Arkauer t ausgefunden, ^n.

Mordsielle Geld- <m Mörder hat man mailteingeleitet^

wenig Glauben.

Eine in Petersburg durck)! Extrablätter verbreitete Nachricht über die Leckschießuna von 11 japani­schen Schiffen findet bisher keine Bestätigung, doch wird sie von Marinekreisen als richtig bezeichnet.

Ter russische Marinegeneralstab nrnd# bekannt, daß nach ihm zugegangenen Berichten bei dem Gefecht in Port Arthurs japanische Schiffe unwesentlich b e- schädigt, 50 Japaner (also nicht Russen!) getötet und 150 verwundet seien.

Liner Meldung aus Yokohama zufolge, sei der größere Teil der russischen Kriegsschiffe 6et Port Arthur kampfunfähig gemacht, einige seien gesunken. Auch einige der Japaner seien außer Gefecht gesetzt.

rldung desStandard" aus Tientsin zufolge, die Russen bei Lidohanf 100 Chinesen Tie Beamten von Schanhaikwan erbitten

Winterpalais vor der Unterzeichnung des KriegSManifestes wurde eine Ansprache des Kaisers erwartet; das Unter­bleiben machte einen deprimierenden Eindruck. Einge­weihte behaupten, daß der Verlust viel größer -tst, als bekannt gegeben wird, wo im Gegenteil unter der «oanb Gerüchte über Erfolge ausgestreut werden, um die Stimmung zu heben. Charakteristisch ist auch das Be­streben, Deutschland, insbesondere Kaiser Wil­helm für die Situation verantwortlich zu machen. Wie sicher die antisemitischeNowoje Wremja", so beschuldigt jetzt das MattRuß" direkt die Deut­schen, Rußland nach Asien gehetzt zu haben, um in Kleinasien frei schalten zu können.

Tokio, 11. Febr. Dem am Freitag von Yokohama abreisenden russischen Gesandten, Baron Rosen, geben japanische Kriegsschiffe mit allen mili­tärischen Ehren das Geleite bis drei Meilen von der Küste.

Eine japanische Darstellung der Kriegsursachen.

Im Geheimen Rat zu ,

von England eine Erklärung betr. die Neutra Englands im russisch-japanischen Kriege.

Auf Anregung des Petersburger Kabinetts finden Dei> Handlungen zwischen den Mächten statt behufs Feststell­ung der Tatsache, daß die Verantwortung für den unvermittelten Ausbruch des Krieges der japanischen Regierung zufällt. Das Ergebnis der Verhandlungen soll veröffentlicht werden. In den maßgebenden Peters­burger Kreisen sieht man der weiteren Entwickelung des Krieges mit Ruhe entgegen. Die Durchführung des russischen K'riegsplanes wird den Japanern bald beweisen, mit welcher Unüberlegtheit sie sich in den

dringend Schutz aus Peking.

In Tokio werden jetzt offizielle Nachrichten über die ersten Seekämpfe veröffentlicht. Darnach ist vor Tschemulpo der russische KreuzerKorejez" zer­stört und der große KreuzerWariag" von den Japanern genommen worden. In Port Arthur stnd zwei russische Panzerschiffe und ein Kreuzer durch japanische ^orpcDo- boote zum Sinken gebracht worden. Der japanische Verlust ist sehr gering. 5 D a m p f e r der russischen Freiwilligen-Flotte, nämlich Jekaterinoslaw, Mulden, Rch- sija, Arrogon und Alexandria, sind genommen. In Tokio haben alle Häuser geflaggt.

Eine spätere Meldung aus Tokio besagt:

Nach dem Bekanntwerden der voll st ändrgen Nie­derlage der russischen Flotte herrscht großer Enthusiasmus in der Stadt. Gin Fackelzug bewegt sich unter Entfaltung von Fahnen und unter Hochrufen durch die Straßen. Elf russische Schiffe sollen zer­stört und acht genommen worden sein.

Tie Pariser Ausgabe desNewyork Herald" weiß über den Plan der Japaner, Port Arthuranzugrei­fen, folgendes zu berichten: Ter j a p ant sche Ko n s u l in Tschifu hatte einen englischen Tampfer ge­chartert um die Japaner in Port Arthur an Bord zu nehmen. Seine Mission wurde ihm seitens der rus­sischen Regierung erleichtert. Er, begab sich in amtlicher Tracht nach Port Arthur und besuchte dort dte anwesenden hohen russischen Beamten. Bet dieser Ge­legenheit wurde auf die Erhaltung des Friedens getrunken. Bei der Abfahrt mußte der Konsul die russi- schen Scbiffe passieren. Sein Begleiter, ein hoher ia- der als Diener verkleidet

Krieg stürzten.

Man schreibt uns aus Berlin, 11. Februar: ,

Es ist schon heute offenbar, daß Rußland auf erneu längeren Seekrieg sich nicht einlassen kann. Ja-i pans Ueberlegenhett ist nicht nur begründet in dem besseren Schiffsmaterial, sondern auch, was freilich erst mit der Zeit sich geltend machen würde, in den günstig geren Kohlen v'ersorg ungsverhältnissen. Ja­pan besitzt im eigenen Lande unerschöpfliche Steinkohlen- lager, die überdies bequeme Verbindung mit den Hasen haben. Rußland ist auf europäische Kohle angewiesen, von denen es in den Herbst- und Wintermonaten be­deutende Quantitäten bestellte. Tie Londoner Zeitungen kalkulieren, daß etwa eine Million Tonnen Walter Kohle für russische Rechnung geliefert worden ist, wentgstens mit Ordre nach Kardiff. Zur Verfrachtung wird aber diese Lieferung in vollem Umfange kaum gelangt fern, denn es ist den russischen Agenten nickt gelungen, dte gewünschte Anzahl Transportfahrzeuge zu beschaffen. mehr Kriegs­schiffe nun int Gelben und Japanischen Meer tn Aktion treten, und je länger ihre kriegsmäßige Verwendung dauert, umso größer wird der Bedarf an Feuerungs-Ma­terial. Tie von Europa nach Ostasien nachgesandten Schiffe führen zwar an Kohlen mit, was die Bunker fassen, aber das reicht auch kaum länger als für dte Seefahrt. Die deutsche Schantungkohle wird schwerlich in solchen Mengen abgebaut sein, daß sie für Rußland in Betracht kommt. All' das muß also Rußland wünschen lasten, vom See­krieg alsbald zum Landkrieg überzugehen; wo das Blatt sich wenden, und Japans Ungestüm an der zähen, auf unerschöpfliche Hilfsmittel sich stützenden russi­schen Tefensive zersplittern dürfte. Vielleicht rechnet Ja­pan damit, daß die im Amurgebiet wohnenden Chinesen^

Nr. 36

Erscheint täglich außer Sonnlag«.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Lamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Unwers.-Buch-u.Stem- druckerei. 3t Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei:

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Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

FernsprkchanswlußNr.51.

Das Wolffsche Bureau meldet aus Tokio: Amt­licherseits wird eine Darstellung des Verlaufs der Ver­handlungen niit Rußland veröffentlicht, worin aus- gesührt wird: Japan hielt es, erkennend, daß die Erhaltung der Unabhängigkeit der territorialen Untier- le tzlichkeit Koreas Hauptbedingung für Japans Ruhe unb Sicherheit und daß die Anerkennung der japanischen vorherrschenden Interessen auf der Halbinsel notwendig sei, für angezeigt, die Angelegenheiten in der Mandschurei und Korea einer bestimmten Definition entgl'gen'u^ühren zwecks bauernber Befestigung des Friebens! Insbesondere schien dies notwendig, nachdem Rußland entgegen dem Vertrage mit China unb seinem Versprechen gegenüber den Mächten die Okkupation der Mandschurei forisetzen unb Maßregeln ergriff, welche für Korea bedrohlich waren. Japan leitete freundschaftliche Verhandlungen ein und fand russischerseits Entgegenkommen. Japan legte am 12. August 1903 in Petersburg einen Vertragsentwurf vor, umfassend 1. gegenseitigeAnerkennungderUnabhängig- keit und territorialen Unverletzlichkeit Chinas unb Koreas, sowie 2. kommerzielle nnb inbu- strielle Gleichberechtigung aller Nationen dort: 3. gegenseitige Anerkennung der einerseits vorherr­schenden Interessen Japans in Korea, andererseits der Rechte Rußlands bezüglich der Eisenbahnen in der Mcmdsckmrei sowie Anerkennung des beiderseitigen Rechts, Maßnahmen zum Schutze obiger Interessen zu ergreifen, ohne die vor­erwähnte Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit anzutasten; 4. das Alleinrecht Japans, Korea zu inneren Reformen Rat­schläge und Nnterstüßung zu gewähren; 5. das Versprechen, daß Rußland die Ausdehnung der Koreabahnen nach der Südmandschurei und beten Anschluß cm die ostsibirische Bahn unb die Niutschwang-Schanhaikwanbahn nicht bindere. Ter japanischen Absicht, die Verhandlungen zur Beschleunigung in Petersburg zu führen, widersprach Rußland entsckreden und schob die Auslandsreise des Kaisers unb andere Gründe vor, nm die Verhandlungen nach Tokio zu verlegen. Erst am 3. Oktober machte Rußland folgenden Gegenvor- ch l a g: Rußland lehnte es ab, sich bezüglich der Souve- ränetät unb territorialen Integrität Clünas zu engagieren, lehnte bie Anerkennung der Handelsgleichberechtigung aller Nationen in der Mandschurei ab und forderte Japan auf, zu erklären, daß die Mandschurei und die mandschurischen stüsten zur Interessensphäre Japans nicht gehörten. Auch wurden verschiedene Einschränkungen der Aklionsfreihctt in Korea beantragt, besonders das Recht der Truppenent- enbung zum Schutze der japanischen Interessen in Korea ollte der Bedingung unterliegen, daß Japan keme Ge­bietsteile Koreas für strategische Zwecke gebrauche. Schließ­lich schlug Rußland die Schaffung einer neutralen gone innerhalb Koreas nördlich deS 39. Breitegrabes vor. Am unerklärlichsten erschien Japan Rußlanbs Ablehn­ung einer binbenden Erklärung bezüglich derManbschu - rei, da diese nur den früheren Versicherungen Rußlands, bie Souveränetät unb Integrität Chinas zu achten, ent- prochen hätte und nur die russischerseits ausgesprochene Absicht der Nichtannektiemng der Mandschurei wiederhott hätte. Dadurch wurde Jovan besremdet und erkannte, daß diesem Punkte besondere Wichtigkeit beizulegen sei. Japan besaß in der Mandschurei wichtige, entwicklungsfähige Han- delsinteressen, während Japans polittsche Interessen dort infolge seiner Beziehungen zu Korea noch wichtiger waren Japan konnte daher bie gewünschte Erklärung bezüglich der Interessensphäre nicht abgeben. Es legte Rußland Ab­änderungsvorschläge vor, indem es mitteilte, die neutrale Zone wäre besser beiderseits der jetzigen Koreagrenze, 50 Kilometer breit, anzulegen. Nach wiederholten Konferenzen in Tokio legte Japan am 13. Oktober Rußland seine befim- titien Abänderungsvorschläge vor. Trotz wiederholten Er­suchens wurde die Rückäußerung bis zum 11. Dezember ver­schoben. In der Antwort Rußlands war die Klausel be­treffend die Mandschurei vollständig weggelassen. Dte ab­zuschließende Konvention sollte sich auf Korea allem be- schränken. Bezüglich Koreas wurde gefordert, daß eine japanische Besetzung koreanischen Gebiets für strategische Zwecke ausgeschlossen unb die neutrale Zone beibehalten werde. Die Ausschaltung der Mandschureifrage konnte mit den von Japan verfolgten Zwecken nicht Harmonieren, das hauptsächlich Beilegung sämtlicher Fragen wünschte, dte dte freundschaftlichien Beziehungen beider Nattonen stören könn- tat. Japan nttschloß sich daher, Rußland zu ersuchen, diesen Puntt nochmals zu erwägen. Gleichzeitig äußerte Japan, die von Rußland gegen bie Ausdehnung der neu­tralen Zone aus die Mandschurei erbebenen Bedenken muß­ten auch auf Korea Anwendung ftnoen. Dte letzte Ant­wort Rußlands ging am 6 Januar m ToLo etm Rußland verlangt darin, Japan solle erklären, daß dte Mandschurei

on Petersburg wird bekannt, daß der Kaiser s e k r v er st im m t ist, unb fick, für falsch inso r mteti hält von ber Kriegspartei, welche dte Truge ]o geführt hat daß der Krieg entstehen mußte, aber tmmer verstanden bat' den Kaiser un Glauben zu erhalten, daß es zu einem Kriege nicht kommen werde. Nach dem Gottesdienst un

Staatssekretärs Hay.

In türkischen militärischen Kreisen werden die Nachrichten aus Ostasien mit größter Genugtuung ausge­nommen. Im Palais machen sich Sttmmen bemerkbar, welche gegen Rußland plädieren, zu London unterzeichnete der König lität

Die Machte.

Wie Pariser Mätter berichten, beabsichttgt die fran* zösische Regierung jeder Interpellation über die Lage in Ostasien aus demWege zu gehen und die Kam­mer vorläufig zu vertagen. In Paris meldeten sich 150 Freiwillige auf der russischen Botschaft. Indes wurden alle Gesuche abgelehnt. Desgleichen ist, wie aus Newhork gemeldet wird, das Angebot eines ameri­kanischen Reeders, seine Schiffe der russischen Regier­ung zur Einrichtung als Kaperschiffe zur Verfügung zu zu stellen, abschlägig beschieden worden.

Amerikas Vorgehen hinsichtlich Chinas ist auf die Anregung Deutschlands zurückzuführen. Die amerikanische Presse unterstützt einhellig die Note deS

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getrunken. Bei bei scheu Schiffe passieren, panischer Offizier, der als -Wiener miitiud war, stellte fest, daß keines der russischen Schiffe unter Dampf war unb außerdem bie Bewachung derselben viel 3-xi wünschen übrig ließ. 18 Meilen von Port Arthur traf der Konsul mit der japanischen Flotte zusammen. L-er als Diener verkleidete japanische Ofsizier stieg sofort an Boro des Admiralschiffes und Dank seiner Erklärungen konnte der nächtliche Angriff ffattftnben., Tie von den Torpedo­booten beschädigten russischen Schiffe standen in der zweiten unb dritten Gefechtslinie. Tie japanischen Torpedoboote haben daher ein sehr gewagtes und mutiges Manöver aU§einer Meldung aus Peking soll die russische Eisenbahnwache in der Mandschurei bis jetzt an Infanterie 55 Kompagnien zu je 250 Mann stark, aus 64 Kompagnien zu je 304 Mann gebracht, dte bertttate Bahnwache um 150 bezw. 197 Retter pro Schwadron^r- stärkt werden. Besonders aufmerksam soll die Strecke CtzarbinPort Arthur bewacht werden. Oberst Tovdor- wusmuzky, zur zeit Chef der Pekinger Gesandtschaft^v^e, ist zum Chef eines der neu zu bild enden ostsibtrtschen Füsilier-Regimenter bestimmt. . .. ..

Nack verschiedenen Meldungen ist nt Dstasten die Versorgung der russischenTruppenmitPfer- den Futter und Proviant durch borangegangene iapanisck-e Ankäufe erschwert. 20 norwegische Schiffe ind m Kohlentransportzwecken von der russischen Regier­ung gechartert worden. Aus Moskau sind 72 Schnellfeuer- aesckütze, die in der Minute 38 SckMsse abgeben können, untertvegs. Aus Petersburg gingen 300 Lokomotiven für die transsibirische unb die Transkailbahn ab. In Wladi­wostok sollen sich die Russen ncufj. Denchtai von Flu^- üngen bie gröbsten Ausschreitungen gegen die Japaner ;u schulden kommen lassen.

Tie ,Daily Mail" meldet aus Tschifu: Aus Kwantung treffen Nachrichten ein, daß 10000 bewaffnete Chi­nesen bie unofsiziell als Regierungstruppen anerkannt werden' im Tisttikt operieren. Man vermutet, sie wur­den,' sobald sie von den russischen Niederlagen geholt haben bie Eisenbahnwachtkommandos angmfen, unb Krieg unb Anarchie würden tti der Provinz herrschen.

Für die Passage durch den Kaiser Wilhelm- Kanal nach Ostasien find 15 russische Kriegsschiffe <mge- meldet. .

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Gichemr-lMiger 'M' General-Anzeiger v .ss:».

v ** den poltt unb allgem.

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WWZ

v » VJT zcigenteil: Vans Beck.

unb bereu Küsten außerhalb der spanischen Sphäre liegen, wahrenb Rußland innerhalb der Mandschurei sowohl Japan wie anderen Mächten bezüglich der durch Perttäge mit China erworbenen Rechte keine Schwierigkeiten bereiten werde, ausgenommen bie Errichtung von fremden Nieder­lassungen. Hieran war aber bie Bebingung geknöpft, daß Japan der Errichtung einer neutralen Zone zustimme unb mit der Beschränkung bezüglich Sicherung der sttategi- chen Punkte einberftanben sei. Nach betn russischen Bor- chlag wäre auch die Zusicherung über die chinesische Sou­veränetät unb bie territoriale Integrität Chinas weg- gefallen, woburch selbstverständlich die ganze Völkerrecht liche Grundlage der Handelsverträge mit China erschüt­tert worden wäre. Es ist evident, daß durch die russische Besitzergreifung der Mandschurei alle von China, Japan uno anderen Mächten gewährten Vertragsrechte aufgehobeik würden. Japan mußte daher darauf bestehen, daß Ruß­land die territoriale Integrität der Mandschurei auch ferner anerkenne unb auch den Einspruch betreffs der fremden Niederlassungen fallen lasse. Bezüglich Koreas mußte Japan an seinem früheren Standpunkte fefti)fiten, da diesbezüg­lich keine Konzesswnen möglich waren.. Japan ersuchte daher am 13. Januar Rußland um nochmalige Prüfung der Vor­schläge. Trotz wiederholten E^such?ns erhielt Japan keine Antwort, nicht einmal das Versprechen, ein Datum dafür zu fixieren. Die japanische Negierung glaubt durch vor­stehende Darstellung bewiesen zu haben, daß sie die Ver­handlungen stets maßvoll unb gerecht geführt hat. Die japanischen Forderungen bezüglich der Mandschurei wollten nur eine Wiederholung der bereits früher von Rußland den Mächten gemachten Versprechungen erzielen Die Wei­gerung Rußlands, sich Japan gegenüber zu binden, die un­erklärliche Verschleppung der Verhandlungen mit gleich- zeittgen ostentativen Rüstungen, die Aufstellung von be­deutenden Truppenmassen an die koreanischen Grenzen mußten die Geduld Japans erschöpfen, das bis dahin den Frieden zu erhalten wünschte. Das Endergebnis tonnte daher kein anderes sein, als die Aufgabe jeglicher Hoff- nung auf eine versöhnliche Auseinandersetzung und der) unvermeidlich getooroene Abbruch der Verhandlungen