Ausgabe 
11.8.1904 Erstes Blatt
 
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mter angnnrfTenm Ttirifberab setzung und trat brr Ansicht entgegen, daß die bereinigten Staaten sich in alle An gelegendeiten, die sich zwischen anderen Mächte« abspietten ein mischen müßten. Ebenso be­dürfe eS nicht der Schaffung einer Militärmacht, bic für solche Ztvecke nottvendig wurde.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 11. August 1904.

w Der .SänqerkranzE machte über Sautstag, Sonntag und Montag einen hübschen Ausflug an den Rhein. Am EamStag nachmittag fuhr man nach Frankfurt, wobei sich schon wahrend der Fahrt daS bei dem musikalischen Charakter deS Vereins nicht ungewöhnliche Bedürfnis ein» -stellte, einen richtigen Musiksalon in einem Eisenbahnwagen einzurichten. Abends kam man im RochuS-Hotel an, wo ein gemeinsames Abendessen eingenommen und Vereinslieder ge­sungen wurden. Am Sonntag früh um 7 Uhr unternahm man eine prächtige Fahrt inS Nabetal nach Munster a. St. und der Ebernburg, beni alten Stammsitz Franz v. SickingenS, wo man, von der Höhe einen herrlichen Ausblick genießend, einige frohe Stunden verbrachte. Als man nach Bingen zu­rückgekehrt war, ging die Reise weiter per Schnelldampfer nach KönigSwinter. Die herrliche Rheinsiihrt war allen, wenn sie auch für viele nichts neues war, ein hoher Genuß. Als einem der Vergnügungsreisenden vom Winde der Hut in daS Wasser geführt wurde, hatte trotz Burgenromantik und Sagen­begeisterung jemand sogleich die Geistesgegenwart zu rufen: ,Hibb' enin". Ohne Hut aber nicht kopsloS zog der Teil­nehmer, der der mutigen Weisung nicht die Unerschrockenheit gehabt hatte, Folge zu leisten, mit in KönigSwinter em. Die FesteSstimmung erreichte hier ihren Höhepunkt, da der Anfang gemacht wurde, den Verein durch cni6» wärtige Damen zu verstärken. Daß auch einige Mitglieder .verzottelt* gegangen waren, fiel daher nicht ins Gewicht. Am anderen Morgen erstieg man die Ruine Drachenfels, wo­bei oben photographische Ausnahmen einzelner Wettreiter ge­macht wurden, die auf Pferden oder Eseln den Aufstieg unter» nommen hatten. UebrigenS wurde mich von anderen die Drahtseilbahn benutzt, und hierbei hotte man unterwegs daS überraschende Schauspiel, daß ein Reittier mit seinem Be­rittenen, als eS die keuchende Bahn erblickte, kurzerhand wieder umkebrte und den Berg hinabtrabte. Mit der Dampferfahrt nach Coblenz, Ehrenbreilstein und von da znm ,Roten Hahn* war daS Reiseprogramm erledigt. Die £>etinrctfe erfolgte unter viel Kurzweil, da mancherlei Erlebnisse zu reichlichen Scherzen und scherzhaften Unternehmungen Anlaß nahen. Ob wohl alles den zu Hause gebliebenen Ehefrauen erzählt worden ist?

* Ortsgewerbeverein Gießen. Gestern abend hielt der Ortsgewerbeverein seine satzungsgemäße Haupt- versannnlung im Restaurant Feidel ab, die reckt gut be­sucht war. D-er Vorsitzende, Kommerzi.'nrat H.yligenstaedt, erstattete ausführlichen Bericht über Ne Tätigkeit im ver­flossenen Jahre und dankte dabei den verschiedenen Aus­schüssen für ihre entfaltete Tätigkeit, insbesondere hob er lobend die große Arbeit des GescllenvvüfungsauSschusses und seines Vorsitzenden hervor und bemerkte dabei, baß bis jetzt von diesem Ausschüsse über 400 Lehrlinge geprüft und zu Gesellen gesprochen worden wären. Weiter kam der Rechnungsabschluß 1903 04 und der Voranschlag für 190405 zum Vortrag, bei dem sich ein recht erfreuliches Bild der Finanzen des Vereins entwickelte. Dem Vorsitzen- den dankte für seine mühevolle Arbeit Schlossermeister Dörr namens der Versammlung. Die Herauf erfolgte Wahl von Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder ergab bic Wieder­wahl der ausrusckeidenden Mitglieder durch Deklamation. Bezüglich der Versammtungsab'nde im kommende,i Winter wurde nach längerer Debatte der Donnerstag als der vassendste Abend bezeichnet, und die erste Dinterversamm- lung findet hiernach am 6. Oktober im Restaurant Feidel statt. Die bisher, so sollen auch im kommenden Winter wieder in Gemeinschaft mit dem Kaufmännilchen Verein die Vorträge in der bekannten Weise abgehalten werden. Einige Anfragen über Lehrlingswesen, bez. Lehrverttag- abscklüssc fanden ihre entsprechende Beantwortung. Hin­sichtlich des neuzuerbauenden Gewerbeschulhauses gab der Vorsitzende der Meinung Ausdruck, daß voraussichtlich be­reits rm~ kommenden Winter die Vorarbeiten hoffentlich in Angriff genommen werden könnten Hierauf wurde die Versammlung mit dem Wunsche, in Nidda zur Versamm. lnng des Landesgewerbevereins sich rege beteiligen zu wollen, um halb 12 Uhr geschlossen.

** Japanische Ordensverleihung. Dem Jnten- dantur-Sekretär a. T. Selz er ist vom Kaiser von Japan das Ritterkreuz 2. Klasse vom Orden des heiligen Schatzes verliehen worden.

7 8 Uhr-Ladenschluß. Die Inhaber der Laden­geschäfte des Sattlergewerbes werden, wie sie durch eine Annonce im heutigen Blatt ankündigen, vom 15. dS. Mts. um 8 Uhr abends ihre Läden schließen. UebrigenS haben auch bie Gold- und Silberwarenqeschäste und die Mehrheil der Uhrmacher in unserer Stadt schon seit Jahren den 8 Uhr» schluß eingeführt. Man hött, daß auch die Papiergeschäfte beabsichtigten, demnächst ein Abkommen über den 8 Uhrschluß zu treffen.

" Wegen der Klärbeckenanlage scheint man sich beeilen zu wollen. Beamte des TiesbauamteS sind seit einigen Tagen hinter der Morgaretenhütte dabei, das Gelände für di« Baulichkeiten abzustecken, so daß mit der Ausführung der. selben wohl bald begonnen werden wird.

~ Doldene Hochzeit feierten, wie wir schon kurz berichteten, die Eheleute Joh. Bi er au in Wies eck/ Beide Ehegatten sind 7 8 Jahre alt. Am Sonntag fand im Kreist dec Angehörigen, im Beisein des Prinzipals, Fabrikaten Mueller und seiner Gemahlin eine schöne Feier statt. Herr Mueller spendete eine prachtvolle Standuhr. Im Anschluß an diese Feier lud der Jubilar sämtliche Arbeiter beider Fabriken auf Montag abend in die ,Stadt Marburg" ein, wo man nach Ansprachen die Freude hatte, den Jubilar und die Julnlarm sich im Tanze drehen zu sehen, sie mit dem Chef der Fabrik, er mit einer Arbeiterin. Diese seltene schöne Feter wird den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben.

ßt Gedern, 10. Aug. Bei der heute stattqehabten ^rnonzun^Swahl zum Gemeinderat wurde da? ' i i Trtnfreb Schrcinermeister Görlach wiedcrgewählt. /intnr(t wurden Buchbinder Limpert, Schloss nnegter Dstnheun und Kaufmann Meier Vöhl.

Büdingen, 9. Aug. Durch Verfügung deS Großher- zogl. Ministeriums deS Innern, Abteilung für Schulangelegen, heilen, ist in Berücksichtigung deS Wunsches der Mehrzahl der beteiligten Eltern die Einführung deS Vormittags­unterrichts am hiesigen Gymnasium zunächst für daS Winterhalbjahr 1904/05 probeweise genehmigt worden. Auf die Anfrage der Großh. Direktion an die Eltern waren 165 Antworten eingegangen. Für die Aenderung erklärten sich 127, davon 46 Hiesige, dagegen 38, davon 22 Hiesige. Zwei Auswärtige wünschten die Einführung deS Vormittagsunter­richts nur für den Sommer, 1 Auswärtiger enthielt sich aus­drücklich der Abstimmung. (B. A. Z.)

Darmstadt, 10. August. Der Großherzog wird in diesen Tagen auf den» bent Prinzen Heinrich von Preiißen gehörigen Sommersitz Hemmelmack dem Pcinzei^paar einen mehrwöchigen Besuch abstatten.

fc. Neu-Isenburg, 10. Aug. Bei den Geme inde- ratSwahlcn wurden die sechs bürgerlichen Kandidaten mit 100 Stimmen Mehrheit gewählt. Damit ist die sozial­demokratische Majorität auS dem Gemeinderat ver­drängt. DaS Verhältnis ist jetzt 10 bürgerliche und 5 sozial­demokratische Mitglieder.

Offenbach, 10. Aug. Ein schweres Unglüd er­eignete sich heute vormittag gegen 10 Uhr in der Wohnung eines Schlossers am Linscnbcrg. Hausbewohner bemerkten um die angegebene Zeit einen Brandgeruch und drangen in die int ersten Stock bcfinbHdje, von Rauch erfüllte Wohn- ung ein. Das fünfjähr ige Söhnchen hatte in ?lb- wesenheit der Mutter der Vater ist in Oberrad in Arbeit wahrscheinlich mit Streichhölzern gespielt und dabei einen neben dem .Herb stehenden, mit Tannäpfeln gefüllten Korb entAÜnbct. ES hat bann wohl versucht, die Flammen zu löschen und sich selbst dabei an Brust und Händen ftlrcktbar verbratmt; die hinzueilenden .Hausbe­wohner, die das Feuer fpfort löschten, fanden daS Kind bewußtlos neben dem Herd liegettb. Nach Anlegung von Notverbänden wurde eS inS KranfenhauS verbracht.

(O. Ztg.)

fc. Frankfurt a. M., 10. Ang. In dem Befinden beS Schutzmanns Kircher, ber, wie berichtet, in einem Bockenheimer Gehöft irrtümlich für einen Einbrecher gehalten unb burch mehrere Schüsse verletzt worben war, ist eine Besserung eingetreten. Der Vorarbeiter Grunbner, der bie Schüsse abgegeben hatte, würbe auf freien Fuß gefetzt, ba er sich in einem entschulbbaren Jrttnm bcfuiibcn hat. Bei ber Feststellung beS Nachlasses ber btefer Tage im stäbtischcn Krankenhause verstorbenen .armen1 53jährigen Händlerin Elise Westenberger wurden 15 000 Mk. bar gefunden, davon 8000 Mk. in Gold, Silber, Nickel unb Kupfer.

Heidelberg, 10. Aug. Heute unb morgen tagt hier >ic 41. Jahresvers amrnlung des Mittelrhei- nischen Gas-ttnd Wasserfachntüttner-VereinS, zu der ca. 125 Mitglieder eingt*tröffen sind. In ber heutüzcn Sitzung, der auch die Bürgcrntcister der Stadt und ein Ver­treter der Großh. Regierung beiwohnten, wurden zunächst geschäftliche Angelegenheiten erledigt und dann folgte eine Reihe von Vorträgen und fachlichen Mitteilungen Für den zweiten Tag sieht das Programm eine Besichtigung bed Heidelberger GaS- und Elektri itätswerkes sowie bt» De­pots der elektrischen Sttaßenbahn, ein gemeinschaftliches Frühstück sdargeboten von der Stadt unb einen Ausslug in das Neckartal vor. Als ^esammlungsort fiir das nächste Jahr wurde Mainz bestimmt.

DcrmiiAte#.

* Wien, 10. Aug. Nach einer Meldung auS Ragusa liat ber Fürst von Montenegro beschlosien, ben jüngsten seiner Söhne, ben Prinzen Peter, zur Fortsetzung seiner Stilbien bie Heidelberger Universität beziehen zii lasten.

'Dover, 10. Auq. Der Schwimmer Weidmann erledigte gestern die Schwimmt»»r von 20 Meilen von ber Mitte beS Kanals zur Küste in glänzenber Weise. Er schwamm durchschnittlich stündlich zwei Seemeilen.

* Ein Kampf zwischett Verbannten und Polizisten in Sibirien, lieber einen blutigen Zu­sammenstoß zwischen politischen Verbannten und Poli­zisten in Sibirien wird der Neuen Freien Presse berichtet. Der Äonffikt ereignete sich vor zwei Monaten in Irkutsk. Diele Verbannte und einige Soldaten fielen als Opfer. Ter neue Oleneralgouvemeur von Irkutsk, Graf Kutais- sow, verfügte, daß mehrere politische Verbannte aus den Gouvernements Jennissei und Irkutsk nach dem Savie- tin-Gebiet^ einer wilden, wüsten Gegend, ttansvortiert wer­den. Die Ursache der grausamen Verfiigung ist nicht be­kannt. Politische Verbannte aus Alexandrowsk, llstykut und anderen Städten wurden zusammengettieben, auf Schiffe verladen und auf den Lenafluß. verschisst, dar­unter zwei, Miffcha und Kitschouow, die ihre Strafe längst verbüßt hatten und rn ihre GeburtSstadt Wilna zurück- transportierl werden sollten. Der Kvmmandaut der Es­korte, ein Offizier aus JickutSk, war unerschöpflich iw Quälereien des Verbanntentransports; er ließ die Schiffe selten halten und die Gesan^enen nicht an Land gehen. Im Dorf Manowskoje, 180 Werst von Irkutsk, befdjioffen die Verbannten, gegen die Brutalität des Offiziers zu protestieren. Dafür ließ sie dieser an Händen und Füßen binden und 17 Werst weit treiben. Einer der Unglücklichen starb 50 Werst vor Kirensk; eine Frau wurde vom Offizier geschlagen, weil sie den Verbannten Eßwaren verkaufte. Als fid) diese der Frau annahmen, befahl der Offizier den Soldaten, auf die Leute zu feuern und sie mit den Gewehrkolben und Bajonetten tu mißhandeln. Die Verbannten verteidigten sich mit Stöcken; von ihnen wurde ein gewisser Liebermann ge­tötet und zehn schwer verwundet. Wegen eines verbann­ten Mädchens kam es zu einer blutigen Schlägerei, in welcher der Offizier getötet wurde, außerdem zahlreiche Verbannte. Der Unteroffizier, der den Berid)t erstattete, meldete, das Bnehmen des Offiziers fei roh und gewalt­tätig gewesen. Leutnant ftodjmann aus K'ircnsk erhielt telegraphischen Befehl, die Eskorte weiter zu führen und die Führer der Verbannten zu verhaften. Als Totschläger des Offiziers wurde Menkcwsky festgesteNt. Im ganzen wurden 15 Verbannte getötet

Ä richtslaat

o V*e « ' JO Dug. Da i Urteil gegen d*n Lendw-chmmnn fc01! Wrotrn o n n t' m Standg-ri<*t wegen Beleidig

nng, Ncklungsverletzung und Ai-lt-gen eines Vorgesetzten zu 21 Togen streng n irrest verurteilt hatte, wurde von, Kriegs- abgcunbfrt, daß bic Strafe aus 12 Tage herabgesetzt

würbe, tveil her Angeklagte ^vegen Beleidigung fteigesprochen sei. Ter ^ricktshof uxir der Ansicht, daß bte Mögliclckit nicht ausgeschlossen sei, daß L. mit der BezeichnungPstaslerkasten" nicl)L ben zufällig vorübergehcnbcn Lazorettselbwebel, sonbern, tote er an gibt, seinen Nebenmann gemeint bat.

Kiel, 10. Aug. Auf die Berufung des Gerichtsberrn Prinzen Heinrich verurteilte das Oberkri c gfl gericht beit Boots- mannsntaat UebcrfdMr vom SchulschiffMoltke" wegen grau­samer Mißhanblung von Scliifssjungcm aus der Auslands­reise zu vier Monaten Gefängnis und Degradation. Das vor­instanzliche Urteil hotte auf drei Monate Gefängnis gelautet.

Glogau, 10. Aug. Dor dem Kriegsgericht der 9. Division statten sich gestern der Unteroffizier Emanuel Lux und der Gefreite Stanislmts Ktvasrng von der 7. Kom­pagnie des dortigen 58. Infanterie-Regiments wegen einer großen A n z a st l S o l d a t e n m i ß st a n d l u n g e n zu verantworten. Die Mißstaitdlungen wurden durch die Unter­suchung eines Selbstmordes aufgedeckt, den der Mus­ketier Klemmt ant 25. März dadurch begangen statte, daß er sich von einem Eiseubastitzuge überfahren ließ. Es wurde festgestellt, daß der Uirglückliche durch die systematischen Quälereien der beiden Angeklagten in den Tod getrieben worden ist. Nach langer Beratung verkündete der Gcrichits- stof folgendes Urteil: Der Uitterofsizier Lux wird wegen! Mißstandlmrg Untergebener in mindestens 229 Fällen, wegen vorschriftswidriger Bestandlung von Untergebenen in 12 Fällen, wegen >rorpervcrletzung in 10 Fällen, wegen Be­leidigring in 2 Fällen, wegen Anmaßung der Dieustgewalt und mangcltider Deaufsichligung in je einem Falle zur Degradatio n und 1 Iahr6 Monaten Gefäng­nis, der Gefreite Kwasnia wegen Mißhandlung Untev- gebener in inindestens 110 Fallen, Körperverletzung in 31 Fällen unb vorschriftswidriger Behandlung von Untergebe­nen in mindestens 90 Fällen zu einem Jahre Ge- f ä n g n i s verurteilt.

Arbeiterbewegung.

Toulouse. 10. Aua. Etwa 2000 ausständige Kellner veranstalteten gefteni abend Wieberum Demo nstra- tioncn vor den Kasseehäusern. Sie drangen in bte Lokale ein unb zerschlugen Tische, Stühle ufro. Tie Gendarmerie schritt Tin unb nahm zahlreid-e Verhaftungen vor. Es ver­lautet. daß auch bic B ä ck c r g c h t l f en fick mit den streikenden Kellnern iobWiM erklären unb m den Attsstanb tteten wollen. gfliiiid und Verkehr. Uolkswirtschast.

Vcrliner Börse vom 10. August 1904.

(Mitaeteilt von ber Bank für Handel unb Industrie, Gießens Privat-DtSkont 2V, Prozent.

AnfanqS- u. Schlußkurse.

Ccft. Kredit .... 202.70 201.90

Deutsche Bank . . . 202.50 219.90

Darmstädter Bank 139.70 189.00

Bochumer Guß . . 205.20 204.70

Harpeuer Bergbau . . 221.00 220.75

Tendenz: Matter.

Essen, a. b. Ruhr. 10. Ang. Wie die ,Rheinifch-Dest- fälitdie Zeitung' meldet, ergab sich tm Monat Juli 1904 beim Abeinisch - Westfälischen K o h l e n f n n b 11 a t bei 26 Arbeitstagen eine Mindestförberung von 26,66° o gegen 22^32°,, im vorigen Monat. Die vorgesehene Einschränkung betrug nur 22°/, bie AeteitigungSzisscr betrug 6 830 391 Tonnen gegen 5 9 41 429 und der Absatz 4 642745 Tonnen gegen 4616017 Tonnen.

Märkte.

Limburg a. d. 8., 10. Aug. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreise pro Malter. Roter Weizen, neuer, 14.65 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn, alte«, Mk. 9.95, neues 10.28 Mk., Gerste 0.00 Mk.. vafer 7.10 Mk., Erbsen 0.00 Mk^ Kartoffeln 0.00 Mk.

fc. Frankfurt, 10. Aug. (ArbeitspferdeMarkts Zum Verkauf standen heute m der Landwirtsckvftlichen Halle 1000 Arbeitspferde Tas Geschäft ging flott, besonders bei Webten unb mittler Arbeitspferden. Bezahlt wurden für leichte Arbeits Vfctbe 400 -800 Mk., für mittlere 8001000 Mk., für ftfroerc 12001500 Mk. __ ______

cfanhrolrtftfiaft.

ke. Gelnhausen, 10. Aug. Ter Landral deS hiesigen Kreises w a r n l im amtlichen Teil deS _Kreis-Blattes° die L a n d- wirte vomehmltd) die des DogelSbergS und de« FreigertchtS vor einer F r a n k s u r t e r F i r m a , die ein K r a ft f u 11 e r m e h l nnbietet, da« angeblich die Freßltrst bei Schweinen anregen soll. Der Breis betragt nro Pfund 75 Pfennig. Nach einem Gutachten ber landwirtschaftlichen Versuchsstation Marburg besitzt diese Ware f e t ne r ( e i Futterwert unb hat eilten wahren Wert von nur 810 Pfennigen. .

Kirchliche Nachrichten.

Pfarrer Etiler rvohnt oom 11. August an tm Pfarrhaus der LukaSgemetnde, Liebigstraße 56.

Israelitische ReligionSgesettschaft.

Kottesdleull.

Sadbathfeier am 13. August 1904.

Freitag abend: 7.15 Uhr.

Samstag vormittag«: 8.00 Uhr.

Nachmittag« 4 Uhr.

Sabdathausgang 8.35 Uhr.

WochengotteSdienst: morgen« 6.30 Uhr, __________________________abends 7.00 Uhr.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Boranösichtliche Vitternng in Hessen für Freitag, den 12. August: Dorübcrgeheub ivolkig und stelleitweise unbedeutender Regelt^ später wieder nitfbeitemb, etwas wärmer, auch nachts etwas inllder. Noch kein allgemeiner Witterungsumschlag. ____________Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Nösi.siiMr Nkbkrsrtt dtt ssodrsWk ili dkr SladtGießkii

30. Woche. Dom 17. bis 28. Juli 1904.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 öOO iiukl. 1600 Mann Milttär) SterblichkeitSziffer: 13,23

nach Abzug von 3 Ortsfremden: 7,56 q/rn.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene:

im vom

Akuter Ttlberkulose

KD

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

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Darmkatarrh

1

1

Krämpfen

1

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Blinddarin- elttzündtlltg

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Alterssch>väd)e

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Alt tu.: Tic tu Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle ht der betreffenden Krankheit auf von nuSivärt« ttach Gießen gebrachte Krallte toututelt. ,

Schiffünnchlichleit.

Norddeutfcher Lloyd.

In Gießen vertreten btivd) Earl Loo«, Kirchen platz.

Breme,', 10. August. Per trauSatlautischeu Telegrapb.l Der Doppel'chrgllbelt-Cckncslpostbampfer ^Kaiser Wilhelm der Große, Kavitän 0. Eiipper«, vom Norbdentschen Llonb in Bremen, ist gestent V Uhr vormittags wol)ldehalten in Newyork migtfonunen