Ausgabe 
11.7.1904 Zweites Blatt
 
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In der Betten- unbWäschebranche Ivar her OnWt&hmit besser; dre Manufakturwarenbrancke buttr gröKfre llmid(v bock litt bie Rentabilität unter dem Miß- nerbältm«?- zwecken Chnfauk^ und ^<*rLudv<inrvifr,n. In der Kor iett-I«brikation hielt sick Nn< Geschäft in »bnlidvir Buhnen nie im Borjadre. Bessere Ergebnisse erzielten die ^cbirmfabritution und ber Huthandel. In der Leberfabrikation fvlatf auf einen schleppenden Oft- Hbäftt^ami gegen Ende be-5 Jahres eine ziemlich rege Nachfrage. Ter Sckndwarendanbel brachte etwas bessere Ergebnisse als im Bonadre bed) waren bie Ertrüge in der Kürschnerei nnd im Borstenhanbel nur mittelmäßig.

Tie Bessern na her all gemeinen wirtschaftlichen Lage übte mrck auf bc>S Bankgeschäft einen belebenthm Einfluß an-. Ter Reut sdankd-skoitt staird zu Beginn beS BerichtsiahreS auf 4 Prozent, wurde am jl. Svfbruar ans 8l - Prozent ermäßigt wirt' am 9 ^uni wieder auf 4 Pn'zent erhöht, welchen Stand er bis uim Schlüsse d-'s Berick4siahres beibedielt. Lähmend inrrren nach w-e vor auf N'-5 Bankgeid^'t die Bestimmungen des Börfenges-^es und des Böriensteuergeseyes.

Tas B a n g e s ch ä f t in Gießen ivar im Berichtsjahrt be­friedigend

GOjdöriflr» Siislungsfck dks Kriegervereius ,.^uvwig zur Jrcue" in Dollar.

(b.) Lollar. 10. Juli.

Wohl selten ist in unserem Torfe ein so glänzendes Fest gefeiert worden. Ter Kriegerverein .Ludwig zur Ireue", einer der ältesten Hessens, inerte sein 60 jäbrigcs Stiftungs­fest und 25 i ä br i fl e 5 H a ssi a -I n b i l ä v m. Die ge- iamre Einwobnerfckaft nahm an dem Feste teil und gab dieser Seftteilnabmt durch reiches Sckfmücktn der Häuser Ausdruck. An ben Haurtomgängen des Torfes waren Ebrenpiorten errichtet. Tas Fest wurde gestern abend durch einen KommerS auf dem Festplav eröffnet. Heute fand von V,1 bis 2 Uhr Empfang der Sereine statt bie aus b-r d-'fischen und vrtußisclren llmgegend zadlre-ck creb-enen. Nm 2»? Ubr bewegte sich vom alten Bahnhof aus -in stattlicher Festzug burth die Hauptstraße des Torfes nach dem geräumigen Festplatze. Ter Sug wurde durch die Fcst> reifer, den Radfadrerverein und die Feuenvehr eröffnet, ihnen folgten die Schultugend, die Htstdarnrn. dann per Dagen der Vertreter der Regierung. RcgierungSrat Tr. Dagner und der Träfibnrt des strieaerverdandes Hassia, Cbrrfaniht/nt Eramolinn Darmstadt, der Evren vorsitzende des Bezirks (Ziesten, Sekretär Meier, der Ehrenvorsitzende des hiesigen KriegervereinS Bau mann-Köln. der Tire hm. Srrmecke vom Hüttenwerk und die Ebrenmitalieder: hieran schlossen fick die 29 teilnehmenden Ber- *re. Auf dem Festplatze begrüßte der Vorsitzende deS Verein-. Lehrer Ta ab, die Festte lnehmer. besonders auch bie Ver­treter der Regierung und der Hassia. Begriffen stimmten die Kameraden in das Hurrah auf den obersten Kriegsherrn, den Kasf'r. ein. worauf .Leil Dir im Si gtrkranz" gelungen wurde

RcgierungSrat Tr. Dagner betonte, daß er wohl schon oiel.n .^ricss?riestrn. aber noch nie einem von solcher Bedeutung wie daS Heurige beigenrobnt Habe Am 9. Juni 1844, dem C&e durtstag bei Grvßhersogs Ludwig ITT., sei >?r Verein von 15 Veteranen in alter Hessen treue gegründet und mit dem dedtutungsvollen Römer .Ludwig zur -treue" belegt worden. Tie alten Veteranen führten eine Stammrolle und der letzte ['m ihnen mußte Dien- Stammrolle dem ^oßderzoq über gehen. Ter letzte der Getreuen ist gestorben, und die fetzige ukneration Ha: ba* entfaltet, was jene geschaffen Haben: daS verleih! dem Feste eine besondere Deihe. In Anbetracht dieser Treue hat S. M. der Kaiser eine Fabnenschleife in den Rricks- sarben geschenkt. Eine zweite Sclüeife hat S. Kgl. H der Großherzig gestinrt mit der WidmungEmst Ludwig Großberieg von Hessen dem Ariegerverein Ludwia zur Treue* in Lollar'*

Cberftieutnan: Cramolini spricht feine Freude über die Auszeichnung durch Kaiser und Großherzog aus und übergibt Derr. Verein das Hassia-Tivlom für 25 jährige treue Zu­gehörigkeit zum HaEiaverbairb.

5tiulein Lina SeiPv überreicht in poetischen öorten eine Fahnew'cklrife, gestiftet von den Frauen und Jungfrauen Lollars

Lehrer Daab hielt hierauf die Festrede, anschließend an die Sorte: ,.Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, /rwirb es. um eS zu besitzen". Interessant ist die Geschickte der jetzt 162 Jahre alten VereinS^ahne. Diese zeigt auf blauweistrotem Grunde einen Löwen und die Jahreszahl 1742. Sie stammt van der Bürgergarde, die sich in jener Zeit zum Sckutze gegen Räuberbanden hier gebildet hatte. 1814 wurde sie auf einem Speicher im iRistbausEinhorn" anfgefunben und kam 1845 bei der Beerdigung des Veteranen Aham Schmidt in den Besitz bei Kriegervereins.

Es sprachen darauf Ehrenpräsident Baumann - Köln und der '

Lehrer Daab macht hierauf die Mitteilung, baß an den Großherzoa und den Kaiser Danktelegramme für bie Auszeich­nungen abgesandt worden seien, waS sehr beifällig begrüßt wurde.

Ein weiteres ErgebenheitStelcgramm wurde noch an den Großherzog gesandt.

Später trug die erste Schulklasse ein schön 4 Festlied unter Leitung deS Herrn Daab vor, woran sich die Dekorierung von 18 Be r ein s v e t er a n e n schloß, die 25 Jahre dem Verein angehören. Abends nahm das Fest bei Konzert, Volks­belustigung und Tanz einen schönen Verlauf.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 11. Juli 1904.

** Personalien. Ernannt wurde der Gefangenwarter an der Zellenstra'anstatt Butzbach Wilhelm Stephan Ehinger zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt mit Wirkung vom 21. Juli. Dem Weichensteller in der Heff.- Preuß. Eifenbahnqemeinfchast Beter Berg er zu Mainz wurde aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift .Für treue Dienste * oer- liehen. Der Lokomotivführer in der Heff.-Preuß. Eisen- bahngemeinfchaft Philipp Leiser zu Darmstadt wurde auf fein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit, unter An­erkennung seiner treu geleisteten Dienste in den Ruhestand verseht.

- Empfänge. S. st. h. der Großherzog empfingen am 9. Juli u. a. den Oberlehrer N ungesser von Alsfeld und den Forstmeister Köhler von Gießen.

Ausflug der 1851er und 1 8 5 2er. Gestern nachmittag unternahmen die Altersgenossen von 1852 mit Familienangehörigen einen Ausflug nach dem Windhof, wo der große Saal vollständig besetzt war. Stadto. Huhn be­grüßte die Anwesenden und gab der Hoffnung Ausdruck, daß alh Altersgenossen auf diese Weise noch oft gesund und froh benommen sein möchten. Der Maschinenbauergesangverein triK; etliche mit Beifall aufgenommene Lieder vor. Zur frohen St rnmung trugen auch die Mufikvorträge der Bauer'schen ''-ovelle bei. Die 18 5 1er hatten im Hardtwäldchcn bei 'm v./' SPctc:frqunn em Waldfest arrangiert, bei dem es uroem ''l'ch herginq. Die Teilnehmer zogen von dort sogar mit Musikbegleitung nach Hautz.

* Gießener Radfahrerverein 1885. DaS gJiria/ T zurr ckest ft ,85er" verlief in schönster Weise, stürz nach 3 Uhr fuhren die Mitglieder des Vereins und 0>n u m rmer tattttchen Anzahl von Sommerwagen, begleitet txm den aftiöen Fahrern deS Vereins, unter den

lustigen Klängen der Musik vom Vereinslokal (Steins Garten) ab. Die vom Wetter überaus begünstigte Fahrt führte über Lich nach dem Kloster Arnsburg. Ein Tänzchen, sowie die verschiedensten UnterhattungSspiele hielten die Teilnehmer bis zu dem gegen 8 Ubr erfolgten Aufbruch zusammen. Auf der Rückfahrt wurde noch eine kleinere Rast auf dem Forsthaus .Hochwarf gemacht, und dann ging eS mit den inzwischen durch SampionS herrlich geschmückten Wagen der Heimat 311. Eine gemütliche Zusammenkunft im Eafö Llmend bildete ben Schluß.

* Fahrraddi 01>sta bl? Einem auswärtigen Mit­glied des Maschinenbauergesangvereins wurde abendo, wäh­rend der (^esawgsübungen des Vereins, vom Hose deS 011^1 ofals sein F-ahrrad tpeggenommen. Trotz eifrigen Suchens fotnitc man das Vehikel noch nicht habhaft tver* den. Man vermutet Diebstahl ober einen schlechten Scherz.

" Eisenbahnfreifahrt für Arbeiter. Zwischen Verwaltungen der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen, der Badischen, Württembergischen und Sächsischen Staatseisen- bahnen und der Pfälzischen Eisenbahnen, sowie den Eisen« babnbirettionen in Mainz und Et. Johann-Saarbrücken ist bezüglich der Bewilligung freier Fahrt an Arbeiter ein neues Uebereinfommcn geschloffen worden, wonach diese Verwaltun­gen gegenseitig zu Reisen, wie Heimfahrt anläßlich beS TodeS oder schwerer Erkrankung von nächsten Angehörigen der 2lr- beitcr, zur Begleitung erkrankter Angehöriger oder zur Unter­bringung eines KmdeS in eine Beschäftigung, zu ErholnngS- und Badereisen auf Gnmd ärztlicher Anordnung, für Reisen zur Regelung dringender Familienangelegenheiten und für Reisen zur Teilnahme an häuslichen Festlichkeiten bei den nächsten Angehörigen ^Großeltern, Ettern, Kinder und Ge- chwister) Freifahrt erhalten können. Im allgemeinen soll nur solchen Bediensteten fteie Fahrt gewährt werden, die eine dreijährige Eisenbahndienstzeit zurückgelegt haben. Beim Tode der Eltern und Geschwister kann freie Fahrt indes schon nach einjähriger Dienstzeit bewilligt werden. AuSgeschloffen von der Gewährung freier Fahrt sind Bahnagenten, Angehörige von Arbeitern und nichtständige Arbeiter. 2luch Arbeiterinnen kommen für die Gewährung freier Fahrt in Betracht.

S. Rieder-Florstadt, 10. Juli. Bei der gestern hier stattgehabden B ü r g e r m e i st e r w a h l wurde der atberige Bürgermeister Alles mit 209 Stimmen wieder gewählt. Der O^egntfanbibat, ben bie Arbeiterpartei auf- bellte, bat es nur auf 147 Stimmen gebrackt.

Dieburg, 8. Juli. In ber verflogenen Nacht wurden auf nicht weniger als drei versckiedenen Eisenbahnstationen in der näheren Umgegend Einbruchsdiebstähle unter­nommen. In Groß-Zimmern drangen die Spitzbuben von der Seite her durch ein Fenster ein, nachdem sie vorher den davor befindlichen Laden auSgeboben und die Scheiben herauSgenommen hatten. Im Bureau erbrachen sie die Schatterkaffe und entnahmen ihr baS dort befindliche, zum Auswechseln zurückgelaffene Kleingeld im Betrage von 10 Mk. Eine bedeutend größere Summe hatte der diensttuende Be­amte abends spät mit nach Hause genommen. Weniger Er­folg hatten die Gauner im benachbarten Gundernhausen und Roßdorf. In der erstgenannten Station wurden sie durch daS wachsame Hündchen beS Stationsbeamten entdeckt und verscheucht, ohne etwas auSrichten zu können. Don ben Spitzbuben fehlt bis jetzt jegliche Spur.

Dermifcbtes»

' Han nover, 9. Juli. Ein Revolver-Attentat verübte gestern ber Arbeiter Buchhagen. Er hatte sich wegen Beleibigunq vor Gericht zu verantworten unb war zu brci Tagen Gefängnis verurteilt worben. Nach dem Urteilsspruch überfiel er bie von ihm beleibigtc Frau unb feuerte auf biefelbe mehrere Reoolverschüffe ab, ohne zu treffen. Die Polizei verhaftete Buchhagen m seiner Wohnung, wo er sich oerbarrifabiert hatte. Im Gefängnis hat er sich heute Nacht erhängt.

* Rouen, 9. Juli. Tie großen Warenlager am hiesigen Duai wurden in der letzten Nacht durch eine große Feuers- brunft zerstört. Ter Feuerwehr gelang erst nach großen Anstrengungen, baS Feuer auf seinen Herb zu beschränken. Man nimmt an, baß auch mehrere O,uai-Ardeiter, welche in ben Lagern zu übernächtigen pflegten, um ge­kommen sinb.

'Meran, 9. Juli. Hier würbe nachts bie auf ber Wandelbahn postierte Marmorbüste des Herzogs Karl Theodor von Bayern vom Sockel loSgerissen und in den Passer-Fluß hinab geworfen, wo sie in Stücke zerbrach. Von ben Tätern fehlt jebe Spur.

'Vom Dampfer ,910rge*. Einem Mitarbeiter der Stett. Adenbpost gab ein Lssizier beS in Sivinemünbe ein­gelaufenen PetroleumbampserSEnergie", ber mit einem Teil der Geretteten beS untergegangenen DauipferSNorge" ein­traf, eine ausführliche Schilderung deS Nettungtzwerkes. Die Energiebefand sich am 3. Juli nachmittags 6 Uhr 13 Meilen nördlich von St. Kilbe. Wir sichteten, so heißt eS in beni Bericht, von hier auS ungefähr fünf Meilen entfernt von Schiffsbord ein Boot unter Segeln mit darüber gehißter Flagge. Da bas Schiff nicht ben Eindruck eines Schiffer- booteS machte, hielten wir darauf zu. Es war ein Rettungs­boot mit Schiffbrüchigen des am 28. Juni untergegangenen Norge". Im Boote befand sich ber Kapitän Gunbei, der 4. Maschinist deö Dampfers, sieden Mannschaften ber Besatzung unb 61 Passagiere, darunter 26 Kinder im Alter von l/t bis 9 Jahren. Da zur Zeit ber Katastrophe die meisten Paffagiere noch schliefen und daS Schiff sehr schnell sank, hatten fast alle nur daS nackte Leben gerettet. Traurig war der Anblick, den wir beim Anblick deS Bootes empfingen. Dicht aneinander gedrängt und nur mit den allernot wendig st enKleidungS stücken versehen, saßen und lagen auf unb unter den Bänken Männer und Frauen, rwischen ihren Füßen die vielen kleinen Kinder. Am Ruder war Kapitän Gundel, barfuß und barhäuptig in Hemds­ärmeln. So hatten bie Aermsten 5Tag im Boote nuSgeljalten. Nur wenige waren im Stande, mit Hilfe der Leiter an Bord zu gelangen, fast alle mußten herauf ge­tragen werden. Alle waren krank und ihre O)liedmaßen 'tark geschwollen. Ein achtjähriger Knabe war am Tage or der Rettung den Strapazen erlegen und muhte ins -01 e e r versenkt werden.

Hkkichtssaak.

Berlin, 9. Juli. DaS Ehepaar Vrofessor Meper bat erklärt, aus die Revision negcn bas gegen sie erkannte Urteil mi verzichten unb die Strafe antreten zu wollen.

Dresden, 10. Juli. Am Freitag begann vor dem Land' gericht ein Sensationöprozeß gegen die bekannte P botog ra- vhenfirma I. Hoeffert. Auf der Anklagebank erschienen der Photograph und Leutnant d L L. Hoeffert und dessen Mutter, die Hosplwtograpbenwitwe Mila Hoeffert, uni sick wegen B e - t r u S zu verantworten. Sie tverden beschuldigt, unter Ver­schweigung ihrer scl>techten PermügenSlage in 15 Fällen Dar' leben in Höhe von 2.30 000 Mark erschwindelt zu haben. Ter Ehemann der Mila Hoeffert hat ein luxuriöses Leben geführt und 800000 Mark Schulden hinterlassen. Vor etwa 17 Jahren hat er ein fi'mfzehniährigeS Mädchen an der Riviera kennen gelernt und heiratete es, trotzdem seine Ehe noch nickt geschieden war. Hoeffert ersckwß sick bann. Die Angeklagten Ixiben trotz der Schuld.n die Grbfrbaft angetreten Sie mußten in den letzten Jahren jährlich 116 000 Mark an die Wucherzinsen und Damnum zahlen, wodurch die Sclmldenlast um weitere 400 000 Mark gesttcgen ist. Frau Hoeffert wurde zu drei Jahren, Ludwig Hoeffert zu sieben Jahren Gefängnis ver­urteilt

Michelstadt, 10. Juli. Okgcn das Gemeinderats- Mitglied Heinrich Walther III. zu Vürzbera, das dem früheren B ü r a e r m c i ft e r Georg Devrauch IL, während dieser noch im Amte war, allerhand llebtcd nachgesagt hatte, war von d r ?tiets7nw'ltschast zu Darmstadt auf Antrag deS KreiS- rtmt5 (frbad) Ank age wegen Beleidigung erh)ben werden. Walther wurde, obwohl der Amtsanwalt eine Gefängn sftrafc von einem Monat beantragt hatte, nur zu 40 Mk. Geldstrafe ver­urteilt. da er, wenn auch nickt für alle Beschuldigungen, so dock für die Mehrzahl d'N Wahrhe tsb'weis erbr chte In besonders eklatanter Werse gelang d^m Angellagten dies bezüglich seiner Be- Häuptling. Weyrauck habe bei der letzten Reichstaaswal)l bie Wahl 'nicht nach Vorschrift geleitet, sondern sie sogar gefälscht. Rach der eidlichen Aussage W Volizeidieners Löw zu Würzberg hat nämlick her Bürgermeister in seiner Eigenschaft als Wahl' Vorsteher, nachdem ein gewisser Heinrich TrnmnfHeller II. gewählt unb das Weinlokal verlassen Hatte, den als Wahlurne dienenden »lasten geöffnet, das WaHlkouvert mit dem Stimme zettel deS Trumvsheller HerauSgenommen, und als er ge­sehen, daß der Z'ttel ben Namen des sozialdemokratischen Kandi baten Ran trug, diesen WahNettel mit einem auf den Namen des nationalliberalen Kandidaten Haas lautenden vertauscht. DaS WaHlkouvert mit dem Wohlzettel HaaS hat dann der Bürgcr- meifler wieder in die Urne gelegt, während der auf den Namen Rau lautende Zettel auf Geheiß fred Bürgermeisters verbrannt wurde!

Aniversttäts-^achrichten.

Innsbruck, 9. Juli. Der bisherige Rektor der Uni­versität, Brof. D e m eli u S , wurde heute einstimmig w je­de r gewählt. ES ist dies ganz ungewöhnlich und durch die gegenwärtigen UniversitatSrerb-lttnsse bedingt, damit die Jta- lienerirage einheitlich und im bisherigen Sinne der Lösung zugefübrt werde.

Jtunfl und25ilTenf(flaft.

Berlin, 9. Juli Ein Komitee, bestehend ans ersten deut­schen Gel, hrten und anderen bekannten Persönlichkeiten, versendet einen Aufruf zur Errichtung eines Denkmalsfür Professor Mommsen.

Spielplan des Aroßß. Lurtgeaters Aad-Kauheim

(Tirehion Steingoetter).

Nanhetm: Montag ben 11. Juli: .Der Bettelfttident * Mitt­woch den 18. Juli: ,Tie Tlär vom töpferen Sckneider- lein/ Freitag ben 15. Zuli: .Die Fledei-rnauS.^ EamStag den 16. Juli: ,fiifelort/

Marburg: Donnerstag ben 14. Juli: »Die Fledermaus"

Sport.

Kiel, 9. Juli. Der Besitzer derSusanne", die den G 0 l d- Pokal des Königs von England gewann, hat zu Gunsten der Jacht der Kaiserin auf den Preis ver­zichtet.

Hisenöahn-Zeitung.

Eisenbahnminister v. Budde richtete berHalleschen Ztg" zufolge an sämtliche Eifenbahndirektionen einen Erlaß gegen die Beteiligung von Bahnbeamten an Konsum­vereinen unter Empfehlung der Benutzung der Rabatt­spa r tf c r e i n e.

Handel und Derkehr. Volkswittschast

Verliuer Börse vom 9. Juli 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel unb Jnbustrie, Gießen.) Prival-DiSkont 8l/4 Prozent.

Anfangs- u. Cchlußkurfe.

Ceft. Kredit . . . . 201.40

Deutfche Bank . 219.25

Darmstadter Bank . . 137.60

Bochumer Guß . . . 187.80

Harpener Bergbau . . 198.00

Tendenz: Ruhig.

201.10

219.62

137.50

187.37

198.01

Märkte

fc. Frankfurt a. M., 11. Juli. Mrig.-Telegr. beiGießen, ^lnz.") Amtliche Notierungen der heutigen Jruchtmarktpreif e: Weizen Mk. 17.2500.00, Kurhefsischer Mk. 17.2500.00, La Plata Mk. 17.0017.25, KanfaS Mk. 17.7518.50, Roggen (hiefiger) Mark 13.0018.25, Gerste (Wetteraueri Mk. 15.0015.50, Franken- felderMk. 15,7500,00, Hafer12.2514.00, Mais Mk. 11 5012.00, Weizenmehl 0 Alk. 26.0026.50, 2. Qualität Mk. 24.00

bis Dtk. 24.50, 3. Qualität Alk. 22.00-22.50, Roggenmehl 0 Mk. 22.00-22.50, 1. Qualität Mk. 19.5020.00, Weizenkleie Mk. 9.00 bis Mk. 9.26, Roggenkleie Mk. 9.5010.00, Maiskeime Mk. 10.50 bi? Mk. 10.75, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00000.0. Alles per 100 Kg. ab hier.

fr. Frankfurt n. M., 11. Juli. (Telcgr. Qrig.-Bericht des »Gieß. Anz/). Amtliche Notierrmgen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 575 Ochsen, 220 nu8 Oest­reich, 61 Bullen, 2 aus Oestreich, 656 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 auS Oestreich, 243 Kälber, 158 Schafe und Hämmel, 1555 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Sckaflänuner. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 7173 Mk., 2. Qual. 66-68 Mk., 3. Qual. 60-63Mk.: Bullen l.Qual. 63 bis 65 Mk., 2. Qual. 60-62 Mk.: Kühe 1. Qual. 7072 Mk., 2. Qual. 6567 Mk., 3. Qual. 6062 Mk, 4. Qual. 4749 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber: l.Qual. 8487 Pfg., Lebendgelvicht 5052 Ps., 2. Qual. 7580 Pfq., Lebendgewicht 4548 Pfg., 3. Qual' 0000 Pfq., Schlachtgeivicht 6063 Pfg., Schafe: 1. Qual. 7072 2. Qual. 6264 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual, 59-00 Pfg., Lebendgew. 46 Pfg., 2. Qual. 5800 Pfg., Lebendgewicht 4500 Pfg., 3. Dual. 5254 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand bedeutend- bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.

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