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Herrscht Ruhe.
— Ter Dekan der italienischen Fakultät suchte 6eteit§ Samstag beim Statthalter um Einstellung der Vorträge an der italienischen Fakultät nach. Trr_ Statthalter erklärte, die Einstellung ergebe sich aus den Umständen von selbst.
Budapest, 9. Nov. Gestern fanden anläßlich des S tudentenumzuges Unruhen statt. Die Polizei griff mit blanker Waffe ein. Drei Studenten wurden verwundet, 50 verhaftet.
Konstantinopel, 8. Nov. Die Untersuchung bezliglich eines Anschlages auf den Walt und Korpskommandanten von Adricmopel, Agrif-Pascha, ergab, daß der Täter Ibrahim ein wegen schlechter Führung im vorigen Jahr entlassener Gendarm ist. Nach seiner Aussage wollte er den Wale erschießen, weil der Gendarmerieoberst sich weigerte, ihm seinen rückständigen Sold auszuzahlen. Der verwundete Adintant in a U o r b e n.
Zur geft. Beachtung!
3m Interesse einer schönen und zweckmäßigen 9lu5* siattung der Anzeigen werden unsere verehrten Kunden ersticht, größere Anzeigen für die Samstagsausgabe bis spätestens Freitag nachmittag aufgeben zu wollen.
vermischtes.
"Ein seltsames Ereignis hält die Kreise der Berliner russischen Sttldenten in Aufregung. Dieser Tage wurde die auf der Durchreise nach der Schweiz befindliche russische Studentin Janina Bereon in der Wohnung ihres Bräutigams unter großem Polizeiaufgebot verhaftet. Bei der Haussuchung wurde eine Anzahl anarchistischer Schriften mit Beschlag belegt, die aber nicht der Verhafteten, sondern ihrem Bräutigam gehörten. Dieser und seine Freunde taten sofort alle Schritte, die Ursache der Verhaftung zu erfahren und beantragten bei der Polizei, daß der Verhaftetes ein Verteidiger zur Seite gestellt werde. Die Polizei lehnte aber diesen Antrag mit dein Bemerken ab, daß ein Verteidiger unnötig sei, da Fräulein Janina sich keines gegen die deutschen Neichsgesetze verstoßenden Vergehens schuldig gemacht habe. Sie sei uicht verhaftet, sondern nur sestge- nomm en.
* Kleine Tages chronik. In der Nacht vom Dienstag lauf Mittwoch 'wütete in Berlin ein heftiger Sturm, der
Berlin, 9. Nov. Die infolge der Zeitungsnachrichten über Unruhen im Gebiet der Station Barnenda bei dem Gouverneur in Kamerun eingezogenen telegraphischen Erkundigungen haben ergeben, daß die Bastln ruhig sind, dagegen in der Nähe von Babadiu lokale Unruhen aus Anlaß des unter Leutnant Puttlitz stattfindenden Wegebaues entstanden waren. Bei dem am 18. September stattgehabten Gefecht verlor der Gegner seinen Häuptling und 30 Tote, wahrend auf unserer Seite keine Verluste zu verzeichnen waren. Der neue Häuptling hat auf der Station Barnenda seine Unterwerfung angeboten. Nach übereinstimmender Ansicht des stellvertretenden Gouverneurs und des Truppen- kommandeurS bietet die Lage keinen Anlaß zur Beunruhigung,
da bei Babadju genügende Streitkräfte vorhanden sind, bei den Aufständischen Strafverhängung durchzuführen.
London, 6. Nov. Einem Kapstädter Telegramm folge wird der „Cape Mail" aus Upington gemeldet,
eine große Anzahl Hottentotten an der Grenze Kapkolonie erschienen, die eine Anzahl flüchtiger deutscher
Mißt und Lnud.
Gießen, beit 10. November 1904.
*• Geschworenenliste. Zur Bildung der Spruchliste für
am 5. Dez. 1904 vorm. 9V3 Uhr beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden die Namen folgender
Klug II., Landwirt in Altenbuseck.
** Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung). Mit Beginn des Wintersemesters nimmt die Naturwissenschaftliche Abteilung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde ihre Tätigkeit wieder auf mit einem laut Inserat nächsten Dienstag stattfindenden Vortrage des Professors Dr. Drude: „lieber Radium^.
•• Der Wahlverein Zentrum veröffentlicht im Inseratenteil heute seinen Wahlaufruf, luomit den Wählern recht verständige, in Bürgerversammlungen gut geklärte Vorschläge gemacht werden. Folgende 6 neu zu wählende Herren werden vorgeschlagen: Herrn. Eichenauer, Wilhelm Hornberger, Will). Plank, Ang. Gabriel, Med.-Rat Dr. Haberkorn und F. Helm. Fünf dieser Kandidaten sind auch in dem gestrigen Wahlaufruf des Wahlbezirks Seltersberg und Niegelpsad genannt, welcher außerdem auch an der Liste der seitherigen, wieder zur Wahl in Vorschlag gebrachten Stadtverordneten Streichungen vorge-
Ausland.
Paris, 9. Nov. Der Cl>ef der Sickerheitsvolizet wollte Syveton verhaften, fand ihn aber nickt zu Hause. _
— Freunde des Deputierten S v v e t o n versichern, daß buicr sich in der Umgegend verborgen hält, um morgen ein ' neu mit Hauptmann de Gail auszufechten, daß er sich bann aber vor den Untersuchungsrichter stellen wird, der ihn wahrtcheinlutt nicht in Hast behalten wird. „ , , c
— Wie aus Lorient berichtet wird, bestätigt jjrf) die Meldung, daß der B ü rger m ei st ervon Lorie ntSelbst mord begangen bat wegen der Enthüllungen, die über ihn in der Sacke des Angebers in der Armee gemacht worden sind.
Wien, 9. Nov. Die Z o l l v er ha n d l u n g c n mit Deutschland werden nunmehr beschleunigt, aber trotzdem mehrere Wochen beanspruchen. Zur Vereinfachung des Vorganges wurden Spezial-Komitees für die Behandlung der Detail- stagen gebildet. Gestern und heute wurden in den Konferenzen der Referenten Gerste-, Malz- und Viehzölle verhandelt. Die Reise des Grafen Posadowskv nach Budapest gilt Besuchen deS Grafen Tisza und der übrigen Mitglieder des ungarischen Ministeriums.
— Eine Versammlung der deutschen Studentenschaft beschloß eine Eingabe an den akademischen Senat, er möge aus Innsbruck zurückkehrenden italienischen S t u d e n t e u den Zutritt zur Wiener Universität versagen, da sich die deutschen Studenten nickt der Gefahr aussetzen wollten, von den Italienern angeschossen zu worden.
Innsbruck, 9. Nov. Der deutsch-freiheitliche Hochsckulausschuß gibt bekannt, daß er mit Bezug auf die neuerlichen Attentate der Italiener und dem mangelhaften Schutz der Deutschen durch die Sick>erheitsbehörden auf diesen Schutz Hu verzichten gedenkt und von der gerechten Notwehr Gebrauch macken werde.
— Privatmeldungen verzeichnen ein bisher nickt bestätigtes Gerückt von angeblichen Streitigkeiten zwischen b.eut - scheu und italienisch en S o l d a t e n in der Klosterkaserne: mehrere Soldaten hätten Verletzungen erlitten. In Innsbruck
tobritd) erklirrte auch Dr. 2 u x auf den: BveSiauev Purrer- tage: „Denn ttnr Bauern schütz treiben, so heißt das unter den heutigen Verhältnissen nichts anderes, als Bauernfang treiben." — Selbst der „Vorwärts", das Zendralorgan der sozialdemokratischen Partei, schrieb einmal: „Uns Tarnt
nicht in den Sinn kommen, den Privateigentums-Bestrebungen der Bauern auf QVnmb und Boden irgendwie förderlich zu sein. Die Ernte gehört nicht den Bauern, sondern allen Menschen; privates Eigentum an Grund und Boden ist niemand zuzubilligen. Demgemäß erklärte der Abg. Fischer auf dem Parteitag in Breslau stank und frei: „Die Sozialdemokratie kann der BaBer erst gewinnen, wenn er von seinem Eigentum losgelöst, bankerott gemacht ist" Darum frohlocken die Sozialdemokraten, trenn der Bauer und mit ihm der kleine Handwerker un!b lZlewcrbetreibende zu gründe geht und rühren keine Hand, hcn Untergang zu verhindern.
So steht es also mit der Banernsteundlichkeit derSozial- bemokratie. Daran denkt, ihr Bauern, Handwerker und Kaufleute, wenn auch der sozialdemokratische Agitationskalender ins Haus gebracht wird, und merkt euch das Sprichwort: „9hir die allergrößten Kälber wählen ihren Metzger selber."
nommen hat. EL dürfte feststehei., daß hinter den aus den verschiedensten Bürgergruppen gemeinsam vorge- chlagenen Kandidaten eine sehr große Wählerzahl steht. Möge man in Bürgerkreisen nur solche, von verschiedenen Kreisen vorgeschlagene Kandidaten wählen, um einer zu großen Stimmenzersplitterung vorzubeugen.— Der Bezirksverein Nord - Ost, der gestern abend im Restaurant „Transvaal" eine Generalversammlung unter dem Vorsitz des Herrn Friedberger abhielt, empfahl die Wiederwahl der seitherigen Stadtverordneten und die Neuwahl der Herren Schlosser- meister Martin Dörr, Herrn. Eichenauer, M. Friedberger, Ang. Gabriel, Medizinalrat Dr. Haberkorn und Weinhändler Fr. Helm.
C. Verhaftet. Wegen Vornahme unsittlicher Handlungen wurde gestern abend ein fremder Arbeiter in Haft genommen.
C. DaS Fahrrad, von dem gestern gemeldet wurde, daß es gesunden worden sei, hat seinen Herrn gefunden. Es war am Sonntag vorher im Philosophenwald gestohlen worden.
C. Unglück 8 sall. Heute vormittag geriet der Arbeiter Sparr aus Bersrod in der Fabrik von Seuling Nachfolger in die Transmission und wurde sofort getötet.
** Ein Rohrbruch der Wasserleitung tourbt. heute vormittag an der Ecke Schulstraße und Kaplaneigasse konstatiert. In großer Menge sprudelte das Wasser mitten aus der Schulstraße zwischeft den Pflastersteinen hervor. Das städt. Wasserwerk, das sogleich benachrichtigt wurde, ließ einige Steine wegnehmen, worauf die unterspülte Stelle teilweise zusammenbrach. Die Schulstraße wurde für den- Fuhrverkehr gesperrt und die Wasserleitung abgestellt. Die Stelle, wo der Rohrbrnch liegt, war nach 1 Uhr noch nicht: gefunden. Es ist möglich, daß die Herstellung nicht unerhebliche Arbeit macht.
b. Klein-Linden, 10. Nov. Gestern sand hier die Gründung eines Gabels berg er'schen Stenographen- VereinS statt. Die Leitung hat einstweilen Lehrer Keil übernommen. Zu einem am nächsten Dienstag beginnenden Unterrichtskursus haben sich bereits neun Teinehmer gemeldet. Weiterer Zuwachs steht in sicherer Aussicht.
R.-B. Darmstadt, 9. Nov. Aus Anlaß des Geburtstages des Königs von England fand heute im englischen O^esandtschaftshotel ein Dejeuner statt, welchem auch der Großherzog, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, Staatsminister Rothe, die Hofstaaten und die Mitglieder des diplomatischen Korps beiwohnten. — Als ein Wohltäter unserer Stadt erweist sich der jüngst in Hofheim verstorbene frühere Schornsteinfegermeister App. Er hat zum Universalerben seines über 100 000 Mk. betragenden Vermögens die hiesige Turngesellschaft eingesetzt und bestimmt, daß für eine zu errichtende Kleinkinderschule 10 000 Mk. und für das Ohlystift in Gräfenhausen, das Landkrankenhaus und den Seipel'schen Krankenkassenverein je 5000 Mk. auSgezahlt werden sollen.
8Ü. Darmstadt, 10. Nov. (EigenerDrahtbericht.) Der Regierungspräsident von Magdeburg, Dr. Balz, ist hier in besonderer Mission eingetroffen und wird vom Großherzog empfangen werden. (Hoffentlich erfährt man auch etwas über die „besondere Mission", sonst dürfte man annehmen, daß die Anwesenheit des Regierungspräsidenten nicht von sehr großer Bedeutung ist. D. Red.)
[ ] Marburg, 9. Nov. Wie schon kurz erwähnt, traf am Sonntag nachmittag Herzog und HerzoginJohann Al brecht von Mecklenburg zum Besuche der Familie de8 Geheimrots Prof. Dr. Küster hier ein. Gestern nachmittag besichtigten die hohen Herrschaften die Institute des Geheimrats Prof. Dr. Exzellenz v. Behring wie auch dessen Gutshos in Marbach und abends wohnten sie dem Vortrag des Professors Dr. Fischer im Kolonialverein bei. Der Herzog ist bekanntlich Vorsitzender der deutschen Kolonialgesellschaft und es wurde ihm auch in dieser Eigenschaft durch den Vorsitzenden des hiesigen Zweigvereins, Prof. Dr. Andree, bei seinem Eintreten ins Physiologische Institut eine herzliche Begrüßung gewidmet. Professor Dr. Fischer, der durch seine verschiedenen Reisen nach Marokko Land und Leute dort genau kennt, gab dann den Zuhörern ein interessantes Bild über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse dieses nordafrikanischen Gebiets, und verband damit den Wunsch, daß Deutschland bei der wohl nicht auSbleibenden Aufteilung dieses letzten afrikanischen Landes nicht zu kurz komme. Durch Lichtbilder sand der Vortrag eine vorzügliche Ergänzung. Bei her nun folgenden gemütlichen Zusammenkunft im Hotel Pfeiffer hielt der Herzog eine Ansprache. Heute mittag um 2 Uhr reiften die Hoheiten wieder von hier weg.
fc. Aschaffenburg, 9. Nov. Das Gemeinde* Collegium beschloß die Einführung einer Vergnügungssteuer zu gunften der Armenkasse. Es sollen erhoben werden für: Nedouten 20 Mk., Kostümfeste ohne Tanz 5 Mk., für Ausstellung großer Orchestrions 10 Mk., kleinere 3 Mk. pro Jahr u. s. w. Ausgenommen von der Vergnügungssteuer sind das Stadttheater und die Veranstaltungen in geschlossenen Vereinen. Ä
Hauptgeschworenen aus der Jahresliste für 1904 gezogen: 1. Wilhelm Altbaus, Gemeindeeinnehmer in Großenbuseck, 2. Fritz Klingelhöffer, Oberförster in Gedern, 3. Karl Groß, Rentner in Friedberg, 4. Heinrich Nies IV., Landwirt in Mittel-Seemen, 5. Friedrich Köhler, Rechner in Freiensteinau, 6. JohS. Leister, Landwirt in Hemmen, 7. Moritz Zehner, Oekonom in Schwalheim, 8. Heinrich Kraft, Gutspächter in Vonhausen, 9. Ludwig Dörmer, Rechner in Lich, 1 (^Bernhard Fisch, Schreinermeister in Bad-Nauheim, 11. Karl Sievers II, Landwirt in Lehrbach, 12. Otto Fischer, Kaufmann in Nidda, 13. Heinrich Reif, Pächter in Dorheim, 14. Karl Roth, Landwirt in Muschenheim, 15. August Draudt, Pächter in Büdesheim, 16. Herrmann Kratz, Kaufmann in Laubach, 17. Ioh. Hrinrich Schudt, Mühlenbesitzer in Klein-Karben, 18. Peter Görnert III, Landwirt in Queckborn, 19. Otto Schäfer, Fabrikant in Büdingen, 20. Johannes Stock, Gastwirt in Steinsurt bei Herbstein, 21. Christian Grebe, Gutspächter in Aulendiebach, 22. Karl Uhl, Landwirt in Nodheim bei Hungen, 23. Rudols Quanz, Landwirt in Eichelsachsen, 24. Wilhelm Müller I., Beigeordneter in Eberstadt, 25. Heinrich Schudt II., Mühlenbesitzer' in Bruchenbrücken, 26. Anton Weickhardt, Buchbinder in Butzbach, 27. Eduard Sack II., Kaufmann in Gießen, 28. Georg Stammler, Fabrikant in Grünberg, 29. Georg Leopard, Landwirt in Melbach, 30. Friedrich
I ntt big seien. Der Korrespondent sah anchpen General Stöffel, der ibm versickerte, daß fast 90 Prozent der japanischen Geschosse wirkungslos blieben.
Paris, 9. Nov. Im hiesigen auSlvärftgen Amt ist man der Ansicht, daß die von den Japanern in Umlauf gesetzten Gerückte von dem Falle Port ArthurS keinen anderen Zweck verfolgen, als daS russische baltische Gesckiwader auf seiner Reise nach Ost- afieit aufzuhalten, und eS sogar zu bestimmen, seine Rückfahrt anzutreten. Von bestunterrickteter Seite wird mitgeteilt, daß Port Arthur sick poch lange halten könne, daß aber die Lage trotzdem kritisch sei.
Kleine Meldun-en.
AuS Mulden ivirb gemeldet, daß die beiden kämpfenden Parteien nach 'wie vor eine abwartende Haltung einnehmen. DaS vorgestrige Artilleriefeuer trug nur einen demonstrativen Charakter.
Der dänische Marineagent DvermeS ist aus dem fernen Osten nach Petersburg zurltckgekehrt und erzählt, daß verschiedene fremdländische. M il i t är a t t a ch e e S den Kriegsschauplatz verlassen, da ihrer Ansicht nach vor de m F r ü h l in g keine ernste Aktion zu erwarten ist. Wladiwostok sei vorzüglich befestigt und würde bald eine drohende Festung werden.
Petersburg, 9. Nov. Auf Ersuchen Kuropatkins sind in der letzten Zeit 450 Offiziere nach dem Kriegsschauplatz abgegangen.
Petersburger Privatnachrichten melden zwei Eisenbahn- Attentate. Eins ereignete sich bei Irkutsk, wo 20 Wagen mit Kriegsnmterial gänzlich 'zerstört wurden: ein zweites bei Rakienaja, wo mehrere Personen getötet worden sein sollen.
Odessa, 9. Nov. Sämtliche Sckisfe der russisck>en Freiwill i g e n - F l o t t e erlsielten Befehl, mit Mannschaften, Munition, Kohlen und sonstigem Kriegsmaterial an Bord v i a T a r-
Tie Kosten einer modernen Schlacht.
Was hat die Schlacht von Liaujang gekostet? Diese Frage berechnet ein Sachverständiger in einer englischen Zeitschrift wie olgt: 125 000 Russen und 150'000 Japaner haben an der Schlacht teilgenommeu. Bringt man davon die Reserven in Abzug und rechnet mit der Tatsacke, daß nicht alle Soldaten auf einmal kämpfen konnten, so kann man annehmen, daß etwa 60 000 Russen und 80 000 Japaner 60 Stunden lang gekämpft haben. Diese haben 1200 Patronen pro Mann gebraucht, oder gegen ICO 000 000 im ganzen, die 8000000 Mark wert sind. Die 300 in der Scklackt verwandten Kanonen haben etwa 450 000 (Wranateit zn durchschnittlich 8 Mark abgeseuert, was 3 600 000 Mark ausmackt. In diesen Summen sind natürlich nickt mit einbegriffen die Kosten für Ausbesserung der Gewehre und Kanonen: nach zwei oder drei Schlachten wie die bei Liaujang ist sie aber wingend nötig. Die japanischen Feldkanonen kosten je etwa 8000 Mark. Die großen Geschütze, die Port Artlmr verteidigen, kosten bis zn 800 000 Mark, und jeder einzelne Sckuß 1000 Mark, bis jetzt hat die iavaniscke Negierung 240 000 000 Mark ür Kriegsmaterial: die Russen haben da-S Doppelte anfgemandt, o daß im ganzen Material ft'ir 720 000 000 Mark aus den ver- chiedep.en Arsenalen Eurovgs und Asi«'n5 verbraucht worden ist.
Tie Floiienbudgct^ der Großmächte.
In der Novernber-AuSgabe bc$ „Chambers Journal" befindet sich eine interessante Aufstellung über die Flottenausgaben der Großmächte während der letzten fünf Jahre. Insgesamt verausgabten Großbritannien, Frankreich, Rußland, Deutschland, Italien, Oesterreich-Ungarn und die Vereinigten Staaten 29 Millionen Pfund Sterling mehr bezw. sie erhöhten ihren Flottenetat um 46 Proz. DaS vollständige Flottenbudget dieser Mächte für daS Jahr 1903/04 verschlang
danellen nach Oftasien abzugchen.
Shanghai, 9. Nov. Hier wird berichtet, daß mehrere Tausend Ausständische die Telegraphenlinien in der Provinz Hunan auf eine Länge von zehn Meilen zerstört.haben und in die Stadt eingedrringen sind. Die Ausständigen sind gut be-
Kolonisten und 12 Mann der deutschen Schutztruppe vor sich Vertrieben. Die Flüchtlinge überschritten die deutsche Grenze. Obwohl es als unwahrscheinlich erachtet wird, daß die Hottentotten wagen werden, ihnen zu folgen, wurde die britische Grenzpolizei wesentlich verstärkt, um für jeden Fall gerüstet zu sein. Tas Gesuch der deutschen Schuhtruppler, nach Südwestafrika zurückkehren zu dürfen, wurde abgelehnt. — Von deutscher Selle liegt eine Meldung über diesen Vorgang nicht vor.__________
Aer Krieg zwischen Zapan uitö Zrutzland.
Port Arthur.
Tokio, 9. Nov. ''Reuter.') Dem Vernehmen nach brachten 5ie Japaner dieFortsErlungschan und Sungschusckan hei Port Arthur vollständig zum Schweigen und richten den Hauptangiisf jetzt gegen das Fort I tse sck an.
Petersburg, 9. Nov. Von den im ganzen 26 detachierten Forts von Port Arthur, die wirklich permanent ausgebaut wurden, ist nach den liier vorliegenden Nackrichten bis Mir Stunde noch kein einziges gefallen. Das in die Hände der Japaner geratene sogen. Fort Kuropatkin war nur ein ut letzter Stunde provisorisch 'ausgebautes Werk, das etwa zwei Kilometer über die eigentliche Vefestigungslinie hinausgeschoben yoax. Mit großer Bestimmtheit versichert man: Port Arthur Habe bis Ende des Jahres Munition und Proviant, alle gegen- teiligen Nachrichten hält man für üble Zettelungen.
London, 9. Nov. Aus Tschifu wird dem „Dailp Erpreß" fmtlMt: Tie Javaner verle nfte n jeftent 3 Tschrmken, vxlche mit Lebensmitteln für Port Arthur bestimmt waren. Logegen soll es 3anderen Dschunken gelungen fern, die B lockade ,u durchbrechen. Diese Dschunken waren mit Munition beladen. Die Javaner verwenden alle Arregsschrfse, um di- Blockade wirksamer zu gestalten.
Bonbon, 9 Nov. Dem Korrespondenten eines Ehuagoer Blattes llst es gelungen, m einem lleimn Boote nach Port Arthur zu gelangen. Er beruhtet, daß ber ft teurer „Da - iatt" sowie da« 2 ckl a ch t ich i fs ,,B - r e s w> - t" unter dem Bombardement furchtoar gelitten hätten und gänzlra) kampf-
92 Mill. Pfd. Sterl. Tie Ziffern sind die
folgenden: Zuwachs
Proz.
3898
1903
Großbritannien
23 880 000
34 457 000
10 577 000
44.2
Frankreich
11 988 000
12 538 000
555 000
4.5
Rußland
9 028 000
12 349 000
3 321 000
36.7
Deutschland
6 083 000
10 252 000
4169 000
685
Italien
4 000 000
4710000
710 000
17.7
Oesterreich-Ungarn
1 200 000
2 030 000
830 000
69.1
Vereinigte Staaten
7 000 000
16 290 000
9 200 000
131.4
Insgesamt:
63 179 000
92 536 000
29 357 000
46.4


