9lv. 265 Erftes Blatt.
154. Jahrgang Donnerstag lO.9!o»em6ccl9O4
Schulstratzr 7.
tlbrefie für Depeschen: Anzeiger Gießen.
^ernsprcchanschluß Nr 51.
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger w
Amis- und Mzeigeblatt für den Kreis Gießen
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden irn Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Siebener Zamilten- Hättet Dtermal in der Woche beigelegt.
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vezngSPrelAt monatlich^ 93L viertel» jährlich Ml. SLO; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Pf.; durch diePost Mt. ».---viertel« jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür bie TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf«
auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den pofiL und augem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und Land^ und »GerichtSsaal^: August Goetz; sür den Anzeigenteil: HanS Beck.
§ie heutige Wummer umfaßt 10 Seiten.
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Bekanntmachnng.
Die Kreisstraßen Lang-Göns—Holzheim und Lang-Göns ^-Leihgestern werden wegen vorzunehmenden Umbaues bis auf Weiteres vom Mühlberg in der Ortsdurchfahrt Lang- Göns bis zur Bahnunterführung einschließlich für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Gießen, den 8. Noveinber 1904.
Groß herzoglich es Kreisamt Gießen.
I'. V.: Hechler.
England und Wußtand.
London, 9. Nov. Beim heutigen Lordmayors-Bankett in Guildhall führte der Staatssekretär des Auswärtigen Lansdowne folgendes aus: Das Hauptinteresse der Londoner City in Bezug auf die auswärtigen Beziehungen ist die Erhaltung des Friedens. IN diesem Augenblick gedenken wir nicht des Fortganges des schreÄichen Kampfes zwischen zwei tapferen ritterlichen Nationen im fernen Osten. Wir können uns keine schrecklichere Strafe denken, als die Gewissensbisse eines Ministers oder einer Körperschaft von Ministern, die aus Mangel an Gleichmut oder in dem Verlangen nach Popularität oder aus falscher Auffassung über, den Gegner über ihr Vaterland die Geißel und das Unheil eines unnötigen Krieges gebracht haben. An diesem glückverheißenden Tage der Geburt unseres Königs kann ich Ihnen von dieser Stelle aus sagen, daß der Friede unseres Landes nicht allein unverletzt ist, sondern, daß auch!, soweit sich voraussehen läßt, kein Grund vorhanden ist, weshalb er nicht ungebrochen bleiben sollte. Wir haben nicht allein das Glück gehabt, einen Krieg zu vermeiden, sondern durch strenge Wahrung der Neutralität Und weise internationale Abmachungen haben wir etwas dazu beigetragen, den Spielraum der Feindseligkeiten sür unser Land einzuschränken. Nichtsdestoweniger sind wir nicht gänzlich den Gefahren eines großen Krieges entronn en. In den letzten Tagen standen wir vor einem Zwischenfall, der das Volt dieses Landes in einer Weise erregt hat, wie wenige andere Zwischenfälle getan haben. Am 21. Oktober wurde in der Nordsee ein Angriff gemacht auf britische Bürger, ein Schimpf wurde der britischen Flagge zugefügt. Es ist nicht in Frage gekommen, daß dies beabsichtigt gewesen wäre. Wenn es gewesen wäre, so wollen wir lieber nicht die Folgen erwägen. Es war ein beklagenswerter unverantwortlicher Mißgriff. Wir haben jüngst in befriedigender Weise den Beweis erhalten, daß die russische Regierung den guten Glauben annahm, die Tatsachen wären ganz anders, als wir sie vermuteten. Die Kommission wird den unglücklichen Vorfall nach allen Richtungen untersuchen, einschließlich der Verantwortlichkeit und des Grades von Tadel, der diejenigen trifft, welche als die Verantwortlichen befunden werden. Eine Anzahl russischer Offiziere wurde in Vigo zurückbehalten. Man hat seine Ueberraschung über die geringe Zahl der Offiziere ausgedrückt. Es war nicht unsere Sache, die Verantwortung zu übernehmen für die Auswahl der Offiziere, auch wäre es ein großer Fehler, Rußland von dieser Verantwortung zu befreien. Wir haben in den allerletzten Tagen die bestimmte Versicherung erhalten, daß die zurückbehaltenen Offiziere diejenigen sind, welche zweifellos bei dem Vorfall in Betracht kommen und daß, wenn die Untersuchung ergeben sollte, daß andere Offiziere schuldig sind, diese ebenfalls angemessen bestraft werden. Wenn ich alles dieses zusammenfasse, frage ich, war es der Regierung und Sr. Majestät möglich, mehr zu erreichen, als sie erreicht haben? Es handelt sich um einen ganz unerwarteten, durchaus ungerechtfertigten Zwischenfall. .Was andere störende und erregende Zwischenfälle des Krieges betrifft, so haben während eines Krieges die Kriegführenden Rechte. Wir alle geben zu, es wäre unglücklich, wenn wir jetzt der Vorrechte Kriegführender verlustig gehen sollten, die wir selbst ausznüben wünschen dürften, wenn wir selbst im Kriege sind. Unsere sonstigen Bemühungen sind auch nicht ganz vergeblich gewesen. Wir haben Erfolg gehabt, es durchzusetzen, daß Nahrungsmittel und andere Artikel nicht ohne weiteres als Kriegskontrebande gerechnet werden, und von Rußland die Versicherung zu erlangen, daß ferne Marinebehörden in weniger vexatorischer Weise ihre Rechte ausüben werden. Obwohl verschiedene Fälle, tu denen britische Schiffe angehalten worden sind, große Erregung rn England hervorgerufen haben, ist es doch feit Juli nicht ein einziges Mal vorgekommen, daß ein britisches Schiff von einem russischen Kreuzer ausgebracht worden ist, wo hierzu das Recht nicht den Kriegführenden zugestanden hätte und wo wir nicht gezögert hätten, in derselben Weise zu verfahren. Ich bin sanguinisch genug, zu sagen, daß wahrscheinlich etwas gutes aus diesem Kampfe e n t st e h e n w i r d. Es ist meine Hoffnung und mein Glaube, daß dieser schreckliche Krieg dem vorhandenen Verlangen nach einer weniger plumpen und brutalen Methode der Regelung internationaler Streitfragen einen weiteren Antrieb geben wird. Ich habe fünf Schiedsverträge unterzeichnet, üher zwei weitere wird jetzt verhandelt. Erst gestern hat der amerikanische Botschafter Uhoate gefragt, ob wir zur Unterzeichnung eines derartigen Vertrages mit Amerika geneigt seien. Wir haben auch nicht das Ersuchen des Präsidenten Roosevelt um Teilnahme an der zweiten Haager Konferenz abgelehnt. Ist es nicht noch besser, die Dinge so zu regeln, daß überhaupt teilt Streit entsteht? Ich verweise in dieser Beziehung auf das Abkommen mit der uns befreundeten französischen Republik, welches, wie ich glaube, zwischen Rußland und
^Frankreich Beziehungen von vertraulichem, herzlichstem Charakter schaffend, eine bessere politische Atmosphäre erzeugen und beide Länder in Stand setzen wird, einen heilsamen friedlichen Einfluß auf andere Mächte auszuüben.
Paris, 9. Nov. (Havas.) Die Sch w ieri g keiten, die zwischen der russischen und der englischen Regierung bezüglich der zur Untersuchung des Zwischenfalles in der Nordsee bestimmten Kommission entstanden, waren, ohne sehr ernster Natur zu sein, dochnichtunerheblich und gaben zu lebhaften Besprechungen Anlaß. Es handelte sich namentlich um die Frage, ob die in Vigo ausgeschifften russischen Offiziere von der Kommission als Zeugen oder als Verantwortliche anzusehen seien. Tie russische Regierung* ist der Ansicht, daß diese Offiziere je nach der Entwicklung der Untersuchung sowohl als Zeugen wie als Verantwortliche gelten, und daß außerdem noch andere Verantwortlichkeiten rn Frage kommen könnten. Man nimmt an, daß die Kommission in etwa vierzehn Tagen in Paris und zwar wahrscheinlich in demselben Saale des Ministeriums des Aeußeren zusam'mentreten wird, in welchem die Friedenskonferenz nach dem spanisch- amerikanischen Kriege tagte.
Paris, 9. Nov. Es bestätigt sich, daß Vizeadmiral Fournier Frankreich bei der Hüller Untersuchungskommission vertreten wird.
Petersburg, 10. Nov. (Rufs. Tel.-Ag.) Ein von heute datierter Tagesbefehl des Kommandanten des zweiten Parisischen Geschwaders, das sich auf der Reede von Vigo befand, an das Geschwader lautet: „Ter Kaiser hat uns huldvoll mit folgendem Telegramm beehrt: „Ich bin im Geiste und mit ganzer Seele bei Ihnen und meinem teuren Geschwader und bleibe dessen versichert, daß das Mißverständnis bald erledigt sein wird. Ganz Rußland blickt auf Euch mit Zuversicht und fester Hoffnung. Nikolaus." Ich habe dem Kaiser geantwortet: „Das Geschwader steht einmütig zum Throne Eurer Majestät." Nicht wahr, Kameraden? Was der Kaiser uns befiehlt, werden wir tun. .Hurra! ________________
Volttische Tagesschau.
Einschränkung der russischen Getreideausfuhr?
Aus Petersburg wird der »Deutschen Tagesztg." geschrieben:
In Petersburg wird sich in den nächsten Wochen eine Konferenz versammeln, die wichtige Beschlüsse über die Getreidetarife zu fassen berufen ist. Diese Konferenz, die unter dem Vorsitz des Direktors des Eisenbahndepartements tagen wird, seht sich zusammen aus Vertretern der Negierung, der Landwirtschaft, der Mehlindustrie und der Börsenkomitees. Es wird besonders die Frage zur Entscheidung stehen, ob die Getreidetarife zu den Hafenstädten erhöht, für die inneren Märkte dagegen ermäßigt werden sollen. Es ist die Fortsetzung einer Debatte, welche vor drei Jahren auf den Sitzungen der gleichen Konferenz begann. Damals standen die landwirtschaftlichen Deputierten des Westens, des Nordens und eines Teiles des Zentrums denen des Ostens schroff gegenüber. Die letzteren namentlich haben sich mit aller Entschiedenheit gegen eine Erhöhung der Tarife zu den Ausfuhrhäfen ausgesprochen, weil sie fürchteten, alsdann genötigt zu sein, ihr Getreide im Inland zu den niedrigsten Preisen abzugeben. Die westlichen, nördlichen und viele neutrale Landwirte beklagten sich dagegen bitter über das billige Getreide aus dem Osten, das, wenn es in Massen zu ihnen käme, die Preise drücke. Infolge der gereizten Stimmung kam es auf der Konferenz zu lebhaften Erörterungen, und schließlich ging man. auseinander, ohne zu einem Ergebnis gekommen zu sein. Gegenwärtig wird die Frage der Erhöhung, beziehungsweise Ermäßigung der Getreidetarife wieder aufgenommen, und sie hat insofern allgemeine Bedeutung, als von der Entscheidung die Begünstigung oder Einschränkung der Getreideausfuhr abhängt. Noch läßt sieh nicht mit Sicherheit bestimmen, wie der Verlauf der Konferenz sein wird, aber es ist bezeichnend, daß die „Nowoje Wremja", die in ihrem Urteil sich sehr von den herrschenden Strömungen beeinflussen läßt, dieses Mal entschieden sür Ermäßigung der Tarife für die inneren Reichsteile und Erhöhung für die Ausfuhrhäfen eintritt. Das Blatt führt aus, die Bedeutung der Getreideausfuhr für das Reichsbudget sei ohne Zweifel nicht gering, niemals aber dür'e der einheimische Getreideproduzent so wie bisher hinter den ausländischen Gläubiger zurückgesetzt werden. Indirekt wird damit zugegeben, daß die Getreideausfuhr überhaupt nur die Balanzierung des Etats gestatte. Aus diesen Worten kann man folgern, daß die amtlichen Kreise sich mit dem Gedanken tragen, die übermäßige Getreideausfuhr tatsächlich einzuschränken; die Not der Bauern erreicht zu Zeiten einen solchen Grad, daß man das zur Ausfuhr bestimmte Getreide im Innern nicht mehr entbehren kann. Ob die Konferenz aber dementsprechende Beschlüsse faßt, steht gleichwohl noch sehr dahin. Jedenfalls darf man ihrem Zusammentritt und Verlauf nicht ohne Spannung entgegenblicken.
Auch eine „Reform".
R. Berlin, 9. Nov.
Die „Verl. Polit. Nachricht.", die zwar nicht immer als „offiziös" gelten können, indem sie bisweilen nur die Wünsche großindustrieller Kreise widerspiegeln, kündigen sür den nächsten ReichSbauSbaltsetat die Wiederkehr einer Zuschuß anleihe
an. Es bleibt aber zu wünschen, daß die Reichsfinanzen recht bald eine Gestalt erhalten, die die Heranziehung eines solchen Auskunftsmittels überflüssig machen. In diesem Falle sind die „Pol. Nachr." zweifellos an amtlicher Stelle unterrichtet worden. Der Hinweis auf die baldige Neugestaltung der Neichssinanzen enthält eine Vorbereitung der Oeffentlichkeit auf neue Reichssteuern. Daß solche Pläne im Gange sind, ist schon vor Monaten behauptet, jedoch von anderer Seite nachdrücklich bestritten worden. Schließlich wurde aber zugegeben, ein „kleines Brausteuerprojekt" befinde sich in Arbeit. Beileibe nicht etwa, um große Mehreinnahmen aus dem Bier zu erzielen. Nein, es handele sich um eine Staffelung der Malzsteuer, die den kleinen und mittleren Brauereien gegenüber den Großbrauereien das Leben erleichtern sollen. Also eine Reform, keine Belastung. Der selige Herr v. Miquel sprach als Finanzminister auch immer von seinen Steuer-„Neformen", obwohl die Wirkung dieser vorgeblichen Wohltat war und ist, daß der Steuerzahler das Doppelte und Dreifache gegen früher dem FiskuS entrichten muß. Das Wort Reform klang angenehmer in die Ohren als die deutlichere, mehr der Wirklichkeit entsprechende Bezeichnung „Anziehen der Steuerschraube". Aehnlich scheint es zu stehen mit dem scheinbar so uneigennützigen Liebeswerk für die kleinen Brauereien. Sollte da§ Reich in allen wichtigeren Betrieben sich die energische Inschutznahme des Schwächeren gegen den Starken angelegen sein lasten, so könnte der Reichstag sich ausschließlich mit „Reformen" beschäftigen. Wir glauben, daß bei der Verbesserung der Malzsteuer mehr beabsichtigt wird, als man einstweilen zugibt. Der konservative Abg. Rettich befürwortet heute im „Tag" eine ausgiebige Erhöhung der Malzsteuer. Allerdings bemerkt der Abg. Rettich, er spreche hier nur für seine Person, denn er wisse nicht, wie seine Partei darüber denke: er habe aber das Gefühl, daß sehr viele in Deutschland ebenso denken, daß sie sich aber scheuen, es auszusprechcn. Sollte wirklich der Mut der offenen Aussprache in Deutschland eine so selten anzutreffende Erscheinung sein, wie der Abg. Rettich meint? Doch davon abgesehen — es ist jedenfalls sehr bemerkenswert, daß ein in wirtschaftspolitischen Dingen einflußreiches Mitglied der Rechten die Initiative ergreift, der Regierung die Erhöhung der Malzsteuer auf dem Präsentierteller anzubieten. Täuscht nicht alles, so begegnen sich hier die Wünsche. Es ist wohl schon seitens der Regierung eine Erhöhung der Malzsteuer ins Auge gefaßt. Selbst der Abg. Rettich gibt zu, daß durch diese Erhöhung eine Verteuerung der Erzeugungskosten von 1 bis l^/z Pfg. auf den Liter sich ergeben würde. Das scheint uns mäßig gerechnet. Jrn Detailpreis kommt die Erhöhung der Herstellungskosten natürlich auch viel schärfer zum Ausdruck. Darüber tröstet sich der Abg. Rettich mit der Erwägung, daß dis Abnahme des Biergenusses um ein weniges vom hygienischen und sozialen Standpunkte nicht zu bedauern wäre. Die Zentrumspresse wendet sich einstweilen mit Spektakel gegen jede neue Reichs st euer. Aber auf diesen Protest ist durchaus kein Verlaß.
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Die Sozialdemokratie uud die Bauern.
Tie Kalender^eit ist wieder gekommen; d. h. die Kn- lender für 1895 sind erschienen und die Kolporteure wandern nun von Ort zu Ort, um jene an den Mann zu. bringen. Allein sie können kaum noch Geschäfte machen, nicht einmal 10 Pfg. will mancher Bauer und Arbeiter noch für einen Kalender ausgeben: „Es wird nicht mehr lange dauern, dann kommen die Sozialdemokraten und bringen uns einen Kalender, der kostet gar nichts", so heißt es. In der Tat verbreitet alljährlich die Sozialdemokratie ihre Agitationskalender auf dem Lande, tfnt die Bauern für die rote Partei zu gewinnen. Und leider, das wissen wir in Oberhessen ja aus der letzten Reichstags- wahlzeit, nimmt mancher Bauer die Zukunftsmusik der Sozialdemokratie beifällig auf und giebt auch bei der nächsten Reichstagswahl so einem roten „Bauernfreunde" feine Stimme.
Sozialdemokrat und Bauernfreund! Welch ein Gegen» sah! Hören wir, was die Fi'chrer der Soz-ialdemokratie vom! Bauer denken und sagen! Bebel sagte auf dem Dresdener Parteitage:
„Für die Erhaltung des Bauernstandes einzutreten, haben wir keinen Grund, denn das könnte nur geschehen, indem Nnr sie in ihrem Besitz befestigen, also ganz entgegengesetzt verfahren wie sonst. — Wir wollen freilich 'auch den Kleinbesitzer gewinnen, jedoch nur, indem wir ihn überzeugen, daß er als Besitzer keine Zukunft hat, sondern daß seine Zukunft die des Proletariats ist".
Und auch auf dem Breslauer Parteitag rief er: -Mit; können und wollen den Kleinbauer nicht erhaltvni." — Dr. Ellenbogen erklärte auf dem Parteitage zu Wien ün! Jahre 1895:
„Nach unserem Programm sollen wir die Bodenkultur nicht heben, denn dadurch fördern wir die Interessen der Beicher: aber wir müssen den Bauern gegenüber wirtschaftlich reden, müsseq von Herabsetzung der Steirern reden, um sie zu gewinnen." Weiter sagte er: „Tie Sozialdemokratie hat nicht die Aufgabe, das Eigentum der Bauern zu schützen, sondern es ist "vielmehr in ihrem Interesse, wenn sie zu Grunde gehen."
Tie „Sachs. Arb e iterztg." schrieb einmal: „Wir erklären nicht bloö den großen Gutsböfen, sondern auch den kleinsten Bauernhäusern den Krieg", unb ein andermal: „Wir werden immer und überall beftrebt fein, den Untergang des Kleingewerben 311 beschleunigen." — Friedrich En ge 1 ö schrieb .Wenn aber das Kapital die kleinen Handwerker unb Kau stellte vernichtet, so tut es ein gutes Wcrt^"


