yZoifi einer foeiferen PTuSeinnnbcrfebima aftüfdficn bent Grbelm- rcrt Hallet) und dem ?lbg. G r,ö b e r mird der Etat des Reichskanzlers und der Reichskanzlei bewilligt.
Es folgt der Etat des N u s w ä r t i g e n Amts.
Abg. Dr. Miiller-Sagan ffreif. Pv.l: Am 19. April d. I. führte der Staatssekretär ftrlir. v. Richtbofen auf meine Anregung mis, daß die deutschen Staatsbürger jüdischen (Glaubens in Rußland nickt anders bebandelt werden als die Israeliten Enalands und Amerikas. Mir sind nun von zuverläs'iaer Seite Mitteilungen zugeaangen. die darauf binauSgeüen, daß den amerikanischen und englischen Juden die russische Regierung sich in erbeblichem Grade entgegenkammend''r zeiat als den deutschen Juden. Bei dem SPofifhioHen, das der Staatssekretär für diese Angelegenheit gezeigt bat, darf ich Soffen, daß er diese Sache noch einmal wohlwollend prüfen wird
Staatssekretär Frlir. v. Richtliofen: Uns ift in keiner Weise gekannt, daß eine Differenzierung zwilchen englischen, amerikanischen Juden einerseits und deutschen Juden andererseits bestebt. Ich werde aber dem Vorredner sehr dankbar sein, wenn er mir privatim die Einzelheiten mitteilen will, damit sich eine Handhabe finden laßt, um einen besseren Zustand berbeizuführen.
Abg. Eickhofs ffreif. Vp.) wünscht die Errichtung eines Reichs- Schulamts zur Beaufsichtigung der deutschen Schulen im Ausland. Freilich sei das eine cura posterior. Doch müsse zweifellos etwas mehr für die Auslandsschulen geschehen. Mir einem Reichszuschuß allein sei es nicht getan. Man müsse auch für geeignete Lehrkräfte sorgen. Tas beste wäre, wenn man Lehrer aus deutschen Schulen offiziell beurlaubte und an solcl)e Auslandsschulen versetzte. Tas würde jenen Schulen zugute kommen und auch diesen deutschen Lehrern, die im Ausland ihren Horizont erweitern könnten. Natürlich müsse diesen Leheern die Amtszeit im Auslande voll, even- htefl sogar noch mehr, angerechnet werden.
Staatssekretär Frhr. v. Rtchthofcn erwidert, er werde die vom Vorredner behandelten Fragen, soweit sie jein Ressort betreffen, in Erwägung ziehen.
Abg. Tr. Otto Arendt fRp.) stimmt dem Abg. Eickhoff in ollem, was er über die Wichtigkeit der deutschen Auslandsschulen
gesagt, zu. In dem, waS dafür geschehe, stehe Deutschland hinter anderen Kulturnationen noch weit zurück.
Der Etat des Auswärtigen Amts wird ohne weitere Tebaitc bewilligt.
Im Kolonialetat, dessen Beratung darauf folgt, werden n. a. „zu Darlehen an Geschädigte, sowie tu Hilfsleistungen an Bedürftige aus Anlaß der Verluste infolge des Eingeborenenauf- standes" 2 Millionen gefordert.
Abg. Patzig fnatl.s beantragt, die Morte „an Bedür' che" zu streichen. Dieser Ausdruck gebe der Sache eii"-n für die Betroffenen etwas unwürdigen Ebarakter. Er wünscht ferner eine Erklärung vom Regierungstisch, eaß die Ansiedler auch weitere Unter- 'ti'tzung erhalten würden, falls die 2 Millionen nicht ausreichen sollten.
Abg. Luttmann fwirrsch. Ra f wird dem Antrag Batzig -u- frimmen und ist auch bereit, weitere Beihilfe tu gewähren. Er bat nur das Bedenken, daß diese Hntmrühini'-’i e" ■ g nvifi den Landgesellschaften gewährt werden würden. Das " de rrfScr nicht tnm Segen der tiolonie ausschlagen, sondern nur zum llnftam. Er wünscht eine ausdrückliche Regirrungserklärnug über fen Punkt. Im übrigen aber findet er es ganz felbstverstäiidlie! diß der Beihilfe der Charatrer des Almosens genommen ivrbc: aus diesem Grunde ist er für die Streichung des Dem Abg. Palna beanstandeten Ausdrucks.
Kolonialdirektor Stuebcl: Die Stimmung, die in den Kreisen der Geschädigten herrscht, hat der erste Herr Vorredner richtig wiedergegeben. Ich will nicht ann firnen, daß die Geschädiamn ihre Drohung wabrmachen und das "and verlassen. Immerhin handelt es sich uni Imponderabilien infolge verletzten Ehrge'iihls infolge der Zurückweisung eines angeblichen Relsanspriiebes. Wir müssen für den wirt'chaftlichen Wiederaufbau die vollen ^lrbeiis- hafte und die größte Arbeitssreudigleii der schwer - An i-edl--r -rir ffen.
Wir mü'sen den Leuten die G iv" ' eit sie ih>
Zukunft nicht mit ihren aerrii liefen P-irychm'^en i e,'innen verbitterten, hoffnungslosen Er>''eiwen können mir ni i • erreichen. Im Interesse der Heilung der von dein Aufstande gejchlagenen Wunden, im Inle.refs» einer bald
möglichst wieder auszunebmenden wirtschaftlichen Tätigkeit n den Scknitzgebieien und im Interesse der Aufrichtung der nieder» ae'chlageuen Geyler möchten wir noch einmal daftir eintreten, daß man es nicht bet der durch den Be'chluß der zweiten Lesung fest- gelegten Form beläßt, sondern eine Form wählt, von der wir uns einen Nutzen für das Schutzgebiet versprechen. Dem Abg. Patzig, der eine beruhigende Zusicherung vom Negierungslische verlangte dar, wir locifcrc Mittel bereit stellen würden für den Fall, daß die jetzt emaesfellten nicht genügten, kann ich nirit eine Erklärung im Namen der verbündeten Reaiernngen zukommen lassen.
Wir sind von der Ansicht ausgegangen, das; die eingestellte Summe ausre beit wird, um unfern Ansiedlern die Aufnahme ihrer wirfschaftlieben Tätigkeit zu gestatten. Sollte das nicht möglich sein, 'ollie durch eine einzusetzende Kommission feftnefteßt werden, daß in dieser Beziehung in Notstand verbleibt, >o wird es der Zukun-' Vorbehalten sein müssen, in die'er Be- ziehung die nötigen Schritte zu tun. Für mc ne Person kann ich naiiirlich nur 'ageii, ' in die Kolw ialverwaltiing in die-em Falle ganz bestimmt für ein ol.hes Mehr seinerzeit cintretcn wird. Dem Abg. Luttmann erwidere ich. da: <■ noch nicht fe'tfteht, ob die Gesellschaften, vor allem die beiden großen Gesell- schaften, gegen die eine gewisse 'lnimosität beste ', Ansprüche erbeben wer en Ich werde aber das tun, w's vom Standpunkte strenger Gereänigleit von der K 'onmiucrmnitnn-i erwartet wird unti versichere, das; die ur gnngen die von HauS ans gegeben werden, beachtet werden 'ollen.
blbg. Fr»r. v. Richthofen lons.) ist für den Antrag, ebenso Abg. Dr. Stockmann (Rv.).
Abg. Patzig empfiehlt nochmals feinen Antrag und hofft, daß bei der Verteilung der 2 Millionen möglichst wohlwollend ver- 'ahren werbe.
Der Antrag P-tzia lvird hierauf ab gelehnt und der Etat r r i" c r " n tert genehmi : t. ebcifo der \ ' o o ii i a -Efe.-'
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3>er Krieg zwislven Aapan rmd AuKtand.
Petersburgs. Mai. Die Rnsj. Talagraphenagentur erklärt die Londoner Zeitungsmeldung fi r vollkommen unbegründet, wonach Statthalter Alexejew auf gemeinsames Ersuchen Kuropatkins und des Admirals Srrydlow zurück berufen und Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch zu seinem Nachfolger ernannt worden sei.
Söul, 9. Mai. (Reuter.) Der japanische Konsul in Gensan telegraphiert, daß russische Truppen, deren Stärke nicht bekannt sei, mit berittenen Banditen aus der Mandschurei in einer beträchtlichen Entfernnng oberhalb Widschus den Jalu überschritten und auf dem Vormarsch nach Stldosten Tschangdschin, das etwa hundert Meilen westlich von Sioengtschin liegt, besetzten.
Laut einer Shanghaier Drahtung des „Daily Telegraph" besagen Pekinger Nachrichten, daß die Russen sich anschicken, die chinesische Eisenbahn zwischen Kao - pangtze und Si nmintung mit Beschlag zu belegen. Sie bauen Forts auf beiden Ufern des Liao- Flusses in der Nähe von Sinmintung.
Ein Privatkorrespondent des „Reuterschen Bureaus" meldet aus Petersburg: Statthalter Alexejew habe dem Kaiser telegraphiert, daß er das Hauptquartier nach C h a r b i n verlege. Die Admiralität gebe bekannt, daß sich das Geschwader des Admirals Jessen in W l a d i w o- st o k befinde. Es heiße offiziell, daß der G e n e r a l st a b Kuropatkins in Liaujang bleibe und nicht die Absicht habe, die gegenwärtige Position aufzugeben.
London, 9. Mai. Wie aus Tientsin gemeldet wird, ser wahrscheinlich^ auch Muk den unhaltbar und die Russen würden aus Eharbin zurückkehren. Nach chinesischen Berichten soll der in MuDen angekommene General Alexejew vor seiner Abreise aus Port Arthur leicht verwundet worden sein.
Tokio, 9. Mai. (Renter.) Die offizielle Ver- /u st liste der Japaner in der Schlacht am Jalu am 1. Mai beträgt: Von der Garde tot: ein Offizier und 20 Mann, verwundet 7 Offiziere und 122 Mann: von der zweiten Division tot: ein Offizier und 84 Mann, verwundet 13 Offiziere und 305 Mann: von der zwölften Division tot: 3 Offiziere li.nib 76 Mann, verwundet 5 Offiziere und 263 Mann.
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Charkow, 9. Mai. (Rufs. Telegr.-Ag.) Heute begann die teilweise Mobilisierung der Truppen der Stadt und des Distriktes.
Washington, 9. Mai. (Reuter.) Staatssekretär Hay hatte heute eine Besprechung mit dem Präsidenten Roosevelt über die Frage, ob es angebracht sei, ein Kriegsschiff nach Niutschwang zu senden, das die Interessen der Fremden bei einer eventuellen Plünderung wahrnehme, während der Zeit, in der die Stadt von den Russen geräumt und von den Japanern besetzt werde. Mehrere amerikanische Kriegsschiffe befinden sich in zwei bis drei Tagesfahrten von Mutschwang. In der Nähe von Tschemulpo üst die „Raleigh", „Helena" und „Wilmington" liegen bei Wentschang und die „Cincinnati" ist nach Tschemulpo unterwegs.
Petersburg, 9. Mai. Das Finanzkomitee beschloß heute offiziell die Aufnahme einer russischen äußeren fünfprozentigen Anleihe in Höhe von 300 Millionen Rubel. Dieser Beschluß wird noch heute die allerhöchste Genehmigung erhalten. Die Anleihe wird in Frankreich untergebracht.
Paris, 9. Mai. Wie die hiesige Ausgabe des N e w - S)ork Herald" aus Newyork meldet, ist die neue j ap a* nisch e A nleihe dort u n g ü n st i g ausgenommen worden.
Volitisthe Tagesschau.
Kaiser Wilhelm in Baden.
Wir lesen in der „Neuen Bad. Landesztg.":
" Die Kaiserreife durch Baden macht wieder viel zu reden infolge der großen Anarchistensurcht. Vor ein paar Jahren hätte man solchen Apparat nicht in Bewegung gefetzt, selbst wenn der Zar durch unser so lammfrommes Baden gefahren wäre. Von Schwetzingen ab stand bis Donaueschingen an jedem Uebergang ein Gendarmerieposten: in Karlsruhe war ein Sergeant und ein Schutzmann auf beiden Seiten der geschlossenen Barrieren postiert als der kaiserliche Sonderzug die Strecke passierte. Strenger Befehl war an alle Stationsämter hinausgegangen, daß außer den unmittelbar Bediensteten keine menschliche Seele bei Durchfahrt des Zuges auf den Bahnsteigen verweile, jedes verdächtige Objekt mußte entfernt werden. Jede Weiche wurde revidiert, ob sie in Ordnung ist. Blockstationen, die sonst gewöhnliche Wärter oder Ablöser bedienen, mußten mit Assistenten, also mit Beamten besetzt werden, welche die Verantwortung zu übernehmen hatten. — Auf der andern Seite wird diesmal eine Neuerung in dem
kaiserlichen Sonderzugsfahrplan registriert. Bekanntlich ist es der Wunsch des Kaisers, daß sein Zug nicht übermäßig rasch fährt, in der Regel werden 65 Kilometer pro Stunde zurückgelegt. Diesmal befahl der Kaiser, rascher zu fahren, so daß ca. 80 Kilometer pro Stunde zurückgelcgt wurden.
Der Aufstand in Aeulsch-Südwestafrika.
Man meldet aus Windhuk: Wie aus absolut sicherer Quelle verlautet, hat Gouverneur Leutwein beschlossen, gleich nach Uebergabe der Geschäfte an den Generalleutnant von Trotha nach Deutschland zu gehen. Die Elite älterer Afrikaner erblickt hierin eine eminente Gefahr für ganz Deutsch- Südwestafrika, da sein Rücktritt oder Weggang unbedingt den sofortigen Abfall aller bisher treu gebliebenen Stämme einschließlich derjenigen im Süden bedeuten würde. Die Truppen verlören damit zugleich ihr unentbehrliches Träger- und Wächter-Personal, das trefflich bewaffnet ist und würden sicher zu den schlimmsten Mordta ten bereit sein. Die Situtaiton ist demgemäß s e h r e r n st.
400 Freiwillige von der Garnison in Trier meldeten sich nach Deutfck'«'Südwestafrika. 150, die angenommen wurden, reisen in dieser Woche ab.
parlamentarisches.
Berlin, 9. Mai. Dem Abgeordnetenhause ist heute ein Gesetzentwurf betreffend dieErhöhungdes Grund- Kapitals der Seehandlung zngegangen. — Im Abgeordnetenhause wurde der Gesetzentwurf betreffend Errichtung eines Oberlandesgerichtes in Düsseldorf nach mehrstündiger Beratung an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen.
Kirche und Schute.
— Die Hessische Missionskonferenz, die den Zweck hat, ihre Mitglieder und Freunde auf dem Wege wissenschaftlicher Arbeit tiefer in das Verständnis der Theorie und Praxis der Missionsfragen einzuführen und die Sache der Mission in der Presse zu vertreten, hat in der Person des Pfarrers Leydhecker zu Auerbach a. d. B. einen neuen Vorsitzenden erhalten. Ihre Jahresversammlung, die im vor. Jahre in Friedberg stattfand, soll im Derbst dieses Jahres in Darmstadt abgehalten werden. Zwei der bedeutendsten Missionsmänner Deutschlands- Haben Referate zugesagt, nämlich der Leiter der Herrnhutermission, Missionsdirektor Buchner von Bertelsdorf, und der bekannte Herausgeber der „Evangelischen Mission", Julius Richter von Schwanebeck. — Die Bemühungen des Vorstandes, eine geeignete Persönlichkeit zur Bearbeitung der Geschichte der Mission in Hessen einschließlich dem hessischen Hinterland zu gewinnen, sind von Erfolg gewesen. Pfarrer Sic. Dr. Diehl von Hirschhorn a. N. hat sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, die Arbeit zu übernehmen. Derselbe bittet die Missionskreise Hessens um gefällige Zusendung geeigneten Materials und dankt herzlich für lebe Mithilfe.
— Der Deuts ch e Verein für.Knabenhandarbeit wird seinen 16. Kongreß in den Tagen vom 1.—3. Juli in Worms abhalten und ladet außer seinen Vereinsmitgliedern jetzt auch alle Freunde und Förderer seiner Bestrebungen zur Beteiligung ein. Die seit dem letzten Kongreß des Vereins in Karlsruhe 1899 verflossenen Jahre sind sowohl für den Ausbau der Theorie des Knabenhandarbeits-Unterrichts wie auch für die Erprobung der in der Unterrichtspraxis gangbaren Wege nicht ungenutzt geblieben. Indem die Vereinsleitung davon absieht, die theoretische Grundlegung des Handarbeitsunterrichts zum Gegenstände besonderer Erörterung auf dem bevorstehenden Kongreß zu.machen, glaubt sie beit Interessen bet Schule am meisten da- burch zu bienen, baß sie die Aufmerksamkeit auf ben in ben Volksschulen ber Stabt Worms eingeführten „Werkunterricht" hinlenkt, b. h. auf den mit einfachen Mitteln im Schulraum betriebenen und in bie Lehrfächer ber Volksschule ein- gereihten Hanbarbeitsunterricht, besten Durchführung in Worms unter Leitung bes Schulinspektors Scherer, mit Zustimmung nnb Unterstützung ber staatlichen unb stäbtischen Behörben, möglich war. Der Kongreß wirb den deutschen Schulmännern Gelegenheit geben, sowohl diesen Unterrichtsbetrieb praktisch kennen zu lernen, wie auch die Begründung der leitenden Gesichtspunkte zu hören. Außerdem wird die Gestaltung, die der Knaben-Hand- arbeitsunterricht ohne äußeren Zusammenhang mit der Schule in den sog. Schülerwerkstätten angenommen hat, sowie seine Stellung im Knabenhort und in den Hilfsschulen zum Gegenstand der Erörterung gemacht werden, auf Grund der Erfahrungen, die man in Schülerwerkstätten, Knabenhorten und Hilfsschulen bisher gemacht hat. Etwa gewünschte nähere Auskunft über örtliche Angelegenheiten wird die städtische Kongreßgeschäftsstelle zu Worms, und über die einzelnen Punkte der Tagesordnung selbst Seminar-Tirektor Dr. Pabst in Leipzig, Scharnhorst- straße 19, erteilen.
— Zur Feier deS 50jährigen Bestehens der Amthorschen Höheren H a n d e l s l e h r a n st a l t in Gera fand ein Schulaktus unb ein Festkommers statt. Ter Fürst sowie ber Erbprinz, welche zurzeit nicht in Gera anwesenb waren, brachten ihre Glückwünsche schriftlich bezw. telegraphisch zum Ausbruck. Von alten Schülern und Freunben ber Anstalt liefen zahllose Glückwünsche ein, eine beträchtliche Anzahl war persönlich erschienen. Tie Stabt Gera benannte bie Straße, au welck)er bie Anstalt liegt, Amthorstraße.
Aus Stabt unb £nnb.
Gießen, den 10. Mai 1904.
*• Personalien. Se. K. H. der Großherzog haben den von der Mehrheit der Erben des Fürstlich Fuldaischen GeheimeratS von Buseck, genannt Münch, auf die evangel. Psarrstelle zu Rödgen, Dekanat Gießen, präsentierten Pfarrer Georg Groth zu Wingershausen für diese Stelle bestätigt.— Dem städtischen Polizeikommissär Jakob Freinsheimer zu Bingen wurde das Silberne Kreuz deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der Großh. Regier-» ungsassessor Dr. Otto Michel in Bensheim wurde vom 1. Juni 1904 an mit der Aushilfeleistung bei dem Großh. Kreisamt Darmstadt beauftragt. — Ernannt wurde am 4. Mai der Hilfswärter an der Zellenstrafanstalt Butzbach Wilhelm Gabriel Fenchel zum Gefanqenaufseher an dieser Anstalt. — Am 5. Mai wurde der Pfandmeister für den Beitreibungsbezirk Wald-Michelbach Karl Reinhard Frank zu Wald-Michelbach in gleicher Diensteigenschaft in den Beitreibungsbezirk Offenbach III versetzt. — In den Ruhestand versetzt wurde der Weichensteller in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Heinrich Mathesius zu Stockheim.
Bad Nauheim, 9.Mai. Folgende Unterhaltungen finden in dieser Woche statt: Mittwoch nachmittag von 4—6 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Donnerstag (Himmelfahrttag) nachmittags von 31 a—6 Uhr und abends von 7—9 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kapelle des 5. Großh. Hess. Infanterieregiments Nr. 168 aus Offenbach a. M. Freitag nachmittag von 4—6 Uhr auf der Terrasse und abends 8—9Vz Uhr im Saale Konzert der Kurkapelle. Samstag nachmittag von 4—6 Uhr auf der Terrasse und abends 8—91/, Uhr im Saale Konzert der Kurkapelle. Sonntag den 15. Mai Konzert der Kapelle des Großh. Hess. Jnfanterie-(Leib-Garde)-Regiments Nr. 115 aus Darmstadt. Abends von 8—9% Uhr im Saale Symphonie-Konzert der Kurkapelle. Das Kurtheater beginnt Montag den 16. Mai.
sd. Darmstadt, 8. Mai. „Ungelegte (Ster* können in geeigneten Fällen doch in Wert kommen, wie der nachstehende, dieser Tage in einem Mainz sehr benachbarten Orte passierte Fall, der uns in verbürgter Weise erzählt wird, beweist. Ein geistlicher Würdenträger kam auf einem Spaziergang, den er in Begleitung seines getreuen Vierfüßler? „Caro" machte, durch besagten Ort, wobei Caro eine Anzahl der zur Zeit fleißig eierlegenden Zweibeiner aufscheuchte und eins derselben, das sich nicht schnell genug seinem Gesichtskreis entziehen konnte, etwas unsanft zauste. Er folgte zwar bald dem Ruf seines Herrn, doch machte diesem doch der Gedanke Kummer, daß vielleicht eines der Hühner ernstlichen Schaden genommen haben sollte. Er ließ daher bei dem Hühnerbesitzer in entgegenkommender Weise anfragen, worauf dieser erklärte, daß wohl keines seiner einträglichen Tierchen eingegangen, aber eines seiner besten so erschreckt und krank sei, so daß es seit dem Momente keine Eier mehr lege. Sein Schaden betrage, für ca. 25 Tage pro Ei 10 Pfg. berechnet, ca. Mk. 2.50. Der geistliche Herr machte hierauf kurzer Hand gute Miene und übermittelte dem Geschädigten Mk. 2.50 für „un gelegte Eier". — Auch ist in Castel in den letzten Tagen der sehr seltene Fall vorgekommen, daß ein Vater, ein Arbeiter, der schon mehrere Sprößlinge sein eigen nennt, durch die Hebamme von der Ankunst eines neuen Weltbürgers benachrichtigt, alsbald auf dem Standesamte daselbst einen Knaben anmeldete, während sich bei der Zurückkunft herausstellte, daß der Knabe nur ein — Mädchen war. Außer der Enttäuschung wird er nun verschiedene Scherereien mit den Behörden haben, wenn auch die Umwandlung von Josef Theodor in Josefa Theodora keine Schwierigkeiten macht.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Verhandlungen gegen die sozialdemokratische Mainzer „Volkszeitung" wegen der „Kretschmann-Briefe" finden am 30. Mai vor der Strafkammer statt; angeklagt sind die Redakteure Adelung und Döller wegen Beleidigung deS Oberleutuants a. D. Balser und des MajorS Nickel. — Als Rechner der evangelischen Kirche in Mölsheim ist vom Großh. Kreisamt Worms Frau Anna Maria Stoltz verpflichtet worden. Es dürfte dies der erste derar- artige Fall im Großherzogtum sein. — Am Samstag fand in Frankfurt die Hauptversammlung des Vereins zur Bekämpfung der Schwindsuchtsgefahr in der Provinz Hessen-


