Ausgabe 
10.3.1904 Erstes Blatt
 
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samen Namen nehmen jedoch, wie daSN. W. Tagbl." schreibt, Gestaltung und Leben an, wenn man seine Kennt- nisie aus der Zeit des japanisch-chinesischen Krieges oder des Boxeraufstandes auffrischen und sich sagen läßt, daß im Chinesischen Pe Nord, Ton» (tun?) Ost, Nan Süd, Se West bedeuten, ferner Pei schwarz, Hoäng gelb, Schaug oder, Hia unter, Kvang breit, Tschung Mitte, Fu Stadt, King Hauptstadt, Hai Meer, Kiäng Strom, Ho Fluß, Tsen Furt, Schan Gebirge, Tien Himmel, Kin Gold, Tschu Perle; daß weiter in den ostastatischen Sprachen, Zusammen­setzungen wie im Deutschen gebildet werden können, zum Beispiel: Pe-king Nordhauptstadt, Nan-king Südhauptstadt, Schang-hai Obermeer, Tong-hai Ostmeer, Nan-hai Süd­meer, Hai-nan Meer(-Jnsel) im Süden, Se-kiäng Weststrom, Jantse-kiäng Jantsestrom, Pei-ho schwarzer Fluß, Hoäng- ho gelber Fluß, Schan-tong (tung) Gebirge im Osten, Liao­tung (Halbinsel) östlich vom Liaoho, Kvang-tung (Halbinsel) östlich, die sich plötzlich verbreitert. Der Ton ruht bei sämt­lichen Wörtern immer auf der letzten Silbe. Im Japanischen bedeutet Säki Vorgebirge, Kökn Land, Ry6 Hauptstadt, Ko Platz, Schu Distrikt, Hama Strand, Y6ko quer, Kuro schwarz, Naga lang, To Ost, Sai West, Mi hoch, Kyu neun, Schi vier, Ni Sonne, Pon Ursprung, Shima Insel, Wan Bucht, Meerenge, demnach To-kyö Osthauptstadt, Sai-kyö Westhauptstadt, Naga--ki langes Vorgebirge, Ni-pön Sonnenursprung (Nippon chinesische Uebersetzung der japani­schen Form Hi--mota), aus dem sich unser Japan beraus- gebildet hat. Kyu-schu (Land der) neun Kreise, Schi-köku vier Länder (ursprünglich unter vier Herrschern), Kado Tor, Mi-kädo erhobenes Tor (vergleiche Hohe Pforte im Türkischen), ursprünglich Bezeichnung für den kaiserlichen Palast, dann im übertragenen Sinne Titel der Herrscher, Yagu-shima Pagu- insel, Tsuruga-wan Meerenge (zwischen Jeso und Nipon). Amur ist gebildet aus dem mongolischen Kara maren schwarzer Fluß, Mandarin Befehlshaber nach dem portugie­sischen mandar befehlen. Koreanisch Po <pho) Bucht, zum Beispiel Tschemul-po, Masam-po, Mok-po, Gang Fluß, (Amnok-gang oder auch Yalu-gang, Naktung-Gang (im Süden), Dschu Stadt (Wi-dschu An-dschu), Do und Tan (letzteres bei Elliot und Blonde Inseln vorherrschend) Insel (Naehai-do). Sämtliche im vorstehenden aufgeführten einzelnen Wörter wiederholen sich in den drei mongolischen Neichen in den verschiedensten Zusammensetzungen.

Deutsches Reich.

Berlin, 9. März. Der Kaiser hörte heute den Vor­trag des Reichskanzlers und des Chefs des Zivilkabinetts.

DieNationalztg." meldet, es darf als sicher an­genommen werden, daß es dem Reichskanzler ge­lungen ist, den Wider st and gegen die Gewährung der Reichs tags diäten, der an maßgebenden Stellen bestand, zu überwinden. Dem Reichstage wird in nächster Zeit eine entsprechende Vorlage zugeyen.

DieRordd. Allg. Ztg." ist in der La^e, die in ein­zelnen auswärtigen Zeitungen verbreitete Mitteilung, wo­nach der Minister v. Hammer st ein sein Abschieds­gesuch einreichte, für vollständig unbegründet zu erklären.

Tie Wahlprüfungskommission des Reichs­tages hat die Wahl der Abgg. Himburg lkons.), Horn (Soz.), Sittard (Ztr.), Pachnicke (frs. Vgg.) und Jessen (Däne) für giltig erklärt.

DieNordd. Allg. Ztg." meldet, demnächst erscheint als Sonderbeilage der Nachrichten für Handel und Industrie eine Uebersetzung des neuen rumänischen Zoll­tarifs. Letzterer enthält bei nicht wenigen Waren, an denen unsere Industrie interessiert ist, erhöhte Zollsätze. Er weist 854 Positionen gegen bisher 576 auf.

Posen, 9. März. DemTHiennik Poznanski" zufolge wurde in Wolclawek ein Deutscher verhaftet, der polnisch-nationale Aufrufe in Russisch-Polen verbreitete. Die Flugschriften wurden in Thorn hergestellt und sind über die Grenze geschmuggelt worden.

Halle, 9. März. Das Majestätsbeleidigungs- terfahren gegen den Redakteur Fette von dem Volks­blatt wegen eines Kaiserinselartikels ist e i n g e st e l l t.

Weimar, 9. März. Sämtlichen acht thüringi­schen Regierungen ging heute ein Protest der Jenenser Studentenschaft gegen die gewährte Zu­lassung farbentragender katholischer Ver­bindungen an die rein evangelische Universität Jena zu.

Ausland.

London, 9. März. Tie Morgenblätter berichten, daß die Versuche seitens mehrerer Parlamentsmitalieder, einen geheimen Kriegsfonds von vier Millionen Pfund Sterling für den Kriegsminister zu erlangen, gescheitert sind. Es bestand die Msicht, diese Summe dem Kriegsminister für wichtige Vorfälle zur Verfügung zu stellen, damit im Notfälle keine Kredite gefordert zu wer­den brauchen.

Madrid, 9. März. Tre Kammer nahm den Gesetz­entwurf betr. Herabsetzung des Einfuhrzolles auf ausländisches Getreide an. Ter Senat be­willigte die außerordentlichen Kredite für die Armee und die Marine mit 136 gegen 50 Stimmen.

Jtr Valladolid bleibt die Lage troü offiziöser Dementis ernst. Das Volk war einige Tage Herr der Stadt. Man trug die Leiche eines getöteten Kindes unter großen Demonstrationen durchs die Stadt. Zahlreiche Personen wurden verhaftet.

Wien, 9. März. Der Klub italienischer Abgeordneten entsandte ein Vorstandsmitglied zum Ministerpräsi­denten mit der Erklärung, daß die Abgeordneten hr der Errichtung einer! R echtsfakultät inRovereto eine Befriedigung ihrer Forderung nicht erblicken und sich nicht früher zufrieden geben werden, bis eine italie­nische Universität in Triest errichtet wird.

TerN. Fr. Pr." wird noch aus Prag gemeldet: Tie Ansammlungen und Angriffe gegen die deutschen Stu­denten wiederholten sich am Mittwoch abend auf dem Graben. Die Ruhest ör er sind organisiert und wer­den von gut gekleideten Männern geführt, die sich abseits der Menge halten. Auf deren Anweisung wurden deutsche Couleurstudenten wiederholt von der Menge eingeschlossen und an Mauern und Häuser gedrängt; sie mußten von der Polizei befreit werden. Tie Geschäfte wurden sofort bei Beginn der An­sammlungen geschlossen. Tie Kundgebungen, die auch vor

dem neuen deutschen Theater stattfanden, «rattert tn HS H1/2 Uhr, erst dann gelang es der Polizei, die Ordnung auf den Straßen wiederherzustellen. Tie Menge, in der sich mit nationalen Fahnen geschmückte Mädchen und Knaben bemerkbar machten, die die deutschen Stu­denten verhöhnten, warf mit Steinen, ver­letzte Wachmänner und verübte Sachbeschädigungen.

Bjelostok, 9. März. Neber den Vorfall am Sonn­tag, bei dem gegen den hiesigen Po liz ei meist er und dessen Gehilfen Schüsse abgegeben wurden, meldet der Bjelostokskij Wjestnik": Während der Beerdigung eines Arbeiters bemerkte die Polizei Unruhe in der den Sarg begleitenden Volksmenge und verhaftete den Anführer der- derselben. Tie Menge antwortete mit mehreren Schüssen und Steinwürfen. Als nun die Polizei einen Arbeiter ver­folgte, wurden auch einige Schüsse gegen den Polizeimeister gerichtet.

Aus HjM und Land.

Gießen, den 10. März 1904.

" Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn voe 30 000 Mk. auf Nr. 91043, zwei Gewinne von je 10 000 Mk. auf Nr. 70813 4908, vier Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 20102 34563 52897 64605, Gewinne von je 3000 Mk. auf Nr. 10148 18982 20582 34303 64602 67775 68585 72290 73467 74438 79322 85697 95564. (Ohne Gewähr.)

Die Gasmesser miete ungesetzlich. Ein für weitere Kreise interessanter Fall kam nach demBerl. Tagebl." vor dem Amtsgericht zu Delmenhorst zur Ver­handlung. Im dortigen Bürgeroerein war zur Sprache ge­bracht, daß man nach den bezüglichen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches nicht mehr verpflichtet sei, für eine von der Gasanstalt gelieferte Gasuhr Miete zu bezahlen. Eine Reihe von Gasabnehmern beschloß hierauf, die Sache zum gerichtlichen Austrag zu bringen und für die etwaigen Kosten solidarisch zu haften. Einer verweigerte die Zahlung des Mietpreises für die Gasuhr, worauf seitens der Gas­anstalt der Klageweg beschritten wurde. Die Gasanstalt wurde mit ihrem Antrag auf Grund des § 448 des Bürger­lichen Gcsetzbi-ches, wonach dieKosten der Uebergabe der üerfanften Sache, insbesondere die Kosten des Messens und Wägens dem Verkäuf"r zur Last fallen", kostenpflichtig abgewiesen. Das Amtsgericht gab ferner der Ansicht Ausdruck, daß sogar die Rückerstattung der seit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches entrichteten Miete für Gasuhren verlangt werden könne. Daraus wäre zu folgern, daß auch für die Zähler der elektrischen Be­leuchtungsanlagen keine besondere Miete erhoben werden dürfte. Das wäre für alle Interessenten von außer­ordentlicher Bedeutung.

** Der Fahrplan der Eisenbahn Butzbach- Lich ist erschienen. Bemerkenswert ist, daß darauf für den Vorstand noch der Abg. Joutz zeichnet.

** Aus den: Bureau des Stadttheaters. Nochmals sei ausdrücklich auf das zweite und letzte Gastspiel derNachtasyl-Tournüe hingewiesen, das morgen Freitag, den 11. März außer Abonnement stattsindet. Am nächsten Sonntag geht als Benefiz für den Charakterkomiker unserer Bühne Kneisel's übermütiger SchwankPapageno in Szene.

" Eine Menagerie, wird, wie ein Inserat in der heutigen Nr. verkündet, am Sonntag auf Oswaldsgarten er­öffnet werden. DieMündener Zeitung" schreibt über das Unternehmen: Eine stattliche Anzahl von Raubtieren, darunter allein 10 Löwen, kann man dort in vorzüglichen Exemplaren sehen. Panther, Leoparden, Tiger, Puma, Wölfe, Bären, Hyänen, sind in je einem oder mehreren Vertretern vor­handen. Auch die mächtigen geflügelten Bewohner der Anden, die Kondore, haben einen Abgeordneten entsandt. Indien hat es sich nicht nehmen lassen, durch einen der heiligen Ochsen, von denen uns Tanera erzählte, diese Ausstellung zu beschicken. Kurzum, die Menagerie ist sehenswert. Besonders empfehlenswert ist aber ein Besuch am Abend. Um diese Zeit werden mehrere der Raubtiere in den großen Käfig ge­führt und müssen dort zeigen, was sie gelernt haben. Ihr Herr und Gebieter hat diese gewaltigen Bestien so in Zucht, daß er mit ihnen umgeht, wie man mit einem wohlerzogenen Stubenhunde umgehen kann. Wolf und Hyänen müssen eben­falls ihre Kunststücke zeigen. Nach der Vorstellung der vier­beinigen Künstler findet das allabendliche Festmahl statt. Mit welcher Gier stürzen sich die Tiere über die leckeren Braten! Wer Gelegenheit hat die Menagerie zu besuchen, der versäume es nicht. Auch für Kinder ist sie außerordent­lich lehrreich.

W. Kesselbach, 9. März. Die heutige Beigeord­netenwahl verlief nicht ganz so glatt, wie die Bürger­meisterwahl am 30. Januar. Von 83 Wahlberechtigten gaben 65 Wähler ihre Stimmen ab, und zwar fielen auf die Herren: Jakob Schomber II. (seith. Beigeordneter) 21; auf Peter Becker 6; und auf Louis Weber, (Gastwirt) 38 Stimmen. Dieser ist somit gewählt.

h. Reichelsheim i. d. W., 9. März. Am Dienstag abend fand im Gasthofzur Post" auf Veranlassung des Vertrauensmannes der hiesigen Ortsgruppe des Bundes der Landwirte eine Versammlung statt, in welcher Herr Neuröther aus Offenbach in einem anderthalbstündigen V ortra g über:Die berechtigten Forderungen des deutschen Bauern- und Mittelstandes" sprach. Gerade der Wetierauer Bauer fei, so führte der Redner bei seinen Erörterungen über Agrarstaat und Industriestaat au5, durch die überaus günstigen Bodenverhältnisse bevorzugt, um in Bebauung etwas leisten zu können. Zur Zeit, als die Verkehrswege noch nicht der­artige wie heute waren,, habe man auch keine Einfuhr ge­kannt/welche schädigend zu wirken vermochte; heutzutage aber nähme der ausländische, spekulative Handel keine Rücksicht auf die landwirtschaftliche Bevölkerung des Inlandes. Nur Schutz­zölle in erweitertem Maße seien in der Lage, hier bahn­brechend zu wirken. Es fei auch notwendig, gegen die Warenhäuser vorzugehen. Die deutsche Industrie müsse sich den Mittelstand erhalten, denn in ihm seien die Kämpfer für Thron und Altar vereint. Der Redner nahm auch Stellung gegen die Transitlager, verlangte Sicherung des einheimischen Viehbestandes gegen Verseuchung durch einzuführendes Aus- landvieh, legte dar, daß die zehntägige Quarantäne un­

genügend fei, will die Quarantänestationen erweitert sehe», und konstatiert, daß in England keinerlei Viehseuchen zu ver. zeichnen seien. Nachdem noch u. a. das neue Fleischbeschau, gesetz einer eingehenderen Betrachtung unterworfen und kon. ftatiert war, daß dieses Gesetz Härten enthielte, welche nich beabsichtigt gewesen seien, schloß der Vortragende. Zeh; neue Mitglieder traten der nicht schwachen hiesigen Orts, gruppe bei. x-

0 Marburg, 9. März. Die im vorigen Jahre hie- vorgenommene Reorganisation der seit langen Jahren be stehenden freiwilligen Feuerwehr in vier Löschzüge ha: sich nicht bewährt, und so sind nun wieder seit längere: Zeit Unterhandlungen im Gange, die Truppe anders ehr zurichten. Der Hauptumstand, an dem die Schlagfertigkeit der Löschzüge scheitern mußte, war der. daß es an bet erforderlichen Geräten fehlte. Mit dieser Angelegenheit be- schäftigte man sich auch bei der gestern begonnenen Fest­stellung des Haushaltsetats. Während in diesem für Feuer- löschigeräte 2400 Mk. eingestellt waren, verlangt die Kom­mission mindestens 5900 Mk. Bei der Diskussion wurde er­wähnt, daß das Weiterbe steh en der freiwilligen Feuerwehr überhaupt gefährdet sei, wenn den Wünschen bezüglich der Anschaffung der Geräte nicht entsprochen würde. Man nahm hierauf den Antrag betreffs Einstellung der 5900 Mark unter Vorbehalt an.

() Schweinsberg, 9. März. Wie man hört, hat die gerichtliche Obduktion derLeiche der hier kürzlich ausgegrabenen Frau ergeben, daß es sich bei der Vergift« ungsgeschichte nur um üble Nachrede handelt.

Frankfurt, 9. März. Neue Meldungen zu dem an Lichtenstein begangenen Raubmord bekunden, wie die Frkf.Ztg." berichtet, daß die Verdachtgründe gegen ben verhafteten Möbelträger Bruno Groß sich vermehrt haben. Groß soll zugegeben haben, daß er am Montag vor der Mordtat mit einem Offenbacher Wirt namens Schumann wegen eines Klaviers im Lichtensteinschen Geschäft gewesen ist. Groß bezeichnete aber diesen Mann nicht näher, und einen Wirt namens Schumann gibt es in Offenbach nicht. In ben letzten Tagen erfolgten Vernehmungen von Besitzern oder Angestellter anderer diesiger Klavierfirmen, wo Groß nach feiner Aussage an jenem Tag auch vorsprechen wollte. Abe: keiner hat ihn gesehen. Groß hat sich ferner dadurch ver« dächtig gemacht, daß er den Kauf des Fleckenwassers bc» tlreitet, über seine alten Kleider keine genügende Auskunft gibt und den Nachweis über seinen Aufenthalt in der Zeit, wo der Mord erfolgte, nicht zu erbringen vermag. Bei seinen Angolen verwickelte er sich in Widersprüche. Man darf abet nicht vergessen, das; Groß schon früher manches begangen haben mag, was er gern vor der Polizei und den Gerichten verschweigen möchte. Eine Vermehrung oder Verstärkung bei Verdachtsgründe will also noch nicht besagen, daß der Mann Täter oder Mitwisser ist. Zu der Verhaftung des Cafetieck Johann Adam Pfaar in der Töngesgaffe wegen Mädchen- Handels erfährt dieKl. Pr.", daß in den letzten beiden Tagen verschiedene weitere Verhaftungen hier und auswärts vorgenommen wurden und daß neue Verhaftungen in Kürze erfolgen. Pfaar betrieb seinerzeit in der Altstadt ein Friseui- geschäft, kam dadurch mit allerlei zweifelhaften Elementen in Berührung und wurde baldVermittler" undAgent". Sein Mädchenhandel erstreckt sich nicht nur aus Deutschland, sondern zieht sich bis nach Brüffel, Paris und London. Heute mittag wurde der in die Sache verwickelte Friseur Pfaff, Schnurgasse 62, durch zwei Kriminalbeamten ver« haftet. Gestern war bei ihm eine Haussuchung vorgenommen worden.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Das der Frau Friedrich Hahn Wittw? in Alsfeld gehörige Haus mit Gastwirtschaft in der oberen Fuldergaffe ging zum Preise von 24 000 Mk. in den Besitz des Herrn Karl Fischbach von Sechshausen über. Ti: Fürstin von Jsenburg-Birstein aus dem Hause Solms-Braun- fels wurde, wie aus Birstein gemeldet wird, am 7. Mär von einer Tochter entbunden. Zum Fall Schade in D a rm- stadt wird mitgeteilt, daß bei der Gerichtsschreiberei bei Konkursgerichts bisher Forderungen im Gesamtbeträge va rund 600 000 Mk. zur Anmeldung gelangt sind. Mit Rück­sicht auf noch laufende Verbindlichkeiten und den Umstand daß erst am 2. April die Prüfung der Forderungen erfolg! dürfte sich die Summe der unbevorzugten Forderunge' nahezu auf eine Million stellen. Dem Werkführer Wist Diehl aus Rodheim a. d. Bieber wurde zu seinem schoi gemeldeten Dienstjubiläum von der Firma I. B. Noll ein goldene Uhr überreicht. Der seitherige Pfarroerwallc Schultz von Friedberg-Fauerbach wurde in gleiche Eigenschaft nach Gießen versetzt. Dem Pfarramts kandidaten Bell er von Eberstadt bei Lich wurde ein Pfarrstelle zu Darmstadt-Bessungen zur Verwaltung über­tragen. Der praktische Arzt Dr. Siegfried in Bad- Nauheim beabsichtigt, eine Privat-Krankenanstalt zu er­richten.

Vermischtes.

Innsbruck, 9. März. Die Ortschaft Karres « heute nacht vollständig niedergebrannt.

* Vom Eheroman deS Schriftstellers. Jn be Ehe- und Duellaffäre des bekannten Romanciers Freiherr v. Ompteda schienen nach allem, was bisher an die Oeffeu! lichkeit gedrungen ist, der weibliche Teil, Frau v. Omvtcdc und ferner der Rittmeister Hupfeld in nicht sehr vorteilhafter Lichte zu stehen. Jetzt erhält dasB. T."von einer ds Affäre nahestehenden Persönlichkeit" eine Mitteilung, die bod ein anderes Schlaglicht auf die Verhältnisse wirft. Dana: hat der jetzt in Berlin wohnhafte Rittmeister Hupfeld 5rC! v. Ompteda nicht entführt, sondern die Gattin bc6 Roman­ciers hat ihre Häuslichkeit bei Junichen in Tirol am 21. Ju- v. I. verlassen, weil sie angeblich von ihrem Manu- tatlich mißhandelt worden ist. Frau v. Ompteda ist Begleitung des Rittmeisters Hupfeld und der Gouvernan- ihrer Kinder zu ihrer Schwester nach Bad Elmen bei Magdk^ bürg, wo sich die letztere zur Kur aufhielt, gereist. Von bo ist Frau v. Ompteda nach einigen Tagen zu ihren Elten nach Berlin gereist, mit denen sie sich am 6. August nal der Schweiz begab. Jntereffant ist auch die Tatsache, dc; Freiherr v. Ompteda den Rittmeister Hupfeld nicht deSwega gefordert hat, weil er feine Gattin von Junichen nach Elm^ begleitet" früher hieß eS entführt hatte, sondern Grund zur Duellforderung wurde seitens des Romanciers btt