mbetbU**# nnt ber Zügel. bie vom fkvpf be»
TiettV'5 btrunt rfal1 n. feine Bcme wnmtfrln unb e# nur bem- mm rlf tvutige weit gleicht einem Menschen, her. nacb- brnt rr (ich vom geraden Dege verirrte, immer mehr bewußt wnrb tk’f; er heb aus dem richtigen Dege befindet. Aber ie wräfeer jein? Zweifel, desto schneller unb verzweifelter eilt er voran in tv*r Hoffnung baß er irgendwo anlangen müsse .Unseren Skaatvimümiern bient Gedanke und Rede nicht, um die menschliche Tätigkeit in die richtigen Dege zu leiten, sondern um iebe Tätigkeit so berlnrechenfb fie auch fein möge, zu recht- ch-rtigen. Tie» zeigte der Burenkrieg, ebenso^ ber iciMiüfdr fcrifg, ber ieben Augenblick in eine universelle Schlächterei au$* arren hnnr Dir eilen einem TTbgrunb entgegen und wir ndbern uns feinem Rande. Tie einmal begonnene fdnrecflitfx Arbeit wird fürtgefebt: Plünderung. Gewalt. Tiebflnbl, $ieu* «briet, Mord und nxiS noch schlimmer ist: Verzerrung ber re» lrgiSsen Ledren von Jesu- unb Bnbbda. . . . Wann wird die ein vixbe nehm n? Dann wird sich einmal ba^ Volk erbeben unb sagen 3br Zaren. Mikado». Minister. Bischöfe. Geistliche, Generale. Zeitungsschreiber, Svekulanten, die Ihr Krieg wollt, gebt selbst unter den Regen von Kugeln und Granaten: wir wollen feinen Krieg und wollen un» nicht gegenseitig erschlagen Laßt un» in Rude, um ui ackern, ju säen, aufzubauen und auch Euch Müßiggänger zu füttern
Ta» englische Blatt „Glode" berichtet an- Petersburg: Tolstoi» Broschüre über den Krieg wurde in Dnnderttansenden von (rrenwlaren abgeh tzt. Er widmete den Vorbereitungen zu der Broschüre zwei Monate Tolstoi soll mit feiner Homilie, die feine Tendenz nicht billigt, zerfallen fein. Sein Solm Andrea steht unter ber Fahne, ein anbercr Solin ist Kriegökorre- ivmrben: unb seine Gatt n teilt ebenfalls seine Ansick^t nicht.
Deutsches Deich.
Berlin, 8. Juli. Die Kau'erjacht »HohenzoHern^ setzte beute vormittag ihre Reife fort. Nach leicht bewegter rvabrt erfolgte gegen abend die Ankunft m Christin nsa nd. An Bord ist alle- wohl.
— Die Heimberufung deS großen Kreuzers »Hertha* auS Ostasien ist zum Herbste beabsichtigt. An Bord der ,Herthabefindet sich bekanntlich Prinz Adalbert.
— Der Präsident deS russischen MnisterkomiteeS Witte, welcher dem Grafen Bülow in Norderney einen Besuch abstattet, um mit dem Reichskanzler dort über den Abschluß eines neuen Handelsvertrages zu konferieren, wird voraussichtlich morgen eintreffen. Man nimmt an, daß die russische Regierung weitere Einwendungen gegen die deutschen Mindestzölle auf Getreide nicht mehr erheben wird.
München, 8. Juli. Die Korrespondenz Hoffmann schreibt: Die Angelegenheit, die zwischen dem Kriegsminister o. Asch und dem Landtagsabg. Dr. Pichler schwebt, ist infolge der regierungsseitigen Intervention bei gelegt. Dr. Pichler überzeugte sich auS den ihm hierbei gegebenen Aufklärungen. daß sein Porwurf, der Kriegßminister beging in dem Falle deS Einjahrig-Freiwilligen EraS einen Dertrauensbruch, grundlos war. Er nahm daher den Vorwurf zurück und wiederholte ferne Erklärung, die er schon am 15. März im Abgeordnetenhause abgab, daß ihm bei seinem ganzen Vorgehen jede Absicht, den KriegSminiiter zn beleidigen, vollständig fern lag. Hinsichtlich deS von ihm in der Verhandlung von dem Kriegsgericht erwähnten anderen Falle- erklärte Pichler, daß er diese Bemerkung ohnehin schon in der Verhandlung vor dem OberknegSqericht dahin richtig stellte, daß der KriegSminister in jenem Falle überhaupt keinen Anlaß hatte, einzuschreiten. Der KriegSminister zog dagegen den Strafantrag gegen Pichler zurück unb erklärte, daß die von ihm in der Abgeordnetensitzung am 14. März gemachte Aeußerung, daß Pichler gegen die Art seines Vorgebens nichts einzuwenden gehabt hätte, wenn dasselbe die Entlastung deS Einjährig-Freiwilligen EraS auS dem aktiven Dienst ober die Bestrafung des Unteroffiziers Jena wegen Mißbrauche der Dienstgewalt zur Folge gehabt hätte, als nicht gesprochen gelten sollte.
Ausland.
London, 8. Juli. überbaut. Zn Beantwortung einer Anfrage ^klärtt bei erste Lord der Admiralität, er erachte es für wesentlich, daß die Flotte einen Tffi zierS stab besitze, ber alle^ wichtigen Weltsprachen beherrsche. Er glaube, -aß mehr Marineoffiziere Fertigkeit in fremden Sprachen^ erlangt hätten, als in ber Marineliste aufgefüfrrt 'eien. Tie 3abl ber Offiziere, denen das Sprachstudium im AuSlanbe gestatte! sei, betrage zwanzig In Lsborne sollen die Zöglinge Unterricht im Französischen und Teutleben erhallen. In Weihaiwei sei für bic japanische Sprache ein Lehrer angestellt Ten Lffizieren werde zum Studium bet ff mden Sprachen Auf- entbalt im Auslands auf ein Jahr bennttigt.
— Aus Johannesburg wird dem „Evming Standard" t le- graphierr i Tie Führer ber hcllänbifchen Buren beabsichtigen bic Buren au^s Wanderung nach Tentfch-L'stafrika zu vereiteln. Tie Auswanberungsbewegung greift unter den Buren bedeutend um sich, da sie hoffen, auf deutschem Boden ein freies Leben führen zu können.
Paris, 8. Juli. Tas Blatt „Aktion" versichert, daß die Auszahlung von 20 000 Francs seitens des Generalstabes an einen Unbekannten am 16. August 1899 und ber Mordversuch in Rennes gegen Labori am 14 Aug. desselben Jahres in gewissen Zusammenhänge ftänoen. Tas Blatt hofft, daß der Hauptmann Francois, eine überaus wahrheitsliebende Persönlichkeit, die volle Wahrheit sagen unb den Namen der Person angeben werde, welcher bic Summe ausbezahlt worden sei.
Bern, 8 Juli. Ter Bundesrat ermächtigte den Bund^s- Präsidenten, mit mehreren Staaten, darunter auch mit Teutfch- (anb in Unterhandlungen wegen Abschlusses eines internationalen Schiedsgerichts-Vertrages zu treten. Es ist die beste Aussicht vorhanden, daß die Antwort der meisten Staaten u stimmend fein werde Tagen en verlautet, Deutschland würde sich ablehnend verhalten.
Dien, 8. Juli In Lemberg wollten gestern polnische Hochschüler nach der Teilnahme an einer Versammlung, in ber eine Protestkundgebung gegen die preußische An - siedelungsnovelle und Sympathiekundgebungen rür beit finnländischen Pattioten Schaumann und die Warschauer Arbeiter beschlossen nnirben, die sich gegen die russischen Behörden wehrten, vor das deutsche Konsulat ziehen. Sie sanden ,edoch di- Straße durch starke Polizeimannschaft gesperrt.
Belgrad, 8. Juli. Ter verhaftete Sekretär des Königs Alexander P rett ans ewitsch wies vor dem Mi- wsttrPräsidenten Gruitsch der ihn in der Haft besuchte, daraus rrn, daß er das angeblich veruntreute Geld im Auftrage des Königs Alexander für Bestechu ngen oer wendete Prettanjewitsch wird die Beweise hierfür vor G-richt üortegen.
Newnork, 8. Juli Tie Frauenrechtler mten verliefe i er- vürnt bie N< ionalkonr-ntion, nachdem ihnen die geplanten Plai- bon*T$ v, unft*n de-Frauenstimmrechts verwehrt Darben waren.
Avs «fjtiitit und Land.
Gießen, den 9. Juli 1904.
— D i e Gentälbe - AuSstellung nm Brand ist von morgen, Sonntag, an wieder geöffnet. Die Ausstellung weist 90 Gemälde auf. Eduard Rübisühli-Basel hat seine Kollektion mit einem großen Gemälde »Dämon der Rache" bereichert. Ferner haben u. a. die Ausstellung beschickt: F. Wachen- busen-Hamburg, W. Hambüchen und O. Ackermann-DÜffel- dorf, H. Rasch, C. Balze, E. Hartmann-München, A. Specht- Stuttgart, A. Obst-Berlin, P. Müller-GodeSberg, H. Disch- ler-Freiburg usw. Die diesmalige AuSstelltrng, welche nur noch 14 Tage geöffnet ist, hat fast durchweg aute Gemälde aufzuweisen und kann eßiem Besuch ausS angelegentlichste empfahlen werden.
* * Das Promenaden-Konzert fällt morgen Sonntag auS.
• • AuSf 1 tig der 2. Kammer. An dem heutigen Ausflug der 2. Kammer nach Bingen, ber übrigens einen rein privaten Charakter trägt, nahmen, so meldet uns ein Drahtbericht, etwa 36 Mitglieder ber Kammer teil. Die Fahrt ging heute früh um 7.24 Uhr van Darmstadt nach Mainz, von wo uni 9 Uhr per Dampfer die Weiterfahrt nach Bingen erfolgt. Dort ist nach der Ankunft um 11 Uhr Frühstück auf dem RochuSberg, und später findet ein von der Stadt arrangiertes Esten statt.
* * Der Jahresbericht der Großh. Handels- fa tu in er Gießen ist soeben in der Brühlschen Druckerei erschienen und tm Gegensatz zu früher in größerem Format alS seither und in Antiguaschrist gedruckt. Auf den Inhalt kommen wir zurück.
99 Die findige Poft. Wenn in einem heutigen'Eingesandt die Staufenberger sich über unzulängliche Post- verbmdung beschweren, so sind doch gleichzeitig noch Vorgänge zu berichten, die der Post das beste Zeugnis auSstellen. ,An meine liebe Braut Hedwig* (schreibt eine deutsch-russische Zeitung), .zur Zeit in Bad Nauheim in Deutschland*, so lautete infolge einer Wette zwischen zwei Herren in Riga die Adresse einer emgelaufenen Postkarte, deren Adressatin sich seit einiger Zeit im KurbauS Lindenhof in Bad Nauheim befand. AuS der dickleibigen Kurliste der letzten Wochen wurden ,mit heißem Bemühen" die zahlreichen HedwiqS amtlich berauSgezogen und im Briesträgerzimmer alsdann fest- gestellt, daß eine darunter fast täglich Briese und Karten auS Rußland erhielt, was als Indizienbeweis .starken Verlobt- sein- ausgefaßt wurde. Unb richtig, diese Annahme täuschte nicht und ohne Zeitverlust gelangte die Karte tatsächlich in die zarten Hände ber ungenannten richtigen Adressatin. — Einen merkwürdigen Fall teilt man auch auS Weilburg mit: Ein dortiger Bürger hat bic Gewohnheit, ben Satz .ich willö Euch weise" öfter- zu wieberholen. Einer seiner Freunde schickte ihm von einem AuSflng eine Ansichtskarte, die nur diese Redensart als Adreste führte, und siehe da, die Post weiß den richtigen Stammtisch zu finden; der Briefträger schmunzelte vergnügt .ich willS Euch weise*.
w. ^tüb b ing6häufen, 8. Juli. Zu dem geinetbeten Morb hört man noch weiter: Der Verdächtige, Schmied JohS. Koch, ein Vetter deS ermordeten Heinrich Koch, welcher verschwunden war, ist gestern abend spät in sein Heim zu feiner Familie (Frau und zwei Kinder) zurückgekehrt, verließ aber heute früh qm etwa 3—4 Uhr fein Heim wieder und soll hinterlassen haben, er gehe nach Londorf unb stelle sich der Polizei re>p. den Gendarmen, wo er auch in Wirklichkeit gewesen sein soll. Koch traf jedoch die Gendarmerie nicht an, denn diese hatte sich schon in aller Frühe nach RüddingS- ham'en begeben, unb so ist ber Verbächtige bis jetzt noch anr freiem Fuß. Hoffentlich gelingt eS ber Polizei, ihn alsbald in Sicherheit zu bringen. Der Ermorbete Heinrich Koch würbe heute nachmittag 4 Uhr beerbtgt.
w. Bad-Nauheim, 8. Juli. Bis zum 7. Juli sind 13405 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 5930 anwesend waren. 158 741 Bäder wurden bis zum 7. Juli abgegeben.
ff.) Riffen beim, 8. Juli. Heule fand biet bie feierliche Beisetzung ber am vorigen TienStage nach längerem Leiden gestorbenen Gemahlin S. Erlaucht des Grafen Franz zu Solms-Rödelheim und Assenheim unter ungemein zahlreicher Beteiligung statt. Tie Verstorbene, eine geborene Gräfin Anastasia van Pappen heim, war erst 42 Jahre all und lebte in glücklichster Ehe, roelcher vier Kinder entsprossen sind. Allgemein erfreute sie sich der größten Beliebtheit, so daß ihr früher Toa ausS tiefste betrauert wird. Außer den Familien der bcrbcricihgen Verwandten waren fast alle hessisckDen ständesherrlichen Familien, sowie eine ganze Anzahl bahrifchet Adelsfamillen vertreten. Zahlreiche glänzetibe Uniformen bemerkte man unter dem Trauergefolge. Ter bercsis geschlossene Sarg war in dem sog. (^artenfaalc deS Gräfl. Schlosses auf- gebahrt. Die Einsegnung wurde durch ben Ottsgeisllichen, Pfarrer Hechler, vollzogen: der Sarg wurde von den Handwerkern des Gräfl. Hauses getragen. Auf dem Wege zum Friedhöfe der Gräfl. Familie fangen die Sckwlkinder, während an der Gruft der hiesige Gesangverein zwei Chöre vorttiig. Die Leichenrede hielt der dem Gräfl. Hause seit Jahren eng befreundete Hofprediger a. T. .Stöcker aus Berlin, der das Gräfl Ehepaar seinerzeit auch getraut hat. Er schilderte den Lebenslauf der Ver- ftorbciien, die im Hochgebirge in der Nähe von Partenkirchen ausgewachsen war. Von Natur ernst veranlagt, hatte sie sich als Lebensberuf den der Krankenpflege gewählt und war auch bereitem Jahr lang als Johanniter-Schwester tätig g e - wesen. Tann trat sie in den Stand der Ehe. Sie war eine geistig hochstehende Frau, hatte sehr vielseitiges Interesse und nahm sich mit besonderer Vorliebe der Armen und Kranken an. Als Herrin wurde sie vom Dienstpersonal hoch verehrt. Es wird ihr nicht nur in ihrem Geburtsorte, wo sie stets nur „die gute Gräfin Nacka" genannt wurde, sondern auch in Assen- heim und überhaupt von allen, die sie kannten, ein ehrendes und treues Andenken bewahrt werden. Nach dem Segen, her .wiederum von dem Lrtsgeistrichen gesprochen wurde, wurden zwei herrliche Kränze auS Alpenrosen von dem Grafen von Pappen heim, dem Bruder der Entschlafenen, sowie von Hos-' otebiaer Stöcker ats Gruß aus der fernen Heimat am Grabe nie- aergelegt. Ergreifend war es, als am Schlüsse der Trauer» feier die drei ältesten Kinder der hohen Toten an ber Hand s>?s Vaters zur Gruft traten, um ihrer teuren Mutter als letztes Licbeszeick>en Blumen über den Sarg zu streuen.
Seligenstadt, 7. Juli. Se. Kgl. Hoheit der Groß- herzog überraschte heute nachmittag um V35 Uhr unser Städtchen per Automobil mit feinem allerhöchsten Besuche. Tie Fahrt auf ber Opelmaschine führte vom Jagb- schlon, „Wolföqarten^ bei Egelsbach über Offenthal, Langen mb Dudenhofen, unb beanspruchte etwa eine Stunde. Obgleich ein ständiger Chauffeur ben Automobilausflug mit* macht, übernahm doch der Großherzog persönlich die Leitung
deS Fahrzeuges, das er mit erstaunlichem Geschick zu lenken weiß. In der Begleitung des Landesherrn befanden sich neben dem Grafen von Werst die Hofdamen Exzellenz Frei- fraulein von Granen und Fräulein von RotSmann. Die Maschine hielt unmittelbar vor ber Einfahrtöbasilika, bic nach einem Runbgang burch bic städtischen Mainanlagen unb bic Gcbäube der ehemaligen Bencdiktinerabtei einer cingchenbcn Besichtiglmg unterzogen würbe. Obgleich ber Landesherr im strengsten Inkognito reifte, verbreitete sich die Kunde von der unserem Städtchen bereiteten hoben Ehre wie ein Lauffeuer unter ber Bevölkerung, bie in Scharen herzueilte, um ehrfurchtsvoll den LanbeShcrrn zu begrüßen. Rach cinstündigem Aufenthalt mürbe die Rückreise über Froschhausen, Obertshausen, Heusenstamm und Neu-Isenburg angetreten. In Heusenstamm würbe daS Schloß besichtigt. sN. H. Bist.)
Neckarsteinach, 8. Juli. Bei ber hiesigen Spar* unb Darlehenskasse würben von der mit ber Kontrolle betrauten OberrechnungSkarnmer in Darmstadt grobe Unregelmäßigkeiten entdeckt. Für das Defizit wird neben dem Vorstand ber Aufsichtörat haftbar gemacht werden»
Kleine Mitteilungen n u S .Hessen und den Nachbarstaaten. In Butzbach wird am 13. Juli eine Eskadron deS Husaren-RcgimentS König Humbert von Italien (1. Kurhess. Nr. 13), weiches sich auf dem Rückmarsch vom Truppenübungsplatz Senne befindet, einquartiert. Ter Stab wird in Langgöns Quartier beziehen. — Der Großherzog traf am 8. d. M., nachmittags 4 V, Uhr mit Begleitung in einem von Fritz Opel gelenkten Automobil auf dem Schützcn- festplatz in Bingen ein. Schützenmeister Gräff begrüßte den Landesherrn, ber den Gabentempcl und die Schießstände besichtigte unb später in der Festhalle einen Imbiß einnahm. Die Rückfahrt erfolgte wiederum mit Automobil um 6 Uhr. — Der bei Bingen gelegene Ort Gaulsheim erhält demnächst eine Lehrerin auS Brüssel. — Auf dem Güter- bahnhof der ehemaligen Hessischen LndwigSbahn in Darmstadt wurden dieser Tage ungefähr 3000 Militärbrieftauben steigen lasten: eS ist dies das brfttc mal feit vier Wochen. Im Gegensätze zu früher waren dies mal Tauben auS fast allen Teilen Deutschlands hierher gesandt worden.
vermischtes.
• Düsseldorf, 8. Juli. Aus dem hiesigen Hauptbahnhofe verletzte ein von Rußland kommender nach Amerika reifender Passagier mehrere Personen durch Stiche und durchschni11 sich dann selbst den HalS.
* Erlangen, 8. Juli. Im Ludenbach, in nächster Nähe von Erlangen wurde heute früh die Leiche eines un bekannten Mädchens mit einem Beilhieb über ber Stirne gefunben.
• Straßburg i. E.? 8. Juli. In Hilfenheim ermor# bete ber Uhrmacher Kilstatter seine Ehesrau. Die Ermorbete lebte von ihrem Manu getrennt.
* Chicago, 8. Juli. Der Inhaber ber Dortmunber Bommerlunberfabrik Möller ist nebst seinem Vertreter in Amerika, Jensen, auf der Rückreise von St. Louis in Chicago von einer elektrischen Straßenbahn überfahren worden. Sie wurden beide in hoffnunnSlosem Zustande ins HoSpital gebracht.
* Tokio, 9. Juli. In der Nacht deS 4. Juki brach in der hiesigen Universität Feuer auS unb zerstörte zwei (Schäube, welche zur Ingenieur-Abteilung gehörten. Tas eine, bie Marine-Ingenieurschule, war erst im letzten Frühling fertig geworben und hatte 96 000 Pen gekostet. Das andere war für die Zivil-Jngenieur-Abteilung im Bau. Die Herstellungskosten hatten bisher 101 000 Pen betragen. Die Universität in Tokio begreift nicht mir die drei Fakultäten in sich (eine theologische Fakultät giebt eS bekanntlich in Japan nicht), sondern eS sind ihr auch eine Anzahl technischer Hochschulen, sowie bie LanbwirtfchaftS- und Tierarzneiliche Akademie beigeordnet.
• Vom Dampfer ,Norge". Die vereinigte Dampf- schiffgesellschast in Kopenhagen erhielt von Stromnetz auf ben Orkneyinseln ein Telegramm, welches besagt, baß weitere 1 9 Personen von bem Dampfer .Norge" in TborShaven, der Hauptstadt der Farörinseln, gelandet worben sinb. Der Dampfer ,Energie* ist mit 69 Geretteten in Swinemünbe angekommen. Ein weiteres Rettungsboot hat die ShetlandS- Inseln erreicht. Ein Geretteter sagt auS, sie seien 8 Tage auf hoher See gewesen. Die Insassen deß BooteS seien sehr erschöpft gewesen, als sie wieder Land betraten.
* Einbruch in eine deutsche Gesandtschaft. Der ,K. Z.* wird auS Tanger vom 8. Juli telegraphiert: Ein EinbruchSdiebftahl wurde in der deutschen Gesandtschaft begangen. Gerüchte über eine Entführung veranlaßten folgende authentische Darstellung: Während der Gesandte mit seiner Familie gestern abend speiste, drangen 2 Araber über eine Mauer von dem Christenfriedhof in daS HauS unb dann in baS Schlafzimmer beS Gesanbten ein, wo sie einen Revolver unb Pvtronen stahlen. Dprch baS Geschrei bes Kinbermäbchens im Kinberzimmer gestört, entflohen sie, als ber Gesanbte mit einem Revolver erschien. Der Mangel an jeber Autorität unb an Polizei hat bic Araber frech gemacht. Die Täter kannten bie Oertlichkeit. Sie sind nicht gefaßt worben.
AnivttIUäts-1Naäiricht,n.
— Ter Rückgang in der Zahl der Stubierenben ber Medizin an ben beutsck>en Universitäten ist im laufenden Sommersemester, wie eine Uebersicht über die BesuibsZiffern erkennen läßt, Wied rum recht augenfällig. Belief sich bie Gk- samtmhl b-r Medizinstudierenben an ben beuticljcn Universitäten im Wintersemester 1894/95 noch auf 7796, so beträgt sie jetzt nur noch 6019, so baß also in diesen zehn Jahren eine Abnahme von 1774 oder säst 29 Prozent xingetreten ist. Einige Hochschulen sind an dieser Verringerung in besonderem Maße beteiligt, so Würzburg, Leipzig, Greifswald, Halle, Breslau, München, Erlangen, Göttin gen, Bonn, Marburg, Straßburg, Tübingen unb Jena. .Einige medizinisch Fakultäten lyabru etnuis zugenommen, so Freiburg von 383 auf 469, (ließen von 109 auf 172, Heidelberg von 225 auf 292, Königsberg von 155 auf 205 und Rostock von 110 ans 123. In Berlin, ber arößten mebi-inisck^i, Fakultät, sank bie Zahl von 1220 auf 963. Im Winter 1897 98 hatte sie noch 1360 Mediziner
Kkrii-tslaas.
Braunschwci8. Juli. Vor ber Strasloiunirr begann heute em Aufsehen erregender Prozeß. Als Angeklagte


