Aie Heutige Wummer umfaßt 14 Seiten
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Slbrefle für Deveschenr «uzetger Gtetze». Ferusprcchanichlnß Nr 51.
Die Jrage ist form des Mehrheit
Aas neue hessische Wahlrecht.
Gießen, 9. Juli.
oberhessischen Städte gegen die von der ländlichen Kammermehrheit beschlossene Wah lkreiSeinteitung ablehnend verhalten müssen. Auch der Oppenheimer Protest gegen die rheinhessischen Sonderwünsche hat keine Beachtung in der Kammer gefunden.
Von großem Werte ist die Erklärung des StaatsministerS Dr. Rothe, daß die Regierung ihre Entscheidung über den Antrag Bähr und Gen. ebenso wie über die von der Kammermehrheit beliebte Wahlkreiseinteilung sich vorbehält. Wir haben die besten Hoffnungen, daß sie sich das ihr allein zukommende Recht der Einteilung der Wahlkreise nicht wird abspenstig machen lassen. Durchaus geboten ist aber auch ihr Schweigen bis zum Beschlüsse der Ersten Kammer, von deren Votum ja die ganze Reform abhängig ist. „Vieles Gewaltigen Allergewaltigstes *, um mit Sophokles zu reden, ist der Freiherr v. Heyl denn doch noch nicht, und wie die Zweite Kammer trotz dessen allzu weit reichenden Einflüssen die Wahlreform in durchaus anderem als dem unheilvollen Heyl'schen Geiste zur Tat gemacht wissen will, so ist auch anzunehmen, daß das hessische Magnatenhaus nicht nach der Pfeife dieses eines Mannes tanzen wird. Die Standesherren Hessens halten wir in ihrer Mehrheit für einsichtsvoll genug, um zu dem Entschlüsse zu kommen, daß dem Volke zu geben ist, was ihm gebührt. Das heute nicht sonderlich starke Vertrauen de§ Volkes gehört ihr sofort, wenn sie diese volksfreundliche Reform zum Gesetz rhebt, em Vertrauen, dessen Wert wahrlich nicht zu unter- schätzen ist. Und die Herren der Ersten Kammer werden ge- viß auch den Willen unseres Landesfürsten gebührend respektieren, der persönlich der Einführung des direkten Wahlrechts in einem Maße Vorschub leistet, wie kein anderer deutscher Fürst. Das wird ihm sein Volk nie vergessen.
Erfreulich ist auch, daß unser Ministerium sich in dieser, wie ja auch in allen anderen Fragen oort politischer Wichtigkeit, als wahrhaft liberal und volkstümlich wieder erwiesen hat.
Unter den Nationalliberalen haben sich wieder einige entschiedene Gegner gefunden. Doch dieses vier- blätterige Kleeblatt setzt sich zusammen aus Männern, die in der Partei keine führende Rolle spielen, sie sind willenlose Trabanten des funkelnden Sternes vom sonnigen Rhein.
Die Entscheidung ist über alles Erwarten schnell gekommen. Zu schnell! Hätte man sich mehr Zeit genommen, hätte man mit der Regierung noch Fühlung genommen, es wäre ein besseres Werk zu Stande gekommen. Was geschaffen wurde, ist ein sehr wesentlicher Fortschritt, aber ideal ist das geschaffene Werk nicht. Unseres Erachtens ist es auch deswegen nicht ideal, weil es die Minderheiten nicht zu ihrem Rechte kommen läßt. Dem Ideale entspricht nur ein Wahlgesetz, das die Minderheiten in einzelnen der neuen Wahlkreise nicht vollkommen rechtlos macht. Nach dem jetzt
Entscheidung über eine hochbedeutsame politische geftern in der Zweiten Kammer gefallen. Die Re- hessischen Wahlrechts soll sich nach dem Willen ber der Zweiten Kammer vollziehen. In Sachsen und Bayern ist die liberale Wahlresorm gescheitert, Hessen, das auf so manchem Gebiete unter der segensreichen Regierung Ernst Ludwigs eine vorbildliche Tätigkeit entfaltet hat, stellt also auch in dieser unvergleichlich wichtigen Frage andere Bundesstaaten in den Schatten.
Nr. 159
•*!•«<■« ««gl»» außer Sonntag«.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem keMschen Landwirt die Siebener Kamillen» ölätter viermal in bet Woche bei gelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'sehen univerf.-Buch-u. Btein- bruderel. R. Lange. Redaktion, Vrpeditü» und Druckerei:
Mancherlei bleibt indes an dem Werke der Zweiten Kammer nach wie vor zu tadeln. Im vorigen Landtage scheiterte die Vorlage schließlich an dem Widerspruch der ländlichen Abgeordneten gegen eine Vermehrung der städtischen Mandate; heuer haben sich die Abgeordneten aller
Feuilleton.
e l t und H a u $*, wöchentliches Unterhaltungsblatt öl' /mr^)inucf ""d Kunstbeilagen, hat soeben sein neueste« L. . ^rer« 20 Pfg.) als Sportbeft erscheinen lassen, lieber oie .vieler Woche plaudert recht amüsant Will). Schölei-mann und ebenso anregend ist der Spott-Aussatz von L. Brückner. Tas Rad-- sahren behandelt Dr. K. Beerwald vom hygienischen Standpunkte a.u6,.u ^a' D; Norman bespricht kritisch die großen sportlichen Er- eigmsie der letzten Wochen, in erster Linie daS Gordon-Bennett- Rennen. — Ter belletristische Teil bringt einen Roman „Der Sunde Sold von Franz Rosen (Margarethe v. Sydow) und eine Novelle von E. Jensen „Heimweh*. Dem verstorbenen Dichter W i l h e l m I o r d a n widmet Paul Wittko einen Nachruf. Ein Portrait des aus einen Stab gestützten Nibelungensängers im 9(1 ter von 83 Jahren ist diesem Aussätze beigegeben. Auch sonst ist das vekt illustrativ reich und vornehin airSgestattet. Unter den Kunst- beilagen verdient die Reproduktion eineß Gemälde- des berühmten Altniederländers PH. Wouverman Hervorhebung. — Diese Wochen- schrill, die zu unseren gediegensten Fmnilienzeitfchriften gehört, kann dllrch alle Buchhandlungen und Postanstalten zum vierteljährlichen Preise oon Mk. 2.50 bezogen werden.
- - Landes- und Volkskunde. Im zweiten Bande der Hessischen Blätter für V o l k s k u n b c (Leipzig, Teubner. /?48, 182 S. M. 1U)O) finden wir n. a. folgende Aufsätze : Worin erkennt der Bauer deS nördlichen oberen V o - gelSbergeS Dasein und Wirken Gottes? von hem Pfarrer von Beuern O. Schulte; Naturgesetz im Volksl tzen?
Nischen Truppmabtettnngen bei Erldagon und bei dem Tschad llnpasse. . Es hat nicht geregnet.
, 8 Juli. Tie ..Times" erfährt -ns Tokio vom
6. ^ust: Nachrichten lassen ersehen, daß der Vormarschdes Zentrums und des rechten Flügels der (Streit- krafte Kurocis ^am 27 Juni begann Zwischen diesem Tage und dem 29. Ium nahmen diese alle wichtigen Gebirgs- Paste auf den zwei Heerstraßen nach Liaujcmg ein. Der Gegner leitete ttltsam schwachen Widerstand. Seine Verluste auf der Nordstraße betrugen etwa 90 Tote und Verwundete, auf der Südstraße 50 Ter japanische Gesamtverlust beläuft sich am .->0 Mann Ueberraschung wird in Japan ausgedrückt über Kuropatkms Schwäche bei Verteidigung der Stellung, die wesentlich war für die Sicherheit seiner Bewegungen.
. Lo"bon, 8. Juli. Ein Petersburger Telegramm des „Standard" besagt, Kuropatkin drahtete am " sofort weitere 200 Dr" *
, ------- .man möge ihm
■ ■ -------- --- , senden.
,. t e r s b u r g, 8. Juli. Ter abermalige vergeb- l i che V er s u ch 'des Admirals Kamimura, die Wladi- wostok-Kreuzer in einen Kampf zu verwickeln und den Ruckzug abzulchneiden, der nur mit dem Verlust zweier japanischer Torpedoboote geendet hat, hat- am 2. JuL n Tokio ber „Nowoje Wremja" zufolge zu Demonstrationen gefuyrt. Eine große Volksmenge sammelte sich vor dem Hause Kamimuras an und warf Steine gegen dieses. Tie Familie des Admirals r ettete sich, hierauf wurde das turns zerstört.
London, 8. Juli. Aus Niutschwang wird vom Kvrrespon- ^nten ber „Daily Mail" gemeldet, daß bei Gelegenheit großer Regengüsse eine Abteilung Kosaken in einem Hohlwege nahe Tanghr fortgeschwemmt wurde und viele Kosaken dabei ertranken.
Petersburg, 8. Juli. .Zu Lande halten die Vorpostrn- gefechte noch an ohne daß ein sichtbares Vorgehen der Javaner hervortritt. KurSki soll der Ernennung Oyamas zum Oberbefehls» haben soll gegenüberstehen, da er selbst darauf gereimt
Deutsch-Ehma.
. k i o, 8. Juli. Tas Gerücht, Kiautschou werde von den Russen als Zufluchtshafen benutzt, tftrb hier nickt ernst genonrnnn. Eine amtliche Erklärung, in ber eT beiBt, die japanische Regierung sei überzeugt, daß Deutschland bte Neutralität aufrecht erhallen werde, ifr beule veröffentlicht worden.
Der Zar.
. „ 8. Jllli Auf -bei Reise zur Besichtigung
de« fünften und sechsten JtBmfcben Armeekorps besucht der Kaiser auck die Städte Morschansk, Ufa und Slatoust?
London 8. Juli. Ter „Standard" meldet aus Odessa: ^.er Professor der Völkerkunde, Martens, erstattete der Regierung des Zaren ein Gutachten, wonach die ftemden Läsen den Schiffen der russischen Flotte höchstens 24 Stunden Asyl zu geben vermochten.
Leo Tolstoi gegen den Krieg.
Mutter teilt feinen Haß und seine Liebe. Ter Vater aber bat au8 Siebe zur ^odxtcr seinen Frieden mit Deutschland gemacht. Die Tock-ter hebt nämlich den beutfeben Leutnant v. Farnow und null ihn heiraten. Die Konflikte, die sich aus diesen Situationen ergel>cn, kann man sich leicht ausmalen. Jean Clx-rle soll Sold.ll merben, ziem es aber vor, nach Frankreich zu desertieren. Sein rimmger Sanvagrr, ber Leutnant v. Farnow, verfolgt ihn und will ihn festnehmen Resultat: vollständiger Bruch mit ber ^rant, die nun wahrscheinlich auch ihr französisches Herz ent decken wird . . . So endet der Roman. Ta sich mit (IxuminifH- JJF” T . « ^^onkreich noch immer ein gutes (Mdn'ift machen laut, bat Rens Bann beschlossen, seinen Roman zu einem Drama rJL Olten. . Hie in traute er sich'- aber nicht zu, denn er hat bivbcr nur 'hoinane gvffivricbcn, und so nahm er denn den Lyeaterkrlllker und Tramattker Edmond X)<TraueDiirt, als Kom- bagium an. Lie beiden Herren haben also .Die Oberle" bra- matihert. und Ccwnelin nwllte dis chanvinistisci>e Stück zur Auf- rubning brtngen. Tie Zensur bat aber den beiden Verfassern einen mcken Sttich durch die Rellmung gemacht. Der llnterrickns- nnntjrcr Eliaumid hat wiederholt bcnnesen er kein Freund ber Zensur ist, aber dieses Stück schien ihm doch Bedenken zu erregen. Da es Franknnck>s 'Vcziebungrn zu einer ausnn'irttaen Maall zu altenerrn drohte .! hielt er es für geraten den nitgcn veiwn Teleassö zu Rate >n zischen, und Deleassö .mb Weisung - „Unbedingt -n verbieten!" Tie Zensur 'hii frmcY chcichzeitig , reinen' Disch 'gemacht, und ein irrnnie. n W ..Bett Nr. 13", worin auch die Verwaltti d^ ^n .
A>obltätigkeit angegriffen merben, verboten. ’uuw»*
Einen Protest des großen russischen Dichters Grafen Sa ^olstor gegen den Krieg veröffentlichte die „Times". Jetzt ist er als Broschüre erschienen. Tarin heißt es: „Etwas UnbegretS liches und Unmögliches an Grausamkeit. Falschheit und Torheit n>i£k letzt zur Wirklichkeit.... Eine Menge sogenannter aufgeklärter Leute, wie Professoren, Sozialreformer, Studenten, Kaufleute geben den bittersten Gefühlen gegenüber den Japanern, ben Engländern und den Amerikanern Ausdruck und bekunden ihn Servilität gegenüber dem Zaren, in dessen Interesse sie fÜ) aufopfern wollen. Dieser. . . junge Matm, ber anerkannte Führer von 130 000 000 Menschen, wird fortwährend betrogen und gezwungen, sich selbst Lügen zu strafen: verttauensselia dankt er den Demonstranten und segnet die Truppen, die er seine eigenen nennt, und schickt sie auf Raub und Mord aus Me schenken sich 'gegenseittg abscheuliche Bilder, an die nicht nur d:e Gebildeten nicht glauben, sondern die auch von dem einfachen Bauer nach imb nach verleugnet zu werden beginnen- — alle bücken sich vor diesen Bildern und halten aufgeblasene und trügerische Reden, an die niemand mehr glaubt . .
tniibt durch Gebete, Predigten und Mahnreden, durch Prozessionen, Bilder und Zeitmrgen, eilen Hunderttausende Leute zu den Fahnen, um Mensck)en zu erschlagen, die sie gar nicht kennen.
Es tjt, als ob es nie einen Voltaire, Montaigne, Pascal, SNnft Spinoza oder Kant gegeben, die mit großer Kraft das Walmsnmrge und Zn^cklose des Krieges geschildert hätten; und überhaupt, als ob Jesus und seine Lehre von der Owttes. und Mensck^enlieb.e nie eristiert hätten. Angesicktts der Tinge, die man icfct um sich sieht, empfindet man meniger die Schrecken
Krieges, als den Schrecket: aller Schrecken — dos Bewußtsein von der Machtlosigkeit der menschlickten Vernunft. Tic Ver- nunft, tnc allem den Menschen vom Tiere unttrscheidet, er- febemt als überflüssig; sie tst nicht mir ein nutzloses, sondern
von Eduard Hoffmann-Krayer; Ter Einzelne und das Volk von Prof. Tr. Lldolf Sttack: Volkskundliches aus alttn Handschriften von Richard Wünsch und Fr. Vogt; Die Spinnstnbe im VogelSberge von O. Schulte; Zum Odeuwalder Wortsckwtz des 15.—18. Jahrhunderts von L. Diettich: Griechischer und germanischer Geisterglaube Uou Richard Wünsch; Volksdichtung und volkstümliches Tetiken von Robert Petsch.
— Der Neubau deS Kurtheaters in Bissingen, der schon seit langem geplant ist und von der bayeriscl^t: Regierung genehmigt Umrdc, soll im Herbst dieses Jahres in Angriff genommen werden, damit bereits zu Beginn der nächsten Somtncrsaison in dem neuen Hause gespielt merben kann. Die Kosten dcö Baues, dessen Zuschauerraum 600 Personen fassen »vird, ist auf über eine halbe Million veranschlagt.
Leipzig, 7. Juli. Der bekannte pattiottsche Dichter Fedor Köpp en ist in Lausigk bei Leipzig im Mter von 73 Jalwen gestorben.
Paris, 7. Juli. Der Minister hat die Aufführung deS Theaterstückes „Oberle" von dem Sckvriftsteller B a z i n verboten. T'as Stt'lck spiell ht Elsaß-Lotlwingen. Infolge dieses Verbotes wird eine Interpellation in der Kammer beab sichtigt. Bazin hat vor längerer Zeit einen deutschfeindlichen Roman geschrieben, der „Tie Oberle" betitelt ist. Die Oberle sind eine in „AlShcim" lebende elsässische Familie, die durch polit'sck>e Zloistigkeiten gesprengt wird. Zwei Ström iingen l/enschen in dieser Familie: nad) Frankreich weist die eine, die andere nach Deutschland. Jean Oberle schließt sich, obwohl er tartpc nach 1870 geboren wurde, den Protestlern an und schwärmt iitr Frankreich, baß er noch nie gesehen hat. Seine
London, 8. Juli. Eine Tschifuer Drahtung des „Daily Expreß" befagt: Tie Kolonne der Armee des Generals Oku, die gegen Stakelberg im Norden operierte, kehrte zur Armee außerhalb Port Arthurs zurück. Tie ganze japanische Belagerungs-Artillerie ist in Dalny gelandet. Die jüngst gewonnene Stellung wurde von den Japanern befestigt und verschanzt. Sie beherissck>en gewisse innere Verteidigungswerke und einen Teil des Hafens.
London, 8. Juli. „Taily Chronicle" berichtet aus Tokio, daß die Japaner in ber Nähe von Kaiping mehr ^ils zehn Kanonen erbeuteten und über 50 Gefangene machten.
Petersburg ,8. Juli. General S sa cha r ow meldet dem Generalstab über die Gefechte vom 6. Juli, bei welchem zwei Offiziere verwundet und 15 Manu getötet ober verwundet wurden. Wie im Laufe des Tages festgestellt wurde, rückte der Gegner auf ber ganzen Front von der NTüfte bis zum Tale des TschinstanflusseS vor. Unsere Kundschafter bemerkten am 5. und 6. Juli, daß ber Feinb von Scheniutschen längs der Eisenbahnlinie nördlich vorzurücken begann in einer stärke von einer Tivision Infanterie, zwei Regimentern Kavallerie und 60 Ge- chützen. Am 7. Juli morgens besetzte der Feind die Höl>en bet Baositschai. .Russische Streifwachen begegneten kleinen japa-
Tokio, 8. Juli. Gegenwärttg werden Operationen von ernster Wichtigkeit'innerhalb der Kriegszone durchgeführt, es gelingt aber der Regierung, sie fast vollkommen ~~u ~zu halten. Aell der Besetzung von Dalny hat die Regierung hinsichtlich der Belagerung von Port Arthur vollkommenes Stillschweigen bewahrt. Es gelangen zusammenhanalose Nachrichten aus verschiedenen Quellen, namentlich chinesischen, nach Japan, deren Bekanntgabe oder Ueber- mittelung nach dem Auslände aber bei schwerer Strafe untersagt ist. Weder bei der Port Atthur belagernden Armee, noch bc, ber Arm« e Okus oder bei der Takusäianarn^ec befindet sich ein Auslänber. Die Kriegskorrespondenten und fremden Militär- attachees, die die Armee Kurotts begleiten, dürfen ein Gebiet von nur zwei Kilometer Turchinesser nicht überschreiten.
Tschifu, 8. Juli. .Ein glaubwürdiger, angesehener Chinese, der von ber Ostküste Liao tun gs unweit .Port Arthur hier ein» getroffen ist, berichtet, eine Tivision der japanischen Armee habe am 5. Juli den Nordostabhang des Takuschanberges erreicht, bessen Gipfel weniger als drei Meilen von Port Arthur entfernt fti- Diese Division hatte sich auf ber Landstraße nördlich Pott Arthurs von einer anderen Division getrennt und war durch bas bergige Ldnd marschiert, während die andere Division den vcarsch au^ der Straße in ber Richtung auf das Mattnelager ortsetzte. Sie muß, um dieses zu erreichen, über ebenes Gelände marschieren. , Indessen ist das Marinelager, sobald eine japanische Division auf dem Takuschanberge steht, nicht zu halten. Tas auf der Hauptvetteidigungslinie gelegene russische Fort Nummer 16 ist gestern von den Japa nern genommen worden.
Erstes Blatt. 184. Jahrgang Samstag 9. Juli 1804
Gietzener Anzeiger
• General-Anzeiger w
v Deran-worlltch tot
Amts- und Anzeigeblütt für den Kreis Gießen WtzZ
______ ______ zeigenteil: Hans Beck.
beschlossenen Wahlrechte bleiben diese Minderheiten unvertreten. Dem Ideale würde eS mehr entsprechen, wenn jeder Kreis in sich eine gewisse llebereinftimmung der Interessen darstellte. Das ist vielleicht bei den paar großstädtischen Kreisen und bei allen rein ländlichen Bezirken der Fall; sonst aber, in den Mittelstädten und kleineren Städten, nicht. Die Verschiedenheit der einzelnen Interessen, die im Kreise vertreten sind und vertreten sein wollen, ist oft ungeheuer groß, so daß der pflichttreueste und unbefangenste Abgeordnete nicht in der Lage ist, sie sämtlich zu vettreten. Das würde nicht bedenklich sein, es würde wenigstens ein gewisser Ausgleich geschaffen, wenn jeder Wahlkreis in sich einen Mikrokosmus des gesamten Landes darstellt. Wohl könnte man diesem Mangel bei einem idealen Wahlrechte näher kommen, wenn man die strikte Scheidung zwischen ländlichen und städtischen Kreis en vornehmen wollte. Daß die durch die Bevölkerungsziffer schließlich gebotene Vermehrung der Abgeordneten der Städte ad calendas Graecas vertagt werden soll, ist ein Unding.
DaS direkte Wahlrecht aber wird gedeihlich werden, wenn alle Elemente der bürgerlichen Gesellschaft ihre volle Schuldigkeit tun, wenn sie, wie zu hoffen ist, ihre Gleichgiltigkeit in politischen Dingen sahren lassen und stets nur auf die Besten unter ihnen, die Fortgeschrittensten und Besonnensten, ihre Stimmen vereinen.
Z>er Krieg zwischen Japan und Zrußland.
Dom Kriegsschauplätze.


