Ausgabe 
9.6.1904 Erstes Blatt
 
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dürfe noch sehr wesentlicher Abänderungen; denn bestrafe man nach der Vorlage die ländlichen Unternehmer, so zwingt man die kontraktbrüchigen Landarbeiter in die Stadt, bestraft man aber auch die industriellen Unternehmer, die kontraktbrüchige Arbeiter in Lohn nehmen, so macht man diesen jede Existenz unmöglich. Wir wollen eigentlich nur die Arbeitnehmer be­straft sehen, die Arbeiter zum Kontraktbruch verleiten, um sie für sich zu gewinnen. Tie Hauptsache wären nicht die Straf­bestimmungen, sondern Hebung der Landwirtschaft, da­mit sic bessere Löhne zahlen kann.

Mg. Glatzel lntl.): Es scheine zweifelhaft, ob in dem Aesehentwurs alle Härten beseitig! und alle Bedenken überwunden sind. Jedenfalls wolle man die Vorlage wohlwollend prüfen.

Die Vorlage wird an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen.

Deutsches Keich.

Berlin, 8. Juni. Ter Kaiser und die Kaiserin /lnternahmen heute morgen einen Spazierritt. Von halb 10 Uhr hörte der Kaiser den Vortrag des Ehefs des Zivil­kabinetts, Wirkt. Geh. Rats v. Lucanus, empfing in Audienz den Gesandten von Paraguay in Gegenwart des Unterstaats­sekretärs v. Mühlberg, den Präsidenten der Akademie der Künste, Geh. Negierungsrat Prof. Otzen, den Fürsten Ferdi­nand Radziwill und nahm die Meldung des Kontreadmirals Grafen Baudissin entgegen.

Prinz Heinrich von Preußen begab sich heute mittels Automobils von Kiel nach Darm st ad t.

Der Rcichsschahsekretär Frhr. v. Stengel hat dem Reichstag einen Uebersichtsplan des in Berlin und den an­schließenden Vororten vorhandenen Grundbesitzes des Reichs und des preußischen Staats nebst einem Verzeich­nisse der in dem Plane nachgewiesenen Reichsgrundstücke überreicht.

Die Budgetkommission des Reichstages beriet heute zunächst über den Kostenanschlag und die Finanzierung der Eisenbahn Dar-es-Salam. Tie Kommission nahm den 05ese Kent Wurf in der Fassung der Vorlage und dazu folgende Resolution Er'zberaer an:Der Reichstag wolle beschließen, dem vorliegenden Gesetzentwurf in der von der Kommission beschlossenen Fassung die ver­fassungsmäßige Zustimmung zu erteilen, wenn in der Bau­konzession der Ostafrikanischcn Eisenbahngesellschaft die Spurweite der Bahn auf mindestens einen Meter festgesetzt wird.

Der Senioren konvent des Reichstages be­sprach heute die Geschäftslage des Hauses. Es selten zunächst erledigt werden die Gesetzentwürfe über die Kauf­mannsgerichte, über die Rcblausbekämpfnng, über die beiden Kolonialbahnen und die Münz­novelle. Ob der Nachtragsetat für Südwest­afrika noch an den Reichstag kommt, ist zweifelhaft, da die Rechnungen sehr schwierig sind. Sind diese Vorlagen verabschiedet, dann steht die Vertagung in Aussicht und zwar bis zum November. Mit der Erledigung des noch auszuarbeitenden Pensums hofft man Ende nächster Woche fertig zu werden.

Der Seniorenkonventdes Abgeordneten­hauses war heute zusammengetreten. Nacb längerer Er­örterung neigte man sich der Ansicht 'U, die Vertagung der Session Anfangs Juli und ein Wiederzusammentreten des Landtages Anfangs Oktober zu befürworten. In diesem Sinne sollen die Fraktionen um ihre Meinung befragt werden. Alsdann wird der Seniorenkonvent am Freitag zur endgiltigen Entscheidung nochmals zusammentreten.

Potsdam, 8. Juni. Heute nachmittag fand in der russischen Kolonie ein Vlumenkorfo zum Besten der Augusta Viktoria-Krippe statt. Um 5 Uhr erschien die Ka i s er in in einem ä la Daumont bespannten Vierspänner­wagen, der mit Marschall-Niel Rosen dekoriert war. Die Kaiserin fuhr die Reihen der Korsowagrn ab. Sämtliche Musikkapellen der hiesigen Garnison spielten die National­hymne. Hierauf setzte sich die Kaiserin an die Spitze der Wagen und der Korso nahm seinen Anfang. Es nahmen außerdem teil: der Kronprinz, Prinz und Prinzessin Fried­erich Leovold, sämtliche in Potsdam anwesenden Prinzen und Prinzessinnen, die hohen und höchsten Hofchargen und das gesamte Offizierkorps mit seinen Damen. Ter Zug bot ein farbenreiches, prachtvolles Bild.

Koburg, 8. Juni. Tas Endergebnis der gestrigen Wahlmännerwahlen für den Landtag ist, daß in sämtlichen 11 Wahlkreisen bürgerliche Kandi­daten gesiegt haben Ter einzige bislang sozia­listische Wahlkreis Oeslau fiel an den Freisinn.

Karlsruhe, 8. Juni. In der heutigen Sitzung der ersten Kammer erklärte Staats Minister v. Brauer 6et der Beratung des Eisenbahnbetriebsbudgets, er bedauere, d; der Zeitpunkt für die Schäftung von Reichseiscnbahnen verpaßt sei. Redner denke nicht daran,mitPreufien in eineEisenbahngemein- schaft zu treten, wie es Hessen getan habe. Die Betriebsmittelgemeinschaft sei geboten, und in dieser Beziehung hätte in Frankfurt eine vertrauliche Besprechung stattgefunden, welcher Minister Dudde und er selbst beigewobnt hätten: weitere Schritte würden geprüft werden. Auch die Versonentarifsrage sei besprochen worden: hier lägen die Schwierigkeiten bei Baden, welches ungern das Kilometerheft aufgeben w^lle und die Einführung der vierten Wagenklasse zurückweise.

Stuttgart, 8. Juni. Die Kammer der Standes- herren nahm entgegen dem Beschlüsse der Kammer der Ab­geordneten vom 5. Februar 1903, wonach die B.'zirksschul- aufsicht in der Regel als Hauptamt mrsqeübt wird, und als Bezirksschulaufseher im Hauptamt Schulmänner oder Geistliche angestellt werden, mit 13 gegen 11 Stimmen einen Antrag des Fürsten Quadt an, welcher die Bczirksschul- a u f s i ch t i m H a u p t a m t e z u l ä ß t, als Bezirksschulauf­seher aber ausschließlich Geistliche beider Konfessionen an­gestellt wissen will. Ter Ministerpräsident zog hierauf die Volksschulnovelle zurück.

Ausland.

London, 8. Juni Erzherzog Friedrich, der dem König den ihm vom Kaiser von Oe st erreich verlie­henen Feldmarschalls st ab überbringt, ist heute nach­mittag hier eingetroffen.

Unterhaus. David Morgan fragt an, ob die Regierung eine Information in Betreff des Abkommens oder Handelsvertrages zwischen Deutsch­land und Rußland erhalten habe. Unterstaatssekretär des Aeußern Percy erwidert, eine derartige Meldung sei un­begründet.

Rom, 8. Juni. Aus Mailand, dem Zentrum der italienischen Franzosenfreunde wird gemeldet, daß der dortige Bürgermeister zum Ehrenmitglied des Pariser Gemeinderates ernannt ist und künstlerisch geprägte Insignien erhielt.

Genf, 8. Juni. Aus Armenien liegen hier folgende Meldungen vor: Nach einem Bombardement von meh­reren Tagen und einem erbitterten Widerstand der Armenier nahmen die türkischen Truppen Gueligouzan bei Sassun, wohin die armenische Bevölkerung von 45 durch Brand zerstörten Dörfern geflüchtet war. Die von Andra- nit gefül)rten Aufständischen flüchteten kämpfend gegen die Höhen von Talvorik. - Tausende von Frauen, Kin­dern und Greisen, die nicht folgen konnten, wurden erbarmungslos niedergemetzelt. Talorik wird beschossen. Die abgeschlossenen Aufständischen leisten Wider­stand. Tie ganze Gegend von Musch ist ungeachtet der An­wesenheit der Konsuln terrorisiert. Hochstehende russische Beamte an der kaukasischen Grenze suchen die Türken, Kurden und Armenier aufzureizen.

Konstantinopel, 7. Juni. Die Pforte teilte den Botschaftern der Ententemächte offiziell mit: Die Gerüchte, daß Rußland Passage für einige Kriegsschiffe der Schwarz­meerflotte durch die Straße der Dardanellen verlangte, sind unbegründet. Tie Meldung desTemps", daß nach Konsu­larberichten die Zahl der armenischen Opfer bei den jüngstenVorgängenimGebietvonSassun 5000 betrage, ist vollkommen falsch. Es hat keine Konsularunter­suchung stattgefunden. Die Zahl der Opfer ist nicht fest­gestellt. Sie wird immerhin auf einige Hundert geschätzt.

Washington, 8. Juni. Nach einem hier eingegange­nen Telegramm sind amerikanische Marinesol­daten in Marokko gelandet.

H.ffenttiche Sitzung des internationalen Arauerikorrgresses

Berlin, 8. Juni.

Im Bcethovensaal fand eine öffentliche Frauenversammlung des internationalen Frauenkongrcsses statt. Der Saal war ge­schmückt mit Lorbeerbäumen und Fahnen in den Farben der verschiedensten Nationalitäten. Auf dem Präs d-n'entisch prangten zwei Blumenbouquets. Tie Versammlung war äußerst zahlreich besucht. Bei ihrem Erscheinen wurde Miß Susane Antony, die 85jährige Telegicrte von Rochester, von der Versammlung stürmisch begrüßt. Hierauf nahm das Wort Frau Marie Stritt aus Dresden, welche ein herzliches Willkomm entbot imb sämtlichen Mitarbeiterinnen an dem großen Werke der Hebung der Frauen mit den wärmsten Worten dankte. Das rapide Wachsen des Weltbundes sei in erster Linie Miß Wright Sewall, Vor­sitzenden des Bundes in Jndianopolis zu danken. Tie Rednerin ging auf die Ziele des Bundes ein und schloß mit den Worten, daß die heutige Tagung des Kongresses erfolgreich und frucht­bringend für den Frouenweltbund sein möge. Miß Sewall nahm hierauf das Wort. Sie entschuldigte sich zunächst, daß sie des Deutschen mangelhaft mächtig sei. In humyrvollen Worten sprach sie für die von Frau Stritt ausgesprochene An­erkennung ihren Dank aus. Alsdann nahm sie die Hand der Miß Susane Antony und stellte sie der Versammlung unter großem Beifall als ihre Lehrerin vor. Miß Antony sprach in ihrem heimatlichen Idiom über den Frauen-Weltbund, worauf die finnländische Delegierte der 85jährigen Greisin ein Rosen­bouquet überreichte. Es gelangten Begrüßungsdepeschen aus Wien und Rom zur Verlesung. Fräulein Helene Lange, rauschend begrüßt, hielt eine ganz kurze humorvolle Willkommensrede. Hierauf stellte Miß Sewall sämtliche anwesende Delegierte einzeln vor. Jede derselben dankte in ihrer heimatlichen Sprache für den Empfang und übermittelte die Grüße ihrer Schwestern in der Heimat. Zum Schluffe hielt Miß Sewall, die Präsidentin des Frauen-Wcltbundes", eine mit stürmischem Beifall aufge­nommene Rede über den Zweck und die Ziele des Frauen-Welt- bundcs, welche" darin gipfeln, die Einheit der Menschheit herbeizuführen. Zu der großen Propaganda des Friedens und der Arbittation würden wahrscheinlich noch zwei andere Vor­schläge hinzugefügt werden, und zwar die Bewegung für die politische Anerkennung der Frauen und Gleichverantwort­lichkeit beider Geschlechter für eine reine Mora­lität. Was die Gesellschaft bisher von der Frau gefordert habe, solle dann auch von dem Manne gefordert werden. Die Frauen dächten nicht an eine Revolution, sondern an eine Evo­lution. In der Schwäche der Frau liegt ihre Stärke und in dieser Schwäche sähe sie den Sieg ihrer Ideen. Damit schloß unter großem Beifall die Versammlung.

Ans Stadt und Land.

Gießen, den 9. Juni 1904.

"" Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dein Geh. Kirchenrat und Professor a. D. D. Adolf Köstlin in Darmstadt das Ritterkreuz 1. Kl. des Ludewigs- ordens verliehen, dieselbe Auszeichnung außerdem dem Kriegs­gerichtsrat Linck beim Gouvernementsgericht Mainz, seither beim Gericht der Großh. Hess. (25.) Division, und dem Ober­stabsarzt Dr. Papenhausen beim Ulancn-Regiment Groß­herzog Friedrich von Baden (Rhein.) Rr. 7, seither Stabs­arzt beim 1. Großherzogl. Jnfantcrie-(Leibgarde-)Regiinent Rr. 115. Dem Pfarrer Dr. Albert Bey schlag zu Niederhausen in der bayerischen Pfalz wurde die evangelische Psarrstelle zu Hering, Dekanat Groß-Umstadt, übertragen.

""Irrenanstalt. In der weiteren Förderung der Irrenanstalt weilten gestern die Ministerialräte Weber und Reidhardt, sowie Oberbaurat Klingelhöfer von Darm­stadt hier. Die Herren begaben sich in Begleitung von Pro­vinzialdirektor Dr. Breidert und Beig. Curschmann nach der für die Erbauung der Anstalt in Aussicht genommenen Baustelle im Licher Walde. Es scheint hiernach, als wenn mit der Inangriffnahme des Baues bald begonnen werden sollte.

'"Eine Besichtigung des städt. Wasserwerks^ Queckborn fand gestern vormittag unter großer Beteiligung der Stadtverordneten statt. Wir werden darüber morgen ausführlicher berichten.

"" Vortrag über Kanalisation. Gestern abend hielt in Anwesenheit von etwa 200 Personen im Cafß Leib Oberbaurat Schm ick aus Darmstadt einen hochintereffanten, klaren und allgemein verständlichen Vortrag über die hiesige Kanalisation und die Hausanschlüsse. Oberbürgermeister M eeu m schickte voraus, daß es, nachdem das Werk der hiesigen Kanalisation seit zwei Jahren begonnen worden sei, die Fort­führung wohl noch zwei Jahre lang dauern werde und in einigen Monaten auch mit den Hausanschlüssen begonnen würde, von allgemeinem Interesse für die hiesigen Einwohner sein dürfte, über dies große Werk eingehende Erläuterungen zu hören, die Oberbaurat Schmick in liebenswürdiger Weise zu erteilen sich bereit erklärt habe. Den etwa 11/2 stündigen Vortrag werden wir heute nur in den Umrissen skizzieren, um ihn später ausführlich wiederzugeben. Im Interesse der Ge- sundbeitspgege liegt es, dem Untergrund einer Stadt, wo sich Unreinlichkeiten aller 9(rt im Boden ansammeln könnten, ganz besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Auch in Gießen hat man dies erkannt, und bereits Ende der 80 er Jahre haben die städtischen Behörden sich mit dieser Frage befaßt. Unter

dem früheren Oberbürgermeister Gnauth wurden eingehende Verhandlungen über die anzuwendenden Systeme gepflogen, und der frühere Stadtbaurat Schm an dt hat im Verein mii Geheimrat Dr. Gaffky über diese Dinge ein Gutachten auf­gestellt, wonach die Entwässerung in der Altstadt nach ge­meinsamem System, die der Außenstadt nach getrenntem System geschehen sollte, liebet diese Begriffe der gemein­samen und getrennten Systeme für Abwäffer und Regen- wasser gab der Redner klare Aufklärung, ebenso darüber, wie man dazu kam, in der Außenstadt dieses und der Alt­stadt jenes System anzuwenden. Die topographische Lage, die Gefällsverhältniffe gaben darauf die Antwort. Dann wurde das Kanalnetz unserer Stadt, seine Haupt- und Nebensammler nnd die Kanäle einer Betrachtung unterzogen, wobei die besonderen Schwierigkeiten, die das Werk machte, erwähnt wurden. Im Stadtgraben mußte eine gute Funda­mentierung geschaffen werden, bei der Kreuzung der Bahnhof­straße und Westanlage mußte der Hauptsammler den Stadt- ringgraben kreuzen, dann unter der Wieseck hindurch unter- führt werden. Welche Untersuchungen wegen des Einflußes des wechselnden WafferstandeS der Lahn auf das Kanalnetz angestellt wurden, wurde dargelegt. Die sogenanntenNot- auslässe" in die Wieseck oder die Lahn wurden ganz ver- mieden, um zu verhindern, daß Schmutzwasser in die Flüße komme. In den Untersuchen über die Abwässer mußte in Betracht gezogen werden, daß in der Altstadt 250 Seelen auf 1 Hektar, in der Außenstadt nur 120 auf 1 Hektar kommen. Auch die Niederschläge rourben für die Dauer do*. 10 Jahren geprüft, wobei sich ergab, daß bei uns auf ein Hektar 200 Liter Regen in der halben Stunde kommen. Dabei fällt für die Kanalisierung der Abgang für Verdunstung und Pflanzenwuchs in Betracht. Die mechanische Kläranlage, 1000 Meter unterhalb der Wieseckmündung, wurde eingehend erklärt, und über die Abfuhr des Schlammes und seine Be­handlung (Kompostierung) Mitteilungen gemacht. Ferner wurden einzelne Teile der Kanalisation, die Einbeziehung des Klingelbachs, der große Schneeschacht am Kreuzplatz, be­sprochen. Dann kam man zu den Profilen der Kanäle, deren Spülung und Lüftung und endlich auch zu den Hausin­stallationen, wobei keinesfalls falsche Sparsamkeit angewendet werden darf. Undichtigkeit der Röhren muß vor allem ver­mieden werden. Das Ortsstatut über die Haus- installationen ist fertig; es liegt dem Kreisamt vor. Unbilliges wird nicht verlangt, und im allgemeinen soll beim Anschließen der jetzt vorhandenen Jnstallattonen an die Leitung großes Entgegenkommen gezeigt werden. Nach- dem Oberbaurat Schmick noch der Ueberzeugung Ausdruck gegeben hatte, daß das große Werk der Kanalisation und die großen Kosten dafür zum Heil der Stadt ausschlagen würden, war der Vortrag zu Ende, und Oberbgm. Mecum sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus. Auf eine An­frage macht Oberbaurat Schmick noch Angaben über Keller- entwäßerungen und beantwortete zum Schluß noch eine kleine Anfrage des Stadtv. Löber. Daß die Stadtverordneten übrigens zahlreich anwesend waren, ist selbstverständlich. Zahl­reiche Pläne und Karten, die auf dem Bühnenraum des Saales aufgehängt waren, hatten die Ausführungen des Vor­tragenden veranschaulicht. Gegen 10/, Uhr war die Ver­sammlung, die nach 8 Uhr begonnen hatte, beendet.

*' Kaufmännischer Verein. Den Mitgliedern des Kaufmännischen Vereins bietet sich am nächsten Sonntag, wie aus der heutigen Annonce ersichtlich ist, eine günstige Gelegen­heit, unseren schönen Münzenberg einmal näher kennen zu lernen. Der Ausflug verspricht recht lohnend zu werden. So viel uns mitgeteilt wurde, ist für Musik, Tanz und Unterhaltung, sowie billige Preise für Kaffee und Abendeßen bestens gesorgt. Auch der Fahrpreis (Mk. 1.20 für Hin- und Rückfahrt) ist billig, so daß die Teilnahme gewiß recht groß sein wird.

"Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Totgeborenen, betrug in der Woche vom 15. bis 21. Mai in Mainz 34, Darmstadt 20, Offenbach 29, Worms 12, Gießen 16, zusammen 111, davon 29 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen aus Mainz 19,7, Darmstadt 13,2, Offenbach 25,8, WormS 13,8, Gießen 30,3 (ohne 3 Ortsfremde 24,5). Die Todesursache an­belangend, verstarben an Rachenbräune (Diphtherie) 1 (Mainz), an Keuchhusten 3 (2 in Mainz, 1 in Darmstadt), an Diar- hroe und Brechdurchfall 7 (2 in Mainz, 4 in Offenbach, 1 in Gießen), an Lungenschwindsucht 21 (8 in Mainz, 3 in Darm­stadt, 6 in Offenbach, 1 Worms, 3 in Gießen), an akuten entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane 17 (4 in Mainz, 3 in Darmstadt, 4 in Offenbach, 2 in Worms, 4 in Gießen), an Gehirn-Apoplexie 4 (1 in Mainz, 2 in Offenbach, 1 in Gießen), an allen übrigen Krankheiten 55 (16 in Mainz, 10 in Darmstadt, 13 in Offenbach, 9 in Worms, 7 in Gießen): gewaltsamen Tod erlitten 3 Personen (Darmstadt).

"* Der Schneider als Millionär. Wie die WienerPolst. Korresp." erfährt, sind die über den Rbein- hart'schen Millionennachlaß gepflogenen amtlichen Erhebungen ohne allen Erfolg geblieben. Von einem solchen Nachlaße ist weder dem Generalkonsulat in Kalkutta, noch den indischen Behörden etwas bekannt. Damit ist auch die Meldung gegen­standslos, daß ein armer Schneider in Bensheim a. d. B. mit vier anderen ebenso armen Glücklichen der Erbe jenes seligen Generals Reinhart sei.

X Rod he im a. B., 8. Juni. Der Vertreter des hiesigen Gewerbevereins bei der diesjährigen Generalvecsamin« lung der Gewerbevereine des Regierungsbezirks Wiesbaden in Nassau a. d. Lahn brachte folgenden Antrag ein : Generalversammlung wolle beschließen, den Zentralvorstan zu veranlassen, dahin zu wirken, daß bei den fiskalischen Holzversteigerungen der Kaufpreis gegen Stellung von Bürg­schaft wie früher bis zu einem späteren Termine kreditier werde." Dieser Antrag wurde angenommen, und da aucy noch von anderer Seite ein ähnlicher Antrag vorlag, 1° wurde als allgemeiner Zahlungstermin für gesteigertes Ho z der 1. September gewünscht. . ,

i'. Alsfeld, 8. Juni. In der heutigen Sitzung des Kreistages hat dieser nach längerer Beratung endg.lt, g und einstimmig die Erbauung eines bis krau en- Hauses für den Kreis Alsfeld besckloyen. Diesem so Alsfeld errichtet werden, nachdem sich die Verwaltung d,e,e Stadt bereit erklärt tjat, jährlich einen Zuschuß von 2500 ^r. zu leisten und das Gelände unentgelttich zu stellen.

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Der Reichl kanzler hat, wie wir cron zu deßen sechz in welchem er dem $ digen Muse" d Verfasser der prää Kriegsnovellen, die macht nun zu den ! merkung: Das kling Leutnant von Versew MünchenerJugend" deuten Vorbehalten, schneidige Muse" bat tigen aber nicht, dir zu üben. Die Angel Minister sind mehr t und man kann wirt, mitten einer. Fülle auf Kommando Geiss tag, ein Jubiläum s.ch die vielen Tri und Geschmack scbw der sicher der bele hatte, sucht gern nm b'sweilen eine Disso irgend jemand

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