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9.6.1904 Erstes Blatt
 
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und im allqemm- bandenen Jnstallati°i' i gezeigt werben. A Ueberzeugung Ausdr! )er Kanalisation und adt ausschlagen würde berbgm. Mecum fpr:: ung aus. Aus eine L- i Angaben über ÄeCt i Schluß noch eine klm ; die Etadtverordm? selbstverständlich. Zc! dem Bühnenraum - Aussührungm des?.' 11, Uhr war die & hatte, beendet. . Den Mitgliedern i nächsten Sonntag, t, eine günstige Telm inmal näher fennr jt lohnend zu irrt* sür Musik, Tam' : Kaffee und AbF ($11.20 für K nähme gewiß rch-

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Vermischte».

Braunschweig, 8. Juni. Die zmn Umbau des hiesigen Hoitheaters vom Landtag bewilligte Summe war bekanntlich bedeutend überschritten worden. Der Land­tag hatte heute über die Bewilligung der Mehrsorderung von 272 500 Mk. zu beraten. Die Kommission stellte den Antrag, die Summe unter der Bedingung zu bewilligen, daß der Hosstaat dieselbe in iährlichen Beiträgen von 20000 Mk. an das Land zurückerstatte.

* Görlitz, 8. Juni. In der Spremberger Gegend wütet ein großer W a l d b ra n d. Auch auf der Strecke Weihwasser- Görlitz gerieten große Waldstrecken in Brand.

* Kopenhagen, 8. Juni. Bei dem Hofjuwelier Anderson in Stockholm wurden bei einem Einbrüche Schmucksachen im Werte von 10 0 000 Kronen gestohlen.

* Kopenhagen 8. Juni. In Lidköping in Schweden ertranken fünf junge Leute während einer Luftfahrt.

* 3 ü rich, 8. Juni. Hier erschoß sich auf dem Fried­höfe der Direktor einer großen Baumwollspinnerei im Kanton Solothurn, nachdem er an der Börse außer seinem eigenen Vermögen noch große der Gesellschaft gehörige Summen verloren hatte. Angeblich betragen die Passiven eine Million Francs.

* Bern, 8. Juni. Bei einem Ausftuge in den Berner Jura st ü r z t e der Wirt Mischler aus Biel ab. Er war sofort tot.

* Tunis,8. Juni. Der chinesische Dampfe rKopinski" stieb in der Nähe von Torelli auf einen Felsen und sank. Von den 28 Mann der Besatzung sind 14 ertrunken.

* Zu der Wiederauffindung des Professors Meißner, über die wir bereits berichteten, wird aus Wien noch folgendes mitgeteilt: So tragisch sich das Geschick der verlassenen Braut zu gestalten schien, es hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst und Fräulein F., die selbst ihren verschwundenen Bräutigam gefunden hat, wird binnen kurzem die Gattin des Professors Meißner werden. Dem Professor Meißner waren im letzten Augenblick Be­denken aufgestiegen, ob er auch die um so viel jüngere Verlobte wirklich werde glücklich machen können. Er erschien zu der für die Trauung festgesetzten Stunde nicht und die Nachforschungen ergaben, daß er Wien verlassen habe. Es wurde nach allen Richtungen telegraphiert und bald führte eine Spur nach Paris. Fräulein F. und ihre Großmutter begaben sich vorige Woche nach der französischen Hauptstadt, um dort weitere Recherchen anzustellen. Lange blieb ihr Suchen vergeblich. Endlich erblickten sie den Gesuchten tat­sächlich, auf einer Bank sitzend, in tiefes Nachdenken ver­sunken. Fräulein F. näherte fich ihrem Bräutigam von rückwärts und überraschte ihn mit einem Kuß. Professor Meißner wurde kreidebleich, er zitterte am ganzen Leibe. Aber bald faßte er sich- und den Bitten der Braut vermochte er nicht zu widerstehen. Er schloß sich den Damen an und erklärte sich von Herzen gern bereit, Fräulein F. die Hand zu reichen, wenn ihm Verzeihung gewährt werden würde. Sie wurde ihm denn auch zuteil.

Kunst und Wissenschaft.

Der Reichskanzler an den Dichter. Der Reichs­kanzler hat, wie wir mitteilten, an den Dichter Detlev v. Lilien- cron zu dessen sechzigstem Geburtstag ein Telegramm gerichtet, in welchem er dem Poeten für die vielen Gaben seinerschnei­digen Muse" dankt. D. v. Liliencron ist bekanntlich der Verfasser der prächtigenAdjutantenritte", der meisterlichsten Kriegsnovellen, die wir Deutsche besitzen. DasLeipz. Tgbl." macht nun zu den Worten des Reichskanzlers ine treffende Be­merkung : Das klingt, als hätte Graf Bülow Liliencron mit dem Leutnant von Versewitz verwechselt, dem beliebten Mitarbeiter der MünchenerJugend". Es war dem preußischen Ministerpräsi­denten Vorbehalten, dieses große Wort zu finden, denn eine schneidige Muse" hat die Welt noch nie gesehen. Wir beabsich­tigen aber nicht, auf Kosten des Reichskanzlers irrtferen Witz zu üben. Die Angelegenheit hat auch eine ernste Seite. Die Minister sind mehr oder weniger stark in Anspruch genommen, und man kann wirklich von ihnen nicht verlangen, daß sie in- mitten einer. Fülle nicht immer angenehmer ernster Geschäfte auf Kommando Geistesfunken sprühen, wenn gerade ein Geburts­tag, ein Jubiläum oder ein Kongreß es erfordert. So erklären sich die vielen Trivialitäten, die sonst Männer von Verstand und Geschmack säuerlich niederschreiben würden. Graf Bülow, der sicher der belesenste Kanzler ist, den Deutschland jemals hatte, sucht gern nach einer individuellen Note. Daß diese Note bisweilen eine Dissonanz hervorbringt, ist begreiflich. Man sollte irgend jemand ernennen, der nichts weiter zu tun hätte, als allerhöchste, höchste und hohe Kundgebungen in gutes Deutsch zu bringen und vielleicht gelegentlich einen hübschen Einfall zu produzieren. Sollte sich unter der Unmenge von Geheimräten kein einziger finden, der dieser Aufgabe gewachsen wäre? Schließlich gibt es außer der militärischen doch noch eine andere Art der Repräsentation: die g e i st i g e, und es ist nicht gerade angenehm, wenn unsere führenden Männer sich auf diesem Gebiete forttvährend Schlappen holen, die man leicht aufmutzen kann. In der einen oder anderen Form sollte jedenfalls solchen Entgleisungen vorgebeugt toerben. Als Graf Bülow sein Telegramm gedruckt las, ist er wahrscheinlich erst mit Schrecken gewahr geworden, wie banal das llang, was frisch Hingen sollte, und wie wenig es ihm gelungen ist, die Persönlichkeit Liliencrons zu charakterisieren. Wenn dieser mckts weiter wäre alsschneidig", dann wäre er verteufelt wenig, und wir glauben, daß gerade der Kanzler diese Eigenschaft, wo sie den einzigen Vorzug eines Mannes bildet, nicht allzu hoch einzuschätzen geneigt ist. ___

Universitäts-Nachrichten.

Kösener S. C. Der Kösener Korpsverband tritt in diesem Jahre in das 50. Jahr seines Bestehens. Er wurde im Jahre 1855 durch die Vereinigung der Korps von heben Uni­versitäten gegründet: im Laufe des nächsten Dezenniums schloßen sich alle anderen S. C. an, sodaß schon lange vor der Gründung des Deutt'chen Reiches in dieser Weise ein einigendes Band unter den Deutschen bestand. Auf dem diesjährigen, vom herrlichste Pfingstwetter begünstigten Kongresse in Bad Kösen an der Saale wurde von 21 S. C. ein augenblicklicher Bestand von 2696 aktiven und inaktiven Korpssttidenten gemeldet. Der stärkste S. C. ist mit 273 Inaktiven und 209 Aktiven der zu München, dann folgt mit 141 und 109 Tübingen, mit 128 und 106 Heidelberg, mit 113 und 92 Bonn.

Herichtsfaal.

Unglaubliche Sold aten schindereien. Die Unteroffiziere Wannack, Christant und Grigat wurden dieser Tage vor dem Kriegsgericht in P illau abgeurtellt. Der Vertteter der Anllage verlangte Ausschluß der Oefientlichkert, den aber das Kriegsgericht ablehnte. Hervorzuheben ist, daß bei den Vernehmungen die Zeugen anfangs überhaupt nichts wollten und erst nach Vorhaltung ihrer fiüheren Aussagen und strengen Hinweises auf die Bedeutung des Eides ihre Aussagen abgaben. Eines Abends, als schon ein Teil der Leute schlafen gegangen war, erhielten zwei Kanoniere von Grigat den Befehl, feder solle aus der Kanttne für fünf Pfennig Kautabak holen. Nach Ausführung dieses Befehls mußten sic auf der Stube in Gegenwart des Unteroffiziers den K a u t a b a k e s j e n. Wahrend sie mit dieser Mahlzeit beschäftigt waren, erschien Christant und sagte- Eßt mit Schmalz, das schmeckt bester!" und nahm aus dem Schranke des Kanoniers Barowsli Schmalz heraus. Natürlich würgten die Soldaten lange an dieser greulichen Speise, und da das dem Unteroffizier Wannack zu lange dauerte, so zog er mit den Warten:Habt Ihr es noch nicht aufgcfreh en' , das Seitengewehr des Grigat aus der scheide verletzte erst dem Kanonier Jelschus mehrere Hiebe über den Rücken packte den Borowski am Genick, zog ihn über den Tisch und bearbeitete

auer deshalb namentlich I

Anfangs- u

fand

die außcrordcnt-

th. Gießen, 8.

des Schaaffhausenschen ab 1. Juli 1904 und

ung- reise

. 219.30

. 137.80

. 189.10

mäßig auf gegangen, das Grünst: werden, und nur selten gibt der

De ft. Kredit . Deutsche Bank Tarinstädtcr Bank Bochumer Guß .

liche Generalversamrnlung der Niederrheinischen, Kredit­anstal t, Kommanditgesellschaft, Peters u. Co., statt. Die­selbe genehmigte den vorgelegten Fusionsvertrag mit dem A. Schaaffhausenschen Bankverein einstimmig ohne Widerspruch und ohne lange Erörterung. Für je 4200 Mk. Kom­manditanteile der Niedcrrheinischen Kreditanstalt einschließlich der Dividendenkoupons per 1904 werden je 3000 Mk. neue Aktien

r kann kaum alle " "braucht

>lußkuv>e.

200.50

219.10

137.87

189.

199.62

Harpencr Bergbau . . 199.70

Tendenz: Schwach. Krefeld, 8. Juni. Heute nachmittag

Bankvereins mit Dividendenberechttgung 168 Mk. bar gewährt.

Märkte.

Juni. Der dieswöchige Viehmarkt

aucy dielen derart mtt dem Deitengeweyr, daß der Geschlagene I vor Schmerzen laut aufschrie. Beide Opfer dieser brutalen Miß­handlung mußten sich am andern Morgen übergeben und der ' spürten infolge der Schläge auch noch am folgenden Tage! Schmerzen. ,Der Gerichtshof hat insgesamt auf fünf Mono Gefängnis gegen Wannack erkannt. Christant erhielt vier Woche- Mittelarrest, Grigat drei Monate Gefängnis. Von der Verhängung der Dearadat'on W d"s Gericht ylbst^nd aenammen.

hatte einen Vorrat von ca. 1250 Stück Großvieh, 300 Kälber und 700 Schweinen. Für Milchware fehlte es nicht an Käufern, die zahlreich vom Rhein, Main, von der Sieg und von den Badeplätzen an den Markt gekommen waren. Auch der Handel in Zuchtvieh, jüngeren Kuben war wohl infolge des großen Futterreichtums sehr gut. Die Preise für Kühe hielten sich auf der Höhe der letzten Märkte, nur schwere Tiere gingen hierüber hinaus. Fettvieh war wenig am Markt und ging nach Rheinland und Westfalen bei guten Preisen glatt ab. Fahrvieh war etwa in 25 Stücken vorhanden und ging schnell, zu teilweise recht guten Preisen fort. Der Kälbermarkt war weniger gut, und es war in dieser Ware nur ein Geschäft zu machen bei erheblich billigeren Preisen als sonst. Sehr wenig Handel brachte der Schweinemarkt. Die Landleute der Umgegend, welche auf unserem Markt ihren Bedarf decken, erhalten für die fette Ware so niedrigen Preis, daß die hohen Magervieh- resp. Jungviehpreise, welche die Händler fordern, in keinem Verhältnis stehen und mancher Landwirt daher lieber die Schweinemast einschränkt. So kam es denn gestern, daß der Vorrat nicht nur stark überständig blieb, sondern daß die Verkäufer bei dem Nachlaß, den sie gaben, nur um zu verkaufen, auch nichts verdienten. Es wurden bezahlt für Milchkühe 1. Qual. 440500 Mk. (einzelne sehr schwere Exemplare noch darüber), 2. Qual. 350400 Mk., 3. Qual. 260300 Mk. per Stück. Gehandelt wurde per Zentner Schlacht­gewicht: fette Rinder 1. Qual. 7072 Mk., 2. Qual. 6769 Mk., fette Kühe 1. Qual. 6466 Mk., 2. Qual. 6263 Mk., Kälber 1. Qual. 7275 Mk., 2. Qual. 6770 Mk., 3. Qual. 5762 Mk. Gangochsen gingen das Paar ab je nach Güte zwischen 700900 Mk. Das Paar junge Ferkel wurden untergebracht für 2836 Mk., ältere für 4050 Mk. Ueberständig blieben der halbe Bestand der Schweine, ältere Milchkühe und ältere fette Kühe, sowie ein Heiner Rest leichter Kälber. Nächste Martttage: am 28. und 29. Juni; am 2 9. Juni auch Krämermarkt.

c£anbwirf|'(fißft.

Aus Ober Hessen, 8. Juni. Infolge der günsst ien Wit­terung hat die Heuernte allenthalben ihren Anfang ge­nommen. Das <>-ras steht überall, namentlich aber auf trock- ncren Lagen, so gut wie feit Jahren nicht. Auch alle anderen Feldfrüchte stehen ausgezeic'n.t Die Obstbäumc haben gut angesetzt, das Korn steht manns'och, die Kartoffeln find gleich-

Vieh an Händler ober Metzger ab, woraus die hoh P für Schlachtvieh sich erHaren.

Dlinde! und Verkehr. Volkswirtschaft

Berliner Börse vom 8. Juni 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, i . >s;en.) Privat-Diskont 2T/R Prozent.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Das Wohltätigkeitsfest zu Gunsten des roten Kreuzes in Darmstadt hat, wie man hört, dank der Qpfer- willigkeit des Publikums und der am Zustandekommen des Festes Mitwirkenben, die hübsche Summe von 2400 Mk. erbracht. Der Betrag soll, ebenso wie die in Darmstadt aufgebrachten bebeutenben Summen, bem russischen Zentral-Komitee überwiesen werden. Im Interesse der Humanität find wir mit dem Zweck der Spende gern ein­verstanden. Vielleicht erinnert man sich aber bei dieser Gelegenheit auch einmal daran, daß unsere deutschen Brüder hörst Du, Michel? in aufreibendem Kampfe, dessen Ende noch nicht zu ermessen ist, in Afrika sich verbluten und Hunderte von deutschen Witwen und Waisen dort im Elend sich befinden, deren Hab und Gut vernichtet und deren Gatten und Brüder ermordet worben sinb. Arminias.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Wetter

5

Juni 1904.

'S' -

'S Z jO

o ~ e C"S

8.

225

742,9

21,2

9,2

05

Still.

Sonnenschein

8.

93S

742,6

15,8

9,7

73

Still.

Bew. -Simmel

9.

7»

742,8

13,9

8,4

71

NE.

2

Bed. Himmel

Höchste Temperatur am 7.8. Juni 4- 21,9u C.

Niedrigste 7.-8. = + 9,80 C.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst

Voraussichtliche Witterung in Heften für Freitag, den 10. Juni 1904: Meist trüb, etwas kühler, Regensälle, besonders im Süden und Westen.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

besten Inhaber der deutsche Kaiser tst, Kermpolich, ist hier cingetroffen, um dem Kaiser einen eisernen Ring, der f -i besonderen festlichen Gelegenheiten als Zeichen ehemaliger- cldentaten von den Offizieren des Regiments getragen wird, z:r liberreichen.

Hannover, 9. Juni. Gestern abend wurde nach einer OLbe des Professors Dr. o. Hanstein die Gründung eines Vereins der nationalliberalen Jugend Han­novers beschloßen. 150 Mann traten sofort dem Ver­eine bei.

Eisenach, 9. Juni. Die Kirchen-Konferenz sprach ihre ernstesten Bedenken hinsichtlich desAbweichen? ein­zelner Gemeinden und Geistlichen von der Kirchenordnung, betreffend den Einzelkelch bei der Abendmahls^ feier, aus.

Antwerpen, 9. Juni. Eine furchtbare Feuers­brunst, welche in der Nähe der Asia-Bassins, wo sich die großen Depots befinden, ausbrach, greift mit großer Heftig­keit um sich, hauptsächlich unter den Vorräten einer Holz­firma.

91 o m, 9. Juni. Aus wohlunterrichteten Kreisen erfährt der Korrespondent der ^Germania", daß eine Besserung der Beziehungen Frankreichs zum Vatikan in Aussicht stehe. In nicht allzu ferner Zeit soll ein neuer Bot­schafter in Rom eintreffen. RunttuS Lorenzelli verbleibt bis auf weiteres auf seinem Posten.

Budapest, 9. Juni. Die 15jährige Tochter deS Historikers und Archivars an der hiesigen Universität, Kan ky, hat sich aus unbekannter Ursache im Garten der Lehrer­bildungsanstalt, erhängt.

Budapest, 9. Juni. In der Kasse der Backer» gehilfen wurde ein Manko von 5000 Kronen entdeckt.

Belgrad, 9. Juni. Die Regierung bestellte in Frankreich 80 Schnellfeuergeschütze und wird zur Be­zahlung derselben bei der Ottomanbank in Paris eine An­leihe von 25 Millionen Francs aufnehmen.

Newport, 9. Juni. Das Unterseebot Fulton blieb 12 Stunden 23 Min. unter Wasser. Es ist damit die Möglichkeit bewiesen, 300 Meilen untee See zurückzulegen.

New-Pork, 8. Juni. Nach einem Telegramm aus Cripplecreek (Colorado) kam es in Dusenville bei Victor zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen 200 vom Sheriff zur Aufrechterhaltung der Ordnung verwandten Leuten und 150 Bergarbeitern aus dem Cripplrcrek-Distrikt. Fünf unionistische Bergarbeiter wurden getötet, fünf­zehn gefangen genommen. Den Bergarbeitern, die sich auf den umliegenden Hügeln verschanzt haben, wurde eine Menge Waffen und Munition abgenommen.

Vom Kriege.

Petersburg, 9. Juni. Aus Liaohang wird ge­meldet: Der Angriff der Japaner gegen Port Arthur am 6. ds. geschah sowohl von der Landseite wie von der Seeseite, wurde aber mit großen Verlusten zurück- ge schlagen. Einer ihrer hervorragendsten Gene­rale soll gefallen sein, was die Japaner sehr ent­mutige.

London, 9. Juni. Die Great Northern Telegraphen- Company meldet, daß das Kabel zwischen Japan und Korea unterbrochen ist. Da dies die einzige Telegraphen-Linie ist, über die eine Nachricht von Port Arthur kommen kann, so wird angenommen, daß dort entscheidende Ereignisse vor sich gehen und daß die Japaner das Kabel erst wieder freigeben werden, wenn sie amtliche Berichte über das Resultat ver­öffentlichen könne, was, wie man glaubt, in zwei bis drei Tagen zu erwarten ist. Eine Depesche der Central-News aus Tschifu besagt: Am Sonntag gegen Mitternacht griff die japanische Flotte, die aus 12 Schiffen bestand, Port Arthur an. Der Kampf wurde mehrere Male er­neuert. Eine Anzahl Torpedoboots'zerstörer näherten sich dem Hafen, um Minen zu legen und Brander vorzuschicken. Montag morgen um 11 Uhr wurde das Bombardement wieder aufgenommen.

Wien, 9. Juni Aus der hiesigen japanischen Gesandt­schaft ist bisher keine Bestätigung des von London^ aus verbreiteten Gerüchts, daß Port Arthur ge­fallen und 10000 Tote und Ver wun dete zu be­klagen seien, eingetroffen.

Petersburg, 9. Juni. Der russische Kriegskorre­spondent Dantschenko telegraphiert, daß die Japaner bei W a f a n g o am 3. Jimi den Rückzug auf Kintschau begoirrten haben, wo sie die Rassen anhalten wollen. Nach^ Mitteilung von Chinesen haben oie Japaner in dem Ge­fecht den Verlust des Generals Akkiama zu be­klagen.

London, 9. Juni. DemGlobe^" wird aus Shanghai telegraphiert: Eine russische Brigade unter dem Gene­ral Stackelberg sei Samstag von Japanern bei Wafung- tien geschlagen worden und habe sich nach Taschitschao zurückgezogen.

Paris, 9. Juni. 25 japanische Transportschiffe stehen vor Talienwan in Erwartung der Fertigstellung einer neuen freien Einfahrt. Aus Petersburg roirb gemeldet, daß zwei Regimenter Ural-Kosaken in Mulden eingetroffen sind und sofort Ki'ropatkin zur Verfügung gestellt wurden. Der koreanische Gouvernerir von Kawan, von welchem es hieß, er sei von einem Kosaken getötet, ist nur verwundet.

Petersburg, 9. Juni. Gerüchte über eine neue Explosionskatastrophe im Hasen von Kronstadt sind unbegründet.

Temperatur der Lahn und der Luft

am 9. Juni 1904.

Nach Recmrnur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 17°, Lust 20°.

Albert Rübsamen.

Neueste Melduinuu.

Originaldrahtmcldungen des Gießener Anzeigers.

R. B. Darmstadt, 9. Juni. (Eigener Draht­bericht). Es wird bestimmt versichert, daß der Selbst­mörder Rotärmel auf dem Fußboden seiner Hastzelle mit Kreide noch eine längere Aufzeichnung machte, aufs Be­stimmteste seine Unschuld beteuerte und die Urteile der Sachverständigen für falsch erklärte.

Berlin, 9. Juni. Der neu ernannte Befehlshaber des österreichischen Infanterie-Regiments Nr. 34,

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. 51.. 9. Juni.

3/2% Reichsanleihe . . 101.95 3% do. ... 90.15 3'/,o/g Konsole .... 101.95 3°/n do 90.10

Hessen .... 99.75 3'l,% Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente . 100.80 4XIS% Oesterr. Silberrente 100.10 4% Ungar. Goldrente . . 99.25 40/. Italien. Rente , . . 103.20 4Vt% Portugieser , . . 60.95 30/ Portugiesen 60.00 1% C. Türken ..... Türkenlose 128.00 4% Griech. Monopol.-Anl. 47.00 4*/,% äussere Argentiner 4&50

3°/n Mexikaner .... 26.45 4,/2',/n Chinesen .... 87.55 Electric. Schuckert . . . 105.40 Nordd. Lloyd . . . . 101 40

Kreditaktien . . . , . 200.50 Diskonto-Kommandit. . . 186.40 Darmstädter Bank . . 137.70

Dresdener Bank .... 150.50 Berliner Handeleges. . . 152.40 Oesterr. Staatsbahn . . , 136.10 Lombarden 16.50 Gotthardbahn .... 192.00 Laurahütte 241.70 Bochum ...... 189.25 Harpener . . ... 200.20

Tendenz: ruhig.