1S4. Jahrgang
VrfteZ Blatt
Mittwoch ». MärzLV04
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en, den 8. März L )en Ruhestand vech wk dj. fyeiijj. fäfenbatyngn» |U £>armftabt mit ffitibi
Morgenblatt.)
Bjelostok (Gouvernement Grodno), 8. März.. Am Sonntag abend gab em Arbeiter auf den Polizei- meister und seinen Gehilfen mehrere Revolver- s ch-ü s s e ab. Verletzt wurde niemand. Der Verbrecher wurde vom Polizeimeifter selbst festgenommen.
Odessa, 8. März. Hier fanden regierungsfeindliche Demonstrationen statt, namentlich seitens Studierender. Kosaken umzingelten das bettef- fende Stadtviertel und nahmen viele Verhaftungen vor.
Buenos-Aires, 8. März. In Uruguay ist eine große Anzahl italienischer Faktoreien von der Revolution verwüstet. Viele Italiener wurden auf das Grausamste ermordet. (Eine amtliche Bestätigung fehlt noch) t
KoMische Tagesschau.
Waldersee und Bismarck.
Die agrarische „Dtsw. Tagesztg." beschäftigt sich in längeren Ausführungen mit den Beziehungen zwischen Vnldcrsee und Bismarck, im Hinblick auf den Brief des Marschalls an Dr. Russak, den Herausgeber des verflossenen „Berliner Fremdenblatt". Dieser Brief lautet in den Haupt- Reilen folgendermaßen:
Nr. 58
«rschetut täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger verden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt sie Gießener Zamilien- blitlcr viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu \t Uaioers.-Buch-u.Slein- bruderet. St Lange. Kedaktton, Erpeditiou und Druckerei:
Schulst raße 7.
Kdresse für Depeschen: ttuzeiger Gießen.
FerniprechanichlußNr.bl.
nischer Truppen gegeben hat, der Hafen für die Kriegführenden als neuttaler nicht in Betracht kam.
3. Nachdem die japanische Regierung selbständige Prisengerichte eingesetzt hat, werden die bezügl. der Kaperei von Handelsschiffen gemachten Behauptungen hinfällig.
4. Die Beharrptung, dem Kaiser von Korea sei durch den japanischen Gesandten in Soeul erklärt worden, Korea befände sich nunmehr unter japanischer Verwaltung, wenn er sich nicht füge, würden japanische Truppen seinen Palast besetzen, wird als vollständig den Tatsachen widersprechend
anstatt chili H txntt bt\<mbcttn Np Wcimümachung, bitfoni? chelsheim i. 0. betresjrck. März. Unter dem Nm andfürWestdeutschlam dem Vorsitz des Fabnkm iß von NationadSozialen l- hlverems, Sitz Berlin, m Graveur Haag, dec fllir. PerbandS die Sammlunz: inem größeren Verband org:- j die Einwirkung auf m liberalen Sm W'- sozialpolitischen Aufgab»: beilerorganisationen u|^- rnrben »°ch W«* riitn B°rsch-nd-»°>^^ »niete Manb «H «* **!** T*J Sibetalcn *
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D'enslA enet9lld)t Maßnahmen geje
1115 auf Dienstag 11h s-Gesetz und Fortsetzung tt
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 9. März 1904.
*• Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fielen zwei Gewinne von je 10 000 Mk. auf Nr. 74446 9010, zwei Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 6434 60118, Gewinne von je 3000 Mk. auf Nr. 11544 22228 28223 45432 53755 63977 76945 98485. (Ohne Gewähr.)
** Abiturienten-Prüfung. Am Montag fand die mündliche Reifeprüfung am hiesigen Großh. Realgymnasium statt. Der Prüfung konnten sich sämtliche 21 Oberprimaner unterziehen. Es waren dies Wilhelm Döll, Heinrich Erb, Werner Feder*, Hans Föttsch, Heinrich Gilbert*, Karl Groß, Wilhelm Kitz, Otto Kneipp, Karl Kockerbeck, Hermann Köhler", Heinrich Lepper", Karl Oechsle, Rudolf Pfaff, Anton Plank, Fritz Ploch", Georg Ploch", Adolf Nuppel, Wilhelm Schlaudraff", Leopold Schmidt, Karl Stein, Heinrich Weber*. Die mit " bezeichneten wurden von der mündlichen Prüfung befreit. Am Abend fand im Casö Ebel ein fröhlicher Kommers statt, zu dem die geladenen Gäste recht zahlreich erschienen waren.
"* Meisterprüfungen in Oberhessen betr. Wie unS mitgeteilt wird, soll bei genügender Beteiligung auch in diesem Jahre durch den Ottsgewerbeverein Gießen, vom 18. April bis 14. Mai, ein VorbereitungSkürsuS für die Meisterprüfungen abgehalten werden, um den jungen Handwerkern in der UebergangSzeit die nötige Gelegenheit zu geben, sich in den vorgeschriebenen Uebungsfächern hinreichend vorzubilden. Alle diejenigen, welche durch die nächstgelegenen Ortsgewerbevereine keine Gelegenheit zum Besuch eines solchen Vorbereitungskurses finden sollten, werden auf diese Gelegenheit aufmerksam gemacht und können ihre Anmeldungen schriftlich an die Schulleitung der Gewerbeschule-Gießen, z. H. des Vorsitzenden der Meisterprüfungskommission für die Provinz Oberheffen, richten.
"" Was erwarten die Handlungsgehilfen vom neuen Reichstage? lieber dieses Thema, so schreibt uns der Deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Ver- band, wird am Donnerstag abend 9ft, Uhr im Cass Ebel Herr Richard von Pein aus Hamburg sprechen. Hierzu ist bei freiem Eintritt die gesammte hiesige Kaufmannschaft eingeladen. Da daS intereffante Thema eine große Anzahl Interessenten zum Besuche veranlaffen wird, darf wohl auf eine starke Beteiligung gerechnet werden. Wir verweisen auf den Inseratenteil.
t. Großenbuseck, 8. März. Die zwischen hier und Reiskirchen gelegene sogenannte Leppermühle wurde um 29 500 Mk. an den Besitzer des Eisenhammers bei Wetterfeld verkauft.
(t) Reiskirchen, 8. März. Die Frau des Bahnsterg- schaffners Walther zog sich durch eine kleine Wunde am Finger Blutvergiftung zu. Man verbrachte die ^rau nach G i e ß e n in die Klinik, wo sie sich einer Operation unterziehen mußte. , ,
r. Friedberg, 7. März. Die Vereinigung für hessische Kirchengeschichte hielt heute ihre erste Hauptversammlung in den „Drei Schmettern" ab, der auch der Fürst von SolmS-HohensolmS-Lich beiwohnte. Hauptgegenstand war der Vortrag des BibliothekskustoS Dr. Ebel- Gießen über das Marienstift in Sich. Die Vorstandswahl ergab Wiederwahl des seitherigen Vorsitzen Pfarrer Lic Dr. Diehl-Hirschhorn, sowie der übttgen seitherigen Vorstandsmitglieder. (Oberh. Anz.)
(t) Hattenrod, 8. März. Lehrer Römer von hier glitt gestern beim Ueberspringen eines Grabens aus und sprengte sich den Knöchel seines Fußes aus, so daß er sich in ärztliche Hilfe begeben mußte. Die Schule wurde deshalb ausgesetzt.
k— Schotten, 7. Marz. Die Aktien-Molkerer
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Aer Krieg zwischen Japan und Dußland.
Aus TsMfu wird berichtet: Es wird versichert, daß die japanischen Truppen sich am nördlichen Ufer des Jalu- it^sses gegen den 10. ds. konzentriert haben werden. Starte russische Truppenabteilungen haben sich auf der Gebirgskette bei An tun g gezeigt. Ihre Stellung läuft Mcallel mit dem Fluß.
Die „Times" meldet aus Tokio, daß bei Besetzung ? der Insel Laiyuntau die Japaner nur kleine >iohlenvorräte und einige Fahnen vorfanden, welche die h'jjfcn zurückgelassen hatten. Die Insel wurde am 23. 'en-rar von den Russen geräumt.
Den „Central News" wird aus Soeul vom Montag nacht- -nittags 6 Uhr gemeldet: Die koreanischen Militärbehörden trieften die telegraphische Mitteilung, daß eine Äbteil- mg Kosaken am Montag die koreanische Gr en z- imdt Kangkai angriffen. Tie Koreaner behaupten, die Kosaken hätten verschiedene Frauen vergewal- !igt und dann getötet. Es gab ein Gefecht zwischen jetn Kosaken und den in der Stadt befindlichen koreanischen io’lbaten, wobei viele der letzteren verwundet wurden, iais Gefecht dauerte nur kurze Zeit. Die Kosaken nahmen albe Fourage weg, die in der Stadt war und zogen sich damn in nördlicher Richtung zurück.
Die japanische Regierung erließ folgendes üimnd schreib en: . -
1. Die japanische Regierung gibt zu, daß fie ruuppen vor der Kriegserklärung in Korea ye-land et hat, aber nicht bevor der Kriegszustand zwischen -mpan und Rußland faktisch eingetreten war. Die Sicherung der Unabhängigkeit Koreas war eine der Ur- (tdiien, die zum Ausbruch des Krieges führten. Die Ent- i'mdung der Truppen erfolgte mit der ausdrücklichen Zu- liiimnning der koreanische Regierung. Während die Ent- j:mdung größerer russischer Truppenkörper nach der Mand- jfrurei ohne Zustimmung Chinas erfolgte.
2. Me Behauptung, daß die rapamsche Regierung die Ae'förderung russischer Telegramme durch das dänische Kabel indertc. ist unwahr, ebenso die Behauptung, daß die- j me die Leitung der Regierungstelegraphen unterbrochen tal.be. Bezügl. des Angriffes vom 8. Februar auf zwei * Mische Kriegsschiffe im Hafen von Tschemulpo wird be- mnkt, daß, da Korea die Zustimmung zur Landung japa-
zurückgewiesen. 1
5. Der Vorwurf, daß die japanische Regierung den russischen Gesandten in Soeul aufgefordert habe, Korea zu 1 verlassen, widerspricht dem tatsächlichen Hergang. Am 10. i Februar machte der französische Geschäftsträger dem ja- : panischen Gesandten mündlich und schriftlich die Mitteilung, 1 daß der russische Gesandte wünsche, Korea zu verlassen. Der russische Gesandte ist freiwillig am 12. Februar ab- gereist. Eine militätische Eskorte wurde ihm bis Tschemulpo beigegeben. Nachdem der russische Konsul in Fusan Instruktionen vom russischen Gesandten erhalten hatte und Fusan zu verlassen wünschte, vermittelte der japanische Konsul ihm sogar die Möglichkeit, nach Shanghai über Japan zu reisen.
Deutsches Reich.
Berlin, 8. März. Der Kaiser hörte heute den Vor- tiag des Reichskanzlers, empfing den schwedischen Mili- tärattachee Hauptmann de Mars im Beisein des schwedischen Gesandten Grafen Taube und hörte die Borttäge des Chefs des Militärkabinetts und Chefs des Admtialstabes der Marine.
— Der Apoth eker Schanker in Trakehnen veröffentlicht in der „Pharmazeutischen Ztg." folgende Erklärung: Ich verkaufe die Llpotheke in Trakehnen zum viereinhalbfachen des letztjährigen Umsatzes. Umsatz 1901: 18 801 Mk., 1902: 16 862 Mk., 1903: 12119 Mk. Den großen Rückgang meines Umsatzes führe ich auf meinen Zusammenbang mit dem bekannten Trakehner Prozeß 1902 zurück. Mein Nachfolger wird sehr wahrscheinlich das Geschäft bald auf die frühere Höhe bringen, während ich einen weiteren Rückgang des Umsatzes befürchte, wenn ich am 8. Llptil wieder gegen die hiesige Ver w altun g wahrheitsgemäß aussagen muß. Abschluß bis 1. April 1904 sehr erwünscht.
— Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge hält Jbte Vorlage bett, den Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung des Reichsstempelgesetzes die derzeitigen Steuersätze aufrecht und verfolgt im wesentlichen nur den Zweck tunlichster Hebung des Nrbitrageverkehrs, welcher sich von Jahr zu Jahr verringerte. Der Entwurf will daher den Anschaffungsstempel bei Arbitragegeschäften noch weiter herabsetzen, und auch bei Reportgeschäften die Umsatzsteuer um einen gewissen Betrag ermäßigen. Da ferner Arbitrage in ausländisch, en Wertpapieren vielfach durch den 2Vs Proz. vom Nennwerte betragenden Effektenstempel beeinträchtigt wird, weil der Arbitrageur für die Lieferung ausländischer bereits mit einem Reichsstempel • versehenen Papiere erhöhte Preise zahlen muß, will, wie es heißt, der Entwurf gestatten, daß die Steuer für ausländische Papiere vor deren Einführung auf dem deutschen Markt in einer Summe, die auf Grund amtlicher Schatzungen festzustellen wäre, bezahlt, somit die einzelnen Stücke ohne Entrichtung eines Effektenstempels ins Inland gebracht werden können. Mgesehen von Maßnahmen zur Wiederbelebung der Arbitrage enthält der Entwurf nur noch eine Ermäßigung des Anschaffungsstempels für Reichs- und Staats ob lig ati on en , sowie für Schatzanweisungen, sowie einzelne kleinere Aenderungen, die mit der Höhe der Steuer in keinem Zusammenhänge stehen.
Danzig, 8. März. Auf Anregung der Ortsgruppe Tirschau des Verbandes deutscher Post- und Telr-graphen- angefienten haben die beteiligten westpreußischeu Ortsgruppen an das Abgeordnetenhaus eine Petition gerichtet, die Ostmarkenzulage der Reichsbeamten aus preußi- schen Mitteln zu bewilligen.
Ausland.
Brüssel, 8. März. Wie der „Soir" aus guter Quelle erfährt, wird Kaiser Wilhelm bei der Rückkehr von feiner Mittelmeerfahrt den Besuch des Königs erwidern. Außerdem verlautet, daß der Kaiser v on Oesterreich den König besuchen werde. Der letztere Besuch soll im Juni erfolgen. Kaiser Wilhelm soll mit großem Pomp empfangen werden.
Wien, 8. Marz. Im östreichischen Abgeordnetenhaus betonte Ministerpräsident ti. Körber, daß Oesterreich- Ungarn, welches die Erhaltung des Weltfriedens als die wichtigste Hauptaufgabe aller Staaten anerkennt und den rusfisch-iapanischeu Krieg aufs tiefste bedauert, im Interesse der freundschaftlichen Beziehungen, welche es unausgesetzt mit den beteiligten Reichen unterhält, stickte Neuttalität im ganzen Umfange nach dem Völkerrechte bewahren wird. Der Minister konstatierte mit Genugtuung, daß über die Grundlage der neuen Handelsverträge zwischen den Regierungen von Oesterreich und Ungarn Einverständnis herrsche. Er spracht die Hoffnung aus, daß durch gegenseitige Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der betreffenden Staaten neue Handelsverträge zustande kom- ' men werden, bei welchen jeder Kvnttahent feine Rechnung findet, denn Verttäge auf Kosten Oesterreichs allein dürfe . man allerdings nicht annehmen.
— Ter Viererausschuß der deutschen Parteien - sowie die deutschböhmischen Abgeordneten überreichten heute - nachmittag dem Ministerpräsidenten v. Körber eine Be-
8Qmnetcnb' Ö °bec bQi SFwttafe
„Wenn Sie sagen, daß ich einer gemäßigtenpo- litifdien Richtung an gehöre, so tieften Sie damit gewiß das Richtiae, werden aber wenig Glauben finden. Ss Paßte schon dem Fürsten Bismarck gut, mich als Muckw, Stöcketianer, schwarzen Reaktionär. K.i gstie b'er usw. usw. darzusteUen, sodaß der Turchischuittsphilister (Äänsehaut bekam, toenn von mir die Rede war. Herr u. Caprivi gefiel sich darin, in dasselbe Hom zu tioßen, und mein Ruf ist unter ihm nicht besser geworden. Ich. weiß wohl, daß alle, die mich, gut kennen, anders denken; es nützt das aber nicht viel, und viel Zeit dürfte nötig sein, ein so festgewurzeltes Vorurteil zu zerftören. Ter Wunsch meiner Widersacher ist es wohl nicht gewesen, aber sicher eine Wirkung, daß man mich für einen Mann ’on einiger Energie und festem Willen hält, und ich bin mit dieser Anerkennung ganz zuftiedengestellt."
Wir sind mit der „Tagesztg." der Ansicht, daß min- detiens der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Briefes nicht allicklich gewählt war. Es ist unseres Erachtens überhaupt die Frage, ob solche privaten und von vornherein wffentlichung bestimmten Briefe nicht mit lvtntaus größerer Diskretion behandelt werden sollten. In tir. em Privatbrief gibt sich oft der Schreiber Stimmungen urib Verstimmungen, die ihn im Augenblick beherrschen, rück- halltlos hin. Urteile über Personen und Verhältnisse sind url'eren größten und führenden Männern in solchen ver- tre ulichen Zuschriften in die Feder geflossen, gegen deren kZeichnung als authentisch die Btiefschreiber selbst sich ilcicht schon wenige Tage später verwahrt haben würden. Etrvas anderes ist es, wenn eine berufene Hand bei der Älisassung eines historischen Werkes das gesamte Material (ic.tct und dem einen IMvatbrief andere zur Seite stellt, Die sich mit dem gleichen Gegenstand beschäftigen. Tann eiwird das Bild, das man empfängt, vollstänbig und er- tnr glicht ein objektives Urteil über die wirkliche Anschau- uni. Die „Tagesztg." maavt darauf aufmerksam, daß nach 6er vom Fürsten Bismarck inspirierten Darlegung der „Hamb. Nachr." aus dem Jahre 1891 zwischen Bismarck uni Waldersee „niemals die Verstimmungen bestanden haiien, von denen in der Presse die Rede war." Niemals ein: politische Gegnerschaft. In ähnlicher Weise hat fteilich sck ch Bismarck nach feiner Entlassung auch die Annahme zurückgewiesen, daß er kein Freund Miguels fei Trotzdem n-cr die Freundschaft, wie man zu sagen pflegt, „nicht weit fier7', wenigstens auf Seiten Miguel's nicht, wie aus der küt leu Zurückhaltung hervorging, die sich Miguel nach der Verabschiedung Bismarcks auferlegte. Für jetzt ist jedenfalls die Frage der Beziehungen Waldersee-Bismarck nicht spruchreif. Man wird noch andere Aufzeichnungen Orldersees und noch andere Gewährsmänner abzuwarten haben. Bekannter ist, daß das Verhältnis zwischen Walder- fte und Caprivi durchaus der Wärme entbehrte. Darüber, dasß ihm die Politik des zweiten Kanzlers nicht zusagte, ttntrrtien früher schon Aeußemngen verbreitet.
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schwerde gegen die antideutschen Demonstrationen in Prag. Körber erwiderte, daß die Behörden strikten Auftrag erhalten hätten, energisch die Ruhe und Ordnung herzustellen und den Deutschen vollsten Schutz zu verschaffen.
P r a g, 8. März. Im Stadtverordnetenkollegium wurde auf Antrag des ehemaligen Bürgermeisters Podlipny eine viergliedrige Deputation gewählt, die zum Kaiser und zum Statthalter sich begeben soll, um ihnen Beschwerden der tscheepischen Bevölkerung gegen Die deutsche zu überreichen und das Verbot deS Couleurbummels zu erwirken.
— Ter Tschechenklub des Abgeordnetenhauses beschloß, wegen der heutigen Kun d g e b ung desRektors der hiesigen Universität, Escherich, einen Dringlichkeitsantrag einzubtingen. (Vgl. unser heutiges
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