Ausgabe 
8.10.1904 Erstes Blatt
 
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feindliche Macht, die die japanischen Vorposten aus dem linken User beS Hunho angriff, wurde zurtlckgeworsen.

fiuropntfin krank?

Nach einem Telegramm au8 Wladiwostok (daS ziemlich unzulässig zu sein scheint) soll Kuropatkin seit der Schlacht von Liaonang sehr krank und außer Stande sein, selbst die Operationen zu leiten.

Bon der Armee de8 Generals Oku

wird dem Reuterichen Bureau aus Fusan vom 5. d. MtS. gemeldet, die Japaner schaffen ungeheuere Mengen Proviant und Munition herbei für den Winterfeld zu g, wozu sie die umgebauten Eisenbahnen und Dschunken auf dem Taitse- und dem Lau-Flusse benutzen. Der Eisenbahnverkehr findet ununterbrochen statt. ES kommen fortwährend Truppenver- starkungen an. Die Vorpostenscharmlltzel sind auf die erste und die vierte Armee beschränkt. Die Truppen vertragen das Klima ausgezeichnet. Die Anzahl der sich krank Meldenden ist gerina. Das Wetter beginnt kalt zu werden.

Zn Korea.

Daily Telegraph" meldet aus Söul vom 5. d. M.: Der russische Einmarsch in Korea nimmt nunmehr be­stimmtere Gestalt an. Die japanischen Garnisonen im Norden werden verstärkt. Man erwartet einen Zusammenstoß. Im Gegensätze zu den bisher in Korea erschienenen russischen Truppen besteht die russische Streitmacht bei Jöngtscheng aus allen Waffengattungen.

General Hasegawa, zuletzt Kommandeur der kaiserl. Gardedivision, ist nach Korea abgereist, um das Kommando über die dortigen japanischen Truppen zu übernehmen. Wahrscheinlich wird die koreanische Armee aufgelöst oder sie wird unter japanisches Kommando gestellt.

Bor Port Arthur.

Es verlautet, das Feuer der japanischen Landbatterien vor Port Arthur beschädigte vier russische Kriegsschiffe im Hafen von Port Arthur. Eines sei völlig zum Wraek geschossen worden. Die Namen der Schiffe sind nicht ge­meldet.

.Daily Telegraph" meldet auS Tschifu vom 6. d. M.: Die Russen sind eifrig mit der Reparatur der Festungs­werke von Port Arthur beschäftigt. Chinesen müssen ohne Bezahlung Kulidienste tun, erhalten aber zweimal täglich Essen. Die Wasserzufuhr soll nicht abgeschnitten sein.

Russische Reservisten.

Die Ruff. Telegr.-Agentur ist von zuständiger Stelle ermächtigt, zu erklären, daß die Petersburger Nachricht der ,Köln. Ztg." über Ausschreitungen, welche die Ein­ziehung von Reservisten an vielen Orten zur Folge hatten, zwar wahr, aber übertrieben seien. Die Ausschreitungen haben nicht an vielen, sondern nur an vier Orten stattge­funden. Außerdem ist die Veranlassung zu den Ausschrei­tungen, welche zur Verwüstung eines ober zweier Kolonial­warenladen geführt haben, unrichtig gedeutet. Sie sind damit zu erklären, daß die große Ansammlung von Reservisten an den Gestellungsorten israelitische Händler veranlaßte, die Preise stark zu steigern, wodurch die Erbitterung bet Reser­visten hervorgerufen würbe. Die Ausschreitungen wurden überall im Keime erstickt. UebrigenS fallt die Verantwortung für die Erregung der Leidenschaften größtenteils auf jüdische Sozialisten, welche überall an den Sammelpunkten der Re­servisten Proklamationen gegen den Krieg verbreiteten, aber nichts anderes hierdurch erreichten, als den Zorn der Christen gegen sich zu erregen.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, 8. Oktober.

* * Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den Kreisbauinspektor des Kreises Friedberg, Baurat Konrad Schnitzel, aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm auS diesem Anlaß den Charakter als Heimer Baurat" verliehen.

* * Aus dem Militär-Wochenblatt. Beamte der Militärverwaltung: Schild, Baurat, Garn.-Bauinsp. in Darmstadt, zur Intendantur des 15. Armeekorps, Kolb, Garn.-Bauinsp. in Brandenburg a. H., in die Lokal-Bau- beamtenstelle Darmstadt versetzt.

* * Die Ausgra bringen des Oberhessischen Geschichtsoereins haben in diesem Jahre im Gießener Stadtwaldr ihren Fortgang genommen. Wie uns geschrieben wirb, sinb habet mehrere Hügelgräber geöffnet worben, wobei man in einem ber Gräber Teile eines Skeletts nnb ein kleines Steinmesser vorfanb. Sehr interessant war bie Offen­legung einer Wohngrube. Zahlreiche Pfostenlöcher nnb ein angekohlter Balkenrost auf ber Sohle ber ehemaligen Wohn­stätte fanben sich vor. Leiber war eine Zeitbestimmung ber Errichtung biefer Erdwohnung nicht möglich, da bei ihrer Aufdeckung keinerlei charakteristische Kleinfnnde, welche Auf­schluß darüber hätten geben können, zu Tage gefördert wurden. Der reiche Fund an Effenteilen aus römisch-ger­manischer Zeit, ber in in biesem Jahre im Pflanzgarten in unmittelbarer Nähe bec Wohngrube gemacht wurde, ist von der Stadt Gießen dem Museum als Leihgabe überwiesen worben.

** Spirituspreise. Unsere gestrige Notiz ergänzen wir dahin, daß bie Preise für Trinkbranntwein um zirka 15 Mk. pro 100 Liter seit ber vorigen Brennkampagne ge­stiegen sinb, dagegen ist ber Brennspiritus von 30 Pfg. auf 40 Pfg. pro Liter gestiegen.

R. B. Darmstadt, 8. Okt. (Eigener Drahtbe­richt.) Prinz und Prinzessin Andreas von Griechenland sind gestern wieder nacy Griechenland zurückgekehrt. Der Verein hessischer Zahnärzte hält heute und morgen in Verbindung mit dem südwest- deutschen und schweizerischen zahnärztlichen Verein hier seine Beratungen ab. Gestern abend sand ein Begrüßungs- abend statt, wobei der Verbandsvorsi^ende K o ch I.- G i e ß e n die Teilnehmer begrüßte. Ter geschäftliche Teil ber Tagung begann heute früh um 9 Uhr; Koch-Gießen eröffnete die Sitzung und begrüßte die Regierungsvertreter Geh. Medi­zinalräte Dr. Neidthard und Dr. Häuser. Darauf gab Köhler-Darmstadt einen Rückblick auf die 10 Fabre des Bestehens d s Hess. Landesvereins, hauptscichlicy die Ei> folge der Volksschulktinik beton md, die mustergiltig dastehe. Dann begannen b:c wissenschaftlichen Vortruge.

Fl . r f - t, r> Okt. Am 1b. und 16. Oktober, nach­mittags 4 Uhr, findet hier im ^Hotel National" die 27. Gene­

ralversammlung des Internationalen Vereins zur Rein­haltung ber Flüsse, des Bodens und der Luft statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht des Vorsitzenden, Medizinalrat Dr. Mittermaier-Heidelberg über die Tätigkeit des Vereins int letzten Jahre; 2. Kassenbericht; 3. Neuwahl des Vorstandes; 4. Bericht des Schriftführers des Vereins, Dr. Bonne-Klein-Flottbek, über die Enquete betreffend Ver­nichtung ber deutschen Binnenfischerei durch die Flußver­unreinigung ; 5. Bericht des Schriftführers des Vereins, Ingenieur Classen-Zweibrücken, über die Klagen an? in­dustriellen Kreisen über bie zuuehmeube Flußverschmutzung; 6. Stellungnahme des Vereins zu dein Gutachten des Geh. Obermedizinalrgteö Bumm über bie diesjährige Petition des Vereins an den deutschen Reichstag zwecks Schaffung eines ReichöflußschutzgesetzeS, sowie zu den immer dreister und un- iviffenschaftlicher austretenden Tendeiizen gewisser Jndustrie- kreise und Stadtgemeinden, die Flüsse unter der Parole ,Abwässerfreiheit" offiziell zu Kloaken des Landes zu er­klären.

vermischtes.

* Loschwitz b. Dresden, 7. Okt. In der vergangenen Nacht brach auf deni Dachboden des Künstler Hauses auf unaufgeklärte Weise Feuer auS, welches nach und nach mehrere Etagen ergriff. Die Ateliers der Dialer Schwenk, Walther und Otto Fischer wurden vom Feuer ergriffen. Das Atelier WaltherS ist vollständig ausgebrannt, sänitliche Bilder sind vernichtet; Otto Fischer gelang es, die kostbaren Platten seiner Radierungen zu retten. Schwenk rettete seine KartonS durch HinanSwersen auS dem Fenster. Das Atelier des Malers Müller-BreSlau blieb unversehrt.

"Karlsruhe, 6. Okt. Einen tragischen Aus­gang nahm gestern eine vom hiesigen Grund- und HauS- besitzer-Verein einberufene Versammlung, in welcher Protest gegen eine vom Stadtrat erlassene neue WasserbezngS- Ordnung erhoben werden sollte. Der Vorsitzende, Architekt Benzinger, wandte sich in einer Entgegnung gegen eine vorher gemachte Ausführung eines Stadtrats und wurbe da­bei (o erregt, daß er sich mit den Worten: ,Meine Herren, ich kann nicht weiter", erschöpft auf einen Stuhl sank. Gleich daraus fiel er, von einem Herzschlage getroffen, tot zu Boden.

New-Pork, 7. Okt. Ein Telegramm auS Fort-de- France vom 6. Oktober meldet: Der Mont Pelö ent­wickelte einige Tage hindurch eine große Tätigkeit, aber der Ausbruch hatte keine schweren Folgen. Große Mengen Dampf und Asche wurden vor einer Woche heraus» geschleudert. Der Dampf, der am 29. September den ganzen Tvg dem Krater entstieg, bildete eine Wolke von 8000 Fuß Höhe. Erst gegen Abend ließ die Dampsentwickelung nach. Vom Fuße des Kegels stieg Feuer auf, jedoch nicht in solcher Stärke, daß das Tal hierdurch Schaden litt.

lieber eine MilitärbesreiungSassäre wird auS Prag folgendes berichtet: Ein junger Mann namens v. P., der eben erst eine gut dotierte Anstellung erhalten hatte, wandte sich im Jahre 1901 an einen Prager Gerichts­beamten, damit dieser versuche, ihn vom Militärdienst zu be­freien. Ter Gerichtsbeamte ließ sich von ihm 4000 Kronen geben und wollte zunächst einen Professor ber tschechischen Klinik zur Unterstützung in ber Angelegenheit veranlassen. Als ihm bieS nicht gelang, begann er mit einem in Prag sehr bekannten praktischen Arzte Unterhandlungen zu pstegen, und gemeinsam mit diesem soll eS ihm tatsächlich gelungen sein, den jungen Mann vom Militärdienst zu befreien. Vor zwei Jahren wurde v. P. großjährig und erbte ein Ver­mögen von 180 000 Kronen. Diese Summe brachte er in verhältnismäßig kurzer Zeit durch, und als er vollständig mittellos geworden war, forderte er von dem Gerichtsbeamteu jene 4000 Kronen zurück, die er ihm seinerzeit für die Be­freiung vom Militärdienste als Gegenleistung auSgezahlt hatte. Durch die Streitigkeiten, die sich hieraus ergaben, kam schließlich die Angelegenheit zur Kenntnis der Behörde, die eine strenge Untersuchung eingeleitet bat.

* Der belgische Luftschifferklub hat auf Vor­schlag seines Präsidenten dem Ausstellungskomitee in Lüttich den Antrag auf Organisation eines großen Wettstreites für lenkbare Luftschiffe anläßlich der im nächsten Jahre stattfindenden Ausstellung unterbreitet. Der Preis für die Sieger soll aus 100 000 Franks normiert werden. Die näheren Einzelheiten über die Bedingungen der Wettfahrt sind noch nicht festgesetzt, jedoch wird eine Hauptbedingung die sein, daß der Sieger zweimal die Entfernung zwischen Spaa und Lüttich, im Ganzen 104 Kilometer, zurücklegt. Wie verlautet, haben SantoS Dumont und Lebaudy bereits zugesagt.

* Der heftige Herb ft sturm, welcher in der Dort) er­gangenen Nacht weite Strecken Nord- und Süddeutschtands fyi.n- luchte, uns in Hessen dagegen ziemlich verschont ließ, hat in Berlin und dessen Vororten großen Schaden angerichtet. Der Baumbestand im Tiergarten, im Humboldt-Hain und Friedrichs­hain wurde stark in Mitleidenscliast gezogen. Im Hafen von Hamburg hat der Sturm eine Flut von 7,17 Meter erzeugt, also eine gefährliche Höhe. In München bat der Ätnrm überall namhaften Schaden angerichtet. Auch auf der Oktober- Festwiese hat er furchtbar gehäuft. Für die holländische Fischerflotte bedeutet der e>timn eine Katastrophe. Allein im Zuider-Hascn gingen 4 Schiffe mit ihrer Besatzung unter, während zahlreiche mit Havarie eintrafen. Pei Zandvoort und Egmond scheiterten drei Schiffe. Ter Dampfer Gauß, der aus Bremen im Zuider Hafen eintraf, berichtet, daß er 50 Fischer­boote aus dem offenen Meere traf, von denen mehrere gekentert sein dürften.

* Kleine Tageschronik. In Nörten bei Göttingen sind seck>s Wohnhäuser mit Nebengebäuden niedergebrannt. In Newyork stürzte ein 70 Kilometer pro Stunde fahrendes Automobil, in welchem fünf Frauen und drei Männer saßen, von einem dreißig Fuß hohen Abhang herab auf das Gleis der Zentralbahn, auf dem ein Zug heranbrauste und das Auto­mobil zertrümmerte. Zwei Insassen ivurden getötet, die an­deren sind tödlich verletzt. Aus P alma (Majorka) kommt eine Trahtmeldung, wonach in dem dortigen Torfe Campos eine fanatische Menge eine evangelische Kapelle belagert und geschossen und die Fenster der Kapelle zertrümmert hat. Stundenlang ließen die Behörden sie gewähren, ohne einzuschreiten. Tann erst haben die Gendarmen die Menge zerstreut. Ter frühere Lehrer Ludwig Ried in Oggersheim bei Lud­wigshafen ist wegen Unterfchlagmig und Fälsckinng von Kredit­briefen der Spar- und Tarlehnskasse zu Oggersheim zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worben. Ter Bischof von Augs­burg entsetzte den Pfarrer Kuehle in I l l e r e i ehe n wegen schwerer sittlicher Verfehlungen seines Amtes. Ter Pjarrer ist flüchtig. Tie Weinlese in der Südpfalz ist

beendet. Im allgemeinen war das Mengeergebnis beftiedigend, je nach Lage der Weinberge 7890 Grad nach Oechsle. Bezahlt wurden für 50 Liter Most 9.50 bis 11.50 Mark. Für gekelterten Wein bewegt sich der Preis zwischen 250 und 300 Mark. Ter Handel ist noch stau. Auf der Insel Alsen erschoß der Landiuann Christensen aus Haraskop an der Grenze nachts ver­sehentlich zwei Brüder, die er in der Tunkelheit für Rehe hielt. Er stellte sich freiwillig der Behörde.

0>cti4f5faar.

0 M arburg, 6. Okt. T'er bei der Kanalisation in Gie­ßen beschäftigte Erdarbeiter Homberger von hier wurde heute vom Schöffengericht wegen Körperverletzung mittels ge­fährlichen Werkzeugs zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt und sofort verhaftet.

Köln, 7. Okt. Das Schwurgericht verurteilte den Gatten- mörder G r o s ch k e der in der Nacht vom 30. Mai seine Frau aus Eifersucht ernwrdete und sich freiwillig ber Polizei stellte, zum Tode.

Wegen zahlreicher Sittlichkeits-Verbrechen hatte sich der Oekonom vom Asyl für verwahrloste Mädchen und entlassene Gefangene, Ludwig Freund in Neu­deich bei Glückstadtz vor der Strafkammer in Itzehoe zu ver- worten. Er wurde beschuldigt, im Jahre 1897 bis 1902 mit Pfleglingen unter 14 Ialwen unsittliche Handlungen vorgenom­men zu haben. Tas Urteil lautete auf drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust.

W ü r z b u r g , 7. Okt. Heute beaann vor dem hiesigen Schwurgericht der Prozeß gegen den griechischen Konsul, Weiu- aronbänbler Friedrich Karl Ott, wegen 9)1 e i n e i b e 6 , deu der­selbe im Jahre 1895 in dem Vorfahren eines Beleidigungsprozesses aeleiftct haben soll. Für bie Verhandlung sind zwei Tage in Aus­sicht genommen.

Wochenbericht der Knxenabteilung des Bankhauses S. H. Oppenheimer jr.

Hannover, 7. Oktober.

Aus dem Markte für Kali-Werte hat die Tendenz im allgemeinen eine leichte Abschwächung erfahren, ohne daß jedoch die Lebhaftigkeit der Umsätze im geringsten Ein­buße dadurch erlitten hätte. Von schweren Ausbeutepnpieren lagen Wilhelmshall und Neustaßsurt etwas stärker im An­gebot, wohingegen in Hohenfels bei 12150 Mk. Geld und in Glück aus Sondershausen bei 14 800 Mk. Geld das ver­fügbare Material schlank ausgenommen wurde. Hereynia stellten sich aus 23100 Mk. Geld, 23 250 Mk. Bries. Von mittleren Werten lagen Earsfund nach einem anfänglichen Rückgang wiederum sehr fest und wurden hierfür 7825 Mk. gern bewilligt. Beienrode, Kaiseroda und Justus I. waren um 100150 Mk. billiger gegen die Vorwoche offeriert. Mehrfache Kauflust zeigte sich für Bürbach bei 9250 Mk., Großherzog von Sachsen bei 6050 Mk., Hohenzollern bei 7400 Mk., Aler-audershall bei 6725 Mk., und namentlich für Wintershall bei 8950 Mk., ohne daß jedoch nennenswerte Umsätze getätigt wurden. Von leichten Werten interessierten oornel)nilid) Albrechtshall und Emilien hall zwischen 150 und 175 Mk., Deutschland zwischen 850 und 900 Mk., Güntershall zwischen 1825 und 1875 Mk., Hansa-Silberberg zwischen 1150 und 1200 Mk. und Friedrichshall-Aktien zwischen 1550 und 1575 Mk. Salzgitter-Aktien setzten ihre Aufivärtsbelvegung weiter fort und gehen mit 740 bezw. 1025 Mk. Geld aus dem Verkehr hervor. Außerordentlich fest lagen Großherzogin Sophie, die auf große Käufe hin bis aus 400 Mk. anziehen konnten.

Der K o h l e n - K u x e n m a r k t lag in der abgelaufenen Woche für s chwere Werte wiederum recht fest. Im Vorder­gründe des Interesses standen König Ludwig, die bis 28 500 Mark, und Konstantin der Große, die bis 3500 Mk. bezahlt wurden. Mont-Genis waren vergeblich mit, 17600 Mk. ge­sucht. Umfangreicher Verkehr gestaltete sich in Auguste Vic­toria, die bei steigenden Ktlrsen bis 9300 Mk. erzielten. Gras Schwerin, sowie Eintracht-Tiefbau weisen bei 8700 Mk. bezw. 8500 vorwöchentliche Notizen auf. In Siebenhlaneten machte sich bet 3175 Mk., Tremonia bei 3200 Mk. und Trappe bei 3225 Mk. wieder größeres Kaufiuteresse be- merkvar. Alte Haase bleiben mit 1475 Mk., Altendorf mit 1625 Mk. und Borussia mit 2250 Mk. Brief auaeboten, die Nachfrage stellt sich 25 Mk. unter diesen Kursen.

fjnniid und Verkehr. Volkswirtschaft.

Di e Wurst- und F leis ck>n>aren-Verk auf s- genossenscbaft in Rosenberg in Westpr., welche üot etwa zehn Jahren von Großgrundbesitzern des Kreises Rosenberg gegründet wurde, muffte den Konkurs anmelden, weil der Leiter große Veruntreuungen, Unterschlagungen und Fälschungen sich zu Schulden kommen ließ. Tie Unterschlag­ungen betragen angeblich 40 000 Mark. _ nr

Berliner Börsen-Wochenbericht. Manche An­zeichen im Börsenverkel-r deuten daraus hin, daß die Laste zurzert nicht als ganz normal zu betrachten ist. Tie Hochnnanz. ar­beitet anscheinend mit voller Zuversicht an der netteren 'Steiger­ung der tonangebenden Papiere, und verschiedene Umstande smo dieser Aufwärtsbewegung günstig. Man nimmt an, daß die dies- jährigen Mschlüsse ' der großen Banken ^rchans befricbigcitbe Ergebnisse anfw-eisen werden. Es ist unbestreitbar, daß die Danken an il/ren Effekt en beständen iai Laufe.des Jahres sehr anselmliche Gewinne erzielt haben. ,>luch glaubt man, daß neue in Vorbereitung begriffene große Finanzgesch)äste mit gutem Er­folge durchHnführen sein werden. Zugegen ist der veichältnis- mSfia tntre GkManb alö ein feincäW« lmbcdmNikbcs

jil betrauten. Zu Aufan-r d» Woche war der Zinsfuß für tag; lick-er Geld noch 5 Prozent. Inzwischen ist der Latz ans 41,4 tz-rabgegangen. Priva«diskcmto notiert 31,8 Prozent. Es beweist dies daß die am Markte verfügbaren Geldsummen stark in Anspruch genommen sind Der UmLand, daß von feiten deS Reiches und Preußens große Poften -Lchatzscheme zu 3V2 Prozent ansgegeben sind, laßt darauf schließen, daß für neue Emissionen in nächster Zeit große ffüssige Mittel nicht zur Verfügung fteben. Es fragt siw daher, ob für die neuen Emissionen türkischer Pa­piere ebenso wie für die trotz aller Mengnungen wohl in nicht ferner Zeit auszugebende russische Anleihe die Verhältnisse des Marktes als vielversprechend zu bezeichnen sein dürften. Von Einzelheiteir ist bezüglich der ^nrse der Bankaktien zu bemerken, daß die beschlossenen Kapital-Etzhöhungen tonangebender Insti­tute viel neue Papiere an den Markt bringen, und daß die Tivi- dendenzghlungen auf die gewaltig angewachfenen Kapitalien nach­gerade ungeheure Summen erfordern. Einheimische Fonds liegen fest, diirsten aber schwerlich bei dem starken Angebot neuer Emis­sionen erheblicher Steigerungen entgegen selben. Russische Papiere werden von ersten Firmen gehalten. Tie Lage der russischen Fi­nanzen erscheint indessen in so unklarem Lichte, daß auf feste Behauptung der Kurse keineswegs sicher zu rechnen ist. Von aus­wärtigen Renten dürften namentlich Mexikaner uub Argentinier weiter Beaclftung verdienen. Tie tonangebenden Papiere de9 Mon- Idümarktes haben im Laufe der Wocbe zum Teil sehr ansehnliche Steigerung erfahren. Einzelne Berickfte großer Jnduftriewerke iveisen erl-eblich höhere Tividenden als im Vorjahre aus. Trotz­dem ersck^eint die Lage der Eisen-Industrie zurzeit durchaus nicht glänzend, da die erzielten Preist im Jnlande sowohl wie für den Export noch immer fetyr viel zu wünschen übrig lassen. Tie Bewertung der Kohlcnaktien hat in diesen Wochen neue große Fortschritte gemacht. Namentlich Gelsenkirchener sind ca. 8 Prozent gestiegen, auf die demnächst zu^ beschließende Fusion mit dem Aachener Hüttenverein und den Sckwlker Gruben. Von Eisenbal^-Aktien sind Lübeck-Büchner wesentlich höher auf ziem tid) fragliche Verstaatlichungs-Gerüchte. Für amerikanische Bahnen