früieiytt vor Dertnfpmg deN Hauses dop ein' KttfiTnn: 3zrf<sntmattritt der Al'geordneten Bei wichtigen, Anlässen, zu denen and) die Durchberatung der HMLbelS- Dertrüge geboren fifantv, evenL. nicht onsrtesckLosserr fei Rnch Nrr gegenwürtigen Sachlage erscheint dies 'oder z-r»e<klos, La tnrnr ixmrn fcfttjaTt, dir größeren Verträge dem Reickrs- -ta^e auf einmal zu unterbreiten. Bisher sind von diesen aber mrr die Verträge nfit Italien und Rußlantd^unter- zeichurt, wahrend die Verwurdlrurgen mit anderen Staaten noch veitergefMrt werden. Speziell das nichtige lieber- entfournten mit Oesterreich-Nttgarn stebt noch ans, und aller Wabrsct>einlidcheit nach sind noch bedeutende Differerrzpnnkte M. Überwinder^ sodaß eine schnelle Erledigung der Arbeiten rrickrt tn Aussicht gestellt werden rann. Man wirb von <SHM sagen können (das Glück liegt allerdings noch mehr anf österreichischer wie auf unserer Seitewenn der Vertilg mit dem verbündenm Staate bis znm Zn sarmnen tritt der .Neichkbotcn ratifiziert weiden kann. Vorder massen die Verträge iLrigens mich noch dem Btmdesrat rwrgelegt werden, der sie glricktfalls tnircbberatcn muß. Unter diesen Umständen würde also eine Bemfirrrg des Reichstages vor ix3n in Aussicht genommenen Termin n>egcn Beratung! her Verträge uverÜos sein, rmd es wird vielleidxt noch eurige Zeit "nam der Eröffirrurg der Debatten vergehen, ehe die ttridTttgercn Verträge msarirmen vorgelegt werden. Die Zusammenfassung derselben in eine Vorlage gx'fcbicBt Ih> sander« aus dem Grunde, weil man vor .zehn Jahren die üble Erfahrung gemacht hcch daß sich bei der Dor Bringung der einzelnen 53ertrugc die Debatten vielfach wiederholten, wodurch viel Zeit verloren geht, d« anderweitig befjer verwendet werden kann.
Neuerrmgeu in der Marine.
Don besonderer Seite wird um 5 ge schrieben:
Aus einer her durch den russisch- j apanischen frrieg gegebenen Lehre scheint deutscherseits bereits die Nutzanwendung gezogen $u werden: der nächste Mariueetat soll, wie auS technischen Kreisen verlmrtet. eine Forderung enthalten zum Dau eines Werkstätten - schiffeL
Daß dieses Fahrzeug nicht das einzige feiner Art bleiben wird, ergibt sich aus seiner Deftimmung Es wird besonders ausgebildetes Personal imb alles erforderliche Material an Bord haben, bannt größere Reparaturen an in See l>estnd- ltchen Krtegsschifsen alsbald bewerkstelligt werden können. Es ist davon natürlich nicht die Rede, daß jedem auf brr Fahrt befindlichen Schtffe der Marine in Zukunft ein Werk- stätteusahrzeuy folgen soll Je ein solches dürfte vielmehr ^oeckmäßrg W stationieren sein in der Ost- und Nordsee imb bei den Geschwaberverbändon tut Auslände. Denn ein beschädigtes Kriegsschiff verliert seinen Eofechtswert. wenn es nicht ruiverzüg lickt ausgebeffert werden kann. Ans den Kriegsschiffen selbst eine Werikstätterrabteilung zu eta filieren, geht wegen Raummangels nicht an. Auf her anderen Seite sind an Bord moderner Kriegsschiffe der Maschinerien so zcchlveich? »mb verschiedenartige, daß z. D. eine Beschädigung int Gesicht zu einer Katastrophe führen kann, sofern nid# das WerkstäkkenschLff helfend ein greift. Die Bemannung des Kriegsschiffs fft im Ernstfall durchweg voll in Anspruch genommen und außer stände, mit Repara- turarbeiten sich zu befassen. Rußland, England und die Vereirngteu Staaten besitzen bereits solche Werkstattenschiffe.
besten ist in dieser Hinsicht aber Oesterreich-Ungarn mit ferner verhältnismäßig kleinen Marine ausgerüstet. ES hat einen mustergiltigen rrrgmrifterten Martnetraiu, Spezialfahrzeuge f3r Reparatur-, Geschü^, Mdren-, Munition-, Telegrafie-Material, Provi-antiernng nstv. Auch in Frankreich ist die Erbauung einiger Trainschifst, deren eine- dem SauitLtswesen dienen soll, in Anregung gebracht.
Mit der Schaffung eines tegelovchten Marinetra i u s kann DeutschlaÄ sich Zeit lasieu, beim es stehen nn Ernstfall schnelle H ande lsd am pfer zur Verfügung, die sich ohne großen Zeitverlust für besondere Zwecke einrichten lassen. Ein Beispiel hierfür ist die Hilfsaktion eines Danrpstts der Hamburg-AmerikcEmie zu Gunsten der Abgebrannten in Aalesund. Aber bei der weiteren' Ausgestaltung der Marine und im Hinblick darauf, daß die Schnelldampfer der Handelsflotte im Ernstfall als Hilfskreuzer Verwendung finden, beM. als Kohlentranspord- schiffe. fiann die Marineverwaltung nicht umhin, die allmähliche Vermehrung her „Spezialschiffe" ins Ange zu fassen. Da das Deplacement der Linienschiffe großer nicht gewählt werben soll, jeder Fuß an Raum auf ihnen aber bereits jetzt vergeben ist, bleibt nichts anderes röbrig, als die Aufgabe, du nicht unmittelbar zur Schaffung der Gefechtseinheit gehört, aber zur Wiederherstellung dieser Einheit unentbehrlich ist, besonderen Fahrzeugen zu übertragen.
Der ehemalige Sozialdemokrat Rudolf LebinS, Sohn einer einst hochangesehenen Kaufmannsfamilie in Tilsit in Ostpreußen, der nach seiner eigenen Angabe 7 Jahre — 2% Jahre als Redakteur, 41/, Jahre als freier Schriftsteller — im Dienste der sozialdemokratischen Bewegung gestanden hat imb seit einiger Zeit Herausgeber der nationalsozialen »Sachsenstrmme PilatuS" ist, beginnt in seinem Blatte mit einer Artikelserie ,®ri nncrungcn ein eS ehemaligen Sozialdemokraten", welche sich mit der deutschen Sozialdemokratie und ihren Führern befassen sollen. Er führt ait6, zum Verständnis der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung gehöre nicht bloß die Bekanntschaft der Parteigrößen, sondern auch der Subalternoffiziere; cm solcher sei er. Weiter hinaus zu gelangen, dazu habe er nicht genug Energie gehabt. Sie sei ihm durch den Zweifel gelähmt worden, wie vielen anderen Genoßen. Er werde infolge seiner Veröffentlichungen Anfeindungen und perfide Vrrdächti- gtmgcn erleiden, ober dab fei nun einmal nicht anders, „denn der in btr Sozialdemakratie groß gezüchtete ByzantiniLmuS gegen die Arbeiter fürchtet die Wahrheit genau wie bet monarchische Byzantinismus". Er sei Revisionist gewesen, und als solcher könne man entweber, wie schon einmal Pfarrer SQaunmnn in Dreßben gesagt habe, innerhalb ber Sozialbcmokratie bemsteinisch mittun, ober auch nationalsozial innerhalb beS BürgertiimS wirken. Das sehe äußerlich aus wie ein Glaubenswechsel, sei eS aber nicht; in feinem Inneren bleibe man baöfclbc.
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Krenndwillige Genosienschast.
Die sozialbemokratische ^Fra nkf u rt er V o lkS st im m e" deS ,Genoffen" Quarck schreibt gegen btc sozialdeiuokratische ,Leipz. VolkSztg." beS , Gen offen" Mehring, mit der sie schon längere Zeit in Fehbe liegt:
»Dieser Erguß einer weder von „Eitelkeit" noch von „Recht- haberet" ober von „unbefriebigtem Partcießrgeiz" aitflcftccflcn schöllen Vartelseele steht allerdings völlig „aus der Höbe" der systelnatischen ParteivergifNrng, jener Spezialität der „Leipz. VolkSztg.", die auf jede sachliche Diskussion verzichtet, sich aus Wllt barüber, daß unser absolm sachlicher unb upcriönltcbev Älrtikel von einer gmlzen Reihe angesehener Parreiblätter bis auf daS letzte Wort übernommen worben ist, zu lügenhaften Unter ft ellungcn verleiten läßt, diese grundlosen Untcrflelhmgeu mit Tingeltangel- witzchen schmackhail zu machen sucht »md andererseits gegen einen Parteigenossen fpeit, wie inienb ein dunkleSRevoloer- blatt. In solchem sinnlosen berget muß sich schließlich die dort aufgespeicherte höchste ParteiweiSbeit ansluden! Pfui Teufel!"
Daraus erwidert daS also gekennzeichnete ^dunkle Revolverblatt" solgenbermaßcn:
Genosse Chiavcf ist htrdjfbar ernpsindlich, unb ich muß gestehen, llichtS ist lan^roeiliger imb abgeschmackter als ein weinerlicher Gegner" — mit diesen Worten charakterisierte einst 2luer in Gocha die Quarck'sche RückzligStaktik. Auch jetzt ist man in Frankfurt wieder auf ber Retirade und macht in n>e in oct ich er Empfindlichkeit und sittlicher Entrüstung, um schließlich mit Gestank adzusahren. ,^*üqenbnfie Unterstellungen", „Tiilgeltangelwitz- chen", „speien", „dunkles Revolverblatt", daS sind die respektablen Ergüsse des guten Tons, nach denen die Franksurterui allerdings das Recht hat, gesittet Phu zu sagen. Journalistische Beckmesserei!"
Eiur historische RemmiScenz.
In bidfem Monat sind es Ijambert Jahre her, daß R a - Poleon I. ben am linken Rbermrsir gelegenen, ncuerobertcu Departements einen offiziellen Besuch abgefbatiet hat. Mit großem Pompe trat der kurz zuvor rum Kaiser emporgestregenr Herrscher auf; überall am Rheine ließ er sich alS Nachfolger Karls be5 Großen feiern, intb dir Bevölkernng, die mit seinem Regimente nicht nnrufrreden war, wetteiferte, ihm ihre Huldigungen dar- znbrrngen. Nachdem ber Kaiser längere Zeit in Boulognc geweilt hatte, betrat er am 15. Fructidor XU — 2. September 1804 — die Grenze des Departements Roer. Der Präfekt Mechm an5 Aachen bearüßte ihn an der Landesgrrnze mit ben schwülstigen Worten: .Die Bürger fragen fick', wünsck)en sich GMict umarmen sich; der Landmann verlätzt fern Feld unb eilt bie Wege ans- znbeffern; keine Stadt, kein Flecken, kein Dorf ist vorhanden, daS nicht nach ber Ehre geizt, (SSfam zu begrüßen. DaS Jubel- «fchrei deS Lagers bei Bovlogne hallt bin wieder. Die Asck)c KarlS des Großen wird lebendig und seine große Seele lebt in Napoleon." liebet Krefe Id, wo die Fabrikdrbeiter beim Einzug des Kaisers Spalier bildeten, ging bie Reise nach Köln. Hier wie alletwärts empfing Napoleon die Vertreter bet verschiedensten Stände unb suchte sich nach jeder Richtung hin zu informieren. Die Kaiserin Josephine, mit der er sich in Aachen vereinigt hatte, reiste von Köln allein nach Mainz. In Mainz wurden große Zvrüstimgen znm Empfang gemacht Die Fremden reisten in so großer Zahl zn, baß auf der großen 'Striche und aus dem Tiermmckte kjetzt Scbisierplatz) für ein Fenster 12 Livres, für ein Stockwerk von vier Zrrnmern auf acht Tage 20 LouisborS bezahlt wurden. Am 20 September traf hier die Kaiserin von Bingen her zu Schiff ein, ber Kaiser zog an demselben Tage, von Kreuznach, wo man ihm einen feierlichen Empfang bereitet hatte, kommend durch das Münstertor ein. Ein merkwürdiges
Mißgeschick wollte es', daß die Kaiserin einige Stunden zu früh eintraf. Infolgedessen waren alle Schaulustigen nach dem Win- iifcr geströmt, und der Kaifer, der von zwei Regimentern Kavallerie begleitet wurde ritt zu seinem großen Mißvergnügen durch öde, menschenleere Straßen. In den nächsten Tagen fand in Mainz eine Art von F ü r sten kongr e ß, wie er 1808 in Erfurt tagte, statt. Der Kurfürst von Baden, der Landgraf von Hessen-Darmstadt .die Fürsten von Nassau, Hessen- .Hombnrg, Isenburg, Sasin, Leiningen > Sck'^arzburg- Rndolstadt, Renß u. a m. erschienen, unb es scheint, als ob man danmls in Mainz bereits über die Osiündnng eines Rb/einbnndes verbandest habe. Festlichleiten wechselten in den nächsten Tagen mit Paraden. Daneben verfehlte ber Kaiser nicht den Zweck, ber ibn eigentlich nach Mainz geführt batte: Er unterwarf die Befestigungen Ater nnmblichcit Besick^ignng und erteilte BeseNe zu ihrer Ausbesserung. Am 3. Oktober erfolgte die Abreise; über WonnS Frankentl-al, Kaiser'slantern, Kreuznach, Simmern, Trier begab sich Napoleon wieder 'in dos Innere .Frankreichs und kam am 15. Vend^miaire XTI — 7. Oktober 1804 — int Palast zu S t. Cloud nn. Die Zeitungen ans iener Zeit wissen den Herrscher, namentlich seine WeiMit, Rnhe und Lentsesigkeit, nicht genug zn rühmen. So schreibt die „Mainzer Zeitung", daß der Plick des Herrschers ernst und düster, seine Haltung ohne Leben unb Bewegung sei. So sah man ihn eine Stunde lang im Schanspielhanse in sich verloren, ohne daß er seine Stellung nur int geringsten veränderte. Zu Zeiten fuhr er mechanisch nach feiner ^ose, um Tabak zu nclrmeit.^ Ferner wird berichtet, daß der Kaiser bei Hochs»eiet einen Bürger in deutscher Sprache an- geredet unb ihn nach dem Wege nach Moorlautern gefragt^hnbe. Selbst nnbednilrnbe Einzelbriten vorgißt man nicht zu erwähnen. So schreibt das .tenannte Blatt: „In ber Nähe von Simmern bei der Lack-mühle ließ der Kaiser halten, stieg aus, ließ auf freiem Vlatz^ Feuer machen, aus der Mühle irische Milch holen und Kaffee kochen."
nnd 2=fofte.
Metz, 7. Sept. Amtlich wirb b kanntgegeben: Die Korps- manöver des IG. Armeekorps, welche in der Zeit vom 19. bis 21. Sept, in der Gegend um Diedenhofen fhrttfrnbcn sollten, fallen wegen des in den Kreisen Diedenbofen-Ost und Dieden- Hofen-Weft 'hcrrick'enben Wassermangels aus.
^irdje und ‘r-(fl«fe.
Magdeburg, 7. Sept. Wegen Beleidigung deß VavsteS nach ^166 des Str.-O^B. wurde der Missions- Inspektor der bfutfcfwm freien Mission Friedrich Neumann ang.'llant. Tir Beleidigtlna wird in einer bildlichen Darstelsimg in der Schr i f t d?S Angekla'rten: ,,TieBestieinMenschen- gcstalt oder der Antichrist" gefinrden. Sämtliche Schriften wurden b c schlagnahmt__________________________
Aie euanq^lische Konferenz für das KroßKerzosttum Kiffen.
(CtigimtMIrtiM dc?
fr. Friedberg, 7. Sept.
Die sogenannte Friedberger Konferenz hielt heute hier ihre JahreSversa-mmlung ab. TrTan Sturmfels-Seligen^ stadt, der Vorsitzende, begrüßte die Gäste, Prof. Dr. Burst und Divisionspfarrer Witt, welcher dankte. Das Andenken von drei verstorbenc?n Mitgliedern wurde durch Erheben von ben Sitzen geehrt. Der Vorsitzcrrde las dünn einen Brief aus der Anstalt 5?eppenheim a_ d. B. vor, der über bad Befinden des dort befindlichen Direktors Dr. Weidenbach, den früheren Vorsitzenden der Koirferenz, befriedigenden Ausschluß gab. Im Geschäftlichen teilte der Vorsitzende mxt, daß dem Redukteur des Korrespondenzblattes ein Honorar von 100 Mt gewährt unb ein Kredit von 50 Mk zum Abonnieren von Zeitschriften zur Verfügung gestellt werden soll. Rach kurzer Debatte wurde der Antrag angenommen. Dann erstattete ber Schatzmeister den Bericht über die Rechnungsablage. Die Konferenz zählt 197 Mitglieder. DaS Vermögen beträgt 1900.60 Mik, während e^ta vorigen Jahre 1697 Mt betrug. Es konnte also eine Steigerung der Einnahmen konstatrert werden. Die Rechnung?- ablage wurde genehmigt. Dekan Sturmfels machte dann Mitteilung über 'Beteiligung der Konferenz an der Gründung eines akadetnisch-theologischen Ferienkurses. In Gießen hat schon eine Vorbespreckmng sbattgefimden. Der Kursus soll in diesem Jahre in der Woche btrr dem 1^. Oktober in Frankfurt stattfinden. Vorträge haben zugesagt: bie Professoren Holzmann-Gießen, Trews-Gießen und Labe* Marburg. Pfarrer Förster-Frankfurt l)at sich bereit erklärt, die Vorbereitungen für den Ktrrsus zu treffen. Eine Ausschußsitzung wird am 19. September tn Frankfurt stntt- finden. Man kam barm zum Thema: „Allgemeine Em- füT)rimg ber evangelis chen G e nre indekrank e n- pfleg e", worüber der Vorsitzende referierte. Er lezetch- ncte die Krankenfilrsorge als notwendig vom rciigrofcn Standprmkte. Dem Kranken müsse auch int Namen der sttrligiov geholfen werden. Nachdem die Kirche sich mü den verschiedenen religiösen Bestrebungen ab gesunden nrw mit den politischen Gewalten geeinigt habe, müsse )te sich
weiteste Derbrritmrg gefunden hat, unb welche von Paul Heyse und Hermann Kurz rn deren „Deutscher Novellenschatz" als Meister- und Musterstück einer Novellendichtung Aufnahme haben hat.
Neber diese herrliche Schöpfung Mörikes sagen die beiden genannten Herausgeber: „Tas Ganze: wie Mozart zur ersten Arrsführnng seines Don Inan nach Prag reisend imternten,* ein Abentener besteht, das nach kurzer Verwickelung die schönste Lösung findet, indem er eine beabsichtigte Neberraswung verdirb^ und zugleich eine doppelt freudige bereitet; die kindliche Un- benmßkheit im Ungrichick, die mrr ihm, aber chm auch unbedenklich, znzntranen ist, die eben so kindliche Sicherheit des Vertrauens, ,das denn auch reichuch belohnt wird; die porträt- ähnlich bertrortretmbe Eigenart des Mannes, .dem in eigenartigen Redewendungen, die man um keinen Preis misten möchte, der Dichter selbst mitunter Gesellschaft leistet; her Glückstag, ben er seinem Helden gönnt, welcher den nie verwirklichten Glücke tranm eines so kurzen Lebens ein paar seltne Stunden lang durchtränmen darf, heimisch in der sorgenlosen Fülle eines edlen Hanfes, unter mehr ober minder verwandten Gemütern, beim die Persönlichkeiten sind weislich cWftnft; der Vorschmack, den rt seinen neuen Freunden am Klavier von dem großen Klang- gebi'frtt gibt, dessen Wirkung in Worten geschildert wird, die xt Musik wahrsich nicht uachsteßen („wie von entlegenen Sternen- kresten fallen die Töne ans silbernen Posaunen, eiskalt, Mark und Seele durchschneidend, herunter durch dieblaue RachtBl die errichten Abteilungen der Erzählung so frin als einfach aus- riiunrber h-nvor^ehenb: zum Sckltffse endlich die Ahnurrg eines frf'Twm T>d-*s, die auf den so Hellen Lebenstag ihren schwer-
S^ Uten wirst: dieses Ganze kann man nur (an eine in ber E^ihlunn sckbst vorkommende Bergleickmng anschließendl eine Achtete Srmvbonie nennen, deren ineinandergreifende Sätze die rimhürtinr Tdes großen und liebenswürdigen Ton- NUristrrS OriTf^iwrm."
Am tÜKnitertbürn indessen erscheint Mörike in seinen ur mrnn auch erst spät, nach seinem Tode, hat man ' ’-'rmnt urh ihm, nfj ein
rrxl'trv '■ ’*r nach 0'>n-»he, ben Rang neben Heine und Eichen-
\--v; - - - p In dielen Gedichten von herrlichstem Stimm- maSv V-. unb erntr unmittelbar wirkenden anschaulichen Na-
turfdnßyenntg offenbart sich eine so reich empfindende Dichternatur, und dabei guilsi der Born dieser Poesie mit solcher Na- türliackrit, daß unS nirgends rhetorische Phrasen stören, sondern überall ein frischer Volkston entzückt.
Am 4. Juni 1875 starb Mörike tn Ssirttgart: sein Landsmann Vischer hielt ihm bie Grabrede, „tief ergreifend, Ivie mit Herzstößen in gewaltsamer Fassung gesprochen", wie Berthold Auerbach sagt. .Aber wenn von entern gesagt werden darf, daß mit seinem Leibe nicht der Geist begraben ward, so darfis von Mörike so heißen, denn fein Geist blieb lebendig unter uns, nein, er ward lebendiger mit jedem Ialwe, .unb heute lebt Mörike mehr imb gewaltiger unter uns, als viele, die noch auf Erden wandeln.
die Eiiüvickiung ihren Höhepunkt errerchi. Tie Sictena regia blüht in beiden einens dafür erbauten Gewüch^ Häusern fast täglich und bedeckt mit den großen, über-wer Meter Durchmesser l>altenden Blättern die Wäsferfiache. Sehensivcrt sind die indischen Lotosblumen vom ®row .Hofgarten in DcrvmM>t (die Lotosblumen sinh bcfcinntuch1 bie bevorzugten Blüten unseves 0>oßherzogs). Suber Haupthcille vor dem wunderbaren Dioramcr des deutschen Bergwaldes, dessen Rasen jetzt von blühenden Heibekräu- 'tern g^-bildet wird, haben die seltensten Kulturerzeugnisst einer der erst«: belgischen Gärtnerfirm-a ihren Platz ge-
Gärtet: der Reichen.
stunden. _
3m Freien blühen die Rosen zum zweitenmale und btc Blumen haben sich zum Teil jetzt schöner entfaltet als in der Sonnenhitze des Furn. Alle Blumenbeete, Sonnenblumen und Staudenfammsitngei: stehen in üppigstem Flor, sodaß wer der schönen Rheinstvbt unb ihrer einzig in ihrer Art dastehenden Ausstelsimq einen Besuch zugedacht hat, gerade im September auf seine Kosten kommen dürste. Vom 6, bis 11. ist Dahlien (Ge orginen '»-Ausstellun g. Von: 17. bis 20. Bindekunstz Hierauf folgt vom 24. bis 2. Okt. die große internationale Obftausstellung. Am 23. Oktober
^on der Kroßen KartenKau-Ansstellnng in Düsseldorf
Wird uns geschrieben:
Am 3. September fand bie Eröffnung der großen Herbst- crnsstellung statt, deren Dauer biö zum 9. bemessen ist. Die weiten Raume und Hallen sind Wieberirm bis auf ben
wird die Ausstelsimg geschlossen.
Der Besuch ber Ausstellung hat stetig zu genommen. Trotzdem macht man sich auf ein Defizit gefaßt, weil die ständige llnkerh-altung, namentlich infolge der großen Trockenheit und 5-itze enorme Summen gekostet hat. Atrch das Heranziehen der Anssteller vorn In- unb Auslände, beneu man die Kosten voll ersetzte, war ohne große Geld- opfer nicht möglich gewesen. Mer man hat es verstanden, in den breiten Mafien der Bevölkerung Interesse für Gartcubm: rmd Blumenschmuck zu wecken unb dem Fach' mann Belehrung und Anregung zr: bieten, iubcin man Er- zeugnisse der Gartenkirnfl herauzog und der £)c ff entlief) feit I .geigte, bie sonst ein DmmrvschjQ^Dasein füJxtcu in den
letzten Platz gefüllt mit seltenen, tropischen Pflanzen unb farbenprächtigen Blumen. Auch diesmal übt, wie im Frühjahr, der Orchideentempel mit seinen taufenbett ber kostbarsten Bsirmenaebilden bie Hauptanziehung auf das Publikrmr aus. Wahrend im Frühjahr die hellen, zarten Fapben der OdemtogloffuM und Laelien vorherrschten, sind es jetzt die satten, dutrkten Farbentöne der riesenblütiget: Eattleyen, welche dem Gesamtbild den Eharakter geben. Am meisten bewundert werden die großen Schaupfianzetr- von Banda eoerulea. G? ist dies eine der kostbarsten und schönster: Orchideen aus -Ostindien mit großen rein himmelblauen Müterr. Jede der großen Pffanzen reprafimtiert rin SSermögm. Irr großer Mcmnisfsal"tigleit sind bie Berrus- schuhe, die lieblichen Miltonien und hmidevte anderer Arten vertreten, deren rnersiviirdig geformte Blüten gleich tropischen Schmetterlingen über dem Grün zu schlweben scheinen. In den Wasserpslanzcnhäusem tutb txu Sccrosenteichen hat


