jetzt tu erfto Strrie bet MrsgestallMg bet KemtkenPfleNe wümren. Die evangelischen Genreinden müßten auf eigene Hemd dahingehende Einrichtungen treffen. Der Redner nahm Bezug auf die Verhandlungen des Berens für evangelische Wohlfahrt, der KU. der Finge Stellung genommen habe: „ßn konfessionell gemischten Gemeinden sei noch ein besonderer Grund vorhanden Kur Einrichtung der evarrgeli- schert GenreindeLrmrkenpflege, da von katholischer Seite in jene Gegenden mit Vorliebe katholische Kmnkeuschü^stvrn gesandt würden. Leider sei ein Schwefternmio. n gel vorhanden, man müsse deshalb Jungfrauen und Frauen für den Beruf ausblloen und dafür sorgen, daß der Beruf als gesicherter Lebensberuf angesehen werden könne. Zu dem Zwecke schlug der Redner vor, daß sich verschiedene Gemeinden zu einem Pensionsverb and e zusammen- schlösjen. Die Pflegerinnen müßten unter der Aufsicht des MrchenvorstMdes stehen, damit ber evangelische Ehaxakt^r der Einrichtung gewahrt werde.
Der Redner schlug die Bildung eines Ausschusses zur eingehenden Prüfung der Frage vor. Dabei ift auch zu untersuchen, ob die Krankenpflege mit der Leitung einer Kleinkinderschule verbunden werden kann. In der Diskussion bemerkte Direktor Burst, daß die katholische Kirche nicht so ^kirchlich" sei, die Krankenpflege direkt von der Kirche abhängig zu machen. Nur die Diakonissinnen hätten bisher Gemeindekrankenpflege geleistet. Man dürfe sich die Sache nicht zu leicht vorstellen. Er möchte die Krankenpflege nicht verkirchlicht wissen. (Anmerkung der Red.: Dies ist auch unser Standpunkt, denn wir glauben, daß die Pflegerinnen allen bedürstigen Kranken ihre üebreiche Hilfe zuteil werden lassen sollen. Die Aufgabe, im besonderen evangelischen Sinne zu unterrichten und einzuwirken, sollte dabei im Interesse der Kranken den Schwestern erspart bleiben, wenngleich evangelische Krankenpflegerinnen sehr geeignet sind. Die Einrichtung einer Kleinkinderschnle sollte mit der Krankenpflege nichts zu tun haben.) Ueber die Krankenpflege in ihren Gemeinden machten verschiedene Hetren Mitteilung. Die meisten Redner find nicht dafür, daß eine Krankenpflege mit direkt kirchlichem Eharakter geschaffen werden soll. Nach eingehender Besprechung, an der sich besonders die Herren Dekan Schulte- Mainz, Professor Eger, Pfarrer Prätorius und Professor Aimmer beteiligten, nahm man am Schluß der Tagung eine Resolution gegen die geplante Aenderung des Lokalkirchen- wesens an.___________________________________________
In der Angelegenheit der Prinzessin von Koburg schreibt „Genosst Reichstagsabg. Dr. Südekum der Fnmk- furter „Volksstimme" unter airberem:
„Im Jahre 1902 trat eures Tages ein bleicher und offenbar hart mitgenommener Mann i-n mein Zimmer in der Dresdener Redaktion, der mir einen Brief von Austerlitz in Wien übergab. Ich wußte sofort, daß ich Herrn Mattachich vor mir hatte, der damals gerade, zwei Jahre vor dem Ablauf seiner „Strafe"/ begnadigt worden war. Mattachich wollte in Dresden eine Verbindung mit der Prinzessin Luise herzustellen suchen, da er ihr das Versprechen gegeben hatte, sie nicht aufzugeben. Wer für ihn tarn es nicht darauf an, die Prinzessin zu befreien, sondern
Mich sich ihre Zeugenaussagen für eine Wiederaufnahme seines "?twfprozesses zu. sichern: es mußte also versucht werden, .mit Hilfe von Attesten unbefangener psl)chiatrijcher Autoritäten die Entmündigung der Prinzessin aufzuheben. Dies! das Ziel. Die Versuche, die Mattachich und ich im Jahre 1902 machten, der Prinzessin Luise zur Flucht cox» Koswig zu verhelfen, hatten nur teilweise Erfolg: nach einer Unterredung, die die beiden mit» einander im Walde hatten, wurde die Internierte mit so großer Sorgfalt bewacht, daß ihr ein Entweichen unmöglich war. Aber eine Verbindung! war doch hergestellt worden, und sie ist auch nicht wieder ganz unterbrochen worden — trotz des Eifers, den Sachsen bei dieser Gelegenheit an den Tag legte. Ich habe im Walde bei Koswig manche heitere Stunde verlebt, wenn ick) aus sicherem Versteck die schnauzbärtigen Gendarmen aus der halben AmtÄhaufamannschaft Meisten auf ihren Streifen beobachtete. Mit welchen Mitteln man Übrigens arbeitete, mag man daraus ersahen, daß der Prinzessin in Koswig, wie ich natürlich prompt erfuhr, Briefe übergeben wurden, die angeblich ich ihr geschrieben hätte. Ich habe ihr nie auch nur eine einzige Zeile gesandt! Während ich die Angelegenheit nach meinem Wegzuge aus Dresden (Juli 1903) mehr aus dem Auge verlor, muß es Herrn Mattachich gelungen sein, immer mehr Terrain zu gewinnen; darauf deutet die unwidersprochene Notiz in den Zettungen, daß er neulich eine Unterredung mit der PrinzMin in der Dresdener Kunstausstellung gehabt hat; auch die allmählich bekannt werdenden Umstände lassen darauf schließen Uebrvgens hat dabei auch die Gefangene eine Gescksicklichkett und Entschlossenheit gezeigt, die nicht gerade zum Bilde eines ,perblÄ>enden" Menschen passen."
Inzwischen ist die Prin^eL^» wie feststeht in Paris .einge troffen.
Kaiser Franz Josef, dem die Prinzessin Luise nie sympathisch gewesen sein soll, ließ sich, wie die ,L3eit" meldet, nach ihrer Flucht ans Bad Elster Bericht erstatten. Weitere Mitteilungen über die Sache lehnte er ab, indem er sagte: „Ich nsill endlich mtt dieser Affäre Ruhe haben."
Dcrmt ?cbtcs.
* Brände. Am Mittwoch nachmittag entstand in dem großh. t mecklenburgischen Forst, unmittelbar hinter dem großh. Jagdhause Gelbensande, wo bekanntlich soeben die Verlobung des Kronprinzen stattgesimden hat, vermutlich durch Funken dec Lokomotive eines kurz vorher vottlbergefahrenen Zuges, ein Waldbrand. Aas .Feuer brach an Mei verschiedenen Stellen des Forstes aus. Tie großherzogliche Famllie und der Kronprinz beteiligten sich lebhaft an den Löscharbetteu. Das großh. .Jagdschloß war bedroht. Ter .Waldbrand wurde bis fünf Uhr indes soweit gelöscht, daß jegliche Gefahr für das Jagdschloß ausgeschlossen war. —.LAe die „Franks. Oderztg." meldet, sind in Neu-Ian cke 16 Gebäude niebergebrannt. Es wird Brandstiftung vermutet. — Der in Dingelftädt ausgebrochene große Brand entstand durch die Explosion eines1 Motors in der Fabrik von Engelhardt. Der Wind trug einen verheerenden Funkenregen über eine Reihe von Straßen, .bereu Häuser in Brand gesetzt wurden. 14 Feuerwehren arbeiteten an der Rettung der Stadt. 102 Familien konnten nur das nackte Leben retten. Einige Personen trugen leimte Verletzungen davon. Von der anfangs stark bedrohten kathol. Hauptkirche haben nur der Dachstuhl und die Fenster be* Gotteshauses Schaden genommen. Das Großfeuer hat 51 Häuser vernichtet und einen Schaden von drei Millionen Mark an^erichtet.
* Unglücksfälle. Beim Dorfe Kummer in Mecklenburg verunglückte der Oberlentna-ntt Moritz Eichhorn von der 2. ^Schwadron des 115. Hufarenregiments in WaudÄeck. Er befand sich im Automobil auf Patrouille, «lls dieses infolge eines AcUenbruches in voller Fahrt gegen einen Baum
raunte. Der Offizier wurde heranSgeschleudert nnv mtt pyweren inneren Verletznngen in das Ludwigsluster Krankenhaus überführt. Ter Chauffeur und der Bursche sind ohne Verleg ungen davottgekommen.— Dem „Malin" zufolge ist der Genfer Sch n e l l z u g nach Chamounix auf der Brücke bei Estampldre mtt einem anderen Zug zus.ammengestoßen. Ter Maschinist des Schnellzuges wurde getötet, desgleichen drei Pasfa- giere. ,30 wettere Passagiere wurden verletzt. — Der spanische- Jnfanterieoberst Resbo, Gouverneur Jüan Iran, .geriet auf dem Bahnhof in Hendaye zwischen zwei rangierende Wagen und wurde totgequetscht.
* Veruntreuungen. Tas (nicht sehr zuverlässige) „Neue. Wiener Abendblatt' meldet, daß bei der Inventaraufnahme in der Kanzlei des Rechtsanwalts Herr,.der sich vor einigen Tagen erschossen hat, .das Fehlen verschiedener ihm an- vertrauter Depots in Höhe von mehr als .einer Million Kronem sich ergeben habe. Bon anderer Sette wird diese Mtt- teilimg angezweifelt. — Tie We ch.se lfälsch ungen des Ton- werksbesitzers Johannes Peters in Dortmund sind wett umfangreicher, als anfänglich angenommen wurde. Ter Bettag von 150 000 Mark dürfte weit überschritten werden.
Hande! und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 7. September 1904.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie,IGteßen.s Privat-Diskont 2% Prozent.
Oest. Kredit. . .
Deutsche Bank . .
Darmstädter Bank .
Bochumer Guß . .
Harpener Bergbau
Tendenz:
Anfangs- u. Schlußkurse.
. 205.25 20450
. 225J.0 225J.0
. 143.10 143.10
. 209.60 209.60
. 218.20 21850
Schwächer.
Märkte.
Limburg <r. d. 7. Sept. Fr uchttm ark t. Durchs schntttspresse pro Matter. Roter Weizen, neuer, 14.80 9JIL weißer Weizen 10.65 Mk., Korn, altes, ML 0.00, neues 10.65 ML, (Sprite. 0.00 Mk^ Haier 7.20 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. . .......'■"■"■■■ । ■ . ■■■■ ...... ”!■■■-.■ —1
-Meteorologische Beobachtnugeu
der Station Gießen.
Wett«
HD
eo
7.
[Brechdurchfall Diarrhoe Darmkatarrhl!
| Vorrätig in Apotheken, Drogerien, Colonialw.e[“
749,0
751,6
753,9
17,3
14,6
77
98
98
8.
WNW W.
2
1
2
-5 e
*2
Septenrber 1904.
Bed. Himmel
Regen
Bed»
2*
O®6
725
7.
7.
8.
1U
124
9,7
Höchste Temperatur am
Niedrigste „
6. bis
6. ,
6,6 ’C. " 1 —
Vü
vv
c n cd
CD O •K
o
CD
er
CD e
R» CD
D
e o D
Vv
«
o er
s
<3 O
5
S1'
S Or
A 2)'
g
3
-3
S
OH ro s
sr
-3
5
CT
D TO - H.cd
3 §
2. d
tt C»
« - o Ö1 cy
CT
J3 UO
=M 5 J3 CD — «SO
TO TO H* , 8*'S' 3 S'
»8
<7 CD
& O
ISO 2. Ä cd" 5
c
D y
6>1 iS
D •
S . er
Di £
O ra ZS
C Co«, o —;CD d 3 s D C/~ CD «ö 2 «ö u J5 u
<3 5
«SV Q
D
5 ?
2
5
^CD S- ««.g
CT Z ” %) , , c 00 § 00 -V
5 cd *sr
*-T> W
Tz ALZ 3 er
"zn ty o
8< to"
"Ö 2
»: 3’ g
E «So
%■ 8 S « cd" " er
3 D er er
2". ? §
*1 CD *3 D « «» Z 3 a "H? CD ** c er n 2« to'
D
2.3 (y. p 2 •— ■ TO TO tio 5 " '
d ® ($ cy q- TO rj d
TO
ZT. 2. ö
5\ 3
o 5
CZ D- <1 CD (5 c
** 2.-^ <y to O* *__
s S-J2, D 3 (?) -D-C CD ra er
TO 2 "L 2 CD TO
D _ ^APtüj^'TO^TOC
cz & TO CD 5 O' g CA. ^2 D* "DTicD TO --- k- ddto^-
H S.
or C
<5 XT to ?S>D^Ö to 35 "^CD xm " 2
35 « or-^ tt-'
TO 3 3 ö TO
to Co» -
--G^LLK" 3
CD O O w ^-» - C'au to «*•
3 CD C D ** IS, «
TO rt
rr
TO D r-i Dt- rr —
rv.^3'n 3^8 ooS^g " - 3 S'S
TO <2* TO
TO TO
5' TO _ @
D
TO
TO 2
-Hj °
<5. TO w- w
c
C 35 to o jx 2 § 'S? ? .
er to- 3 «Jo
2 er
^-TO’ CD
3 5 5 TO C 3 ' « ^^cr — _ TO D TO X’ T 2.TO -
D TO, SX«
XX 5 TO 27-
** D X5 2. o 2
TO tt «» 35 35 4^
to< to CT cd Q< to
«SO 'D* Cf TO Cf
to C to 35- to to 35 37- __, TO to >CT
to-- -2, to d
2 TO o 53 D D
g O
3 3P w TO *3 o
to e 5; ** 35
2* g ÖD 2. 53 CD TO TO-.D ——< TO
o ÖCD 2 TO D; w
Cf «to- «-<££> 2 «7» 35
TO TO 3 TOVf Dy —
** g. to to
lO S ~ 2 to *3 en
-ü. CTO*1
|g|®
* 5» cd to JZ, TO TO er er S" spi-
_ a 00
§
TO "O h" S «A S-
h
I-* V
w Nk


