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8.9.1904 Erstes Blatt
 
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außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Lettischen Landwirt ine Slevener ZamUten» Hättet viermal in der

Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ver- lag der Brühl'schen Nnwers.-Buch-u. Stein* brudereL 8L Lang«, üebafttxm, Lrpedttis« und Druckerei:

Schnlft-ab- t

Vdreffe für Depeschen: Anzeiger Gtehe».

FernsprechanschlußNr 61 WMMMMM

Erstes Blatt.

Donnerstag 8. September 1904

154. Jahrgang

O ve-«g»p»ei-:

v jSv7 'M monatlich 7bM^ viertel-

Gietzener Anzeiger w General-Anzeiger LLZM

Amts- und Anzeigeblatt fiir den Ureis Gietzen WK

. __ zeigenteil: Hans Beck.

nischer Seite dem Landkriege beizirwvhnen, soll telegra­phisch Befehl erhalten haben, zurückzuLhren, und zwar mit Rücksicht darauf, daß auch Prinz Friedrich Leopold aus russischer Seite nicht cm dem Feldzug teilnehmen wird.

Verwundete.

Paris, 7. 'Sept.Petit Parifien" berichtet aus Peters­burg, daß in den Hospitälern des Roten Kreuzes z. Z. 28 000 Verwundete verpflegt werden.

Niutschwang 7. Sept. Em russisches Hvspitalschiff ist hier eingetroffen.

Die heutige Mummer umfaßt 8 Seiten.

Aer Krieg zwischen Japan uud Mußland.

Zur Lagt.

Richt nur drei oder vier Tage üst bei L i a uj an g ge­fochten worden, sondern zehn Tage hindurch, aber ohne Entscheidung. Kuropatkin hat die Stellungen geräumt, da es nicht in seiner Absicht lag, hier mit unge­nügenden Kräften eine große entscheidende Schlacht durch­zufechten. Diese stark und mehrfach betonte Ansichst hat volle Bestätigung durch einen vom 9. August datierten Bericht des Obersten Gädke gefunden, den dasBerl. Tgbl." auf den Kriegsschauplatz entsandt hat, und dessen Meldungen zwar später als die bekannten Sensationsenten eintreffen, dafür aber zuverlässig sind und die Verhältnisse richtig auffassen und schildern. Gädke schreibt, wie schon vorher auch, ganz klar und deutlich daß es nicht in der Absicht Kuropatkins liege, eine große Schlacht schon bei Liaujang zu schlagen, und zwar schreibt er das am 9. August, drei Wochen vor dem Zusammenstoß, und Kuropatkin hat genau nach seinem Plan gehandelt, konnte ihn auch durchführen. Zeitungsstrategen sagen jetzt:Jentai ist das neue Liau- jang", also das zweite oder vielmehr das dritte Sedan; aber Kuroki mußte dort wider Erwarten, vier Tage mit den Russen kämpfen, und diese konnten schließlich gemächlich gen Mulden oder Tieling ziehen. Von Liaujang bis Char­din sind rund 300 Kilometer. Es wird sonach noch hübsch Zeit vergehen, bis man von einer Schlacht bei Charbin hört. , Japanischevseits wird behauptet, daß die Japaner bei Liaujang altes in allem nur 160 000 Mann stark ge­wesen seien. Die Russen mögen einige 10 000 schwächer gewesen sein. Es ist doch ein Unding, zu glauben, daß Kuropatkin zu Liaujang alle die Trrrppen, die für ihn nach Ostasien abgegangen sind, versammelt hätte, und solche Rech? nun gen entbehren der Richtigkeit. Wenn Deutschland auch vier oder fünf Millionen Soldaten auf die Beine bringen kann, so folgt doch daraus nicht, daß es damit auf einer Straße marschiert und sie auf einen Punkt dirigiert. Für Sie Japaner handelt es sich nun darum, die drei oder vier Armeen, die zu Liaujang vereint sind, wieder auseinander ü bringen, denn vereinigt sind Groß ' Massen zu schwer- ällig und zu schwer zu ernähren, und wenn sie vereint auch noch nachdrängen, so müssen sie für weitere Opera­tionen doch wieder auseinander und bei ihrer immer weiter gehenden Entfernung von ihrer Basis der Heimat oder auch der See wird ihre Versorgung von Tag zu Tag schwieriger, während die Russen sich ihren Magazinen wie ihrer Basis Charbin vorläufig nähern. 'Mulden wird geräumt.

Sehr bemerkenswert sind folgende Meldungen:

, Tokio, 7. Sept. (Reuter.) Der Kaiser richtete an die Armee eine Boischaft, in der er sie zu dem glänzenden Siege b-eglückwünscht, der angesichts der stuchtbaren Schwierigkeiten er­rungen wurde. Tas Ende des Krieges liege in weiter Ferne; die Truppen sollten fortfcchren, gchulbig die Mühen zu ertragen.

Tokio, 6. Sept. (Reuter.) General Kuroki stieß bei Jentai auf so hartnäckigen Widerstand, daß er ihn erst nach viertäggigem Kampfe brechen konnte. Ties erklärt die Tatsache, daß der Rückzug der Russen nach Mukden Möglich war.

London, 7. Sept.Tailff Mail" berichtet aus Riutschwang am 6. Sept, daß die Russen sich unter Vermeidung von Wufbcn hauptsächlich au t Tieling zurü ckzu zi e h en beabsichtigten. Am 6. d. M. trafen hier acht Truppentrans- sarte ein, die sofort mit der Bahn nach Liaujang weitergingen.

Paris 7. Sept. Racy einer Depesche aus Petersburg läßt ^er Statthalter Alexejew bei Tieling, 70 Werst nördlich ?on Mukden, das natürliche Vorteile bietet, Terrain be- ! e st i ge n , um an der Spiye der Mukdener Garnison und et­waiger Verstärkungen aus Wladiwostok gemeinsam mit der er­warteten Armee Kuropatkins den Marsch der Japaner nach Eharbin aufzuhalten.

Petersburg 7. Sept. Ern Telegramm des Generals kuropatkin an den Zaren vom 5. d. M. besagt: Wir lingen mit unserer Armee nach Norden. Wir sind der Ge- "ahr entgangen , welche uns die Japaner durch eine Um* Ziehung bereiten wollten. Ten ganzen Tag über unterhielten die ^npaner eine Kanonade, aber ohne Erfolg. Wir haben etwa '00 Mann v erlo re n. . Kuropatkin berichtet weiter, daß der ' ' c y? $c * ^Eischen Armee in bester Ordnung und ohne rede fahr vor sich geht. Admiral Lianwnen meldet, daß wer wpamsche Schrffe in den Gewässern in der Nähe der Insel Sachalin gesehen worden sind.

7- Sept. Heute ist ein ausführliches Bericht Les arschatls Oyama eingegangen, der heute abend weröffentlicht wurde und einen Ueberblick über die zehu- itäqigen Kümpfe vom 24. August bis 4. September ergibt. Es beißt in dem Bericht: Di e Russen h akten im m er noch bie Steinkohle wgrub'en bei Je-n'tai be- petzt. Es wird dort höchstwahrscheinlich zur Schlacht kom­men. Die Gruben von Jentai sind die einzigen Steinkohlen- rrufon in der Mandschurei, ihr Besitz ist deshalb eine Frage on vitaler Bedeutung fiw die Russen mit Rücksicht auf den Eisenbahnbetrieb. Ein Teil der russischen Truppen? Pält Jungschuism'u im Süden von Jentai immer m och besetzt. Kurokis Streitkrcffte stehen in enger Fühl- u ng mit dem Feinde. Der linke Flügel und das Zentrum d;er Japaner haben auf dem linken Itfer des Taitseflnfses' alt gemacht. Oyama beabsichtigt, einen Teil dieser Trup- p.en ,ur Besetzung der nördlich von Muchang gelegenen'^ Then ',u entsenden und längs der Eiscmbähn vorMrücken. ilropatki'u hat alle Brücken, auch die Eisenbahubrücken, :6er bet Taitse Der!) rannt. Ueber die Verlu ste der o p a u e r seit dem 25. August heißt es in dem Bericht -eiter Es können keine genauen Zahlenangab'eil gemacht vrbeit, da sie noch nicht festgestellt wurden; sie dürften .lht s chwer smn. Auch vou Ke-n^oMme u-vn russi­

schen Geschützen wird von Ovama nichts berichtet. Es ist jedoch bekannt, daß 16 T0 Ctm-Canet-Geschütze bei Anpmg und Anschantschmr erbeutet wurden. Die Truppen, sagt Oyama weiter, sind in vortrefflicher Stimmung, trotz­dem sie 10 Tage hindurch beständige, mit vielen Opfern verbundene Angriffe gegen den Feind zu machen hatten, der die Befestigungswerke besetzt hielt, die fast permanent waren. Kuropatkin erhielt bis zum 30. August fort- während Verstärkungen und verfügte schließlich Mindestens über 12 volle Divisionen ; seine Ver­luste sind nicht bekannt. Kuroki stieß auf den Höhen westlich von Heijingtai auf verzweifelten Widerstand und erst nach viertägigem anhaltendem wilden Kampfe ge­lang es ihm, die Russen aus ihren Stellungen zu ver­treiben. Es ist klar, daß die Hartnäckigkeit des Widerstandes' der Russen an dieser Stelle die russische Rückzugslinie offen hielt und so eine vernichtende Niederlage ab­wendete.

Petersburg 7. Sept. Ter Vormarsch der Ja­paner auf Mu kden gestaltet sich äußerst schwierig. Sämtliche Flüsse sind infolge der anhaltenden Regengüsse aus ihren Ufern getreten, .wodurch das Ueberschreiten mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Zwischen den Truppen Kurokis und den Russen hat gestern ein Artilleriekampf stattgefunden. Die Avantgarde Kurokis befindet sich 7 Werst von Mukden; sie hatte ein schweres Gefecht mit drei Divisionen Kuropatkins. Mau glaubt, daß Kurokiv Streitmacht zurückgewiesen wurde.

Trotz alledem aber jubelt man und feiert man in Tokio.

Tokio, 7. Sept. (Reuter.) Die Bevölkerung feiert immer noch den Sieg vou Liaujang. Man beschäftigt sich aber sehr mit den Bewegungen Kurokis seit Sonntag. Es heißt, daß die Japaner trotz des verheerenden Feuers in Liaujang außer­ordentlich grofce Massen Vorräte itnb Munition erbeuteten.

Bedenklich für die Russen klingen folgende Meldungen:

Mukden, .6. Sept. (Reuter.) Ein Teil der russi­schen Armee, die si<b auf dem Schienenwege nach Mukden zurückzieht, fft in Gefahr, abgeschn itten zu werden. Am 5. Sept, beschossen die auf den Hügeln östlich von der Bahnlinie stehenden Geschütze der Japaner während der ganzen 24 Stunden die russischen Truppen. Tie ncssische Artillerie wurde auf die Hügel gebracht, wo sie morgens in paralleler Linie zu den Ja­panern stand. Tie Flanke der zurückziehcnden Armee deckten die Truppen mit Kanonen. In Mukden ist ein großer Teil der Transportwagen zurückgelassen worden, da sich die Wege infolge des gestern nüber gegangenen heftigen Re­gens in einem äußerst'schlechten Zustand befinden. Die Hauptarmee räumt Mukden und geht nordwärts.

London. 7. Sept. Die Tokioer Blätter melden, daß Ku­roki nach heftigem Kampfe die dieKurvpatki n'fche R ü ck - zngslinne beherrschende Stellung 15 .Kilometer süd­östlich von Mukden nahm. Die Rüssen mufiten einen gro ßen Teil der Artillerie aus Schlammwegen zurücklassen. Ter Rückzug artete in Flucht aus.

Diese Meldungen stammen it. a. aus englischer Quelle!

Port Arthur.

London, 7. Sept. Dem Reuterschen Bureau wird ans Petevsbnrg gemeldet: Kapitän Wiren, der Komman­dant desBajan", ttnnfoe an Stelle des Mmirals Uch- towski zum Kommandanten d e s'Ge s ch Wade rs von Port Arthur ernannt.

Nach dem Kriegsschauplätze.

London, 7. lÄpt. Das Reutersche Bureau meldet aus Petersburg: Eine große Anzahl von Rekruten soll unverzüglich eingezogen werden. Seit Beginn des Krieges sind, abgesehen von den Truppen zur Bewachung der sibirischen Bahn, 3150 0 0 Mann nach der Man­dschurei entsandt worden, welche noch- nicht einmal sämtlich den Kriegsschauplatz erreicht haben. Bor Etrde Oktober werden das 4., 8. und 13. Korps mit zu- jammen 192000 Mann zur Front stoßen. Bis Ende Sep­tember werden 1108 Geschütze an Kuropatkin nach^ gesandt sein.

Petersburg ,7. Sept. Das^.baltische Geschwader geht nunmehr definitiv am 10. September von Kronstadt nach Libau und von dort am 14. September nach dem fernen Osten. Das Geschwader besteht aus 40 Fahrzeugen, einschließlich der Minenboote und Transportschkfst.

Krankheiten.

London, 7. Sept.Dailv Telegraph" meldet aus Tschifil vom 6. September, daß in Dalny 10000 japa­nische Sokdaten an der Berriberri-Krankheit darniederliegen; die Krankheit endige schnell mit dem Tode.

Der vermißte Attache.

Kiel, 7. Sept. Wie dieKieler R. R." melden, sind die KreuzerFürst Bismarck undHansa" mit den 5erben Mmiralen des Kreuzer-Geschwaders an Bord nack> dem gelben Meer und denr Pctschili-Golf abgedampft, um dort Rachforschtlngen nach' dem deutschen Militär-Attache in Port Arthur, dem Kapitcmleutnant v. Gilgenheimb anzustellen.

Korea.

London, 7. Sept. Der hiesige koreanische Geschäfts­träger erklärte gegenüber dem' Vertreter des Reuterschen Bureaus die Annahme, daß das Mkommen zwischen Korea und Japan ein ^apani'sches Protektorat über Korea bedeute, durchmts fftr u n^er'L chft fer ttzHt. Korea habe einen fremdländischen flnanziellen Berater habeft mimen, aber darin habe nichts neues gelegen und die Erneumm^, eines diplonratischen Beraters sei nicht anders anz-nsehen.

KriegS-oll.

R e w y o r k, 7. Sept. Aus Takvtna (Mlsiingtml) wird gemeldet, daß die dortigen Exporteure die Mitteilung er­hielten, von Riehl, das nach japcmrischen Häsen gobruchtz werde, werde ein Kriegszoll von 10 Cents für den Sack erhoben.

dttcht nach Asten.

Brüssel, 7. Sept. Hier verlautet, Prinz Karl von Hohenzo llevn, dec vor einiger Zeit aus Detttsch^ Imtb, ab gereist ist, uvm im Auftrage des Kaisers ans japar

Deutsches Reich.

Berlin, 7. Sept. Man meldet aus Helgoland: Bei der Ankunft des Kaisers fand eine Flottenparade statt. Alsdann ging der Kaiser mit dem ^Kaiser Wilbelm" und der hier verankert gewesenen Flotte dem als Feind markierten, aus der Elbe kommenden zweiten Geschwader ent­gegen. Nach zweistündigem Gefechtsmanöver, in welchem das vom Kaiser geführte erste Geschwader anscheinend das zweite Geschwader westwärts drängte, ist jetzt die gesamte Flotte südwestlich Helgolands in Sichtweite.

Hiesige Blätter bringen die Nachricht, daß der Staats­sekretär des Reichspostamts dem Prediger D. Wallfisch für seine Agitation zur Bekämpfung der Sozial-^ demokratie Portofreiheit zugestanden habe. Nach.' Informationen der ^Nordd. Allg. 3tg/ ist diese Angabe/ unrichtig.

Die Konferenz, zu der Minister v. Budde die Ver­treter der Studiengesellschaft für elektrische Schnell- fahrten und andere Eisenbahntechniker eingeladen hat, wird dem Vernehmen nach im Oktober stattfinden.

Wilhelmshaven, 7. Sept. Zu dem heutigen 25jährigen Jubiläum des VermessungsfahrzeugesHyäne" sandte der Kaiser folgende Depesche:

An dem heutigen Tage, an welchem vor 25 Jahren durch mein SpezialfchiffHyäne" zum ersten Male Flagge imb Kom­in an doz eichen gesetzt worden sind, entbiete ich den Offtziererr und Mannschaften dieses Schiffes meinen kaiserlichen Gruß mit dem Wunsche, daß das bewährte Schiff weiterhin glücklich fahren und erfolgreich seinen Dienst versehen möge. Altona, an Bord meiner PachtHohenzollem", L September 1904. Wilhelm, I. R.

Bremen, 7. Sept. Dem Senat heute nachstehendes Schreiben des Kaisers zugegangen:

Um den Begehungen, in welchen das 1. Hanseatische. Infanterie-Regiment Nr. 75 zu der Freien Hanfestadtz Bremen steht, deutlichen Ausdruck zu geben, habe ich anläßlich der. heute vor mir stattgehabten Parade des 9. Arn«ekorys bestimmt, daß das Negiment fortan den Namen Bremen in Benennung führen imd deshalb Infanterie-Regiment Bremen (1. Hanseatisches) Nr. 75 heißen soll. Indem ich dem Senat hiervon KennMis gebe, benutze ich gern diese Gelegenheit, nm der Freien Stadt die Fort-^ dauer meiner ihr gewidmeten wohlwollenden Gesinnungen zu ver­sichern. Altona, an Boib meiner Pacht ^Hohenzollern". 5 Septbr. 1904. gez. Wilhelm E. An den Senat der Freien Hanseftadt Bremen.

Dresden, 7. Sept. König Georg liegt zwar bet Jagd ob, doch besteht, nachdem die asthmatischen Be-i sch werden fast ganz beseitigt sind, das Hauptleiden, die schwere Arterienverkalkung, weiter. Eine Folge­erscheinung ist eine neuerdings aufgetretene Waden­schwellung, mit großer Schwäche in den Beinen ver­bunden. Der König muß auf der Jagd nach dem Stand getragen werden.

Ausland.

London, 7. Sept. Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, fand zwischen den regulären Truppen der Republik Urugay und den Rebellen eine dreitägige Schlacht statt, in der 2000 Insurgenten getötet und 4000 ver­wundet wurden.

Paris, 7. Sept. Gestern drang in Charenton ein junger Mann in die Kirche ein, bestieg die Kanzel und hielt eine anarchistische Ansprache. Der Mann wurde von der herbeigerufenen Polizei fest genommen und nach dem Polizeibureau gebracht.

Genf, 7. Sept. Der Rat der revolutionären ar­menischen Kontftees hat heute folgende Depesche an die Minister der Auswärtigen Angelegenheiten der Signatarmächtc des Berliner Vertrages gerichtet: Die türkische Re gierung bat die Mobilisierung des vierten Armeekorps iw Ersinghian angeordnet und sie wird unter dem Vorwande, den Ausstand zu unterdrücken, zu neuen Metzeleien' schreiten. Die revolutionären Armenier verlangen durchaus nicht, daß man sie schone, aber sie haben das Recht zu ver­langen, daß die türkische Regienurg bei ihrem Kampfe gegen die armenische Bewegung nicht ihre -unmenschlichen 'Angriffe gegen unschuldige Wesen richtet, Männer, Frauen und Kinder. Andernfalls würde die revolutiö^are Partei ge­nötigt sein, zu extremen Maßregeln zu greifen deren sie sich Oetzt enthält. Wrr hoffdn, daß die Diplom^e durch cfne wirksame Intervention endlich die Sichcrh^k der friedlichen Bevölkerung garantieren wird.

Budcrpe-ft, 7. Sept. In der Sitzung des

internationalen Genossen-schaf'dsk'Ugrefses hielt Graf Borquignp einen Vortrag über die Pfs^en des Staates gegenüber den si^iwistmchaften. Der Reffst rrfäfte den Beschllchantrag ein, daß die Gew sienjchaftcn 1 allen Ländern aus eine wohlwollende Haltung der äffen ' >che>Besibrdew cm Anrecht haben und daß, wo d^e SwalSrmtcrstü^Ü -nr