StTtfrir ist txm 10 ans 4 SaM gefallen, txi dieser Tage ein großer Dampfer mit einer Ladung Lebensrnittel, bauprfäcNich MM. dorr eingetroffen ist.
befangene.
Beno, 6. Sept. (Rufs. Tel-Vf») Nm 6. September traf -irr der eritv Zug iapanischer Kriegsgefangener ein. ty-.x sj-nd 256 Mattoseu und 68 Offiziere, darunter vier Eng lander von den durch dcis Wlabinvstok-Gesilnviider in den OVnmb gebobtt<m TransLX'ttscksiffen. Tie Orangenen tpcrbcit nun »•n nach Riastvl int O^ouvernement Riäsan gebracht.
Die Truppennrasien der Gegner.
BariS. 6. Sept. Ter Petersburger Korrespondent des .Ech<'" batte eine Unterredung mit dem General Lenxisckvoff ülvr die Anzahl der beiderseitigen Truppen auf bem KriegSschau- platze. Ter GVneral erklärte, die Russen verfügten drnt über 190 000 Mann, während die 3ahl der Japaner über -aO 000 Mann betrage, gußerdem verjagten die Japaner über eine wett größere Zahl von Geschützen !rie die Russen.
Wladiwostok.
P ariS, 6. Sept. AuS Wladiwostok wird gemeldet: In Er Wartung dcS Erscheinens eines ialv.nis Iren O^eschwad rS wurden Schulen, Gerichte usw. nach Chabarowsk verlegt.
Der Zar.
Paris, 6. Sepl. Nn Bord des Dampfers „Orel" ermahnte der Zar die CbefS des maschinellen Teils, sich voller Wachsamkeit zu befleißi'ten. damit künftigen StSrungen vor- mieden werden. Ten Offizieren rief er zu: „Kameraden, ich rechne auf euch in de r Stunde derEntscherd- ung". Auch auf dem „Oleg" hielt der Zar eine Ansprache. Er •rvbnte den Manövern der ans Amerika stammenden Unterseeboote bei, von deren Leistungen er sich b rriedigt zeigte.
Gefahrtm im Unglück.
Dir fortgesetzten Riederlagen der russischen Waffen bilden, nne unser Berliner Mitarbeiter von woblunterriMeter Seite erfährt, den Gegenstand ernster Besorgnis in der Diplomatie. Rußland nähert fick» immer mehr dem Zeitpunkt, wo eS „Gefährten im Unglück" haben, daS Risiko der Erschütterung seines Ein- ffuffe-s cui mehrer1' Schultern verteilen muß. In dem verbündeten Frankreich <nbt man sich kaum mehr die Mühe, die Schadenfreude ob dieses KlemmachenS e ines Gewaltigen zu verbergen. der einst dem tiefen Gruß der Republik nur nachlässig bantte. Man müßte in Petersburg blind sein, itm_bcn Umsclmning her Gesinnungen nicht in bemerken. Aber Rus'land bat ttotz- bem Frankreich an der Fessel ES kann für Rußland, sobald es rrnH. nicht schwer sein, eine Simation in Ostasien hervorzurusen, die Frankreich, wollend oder nicht, inm Beistand Rußlands zwingt. Rußland braucht es nur darauf an'ulegen, China in den Kampf Hineinzuzieben — solche Heraussorder- 'rngen finb bald gefunden bei der entschieden iapanfreundlichen 5?alhnta der chinesischen Bevölkerung — worauf Frankreich seiner BündrnSperrnlichtnng nachiukommen hätte. Ein Ausweichen wäre unmöglich, ober Frankreich würde eb'n ieglichen Kredit unter den Bokkern e-nbüßen und überbrnpt nicht mehr büudnisfäbig sein. Auf die Denstärkung wird es Rußland weniger Lnkommen, als vielmehr ans den moralischen Eindruck: daß es nicht allein die RieberlaTen auf sich ui nehmen Hat.
Deutsches Reich.
Berlin, 6. Sept. Der Kaiser trifft mit der .HoHen- zollern* am Sonntag vormittag in Kiel cm und nimmt dort einen Tag Aufenthalt. Die Seeschlachtflotte dampft direkt zur Lübecker Bucht, ohne den Kriegtzhafen anzulausen.
— Ter ehemalige Präsident des Oranje-Freistaats, Steijn, hat heute morgen Berlin mit seiner Familie vcr- laffen und hat sich nach Utrecht begeben, von wo er der „StaatSbürgerztg.* zufolge über London nach Bloemfontein zurückkehrt, um dort die Praxis als Rechtsanwalt wieder auszunehmen.
— Der HandelSvertrag zwischen Deutschland and Rumänien dürste, wie von unterrichteter Seite verlautet, infolge derSchwierigkeiten in der Bete rinär- frage nicht vor dem Abschluß de§ Handelsvertrages zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn abgeschloffen werden. Diese Entschließung Deutschlands durste auf ein Einverständnis mit Oesterreich-Ungarn zurückzuführen sein.
— Die oldenburgische StaatSrcgienmg ließ dem neugewählten Landtag eine Vorlage betr. die Regelung der oldenburgischen Thronfolge nebst einem Protest des HerzogS Ernst Günther von Schleswig-Holstein zugeben.
Breslau, tz. Sept. Der deutsche Kronprinz hat seine Klage beim Breslauer Bezirks-Ausschuß gegen den KreiS-AuSschuß in OelS wegen Steuerbclastung seines Oelfer LehnSguteS angestrengt. Der Verhandlungstermin m auf den 15. September angesetzt.
AuslMd.
London, 6. Sevt. Die englischen Manöver haben heute begonnen. In der Hauptsache handelt eS sich um ein Zusammenwirken der Land- und Seetruppen zur Zurückwersung eines Feindes an der englischen Ostküste. 11 000 Mann wurden für die Manöver in Southampton eingeschifft.
Budapest, 6. Sept. Der sechste internationale Genossenschaftskongreß wurde heute in Anwesenheit deZ Ministerpräsidenten TiSza eröffnet Die französische Begrüßungsrede hielt Graf Alexander Karolyi, der die Zwecke de§ Genoffenschaftswesens erörterte und betonte, daß das Genoffenschafiswesen den Mittelweg zwischen der Herrschaft der Kapitalisten und des Sozialismus bilde. Es biete den Uebertretbunten der beiden die Stirn. Sodann hielt der Generalsekretär des Verbandes der schweizerischen Genoffenschasten Dr. Hans Müller einen Vortrag über die Bildung und das Wirken genossenschaftlicher Konsumvereine in ländlichen und halbländlichen Bezirken. Müller stellt als Hauptbedingungen für alle Ge- noffenschaften auf: Verkauf von Waren bloß an Mitglieder und Verkauf von Waren bloß gegen Barzahlung. An den Vortrag knüpfte sich eine längere Diskussion. Kaufmann, Dr. Klmgerbill und Dr. Erueger /Deutschland) erklären sich gegen die Bedingungen Müllers. Frau Steinmann (Deutschland) erklärt sich für die erste Bedingung Müllers. Nachdem noch Miß Bennet (England) und Helies (Paris) über die Rolle der Frau nn genoffenschaftlichen Leben resp. über Gert offenschasten in Frankreich gesprochen, schloß die heutige Sitzung.
Newyork, tz. Sept. Der republikanische Vizegouverneur des Staates Ohw, Rippert, ist gestorben. (Charles L. Rippert war der Sohn eines methodistischen MiffionS- prediqerS in Frankfurt a. M. Cr besuchte die Wöhlerschule ■ Ein mnati, wo cr erft als Lehrer, dann als ^tovatat tätig war und auch bald Politiker wurde.
Aus Stadt und Kand.
Gießen, den 7. September 1904.
- Professor Weber. In der philosophischen Fakultät der Universität ist bekanntlich eine neue außerordentliche Pro- essur für forstliche Verwaltungsfächer errichtet und dem Ober* örftcr Heinrich Weber in Dieburg unter Ernennung zum außerordentlichen Profcffor übertragen worden. Ein geborener Oberhesse (1868), besuchte Weber die Wöhler- chule zu Franksitrt a. M. und studierte an der hiesigen Universität Forstwiffenschaft, besonders als Schüler der Pro- efforen Heß und Witnmenaner. 1888 bestand er die forst- iche Vorprüfung in den Grundwissenschaften (Naturwiffen- chasten, Mathematik w.). Die Fachprüfung legte er 1900 ab. Dann mar er zwei Jahre praktisch tätig beim Ministe- rium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Eamcral- venvaltung, und bei der Oberförstcrei Griesheim zu Dcrnburg (Provinz Starkenburg). 1893 bestand cr die Staatsprüfung und wurde zum Forstaffeffor ernannt. Seither wirkte cr im praktischen Forstdicnst als Verwalter und Oberförster, seit Oktober 1903 in Dieburg. DaS von Weber an unserer Hochschule übernommene Lehrfach wurde bisher von den beiden ordentlichen Profefforen gelesen. Weder hat eine Reihe forstwiffenschastlicher Arbeiten in forstlichen Zeitschriften veröffentlicht.
** Personalien. DaS Ehrenzeichen für Mitglieder reiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der reiwilligen Feuerwehr zu Langen Heinrich Thon, Heinrich Dröll V., Karl Michael Dröll, Christoph Philipp Pfann- müller, Daniel Werner, Philipp Schmidt, Johann Wilhelm Herth, Ludwig Metzger und Philpp Keim. — Am 6. Juli d. I. wurde der Weichensteller in der Heff.-
hauS vor etwa einem halben Jahre dem Freiherrn für de« Neubau unserer protestantischen Erlöserkirche gespendet hat, nicht für diesen Zweck zur Ablieferung gekommen sei. Die Sache wurde bereits im Kirchenvorstand zur Sprache gebracht. Der „KirchenpatronE habe diese Gelder voraussichtlich einem anderen seiner Vereine zugewendet. DaS genannte Blatt bemerkt dazu mit berechtigter Vorsicht: ES müßte wohl erst festgestellt werden, ob jene 25 000 Mark dem Freiherrn wirklich mit der Bestimmung übergeben mürben, sie der Homburger Kirche zuzufuhren.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Aus FlörSheim wird der „RL Pr.< gemeldet: Großes Aussehen erregt die Verhaftung eines angeblichen Herrn David Bayer aus Johannisburg in Südafrika, die hier im Auftrage der Staatsanwaltschaft in Wiesbaden erfolgte. Wie verlautet, soll er Mädchen und junge Witwen unter verlockenden Anerbietungen zur Auswanderung nach Iohannisburg zu bewegen versucht haben. — Freiherr Heyl zu Herrnsheim in Worms ist nach ber „93. 8tg/ im Begriffe, ein „Fideikommiß ©erftruben* zu begrün b en, und hat beim OberlandeSgericht Augsburg die ent- sprechenden Anträge gestellt. — Am Herborner Kaiser Wilhelm-Denkmal hat man, dem „$erb. %? zufolge, die unliebsame Entdeckung gemacht, baß sowohl bas schwere Vlittelstück als auch daS darüber liegende Podcststück durch und dlweh gesprungen ist. Die Baukommission ist zur Unter- suchung ber beiben Stücke, die auS Stützelberger Siem her- gestellt sind, an Ort und Stelle bestellt worden. — I» Kleinalmerode (Reg.-Bcz. Kaffel) wurden sechs Wohn- häufet mit Scheunen eingeäschert, wodurch sieben Fomilieu obdachlos wurden. Die Brandursache ist unbekannt.
Prcuß. Effcnbahngcmemschast Georg Rüster zu Isenburg auf sein Nachsuchen in den Ruhestand verseht, deSgl. der Wagenwärter Karl Schupp zu Darmstadt.
— Ein großes Konzert der Kapelle des 5. Großh. Heff. Infanterie - Regiments Nr. 168 wird morgen abend 8 Uhr im Neuen Saalbau stattfinden, woraus auch an dieser Stelle hingewiesen sei.
n. Münzen berg, 6. Sept. Arn kommenden Freitag den 9. September hält das 61. Artillerie-Regiment sein Scharfschießen zwischen Butzbach und Münzenberg ab mit Zielpunkten am Tellerberg bei Münzenberg, und allen Jn- tereffenten ist auf der dem Publikum zugängigen Burgrume Münzenberg Gelegenheit geboten, dieses Schauspiel au8 allernächster Nähe zu beobachten. In der vergangenen Woche hatte daS 25. Artillerie-Regiment Scharfschießen auf demselben Terrain.
Bad Nauheim, 6. Sept. Die offizielle Bade- aison ist bis zum 15. Oktober verlängert worden. Neben den Badehäusern wird bis zur genannten Zeit das Kurhaus geöffnet bleiben und ebenso die NachmittagLkonzcrte i()rcn Fortgang nehmen.
WormS, 6. Sept. Auf Interpellation und Antrag deS Stadtverordneten Kommerzienrats Trumpler beschloß die heutige Stadtverordneten - Versammlnng entgegen dem Beschluffe deS VerwaltungSrateS des städtischen Spicl- unb FesthauscS mit 15 gegen 9 Stimmen, den Theater- raum deS FesthanseS dem evangelischen Bunde zu einem Vortrage deS Exjesuiten Grafen HoenSbroich zu überlassen. Der Antrag hatte eine lebhafte Debatte im Gefolge.
Worms, 6. Sept. Ein Liebes drama zwischen Kindern hat sich hier abgespielt. Ein Feldschütz traf in den sogenannten Wooggärten ein junges Pärchen — einen 18 Jahre alten Gymnastasten und eine sechzehnjährige Modistin — beide aus Kaiserslautern gebürtig, beim Obstdiebstahl an. Zwecks FeststeUung ihrer Personalien sistierte der Bearnte die beiden zur Wache des nächstgelegenen Polizeireviers, wo der Gynntastast in dem Augenblick, als das Mädchen in dem anstoßeriden Zimmer einem Einzelvert)ör unterzogen wurde, einen Revolver bet* vorholte und sich einen Schuß in die rechte Schlafe beibrachte, ohne daß der anwesende Feldschütz eS zu verhindern vermochte. Durch die Vernehmung des Mädchens und auch durch einen bei dem Verletzten aufgeftlndeiren Brief wurde festgestellt, daß die jun geil Leute am 29. v. M. verabredetermaßen die elterlichen Wohnungen heimlich verlassen hatten, in der Absicht, genteinfam in den Tod zu gehen. Nach einer weiteren Aussage des Mädchens toartm beide tatsächlich futf, vor il^rer Verl-aftnng auf die Rheinbrücke gegangen, um sich dort durch Erschießen und Absturz in das Wasser das Leben zu nehmen, doch habe ihnen der Mut zur Ausführung der Tat gefehlt. Nachdem ihre wenigen Varmittel verausgabt worden seien, hätten sie einige Tage hindurch ihr Leben von dem Ertrage einiger Obstdiebstähle gefristet. Der Grund zu dem geplanten Doppelselbslmorde ist darin zu suchen, daß die Eltern ein von den beiden „Kindern" schon längere Zeit untechaltenes Liebesverhälttris nicht weiter dulden wollten. Der Zustand des verletzten 6-vmnasiasten, der sofort in das städtische Krantenhans gebracht wurde, ist hoffnungslos. Die beiderseitigen Eltern wurden von dem Vorfälle telephonisch in Kenntnis gesetzt.
Frankfurt, 6. Sept. Am 24. Juli wurde im Felde bei Aschbach in der Nähe von Neunkirchen derMetzger- geselle Ferdinand BrasiuS aus Homburg v. d. H. ermordet aufgefunden. Ein Mctzgergcscllc mit dem Spitznamen ^Frankfurter Heinrich" und ein Bäckergeselle wurden als der Tat verdächtig gesucht. Wie die ^Kl. Pr." meldet, ist der gesuchte Metzgergeselle in Spiesen bei Neunkirchen verhaftet worden, während der Bäckergefelle in St. Ingbert fehgenommen werden konnte. Beide wurden in das Gefängnis in Neunkirchen gebracht. Sie bestreiten ihre Schuld. — Gestern nachmittag gegen 8 Uhr ereignete sich am Eisenbahnviadukt der TaunuSbahn ein schwerer Unglücksfall. Der Fuhrwerksbesitzer Karl Bien auS Griesheim wollte mit seinem Knechte zwei Fuhren Sand von Griesheim hierherbringen. Als Bien auf den Wagen seines Filhrknechtes springen wollte, glitt er aus und geriet unter den schwer- beladenen Wagen. DaS Vorderrad ging ihm über den .Hals, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Leiche kam auf den Frankfurter Fnedhof.
Homburg, tz. Sept. In der „Frks. Ztg." wird behauptet: Zu den Episoden, die sich hinsichtlich des Freiherrn o. Mirbach in Homburg abgespielt haben, tritt jetzt ein neues Vorkommnis. Es wird behauptet, daß ein Beitrag von 25 000 Mark, den unser vormaliger Landrat Ebbing-
Vermiscyte».
• Eisenbahnunfälle. Infolge falsches Weich en- stellung stceß nachts ein aus Luxemburg in Metz ein* treffender Personenzug bei dem Vorort Montigny in vergangener Nacht auf einen Güterzug. Wie amtlich gemeldet wird, haben die Lokomotivführer, ein Schaffner vom Personenzuge und zwei Bremser deS GüterzugeS leichte Verletzungen erlitten. Der Zugführer deS Personenzuges war, als cr daS Unglück ahnte, abgesprungen und hatte die Maschine zum Stehen zu bringen versucht. Ferner erlitten zwei Paffagiere deS PersonenzugeS leichte Verletzungen. — Aus dem Hauptbahnhof in Danzig ist die Maschme und ein Güterwagen eines auSfahrenden Güterzuges au5 dem Geleise geworfen worden. Die umgcstürzte Maschine liegt quer über drei Geleisen. Vom Zugpersonal ist niemand verletzt worden. — In SoigniS (Belgien) brachen die Räder eines EifcnbahngütenvagenS während voller Fahrt. Eine Anzahl Wagen stürzten infolge deffen übereinander und wurden zertrümmert. Der Schaden ist bedeutend, die Strecke war bis abends gesperrt.
*DieFluchtderPrinzessrnvonKobur'g. Bon informierter Sette wird bestätigt, daß zwischen Vertretern Mattachichs und bc5 Prinzen Philipp von Koburg Verhandlungen wegen Verständigung ber beiden Parteien eingeleitet merben. — Die Gerüchte, die Prinzessin befinde sich auf der englischen Insel Jeftsetz, sind ur^utrefserch. Ihre Wiener Freunde erhielten die telegraphische Verständi.g- nng, daß sie d^as Ziel ihrer Reise erreicht habe unb vollständig geborg en sei. — Die Wiener „Zeit" teilt mit, es könne nunmehr gesagt werden, daß sich die Prcw zessin mit Matachich von Elster zunächst nach De r lin begab, wo flie im Hause eines sozialdemokriatischen Abgeordneten Zuflucht sand und vcm Mittwoch abend bis Sonntag abend verblieb. Während ihres Berliner Aufenthaltes hatten verschiedene Personen in stundenlang^ Geratungen Gelegenheit, sie genau $u beobachten. Alle versichern bestimmt, auch nicht das leiseste Syirrptom einet! Geistesstörlmg bemertt fru haben. Gegenwärtig seien Ausgleichsverhandlungen schwebend, deren Zweck ist, daß Prinz Philipp m die Ehescheidung willigt und die PrinMsmi unbehelligt ihres Weges ziehen laßt. Man versichert, bafc diese Lösung vom Kaiser Franz Josef gewünscht toerbe. Wie bie römische „Tribuna" aus guter Quelle erfahren haben will, befände sich Prinzessin Luise von Kobupg m Venedig.
KeriHlssaal.
—t Gießen, 7. Sept. Ter ehemalige Redakteur bet ,,G. R. N." Sp. aus Gießen hatte sich gestern wegen Z e cy- Prellerei in zwei Fällen vor den ©diöffen zuverantworten. Ter Angeklagte gcflelyt zu, er fei ohne Obdach g<^ tvefen, habe vergeblich versucht, bei einem für bie Rächt uitterzukommen unb habe sich schlre^cch ^achtS in das Hotel Lenz am Bahnhof begeben, wo er vom Hausdiener ein Zimmer angewiesen erhielt Xm
der Hausdiener Zahlung verlangt, und er Ivrll bann diesen gclxl I;aben, er möge den jungen Herni Senj bitten, zu ibm rn >> Zimmer zu kommen, .dieser sei ein ter Freund von chm, den er bitten tvolle, ihm den Betrag lur das Rachtguartter auf ewige Tage zu stunden. Er habe dann den Bescheid erhalten, der Sohn Ls Hauses sei nicht zu sprechen bie £ad)£ tti aber erledigt, er könne gehen. .In gleicher Weise hat im Ho t e l Prinz Karl sich für drei Rächte Quartier beschafft, er kam mitten in der Rächt, flingdte und bat um ein Brmmer bas er auch erhielt. In ber zweiten Nacht klingelte er wieder unb fragte, ob das Zimmer uod) fpr ibn rderbtert m nnivbe.
oi 18 er am Moram das Haus verließ, erNatte ep. dem Kellner, er kämme am Abend wieder: er kam auch, schlief die dritte
im SSduie und ging am andern Morgen weg, ohne die Zrm- mermiete bezalflen. Ter Angeklagte erflärte, es habe ihm niemand Geld abverlangt: er sei im Besitze von Mitteln gewesen, als er den „Prinz Karl" verlassen habe, er sei ju das Hotel nicht wieder Mrückgekehtt, weil er sich eine Wohnung gemietet hape. Ter Kellner vom „Prinzen Karl" aber hat bis heute bie 6 Mark betragende Sclmld nicht erhalten. Ter Sohn des Hotelbesitzers Lenz erflärt als Zeuge, daß Sp. ein Bekannter von ihm sei und wohl der Ansicht hatte sein können, daß er ihm für eine Nacht Unterkunft gewahrt haben würbe. Tw I Schöffen spra chen ben Angeklagten von Strafe unb Kosten I f r c i. Der Fall Lenz sei durch daS Zeugnis deS jungen Len- I geklätt. .Ter Betrug zum Nacktteil deS Kellners im Prinzen Karl sei aber nicht ciiüicfcn, weil die Möglichkeit bestehe, baft die Angola deS Angellagten, er sei im Besitz von Gelbmitteln gewesen, als cr im „Prinzen Karl" logierte auf Wahrheit beruht.
Wegen Herausforderung zum Zweikampf hatten sich vor dem Kriegsgericht der 11. Division in BreSlau zwei Leutnants der Reserve, Kaufmann Richard F a big unb Rendant Georg Westfahl, zu tocrantwortcu. Westsahl hatte eine Fordernna des Fabig zum Zweikampf mit tödlichen Waffen dem Fabrikbesitzer Pralle überbracht Tas Kriegsgericht crkamile nvf Freisprc chn n g. Auf Grund der Vewrisauftialmie mürbe festgestellt, daß'der Grund zu der Herausforderung in verletzenden Ausdrucken gelegentlich einer Unterhaltung lag. Ter HeranS- fleforberte reagierte nicyt, ba& Duell fand nicht statt, und die


