Nr. 210
•rlfttint tLgttch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien« Glätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck iu Verlag der Brü Glich«, Untvers.-Buch-u. Stein- drucleret. R. Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schulpratze 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
Fernsprechanschluß Nr. dl.
WWMMRWWWMRS
Erstes Blatt.
154. Jahrgang
Mittwoch 7. September 1904
Gietzener Anzeiger
w General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt ftr den Kreis Gießen
BerngSpretSr monatlich 75 Pf^ viertel» jäbrlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zwergstellen monatlich 6a Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür bte Tagesnurnmer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12^31«, avLivärtS 20 Pfg.
verantwortlich für den poltt. und allgem. Seil: P. Wtttko: für ,Stadt und £cmb* und ,Gericht§saal": August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck.
Die heutig« Kummer umfaßt 10 Seiten.
Volitifche Tagesschau.
Zur Verlobung des Kronprinzen.
Der amtliche Teil des „ReichKcmzeiger" enthält eine Bekanntmachung des Ministers des königlichen Hauses, in toeleber mitgeteilt toitb, daß die Verlobung des Kronprinzen mit der Herzogin Eäoilie von Mecklenburg mit Bewilligung des Kaisers sowie unter Zustimmung der Kaiserin, des Großbepzogs von Mecklenburg-Schwerin und der Mutter der Braut am 4. d. M. im Jagdschloß Gelbensande stattgefunden hat. Dieses frohe Ereignis werde auf Befehl des Kaisers hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Am nächsten Montag findet iw Schlosse zu Schwerin eine Galatafel statt, der auch das Kaiserpaar bei- wohncn wird.
Wie in gut unterrichteten Kreisen Hannovers verlautet, wird der Kronprinz, nach seiner demnächst stattfindenden Verwährung im königlichen Residenzschlosse zu Hannover Wohnung nehmen. In den Kreisen ehemaliger Offiziere kursiert seit einigen Tagen das Gerücht, daß der Kronprinz nach seiner Vermählung in irgend ein militärisches Kommando nach Hannover versetzt werden solle. Man niwmt an, daß der Kronprinz in das Königs-Ulanen-Regiment eintreten wird. Doch sind dies bisher nur Vermutungen. Neber das Datum der Hochzeit des deutschen Kronprinzen ist vorläufig noch n i chts b estimmt. Cs wird jedoch in untere richteten Kreisen als unwahrscheinlich bezeichnet, daß 'jie noch in dies em Jahre stattfindet.
*
Mimsterwechsel m Preuße«?
Der Oberpräsident Dr. Wentzel in Hannover soll demnächst in das preußische Ministerium eintreten. So wird in Hannover versichert. Dr. Wentzel steht beim Kaiser von seiner früheren Tätigkeit in Wiesbaden her in bestem Ansehen. Man hat in Regierungskreisen in Hannover seine Berufung in das dortige Oberpräsidium nur für einen Uebergangsposten angesehen und ist der Ansicht, daß nach der Unterredung, die der Oberpräsident Mitte August mit dem Reichskanzler Grafen Bülow in Norderney hatte, Dr. Wentzel als Minister des Innern in Aussicht genommen ist. Man glaubt, daß seine Uebersiedelung nach Berlin in der Zeit der Eröffnung des Parlaments stattfinden wird.
Nach des Frhrn. v. Mirbach Fall auch noch der Fall des preußischen Ministers' des Futtern Frhrn. v. Hawmer- st e i n? Das wäre ein ganz ungewöhnlicher Erfolg der öffentlichen Meinung, die hartnälttg den Spendensammler und den Minister zusammen genannt hat, obwohl Frhr. v. Hammerstein im preuß. Abgeordnetenhause versuchte, Herrn v. Mirbach von den Rockschößen zu schütteln. Wir vermögen einstweilen an eine Erschütterung der Position des Herrn v. HamMerstein nicht zu glauben Frhr. von Hammerstein galt stets als besonders gern gesehen an maßgebender Stelle, der gewaltige Eistr seiner Polenpolitik kann ihm trotz des Zentrumsgrolls auch nur genützt habet:. Wenn schon ein preußischer Minister amtsmüde sein soll, dann dürfte dies wohl am ersten auf den Handelsminister Möller zutreffen, dessen seit längerem etwas elegische Sttmmung durch die sthlgeschlagene ,Ziber!uia"-Ver- staatlichung sicherlich nicht gebessert worden ist.
Vorspiel zmn Bremer Parteitag.
R. Berlin, 6. Septewben
Der sozialdemokratische Parteitag in Bremen verspricht gewiß mancherlei Interessantes zu bringen. Aber, was uns betrifft,, so möchten wir den Blick besonders auf eine Persönlichkeit richten. Nichst auf Bebel oder Kantsky oder Schippel oder sonst einen „Rufer im Streit". Nein, auf einen Mann, dessen Namen wir bisher nichlt. 'einmal kennen, der aber hinlänglich gekennzeichnet ist, um ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Mir meinen den Delegierten der Parteigenossen in Braunschweig und Altenburg. Ihm ist nämlich in aller Form dvr ehrenvolle Auftrags geworden, als Hüter der Ordnung, als Sturmbeschwörer in Bremen aufzutreten; er soll „in der entschiedensten W«eise" zur Verhinderung ähnlicher Vorkommnisse wie in Dresden Mitwirken! Hoffentlich verfügt der mit diesem Mandat Betraute über -die erforderlichen Eigenschaften, über eine weithin schallende Stimme und eine robuste, Respekt einfiößende Erscheinung. Denn anders nützt die Entschiedenheit zu nichts.
In Bremen werden die Geister ebenso heftig austrn- andergernten, wie in Dresden. Dafür sorgt der Fall Schippel, sorgen die Anttäge des Parteivorstandes über oie gerechteste Art, einem widerspenstigen, gegen die Grundsätze und sogar gegen die Beschlüsse der Parteiorganisation „gröblich verstoßenden" Genossen den Stuhl vor die Tür zu setzen. Ganz zu schweigen von kleinen Enthüllungen, die 0(i und dort eifrig, aber still vorbereitet werden, Ueber- raschungen, die nun einmal eine Spezialität der Sozialdemokratie sind.
Was noch alles die vom „Vorwärts" mitgeteilten 11 7 Anträge zum Parteitag enthalten, das tritt gegen die persönlichen Auseinandersetzungen in den Hintergrund. Da taucht z. B. in mehreren Anttägen der alte, stets mit einiger Heiterkeit begrüßte Wunsch wieder auf, den Alko- h o lm i ß b r a u ch in der Arbeiterschaft zu bekämpfen. Die Frage wird ein'ach auf die nächste Tagesordnung gesetzt werden und von dieser auf die übernächste usw. Eher schon ist daran zu denken, daß dem „Wi ll kü rrr g im e n t in Rußland" int Anschlnst an den verunglückten Königs berger Prozeß eine besondere Debatte gewidmet tmrd. Auch
die Maifeier gilt immer noch, nicht als erledigt, ttotz aller Beschlüsse. Kurz und bündig bezeichnet der Antrag der Magdeburger Genossen als die „vornehmste Art der Maifeier" die A^eitsrrche. Richtig, die „vornehmen" Deute tun nach dem Volksmund gar nichts. Aber ist diese vornehme Art den Arbeitern etwa eine besonders sympathische? Dem Parteigenoffen Halfter in Berlin ist ein origineller Gedanke gekommen, ,chie demonsttative Wirkung der Maifeier zu erhöhet: die Anlegung eines Demonstra- tionsabzeichenA. Das wäre also gewissenmaßen der erste s ozialdeMokratische Orden. Welch ein Medaillenregen würde sich ergießen! Nur ist eine wiederum leicht zu Mißhelligkeiten führende Frage, wie das Abzeichen aussehen soll, mit dessen Anschaffung und Einführung kurzer Hand der Parteivorstand beauftragt wird. Und erkennt denn nicht ein Genosse ohne weiteres den anderen, wie ein Freimaurer den „Bruder"? Bedarf der Bourgeois" eines weiteren Hinweises, als der gänzlichen Ent^ltsamkeit von der Arbeit, dieser vornehmsten Art der Maifeier, um den zielbewußten Genossen von anderen unorganisierten Arbeitern zu unterscheiden?
Doch, was soll man erst dazu sagen, daß ein Antrag der Parteigenoffen vom 3. Hamburger Wahltteis so ziemlich die unpopulärste Einrichtung — eine Klebegesetz, ein führen will! Feder Parteigenosse muß danach Marken kleben, monatlich 15 Pfg., zum Besten der Parteikasse. Sechs Marken im Rückstand, und der Säumige wird „als zur Partei zugehörig nicht mehr angesehen." Ein höchst drakonffches Klebegesetz. Die Mitgliedskarte wird auf Herrn.....ausgestellt.
Also nicht einmal auf den „Genossen". Das schlägt dem Faß den Boden aus. Diese Hamburger Antragsteller scheinen verkappte Reaktionäre zu sein.
*
Der DerbandStag der Viehhändler
Deutschlands hat in seiner Generalversammlung in Berlin gegen den Entwurf des Viehseuchengesetzes Stellung genommen Beteiligt sind daran 21 Beüeine mit 1582 Mitgliedern Am 5. August hat im kaiserlichen Gesundheitsamt eine Besprechung von Sachverständigen in der Frage stattgestrnden. Gegen die dort laut gewordenen Aeußerungen nahm die Versammlung Stellung. Wie berichtet wurde soll dort einer Einschränkung des Viehhandels tml Nmherziehen das Wort geredet worden sein, ebenso sollte der Viehhandel außerhalb des Ortes der gewerblichen Niederlassung verboten werden. Damit würde man den Tod des Viehhartdels, so hieß es, besiegeln. Es wurde eine Resolutton beschloffen, in der die Versammlung dagegen protestiert, daß einzelne Viehhärrdler als Sachverständige bei den Beratungen zu gezogen worden sind, die nicht das allgemeine Wohl, sondern ihr eigenes' Interesse vertreten. Die Viehseuchenversicherung wurde als sehr mangelhaft hingestellt. Man beschloß, an die Regierung das Ersuchen zu richten, daß die Zwan gs'v ersicher- ung gegen Seuchenschaden für Rinder, Sch-veine und Schaft Platz goeiftn soll. Zur Durchsetzung dieser Forderung will man mit den Landwirten und Schlächtern in Verbindung treten. Weitere Beschlüffe beziehen sich auf die Herabsetzung der Altersgrenze für die Erteilung des Gewerbescheins von 25 auf 21 Jcchpe und auf die Dieh- beförderung auf der Eisenbahn.
lieber d-ieRücksichtslosigkeitderEisenbahn- verwaltungen in Bezug auf Viehtvansporte wurde lebhaft geklagt. Mau laßt die Tieve in den Wagen tundenlang stehen, was nicht nur Schädigungen der Viehhändler, sondern amch Qualen sür die Tiere im Gefolge hat. Außerdem wurde- verlangt, daß den Viehtteibern, die jetzt in den Viehwagen Platz njehmen müssen, erlaubt werde, daß sie in den Personenwagen vierter Mrsft sich befördern lassen.____________
Irr Krieg zwischen Japan und Wußland.
Zur Lage in der Mandschurei
Kein Zweifeh daß den Russen der Rückzug, mit tarken Verlusten freilich, gelungen ist, nachdem um Liaujang mindestens vier Tage hindurch der Kampf getobt hat; die Japa ner sind in den geräumten, nicht erstürmten Ort eingerückt. Die ldngohung, Um- assung oder wie Man die an gestrebten Begegnungen der Japaner gegen den linken russischen Flügel nennen will, hat versagt, schnelle, weite Märffchje sind nicht die starke Seite dws tFcrpanen daher auch die ganz matte Ver- 'olgung. Es ist nicht gelungen^ die russische Armee zu angen, es ist auch anscheinend überhaupt kein berentender russischer Truppenteil abge- 'chnitteu oder sonst in Gefangenschaft geraten. Reuter hat allerdings das erste sibirische Armeekorps unter Stackelbcrg im Südwesten von Ämljang von den Japanern umzingeln lasien. Authenttschen Nachttchsten zufolge aber hat dieses selbe Korps zur selben Zeit im Nordosten von Liaujang gegen die Tn'.ppen Kurokis gekämpft. Wäre ihm etwas passiertz so hätte man das japanischerseits zweifellos gemeldet. Heißt es doch auch heilte (sielft unten), daß die Russen Ktrrokr im Zaum hatten und die Liarrjang-Armee nach Norden nvauschiert. Auch die Zahl der von den Ja- mnern eroberten Trophäen — Fa-Hnen und Geschütze — cheint nicht bederttend zu sein, von eroberten Fahnen hört man gar nichts und von eroberten Geschützen sehr wenig. Aber von großen Verlust en verlautet viel. Die der Japaner kennt man nicht und wird sie sichjer nientals er- ahreti, die der Russen kann ntan jetzt auch mrmöglich kennen oder übertsehen. — folglich sind sämtliche Zahlen über die Ge-samtverluste unsicher und nicht glaub- iv ü r d i g.
Me die Missen Aurückgegaugeu sind und zurückgehen, in welcher Formation, das entzu'ht sich der KenUtttts —
in einer Kolonne gewiß nicht. Jedenfalls ist seitens' des, russischen Oberkommandos ein Rückzug von Liaujang längst erwogen worden, und längst sind Bestimmungen darüber gettoffen, wo die nächsten Punkte des Widerstandes^ sich^ befinden. Vielleicht ist der nächste Punkt Mukden, vielleicht, auch nicht. Ob die Japaner in der Lage sind, die Armee. Kuropatkins zur Schlacht zu zwingen, da wo sie wollen, ist nicht sehr wahrscheinlich. Auch sie werden große Ver-' luste, wahrscheinlich sogar die größeren, erlitten haben und von den Anstrengungen der viertägigen Kämpft gehörig Mitgenommen sein. Es <t übrigens mancherlei an diesen Kämpftn auffättig. Wenn 1870/71 Infanterie energisch angriff, so war sie innerhalb kurzer Zeit, höchstens in wenigen Stunden, derarttg zugerichtet, daß sie nur einen Teil — ein Viertel, Drittel bis die Hälfte ihrer Stärke besaß und ganz oder beinahe ganz ohne Führer war. Die Japaner aber scheinen ganz un sterb lich zu sein. Dieselbe Truppe ist immer wieder da und greift mit Heldenmut vier Tage hintereinander täglich mehrmals mit ungeheuren Verlusten an — merkwürdig! Auch in Asien wird doch wohl mit Wasser gekocht. Die Russen werden ihre Lücken ausfüllen können, was den Japanern immer schwerer werden muß, und für sie beginnt der Feldzug erst jetzt ernstlich, nämlich nachj der ersten großen Schlacht. Bis hierher konnte man japanischerseits einem großen, vorher festgesetzten Plane folgen, jetzt müssen neue Pläne aufgLstült. werden.
Ein Gefecht bei Jentai.
Die heute vorliegenden Nachrichiten lauten:
Jeutai x5. Sept- (Reuter.) Heute fand nordöstlich von hier ein heftiges Gefecht statt. Die Japaner marschiereu längs des Bergrückens östlich von der Eisenbahn Nordwärts. In einer Entfernung von 20 Meilen im Südwe sten von Muk- deu fanben rnehrer e Scharmützel statt. Die Russen halten Kuroki im Zaume, wahrend die russische Li- aujanaarmee nach Norden marschiert.
Tokio, 6. Sept., 2 Uhr nachm. (Reuter.) Hier verlautet, die Ruffen hätten sich über Jentai hinaus zurückge- zogeu General Kuroki besetzte Jentai.
Tokio , 6. Sept. (Amtlich.) Ein Teil der ruffischen Trup» pen bleibt in Jingschuifsu, südlich von Jentai. Tie Hauptmacht der Ruffen steht in Jentai.
Die beiden letzten Nachrichten widersprechen einander wieder gapz auffallend. Reuter weiß von japanischen Erfolgen zu erzählen, die japanische amtliche Meldung aber arzähtt das Gegenteil davon. Daraus erhellt wieder ebnrtttT die Unzulänglichkeit des englischen Bureau Reuter,desseu aftikanische Lügenmeldungen beim Buverrfeldzuge ja voch heute unvergeffen sind.
Weiteres aus der Mandschurei.
London , .6. Sept. Aus Jentai wird von gestern tele- graphiett: Die Russen räumten ihre Stellungen um Liaujang in der Nacht des 3. Sept., überschritten den Taitseho und verbrannten die Brücken hinter sich Unterbetten hielt eine starke Abteilung.Kuroki von Jentai ab. Kuroki griff an, wurde aber Kurückgeschlagen und auS seiner Stellung auf dem linken Flügel vertriebe n. Tie Japaner ttch- teten ein furchtbares Schrapncllfeuer auf jene Stelle und vernichteten zwei ganze Kompagnien der Russen.. Abends beschoß die verstärkte russische Attillette die Stellungen^ der Japaner. Kuroki schob seine Rechte vor, und kam bis ans 20 Kilometer an die Bahn bei Jentai, wurde aber schließliche auf seine frühere Stellungzurü'ckgeworfen. Gestern fand nur vereinzeltes Feuer statt.
London, 6. Sept. Aus Tokio wird gemeldet: Das kaffer- licbe Hauptguartier in Tokio erhielt eine Unmenge Kriegsdcpcschen, hält sie aber zurück, bis ein zusammenhängender Bericht herausgegeben werden kann. ,Es ist indeffen bekannt, daß es Kuropatkin gelang, b-urd) eine verzweifelte Aktion in seinem Rücken imb starke, gut dirigierte Flankendeckungen den größten Teil der ruffisibeu Armee zurückzuziehen. Man ermattet btt»! Standhalten Kuropatkins erst bei Mukdeir, obwohl südlich von diesem Platz Gelände ist, das sich verteidigen lässt. Unter den Gefallenen besinden sich auf japanischer Seite Leutnant T e r a u s ch i, Sohn des KttegsMinisters, und die Leutnants Fukushima und Mouraki, Söhne der bekannten Generale. Tie Generale Terauschi und Fukuffstma gaben ttotzdem ein Festbankett zu Ehren des Sieges der Japaner. Unter den Gästen befanden sich bie kaiserlichen Prinzen, die Kabi- nettsmimster, die älteren Staatsmänner, der Stab der Armee und der Manne und die Chefs des Depattements. Tokio war wieder iUuminiett, .und durch die Straßen wogten Lattrnen-Pro- zessionen.
Petersburg, 6. Sept- Nack aus Mukdm eingettoffencn amtlichen Meldungen ist das Gros der ?lrme e Knropat- kins am Hun-Ho angelangt. Tie Nachhut, welche btt Ieittai mehrere Gefechte aus^uhalten batte, hat fick in guter Ordnung zurückgezogen — Der Stab des Statthalters Lllc^e- jew witt> von Mukden nach CHarbin zurückverlegt.
Paris, 6. §ept. Die letzte vor Unterbrechung der Ver« bindung aus Mulden abgefckmkte Drahtmeldung besagt, daß die Zivilbevölkerung nordwärts gesandt werde. Don Mukden abgesimdte Späher signalisieren feindlick:e Vor truppen im Süden, und Osten auf 20 Kilometer Entfernung.
Paris, .6. Sept. ,Um Charbin, wo in allen Häusern Verwundete liegen, werden für die Gmnnson von Mrrkden Baracken erttchttt.
Port Arthur.
Tschifu, 6. Sept. Chinesische Flüchtlinge berichten, daß die Japaner am 2. September früh 6 Uhr einen neuen heftigen Angriff auf Pott Arthur madfvten, .sie seien aber zu- rückgeschlagcu worden, hätten aber den Angriff sofort erneuert.
Tschifu, 6. Sept. (ReuhT.) Heute abend mürbe Geschehener aus der Mck^rmg- von Prn't ?h'fhirr vernommen. Zwei chinesische T olm et scher , die zu der Umm'lmüg d's (5k- neralS Stoeffel gehören, .nmrd'N, der eine in Sckurscinven, txn aitbere in Palungschan von den Japmrern als Spione fesb- genonnnen und hin gerichtet Aus Pott Atthur einietrvffene Cbinesen bettchttn. biiT( die Roffen dortfür, nwnreii einen aff gemeinen 9lngriff hon der 9nnb- und Sc'ttette n1i*artfn. Die Japaui.'r b «V^'isen am 2 und 3. September die Stadt licftig In einem Frntt 1*H b rlumä m wurden zwei Geschütze n n - brauckba r gemaäst. Der Preis de- MehlS m Port


