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* fier siebener Anzeiger i nd<n im Wechsel mit i bnSrsfischen tonörotrt । hw-iefctner Kam Uten- 1 NÜt-t viermal in der ttoche txigetegt
' i.k ibonBbrucf u. Ver- Uoctxt Brühl'sche«
Wo ey^Buch-u. 6ietn- 1 kudtutL St. Lange.
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' <M« für Depeschen: lluMger Gtetzen.
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Erstes Blatt.
154. Jahrgang
Donnerstag 7. April 1904
Gietzener Anzeiger
** General-Anzeiger ö ‘**F
Amts- und Anzeigeblatt fir den Kreis Gietzen
vezugSPretsr nionallich 7b Ps^ viertel- jäbrlich Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch oiePost Mk.2.— viertet- iährl. ausschl. Bestellg. Anaahme von Anzeigen iür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12PH, auswärts 20 Psg.
Verantwortlich Hhr den poltt und allgem. Teil: P. Wtttko: für „Stadt und ßantr und .Gerichtssaal*: August! Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck.
Wegen Neleidigung
des Kardivat-Aürstöifchofs Kopp
1 mb i -r oberschlesischen katholischen Geistlichkeit hatte sich ' Ätz aar Ostern in Beuthen der Redakteur v. Wolski in Kattvwitz erscheinenden radikal-polnischen -Zlat^es „Gornoslazak" toi verantworten. Ter roslazak" hatte int Tezember das Auftreten des d e u t- s 6tn Klerus gegenüber dem polnischen Volk < ।!' tiine moralis ch>e Nichts Würdigkeit, eine ^8irg»ewaltigun g der Natnrrechte, einen Ser- ri'ot cn der katholischen Sache aus Gefälligkeit gegen den Staut -bezeichnet. Ferner hatte der „Gornoslazak" behauptet, ' unter dem Vorsitz des Kirrdinals Kopp eine zu rein k Äti en Zwecken einberufene Versammlung sämtlicher Erz- V nriefier Oberschlesiens im St. Vincenzhause in Breslau am j -1 uifib 15. Oktober die preußischen Landtagswahlen ein» S Wni erörtert habe.
'-'f die Vorhaltung des Gerichtsvorsitzenden, daß es ; tw b-n: Artikel heiße „Tie Kanzeln verwandeln sich l I-|tar in politische Tribünen und widerhallen von un- nWürdigen und unchristlichen Ausfällen gegen b .ui? f ' uh le und Ueberzeugung der Ortsangehörigen, welche >i i' c c ritt und Tritt mit einer tvpischen und brutalen d_tii chen Grobheit behandelt und von dem eigenen ' Lftlcwbirten mit Fußen getreten werden", erklärte der An- er wolle den Beweis der Wahrheit rn vollem 1‘ Mnffinne , an treten. Ter Abg. Porsch werde bekunden, daß i 'n trimittelbaren Anschluß an die offizielle Priester- f tmffiTnj in einer -werten Konferenz die Landtagswahlen worden feien.
knie große Ar^ahl von Zeugen wurde vernommen, d mt frdhmbeten, daß ihnen die Absolution verweigert n '«nder fei. weil sie den „Gornoslazak" lesen. Ern jugend- li l iaplan habe einem alten Mann, der zur Buchte f: hn ivüd sich in der Kirche auf einer Bank niedergelassen h "rklärt: Von Leuten, die den „Gornoslazak" lesen, kc 'm itfji keine Beichte hören. Ter alte Mann begab sich wi'f in den gegenüberliegenden Raum der Kirche. Der K tolait folgte ihm aber mit dem Bemerken: Er solle scl'-ism die Kirche verlassen, sonst werde er ihn aus d se.Airche hinausschmeißen lassen. Einer Anzahl S» reuirt ttntrbe die kirchliche Trauung und die Spendung be C t ?faframent£ verweigert, weil sie Leser des „Gor-
V' wären. Zu diesen gehöre auch der polnisches rnolr: tische Abg .Korfanty. Mn Geistlicher habe den &■’ irwinnttz mit dem Scklächer Barabas verglichen. Ein irint - Geistlicher habe von der Kanzel herab Korfanty als RMisiMten und Antichristen bezeichnet.
-erc Prozeß fand nach, mehrtägiger Verhandlung einen äl mt. i henben Abschluß durch ein Telegramm des Kari-Ml-.'Kopp, worin der Fürstbischof seinen Straf- 1 rt:ic g gegen v. Dolski zurückzoa. Nach einer kurzen i- ii ng des Staatsanwalts verkündete der Vorsitzende, ia'..- brr Gerichtshof nach erfolgter ZurüZiehung des : 7'7'trags die Einstellung des Verfahrens be- schÄIll'r. und Kardinal Kopp die Kosten des Ser* fc ichein s auferlegt habe.
'a; Telegramm des Fürstbischofs lautete: ,Lch ziehe in i - inem Namen und im Namen des mir unterstellten l lsr den Strafantrag gegen v. Wolski in allen seinen ic’fKin zurück und bitte um Einstellung des Verfahrens." Vc 'rrrb'.-ger teilte mit, der Strafantrag fei durch Ver- irdniliilnnig des GeneralvikariatS-Amtsrats Buchmann zurück- worden. An diesen habe sich im JUteresse des 'r ■" 1 - der Abg Korfanty gewandt, nachdem der „Gor- io>iL;d.f" sich bereit erklärt habe chie Erklärung zu ver- . Z'°>ilicchen, er habe eingefehen, daß die in dem inkrimi- i rr*n Artikel enthaltenen Behauptungen sich nicht in l ll!' Punkten, insbesondere nicht soweit sie auf die -e sr." des Kardinals-Fürstbischofs Kopp sich beziehen, auf- reoch schalten lassen.
dadinal-Iürstbischof Kopp hat jetzt, am Mittwoch n ü i :ti C ft e r n , mit Rücksicht auf die inzwischen Vom „Gor- w i i.'" gebrachte Erklärung auch den zweiten Klage- 11 m liiL g gegen das Blatt, besonders gegen den Redakteur K c‘O't'. lcz h k und Genossen, bei dem Beuthener Land- geitt. zurückgezogen. Ter Kardinal empfiehlt den S "-en, auch ihrerseits die an diesen Klageantrag an- ges jÄ 1 men Klageanträge zurückzunehmen. Selbstverständ- 'icfiti «eben bie Geistlichen dieser „Gmpfehlim^ Folge i i “ Wie weiter ein Telegramm aus Breslau meldet, for'Ühc- einer Mitteilung der Zentrumspresse die Staats- ant2M!s:haft auf Grund der gegen die Zeugenaussagen im BeMmier Prozeß gerichteten Berichtigungen der ober- ' hl tat wen Geistlichen gegen eine Anzahl polnischer 3 c ii t n in diesem Prozch das Verfaßen wegen Mein- c t $ io: einleiten wollen.
i? gestaltet sich dos Nachspiel zum Beuthener Prozeß wo H nach interessanter als der Prozeß selbst Sollte der größte Teil der Zeugen einen Meineid ge- fdirmm haben? Tie Erklärungen der kacholischen Geifix- Itci;.-» imt der oberschlesischen Zentrumspresse lassen eigent- li ta ' u keine andere Lkvslegung ihres Widerspruchs gegen b;? ich gemachten Zeugenaussagen zu. Ans den zahl-
1' Beispielen geben wir folgenden, mit Nr .7 mime* ii«: ?Zrief der „Schles. Bolksztg.":
lünwahr ist die Aussage der Beramannsfrau Mär'. $':■ Phrkasz cmS Bogurschütz, daß ich mit dem Volke e- M äiüratei gebetet habe, damit „Korfanty nicht ge- tr : werde". Unwahr ist, daß ich von der Kanzel ver- kiLtt haben soll: „Wer den „Gornoslazak" lieft, wird n Ä • ruf den. katholischen Kirchhof bsgraben werden." $ ft' ist jedoch, daß ich wiederholt meine Pfarrkinder txai.'.-T schlechten Presse im allgemeinen und insbesondere d- ® hMn „Gornoslazak gewarnt habe. Wahr ist, daß ic^^Lcherholt auf die verderblichen Folgen einer solchen
aufreizenden und jede Autorität untergrabenden Lektüre htngewiesen habe. Ich hielt und halte das für meine Hirtenpflicht. Hierbei kann ich mein lebhaftes Bedauern darüber nicht imterdrücken, daß 5korfanty vor Gericht wiederum zwei schwere Beleidigungen des oberschlesischen Klerus fertiggebracht hat. Er behauptete schlankweg, 1. daß der Klerus ihn zu einer wilden Ehe zwingen wollte; 2. daß ein Teil des .Klerus das oberschlesische Volk national und wirtschaftlich ruinieren wolle. Keinem der oberschlesischen Geistlichen farm ein so ungeheuerlicher Vorwurf gerechterweise gemacht werden! Korfanty macht ihn dennoch und will dabei noch guter Katholik sein! — Rechtsanwalt Tr. Seyda tat noch ein übriges, indem er mich und die „Mehrzahl der oberschlesischen Geistlichen" vor Gericht als „Germanisatoren" bezeichnete. Wenn ihn jemand um Beweise für seine Behauptung gefragt hätte, so hätte er solche sicher nicht erbringen können. Meine große Parochie mit alleiniger Ausnahme der verhetzten Elemente, welche gegen ihren Seelsorger keine Gerechtigkeit und keine Wahrhaftigkeit kennen, wird mir und meinen Hilfsgeistlichen gern das Zeugnis ausstellen, daß wir unseren PfarrkinderTn beiderlei Zunge jahrmis, jahrein gerecht zu werden ehrlich bestrebt sind. Auch sind bisher Klagen über Bevorzugung einer Sprache zu Un- gunsten der anderen uns nicht vorgetragen worden. Rechtsanwalt Tr. Seyda fteilich, obschon mein Pfarrkind, will das anders wissen. Bogutschütz, 1. April 1904. Ludwig Skowrvnek, Pfarrer."
Hin Attentat auf den König von Spanien.
Wir erhielten heute folgendes Telegramm, das wir sogleich durch AuShang bekannt gaben:
Barcelona, 7. April, norm. 10.20. Amtlich. Als der König die ArbeitSanSstellnng verließ, platzte eine Bombe. Zwei Landreiter wurden verwundet, ein Verdächtiger verhaftet.
Als der junge König von Spanien vorgestern seine Reise nach Barcelona, der europäischen Anarchisten- und Revo» lutionSstadt par excellence, antrat, da hegte man allenthalben m Spanien lebhafteste Besorgnisse. Nicht ihn, aber doch den Ministerpräsidenten Maura, dem man seinen Kleri- kalismus und die Nichtausführung der Reformen vorwirst, hatte man beschlossen, auSzupfeisen. Ein Aufruf der Kata- lanisten forderte völlige Autonomie und lehnte die Verantwortung für die Zukunft ab, wenn die Forderung nicht erfüllt wird. DaS Blatt der Carlisten veröffentlichte einen heftigen Artikel gegen die geltenden Staatseinrichtungen. Die Republikaner veranstalteten am Dienstag 55 Versammlungen.
Am Mittwoch traf der König in Barcelona ein und wurde „fteundlich empfangen, besonders von den monarchisch gesinnten Studenten". So meldete der offiziöse Bericht sehr knapp und sehr vielsagend. Heute früh besuchte er eine Ausstellung. Da ist daß Attentat erfolgt, das ja glücklicherweise keine allzu bösen Folgen gehabt zu haben scheint. Zwei Gendarmen sind verwundet worden und der als Attentäter Verdächtige bereits verhaftet.
Was aber werden dem jungen König die nächsten Stunden in der von aufrührerischem Gesindel und dunklen Existenzen so überaus reich bevölkerten Stadt bringen ? Alle Gefahr für da§ Leben des Königs ist noch keineswegs vorüber.
Aas Aeichs-'AarlameuL nach Hstern.
Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 6. April:
Tie dem Ende zuneigende parlameutarffche Osterpause war für den Grafen Bülow eine Zeit politischer Sorgen und Arbeiten. Tiesmal grüßte ihn nicht, wie sonst um Ostern, bas schöne Sorrent; seine Erholung bestand in Spaziergängen in dem regendunklen Tiergarten. Tart konnte man ihn täglich um dieselbe Stunde auf und ab- hxmbeln sehen. Tic Parlamentarier hatten es besser, sie durften sich der Muße hmgeben. Einige von ihnen (wie unser Reichstagsabgeordneter Kommerzienrat Heyligerr- stüdt) sind hier auch bereits wieder eingetroffen, die meisten rüsten erst zur Reise nach der Reichshauptstadt, um mit frifdjen Kräften zu kritisieren, wo fich in der Politik des Grafen Bülow Anfechtbares finden läßt. Tenn der Reichstag beginnt ferne Arbeiten mit dem Etat des Reichskanzlers, d. h. mit einer unter Umständen eine stanze Woche füllenden Generaldebatte über untere und äußere Politik. Es gibt kaum etwas, was bei dieser Gelegenheit nicht zur Sprache gebracht "werden konnte; ist doch der erste Beamte des Reiches zuständig und verantwortlich für alle Ressorts. Zunächst und am meisten interessiert bie zu erwartende ausführliche Erklärung des Grasen Bülow über bie auswärtige Politik, im Hinblick besonbers auf Ostasien. Tas Zentrum wirb emettt darüber berrchiot sein wollen, daß Deutschland nicht die Rvllc des „ManerbMrmchens^' zuMlc, auf welche Möglichkeit Abg. Dr. Schädler bei der ersten Lesung des Etats resigniert hingeivresen hatte. Und Gras Bulow wird sich natürlich nach wie vor bemühen, das Vertrauen des Zentrums auch für feine auswärtige Politik zu erlangen, iaie er dies in der inneren Politik durch fein Entgegenkbrnrnen in der $efuitenfrag-e erreicht hat. Ohne Zweifel wird der Kanzler in Sachen des Jesuiren- pavagraphen auch im Reichstag, von rnationalkibe- raler Seite interpelliert werden, und es ist «vhl mägkch, daß das Zentrum Tn er zuversichtlicher, siegessrohkr auftritt, als im preußi^-.: Mgeordnetenhause, gemäß ferner Machtstellung im Reicysparlament. Hitzige Rede und Gegen
rede steht also in Aussicht. Aus solcher Scylla wird sich Graf Bulow dann in die Charybdis versetzt sehen, und zwar durch bie Konservativen, bie erneut „in letzter Stunde" und mit äußerster Energie die Mndigung der Handelsverträge fordern dürften, sowie die Vermeidung jeder Preisgabe landwirtschaftlicher Jn- terefjen bei den Vertragsverhandlungen. Graf Bülow hat es bitter nötig, auch' die Konservativen sich geneigt zu wissen; sie haben es in her Hand, dem Kanzler eine der' von ihm so gern vermiedenen inneren Krisen zu schaffen — in der Kan alfrage, bie bekanntlich balb nach ben< Osterferien im preußiscken Abgeorbnetenhause auf bie Tagesorbnung kommt. Taß bas Kanalkompromiß geschloffen ist, will nicht eben viel besagen. Tie Beratung kann und wirb voraussichtlich so umständlich geführt werden, daß sie in der laufenden Session ittcht zum Abschluß gelangt, sondern bis zum Herbst vertagt werden muß, bann kommen aber auch bie neuen Handelsverträge zum Vorschein, unb deren Aussehen wird wohl beftimmenb sein für das Schicksal der Kanalvorlage. Jedenfalls hat Gras Bülow, was letztere betrifft, keinen Anlaß zu besonderer Zuversicht. Nur diese hauptsächlichen Punkte seien aus dem auf den Amtsbereich des Kanzlers unb preußischen Ministerpräsidenten bezüglichen parlamentarischen Sommerprogramm herausgegriffen.
Ter sich anschließende Etat des Auswärtigen Amtes dürfte, obwohl die Fragen der hohen Polittk hier ausscheiden, ziemlich umfangreiche Tebatten im Gefolge haben. Mancherlei fft wohl auch zu sagen zum Etat für Kiautschon und bie ost asiatische Besatzungstruppe, wahrend im Mittelpunkt her Beratungen befl Kolonialetats naturgemäß das südwestafrika- nische Schutzgebiet steht. Mehrere Sitzungen werden schließlich geffiTTt werden mit der Erörterung des Spezialetats des Reichsschatzamts, des Jnvalidenfonds unb ber Zölle unb Verbra nchsfteuern.
Es gehört nach> aHebern ein gewisser Optimismus dazu, anzunehmen, daß ftd) bis zu ben Pfingstferien noch crnberes gesetzgeberisches Material eiuschieben lassen wird. An solchem fehlt es nicht, beim es finb noch in Angriff zu nehmen bie Börsengesetznovelle, die beiden Ko^ nialbahnvorlagen (Ostafrika- und Dogobahn), die Entwürfe über Aenderung des Münzgesetzes unü Unfallfürsorge für Seeleute. Im Stadinm der Kommiffionsberattmg befinden fich die „kleine Reicks« finanjreform", die Vorlagen über den Servis- tarif, bie Kaufmannsgerichte und die Entschädigung unschuldig Verhafteter. Außerdem gilt es noch die zum Etat des Reichsamts des Fnnem gestellten 34 sozialpolitt scheu Resolutionen zu erledigen. Soll auch nur das unbedingt Notwendige fertig» gestellt werden, dann wird der Reichstag bis in den Sommer hinein zu tun haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden aber mehrere Vorlagen in bie nächste Session hinüb er genommen werden müffen.
Nirlilische Tagesschau.
Zur Verhütung der Soldatemmtzhandluugeu.
R Berlin, 6. April.
Von einem „hohen Offizier" wird heute abend tn der „Kreuzztg." ein Aufsatz veröffentlicht über die Verhütung von Soldatenmißhanblungen. Der Berfaffer wendet sich gegen bie Ausdehnung des Beschwerderechts trrtbi gegen Aufsichtsbestimmungen, die den polizeilichen Gs- bräuchen im Gefängnis entnommen, als unwürdig gu verwerfen unb auch praktisch gar nicht zu verwerten seien. Tie Vorgesetzten müßten sich das Vertrauen aller! ihrer Untergebenen zu erwerben verstehen und sie müßten in ber Sage fein, durch Vermehrung der Untere offizierstellen eine zweckmäßigere Auswahl des Aus- bildungspersonals zu treffen. Die letztere Notwendigkeit wird ja allseitig anerkannt, sie ist auch im Reichstag, toeun schon nicht in zureichendem Maße, gewürdigt worden. Doch gerade die Ausdehnung des Beschwerderechts und die Ber-'. schärfung ber Aufsicht erscheinen als bie einzig zweckmäßig?» und Erfolg versprechenden Mittel.
Togo-Auleihe.
r DL Gesetzentwurf betreffend die Aufnahme einer An- leibe für das Schutzgebiet Togo ist im Reichstage ausge- geben worden. Durch besondere Liebenswürdigkeit sind auch SSL-,?? Einsicht in den Entwurf gelangt. Dieser will benj Reichskanzler ermächtigen, zum Zwecke des Baues einer. Eisenbahn von Lomv nach Palime eine mit 3i/2 Proz. toi verzinsende und binnen 30 Jahren zu pari zu tilgende Anleihe in Höhe von 8 MiMcmeu Mark aufetmebmen. Tie für Verzinsung und Tilgung e»forderHchen Beträge find von dem Schutzgebiet Togo au^uBringen, doch übernimmt das!, ^rch dre Qxrrantre dafür, da-ß die fälligen Zahlungen pünkt-j fich geleistet werden. Die Verwaltung ber Anleihe soll der- Reichsschuldenverwalttrna Wertragen und von dieser bettl; BsstmnmruVcn ber RsiWfckwlderrordmmg vorn 19.
1900 gemäß besovgt werden. Die Bahn sr^t Loure, ben E Goudsrnertts, mit ben 122 Kttometer eni*emten Pa-^ Hme verbinden.
Der Bah^bcm wird bauttt begründet, daß ohne eute Berkehrsstrahe nach dem JUnern eine Dsttersrrtw-üvttrs unb Ausuntzuna ber BanmwoLfknltur itu .xrtnic-rloeb y>cu Togo nicht möglich fein würde. Die Bsgründrmg regnet bamit, baß das Sck«tzgebiet ben Anfordcmngen werde ae- «ögen förtten, bk Verzinsung unb Tilmrna ti&r
Attteihe ue* 8 Millisnen Mark cm feine ^«ittel SaLlen wL> daß das Ergebnis einer Reihe von Zollerhöhungep vor Teckung der notwendigen Zins- und AmorttfatioeZsvuE von jährlich 435000 Mk. ansreichen wird.


