Ausgabe 
7.1.1904 Erstes Blatt
 
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Kilometer Geschwindigkeit in der Stunde den bleiben im tont Die Kreisgeometer werden den Kreis- , 1 ' <_ _ , _ö rc ____c. . __s,, _ XmiorM i! 11i ff httS hip SHpmmirhhmina her Ki:ets--Geo-

dadurch erzielte, daß er seine Stiefel in das Hotelbett legte, ich selbst aber vor die Tür stellte, ist letzthin in einer unserer benachbarten Gemeinden glänzend geschlagen worden. Am Abend erscholl Feuerruf, und pflichteifrig stürzten die Feucr- w e h r m i t g l i e d e r in den Gemeindeschuppen, um die S p r i tz e zu holen. Sie zogen das Fuhrwerk bis zu dem Brandplatz, trciftcn ihm dort die Decke ab, mit der es gegen die Wikte- rungscinflüsse geschützt war, und standen vor dem Lei ch cn- w a gen. In der Eile und in der Dunkelheit hatte man sich vergriffen, denn beide mit Decken verhüllte Wagen waren im gleichen Schuppen untergebracht. (M. Tgbl.)

Homburg, 6. Jan. In der gestrigen Stadtverord­netensitzung entwickelte Oberbürgermeister Dr. von Marx ein von ihm ausgearbeitetes Projekt, wonach ein Viadukt als Fortsetzung der Luisenstraße in der Richtung nach Dornholz­hausen über die Altstadt geführt werden soll. Auch hat Herr von Marx für die Stadt große Ländereien angekauft, um in der Nähe des neuen Güterbahnhofes Baugelände für Industrie, um am Hardtwalde ein neues Villenviertel zu chaffen. Tie Versammlung erklärte sich im Prinzip mit diesen großartigen Plänen einverstanden und überwies mit Dank an den Oberbürgermeister das Projekt zur Vorberatung dem Finanzausschuß. Mit der Errichtung eines Kaiser Wilhelm I.-Denkmals im hiesigen Kurpark wurde Bildhauer Fritz Gerths beauftragt. Das Denkmal erfordert einen Kosten­aufwand von 50 000 Mark, wozu bereits ein Fonds von 38 000 Mark vorhanden ist. Es soll im Kurpark ior dem Kaiser Wilhelm-Bad errichtet werden.

Vermischtes.

* Berlin, 6. Jan. Heute mittag fand im Polizei­präsidium eine Konferenz zur Besprechung der Maßnahmen tatt, die bei den Berliner Theatern eingeführt werden sollen, um eine erhöhte Feuersicherheit zu erreichen. Es steht fest, daß keine Schließung einiger Theater aus feuer­polizeilichen Gründen bcvorsteht. Heute nachmittag ivacen ämtliche Direktoren der hiesigen Theater nach dem Polizei­präsidium geladen. In den Verhandlungen klagten die Direktoren darüber, daß durch Erörterungen über den Chicagoer Thcaterbrand eine wahre Theatersurcht ent­standen sei. Ob und welche neuen Polizeiverordnungen not­wendig sind, dürften die fortgesetzten Verhandlungen der nächsten Tage ergeben. Seitens der Behörden werden die Prüfungen der Feuerlöscheinrichtungen auch be­züglich der Säle in ganz Berlin und in den Vororton aus­gedehnt, die für Versammlungen und Festlichkeiten frei ge­geben sind.

* Essen a. d. R., 6. Jan. In Langendreer kam die Polizei einer Falschmünzerbande auf die Spur. Mehrere Verhaftungen sind erfolgt.

* Paris, 6. Jan. In Lescure wurde ein 13jähriges Mädchen verhaftet, welches eingestand, am 26. Dezember v. Js. in bie Wohnung des dortigen Pfarrers eine Dynamitbombe geworfen zu haben. In einer Nitroglycerinfabrik zu Pecance erfolgte gestern eine Explo­sion, wodurch vier Arbeiter getötet und vier verletzt wurden.

* Prag, 6. Jan. In der Maschinenfabrik Umrath in Wisotschau brach em großer Brand aus. Der Schaden beträgt 300 000 Kronen. DieMorgenpost" meldet aus Belgrad: Gestern traten die neuen Adjutanten des Königs ihre Stellungen an. Die Entfernung der Hauptverschwöre. Rostic und Aulie macht einen günstigen Eindruck. Rian glaubt, daß am serbischen Hofe binnen Kurzem normale Ver­hältnisse eintreten.

* Topeka (Kansas), 6. Jan. Heute vormittag ist bei Willard auf dec Chicago-Rockisland-Eisenbahn ein Per­sonenzug mit einem in entgegengesetzter Richtung fahrenden Arbeiterzuge z u s a m menge st oße n. Die Reisenden berichten, es seien dreißig Personen getötet. Ter Personenzug ist vollständig zertrümmert.

* Amerikanisches Duell. Laut telegraphischer Meldung aus Budapest hat sich dort, angeblich infolge eines amerikanischen Duells, Justiz rat Bekos, ein Sohn des gleichnamigen Sektionsrats im ungarischnn Handelsministerium, erschossen.

Kunst und Wissenschaft.

Hamburg, 6. Jan. Tie Norde nskjöl d'sche Süd- volarexpedilion ist nachmiktags 5 Uhr 15 9)lin. auf dem TampierTtjuca" der Hamburg-Subamerikamschen Tampischlff- stihrls-Geselhck.afl im Hamburger Hafen emgetroffen. Auf der Tljuca" wurden dleMngUeder derExpedition von Direktor Beselm uiid den Aufsichls^alsnülgtiedern Ruvertl und Baroii Ohlendorf von der Hamdurg-Südamerikanlschm TainpischiffahrtS-Gesellschait, sowie öcu '...itglieocrn deS hiesigen schwedisch-norwegischen Gcneral- konsli - . und dem Vorstand des Skandinavischen Vereins feierlich begrln,!. er schwedisch-norwegische Generalkonsul Bbdtler hielt leine Ansprache, m der er die Verdienste feierte, die Nordenjljold

amtern unterstellt und die Beaufsichtigung der Kreis-Geo­meter in technischer Beziehung, sowie die Ausstellung des Arbeitsplanes erfolgt durch das Katasteramt, das dem Ministerium des Innern angegliedert wird. Tie Kreise und Gemeinden sind verpflichtet, alle in ihrem Interesse vorzunehmenden ,geometrischen Arbeiten durch die Krers- geometer ausführen zu lassen. Ten von den Städten mit Städteordnung als Ltadtgeometer angestellten Geometern 1. Klasse können für die Stadtgemarkung die Tienstverricht- ungen der Kreisgeometer ganz und teilweise übertragen werden Für die Ausführung von Dienstverrichtungen der Kreisgeometer ist den Städten eine Vergütung aus der Staatskasse zu zählen. In der Verordnung sind dann noch die Gebühren angeführt, die für die Arbeiten der Kreisgeometer zu zahlen sind. Die Verordnung wird damit" begründet, das; sich das Bedürfnis ergeben have, das neu errichtete Institut der Kreisgeometer in eifere Be­ziehung zu den Verwaltungsbehöcoen zu bringen. Tie neue Gemeindesteuervorlage ist soweit sertigge- lellt, daß das Gesetz demnächst den Land ständen zugeyen wird. In der neuen Vorlage soll hauptsächlich das Prinzip oer Vermögenssteuer znm Ausdruck gebracht werden.

Mainz, 6. Jan. TcnRekord der Zerstreutheit, den der belannte Professor aus denFliegenden Blättern"

Kilometer Geschwrndrgtert in oer etunoe oen, fRekord aller anderen .Expreßzüge des Kon­tinents und selbst unserer Vetter jenseies des Kanals wie iauch die Kurierzüge Nordamerikas mit Leichtigkeit schlagen Hann. In aller Stille sind aus dieser 546 Kilometer langen Strecke die Vorbereitungen zu einer Darnpfschnellbahrl ge­troffen worden, und in nächster Zeit werden mit besonders konstruierten vierzylindrigen Lokomotiven unter enpprechen- &er Belastung die Probefahrten in Gegenwart des Fach- Referenten des Eisenbahnministers vorgenommen werden. Da mit dem gegenwärtigen schwachen Oberbau dieser Hauptverkehrsstrecke eine höhere Geschwindigkeit als 80 bis 85 Kilometer in der Stunde bei entsprechender Belastung -licht möglich war, so mußte zunächst der Oberbau gänzlich erneuert werden. An Stelle der Holzschwellen hat man dicht aneinander gereihte Eisenschwellen in den Bahn­damm eingelassen. Die gegenwärtig auf den Eisenbahn­linien lagernden Eisenschsienen sind gegen erheb.ich starrere Stahlschienen ausgewechselt. Selbst das Gleisbett ist durch Steinschlag und Kies besonders gegen Ecschutterringen ge­festigt worden, sodaß dieser der Militärbahn ZossmMa- rienfelde nachgebildcte Oberbau schon in der Lage ist, selbst erheblich schwerere Lokomotiven mit Belastung ber denf- barst energischem Drucke mit größter Geschwindigkeit über sich hingleiten zu lassen. Nachdem der Oberbau auf diese Weise bereits auf der Strecke Marburg Gie ßen Frankfurt a. M. erneuert worden ist, haben Probe­fahrten in Gegenwart des Fachreferenten des Eisenbahn­ministers Budde, zahlreicher Eisenbahn- und Bauräte aus Kassel und Frankfurt a. M. stattgcfunden, bei denen mit gewöhnlichen Lokomotiven unter entsprechender Belastung 90 Kilometer und d arüb er err eicht worden smd, und noch dazu aus besonders schwierigem Terram.

Diese Versuche haben ermutigt, mib der Eifenbahn- ürinister hat den Vorschlag gemacht, die Versuche mit be­sonders konstruierten Lokomotiven forlzusetzen. ^etzt )ollen Diese Versuchsproben fortgeführt werden, und zwar auf der ,ebenfalls mit einem gänzlich neuen Oberbau versehenen iEisenbahnstrecke KasselGöttingenHannover. Wahrend bie Versuchsfahrten auf der Strecke Marburg Gießen Frankfurt a. M. mehr für den Schnell, ahrtdrenft auf 'schwierigem Terrain vorgesehen waren, sollen auf der mehr ebenen und freien Strecke GöttingenHannover Probe­fahrten zu dem Zwecke vorgenommen werden, zu erfahren, ob es möglich ist, die Durchschnittsgeschwindigkeit für die Schnellzüge auf 90 bis 100 Kilometer in der Stunde zu erhöhen. Zn diesem Zwecke sind drei besonders korrsttmerte ^Lokomotiven mit je vier Zylindern in einer Kasseler Loko- rnotivbaufabrik gefertigt worden, die bereits die Probe­fahrten zur Zufriedenheit der Fachleute (allerdings ohne Belastung) gemacht haben und gegeiiwärttg nur noch un­bedeutende Veränderungen am Gehäuse erhalten, um dann -mit einer Belastung von 10 bis 12 neuen schworen, eben­falls eigens dazu gefertigten Wagen zu vier vis sechs Achsen auf der Strecke GöttingenHannover Probefahrten aus­zuführen. Von diesen Probefahrten auf der Strecke Göt­tingen-Hannover und umgekehrt aber wird es ab häng en, ob es möglich sein wird, die e r st e T a m p f s ch n e l l b a h n auf der Strecke Frankfurt a. M.Marburg- Gießen Kassel Göttingen Hannover am bürg in Deutschland mit einer erheblich größeren Geschwindigkeit als bisher üblich 'zu erhalten.

fbatnt sind die anderen Vorbereitungen auch, schon so weih Idaß die erste Dampsschnellb ahn in D eu , , auf der Strecke Frankfurt a. M. Gießen Mar- Iburg KasselGöttingenHannoverHarn- -burg dem $etriebe übergeben und mit 100 bis 110

chon so weit,f sd. Darmstadt, 6. Jan. Die Regierung hat heute utschland dem Finanzausschuß der 2. Kammer den Entwurf einer ~ Verordnung, das Institut der Kreisgeometer bett., übergeben. Demnach werden die Kreisvermessungs- ämter aufgehoben. Tie angeftellten Kreisgeometer

AW MM und Land.

Gießen, 7. Januar 1904.

* Eine erfreuliche Meldung kommt aus Amerika. Aus New-York wird gemeldet, daß auch in den Kreisen der zahlreichen Hessen in Nordam erika eine Bewegung zu Gunsten einer Sympathiekundgebung für S. K. H. den Großherzog im Flusse ist.

** Sparkassen. Zu Ende des Jahres 1901 gab es in Hessen 41 Sparkassen, bei denen zusammen 248,63< Einleger Kapitalien in der Höhe von Mk. 217,408,790 ange­legt hatten. Auf 1000 hessische Einwohner kamen 218,60 Einleger und auf einen Einwohner kam eine Einlage im Werte von Mk. 191,14. Der auf jeden Einwohner ent- lfallende Betrag hat sich in 20 Jahren beständig gesteigert, im letzten um rund Mk. 10.

(L) Friedberg, 6. Jan. Unter dem Vorsitze des 'Kreisrats Fey fand heute im hiesigen Kreisamtsgebäude eine nur zum Teil öffentliche Kreisausschußiitzung statt. Zur Verhandlung kamen zunächst zwei Gesuche um Wirt­schaftskonzessionen. Tie erste forderte der Wirt Arzt, bie ihm aber vom Kreis aus schuß nicht genehmigt wurde.

Ter Wirt Jakob Jhl betreibt hier schon fünf Jahre lang Restauration und hat zurzeit das LokalZur Stadt New- York". In unmittelbarer Nähe der katholischen Kirche hat er ein Haus an der Haagksttaße käuflich erworben, wohin er nun seine Wirtschaft verlegen will. Ein Gesuch Um Bejahung der Bedürfnisfrage und um Genehmigung der Konzession wurde ihm durch den Gemeinderatsbeschluß bewilligt. Gegen diese Bewilligung des Wirtschaftsbettie- bes hat aber die katholische Gemeinde durch ihren Kirchen­vorstand Einspruch erheben lassen, und so kam denn auch dieser Fall heute vor den Kreisausschuß. Nach kurzer Be­ratung wurde der Beschwerde des i acholischen Kirchen­vorstandes stattgegeben und dem Wirt Jhl Die Konzession »- Restaurationsbetrieb in dem neuen Hause nicht ge- nehmigt. Gegen diesen Beschluß wird aber der Geschädigt hiekurs einlegen bei dem zuständigen Provinzralausschu zu Gießen.

^V. Alsfeld, 6. Jan. Vor kurzer Zeck hat sich hier ein Verein der Viehhändler für die Provinz Oberhessen gebildet, dem fast sämtliche Handelsleute auS der Provinz beigetreten sind. Der erste Erfolg, den der junge Verein zu verzeichnen hat, ist, daß das Kreisamt hier auf Vorstellung des Vorstandes und nach Prüfiing von dessen Darlegung das erlassene Verbot des Viehhandels um Um- ^rzichen ivieder aufgehoben hat.

R. B. Darmstadt, 7. Jan. (Drahtbericht.) Heute ttuh ereignete sich hier ein schwerer Uuglüctsfall. In einem Arbeitsraunr der chemischen Fabrik von E Merck trug sich eine weithin hörbare Explosion zu. 30 Liter Natriun^ÄechYlat, die mit einer kleinen Menge Alkohol versetzt waren, explodierten in einer kupfernen Desttltter- Dlase. Zwei Arbeiter wurden namentlich im Gericht, über auch an anderen Körperteilen schwer verletzt. Der jüngere von ihnen dürfte das Augenlicht ver­lieren.

und seine Expedition im Interesse der Wissenschaft sich erworben bauen. Nordenskjöld dankte herzlich in deutscher Sprache. Zn Ehren Nordenskjölds veranstaltet der Skandinavische Verein morgen ein Frühstück und die hiesige geographlschc Gesellschaft abends eine Ehrensitzung. Tie Expedition bleibt bis übermorgen in Hamburg und begiebt sich dann über Kopenhagen nach Schweden.

Vinlversitüts-Narlirichtcn.

M ün eben, 6. Jan. Professor Zittel, Präsident der Aka» bcniie der Wissenschasien, ist geiiorben. Karl Zittel, ist ent hervor­ragender Paläontologe und (Geologe, war 1839 in Bahlmgen gebo­ren. Er habilitierte sich 1863 für Geologie an derWiener Univer­sität, wurde in demselben Jahre Professor am Polyiechmkum m Karlsruhe und ging 1866 nach München. Dem Lehrkörper biejet Universität hat er seitdem unnmerbrochen angchört. Seit 1899 war Zittel Präsident der bayerischen "Akademie der Wissenschasten und Gencralkonservator der wilsenschaitlichcn Sammlungen Bayerns. Aus der reichen literarischen Tätigkeit Zittels ist in eilier Lime sein»andbuch der Paläontologie", das umfangreichste Werk dieser Wisfenschast, zu nennen. 1873 74 nahm Zittel an der Rolfs'jchcn Expedition in Egypten und der Lubi'fchen Wüste teil.

Dem ordentlichen Professor des Amschinenbaues an der -rech- nischen Hochschule in Dar m |tabt M a x Guter m u t h ist der Charakter alsGeheimer Banrat" verliefen worden. Gutermuth wirkte früher als Professor an der Technischen Hochschule zu Aachen. AM 1. Oiiober wurde er als Nachfolger von Proiefior Ernst Rei­chel, der an die Berliner Technische Hochschule übersiedelte, nach Tarmitadt berufen. ,

Berlin 6. Jan. JieVoss. Ztg." hört, das; d'.e Errichtung einer Handelshochschule in Berlin von dem zusmiidigen Aiimster genehmigt sei. Tie Schule wird durch die Korporation der Kauimannichau errichiet werden.

Arlrritcrbcmrgilng.

Berlin, 6. ^an. Ter provisorische Bei gleich im Taxa» m e te r- K u t s ch e r- S t r e i k ist heute vornuuag in einer Ver­sammlung von den Fuhrherren angenommen worden pnier der Bedingung, daß auch die Kutscher die gestrigen Abma­chungen vor dem Einigungsamt auerteiincn. Die Versammlung der Kutscher, die sich gletchialls über die Annahme der Vergleichs- Vorschläge zu äußern hat, findet heute abend statt.

Bare et o n a, 6. Jan. Ter Ausstand der ochiffs- arb e i t er nimmt an Ausdehnung zu. Die neu anlommenden Schiffe iverdeii gleich nach der 'llnlinut von dem Personal verlassen. Indessen beschlosien die Ausständigen, den auf fremden Schiffen angeiielhen Mannschaften völlige Freiheit im Handel,t zu lassen. Von den Arbeitern auä anderen fpcmischen Häfen, beionders von Eadix, erhielten die Ausständigen auf die Aufforderung, ebenfalls in den Ausstand zu treten, eine zusagende Antwort. In Leville legte das Perional von drei Schissen die 'Arbeit nieder.

Eistnlmhil-Zciirmg.

Tie im Eigentum d e s hessischen Staates st eh enden Eisenbahnen wiesen, wie aus den Mitteil­ungen der Zent -alstelie für die Landesstatistik zu erfehen ist, am 1. April 1902 eine Gesamtbettiebslänge von 1111 Kilometer auf, deren Aulagelap^ai sich auf 2^2 _'31680 Mk. beläuft. Tie Eisenbahnen innerhalb des (ü.oßherzogtums,, die nicht Eigentum des hessischen Staates ,ind, hatten eine Betriebsiänge von insgesamt 951 Km.

Gerichtssaal.

R. B. Darmstadt, 6. Jan. Wegen Majestäts­beleidigung, eine in Hessen bekaiintttch ziemlich seltene. Beschuldigung, hatte sich heute, vor der St r a f k a in m er der 39 jähr. Landwttt und Fischer Philipp Cruber von Pfafsen-Beerfurt zu verantworten. Er hatte in einer Bürg­schaftsangelegenheit viel Aerger und Verdruß und suchte diesen dadurch zu verscheuchen, daß er sich in Schnaps berauschte. Am 5. Juli v. I. wollte er in d.escm Zustand noch Kegel schieben, aoer cs ging nicht und als sich deshalb einige Zuschauer über ihn lustig machten, stieß er unan­ständige Bemerkungen über den Kaiser und den Großherzog aus. Ties kam durch eine anonyme Anzeige zue Kenntnis der Slaatsanwaltschast und die <zolge ^war die heutige Anklage. Turch die Zeugen wurde aber die sinii- lv-se Trunkenheit des Gräber festgestellt, ihm auch fonjt ein gutes Leumundszeugnis gegeben. Er feiner behauptet, keine Ahnung von dem ganzen Vorfall geyabl zu haben und erst später auf Befragen über seine Tat unierricljitet worden zu sein. Ter Staatsanwalt enthielt sich eine£ Antrags und das Gericht sprach den A.igekiag».eil frei, weil er im Stadium der llnzurecyintmgsfähigteic gehandelt habe. ,

Sandel und Verkehr. Volkswickschast.

Bauktrach und Zusammeubrnch einer Aktieugesellschaft tu Gocppingcn. Der Bankier Leopold I. (5) n 11 m a nji m Goeppingen har denKonkttrs angemelbcL Der Inhaber der tZirma ivurde verhaftet, der Proktlrift i|i flüchtig. Auch der Direktor der Aiechaniichen Kunstweberei am Sladlbacy in Goepplngen, Beritharo Guttmann, hat sich geflüchtet tmd wird gerichtlich verfolgt, -rie Aktien der letztgenannten llntcrnehnutng wurden Mitte der 90er Jahre von der Pfülzischeit Bank an der Frattkfurler Bvrfe cmge- führt. Tas Äklienkapual betrug uriprünglich 1 Mill. Atk., wurde spater auf 1.400.000 Alk. erhöht und daint ivieder auf 1.200.000 Aik. zur Deckung der UtUerbtlanz herabgesetzt. In den ersten tuns Jahren wurde je 8u/0 1900,01 5% und dann nichts mehr gezahlt, yicbeit ein Aktienlaprtal hat die Gejellichaft itoch eme 41 /0 Lblu]a- tionsjchuld von dOO.OOO Alk. Wie weit die Psalztsche Bank ch Mit­leidenschaft gezogen ist, darüber verlautet nod) ruchts. Der Kuch der Aktien der Goeppinger Fabrik notierte uorge]tcvii 29.oU, ge|tcru war er gestrichen. r t Q1

Frankfurt a. M., 6. Jan. Tte Stadt hat ihre 31 Millionen Mart Anleihen von 1903 zum Kurze von 99.30 an ein aus Frauisurter und Berlcuer Bank- Jnslitulen bestehendes Konsortium begeben. Bttecktgt put m öranifurt a. M.: Gebr. Bcthmann, Commerz- uuo Dis­ko n tob aut, Deutsche Effekten- und Wecyselbant, Teutsche Genofsenschaftsbanl, Tcu^^che Bereursbant, Tisttulo G-seil- schäft, Filiale der Bank für Handel und Industrie, Frank- mrter Bank, Frankfurter Filiale der Teutscyen Bank, Lazard Speyer-Elli!sen, Mttleideutsme Kreditbank, Psä.zi.cye Bank, L. u. E. Wertheimer, in Berlin: Mendelssohn u. Eo. und Berliner Handelsgesellschaft.

Hottrsdlenll der israeickischen KeliglonsgrsrUfchast.

Sabbathfeier am 9. Januar 1904.

Freitagabend 4.15 Uhr. San»slag Vormittag 8.30 Uhr.

Llachnnttag 3.30 Uhr.

Sabbatyausgang 5.30 Uhr.

Wochengottesdieiyt: morgens 7.10 Uhr, abcuös 4.00 Uhr.

Israelitische ReligionSgemeinde.

Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage.

Samstag, den 9. I a n u a r 1904.

Vorabend: 4.30 Uhr. Al o r g e n s 9.00 U h r. Predigt.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabbalhausgarlg 5.30 Uhr.