Ausgabe 
6.4.1904 Erstes Blatt
 
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Verhandlungen werden geleitet von dem Vorsitzenden des hessischen Oberlehrervereins, Professor Block (Gießen).

* Das Konzert unserer Militärkapelle gestern abend im Neuen Saalbau war, wie auch Tags zuvor, sehr gut besucht, und das Operettenprogramm hat bei jedermann Beifall gefunden.

* Omnib uSgesellschaft. Auf die heute abend 8V4 Uhr im Restaurant Bavaria stattsindende General­versammlung machen wir die Interessenten hiermit nochmals besonders aufmerksam.

** De rDeutscheund Oesterreichischc Alpen­verein umfaßt nach dem soeben erschienenen Bestands­verzeichnis 303 Sektionen mit 59 384 Mitgliedern (4717 mehr als im Vorjahr), wovon 194 Sektionen mit 43 362 Mitgliedern im Deutschen Reiche, 109 Sektionen mit 16 022 Mitgliedern in Oesterreick ihren Sitz haben. Unter den Städten steht obenan München, die dort bestehenden fünf Alpenvereinssektioncn zählen zusammen 5228 Mit­glieder. Die größten Sektionen sind: München (3835), Berlin (2696), Austria in Wien (2631). Die im Großherzogtum Hessen vorhandenen Sektionen sind mit folgenden Mit­gliederzahlen aufgeführt: Mainz 515, Darmstadt 242, Worms 198, Gießen 135, Oberhessen (Sitz Gießen) 105, Starkenburg (Sitz Darmstadt) 86. Außerdem seien hier noch genannt die in unserer Nähe bestehenden Sektionen: Frank­furt a. M. (690), Wiesbaden (415), Hanau (192), Aschaffen­burg (93), Höchst a. M. (83), Marburg (68), Fulda (52), Siegerland, Sitz Siegen (48).

Der Tierschutzverein für das Großherzog­tum Hessen hält am 18. Mai in Büd ingen seine Gene­ralversammlung ab.

Die diesjährigen Herbstmanöver des 18. Armeekorps werden in den Kreisen Fulda, Gersfeld und Schlüchtern des Regierungsbezirks Kassel und in den an­grenzenden Kreisen der Provinz Oberhessen stattsinden. Die 21. Division übt im Gelände der Kreise Fulda, Schlüchtern und Gersfeld und im östlichen Teile der Kreise Alsfeld und Lauterbach; für die Hebungen der 26. Division ist das Gelände der Kreise Gießen und Schotten, der west­liche Teil der Kreise Alsfeld und Lauterbach und der nördliche Teil des Kreises Friedberg bestimmt worden. Letzter Manövertag ist der 24. September, an welchem Tage das Armeekorps gegen einen markierten Feind manöveriert. Für den 22. und 23. September sind die Manöver Division gegen Division vorgesehen, voraussichtlich unter Beteiligung schwerer Artillerie. Vorher gehen viertägige DivisionS- und dreitägige Brigademanöver.

Ein Maikäferjahr soll in Aussicht stehen. Allent­halben trifft man beim Bebauen des Bodens in geringer Tiefe unter der Erdoberfläche eine Unmenge schon vollständig ausgewachsener Maikäfer an, die zum Ausfliegen bereit sind und nur noch auf die Ankunst warmer Tage warten.

Offenbach, 5. April. In einer der letzten Nächte wurden in der Nähe des Mains, westlich der Brücke nach dem Hafengebäude zu, und im Hafengelände folgende Gegen­stände gefunden: dunkelgrauer Havelock, ohne Pelerine, mit grauem Futter und Steinnußknöpfen, blaugrauer Sackrock, kümmel- und salzfarbig mit schwarzem Safsenetfutter und Steinnußknöpfen, weißer Damenspitzenunterrock ohne Zeichen, unten etwa dreihandbreit, naß und beschmutzt, zwei paar dünne Herrensocken, ein Herrenstehkragen mit umgelegten Ecken, ein weißes und ein weiß- und gelbgestreistes Taschen­tuch, letzteres in zwei Teile zerrissen. Teilweise rochen die Stucke nach Karbol. Havelock und Sackrock sind hauptsächlich oben stark mit Blut bedeckt; das sogar schon eine Kruste bildete und nach ärztlichem Gutachten von schwerer Hals­oder Kopfwunde herrühren dürfte. Die aufgefundenen Gegenstände sind vielleicht von auswärts nach Offenbach verbracht, um die Spur eines Verbrechens zu beseitigen. Es ist anzunehmen, daß ein Verbrechen oder Selbstmord vorliegt.

Mainz, 5. April. Heber den beabsichtigten Besuch des Kaisers in Wiesbaden und Mainz aus Anlaß der Eröffnung der neuenRheinbrücke werden noch folgende Einzelheiten gemeldet. Der Kaiser trifft am Sonntag, 1. Mai, vormittags gegen 11 Hhr, mittels Sonderzuges von Wies­baden kommend, in Mainz ein. Dann nimmt der Kaffer mit dem Groß Herzog, der inzwischen von Darmstadt ge­kommen ist, die Brücke in ihrer ganzen Länge in Augenschein. Darauf begeben sich der Kaffer und der Großherzog sowie die übrigen Festteilnehmer an Bord des bereitliegenden Negierungs­dampfers©affia* und fahren bis zur Eisenbahnbrücke und wieder zurück. Nach der Fahrt fährt der Kaiser mittels Sonderzuges nach Wiesbaden. Dort wird aus Anlaß der Brückeneinweihung voraussichtlich im königlichen Schlöffe ein Festmahl und im königlichen Theater eine Galavorstellung stattsinden, nach deren Beendigung die Abreise des Kaisers nach Berlin erfolgt.

Mainz, 3. April. Für die Stadterweiterung einschließlich der Anlage von Straßen rc. hat die Stadt im ganzen etwa 20,900,000 Mark aufgewendet. Dor erzielte Gewinn beträgt nach Deckung aller Verbindlichkeiten nahezu 1,000,000 Mark. Die Einführung des Oktrois in Mainz erfolgte mit dem 1. Januar 1800. Die Einnahmen betrugen im Jahre 1804 rund 66,000 Mark rmd haben heute die stattliche Höhe von 740,000 Mark erreicht. Bekanntlich fällt das Oktroi für Verzehrungsgegenstände (Mehl, Back­waren rc.) mit dem 1. April 1910 fort. Für unsere Stad bedeutet dies einen Einnahme - Ausfall von nahezu 300,000 Mark. Als Ersatz wird wohl die im Entwürfe des neuen Gerneindcsteuer-Gesetzes vorgeseheneWertzuwachssteuer" in Aussicht genommen werden.

fc. Bingen, 5. April. Die kirchliche Gedenkfeier für die Opfer des Binger Bootsunglücks fand heute vormittag in der Rochuskirche statt, sowie an der dort angebrachten Gedenktafel. Die Angehörigen der unglücklichen Opfer waren zahlreich erschienen.

Frankfurt a. M., 5. April. Der Bureauvorsteher Ne ander von hier, der infolge der Aufregung über den Lichtenstein'schen Mord plötzlich geistesgestört wurde und in die Irrenanstalt Weilmünster verbracht werden mußte, ist soweit hergestellt, daß er in den nächsten Tagen die Anstalt verlassen kann.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Aus Harbach wird uns mstgeteilt, daß der hierher versetzte Lehrer Fey in seinem neuen Wirkungs­kreise überaus festlich und freudig empfangen wurde. Sogar

eine Ehrenpforte hatte man erbaut. Ein Gesangverein brachte dem neuen Lehrer gleich ein Ständchen. In Harbach müssen ganz besondere Verhältnffse herrschen. In Frankfurt haben am 1. April die Postkrankenkaffe, die israelittsche Männerkrankenkaffe und Frauenkrankenkaffe die freie Aerzte- wahl eingeführt. Der 18 jährige Sohn der Witwe Rind- üß in Alsbach sprang am 2. ds. Mts. in Bickenbach aus einem Schnellzug, blieb hängen und wurde bis Zwingenberg geschleift und lebensgefährlich verletzt.

Vermischtes.

Köln, 6. April. Das dreijährige Kind eines Arbeiters, da? in der Nähe eines brennenden Ofens in Anwesenheit der Eltern spielte, verbrannte.

Essen (Ruhr), 5. April. Der Dortmunder Rangier­meister Freudenthal geriet zwischen zwei Eisenbahnwagen und wurde so schwer verletzt, daß der Tod sofort eintrat.

Mülheim a. d. Ruhr, 6. Apeil. Für den Bau eines Kinderheims schenkte die Witwe Stinnes 100 000 Mark.

Stolberg a. Harz, 5. April. Ein Waldaufseher erschoß aus Eifersucht feine jugendliche Wirtschafteri n und darauf sich selbst.

* Kiel, 5. April. Ein Barhöfter Lotsenschiff fand das holländische FahrzeugEmanuel" in schwerer Bedrängnis. Ein Schiffer ist ertrunken. Die Zurückgebliebenen konnten das Schiff nicht weiter führen. Das deutsche Lotsenschiff rettete die Besatzung und schleppte denEmanuel" nach Barhöft.

* Krossen a. d. Oder, 5. April. Wie dasKroff. Wochenbl." meldet, verunglückte heute früh infolge mangelhafter Hemmvorrichtungen auf dem abschüssigen Stadt­berg ein Fuhrwerk aus Trebischow. Eine Frau blieb osort tot, ein Mann verstarb nach einigen Stunden im Krankenhause. Außerdem wurde ein achtjähriges Kind schwer verletzt.

* Coesfeld, 5. April. Ein Pockenkranker ist in das hiesige Krankenhaus eingeliefert worden.

Münch en, 5. April. Heute früh 6 Hhr sind bei Kilometer 21,3 der Linie Ingolstadt - München von einem Streckenwärter zwei verstümmelte männliche Leichen aufgefunden worden. Ob ein Hnglückssall oder Selbstmord vörliegt, ist noch nicht festgestellt.

Bordeaux, 5. April. Aus Dakar wird berichtet, daß der amerikanische DampferHarald of the Leader" in der Nacht vom 6. auf den 7. März auf einen Felsen ge­laßen rmd gesunken ist. An Bord des Schiffes befanden ich acht Mann Besatzung und 36 Passagiere. Die Besatzung stürzte sich ins Meer und schwamm zu einem nahe gelegenen Leuchtturm. Von dort wurde ein Rettungsboot abgelassen, welches von den 36 Passagieren noch die Hälfte retten konnte, die übrigen waren bereits ertrunken.

"Wien, 5. April. 'Der Pariser Journalist Henri Noussanne vom PariserJournal" sowie Geza Mattasich richteten an dieNeue Freie Presse" einen Brief, in welchen, dieselben erklären, daß sie sich an Ort und Stelle überzeugten, daß die in Coswig bet Dresden gefangen gehaltene Prinzessin Luise von Koburg nicht irrsinnig ist, es niemals war und keinen anderen Wunsch hegt als frei zu ein. Noussanne will seine an Ort und Stelle empfangenen Eindrücke im PariserJournal" detailliert veröffentlichen, odann an die Presse der gesamten Welt appellieren,damit der Prinzessin das Erbarmen, das ihr von ihren Verwandten versagt werde, ihr von der ganzen Welt zu teil werde."

* Sofia, 6. April. In Lompalanka drohten wegen Ermordung eines jungen Mazedoniers antisemitische Exzesse. Die Regierung hat Militär aufgeboten und strengste Vorkehrungen getroffen. Trotz der Erklärung einer ärztlichen Kommission, daß kein Ritualmord vorliege, hetzen die Agitatoren die Bewohner gegen die Juden auf.

Bulawayo (Südafrika), 6. April. ProfessorKoch trat mit seiner Gattin die Rückreise nach Deutsch­land an.

Da8 neue Stadtth eater in Bielefeld wurde am ersten Ostertage mtt einer Aufführung von Schillers Jungftau von Orleans" eröffnet. Das Haus ist von dem Berliner Architekten Bernhard Sehring erbaut, faßt elf- hundert Personen und hat einen Kostenaufwand von 5 00 000 Mark erfordert. Besonders originell wirkt der Zuschauerraum, der in dem Besucher den Eindruck er­weckt, er befinde sich unter freiem Himmel in einem römisch­klassischen Dheaterbau aus Marmor und Gold.

"Bluttat eines Wahnsinnigen. Aus Lückstedt bei Arendsee (Altmark) wird berichtet: Der bis vor ca. drei Wochen in der Provinzial-Jrrenanstalt interniert gewesene 24fahrige Sohn des Schuhmachermeisters Scholle hat einen Totschlag gegen seine alten Eltern versucht. Er war mit seinem Vater in Streit geraten, der in Tätlichkeiten auS- artete. Als die Ehefrau des Scholle ihrem Manne zu Hilfe eilen wollte, ergriff der Wütende einen starken Besenstiel, und schlug diesen auf dem Kopse seiner Mutter kurz und klein, so daß sie zusammenbrach. Der Rasende wandte sich bann wieder gegen feinen Vater und hieb mit einem schweren Steine so lange auf ihn ein, bis er besinnungslos und blut­überströmt zusammenbrach. Auch die zu Hilfe eilenden Nach­barn bombardierte der Veerückte mit Steiney und verletzte einige von ihnen schwer. Endlich gelang eS, den Menschen zu fesseln; er wurde in die Irrenanstalt zurückgeführt. Ein herbeigerufener Arzt stellte schwere Verletzungen, u. a. mehrere Schädelbrüche bei der mißhandelten Frau und dem Ehe- manne fest. Es soll wenig Hoffnung auf die Erhaltung der alten Leute vorhanden fein.

EinSelbstmord-Salon. Folgende eigenartige Ankündigung hat Jules Huret, der Mitarbeiter desFigaro", wie er in einer Plauderei über amerikanische Reklame erzählt, in einer Chicagoer Zeitung gefunden.Um den Selbstmord zu erleichtern. Salon, in dem die Lebensmüden nur auf einen Knopf zu drücken brauchen. Doktor Charles Jakobs ist ein Spezialist für Nervenkrankheit. Während mehrerer Jahre hat er den Selbstmord studiert; er betrachtet ihn als eine unheilbare Krankheit. Ich bin nach Chicago gekommen, um den Selbstmord leicht, wenn nicht anziehend zu gestalten. Wir werden jetzt beständig durch die Entdeckung von Er­tränkten in Seen und verstümmelter Körper in den Parks beunruhigt. Es gibt augenblicklich Hunderte von Personen

in dieser Stadt, die entschlossen sind, sich zu töten. Sie finh gezwungen, das schreckliche Ende durch den Sttick d Revolver, die stärksten Gifte zu wählen. Ihnen ein roeni^r schreckliches Mittel zu verweigern, wäre unmenschlich. Darum beschäftige ich mich damit, ein Institut zu gründen, in her der Tod rascher und w r.ige- qualvoll erfolgt. Der Mann der entschlossen ist, zu fteiucn, der keinen Ausweg sieht, fQnn' in mein Etablissements kommen, sich in einen bequemen Lehnstuhl setzen, einen Knopf berühren und seine Seele wa Jenseits befördern."

* Kopfstütze für Nasierzwecke. Das Eigenartiqe einer neuen Kopfstütze für Rasierzwecke besteht darin, daß bei Anwendung derselben jeder beliebige Stuhl mit Querlehne tn kurzer Zeit in einen Rasierstuhl verwandelt werden kann. Die das Kopfpolster tragende Schiene wird durch eine eigen­artige Klemmvorrichtung mittelst einer einzigen Druckschraube an einem gewöhnlichen Stuhle befestigt und ist nach Gebrauch durch Zurückdrehen der Schraube leicht wieder abzunehinen. Durch die erwähnte Druckschraube wird die Kopfstütze gleich, zeitig am Stuhl fest und in der gewünschten Höhe eingestellt. Der Apparat eignet sich vorzüglich zum Gebrauche für Privat.' leute, welche sich in der eigenen Wohnung rasieren lasten denn es ist bekannt, daß das Rasieren ohne Benutzung einer Kopfstütze höchst unbequem ist. Eine Beschädigung de? Stuhles ist ausgeschlossen, da die mit demselben in Berühr, ung kommenden Teile des Apparates gepolstert sind. (Techn. Berichte Bruno Heinrich Arend, Berlin SW. 12.)

Universitäts-Nachrichten.

Das praktische Jahr der Mediziner. Tie Nordd. Allg. Ztq." schreibt: Aus einem vom Reichskanzler unter dem 8. November 1903 veröffentlichten Verzeichnis der zur Auf­nahme von Praktikaitten ermächtigten Krankenhäuser und Inüimie geht hervor, daß die bei Einführung des praktischen Jahres Dieliad) geankerten Befürchtungen, die Zahl der in Deutschland veriüod.nen Krankenanstalten und Institute würde für das Bedürfnis nicht ge­nügen, nicht zutreffend ist. Das Verzeichnis, worin die Rhmfcn und wissenschaftlichen Institute der zwanzig deutschen Universttäten nicht einmal ausgenommen sind, weil sie auch ohne besondere 6r- mächtigung zur Ausnahme von Praktikanten berechtigt sind, ergibt, daß zurzeit 1068 Praktikanten gleichzeitig beschäftigt werden können! DieNordd. Allg. Ztg." weist entgegen den abfälligen Aeusteruneen über das praktische Jahr darauf hin, daß nicht die Regierung Bi­bern der Aerztestand es gewesen fei, der das praktische Jobr wi­derte, daß dies nicht aus unlauteren selbstischen Beweggrund, sondern deswegen geschehen fei, weil man sich der Uebegtuqunq nicht länger verschließen konnte, daß man eine die tbeorchiien Bedürfnisse des Aerzteberufes in vollem Umfange Rechnung tragend Vorbildung des Mediziners sichern müsse. Gegenüber dem Einw-inö der Mediziner, die das Stndinm vor dem 28. Mai 1901 begönne.! haben, daß sie von dieser mit Kosten verbundenen Hinausschiebung des Zeitpunktes, zu dem sie in die Praxis eintreten dürfen, mditi wußten, führt dieNorddeutsche" nu§, daß ihnen mit Rücksicht tw die Notwendigkeit einer besseren prakttschen Ausbildung diese 'Jin?- gäbe nicht erspart werden kann. Zur Beruhigling aber fann bienen, daß sie in Berücksichtigung zwingender persönlicher Verhältnisse von der Ableistung des praktischen Jahres ganz oder teilweise emtunben werden können, sodann aber der Umstand, daß die überroieqenbe Mehrzahl der Krankenhäuser sich bereitfinden ließ, den Praktikanten in Anerkennung ihrer der Krankenpflege geleisteten Dienste ver­schiedene Vorteile in Gestalt von Wohnung, Kost ober aon;:: Station entweder gegen Vorzugspreise oder vollkommen frei zu ?? währen. Durch diese Vergünstigungen wird den jungen, zinern die Ableistung des praktischen Jahres ptfuniär ivtfatlid) erleichtert.

Geh. Rat Prof. R. Kekule von Stradonit-, 'n Berlin ist von der philosophisch-historischen Klasse der Aladem e der Wissenschaften nach fünfjähriger Dauer seiner Mitgliedtckan aufs neue zum Mitgliede der Zentraldirektion des Raiferltai deutschen Archäologischen Instituts gewählt worden.

Gisenstastn-Zeitung.

bahnen haben, wie den Aeltesten der Kauf > ^jn cr* Berlin amtlich mitgeteilt wird, ®fn auch bti

fahren, daß die Begleichung der Frachtsttnch (inltcn eft den auf 3000 Mk. und do runter f'tgefemen l!ajje für allemal im Reichsbankgiroverkehr bei vereinbart werde« kann.

Kerichlssaal.

Die BezeichnungKu r p f u s cher" nicht straf­bar. Wegen Beleidigung durch die Presse hatten sich verantwortliche Redakteure Hannövrischer Tageszeitungen vor dem Schöffengericht zu Hannover zu verantworten Der angeblich als Heilkundiger tätige frühere Kellner toon Davids wurde vor einiger Zeit u. a. wegen unlauterer Wettbewerbs, begangen durch rektamehaft übertriebene und unwahre Behauptungen über seine angebliche Heilkunst, tuy der Strafkammer zu 200 M. Geldstrafe verurteilt. I dem Gerichtsbericht über jene Verurteilung war von tw als von einemKurpfuschet gesprochen, und in tnoerrt Ausdruck hatte Davids eine Beleidigung gefunden. Ankündigung seines Gewerbebetriebes hat er in der gemacht, daß das unerfahrene Publikum die AmwMNl gewinnen mußte, der frühere Kellner Davids sei doktor, wie ihn die Welt bislang noch nickt gesehen Seine mit der wirklichen Leistungsfähigkeit im traP' Widerspruch stehenden Behauptungen brachten ihm ima- holt eine Bestrafung ein, trotzdem behauptete her Kellner in der Verhandlung mit einer unglcmd Dreistigkeit und in einer für den gesamten uerzte schwer beleidigenden Weise, seine Hcilkunst fei unerr und die des Arztes Pfuscharbeit. Er fühlte sickdur w AusdruckKurpfuscher" in schwerer Mise geschädigt - Gericht führte u. a. aus: Menschsen, die mit bern > Behauptungen vor die Oeffentlichkeit treten, könne billig erweise nicht zutreffender bezeichnen, als wie m AusdruckKurpfuscher", und wenn man sic nu Pfuschern gleichstelle, so könne das nickt ati- aufgefaßt werden. Der Redakteur wurde frergespr .

Landwirtschaft.

Zur Förderun g des Weinbaus an der «P hat der preußische Fiskus einen entsckeidem e w _ getan. In der Gemeinde Obernhof bei haI -.n eine Pacht von 15 Mk. pro Morgen von Br . Weingelände gepachtet, das, nachdem es aus da. p für den Weinbau hergerichtet worden ist, .pnt _ vom Rhein sowie aus Oesterreich und Italien t grüner wird. Der Fiskus will damit die für den 1 ll(n unmöglichen Proben ausführen, welche Wemganu besten zum Anbau an der Lahn eignet.

nach dem zwölfjährigen Versuch ohne Gegen an die jetzigen Besitzt zurück.