Nr. 286
••Utint täglich außer Sonntag».
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechfel mil dem Kefstfchen Landwirt die Gießener Familien. Hättet viermal in der
Woche beigelegL
KotattonSdruck u. Verlag der Brüh i'ichen Unwerf.-Buch-u. Stein» druckeret. 8t Lang«.
Redaktton, <8rv*bUtoe und T'mrfrxtt:
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Eid re sie für Deoeichenr Anzeiger Gieße«.
Ferner,chanIckUw Nr 51
Erstes Blatt. 154. Jahrgang Montag 5. Dezember 1904
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Oeinfl»brtiet monatlich 75 oterteU jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Pof! M. 2.-Viertel- jährl. auöschl. Bestellg. Annahme von Anzeige, für dre TageSnummer bis vormUtagS 10 Uhr. ZeUenvreiS: lokal 12 Pf* auSwärtS 20 Pfg.
Verantwortlich füi den poftt und allgem. Teil, P. Wittko: für »Stadt und Land^ und »Gerichtösaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck.
Genera!-Anzeiger *jr
Amis- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
anderes. Es war immer und überall lediglich der Schnaps (Wodka). Wo es gelang, die zu den Fahnen Einberufenen von diesem Anstifter allen Unfugs und aller Gewalttätigkeiten fern® zubalten, da gab es auch keinerlei Unordnung. ;
Are heutige Anmmer umfaßt 12 Seiten.
Der Krieg.
Port Arthur
Tokio, 4. Dez. Die Russen fahren fort, die Minen im Halen Port Arthurs zu entfernen, in der Absicht, den Weg für das Geschwader frei zu machen für den Augenblick, wo die Situation im Hafen für die Schiffe unhaltbar wird.
Petersburg, 4. Dez. Wie in militärischen Kreisen versichert wird hat der Zar an General Stössel ein Telegramm grichtet, worin er ihn ersucht, Alles auszubieten, um Port Arthur bis zum Eintreffen der Baltischen Flotte, welche noch in diesem Monat dort erwartet wird, zu halten.
Aus der Mandschurei
Petersburg, 4. Dez. S s a ch a r o w meldet dem General- äab unterm 4. Dezember: In der Nacht zum 4. Dezember versuchte eine Abteilung der Japaner unsere Drahtverhaue vor dem Dorfe Linschinpu zu zerstören, wurde aber durch unser Gewehrfeuer vertrieben.
Petersburg, 4. Dez. K u r o p a t k i n Meldet dem Kaiser unterm 3.Dez.: In der Nacht zum 3. Dezember überfielen japanische Kompagnien das Torf Utiasi am Hunho. Der Feind, wurde durch Gewehrfeuer zurückgeworfen. Auf unserer Seite wurden zwei Mann getötet und vier verwundet. Vor unserer Stellung sind viele tote und verwundete Japaner zurückgeblieben. Die Japaner lassen uns aber nicht diese Hinwegschaffen, sondern feuern auf die sich Nähernden.
Aus dem Lagerleben.
Petersburg, 4. Dez. Der Korrespondent eines russischen Blattes berichtet über einen Kampf zwischen japanischen Soldaten und chinesischen Bewohnern in der Ortschast Sakhotai in der Nähe von Liaujang. Die Japaner wollten junge Mädchen mit in ihr Lager schleppen, wobei ihnen die Einwohner Widerstand entgegensetzten. Acht Japaner wurden getötet, fünf Chinesen schwer verletzt.
Ruffische Verstärkungen.
Kopenhagen, 4. Dez. Ein russischer Hilfskreuzer passierte, nordwärts gehend, heute vormitag die Südspitze von Langeland.
B r e st, 4. Dez. Der russische Torpedobootszerstörer „Pronzi- /elny" ist nach Vollendung seiner Ausbesserung heute nachmittag trotz der schweren See abgefahren; er wird die Fahrt beschleunigen, um das vorausgefahrene Ergänzungsgeschwader wieder em= zuholen.
Tanger, 4. Dez. Die russischen Kreuzer „Drei" und „Jzum- rud" sind mit dem Hilfskreuzer „Ozean" hier eingelaufen.
Petersburg, 4. Dez. Die Ausrüstung der Linienschiffe /tikolaus I., Alexander II., General Atraschin, Admiral Wsehacow, Admiral Suchaw ist soweit fortgeschritten, daß die Ausfahrt aus Libau erfolgen kann. Demnächst wird auch ein Teil der Schwarzen Meer-Flotte nach Ostasien abgehen, nachdem die Verhandlungen wegen der Durchfahrt durch die Dardanellen zwischen Rußland und der Pforte geregelt sind.
Das japanische Budget.
Tokio, 3. Dez. (Reuter.) Das Budget für 1905 wurde heute dem Parlament vorgelegt. Die Ausgaben werden darin mit 1000 Millionen Pen angegeben, von denen 7 8 0 Millionen auf das Kapitel der Ausgaben für den Krieg entfallen. Der Finanzminister erklärte, es seien nur 450 Mill, im kommenden Jahre durch Anleihen zu decken.
Die Reservisten-Krawalle
zit Rußland werden von der „Nowoje Wremja" nach den Erhebungen eines Herrn W. S. Kribelko wie folgt erklärt: Sie kamen mir in einer kleinen Minderzahl der Aushebungsbezirke vor. Leute, welche vorher die friedfertigsten Staatsbürger gewesen waren, zeigten plötzlich auf einige Stunden die Krallen und verwandelten sich gleich nach ihrer Einstellung in Mustersoldaten, welche als Helden sich schlagen und als Helden sterben werden. Sie hatten gewiß nicht mehr und nicht weniger Grund, sich über harte Be' Handlung, über wirkliche oder scheinbare Ungerechtigkeiten zu beklagen als die Mannschaften anderer Bezirke, in denen es ruhig zuging. Das auslösende Moment tumultuanscher Vorgänge in der Uebergangsperiode vom Bauer zum Soldaten war ein ganz
Ausland.
Rom, 4. Dez. Heute mittag fand int großen Festsaal des Quirinals die Taufe des Prinzen von Piemont, des italienischen Thronfolgers, statt. Patin waren Königin Margeritha, Ehr en Paten bezw. TaüfAeugen der Fürst von Montenegro, der deutsche Kaiser, vertreten durch den Prinzen Albrecht von Preußen und der König von England, vertreten durch den Prinzen von Eon- naught. Der Taufe wohnten ferner u. a. bei: Der König und die Königin, der Graf von Turin, der Herzog von Genua, Prinz Udine, die Fürstin und die Prinzessinnen Militza und Henia von Montenegro, der Herzog von Montenegro, der Herzog von Oporto, Prinz Viktor Napoleon, sämtliche,Minister, das diplomatische Korps und mehrere Parlamentsmitglieder.
— Im Senat verlas heute der Präsident ein Schreiben des Reichskanzlers Grafen Bülow, in welchem derselbe namens des Kaisers Wilhelm dem Senat für seine bei der Enthüllung des Goethedenkmals in Rom kund gegebenen Gesinnungen seinen D an? ausspricht.
Petersburg, 3. Dez. Der Minister des Innern empfing heute die von dem früheren Minister des Innern v. Plehwe aus dem Amte entfernten Twer scheu Semst- Wo-Abgeordneten und gab ihnen' die Erlaubnis zur Ein- berusimg einer Semstwo-Versammlung in Twer im Januar oder Februar. Binnen kürzester Zeit wird der Ansässigkeitsrayon für Juden erweitert und ihnen der Aufenthalt in weiteren 48 Orten gestaltet.
Warschau, 4. Dez. Die Stadt soll in Belagerungszustand versetzt werden, um weiteren Exzessen und blutigen Ereignissen vorzubengen. Bei den letzten Ausschreibungen sind 10 Personen getötet und 38 verletzt worden. Von den Verletzten trugen die meisten schwere Schädigungen ihrer Gesundheit davon; einem Arbeiter wurde ein Ärm abgehauen.
Moskau, 4. Dez. Die landwirtschaftliche Gesellschaft faßte einstimmig den Beschluß, um die Aushebung des im August 1881 erlassenen Gesetzes über Maßnahmen zur Wahrung der staatlichen Ordnung und öffentlichen Ruhe zu petitionieren, weil dasselbe den Boden für administrative Willkür schaffe und ein Haupthindernis für eine fruchtbringende Tätigkeit der Vereine sei. Anlaß zu diesem Beschluß bot die auf Anordnung des Ministers für Volksaufklärung erfolgte Entlassung des Laboranten der landwirtschaftlichen Chemie an der Moskauer Universität, Lewitzki, weil er als Mitglied der Revisionskommission der Landwirtschaftlichen Gesellschaft sich den Bestrebungen des Vorsitzenden, Fürsten Tschtscherbatow, widersetzt habe. Außerdem war der Sekretär der Gesellschaft, Schlikow aus Moskau, ausgewiesen worden, wohin er eben wieder zurückgekehrt ist. Die Versammlung beauftragte den Vizepräsidenten, bei dem Minister für Volksaufkläruyg um Wiederherstellung der verletzten Rechte Lewitzkis nachzusuchen.
— Aus Anlaß des 40. Jahrestages der Justizreform versammelten sich gestern gegen 200 Rechtsanwälte, die in zahlreichen Reden die Notlvendigkeit von Staatsreformen betonten, welche erforderlich seien, damit das Gericht exakt ftmktioniere. Sie nahmen folgende Resolution an: Nur die Durchführung allgem ein staatlich er radikaler Reformen und die Schaffung einer Volksvertretung können eine normale Rechtspflege sichern.
Poschewalski erbot sich, die Resolution zur Kenntnis des ^usttzmtnisters und des Ministers des Innern zu bringen^ — Die Ruhestörungen von Matrosen in Sell ast opol standen ohne Beziehung zum Kriege. Der Grund zu den Ausschreitungen war folgender: Rings um die Kasernen hatte sich eine kleine Niederlassung gebildet, wo, sich außer den von den Familien der Matrosen bewohnten! Häuschen fragwürdige Schenken und Stätten des Lasters befanden. Admiral Tschuchnin, der Kommandant der Schwarzmeerflotte, gab daher Befehl, diese Häuser zu zerstören und die Schenken §it schließen. Als die Polizei den Befehl des Admirals ausführen wollte, rotteten sich die Matrosen zusammen, lärmten und warfen, als ein Handgemenge entstand, einen Offizier, der gerade in eineimj Wagen vrobeikam, auf das Pflaster. Ms die bewaffnete! Macht eintraf, zog sich die Menge zurück.
Washingtons. Dez. Der Jahresbericht des Murine- sekretärs empfiehlt die Bildung einer solchen! Flotte, daß keine Macht die Lust versp-üre^ sich mit ihr einzulassen. Er befürwortet ferner die Schaffung von zw ei Vize ad mir al stell en und weift dabei darauf hin, daß das Fehlen eines Vizeadmirals auf der ostasiatischen Station die Vereinigten Staaten zwingst^ die Führerschaft bei einem gemeinsamen Vorgehen im Falle einer eintretenden Krisis an eine solche Nation zu überlassen, die einen Vizeadmiral auf der Station habe.
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Aus §tßdt und Kand.
Gießen, 5. Dezember 1904.
** Persona lien. S. K. H. der Großherzog haben dem Großh. Badischen Kommerzienrat und Vorsitzenden des Aufsichtsrats des Vereins chemischer Fabriken, Dr. Adolf Giernm zu Mannheim, das Ritterkreuz 1. Klasse deß Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Wagnermeister Ziegler, dem Maschinenmeister Seitz, dem Hofarbeiter Gayer, sämtlich zu Lampertheim und in Diensten der chemischen Fabrik Neuschloß, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen.
** Die siebente ordentl. evangeliche Lande3- synode des Großherzogtums Hessen. S. K. H. der Großherzog haben den ordentlichen Profesior der Theologie l). Dr. Paul Drews zu Gießen, Seine Erl. den Herrn Grafen Ernst zu SolmS-Laubach zu Darmstadt, den Landgerichtsrat August Schmeckenbecher zu Gießen, den Geheimen Kommerzienrat Wilhelm Cornelius Frei Herrn von Heyl zu Herrnsheim zu Worms, den Pfarrer Ernst Widmann zu Darmstadt, den Pfarrer Ang. Hildebrand zu Echzell und den Kirchenrat Dekan Christian Grosch zu Kastel zu Mitgliedern der siebenten ordentlichen evangelischen Landessynode der Großherzogtums Hessen ernannt.
** Das Kronenbauersche Quartett beging am Samstag sein 28. Stiftungsfest im großen Saale des Neuen Saalbaues durch ein Konzert und darauf folgendes Essen. Wie stets hatte sich eine zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden, die den Darbietungen des Quartetts, welches, unter Leopold Geller's zielbewußter Leitung nach dem Höchsten strebt, mit größtem Interesse lauschten. Ganz besonders ausgezeichnet wurde die mitwirkende Sängerin Frl. E. v. Munsterhjelm aus Helsingfors, deren ebenso nobler als temperamentvoller Vortrag, unterstützt durch glänzende Stimmittel, reichste Anerkennung fand. Herr Julius Hahn, ein junger, hiesiger Pianist, zeigte sich auch diesmal
Die neue Aarmirädter Kunstausstellung.
R, B. Darmstadt, 4. Dezember.
Der unter Protektorat unseres Großherzogs stehende .Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein" hat heute vormittag im Ernst Ludwigs-Haus aus der Mathildeii- höhe seine erste Wanderausstellung in feierlicher Weise eröffnet. Neben den Vorstandsmitgliedern und den Angehörigen der Kunstkommissionen von Darmstadt, Düsseldorf, Frankfurt, Karlsruhe, Stuttgart und Straßburg waren der Großherzog und eine größere Anzahl geladener Gäste erschienen, darunter der kommandierende General der 25. (hessischen) Division, Exzellenz v. Gall, der Stadtkommandant, Generalmajor v. Lynker, Obersthofmarschatl v. Westerweller, der Oberstkammerherr und der Oberststallmeister, Freiherr v. Riedesel zu Eisenbach, Geh. Kabinetsrat Röm Held, Staatsminister Rothe, Justizminister Dr. Dittmar, Finanzminister Gn auth, die Geheimräte B ra un und Dr. Breidert - Gießen, Ministerialrat Freiherr v. Bieg^leben, Provinzialdirektor Frhr. v. Gran cy, Oberbürgermeister Morne weg n, v. a.
Nachdem die Festteilnehmer, so weit es der Raum gestattete, in dem reich mit Lorbeerbäumen und Palmen geschmückten Mittelsaal, in welchem auch die prächtige neue Aroneebüste des Großherzogs von Prof. Habich stand, Aufstellung genommen Hutten, bat der Präsident des Verbandes, Oberst ä, la suite Frhr. v. Heyl, Se. Königliche Hoheit, die Ausstellung eröffnen zu wollen. Der Groß Herzog hielt darauf folgende Ansprache:
„Ter V e r b a u d der Kunstsreunde in den Ländern nm Rhein ()nt i m L a u i e d i e s e 8 I a hr e s fernen Ausba u voll en de t. (s-r hilbct jetzt eine Organisation, die fähig und gewillt ist, ihre Tätigkeit zur Förderung von Kun ft undK ünstlern in ben weiten Ländern nm Rhei n zu entfalten.
Ter Verbany hat eS für angezeigt gehalten, nun mit feiner / r ft c n K unstausstell u n g hervorzutreten. Diese besteht aus
einer kleinen, sorgiältig gewählten Sammlung von Kunstwerken, die dem ganzen V e r b a n d s g e b i e t entnommen s i n d. Sie solleil die Nheinlande durchziehen, um von dem Streben des Verbandes Zeugnis abzulegen und ihm neue Freunde zu werben.
Möge dieser erste Schritt in die Oeffentlichkeit dem Verbände Glück bringen und der westdeutschen Kunst zur Ehre gereichen! Ich erkläre die er st e R h e i n i s ch e K u n ft* ausstellung für eröffnet!"
Darauf nahm Regierungspräsident Dr. zur Nedden das Wort zu folgender Ansprache:
Ew. König!. Hoheit wollen allergnädigst gestatten, daß ich namens des Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein ehrfurchtsvollsten Dank abstatte für die gnädigen Worte z it r Eröffnung unserer ersten Wanderausstellung, welche einer Anregung Ew' König!. Hoheit ihre Entstehung verdankt. Im Ernst Ludwigs-Hause die erste Ausstellung von Künstlern unseres VerbandsgebieteS 1 Auf der Matlüldenhöhe zu Darmstadt, die eine so bedeutungsvolle Erinnerungsstätte darftellt für Entnückelung und Geschichte der modernen deutschen Kunst! War es doch hier, wo wor drei Jahren ein „Dokument d e u t s ch e r K u n st" gezeigt wurde, aus dessen reich geschriebenen inhaltsvollen Blättern noch lange Meister und Jünger der bildenden und angewandten Künste Anregung und Belehrung schöpfen werden! War es doch hier, wo noch jüngst Ew. Königl. Hoheit aussprachen, wie „in dem Drange freien und neuen Gestaltens sich die der Gegenwart eigene Kultur schaffende Kraft offenbart l"
Als Sammler und Wecker dieser Kraft will sich ja auch unser Verband in den Dienst höchster Kunst stellen und er ist stolz, glücklich, in feinem erhabenen Protektor einen so berufenen und begeisterten Führer auf feinem Wege verehren zu dürfen. — Gewiß tsts richtig, wenn Michel Angelo schreibt: „Die Kunst gehört keinem Lande an, sie stammt vom Himmel!" Aber wenn im harmonischen Aiosaik des schönheitsvollen Kunstbildes aller Völker und Zeiten denlsche Kunst, rheinische Kunst,besonders leuchtende Farben zeigt, so ist es unseres Verbandes gutes Recht und ernste Psiicht, in unseren rheinischen Landen Kunst von edelster Eigenart zu fördern und zu verliefen!
Ew, König!. Hoheit wollen weiter allergnädigst genehmigen, daß an dieser Stelle als Widmung des Verbandes das von Sohn- Rethel gemalte Bild überreicht werde, dessen Annahme Ew. Kömgl. Hoheit bei unserer ersten hiesigen Tagung für Darmstadt in AuS- cht stellten.
Und nun bitte ich die hier erschienene^ Mitglieder und Freunde unseres Verbandes, den Gefühlen treuester Verehrung und Hingabe, die uns für unseren hohen Protektor in tiefster Seele bewegen und erheben, mit mir begeisterten Ausdruck zu verleihen in dem Rufe: Se Königl.Hoheit Großherzog Ernst Ludwig. Er lebe hoch, hoch, hoch!
Mit Begeisterung stimmten alle Festteilnehmer in diesen Ruf ein. Dann unternahm der Groß Herzog begleitet von Frhrn. v. Heyl und Dr. zur Nedden einen Rundgang durch die einzelnen Llusstellungsräume, in denen er besonders die hervorragenden Kunstwerke sehr eingehend besichtigte. Mit großem Wohlgefallen betrachtete er das ihm vom Verband gewidmete kleine Brustbild der Italienerin von Sohn- Rethel und die übrigen, im Hauptraum ausgestellten Gemälde von Prof. v. B ochm ann und De uß er-Düsseldorf, Prof. Schönleber, Thoma und Trübner in Karlsruhe, und Prof. Graf Kalkreuth in Stuttgart, Besonderes Interesse zeigte der Großherzog auch für ein großes Werk des jungen Düsseldorfer Malers Wilhelm Schmurr, das den Präsidenten Dr. zur Nedden im bequemen Lehnstuhl sitzend darstellt. Die Besichtigung der Ausstellung nahm eine volle Stunde in Anspruch. Der G^oßherzog ließ sich die einzelnen K ü n st l e r auch persönlich v o r st e l l e n und unterhielt sich mit vielen derselben in leutseligster Weise.
Das Gesamtbild der neuen Kunstausstellung ist ein in jeder Hinsicht sehr gediegenes und interessantes, sie umfaßt 92 Oelgemälde und ca. 40 Aquarelle und Pastelle, Zeichnungen, Werke der Plastik, L u x u S g e g e n - stänhe 2C., die sämtlich von Künstlern aus den Verbandsländern stammen. Sehr geschmackvoll und künstlerich vollendet ist auch der von der Wittich'scheu Hosduchdruckerei ange* fertigte Katalog, mit reichem Ornamentschmuck von I. V. Cissarz und mit 12 nach Oviginalzeichnungen bekannter Künstlern hergestellten Illustrationen versehen.


