eine
sollten.
Eine Anzahl von Männern, betten es ernftiim darum zu tun ist, ban bas ganjc Projekt, vor allem auch der ^aalvau, zur Durchführung komme, wirb schon in den nächsten Tagen mit genauen, auch die Neutabilitätsfrage erörternden Darleg- ungrn an bie Ceffentlicbfeit treten. Wir bitten alle die, die geben wollen, diese Darlegungen abzuwarten und uir Geld nicht für ein Teilprojekt zu zeichnen. Wir luettben uns habet in erster Linie an die Bürger Gießens als die am meisten Beteilig- tat Wir wollen sie aufriifen, sich endlich bewußt zu werden, daß sie ein selw wichtiges Wort mitzusprechen haben. Merdmgs sollen si' sich dabei auch 'klar werden, daß es ihre Pflickst ist, sofern der Geldbeutel es irgend erlaubt, ihn bei dieser Gelegen- hcit zu öffnen und für ein der Allgemeinheit in so hohem Grude nützliches Werk auch 'wirklich Opfer zu bringen. Ohne solche fVirr geht es nicht ab und, mit Verlaub, soll es nicht abgehen. Sollen denn immer nur einige wenige Dochbegüterte der zahlende Teil fein9 Ist es für die Gießener Biirgerschast, bie doch auch in ihren sogen, mittleren Schickten wohlhabende Leute genug besitzt, besonders würdig, bei Seite zu stehen, und abzuwarten, ob das „Tischlein, deck' dick" nickt erscheint? Wenn ich Gießener Bürger wäre, ick würde nicht ruhen, bis mit löblicher Unterstützung natürlich auch aller andern Kreise, die es können und wollen, aus der Bürgerschaft heraus wenigstens soviel zusammen käme, ban ein Projekt finanziell gesichert wäre, das Ml en dienen will. Das ist aber nicht der Theaterbau allein und nickt der Bau etn-'s Konzertsaales, sondern nur der Saal - und Theaterbau.
Krüger.
Landkl und Verkehr. Volkswirtschaft.
Begebung von deutschen Schatzscheinen. Eine .Herabsetzung des Diskonts der Deutschen Reichsbank ist in diesem ^abr wohl kaum mehr zu erwarten. Hingegen ist es möglich, das; darin ein Ausgleich gesucht wird, das; die Bank zur Begebung von Schatzscheinen am offenen Markte schreitet, es wird sogar mit einiger Sicherheit darauf gerechnet.
Märkte.
Arnold, welcher gemeinsam mit seinem noch flüchtigen Bruder Daniel im verflossenen Sonnner einen Arbeiter erstach, war erkrankt und hatte die hiesige Klinik aufgesucht, von wo aus uach seiner Genesung die Festnahme erfolgte.
** Der Mörder des Pfarrers Thoebes ist nocl) nicht festgenommen worden. Eine Darmstädter Meldung, der verfolgte Hudde sei in Reichelsheim erkannt wordenI und in der Richtung nach Fränkisch-Erumbach entflohen, ist, wie wir von der hiesigen Staatsanwaltschaft erfahren, falsch, und ebenso eine andere Nachricht aus Kirn (i. d. Rhein- vrovinz), die bereits die Verhaftung des Hudde meldete.
-* Allgemeiner Staatseisenbahnverein. Der Verein feierte am Samstag, den 3. d. M., Großherzogs Geburtstag in den Räumen der Turnhalle des hiesigen Turnvereins unter sehr zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder. Der Vorsitzende des Vereins, Eisenbahnbauinspek- tor Schmidt, hielt die Festrede und brachte das Hoch auf Se. Königs. Hoheit den Großherzog aus. Hieran reihten sich in reizvoll wechselnder Aufeinanderfolge Gesänge ernsten und heiteren Inhalts, musikalische Vorträge, Deklamationen und Theateraufführungen, welche von Mitgliedern und Freunden des Vereins ausgeführt wurden. Reicher Beifall lohnte die Mitwirkenden. Zwischen diesen Vorträgen erfreuten Mitglieder der hiesigen Regimentskapelle durch ihr vorzügliches Spiel. Zum Schluß der Feier wurde getanzt.
** Erzbergbau in Oberhessen. Die Eisenstein- grnben Hoffnung bei Stockhausen, Luse & Ilsdorf bei Großeichen und Ilsdorf Vulkan bei Laubach gehören, wie wir im Anschluß an unfern kürzlichen Bericht über den Vortrag des Oberbergrats Ehelius mitteilen wollen, der Gewerkschaft Luse & Ilsdorf in Gießen, die Eisensteingruben Sophie bei Flensungen, Mücke bei Ilsdorf, Ernestine und Hedwig bei Niederohmen der Gewerkschaft Luise zu Essen. Oberbergrat Ehelius sagt über das Eisensteinvorkommen int Vogelsberg: Die Eisensteinspalten durchsetzen den Vogelsberg strahlenförmig von Norden uach Süden, von Osten nach Westen. Eine Hauptspalte, worauf sich die oben genannten Gruben | befinden, erstreckt sich von Niedecohmcn über Mücke, Stockhausen, Freienseen, Laubach bis nach Staden in der Wetterau.
R. B. Darmstadt, 4. Dez. Der hessische Gemein- nützige Verein zur Vermittelung von Land- und Kuraufenthalten hat deut Begründer des Luftkurorts Hochwalds Hausen bei Ilbeshausen im hohen Vogelsberg, Direktor Berlitt in Bad-Orb für die Förderung der Bestrebungen, den hohen Vogelsberg deut Fremdenverkehr zu er* schließen durch sein neuzeitliches, in der baulichen Anlage und
(tticftcHcr landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 6. Tezeinber 1904: Meist wolkig, auf den Hohen stürmisch, Regenschauer, später Abkühlung.
Wnhercg dnrcb die Gießener Wetterkarte
fo. Frankfurt a. M., 5. Dez. (Orig.-Telegr. des „Gießen. 9(ru") Amtliche.Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 17.00—18.00, Kurhessischer Mk. 18.00-00.00, La Plata Mk. 18.50—19.50, Kansas Mk. 18.50—19.50, Roggen (hiesiger) Mark 14.25-00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.25—17.75, Franken- selber Mk. 18,00-18,75, Hafer Mk. 14.50-15.50, Mais Mk. 12.25—12.50, Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.25, 2. Qualität Mk. 23.75
bis ' Mk. 24.25, 3. Qualität Mk. 22.75—23.25, Noggenmehl 0 Mk. 22.00—23.75,1. Qualität Mk. 19.25—20.75, Weizenkleie Mk. 9.50 bi« Mk. 10.00, Roggenkleie Mk. 11.00—11.50, Maiskeime Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Franken, Pfälzer, Ried 9)?L 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
fc. Frankfurt a. M., 5. Dez. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Anttliche Notierungen der heutigen Viehmarkk- preise. Zum Verkaufe standett: 408 Ochsen, 169 auS Ccft- "bie I reich, 45 Bullen, 0 aus Oestreich, 716 Kühe, Fersen, Stiere und nlmc n^iterT^au bie (5leUc ber anöeifn gesetzt werden Rinder, 0 ans Oestreich, 247 Kälber, 300 Schafe und Hämmel, kann \cber kundige Dirigent" weiß, daß insbesondere bei Auf 1693 Schweine. 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Sckwslämmer. gezahlt stellu'ng ttnes Orchesters in der Diese bti Bülwe die verschiedenen I wurde siw 100 Psimd Schlachtgewicht: Ochsen l.Qualttat73-74 Mk.,
von der vorteilbastesten Seite: vorgeschrittene Technik und l l geschmackvoller Vortrag in seinem Soli, diskretes Zurück- i treten bei den Begleitungen. Beide .Künstler dankten durch Zugaben für den nicht enden wollenden Beifall.
•• Kunstverein. Wie im Inseratenteil ersichtlich ist, chtdet die Verlosung der im lausenden Jahre angetansten Oelqetnälde, Aquarelle re. unter die Vereinsmitglieder am Samstag dem 17. Dezember in der Kunsthalle zu Darmstadt statt. Die Mitglieder des Vereins sind berechtigt, der Verlositng beizuwohnen.
*♦ Allgemeine Wä hlcrversanrmlun g. Ter freisinnige intb der nationallrberale Ve»rci'n haben zu einer Erörterung der ^Gesetzesvorlage, bch*. das Wahlrecht zum Lan d t a g , aus heute, Montag, abends Si 2 Uhr zu einer allgem. Wählerversammlung im Neuen Saalbau eingeladen. Da der Landtagsabg. Justizrat Dr. Gutfleisch daS Referat übernommeit bat und zweifellos höchst wichtige und interessante Aufklärungen aus dieser Versammlung sich ergeben werden, ist deren Besuch allen Wählern dringend zu empfehlen. .
** Der kupferne Sonntag, wie der drittletzte I Sonntag vor dem WeihnachtSfest mit Bezug auf den Qfe* schäftSverkebr genannt wird, hat gestern in der Hauptgeschäftsstraße unserer Stadt, im SelterSweg, das bekannte Bild regen Verkehrs auch dieses Jahr wieder hervorgerufen. Die Läden waren zum erstenmale Sonntags über geöffnet.
** Eröffnung des Kaufhauses Fritz N o w a ck.
Hand in Hand mit den Bemühungen, den Aufschwung unserer Stadt mit der Errichtung neuer und schöner Bauten für öffentliche Zwecke zu unterstützen, geht auch daS Bestreben der Gießener Geschäftswelt, auf der Höhe der Zeil
zu bleiben. Am Samstag lvurdc der Neubau von Fritz Nowack, nun unser größtes Kaufhaus in Gießen, unter außerordentlicher Teilnahme deS Publikums den Besuchertt eröffnet Dieses neue Ausstattungsgeschäft, im Zentrum der Stadt und ihres Verkehrs gelegen, war am Samstag um 5 Uhr, als die Eröffnung stattfand. Gegenstand des Interesses einer zahllosen Menschenmenge, die, der Einladung des Inhabers folgend, zur Besichtigung teils die weiten Jnnenräume durchflutete, teils auf der Straße den imposanten Bau und seine bis in die höchste Etage hell erleuchteten, in Eisenkonstruktion gefaßten gewaltigen Glas-- schaufenster betrachtete. Der Andrang war so groß, daß zeitweilig der Eingang verschlossen werden mußte, obwohl die grosten Räume in den vier Etagen für die Passage kveiten Platz enthielten. Die Ausstellung der Geschäfts- artikel der Ausstattungsbranche, vom kleinsten Tüchlein und Baby-Hemdchen bis zu vollständigen, reich au^gestatteten Schlafzimmereinrichtungen, war sehr geschmackvoll und übersichtlich angeordnet worden. Der im ganzen Hause reichlich verwandte Pftanzenschmuck, der besonders auf der geräumigen Treppe im Lichtstrahl der bunten elektrischen Lampen ein hübsches Bild bot, war auf das Innere wie auf die Schaufensterauslagen zweckentsprechend verteilt worden.
.Hübsche Bronzesiguren, Wachsmodelle und zusammenschließ- ßende Anordnungen, wie vollständige Taselgedecke, vervollständigten den Schmuck. Der elektrische Personenauszug, der den Verkehr zwischen den vier Etagen vermittelte, konnte während des ganzen Abends für das fahrlustige Publikun: | nicht genug in Tätigkeit gefetzt werden. Am Eröffnungstag । konzertierte oben in der dritten Etage die hiesige Militärkapelle unter Musikdirektor Krauße. Sehr übersichtlich ist die Geschäftseinteilung: im Parterre Wäsche, Weißwaren usw., in der ersten Etage eiserne Bettstellen, Bettwaren, Teppiche, Gardinen usw., in der zweiten Etage komplette Schlafzimmereinrichtungen, die zum Teil durch Hochstellung auf der Straße sichtbar sind, und in der höchsten Etage einfache Betten, lackierte Möbel, Federn imb Polsterartikel. Im Parterre ist u. a. auch ein hübscher Ruhcraum sirr das Personal und. zur Sicherung vor Feuersgefahr, in jeder Etage eine alsbald in Tätigkeit zu setzende. Feuerspritze. Auch während des gestrigen Sonntags herrschte um das Kaufhaus, das abends von großen elekttischen Bogenlampen erleuchtet war, großer Mensck>en andrang.
** Verhaftung. Ter von der Köniql. Staatsamvalt- ^hast Marburg wegen Todschlags verfolgte Johannes Arnold aus Allendorf wurde gestern hier verhaftet.
InnenauSstatttlng rnustergiltigeS Gasthaus zum Oberwald, l Gruppen der Instrumente in einer vom Konzertsaal so verschie- sob und Mm« »SsäL* B8Ä Ä“ttrÄÄ« IS fc. Frankfurt a. M., 4. Dez. Dcr 48 lahnqe Dienst, stnnbcn He vom Tonsctzcr beabsichtigte Wirkung gänzlich zerstör! mann Michael Schröder hier hat gestern abend ferne werden kann. Bei großen Ehoraufführungen wird die. ganze 16jährige Tochter und dann sich erschossen. Klangwirkung total zerrissen, ba ein T<ül des Ehores auf einem Kleine Mitte-Inno en aus Hessen uttb den Vorbau Platz nehmen muß, während großeTeste des Orchesters ™ Yf n \ GX rnLrL ‘ „J.;! er«„ i // fr »eit in den Hintergrrind geschoben werdest müssen, daß jeber Nachbarstaaten. Der Gesangverein „Teutonia I Anhang fehlen muß." Ter Raum verbietet es, die wei- in Heuchelheim beabsichtigt, auS Anlaß seines bOiahrigen lerenAeßerungen de« Sckreib'-rs abzudrucken. der mit den Worten Bestehens eine größere Festlichkeit ztl veranstalten. Als Zeit- schließt' ,-Weitsichtige Kunstfreunde Ihrer Stadt sollten also vunkt ist der 2. Juli n. I§. in Aussicht genonnnen. — In mit allen Mitteln dahin streben daß Theater ^;nd Konzettsaal, » r > \ r •n.n auch vielleicht unter einem Dache vereint, un ubngen ganz
Butzbach wurde bei der KreistagSwahl am vergangenen ^trennt errichtet werden."
Freitag Bürgermeister Küchel gewählt. — In Helden- Meines Erachtens ist das alles nnwiderleglick richtig. 915er [bergen wurde in einer der letzten Nächte wieder in zwei ick verhehle mir nicht, daß'es des Eindruckes auf weitere Kreise Roham'unnen in einem Baubureau und in einem Maschinen- entbehren muß, so lange auch nur der S ckei n eines V e r d a ch t e s Jciiaunmgen, m einem -oauvureauunon bleib t, als wolle man in den beschränkten Verhältnissen unserer
Hau8, emgebrochen. Im erlten Fall hatten es die Embrccher Mi^elstadt den Bau eines eigenen Saales für unsere wenigen offenbar auf die früher gewöhnlich in dein Baubureau auf- großen Konzerte anstreben, mögen sie auch der Mgemeinheit bewahrten Wochenlohngelder abgesehen, doch war die Firma als solcher zu gute kommen. Es ist ein Verfahren, das sich ber0!i!n?folLmfn^60°mufilen ('>5:'hi3'™aiei"beinar.nlia6ttlKn^mtwe 65elb m dem Bureau zu belasten^ abgekommen. So mußten nur Dheater fechtenden Gegner diesen Schein zu er-
die Diebe mit leeren Händen abziehen. — Zu dem Selbst- decken wpsen. Daß wir einen würdigen Raum für unsere Kon- morb deS Oberleutnants Dietz in Mainz, wozu ein- -crte haben wollen, ist ftestich selbstverständlich. Aber es mag
6ÄÄS: mstzutesten, daß der Bedauern^verte an Verfolgul.g^n.ahnstnn I nu(fj h^r gehen, wenn's auch gewiß kein idealer Zustand gelitten und die Tat jedenfalls in diesem Zustande auSgesührt Wir aber wollen mehr. Wir erinnern uns daran, daß, als bat. — In Mainz erschoß in der Nacht von Samstag auf die Frage aufgerollt wurde, immer der Saal bau im Vorder- Sonntag berSagc^ner Bimmer^iitt feine getrennt »on U),n ^unbe Soniertc^ten.Jonbent »eU toxt
siebende Ehefrau an der Tur einer Wirtschaft in der Löhr-Qverschiedensten öffentlichen und privaten ltraße, wo sie als Kellnerin ip Stelliing ivar. Als Grund Zwecke völlig entbehren. Und hieran sind alle unsere wird Eisersiicht angegeben. Der Täter mürbe sofort verhaftet, bürgerlichen Kreise beteiligt, ob sie nun musikalisch sind oder - »-------nicht. Wir erinnern mi5 auch 'daran, daß das Schüler iche Grund-
<^nrodifrtrtf stück nicht für einen Thaeetrbau, sondern für einen Saalbau zur
Verfügung gestellt worden ist. Es geschieht nicht im Interesse lFür den Inhalt der unter dieser Rubrik stehenden Artikel irgend einer Partei, wenn man im gegenwärtigen ^tadmm des
übernimmt die Redaktion dem Pnbliknm gegenüber keinerlei Streites gerade aus diesen Punkt wieder nachdrücklich Die Aus-
Verantwortung.) merksamkeit hinlenkt.
Richtiastclluna und Warnung in Sachen dcü Saal- und Kein Mensch bestreitet, daß unsere Theaterverhaltnisie un- jitipttgncunng uno in haltbar sind. Mer es ist ein großes Unrecht und nur aus dem
. m . .. .... ichon angeführten Grundsatz zu erklären, wenn eine kleine, aber
Dre nächste Veranlassung zur Veroswntlichung der naMtel^n- , . rflÄgc Partei den Anfchein erweckt, als seien für das den perlen bietet mir der unter dem Projekt eines Theater- und Saalbaues die genügenden Mittel
ber eaalbaufraae m der rvreitagni'mmer dieits Blattes ersck.enene anfznkwingen ja, geradezu die Behauptung aufstellt, es
Drr Verfasser _bieie-3 üirtifrl >u»! ber crrreuM)« M Leüte d.- nur für ein Theater zu zahlen bereit seien, und - C1I) ün ' darum den Saalbau, um den es sick stets in erster Linie gehandelt hat und der auch allein für alle Kreise Bedeutung hat, gänzlich Man rechnet im Stillen damit, daß, wenn nur erst einmal das Theater gesichert Jet, es einem Privatunternehmer gelingen werde, auch dem Saalbau zum Leben zu verhelscn. Aber ein Privatunternehmer, und wäre er der beste und anständigste, ist immer ein Geschäftsmann, der seinen Vorteil allem anderen vorgehen lassen muß. Er wird uns nie das leisten können und wollen, was wir, was alle Bürger verlangen
Arttkel. ‘ Tatsache, daß in deii Staatshaushalts für 1905 eine Summe für die Errichtung einer größeren Univerptät^nila em gestellt werden soll, abzuleiten, daß mit einem solchen Saal । , ~ laffcn will die Saalbciuftage überhaupt gelöst sei und wir demnach nur no^ Vk ^„ntVf vor der Lösung ber Tlreaterfraqe stünden.
Diese Auffassung ist unrichtig. Allerdings liest man^in der Begründung der neuen Position im .Hai'ptvoranscklag der Staatseinnahmen und -Ausgaben u. a., daß „die neue Aula aus- reickwnden Raum bieten wird, um auch für eine Reihe vornehmer Veranstaltungen der Allgemeinheit dienstbar gemacht zu werden, wie für Vettammlungen gelehrter und gemeinnütziger Gesell- jchasten, allgemein bildende Vorttäge, ernste musikalische Veranstaltungen u. a. in. Die lsteraus erfüllende Miete würde wohl ausreichend sein, um die Kosten der Unterhaltung des Raumes sowohl nach der baulichen Seite, wie auch iiack bet* ieiiigcr. der inneren Einrichtung zu decken". Diesen Satz^ ab* zuschwäcken, habe ich um so weniger VeranlMsung, als ich selbst I an den Verhandlungen über die Errichtung der neuen Aula von Anfang bis zu Ende lebhaften Anteil genommen nnd auch die in dem zitierten Satze angeführte Begründung mit voller Ueberzeugung vertreten habe. Niemals ist aber bei diesen Verhandlungen daran gedacht worden, daß die neue Aula sich zum Ersatz des großen Saales, den wir aus £cn verschiedensten Gründen so nötig haben, eignen möchte. Schon ein Blick auf die Raumverhältnisse zeigt die Unmöglichkeit eines solchen Gedankens. Der neue Raum soll 24 Meter lang nnd 14 Meter breit werden. Er kann nach der höchsten Schätzung im Saale 490, auf der ganz be|Ci^eiben gedachten Galerie 146 Pettonen aufnehmen. ! Größere Konzerte können, wie man ohne weiteres sieht, hier । nicht abgehalten werden. Ich brauche nur daran zu erinnern, daß bei unseren Elwrkonzerten die Zahl der Mitwirkend^n zwmnen •200 und 250 beträgt. In den Orchesterkonzerten wird freilich ein viel geringerer Raum für die Mitwirkenden in Anspruch genommen. Dennoch aber würden, sich die Verhältnisse zwar gegenüber dem Klnbsaal etwas bessern, gegenüber ber 4mrm Halle aber erheblich zurückbleiben. Nun ftreben wir für innere großen Konzerte schon dcslxilb einen größeren Raum an, weil wir unseren Ehrgeiz darin setzen, diese Konzerte nicht nur
| den obei'en Zehntausend, sondern auch den weniger Bemit- -£(inbwitfftfidfL
feiten zugänglich zu machen. Dabei denke ick nicht an die . , A . Mestern fand im Restaurant Schulte
&• fnen Vs eine m über 100 Landeten aus den Freuen M^bur^und
Antrittsacld fetzt nicht abgeslnst werden kann, lpci( ber 9iamn ‘ *r D6crälDt'(yrc1i hielt einen
Ä Ä neue ?ür^rch^^ L;^^-rLna, in dem er besonder, die Breitung
noch für Chorkonzerte irgendwie ausreicknrnden Raum bieten 0^ wg. altolwNnnn imi cro r . ___
bieten würde. Daß sie für diese Zwecke gar nicht gedacht ist a (fi t i (fi t (? U,
beweist endlich das gänzliche Fehlen von Rebenraumen. Selbst 11 CD 11 w 1 *
die Garderoben müssen mi- Rücksicht auf den verfügbaren Raum C'vanaellsche Gemeinde.
aufs Notwendigste beschränkt werden und werden gegenüber dcncn Montag, den 5. Dezember, abends 8 Uhr: Bivetnunoe des Gesellschaftsvereines keinenfalls eine Verbesserung aufzeigen nu Konsirmandensaale ber I 0 hanneskir ch e können. Psarrassistent Schulz.
Ist es ausgeschlossen, die größeren Konzerte ------ ( . .
in der künftigen Aula abzuhalten so i)t es natürlich an sich n idyt Die Mitglied e r un s ere r G emeinv en litt en mir, unmöglich, sie im künstig en Theater ftattiinben su un§ aud) für bie foinmcnbeu1®'e 1b n acb lassen. In einer ganzen Reihe von Städten werben die Konzerte Armen und Kranken freunbhebe tatsächlich im Theater gehalten. Zumal in mittleren Städten ist Die Unterzeichneten unb alle anderen MttgUeder öei das aber notorisch nur ein Notbehelf. Oder glaubt man, daß Bü- Vorstände nehmen gern solche ®abe an , auct) ourci) ote uememöe low und Steinbach die Meiniu-ger Konzette mit Vorliebe im schwestern können sie übermittelt .
Theater dirigiert haben? Man hat eben in Meinmgen keinen ülnnieldnngen zum Empfang emer ^yriitve^cheernng finv oa» anderen Raum, unb ber Herzog legt auch Wert darauf, ,,seine" gegen nicht erwünscht. Euler Schwabe
Kapelle in „seinem" Theater spielen zu lassen. Es bedurfte zum Dr. Naumann. 0. cl. louei-. i.uin. cdin at_e-_. mindesten einer Umfrage bei den betreffenden Dirigenten, um fcstzustellen, wie sie mit den Ergebnissen ber Klangwirkung un ! Theater zufrieden sind. Statt dessen heute nur zwei AeuUr-!
ungen hervorragender Sachverständiger. Ter Redakteur der Allg. Musikztg., Herr Otto Leßmann, schreibt unter dem 2. Dezember: „Ich stehe selbstverständlich durchaus auf dem Standpunkte, für
Konzerte einen Saal, nicht das Theater das fast jedes Orchester in Kon zetten zur Verzweiflung bringt, zu empfehlen. Gleichviel ob ber Bühnenraum oben unb an den Seiten offen ober geschlossen ist, der Klang ist stets dumpf und stumpf". Herr Karl Kipke, Redakteur des Musikal. Wochenblattes, schreibt unter dem 29. November: „Soll ber bramatischen Kunst eine Stätte bereitet und doch das Konzertwesen nicht in's Hintertreffen gedrängt werden, so sollte man sich in den interessierten Kreisen Ihrer Stadt auch mit dem Gedanken vertraut machen, daß me beiden Arten ber Kunstvflege auch nur in ihren Sonberbebürfniffen angepassten Räumlichkeiten fick wirkliche gedeihlich entfalten können. Kirche, Kc^zertsaal und Theater lassen sick nicht ohne erhebliche Nachteile miteinander verquicken. Jebenfalls ist von einer grnno- I sätzlichen Verlegung der Konzerte ins Theater entschieden cibzu- raten. Gewiß, Konzette in Theatern sind feine Seltenheit. Bel I näherem Zusehen aber findet man fast in allen solchen Fällen, I baß rein äußerliche Gründe obwalten: entweder mau hat fernen I genügenden Konzertraum zur Verfügung, oder es gilt Raum und I künstlerische Kräfte an theaierfreien Tagen geschäftlich auszunützen (siehe Frankfurter Oper!!). Tie Klagen über die klanglichen I Ergebnisse solcher Aufführungen sind dagegen an der Tagesordnung. Jeder in atustisckeu Fragen einigermaßen bewanderte Baumeister weiß und jeder halbwegs erfahrene Musiker bestätigt, baß bi' Akustik einer Kirche, eines normalen Konzerttaales und


