Interessante Funde sind in letzter
3. Nov. Die Stadtverordneten- Konstituierung der Wahlbureaus
lichen $
Mimt :
große Pumpen im Betrieb. Zeit gemacht worden.
R. B. Darmstadt, Versammlung vollzog die
gufCnfti bafürn Kuli m ober n fuM. CünSat Ä p
icrrt-’n; 50 "/■ fa&;aT eiftt. w
ru
& C1
Dftfl m
Mi
iiitb* 1
tzul
Kleine Mitteilungen aus .Hessen und den Nachbarstaaten. Um Zahnweh zu lindern, griff der Arbeiter Kuhn in S p r e n d l i n g e n nachts zur Branntweinflasche. In der Dunkelheit ergriff er die Karbolflasche, trank daraus und starb bald darauf. — Die Negierung zu Kassel hat verfügt, daß zur Feier des 400. Geburtstages Phillipps deS Großmütigen (geboren am 13. November 1504) am Samstag den 12. November unter Wegfall der letzten Schulstunde in den evangelischen Schulen des Regierungsbezirks Kassel eine Schulfestlichkeit stattfinden soll, wobei den Schülern ein Bild von dem Leben und Wirken dieses Hessen- fürsten entworfen werden soll, und zwar in der Weise, daß ihre Herzen zur Dankbarkeit gegen die Väter der Reformation angeregt werden. In demselben Sinne hat das Provinzial- schulkollegium für die höheren Schulen Anordnung getroffen. — Kommerzienrat Fischer hat den Stadtarmen von Bingen 400 Zentner Koblen zum Geschenk gemacht. — In Kassel wurden 20000 Mark in Wertpapieren von einer Einbrecherbande dem Restaurateur Ohlwem entwendet.
No sich lm?', Moi-'
hui. 7,
standeS im allgemeinen und im besonderen der evangelischen Pfarrers rau en gerichtliche Klage erhoben werden. (Der „SimplicissimuS* hatte in einer Nummer den Kölner Sittlichkeits-Kongreß, den selbst die »Dtsch.-evang. Korresp." verurteilt hat, in Bildern und Worten witzig verspottet.)
bofkv der Pro ' ’ k lors de<
! Prrl'' lu on^r sind be
Aortrag im herein für ßrd- und Kölkkrkundc über Tibet.
Gießen, 4. Nov.
In welch hohem Maße sich die Veranstaltungen des Vereins für Erd- und Völkerkunde der Gunst des hiesigen Publikums erfreuen, das erwies wiederum der Besuch des gestrigen Eröfinungs- abends. Bis auf den letzten Stehvlatz war die große Aula der Universität von Hörerinnen und Hören: gefüllt. Allerdings hatte die Leitung des Vereins in der Wahl des recht akuten Gegenstandes sowohl, als auch nach der r^merischen Seite hin einen außerordentlich glücklichen Griff getan. Ist doch das Land Tibet infolge der Ereignisse der jüngsten Zeit in ganz besonderem Maße geeignet ,die Wißbegier zu erregen. Und wenn ein Redner wie Tr. Degrner (Berlin) es unternirnmt, seine Zuhörer, zoweit dies beim gegenwärtigen Stand der Forschung möglich ist, ;tn die geheimnisvolle Welt des „asiatischen Kirchenstaates" ein- Aufuhren, dann versteht man die lautlose Stille, mit der jeder- rmmn den etwa lr^stündigen Ausführungen des Vortragenden folgte.
vulla" -eußerst Zimcrn durch rii ab*t au bi: W unb fctbtn bm vx
bo^ $ Jahre gegen Mari, redjnci meist Sekte Fanati thün- ltllgnn ftfiüthr jungen Vulkan:
und die Wahl der Beisitzer für die am 22. d. M. erfolgende Stadtoerordnetenwahl. Die Vorschläge wurden ohne Widerspruch genehmigt. Auf eine Beschwerde deS sozialdemokratischen Abg. Gramer, weshalb die Bürgermeisterei Kopien der Wählerlisten nicht gegen geringe Entschädigung abgebe, oder, wie in Gießen, die Liste durch dre Presse veröffentliche, erwiderte der Oberbürgermeister, es seien trotz erfolgter Umfrage bei den Parteivorständen nur 18 Exemplare verlangt worden. Da diese geringe Zahl den Druck nicht lohne, habe man die Liste nun hektographieren lassen und gebe sie ungefähr zum Herstellungspreise ab; er halte es nicht für angemessen, die Listen auf Kosten der Steuerzahler unfertigen zu lassen. — Die Versammlung genehmigte ferner mit allen gegen 5 Stimmen den Ausschußantrag, nach welchem vom 1. April 1905 ab in Darmstadt ein einheitlicher Gaspreis eingeführt wird, der für die Sommermonate 12 Pfg., für die Wintermonate 16 Pfg. betragen soll. Ern weiterer Antrag, aus Anlaß des bevorstehenden Jubiläums, einer Straße den Namen „Landgraf Philipp-Straße" zu geben, wurde bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt.
R. B. Darmstadt, 3. Nov. Der frühere nationalliberale Reichstagsabgeordnete Geh. Instizrat Dr. Osann begeht am 4. November in voller geistiger Frische die Feier seines 7 5. Geburtstages. Der Jubilar war schon um die Mitte der 70er Jahre nach dem Ableben von August Metz und Karl Hoffmann Führer der hessischen Fortschrittspartei, aus der sich später die nationalliberale Partei entwickelte. Seit 1875 gehörte er ein Vierteljahrhundert der
Anstand.
Paris, 3. Nov. Der Kongreß für Wohnungs- hugicne, wurde unter dem Vorsitz des Unterrichts- ministers Chanmw eröffnet. Vertreten sind: Deutschland, England, Rußland, Italien, Spanien, Belgien und Rumänien.
— Deputiertenkammer. In der heutigen Sitzung gelangte das englisch-französische Abkommen vom 8. April dieses Jahres zur Verhandlung. Deschanel kritisierte das Abkommen, indem er unter anderen: sagte: England habe ein glänzendes Geschäft gemacht, Frankreich habe nur Versprechungen bekommen. England habe das Knochenmark für sich behalten und den Knochen weggeworfen. Zum Schluffe trat Deschannel jedoch für eine Politik der Annäherung an England ein.
— Wien, 3. Nov. Graf Buquoy, Präsident der Oesterrcichischen Zentralstelle zur Wahrung der land- und forstwirtschaftlichen Interessen beim Abschlüsse von Handelsverträgen, wurde zum österreichischen A ck e r b a u m in i st e r ernannt. Für deutsche Leser sei bemerkt, daß die Oester- reichische Zentralstelle für die dortigen agrarischen Bestrebungen ein analoges Gebilde ist, wie für Deutschland der Bund der Landwirte. Es bedeutet also jene Ernennung für Oesterreich wa§ in Preußen die Ernennung eines der beiden Bundesvorsitzcndeu zum Landwirtschafts-Minister bedeuten würde.
Innsbruck, 3. Nov. Anläßlich der Eröffnung der italienischen Fakultät an der hiesigen Universität gab es heute blutige Demonstration zwischen Deutschen und Italienern. Die Italiener schossen mit Revolvern. Sechs Leute wurden verwundet.
Ans HkaS! luiü Llv'd.
Gießen, den 4. November 1904.
** Personalien. S. K. H. der Großherzog hab^n den Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Ludwig Rüster zum Mitglied der Prüfungskommission für das Justiz- und Verwaltungsfach ernannt. — Ernannt wurde der Gefangenwärter am Provinzialarresthaus in Mainz May zum Gefangenaufseher an dieser 9lnftn(t.
** Schwurgericht. Am 5. Dezember werden die Schwurgerichtssitzungen deS 4. Quartals beginnen. Vorsitzender wird Landgerichtsrat Koch sein.
** Medizinische Gesel lschaft in Gießen. Die Feier deS 25jährigen Stiftungsfestes der Gesellschaft findet Dienstag, den 8. November, statt. Folgende Tagesordnung ist vorgesehen: Abends 6 Uhr im Hörsaal des anatomischen Instituts: 1. Ansprache des Vorsitzenden. 2. Herr Bostroem: lieber Lebercirrhose. Abends 8 Uhr: Festessen.
** Der Bund der Landwirte läßt seit einigen Tagen im Kreise Erbach Versammlungen abhatten, die von der Bevölkerung gut besucht werden. Die Zollpolitik der Reichsregierung bildet das Thema in den Versamm- lungen.
C. Ländung. Die Leiche der seit 1. l. Mts. vermißten Verkäuferin wurde gestern abend aus der Lahn geländet. Wie wir hörten, sind bei der Verlebten in letzter Zeit Anfälle von geistiger Störung bemerkt worden; in einem solchen Anfall dürfte sie die Tat begangen haben, da andere Beweggründe nicht vorliegen.
** Gießener Universitäts-Taschenbuch. Auch für dieses Semester erschien mit gewohnter Pünktlichkeit das beliebte, mit dem wohlgetroffenen Porträt des neuen Rektors Professor Dr. Vossins geschmückte Gießener Universitäts-Taschenbuch, herausgegeben von Aug. Frees, Hof- und Universitätsbnchhändler. Tie Bereicherung seines Inhalts durch einen handlichen Stadtplan, erneute Darbietung eitles anziehenden poetischen Stoffes neben dem gewissermaßen als „amtlid)* zu bezeichnenden Teil des Taschenbuchs, gebet! die Gewißheit, daß das U.-T." auch auf seiner neuen 22. Semesterfahrt ein gern gesehener Begleiter unserer Musensöhne fein wird. Der Herausgeber versendet uilentgeltllch ail jeden Interessenten ein Exemplar.
** Musikunterricht für vorgeschrittene Musikschüler. Wir machen auf die Anzeige von Musikunterricht aufmerksam, zu bent sich Herr A. Willkomm bereit erfliirt, und erwähnen dazu, daß sich diese Anzeige int wesentlichen an solche junge Leute wendet, die den Wimsch haben, sich auf dem Gebiete der Musikgeschichte und dem der Musikästhetik weiterzubilden, oder überhaupt ihre Kenntnisse von Tonstücken und von Künstler- persönlich leiten zu ertoeitem.
s. Wies eck, 4. Nov. In der vorgestern abend stattgehabten Versammlung wurden folgende Kandidaten zur Gemeinderatsmahl vorgeschlagen: Heinrich Becker und Melchior Kümmel. Diese beiden Herren scheiden nämlich in diesem Jahre aus dem Gemeinderat aus.
Romrod, 3. Nov. In den westlichen Teilen der hiesigen Oberförsierei, welche zur Großherzoglichen H o s j a g d gehören, fand heute T r e i b j a d statt. Zur Strecke wurden gebracht 25 Stück Rehwild, darunter 8 Böcke, 2 Füchse und 3 Hasen.
G. Büdingen, 3. Nov. Die Kanalisationsarbeiten in unserer Stadt sind mit großen Schwierigkeiten verbunden. Oesters stoßen die Arbeiter auf dickes Mauerwerk, das nur durch Sprengungen durchbrochen werden kann. Zur Beseitigung des Grundwassers sind fortgesetzt zwei
vermischte».
* Zur Erforschung der Typhusepidemie in Detmold wurden seitens des Staatssekretärs deS Innern vor einiger Zeit auf Wunsch der dortigen Behörden die Professoren Rob. Koch und Beck entsandt, die zunächst seststellen konnten, daß die große Verbreitung der Krankheit wahrscheinlich auf die Infektion der Trinkwasserteitung zurückzuführen sei. Zur weiteren Aufklärung begab sich hierauf eine Kommission des Reichsgesundheitsamtes, Geheimer Regierungsrat Ohlnn'iller, Prof. Beck und Dr. Heise, nach Detmold. Diese ermittelten, daß eine die Wasserleitung speisende Quelle Zu- llüsse erhielt, welche Verunreinigungen durch Abgänge von einem an der Straße nach Schlangen liegenden Ausflugsorte ausgesetzt ist. Von hier aus ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Typusinfcktion erfolgt. Auf Grund dieser Ermittelungen konnten umfassende Maßnahmen getroffen werden, um einer Weiterausbreitung der Seuche erfolgreich entgegenzutreten und einer Wiederholung der Infektion des Wassers vorzubeugen. Die Epidemie nähert sich ihrem Ende.
* Die Hochzeit eines Dreiundneunzigjährigen. Von dem Standesbeamten in Worcester im Staate Massachusetts in den Vereinigten Staaten ist unlängst ein sehr betagtes Pärchen getraut worden, nämlich der dreiundneunzig- jährige russische Untertan Bercuson und die zweiundachtzig- jährige Anna Goldmann. Der junge Ehemann hat 7 Kinder, 64 Enkel, 17 Urenkel und einen Ururenkel. Zwei der Urenkel befinden sich augenblicklich als russische Soldaten in Port Arthur. Die Ehefrau hat 5 Kinder und 28 Enkel, so daß das neue Jhepaar auf eine stattliche Familie von 124 Köpfen blicken kann.
* Das »böse Deutsch." Wir lesen in den »Mitt, des Allg. Deutschen Schulvereins": Immer wieder geraten die panslavistischen Versammlungen und Kongresse in die tragikomische Lage, für ihre Verhandlungen über den besten Weg zur Ausrottung des Deutschen kein anderes Mittel der Verständigung zu finden als — das Deutsche. So ging es auch wieder dem Prager Kongreß nichtdeutscher Hochschüler/ das heißt panslavistischer Studenten. Als Verhandlungssprache mußten auch sie wieder ausschließlich das Deutsche verwenden, weil tvie der Bericht über die Tagung bedauernd sagt, „es leider Tatsache ist, daß man zur deutschen Sprache zum Zweck der gegenseitigen Verständigung Zuflucht nehmen mußte."
* Kleine Tageschronik. Bei M.-Gladbach hntrben in dem Dorfe Holt bei Erdarbeiten zwei Töpfe mit silbernen und goldenen Münzen gesunden, die aus dem 15. imb 16. Jahrhundert stammen. Ter Fund ist von erheblichem Werte. — Auf der Feldmark des Torfes Kniephof, Kreis Naugard in Pom- mern, wurde der Arbeiter Lindemann von dem Jäger Wendt- land, welcher ben ersteren in der Dunkelheit für einen wildernden Hund hielt, erschossen. Wendtland stellte sich selbst dem Gericht. — In dem sogenannten Diamant-Palast in der Kärtnerstraße in Wien wurde nachts von Unbekannten ein Einbruch verübt. Zahlreiche Pretiosen imd ein kleiner Geldbetrag wurden gestohlen.. — In Gent bremgen Tiebe in die Wohnung einer 80;ährigen Frau ein, welche mit ihrem geistesschwachen Sohne zusammen wohnte. Ms die alte Frcnr sich zur Wehr setzte, wurde sie von den Tieben mit Petroleum übergossen, ihr Sohn mit einem eisernen Gegenstand niedergeschlagen. Tarauf setzten die Diebe die Kleider der Frau in Brand. Tie Hausbewohner fanden nur noch die verkohlte Leiche. — In Mount-Vernon, unweit Newhork, explodierte Dynamit, das auf dem Bahngeleise lagerte. Im ganzen Stadtteil wurden die Fenster zertrümmert. Es gab mehrere Tote und 50 Verletzte. — In Dresden wurden der Ratsassessor Dr. Ackermann und drei Berliner Herren verhaftet, mit denen Ackermann in Beziehungen gestanden hat. Tie kriminellen Erhebungen in dieser Skandalaffäre dauern seit einigen Wochen. Tie Verhaftung ist auf Ersuchen der Berliner Staatsanwaltschaft erfolgt. Dio inkriminierten Vorkommnisse sollen sich in einem Berliner Hotel abgespielt haben. Tr. Ackermann ist ein Sohn des früheren Kammerpräsidenten und der Schwager des jetzigen Kammerpräsidenten Tr. Mehnert..— In Telgte (Wests.) drang in der Nacht ein Ein br e ch er in das Haus des Bäckermeisters Düttmann. Er erbrach mittelst einer Art die Tür des Hinterhauses und beabsichtigte vermutlich einen Gelddiebstahl im Vorderhause, wo sich die Gemeindehebestelle befindet. Bei seinem Vordringen trat ihm die Frau Düttmann entgegen, der er mit dem Beil eine schwere Verletzung beibrachte. Auf ihre Hilferufe eilte ihr Mann herbei, den der Räuber am A r m verletzte. Tonn entfloh er und ist leider entkommen. — In. Madrid verhaftete die Polizei den Franzosen Guilbert, welcher beschuldigt ist, 300 000 Francs unterschlagen zu haben. Ein Mitschuldiger, Combes de Villegas, wurde gleichfalls festge- nommen. — Auf der Strecke Paris-Bordeaux wurde zum< dritten Male in kurzer Zeit ein Attentatversuch verübt. Um 2 Uhr nachts fand ein Bahnbeamter zwei schwere Felsblöcke zusammengebunden auf dem Geleise liegen. Die Eisenbah-nl>ehörde hat eine Prämie von 10 000 Francs für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Bisher ist es nicht gelungen, eine Spur derselben zu entdecken. In Köslin wurde ein schweres Sittlichkeits» verbrechen von dem Fleischergesellen Plach verübt. Gelegentllch der Verbüßung einer Gefängnisstrafe hatte er den Arbeiter Wachholz kennen gelernt. Nach seiner Entlassung wurde er bau demselben einige Tage in seiner Behausung aufgenommen. Ms bie Eheleute bei der Arbeit waren, vergewaltigte Plach "das vier- iöbrige Töchterchen des Wachholz. — In Pasewalk erstach der Arbeiter Schumacher den Handwerksbnrschen Chwietkowski, mit dem er in einer Testifiation in Streit geraten war. — In Berlin spielte sich ein Familiendrama in der Jnselstraße ab, wo die Frau des Polizeiwachtmristers Ne^lgebauer angeblich wegen ehelicher Zerwürfnisse sich selbst unb ihr dreijähriges Kind durch Leuchtgas zu vergiften suchte. — Bei einem heftigen Nordweststurm gingen zwei mit HoH und Ziegeln beladene Kahne auf dem Ku ri s ch e n H a f f bei Nidden unter. Turch den Memeler Tampfer „Treue" mürben sieben Personen gerettet. Die Bemannung des einen Kahns ist bis aus einen Matrosen, der sich auf den Maftkorb flüchtete, ertrunken. — Nach einer Statistik falb
anfgefordert würde, sich nach einer anderen Behausung umzusehen. Auch 'der jetzige Talai Lama wird von einem englischen Arzte, der ihn anfangs der achtziger Jahre zu Gesicht bekam, als auffallend hübscher-, etwa achtjähriger Knabe geschildert. Daß das Lebeil eines solchen Kindes kein rosiges ist, dafür sorgen schon die vielen (^iebetsüblmgen und Kasteiungen, denen es sich unterziehen muß. Was die religiösen Bräuche selbst anbelanat, so stellen diese eine starke Veräußerlichung der buddhistischen Lehre dar, die in ihrer ursprünglichen Form doch gerade das Gegenteil anstrebte. Die chinesischen Herrscher aus dem Hause der Mandschu wußten sich die eigenartigen tibetainschen Verhältnrisse bald nutzbar zu machen, indem sie mit dem Dalai Lama ein ,<vonferbat abschlossen, wodurch 'sie ihm seinen weltlichen Besitzstand garantierten, während jener ihnen seinen eminenten Einfluß auf bie buddhistische Welt zur Verfügung stellte.
Wenn nun in unserer Zeit die Engländer auf ihrem großartigen, von Tardjiling dir? unternommenen Zuge nach Lbassa, den der Redner den Alpenübergängen Hannibals und Napoleons als gleichwertig an die Seite stellte, dort Einfluß zu gewinnen suchen, so geschieht dies nicht nur aus HcncdelsrücksiMen, fonbeni vor allem auch zu dem Zweck, sich eine Jntercssenspldire im Oncllgebiet des Jang tse Rang zu schassen, die ihnen bei der Aufteili'.ng Elünas unschätzbare Dienste leisten könnte.
ffliit? - viele fdbntt ;
ifirr U §0 0 *■ 3a^ J die ;•?. 5bcr<.
trttm als - -
1891 !-
2. hessischen Kammer an, seit 30 Jahren ist er Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums, von 1890—1898 vertrat er den nwtung Anlaß, oaß, wie der Vortragende witzig bemerkte, bte I ^arniftäbter Wahlkreis in dem Reichstag, wo er zu den 'Serit des Lbervriesters von dessen Ratgebern zuweilen vorzeitig > Führern der Partei zählte. '
Koloinalpost.
— Von einem Anfstcrnde der Basut und der um die Station Bamenda wohnenden Negcrstämme in Kamerun, die in einer Stärke von 1000 Bewaffneten den Leutnant v. Puttlitz von der Cchntztruppe angegriffen und zum Rück- 31150 gezwungen haben sollen, melden in Halle d. S. an- gekommene Briese ans Kamerun, die vom 10. CISobcr datiert sind. An Berliner amtlicher Stelle ist von diesem Ereignis nicht« bekannt und man hält die Nachricht für unrichtig. Im Gegenteil ist nach den letzten Meldungen der Obcrhäuptling dieses Stammes. Bimbi, zirr Unterwerfung geneigt.
, Dr. Wegener hat im Jahre 1898 den Tibet benachbarten und fin religAer und kultureller Beziehung nahe verwandten Himalaia- «Staat Sikkim bereift, und ist somit in der Lage, eigene Er- szhrrmaen zur Beurteilung von Land und Leuten heranzuzieben. Der Rsdnsr gab zunächst eine gedrängte Ueberficht über die Bc- faebtnrgyi bet Europäer, in das Innere des Landes einzudringen und uns beffrn Kenntnis zu vermitteln. Wie wenig dies bis jetzt gelungen ist, geht daraus hervor, daß Tibet zurzeit noch eines der unbekannresten Lander der Erde ist. Natur und Menschen tun aber auch ihr Möglichstes, um eine Erschließung zu verhindern. Das Hochland Tibet stellt sich uns nändidj als ein gefaltetes Gebivsslaud dar, das im Norden durch treppen artig anzeigende Parallelzüge des Kwenlun und im Süden durch den )äh abfallenden Himalaja begrenzt wird, während der Südosten tu em d System wlldzerriffener Gebirgszüge übergeht, zwischen denen sich mächtige Ströme einen Weg gebahnt haben. Tie aus dem Hochlande hervorragenden Gipfel erscheinen nun keineswegs mcm uach ihrer absoluten Höhe anzunehmen geneigt aS°*9C te* Einwirkung des Wassers, insbesondere aber auch des Windes, find die zwischen den Kämmen befindlichen Täler dermalen mit Schutt und Geröll angefüllt, daß die höchsten Berge der Welt, die sich nach glaubhafien Berficherunacn moderner tZk' 2»en Hedin, hier befinden sollen, sich nur als unbedeutende, langgestreckte Schuttlagerungen darstellen. Tem 'rauhen Klima in solcher Höhenlage entsprechend, ist hier von Ptlan^nwuchs nur in äußerst geringem Maße die Rede. Tem- enttvrechend erscheint Tibet außerordentlich schwach bevölkert, der Icorven und Nordwesten des Landes völlig unbevölkert. Tagegen a • re??" -Hochflächen ein wahres Tierparadies ent-
nnaelt eine Erscheinung, die weniger ein Resultat der llimatischen Na m als.vielmehr der völligen Abwesenheit der Menschen ist. -ceben einer interessanten Bisonart, dem Pak, findet man dort 2? unxheuren, Mengen Herden con Wildschafen, Wildeseln und Antilopen Erst tm Süden des Landes wird der Boden kultur-
l T6 ™?fte Landbevölkerung neben der nomadisierend mirtrttt. Im wesentlichen begnügt sich der Tibe- $n6au von Gerste und ettocs Gemüse. Der ©anbei des Landes der m chinesischen Händen ist. beschränkt sich daher auch aur Wolle. Pelze, Filzwaren und Gold. Letzteres erscheint allermngs geeignet, in der Entwickelung des Landes eme recht bedeut,ame Rolle zu spielen, da sein seitheriges Auf- fmden zu der Hoffnung berechtigt, in Tibet ein reiches Goldland iu Mchlreßen. Als Transportmittel bienen der mongolischen Be- oo.kerung neben dem Bak merllvürdigerweise gerade in den un- ^-egwmsten Gegenden Schafherden.
Aanz besonders anziehend erscheinen bne eigenartige Rolle, die seine Hauptstadt Lhassa im «uziösen Leben der bodohMcken Beoölkerunn spielt. Seit dem Einbringen her buddln strichen Lehre von Indien aus ist Lbaffa ein aro^rtirrr Wallfahrtsort der buddhistischen Welt geworden der seinesgleichen nur noch in Mekka hat. Als Oberhaupt aller Buddhisten thront in dem hochgelegenen heiligen Kloster Pot^la der Talai Lama, dessen Herrschaft nicht nur in gejstlichni, sondern auch in weltlichen dingen eine völlig unbegrenzte ist. Er ist als Vertreter Buddhas selbst nicht nur unfehlbar, sondern" auch allgütig, allwissend, allweise, ja sogar unsterblich. Stirbt nämlich ein Talai Lama, so geht seine Seele in den Körper eines neu» geborenen 5 indes über, das dann durch allerlei Wunder sofort als Nachfolger Buddhas erkannt und eingesetzt wird. Tic auf- fallmd" Tatsache, daß von fast allen ,die den Dalai Lama ge- fefym hab n. dieser als Kind geschildert wird, gibt zu der Vermutung Anlaß, daß, wie der Vortragende witzig bemerkte, die
toelintf Wf -itane urteilt diese ‘ langer Sunbh
tote


