Mrlamentarrsiyes.
^Tltenb'ur g, 3. Mai. Bei der am 29. April im hiesigen Wahlkreise stattgehaLten Ersatzwahl wurde nach amtlicher 'Feststellung OVerlandesgerichtsrat Porzig- Jena (konservativ) mit 18083 von 35524 abgegebenen Stimmen gewählt. Buchbindermeister Buchwald-Mten- burg (Soz.) erhielt 17 427 Stimmen.
Der Krieg zwischen Japan nvd Außland.
Weitere japanische Erfolge am Jalu.
Das Wolsssche Telegr. Bur. berichtet aus Tokio: Der japanische General Baron Kuroki meldet: Der Feind leistete, als wir ihn am Nachmittag des 1. Mai verfolgten, heftigen Widerstand, und erhöhte die Zahl unserer Toten und Verwundeten um 300 Mann. Der Feind focht bis zuletzt tapfer. Schließlich ergaben sich zwei Kompagnien russischer Artillerie, die bereits den größten Teil ihrer Leute und Pferde ver- loren hatten, und hißten die weiße Flagge. Gefangen- 'genommene Offiziere behaupten, Divisionsgeneral Kasch- talinsky, der das 11. und 12. Infanterie-Regiment, die Scharfschützen und ein Artilleriebataillon befehligte, sei gefallen. Eebenso seien viele andere hohe Offiziere getötet oder verwundet. Biele russische Flüchtlinge kehrten darauf um und ergaben sich. Tie Gesamtzahl der Gefangenen beträgt 30 Offiziere und 300 Unteroffiziere und Gemeine.
IN Ergänzung dieser Meldung wird dem Reuterschen Bureau noch telegraphiert, daß die russischen Artilleristen, bevor sie sich ergaben, die Geschütze unbrauchbar machten. Bon den 30 gefangenen Offizieren sind 20, von den 300 gefangenen Mannschaften 100 verwundet. Der Chefarzt der ersten japanischen Ar- ,mec gibt die Zahl der Gefallenen und Verwundeten auf 798 an.
Kuropatkins Bericht über die Kampfe am Jalu.
Ein Telegramm des russischen Generals Kuropat- fin an den Zaren vom 2. Mai lautet: JUfolge Unterbrechungen des Telegraphen habe ich keine Berichte pon General Sassulitsch. Vergangene Nacht griffen die Japaner vor Foenghwa ngtscheng mit überlegener Artillerie den linken russischen Flügel von der Front an, und umzingelten ihn. Es kam zu einem heftigen Kampfe, an dem das 22. und das 12. Schützenregiment teilnahmen, die sich hartnäckig verteidigten. Die russischen Truppen gingen dann zum Angriff über und fügten den Japan er n schwere Verluste zu. Sie konnten aber, da sie an Zahl geringer waren, ihre Stellungen nicht behaupten und wichen zurück, wobei sie in den Händen des Feindes einige Geschütze zurückließen. Ter große Verlust an Mannschaften und Pferden machte es unmöglich, die Geschüetz vom Kampfplatze mitzunehmen. Die Verschlußteile wurden herausgenommen. Die Abteilung zog sich nach Synkwantschen zurück. Sassalitsch verfügte am Tage des Kampfes über fünf Regimenter und fünf Batterien. Von diesen nahmen ein Regiment und zwei Batterien, die sich bei Schakedna befanden, an dem Kampfe nicht teil, denn die Japaner unternahmen von dieser Seite keinen Angriff. Die Verluste snid noch nicht festgestellt, müssen aber in Anbetracht des harten Kampfes sehr bedeutend sein.
Fonghwangtschöng,
wird in einer Korrespondenz der „Now. Wr." folgendermaßen geschildert: Die Wege haben den Charakter unserer Bizinalwege, doch gestaltet sich deren Benutzung infolge der vielen steilen Steigungen und Abhänge ungemein schwierig; außerdem ist der Grund ein außerordentlich steiniger. Die örtliche Bevölkerung ist zwar verpflichtet, die Wege in Stand zu halten, kommt aber dieser Verpflichtung nicht nach. Erwägt man ferner, daß zu diesen Unzulänglichkeiten, Ueberschwemmungen, Austreten der Flusse und Mangel an Brücken und Furten treten, so läßt sich von den Veickehrsverhältn'ssen leicht eine richtige Vorstellung gewinnen. Für den Transport von Frachten benutzten die Chinesen riesige, ungemein schwerfällige Fuhren mit massiven, eisenbeschlagenen Rädern. Vor die>e Fuhren werden je nach der Jahreszeit drei b's acht Pferde, Ochsen oder Maulesel gespannt. Während des letzten Krieges mit Japan versuchten die Chinesen leichtere Gespanne zu benutzen, doch bewährten sie sich nicht. Die wichtigste Verkehrsader ist unstreitig die sogenannte Große mandschurische Straße, die von Mukden nach Port Arthur führt, demnächst kommen in Betracht die Straße aus Korea vom Jalu nach dem Ljao-Ho und weiter nach Peking oder Mukden. Alle Straßen haben das Aussehen bis zu zwei Faden tiefer Transcheen von 5 bis 20 Faden Breite. Eine andere Straße von Korea führt von Datungou über Takusan, Ssuan, Simu-tschen und Chai-tschcn nach Sjaotsjao-miao (280 Werst). Diese Straße ist besonders reich an steilen Ab- ihängen und steinigen Stellen. Die Strecke von Föng-buan- tscheng nach Ssimu-tscheng bietet besonders große Verkehrshindernisse. Die Straße zieht sich anfangs durch das Tal eines Zuflusses des Flusses Schuhe und nimmt pann ihre Richtung in das Tal des Ljao-Ho-Systems. Beide Täler sind an v^len Stellen nur wenige Faden breit, außerdem hat man auf der sich durch die Täler hinziehenden Straße viele Steigungen zu überwinden, denen häufig schroffe Whänge folgen. Diese ungünstigen Verkehrsverhält- nifse waren im letzten Kriege mit Japan die Hauptursache des langsamen Vormarsches der japanischen Truppen. Aus dieser kurzen Beschreibung der wichtigsten Straßen geht nach der Meinung des Korrespondenten deutlich hervor, daß die russischen Truppen große Schwierigkeiten zu überwinden haben.
General Kuroki.
Baron Kuroki, der die Russen am Jalu so gründlich geschlagen hat, steht bei seinen Landsleuten als General in ebenso hohem Ansehen, wie Togo als dldmiral. Er ist ein Feldherr, dessen Politik darin besteht, seine Vorbereitungen nicht zu übereilen und alles bis in oie kleinsten Details vorzubereiten, ehe er losschlägt. Er ist älter als Admiral Togo ii.nb steht im 62. Lebensjahre. Er ist ein typischer Satsuma, d. h. er entstammt einer der militärischen Familien, in denen die Männer von frühester Kindheit an zum Kamps erzogen werden. In der großen Revolution, die Japan erschütterte, als Kuroki noch ein junger Mann war, kämpfte er auf feiten des Kaisers. In den 70er und 80er Jahren erwarb er sich bereits Anerkennung, trat aber erst in dem Kriege gegen China eigentlich vor anderen^ C4ene* täten hervor. Da man seine großen Fähigkeiten als Organisator anderwärts nötig hatte, war er jedoch während dieses Krieges nicht zugegen, als den Chinesen die Stellung bei Kiulientscheng weggenommen wurde, die er jetzt persönlich sn diesem Kriege den Russen entriß. Während des coinesisch- fapanischen Krieges leitete er die ganze Mobilmachung von
Anfang bis zu Ende, und beeilte sich sodann, auf den Kriegsschauplatz zu kommen, wo er als Divisionskommandeur an der Eroberung von Weihaiwei teilnahm.
Ein mißlungenr japanischer Branderangriff auf Port Arthur.
Vom 3. Mai meldet die offiziöse Rufs. Talegr.-Ag. aus Port Arthur: Um ein Uhr nachts wurden fünf japanische Torpedoboote bemerkt. Gegen sie wurde sofort von )en Batterien und den Kriegsschiffen ,,Hiljak", „Granjascht- chi" und „Otwaschni" das Feuer eröffnet. Die Torpedoboote wurden gezwungen, aufdiehoheSeeAurück- zugehen. Dann wurden am Horizonte japanische Schiffe bemerkt, die vom Süden kamen. An der Spitze fuhr ein Sperrschiff gegen den Hafeneingang. Es wurde in den Grund gebohrt. Um 13/4 Uhr gingen noch zwei Sperrschiffe vor. Auch diese wurden in den Grund gebohrt. Um 2 Uhr 25 Min. näherten sich nochmals vier Sperrschiffe, wovon drei durch russische Minen in die Luft gesprengt wurden; zwei sanken sofort. Die beiden anderen wurden durch das Feuer der Batterien und Schiffe wiederum in den Grund gebohrt. Die „Askold" nahm am Kampfe teil. Um 2 Uhr 40 Min. gingen wiederum drei Sperrschiffe vor. Eines stieß auf eineMine,daszweitesankam Ufer. Das dritte ging durch russische Geschosse verloren. Am Anfang des Kampfes begab sich Alexejew mit dem Chef des General- stabes, dem Flaggkapitän und dem Generalstab auf einer Schaluppe des Dampfers „Sebastopol" an Bord der „Ot- waschni".
Ein Telegramm des Statthalters Alexejew aus Port Arthur bestätigt im wesentlichen diese Meldung. Es heißt darin: Durch energisches Artilleriefeuer und die Wheitcheds- minen, welche die Torpedoboote und Minenkutter abschaffen, sowie durch die EAüosion einiger Sperrminen wurden acht Dampfer auf der Reede zum Sinken gebracht. Außerdem wurden nach Berichten des Kommandanten der Batterien und des „Giljag" zwei Torpedoboote vernichtet. Von der Mannschaft, die sich in Kuttern zu retten suchte, wurden bisher von den Russen gegen 30 gefangen genommen, darunter zwei tätlich ver- wundeteOffiziere. Die Russen hatten keineVer- l u st e. Leichtverwundet wurde ein Mann vom Torpedoboot „Bajewoi". Als sich das erste Sperrschiff mit den Torpedobooten zeigte, begab ich mich in Begleitung des Chefs des Feldstabes Schilinski und des Flaggkapitäns Eberhard auf das Kanonenboot „Otwaschny", um direkte Anordnungen für die Abwehr des Angriffes der Sperrschiffe zu treffen. Auf den Befestigungen befand sich während dessen General v. Stoessel und auf dem „Giljag" Kontreadmiral Loscht- schinski, der die Verteidigung der Reede vertretungsweise leitete.
Aus Aeutsch-SüdweftafriLa.
Die „Nordd. Allg. Ztg. "schreibt: Jü der „Köln. Ztg." wird in einer der letzten Nummern das gesamte Sanitätswesen des Schutzgebiets Südweftafrika durch den vor kurzem aus dem Schutzgebiet zurückgekehrten Redakteur Muellendorff einer außerordentlich ungünstigen Kritik unterzogen, die den Eindruck Hervorrufen muß, als ob für die Verwundeten und Kranken in der jetzigen kritischen Zeit, besonders in Windhuk selbst, nicht genügend gesorgt sei; zu derartigen Besorgnissen liegt indes kein Grund vor. Das alte Lazarett in Windhuk, für dessen vollständigen Umbau die Mittel bereits zur Verfügung gestellt sind, kann allerdings nur in beschranktem Maße mit Kranken belegt werden, und der bereits begonnene Ausbau des neuen Lazaretts ist noch nicht beendet. Mit Rücksicht auf diese Verhältnisse wurden schon den ersten Verstärkungstransporten der Schutztruppe mitgegeben: sechs Doeckersche Baracken, vier Krankenbaracken, zwei Wirtschaftsbaracken mit zusammen 90 Betten, 12 K^rankenz-elte zu je 12 Betten samt Zubehör. Die Doeckerschen Baracken, zumal mit Sonnensegeln ausgerüstet, sind anerkanntermaßen zur Unterbringung von Kranken im subtropischen Klima sehr gut geeignet. Weitere sechs Doeckersche Baracken werden mit Rücksicht auf die inzwischen eingetretene Verstärkung der Schutztruppe demnächst abgehen. Schon Mitte März hatte der Gouverneur drei Feldlaearette und drei Reservelazarette eingerichtet. Von Feldlazaretten befand sich eins in Seeis, zwei in Okahandja, von den Reservelazaretten je eins in Windhuk, Karibik und Swa- kopmund. Für die Ausrüstung dieser Lazarette ist den Anträgen des Gouverneurs entsprechend in ausgieb ger Weise gesorgt, insbesondere ist das mit den ersten Transporten ausgesandte Sanitätspersonal außerordentlich v rstärkt worden, sodaß, abgesehen von fünf Aerzten des Marine-Expeditionskorps, dreißig Ae zte zur Verfügung stehen. Auch für etwa notwendig werdende Rüclb, f rderung von transportfähigen Kranken und Verwundeten nach der Heimat ist Vorsorge getroffen. Tie Woermann-Linie hat sich bereits erklärt, auf jedem von Cwakopmund zurückkehrenden Dampfer eine Anzahl von Schlingerkojen für Kranke und Verwundete zur Verfügung zu stellen. Jedenfalls soll amtlicherseits alles geschehen, um den Verwundeten und Kranken schleunige ärztliche Behandlung zu sichern, ihre Unterbringung und Verpflegung in gut eingerichteten Feldlazaretten zu ermöglichen.
Der Kommandeur der 16. Division v. Trotha wurde zum KommandeurderSchutztruPpeinSüdwest- afrika ernannt.
AKS ytniit lind Land.
Gießen, den 4. Mai 1904.
" Personalien. Ernannt wurde der Gefangenwärter am Gefängnis in Darmstadt Gustav Neßling zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt. — In den Ruhestand verseht wurde der Weichensteller in der Heff.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Valentin Matbe zu Osthofen, ferner der Weichensteller in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Peter Schmitt in Worms und der Lokomotivheizer Maetin Kilian zu Bischofsheim.
•* Das Großh. Regierungsblatt (Beil. Rr. 11). ausgegeben am 2. Mai d. I., enthält: 1. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1904 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse in der Stadt Offenbach. 2. Uebersicht der nachträglichen Umlagen der israelitischen Religionsgemeinde Wachenheim für 1903. 3. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1904 genehmigten Umlagen der Kommunalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Alsfeld. 4. Dienstnachrichten.
** Dem Techn ''c:t Verein Gießen war zu seiner Frühjahrsexch ck . um 30. April vom Direktorium der Buderussckwn l i i ■ ü. in W.tzlar in liebenswürdigster Weise die Besichngung ; rer Werke g boten worden. Von Direktor Jantzen am . e.waltungsgeoüude begrüßt, wurde
unter Assistenz des Ingenieurs Debus zuerst das Hoch- ofenwerk besichtigt. Ter gigantische Bau des in Betrieb stehenden Hochofens bot mit den erteilten Erklärungen eine Fülle von technischen Belehrungen. Der Bau und die wirtschaftliche Ausnutzung des modernen Hochofenbetriebes wurde dargelegt. In der Gießhalle war u. a. ein großes Feld geformt worden, und man sah, wie das flüssige Eisen mit großer Schnelle in die Hauptrinne und von hier, durch Schi^erstellungen geleitet, in die einzelnen Sandfelder zur Formung floß. Interessant war auch der Gang der Hochofengasgewinnung und deren Inanspruchnahme zum Ätaft- gebrauch einer 500pferdigen Maschine. Die in letzter Zeit errichtete Röhrengießerei wurde bis in die Einzelheiten und in voller Tätigkeit vorgeführt. Tie Gewinnung der Formen, der Röhrenguß, die Beschneidung, die Festigkeitsprüfung und Konservierung der so gewonnenen Rohre in einem mächtigen Teerbade gaben einen Ueberblick über die Bortrefflichkeit der zur Verfügung stehenden Fabrikations- und Transport-Maschinen. Bei der darauf folgenden Inaugenscheinnahme des Zementwerkes assistierte Ingenieur Müller in der Führung der Gesellschaft und es gelangte die moderne Gewinnung von Portlandzement zur Würdigung. Die Rohstoffe, Schlackensand und Kalk, rtnirben in ihrer Verarbeitung, Mischung und Mahlung anschaulich zur Sprache gebracht und der Fabrikationsgang eingehend dargelegt. Der Besuch des Laboratoriums ergab durch Zerreiß- unb Druckproben von Zementkörpern verschiedenen Alters die außerordentliche Festigkeit des auf diesem Werke gewonnenen Zementes. Nach dem Rundgange, wobei u. a. mich das Zementwerk und die Verarbeitung der Rohstoffe besichtigt wurden, besuchte man die Speiseanstalt des Werkes, in welcher die täglichen Mahlzeiten für 150 Personen durch Dampfkochvorrichtungen hergesteM werden. Im Speisesaale versammelten sich die inzwischen durstig gewordenen Techniker, und der Vorsitzende dankte dem Direktorium für die Besichtigung des Werkes und insbesondere Direktor Jantzen für seine uebenswürdige Führung.
(h) Wa lle nr o d, 3. Mai. Die jungen Burschen feiern hier die Walpurgisnacht noch nach recht heidnischen Gebräuchen. Am Abend versarnmeln sich die verschiedenen Spinnstubengesellschaften in den Wirtshäusern und erwarten schwatzend, trinkend und scherzend den Anbtuch des Maien. Sich diesen Abend kurzweilig zu machen, der ohne die Mädchen gefeiert wird, stellen sie eine Liste sämtlicher Dorfmädchen auf, die nun der Reihe nach versteigert werden. Manchmal steigert sich ein Bursche zwei bis drei Dorffchönen. Der Erlös kommt in eine gemeinschaftliche Küsse und wird vertrunken. Die Mädchen, welche keinen Liebhaber bekommen haben, werden, auf Plakate ausgezeichnet, in der Nähe ihrer Häuser, gewöhnlich an Pumpen, öffentlich ausgehängt. Dann gehen die Burschen nach Hause und holen die zurechtgestellte Peitsche. Nun beginnt im ganzen Dorfe ein fürchterliches Küallen. Sie ziehen knaNend durch alle Straßen des Dorfes, um die Hexen zu vertreiben, und an den Kreuzwegen wird die Peitsche besonders kühn geschwungen, weil sie sich hier besonders gerne aufhalten. Erst mit dem Anbruch des Tages geht die Hexenjagd zu Ende.
8. Frankfurt, 3. Mai. Heute tagte dahier unter dem Vorsitz des stellvertretenden Vorsitzenden der Frankfurter Synode, Herrn Direktor D i e tz e, eine Anzahl von Synodal- Abgeordneten aus dem Großherzogtum Heffen, der Provinz Hessen-Raffau und dem Konsistorialbezirk Frankfurt, um über einen Zusammenschluß der Evangelischen aller Landeskirchen Deutschland? zu beraten. Rach eingehender Aussprache wurde folgende Erklärung beschlossen:
Die Versammlung ist der Ansicht, daß eine Organisation aus synodaler Grundlage geschaffen werden muffe, welche in ihrem Endziel das evangelische Deutschland umfaßt, und den Zweck hat, die Jntereffen der evangelischen Kirche kraftvoll im öffentlichen Leben der Nation zur Geltung zu bringen, wobei eine Einbeziehung der freien Organisationen in jährlich wiederkehrenden Dersamm- langen in Aussicht zu nehmen ist.
Zugleich wurde ein geschäftsführender Ausschuß gebildet und ihm der Auftrag erteilt, zunächst die Spnodalabgeord- ncten Westdeutschlands zu einer Versammlung im Herbst einzuladen, die dann den Zusammenschluß sämtlicher Synodalabgeordneten aus ganz Deutschland herbeiführen soll.
Handel und Verkehr. Volkswirtschast.
Gewerkschaft Gießener Brauusteiubergwerke Dorrn. Ferrite in Gießen. Die zur Verteilung pro 1. Quartal d. Js. kommende Ausbeute beträgt pro Kur 7b Mk. gegen 10 0 Ulf. im Quartal vorher. Der M i n d e r g e w i n n bat seinen Grund in dem Umstand, daß in den ersten Monaten des Jahres der Schiffstransport nach den niederrbeinischen Hochofenwerken durch ungünstigen Wasserstand beeinträchtigt war und auch der 9lbrnf nach dem Siegerlande sich in engen Grenzen hielt. Der Versand im April war dagegen überans flott.
Eingesandt.
Für Form und Jn?;a!t aller unter tüeler Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redokrion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Erfreulicherweise hat ein Natur- und Menschenfreund sein Interesse der h i n t e r e n W e st a n l a g e gewidmet, die sich vor allen anderen Anlagen der Stadt durch eine Mistgrube auszeichnet. Es muß fast unglaublich und unbegreiflich erscheinen, daß man sich dazu verstehen konnte, innerhalb der Stadt eine zur Aufnahme des in den Straßen gesammelten Unrats dienende Mistgrube zu errichten. Diese reichte seither nicht aus, alle angefahrenen Kehrichtmassen zu faffen, sodaß auf eine Länge von 20—30 Nietern der breite Fahrweg mit Schutt überdeckt und seit 4 Wochen unpassierbar gemacht wurde. Wenn man hierin 2lbhilfe zu schaffen sucht, was sich von selbst versteht, so bleibt dennoch eine Reihe von Uebelständen be st eben, welche die gänzliche Entfernung der Mi st grübe notwendig machen, sondern auch mit Rücksicht auf die Stadt- Mädchenschule. Bekanntlich war es eine der Forderungen des Nürnberger Kongreffes für Schulhygiene, daß die Schulen in freier Lage möglichst fern von gewerblichen, mit Dampfmaschinen arbeitenden Betrieben anzulegen sind Es wird aber die Luft in der Hinteren Westanlage durch den Rauch der rangierenden Lokomotiven gerade schon genug verpestet. Hoffentlich bewirken diese Zeilen, daß die Mtstgrube vom Boden der Hinteren Westanlage verschwindet.
Die Uhren der Johannes - (nach der sich die Gymnasien richten) und der S t a d t k i r ch e differieren seit einigen Tagen um volle 5 Minuten, und zwar so, daß die erste um diesen Betrag vor geht. Vielleicht veranlassen diese Zellen, daß dem Mißstand abgeholfen wird.
SßidenstoffeSa---”-'-et8
von Elten & Keussen, Krefeld,


