Ausgabe 
4.2.1904 Drittes Blatt
 
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Küre vor

aus

baten die Verordnung, wonach die Fleischbeschau auch aus Hausschlachtungen ausgedehnt werde, aufge­hoben we:de, eventuell, daß die Gebühren ermäßigt wer­den, a b g e l e h n t.

T r e s d e n, 3. Febr. In der zweiten Kammer begann heute die Debatte über die Wahlrechtsreform. Minister v. Metzsch führte aus, das bestehende Wahlrecht sei als Schutzwall gegen di. Sozialdemoiratie notwendig gewesen und habe das Wohl des Landes und des Volkes gefördert. Tie Regierung wolle die Grundlage der ersten Hammer unbedingt erhalten. Sie sei damit einverstan­den, daß die Industrie eine bessere 23ertr etung finde.

Krüge.

Große Urne, mehrere kleine Gefäße enthaltend, in Ost­heim bei Bürbach gefunden.

Hinter dem Gehöre des Steinbruchbesitzers Wilhelm Valentin an der Hardt wurden wieder Knochen aus der srüdituvialeu Fauna freigelegt, darunter der wohlerhültene Unterkiefer der Hyaena svetaea (Höhlenhyäne).

Allen Gebern sei an dieser Stelle der beste Dank aus­gesprochen.

Turch die reichlich zu fließenden Geschenke i'int Jahre 1903 457 Nummern), sowie durch einzelne Ankäufe ist be­reits der Raum im allen Rathaus so beengt geworden, daß der Wunsch^ bald in das neue Heim auf dem Brandplatz einzuziehen, ein wohl berechtigter ist.

Ter Besuch des Museums nimmt stetig zu; erfreulicher­weise zeigt auch die Bevölkerung aus der Umgegend von Gießen regen Antell an demselben.

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Im An Hirsche! uni

Museum des Köeryesstscheu Keschichtsvereins.

Tem Museum sind seit der letzten Bekanntmachsuug im Oktober v. I. folgende Geschenke zugegangen:

Eine Sammlung von Psachtbairsunoeu aus dem Boden- see, nebst einer großen Anzayl von Photographien, die sich auf Pfahlbauten beziehen, von Karl Gall sen., Konstanz.

Mehrere Versteinerungen aus ^emmelchofeu am Boden­see (Untersee) von Karl Gail jun., Konstanz.

Wies Feuerzeug von A. Wieoerstein.

Alte Scherben aus den römischen Kastellen Saalburg und Capersburg von C. Krause.

Jusii, Hessijches Trachlterwucb (3. Lieferung) von Pro­fessor 'Tr. Höh lb aum

Licbtschere, von Stahl angefertigt, von K. Währnm.

Holländische Tose mit Eingravierungen und Sinn­sprüchen, von S. Gauß.

Eiserne Ojenplalle mit Wappen, von Lehrer Völsina, Garbenteüch

Tesgleichen von P. Schneider.

Alte Uhr; nressingene Lowuiuugsplatte von der alten Uhr der katholischen Kirche 1852, von G. Spies.

Hölzernes Vortragskreuz, 14. Jhdt., Teil enter Heiligen­figur, deponiert von oer Krrcheirgemeinde Ober-Bef, in gen.

Geschnitzter Leopardenkops, aus Luzon staumtend, von Geh. Justizrat Baist.

Russisches hausallärchen, zum Einklappen eingerichtet, von A. Keller.

Karte von der Wetteran, 17. Jhdt. Amsterdam bei G. Valk und P. Schenk. Plan der Aktion bei Friedberg zwischen den Franzosen und uimrien den 30. August l«u2; Nürn­berg in der Ziapischen Handlung. Bataille de Bergen Pros Francsort enlre les Allies conuiianoiS par le Priitce Ferdi­nand de Brunswie et les Fran;ois aux Ordres du Tue de Broglie le 13. Avrll 1759 grave par Eöntgen Graveur de la

Vermischte».

* Schwelm, 3. Febr. Die hiesige Polizei beschlag­nahmte infolge Beschlusses der Strafkammer in Hagen in Westfalen die Nummer desSchwelm. Tagebl." vom 4. Januar wegen Beihilfe zur Beleidigung durch ein Inserat einer Wiener Buchhandlung, in welchem der bekannte Roman des Leutnants BilseAus einer kleinen Garnison" an geboten wird.

Sarmnluug römischer Gefäßteile, Ziegeln mll Legions­stempeln usw. ans den Lastellen Esch bei Großgerau und der Eapersourg perstcmrmend, von Fritz, Werner und Heinz Land mann-Darmstad t

Verschiedene Akten, Instruktionen usw., die sich aus die Gießener Bürgerwehr beziehen, von P Herrmann.

10 Bände Ätonographreu zur deutschen KulMrgeschichte, herausgegeden von B. Steinhaußen, von Professor Dr. Biermer.

Von unserem langjährigen, verehrten Gönner wurden gestiftet:

Vollständige Frauentracht aus Weidenhausen, desgl.

Bottenhorn.

Brautironen und sonslrger Brautausstattungsschnmck aus Eberstadt, Kreis Gießen.

Bauernteller, Zinngefcyirr, Tabakpfeifen, Gläser und

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Aarlumeutarisches.

Berlin, 3. Febr. In der Budaetkommission des Reichstages beantragte heute der Abg. v. Kröcher, die vorgesehene Erhöhung der Oberstleutnants­gehälter aus die Fußtruppeu zu beschränken und sie auch auf die Generaloberärzte aus^u- dehnen. In der Debatte, in der nur Redner der Rechten für den Antrag eintraten, wurde namentlich auch das Ossiziersmanquement bei zahlreichen In­fanterie-Regimentern kritisiert. Der Kriegs­minister antwortete, er habe keinen offiziellen Einfluß auf die Besetzung der Offiziersstellen. Bezüglich der Uniformsrage teilte der Kriegsminister mll, daß keine allgemeine U nif o r m ä n d e r u n g zu er­wartensei. In der Tebatte wandten sich mehrere Redner des Zentrums und der Linken gegen die Erklärung der Konservativen, daß die Erhöhung der Oberstleutnautsge- hälter im Interesse der Schlagfertigkeit der Armee liege. Schließlich machte der Kriegsmllrister noch die Mitteilung, daß bei der neuen Heeresvorlage die zwei­jährige Dien st zeit gesetzlich fe st gelegt werden solle, worauf die Sitzung vertagt wurde.

Die Wahlprüsungskommission des Reichs­tages erklärte dte Wahl des Abg. Tr. Ja en ecke (Wahlkr. 16 Hannover) für un giltig urw beschloß, wegen der Wahl des Abg. Brejski (Wahlkreis 4 lltarientoeioer) Beweis­erhebungen anzustellen. Tie Wahl des Abg. Günter (Wahlkr. 8 Königsberg i. Pr.) wurde für giltig erklärt.

In der heutigen Sitzung des preußischen Ab­geordnetenhauses wurde bei Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung, Tllel Einnahmen, ein An­trag des Abg. Bartling, daß im Regierungskreis Wies-

Riga, 3. Febr. Der Pfarrer Hoffmann an der St. Jacobikirche in Wesenberg ist nachts in seinem Schlaf­zimmer überfallen und getötet und seine Frau schwer verletzt toorben. Man glaubt an einen Rache­akt.

* Amsterdam, 3. Febr. Tem Handelsblad wlld ans Batavia telegraphiert, daß ein Ausbruch des Vul» kans Merapi auf Sumatra erfolgt sei. Der Feuer- regen hat mehrere Dörfer der Umgebung oernick­tet. Infolge eines gleichzeitigen Erdbebens sind zahl- reiche Hauser eingestürzt. Tie Bewohner flüchteten in kopfloser Bestürzung. Die Zahl der Opfer ist unbekannt.

* Paris, 3. Febr. Die Polizei verhaftete acht Eisenbahn-Angestellte, welche aus den eurch ihre Hände gehenden Weinsendungen größere Quantitäten ent­nahmen und durch von ihnen gedungene Leure verkauft hatten.

* Lorient, 3. Febr. Im atlantischen Ozean herrscht seit gestern ein heftiger Sturm. Dll hiesigen Ka^s sind überschwemmt. Ein Fischerboot ist gefüllten. Die Ein- und Ausfahrt im l)ic|igcn Hasen ist unmöglich.

* Wien, 3. Febr. Wie DieJeit" erfährt, beabsichtigt ein Prinz ans einer Nebenlinie des t a i f er lic^e n Hauses sich mit einer Tochter eines Wiener Restaurateurs zu verheiraten.

* Laibach, 3. Febr. Bemi Bau des Wocheiner Tun­nels wurden infolge Erdrutsches zahlreiche Arbei­ter verschüttet, wovon 12 erdrückt wurden. Die Uebrigen sind gerettet.

* Der KegelklubFidelitas". Der Kegelklub Fidclitas" besteht aus folgenden vierzehn Mitgliedern: 1. Dann, 2. Gläser, 3. Große, 4. Meiner, 5. Meinhold, Prof, phil., 6. Nichts, 7. P. Reißig, 8. Roth, 9. v. Sorge, 10. Traut, 11. Weißig, 12. Wirth, 13. Wünsche, 14. S. Ziel' Die böse Fama aber behauptet, es wäre sachgemäßer, die Herren nicht alphabetisch, sondern nach dem Alter anzu­ordnen, nämlich: 1. Meiner, 2. Wünsche, 3. Traut, 4. S. Ziel, 5. Große, 6. Gläser, 7. P. P. Reißig, 8. Roth, 9. Wirth, 10. Dann 11. Meinhold, Prof, phil., 12. Nichts, 13. v. Sorge, 14. Weißig und liest nun:

Meiner Wünsche trautes Ziel, Große Gläser preis' ich, Roth wird dann mein hold Profil, Nichts von Sorge weiß ich.

gierung l machen 5 schusses bahn von nunmek Ms bet Wunsch der Lich, die sck Lauung ein Hand nahm gedrückt, w nach Gründ Landwirtschc auch diese F Tbsicht schei den generell Lich und Gi bach und £ Indem ich f einer Bahn dergleichen germaßen O stellte ich in einer Bahn nach Erbauu nach Gründe geordnete E einen Antra der Mangel für Regiert dieses Anw indem ich i meinben an schäft bereit dingimgeu t

Zieht n Gegend zw^ dieser Bahn mit einer a den Bevölkn schon in bet tänbe§, ihr Außer den Viehzucht, f Gebiet, auf gleichen nod werk beim , Ren, selten Förderung : mangels bin den Betrieb aus demselk mußten auch Vahnbmi in eingetragen: Firmen, wie bei Troisdorf und Hüllende dergleichen - volle Daldmi i Holzes durch !°"k befindet «nt Griinbn lebhafter Bei X bis »o. Milchen beidx '""gen der I

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Cour et de l'Universite de Mapence. Bildnis des Professors Johann Ernst Gerhard 16621707, von Professor Tr. Elemm.

Marokkanisches Kupfergeldstück, von L. Frech.

Holzschnitt Christus am Kreuz. Deponiert von der Gemeinde Hausen.

Kreuzigungs gruppe, aus Holz geschnitzt, 15. Jhdt., vier Oelgemälde aus der Kirche in Hau,em Deponiert von der Kirchen gemeinde Hausen.

Römische Scheidenjibel. Fundort: Sandgrube an der Rödgener Straße.

Oelgemälde d^s verstorbenen Kirchenrats Engel, von mehreren Mitgliedern des GesellschaftsverelliS.

Drei Mappen französischer Kar, kaarUl.cn aus dem Feld­züge 1870/71. Ludwig II. von Hessen, Lithographie nach E. Bosse. Tafel mit Porträts der 1903 verstorbenen Prin­zessin Elisabeth von He,sen. 3 Tafeln mll Originalcholz- schnllten ans dem 15. und 16. Jahrhundert. 6 Tafeln mll 60 Städteansichten aus 1670, von Buchdruckereibesitzer O. Kindt.

Alte Kaffemühle, von K. Ott

Jahrgang 1870/71 des Gießener Anzeigers, von Re­gierungsrat Roßmann.

Alle Lichtiputzschere von Stahl, von C. Schwan.

Dokdordiprom 1827, aus Seid, gedruckt, von Dr. Metten­heimer.

Bücherverzeichnis scr Gemeindcbibliothek zu Langsdorf, von Bürgermeister Köhler-Langsdorf.

Zwei Kupserstiche des 18. Jhdt, das britische Kriegs­schiffRoyal Bürgen" darstellend, und der Untergang des SchissesVictory" böi Gelcgenl)eit eines Smrmes 1744, gek.

Kunstvoll geschnitzte oße Vta^ritze sür Gebäck mll der Jahreszahl 1618, get

Zwei Photographen, die Kirche zu Großen-Linden unb das Hauplportal, von G. Wohlmnth.

Zanöel uni) Uerkeyr. ^viiniuulidjafL

Vereinfachtes Abfertigungsverfahren lln Eisenbahngüterverkehr. Ami. Februar ist im 2lb- sertigungswesen der preußisch-hessischen Staatsbahnen, wie uns bahnamtlich geschrieben wllo, allgemein eine wesent­liche Vereinfachung eingetreten, die bei sechs Tllektionen bereits sell 1. September v. I. erprobt worden ist und sich bewährt hat Während seither im Gütep- und Tier­verkehr der Jnhall jedes Frachtbriefes in ellie besondere Frachtkarte übertragen wurde, und diese den Frachtbrief begleitete, dient jetzt nur noch der Frachtbrief selbst als Absertigungs- und Beförderungspapier. Tie Frachtkarte ist vollständig entfallen und damit viel Arbell für die Eisen­bahnverwaltung erspart, die Abfertigung selbst aber bei gleicher Zuverlässigkeit beschleunigt. Tre Geschä,tswelk wird durch die Neuerung nicht berührt. Der Frachtbrief wlld wie seither ausgefertigt, nur werden eisenbahnsellig darauf einige weitere Vermerke über die Verrechnung, die Um­ladestempel, die Lelluna und die etwaige Zoll- und Steuer­abfertigung gemacht, oie früher in der Frachtkarte Auß nähme fanden. Tie Frachtbriefe werden zu diesem Zwecke künftig auf der Vorderseite, am oberen Rande der linken Frachtbriefhälfte über der starken, schwarzen Umrahmung mll dem Vordruck versehen werden:Nach.....über.....

Zur Zoll- und Steuerabfertigung auf Station....." Neben

dieser Vereinfachung wlld ferner bei Eil- und Frachtstückgut- fenoungen, bei denen die Gesamtgebühren den Betrag von 1 Mk. nicht überschreiten, der erhobene Betrag durch Stuf» kleben und Entwerten von Frachtmarken, wie dlls bei der Post geschieht, verrechnet. Es werden zu diesem Zwecke Frachtmarken zu 5, 30, 40, 50, 60, 70, 80, 90 Pfg. und 1 Mark ausgegeben und gegen Bezahlung verabfolgt. Die Benutzung der dNarken zur Frankatur stst den Absendern überlassen. Ein Zwang zur Markenverwendung besteht nicht. Einer großen Zahl von Geschäften wird vermutlich die Neuerung wllllommen fein. Firmen, welche eine große Anzahl Marken verwenden, können diese ebenso wie die Postmarken mit Turchschlagssternpeln kenntlich machen.

Märtte.

() Kirchhain, 8. Febr. Der heutige Rindvieh markt war mit etwa 600 Stück Rindern und Kälbern befahren. Der Vorverkauf gestaltete sich fo flott, daß bet Beginn des eigentlichen Dkarktes fast ausverkcunt war. Auf dem gleichzeitig stattsindenden Schweinemarkt betrug die Zufuhr 660 Stück. Es kosteten Saugferkel, 46 wöchige, 1620 Mk., 610 wöchige 2440 Ml und Läufer 60 80 Mt. per Paar je nach Größe und Qualität.

Der Iufkand der Kereros.

Heicke kurz noch Mitternacht traf folgendes Tllegramm ans Berlin auf unserer Redaktion ein:

Berlin, 3. Febr^ 1L50 abends. Der Komv»andant des Habicht" meldet ans Swakopmuud: Windhuk und Oka- Hand ja find durch die Kompagnie Franke mit zwei Geschützen entsetzt worden, letzterer Ort an Kaisers Geburietag ohne Verluste. Am 28. Januar wurde nach sechsstündigem Gefecht das Hauptlager des Feindes am Kaiser Wil- Helmberg bei Okahandja gestürmt, wobei es vier Ver­wundete gab. Es fand ein allgemeiner Rückzug des Feindes mit allein erbeuteten Vieh in die Oljtsangatiberge statt. Ter Feind verwüstete sämtliche Farmen und Bahnhöfe im Distrikt Windhuk und Okahandja und teilweise auch im Distrikt Karchib, desgleichen die Kaserne der Gebirgsbatterie in Johann Al^rechtshöhe. Die bisher be­stätigten Verluste find: Ermordet und meist verstüm­melt 44 Ansiedler, Frauen und Kinder, gefallen 2 6, außerdem voraussich tlich 60 tot. Gobabid ist sell dem 16. Januar belagert. Der Rlarsch auf Oma'-nru wird morgen angetreten. Leutwein ist in zwei Tagen mit dem Dampfer hier zu erwarten. Oberleutnant Winkler ist hier eingetroffen. Winkler ist Transportführer des ersten Schutz- truppentransportes mit dem DampferErnst Woermoun".

lieber Oberst Leutweiu liegen noch folgende weitere Nach,rllhten vor:

Nach einem über Ookiep in der Kapkolonie ein ge­troffenen Telegramm hat sich Oberst L e u t id e i n in Port Nolloth auf dem TampserEduard Bohlen" elligeschifft und kann bereits am 5. Februar in Swalopmund erwartet werden. Ter Aufstand der Bondelzwarts ist, wie schon gemeldet wurde, unter Abgabe der Waffen und Ausliefer­ung der Schuldigen niedergeworfen worden.

Wie ferner verlautet, ist auch eine günstige Nachricht aus Kapstadt von Oberst Leutwein eütgegangen. Eine Buße an Land ist von ihm den Aufrührern unter den Bondel­zwarts auferlegt worden

Frhr. Karl o. Woellwarth -Lauterburg auf Schnait­berg in Württemberg hat von feinem Sohne, welcher bei der Schutztruvpe in Deutsch-Südwestafrika steht, über Ka- ribib folgendes Telegramm erhalten: ^Lüs jetzt vier siegreiche Gefechte. Ganz wohl."

Aus Windhoek sind ferner bei mehreren westfälischen Familien, welche Verwandte in Windhoek haben, b e - ruhigende Nachrichten eingetroffem Ter Kaufmann Schmerenbeck in Windhoek, dessen Frau aus Herford ge­bürtig ist, telegraphierte an seine Angehörigen:Alles wohl!" Die Tepesche ist in Karibik) aufgegeben, wohin sie durch Läufer überbracht wurde. Auch in Gütersloh trafen zwei Telegramme aus Windhoek ein, welche lauten: Kein e Gefahr vorhanden" und:Wenn in nächster Zell nicht schreibe, seid ohne Sorge."

Tie neuen Verstärkungen für SüoWestafrika werden am 5. d. M. von Berlin abgehen.

Aus §hii)l und Kanü.

Gießen, den 4. Februar 1904.

** Personalien. S. K. H. der Groß Herzog haben dem früheren Apotheker und jetzigen Abteilungsvorftand bei. der F-irma E. Merck zu Darmstadt, Philipp Feld- 1) o f e n zu Darmstadt, das Silberne Kreuz mit der Krone des Verdienswrdens Philipps des Großmutigen verliehen.

** Merster kurse. Im Monat Februar werden bei ausreichender Teilnehmerzahl Meisteriucse für Schn h - wacher und Schneider vom 4. bis 27. Februar abzu­halten beabsichtigt. Anmeldungen sind rascheftcns an die Großherzogliche Zentralstelle für die Gewerbe zu richten.

** Besitzwechsel. Buchhalter Rühl taufie von den Gebrüdern Zutt deren Hofraite Steinstraße 88 hier für 25 000 Mk. Schneidermeister Pfaff veräußerte an die Firma Büttner und Damm sein Haus Walltorsllaße 25 für 23 000 Mk., wogegen Büttner und Damm dem Schneidermeister Pfaff für den Preis von 33 000 Mk. ihr Haus Ederstraße 14 verkauften.

)( Mücke, 3. Febr. Bauunternehmer Winn aus Gießen hat ein Baugelände erworben, um dem Post- amte gegenüber ein Hotel zu erbauen, das Land- wie Stadtbevölkerung hmficlstlich zeitgemäßer Anforder­ungen volles Genüge zu leisten verspricht. Da die Bau­materialien bereits angefahren werden, so hofft man, daß es schon im Herbst dieses Jahres in Betrieb genommen werden kann. Heber den Erwerb von wellerem Bau­gelände sind Verhandlungen im Gange, sodaß der hier äurzell bestehende Wohnungsmangel beselligt werden Dürfte.

)( Ruppertenrod, 3. Febr. In unserer Gemeinde haben sell einem Jahre fünfzehn Trauungen stattge­funden, und auch sell Beginn des neuen Jahres haben sich bereits drei Paare trauen lassen. Dieser Rekord in der Trauungszahl ist seither in unserer Gemeinde, die un­gefähr 750 Seelen zählt, noch nicht erreicht worden.

)(Vom Lande, 3. Febr. So billig wie zurzeit sind )ie Preise für die fetten Schw eine schon seit langem nicht gewesen. Während der Preis für das Pfund Lebendgewicht im vorigen Jahre 48 bis 50 Pfg. kostete, bezahlt man jetzt im Durchschnill hierfür 37 und 38 Pfg. Angesichts dieser wllllich billigen Preise sollte man nun billigerweise auch einen entsprechenden Abschlag der Fleisch- und Wurstwaren erwarten.Das wlld aber spät", wie die Frankfurter sagen. In einer Mainstadt sind dieser Tage die Preise für Schweinefleisch und Wurst für das Pfund um zehn Pfennig abgeschlagen. Hoffentlich folgen unsere Landmetzger diesem Beispiele nun auch nach.

Darmstadt, 3. Febr. lieber die Beweggründe zu dem traurigen Ende des Landgerichtsdirektors Tr. Meisel herrscht um so mehr Puntel, als der Verlebte, )er efin sehr tüchtiger, bei seinen Vorgesetzten und allen, die mll ihm zu tun hatten, hochangesehener Beamter war und die größte Achtung genoß und in ben glücklichsten und günstigsten Familienverhältnissen sich befand. Kürzlich erst wurde demselben seitens unseres Landesherrn eine Aus­zeichnung zuteil, auch kaufte er vor kurzem erst ein Haus. Bekannten, die chn den Tag über sahen, fiel sein ver­schlossenes und hastiges Wesen auf, es muß nach der ganzen Lage der Verhältnisse angenommen werden, daß Herr Meisel, der schon längere Zell hochgradig nervös war, in dem Zustand nervöser lleberreizung Hand an sich gelegt hat. Er war der Sohn des langjährigen Bezllksstrafgerichts- direktors und llntersuchungsruchters Landsgerichtsrats Tr. Meisel. In der folgenden Sitzung der Zivilkammer widmete der an Stelle des Verschiedenen den Vorsitz führende Land­gerichtsrat Sander diesem einen ehrenden Nachruf.