Ausgabe 
4.1.1904
 
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in gefährlicher Lage.

Interesse sein dürfte. Ein

Wetter

E.

Niedrigste Temper/r am 2. bis 3. Januar

11,1 "v.

3.

2.

Höchste

Gedenket der hungernden Vögel! |

1

2

1

2

751,3

748,8

747,3

745,9

Hell. Himmel Sonneiischein Aed. Himmel

v

3,1L C.

südlichen Grenzlinien Rußlands, und sie vorwärts zu schieben emerseits Abbas und anderseits vom Pamir Hoangho, oder selbst noch weiter mongolische Wüste uud die Nord-

Chinas sind zur Einverleibung in Rußland vorgemerkt. Es ist ein gewaltiger Gebietsraum, viel größer als ganz Europa westlich der Weichsel, und andere Mächte werden schwerlich untätig bleiben. Japan mag Korea nehmen und behalten als em Minimum, und Rußland wird sich möglicherweise darein finden. Frankreich wird sicher seine Einflußsphäre in -China nach Süden auszudehnen suchen. Wie weit in fünfzig lJahren? Deutschland will die Herrschaft über einen Teil Chinas erlangen. Es hat in Kiautschou sich seine erste Basis »eingerichtet. Es wünscht nicht, Rußland in die Quere zu kommen, und wird daher wohl die erste Gelegenheit wahr­nehmen, sich die zweite Stellung weiter südlich, etwa in Futschau zu suchen. Von diesen zwei Punkten aus wird es die Herrschaft über das Pangtsetal anstrebcn. Deutschland hat auch seine eigenen Gedanken über den näheren Osten. Eine von Berlin nach dem persischen Golf gezogene Linie giebt die allgemeine Richtung an, in der sich der deutsche Einfluß bewegen soll. Sie bewegt sich parallel mit der russi­schen Grenze, damit Zusammenstöße vermieden werden. Wie freilich die Zukunft Konstantinopels zu ordnen ist ohne Kon­flikt, ist bis heute nicht abzusehen. Vielleicht wird auch Arabien von künftigen deutschen Forschern als Land der Verheißung -entdeckt werden. Zu gleicher Zeit erwartet Frankreich sein nord- afrikanisches Reich durch Marokko abzurunden und seinen europäi­schen Einfluß durch Pflege engerer Beziehungen zu Spanien und Italien auszudehnen. Die Frage ist, wie sich angesichts eines solchen Zukunftsbildes die Politik Englands zu gestalten hat. Es ist ein Irrtum, anzunehmen, daß durch weiteres Zögern unserer Staatsmänner der Gang der Dinge auszuhalten ist. Das nächste russische Ziel ist Peking. Die mandschurischen Bahnen werden auf zwei Anschlußoerbindungen der Provinz ein­gerichtet. Die erste Linie geht vom Baikalsee über Urga nach Kalgan. Daß 900 Kilometer Wüsten für Rußlands Vor­gehen kein Hindernis bilden, hat man in Merw gesehen. Eine zweite Linie geht von der Südabdachung des Altai nach der nördlichen Krümmung des Hoangho. Stehen erst die russischen Vorposten am Hoangho und tn Kalgan, dann -ist ganz Nordchina Rußlands Gnade anheimgegeben. Ruß­land hat es eilig, damit Japan nicht China auf seine Seite bringt und dessen Wehrkraft entwickelt. Wie eilig es an die -Ausführung seiner Pläne geht, sieht man daraus, daß neuer­dings schon Reisende bei Kalgan auf russische Posten gestoßen sind. Und weil Japan nicht gesonnen ist, Rußlands Pläne zur Ausführung kommen zu lassen, zweifeln wir, daß eine friedliche Lösung heute möglich ist. Japans geschichtlicher Beruf scheint zu sein, Ostasien aus seinem langen Schlafe zu wecken, und Japan wird seine Aufgabe nicht auf Rußlands Geheiß aus der Hand legen. Deshalb aber erwarten wir, daß 1904 ein wichtiges Kapitel der Geschichte aufgerollt werden wird.

Jahre vorher.

Monat Juli mit 12 421 Badegästen statt, während der De- Getränke mit Mineralwasser.

j ember mit 6737 Bäder die geringste Frequenz aufwies. Die fünf Jahren nicht mehr, ebensolvent wie stark alkoholische Bäder in 1903 verteilen sich nach Art, Klassen und auf die Getränke.

Geschlechter wie folgt: Schwimmbäder: Männer 31 652, * Papenburg, 31. Dez. Auf der Ems und im

Knaben 10 424, Frauen 5828, Mädchen 4929, Volksbad: Kanal sitzen zahlreiche befrachtete Seekähne und Männer 9407, Frauen 2999. Wannenbäder: 1. Klasse: Dampfer im Eise fcst. Ein Älroleumschiff befindet sich

kirchliche Nachrichten.

I (Lv-angelische Gemeinde.

Montag" 4. Januar, Abends 8 Uhr, Bibel stunde int KonfirmandAll der: 'Johanneökirche Galaterbrief, Kap. 3, 114.

I Pfarrer Dr. Naumann.

7»

9"

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Are Entwicklung tn Astasien.

Die englischeMorning Post" stellt nach einer Kenn­zeichnung der Lage zwischen Rußland und Korea Betracht­ungen an, die zwar etwas sehr phantasievoll und übereifrig in der Voraussagung des Kommenden erscheinen, immerhin aber interessant und bezeichnend sind.Um die Dinge richtig anzufassen und zu erkennen", heißt es darin,gilt es nicht nur, die Lage des Tages anzusehen, sondern 50 Jahre voraus in die Zukunft zu blicken. Angenommen, Herr Balfour hält sich an die Berufungsfälle, mit denen sein Name seit 1895 verknüpft ist, weigert sich, an Krieg zu glauben, bis er tatsächlich erklärt ist, wirft im fernen Osten nut Phrasen, wie Offene Türe, Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit des Ge­bietes um sich, Phrasen, die für den parlamentarischen Ge­brauch erfunden sind und in der Praxis auf Untätigkeit hinauslaufen, und angenommen, er wartet auch in der Folge, -ehe er zum Entschlüsse gelangt, auf eine klare Knndgebung der öffentlichen Meinung, wie wird dann sich das Bild der Lage Asiens um 19 50 darstcllen? Die Frage beant­wortet sich von selbst bei einem Blicke auf die Karte. Auf der Pamirhochebene liegt der Angelpunkt, von dem aus sich zwei lange Linien einerseits nach Batum am Kaspischen Meere und anderseits nach Wladiwostok erstrecken. Das sind die

MeteoroLogihe Beobachtungen

der Stion Gießen.

Aus Stadt uud Land.

Gießen, 4. Januar 1904.

Vermischtes.

* Intimes vom Deutschen Kaiser. DerinHavanna erscheinendeDiario de la Marina" bringt eine Schilderung der Lebensweise des Kaisers, reich an interessanten und auch ür deutsche Leser zum großen Teil neuen Mitteilungen. Das Organ des Herrschers ist kräftig und von unvergleichlicher Ausdauer. So läßt sich der Kaiser nicht, wie es sonst wohl Herrscher tun, vorlessen, sondern er liebt es, selbst vorzulesen. Er versammelt dann einen intimeren Kreis um sich, dem er ohne Unterbrechung eine bis anderthalb Stunden aus Büchern, Zeitschriften oder Zeitungen vorliest. Sehr häufig sind es englische oder französische Werke, die naturgemäß bei einer Vorlesung für deutsche Herren eine besonders deutliche und scharfe Akzentuation und demgemäß eine starke Annspannung der Stimmkraft erfordern. Unmittelbar an die Vorlesungen schließen sich längere Diskussionen, in die der Kaiser selbst auf das lebhafteste mit eingreift. Trotz aller dieser starken Zumutungen an die Stimme, denen kaum ein Herr der kaiser­lichen Umgebung gewachsen sein würde, klingt das Organ des kaiserlichen Herrn am Schlüsse eines solchen Abends ebenso sonor ivie am Beginne. Die gesunde und allen An­strengungen mit Leichtigkeit gewachsene Stimme gehört einem ebenso kräftigen und gestählten Gesamtorganismus an. Auch durch eifrige sportliche Betätigung ergänzt und festigt der Herrscher fortgesetzt feine körperlichen Kräfte. Während der Kieler Woche oder in Berlin und Potsdam spielt er fleißig Tennis. Die Partie dauert stets etwa zwei Stunden, und wie der Kaiser selbst ein guter Tennisspieler ist, so zieht er zum Spiel nur ausgesucht gute Spieler heran. Der Monarch ist zu gleicher Zeit passionierter Reiter und Fußgänger. Wenn geritten wird, so dauert der Spazierritt eine bis anderthalb, auch zwei Stunden, und in jeden Ritt fügt er einen so scharfen Galopp über sechs bis zehn Kilometer ein, daß die Herren des Gefolges alle Mühe haben, mitzukommen. Ebenso bevorzugt der Kaiser beim Spazierengehen einen sehr schnellen und zugleich ungewöhnlich langen Schritt. Die rasche und

seine Politik geht dahin, vom Pamir bis Bender bis zur Mündung des südlich. Persien, die und Nordwestprovinzen

I Eingesandt.

(Für Form uiLnha.r uui.i üicicr Rubrik stehenden Artikel überniA die Redaktion dem Publikum gegenüber steineillei Verantwortunq.)

Gießen, 2. Jan.

Es wäre f wünschenswert, wenn die hiesige Schutzmann- schäft emschrciß. würde, falls cs nicht aufhört, daß von der hiesiaen I u qP Passanten des Selterswegs ost durch Spott - un-ohnrufe belästigt werden.

E i n Ai i t b u r g e r.

3.

3.

3.

4.

Aas Hi^ner Strcchenpstastcr

oder:

O, öfte dich mit mir!

Folgende Verse fti uns aus unserem Leserkreis zugegangen, für deren Wohllauten Form wir zwar feine Garanue über­nehmen, deren Sinn x Meinung wir jedoch gern unterschreiben.

Tu kljt: Ich werd' mißhandelt So opon rauher Hand, Meinssrz zersetzt, zerrissen, Zersut und verkannt.

O kld nicht so heftig, Stillssine Zähren dir; O, siaus mich Geplagten, O, Je dich mit mir!

Ich nies Straßenpflaster

Wasach, so manchesmal ZeJen und zermartert Zu/er, schwerer Qual.

Wisit ward ich zerwühlet Fstöas- und Wasserzweck, Ef/ische Getriebe ^lifoec Seit und Eck.

T« Schweres nimmt ein Ende, Sibaben auch Gewinn ;

D»'s schließlich ist vorüber,' JlG rund ich besser bin. Soll auch deine Tuldung ch Heil gereichen dir.

£polle nicht verzagen, jrÖjtfr dich mit mir! _

getroffen, die für weitere Kreise u .

hiesiger I m m o b 11 i e n m a f l e r atte von einem Hauseigen­tümer ben mündlichen Auftrag erha/ru, dessen in Frankfurt a. M. belegenes Hausgrundstück zu verkauli. Nach Erhalt dieses Auf­trages ließ sich der Makler von snem Auftraggeber eine soge- nonnteAuhandengabe" und zwcu aus einem Formular unter­zeichnen, wie es der Verein Deutsch'Immobilienmakler entworfen uiid herausgegeben hat. In der Urkunde hieß es, daß sich der Auftraggeber an diesen Auftrag uiym diese Vollmacht bis zu einem in der Urkunde bestimmten Tage /bunben halte, und daß er bei ur-kundlichem Abschlüsse des Kaus^lrages dem Makler eine in der Urkunde naher fixierte Provisioiiahleu werde. Vor Ablatif der in der Auhandengabe gesetzten fcift führte der Makler seinem Auftraggeber einen Refletlmitcchu, welcher sich bereit erklärte, unter den non demAustraggebei^Ilimmten Bedingungen das Haus käuflich zu erwerben. Der Vernier lehnte jedoch den Abschluß des Kaufvertrags ab. Tarau/wurde der Makler gegen seinen Auftraggeber wegen Provisio/und Schadenersatz klagbar. Der Beklagte machte der Klage ge/uiber geltend, daß die von ihm unterzeichnete Anhandengabe, ü rechtsgültig zu sein, der in § 313 B. G. -B. vorgeschriebenen sichtlichen oder notariellen Beur­kundung bedurft hätte. Man/s dieser Form sei die Anhanden­gabe, und zwar ihrem ganzeünhalte itach, nichtig. Das Land­gericht schloß sich dieser Auchrung an und wies deshalb die Klage des Maklers koslenfältzab.

- Gießener VolkSbad. Im Dezember wurden anstrengende Gangan ymden tyn aoer mcyr, semem levyafmr 6737 Bäder verabreicht gegen 8514 im November 1903 und Temperament entsprechend sich eifrig mit seiner Begleitung 5478 im Dezember 1902 oder im Durchschnitt auf den zu unterhalten, mag das Wetter auch noch so rauh und ganzen Badetag 250 Bäder gegen 310 im November 1903 stürmisch sein. Seine Arbeitskraft und tchsachliche Arbeits­und 207 im Dezember 1902. Der Besuch hat sich wie folgt leistung übertrifft bei weitem die des normalen Arbeits» verteilt: Menschen. Wenn der Kaiser viel reist, so darf man es sich

Schwimmbad 3621 Männer, darunter 417 zu 10 Pfg., nicht vorstellcn, als ob er, wie es die meisten anderen Sterb-

r 643 Frauen, 137 10 , lichen tun, behaglich im Sessel ausgestreckt, seine Zigarre

Wannenbäder 1. Klasse 229 Männer, 55 Frauen, rauchte und zum Fenster hinaussähe. Vielmehr arbeitet er

2. 517 306 im Eisenbahnwagen und auf dem Schiffe unausgesetzt. Das

Eine wichtige Entscheidung. V _ _____

Landgerichts Frankfurt a. ff. wurde eine Entscheidung

10/1,9 86 I 3, 3,4 ! 83 - 6; 2,7 - 4 3/2.

92 NNE

90 L.

Kerichtsl al.

der dritten Zivilkammer des

Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen erste Frühstück nimmt der Kaiser in englischer Weise zu sich: 116 Männer und 15 Frauen, Brausebäder 1058 Männer Tee und dazu Fleisch oder Fisch. Die Fischnahrung bevor- und 177 Frauen. Die Personenwage wurde von 120 Per- zugt er ganz besonders. Wenn der Kaisir an Bord ist, wird onen benutzt, das Bad von 4 Personen besichtigt. an jedem Morgen gefischt, und der Herücher läßt sich regel-

** Die Frequenz des Gießener Volks bades stellt mäßig den Fang zeigen. Seine bekanttc Vorliebe für die sich für das abgelaufene Geschäftsjahr 1903 wieder günstiger See erstreckt sich eben auch auf deren Bewohner. Die Lieb- gegen das Vorjahr. Es wurden im Ganzen verab- lingsspeise des Kaisers an Bord ist wer der Teller mit reicht 106 796 Bäder gegen 96 394 im Vorjahre. Hiervon Arannschaftskost, der ihm täglich zunt Probieren gebracht entfallen auf Schwimmbäder 65 279 gegen 56 749 werden muß; er probiert aber eben nicht nur der Form in 1902. Von den Schwimmbädern sind 12 406 als Volks- wegen, wie cs mancher verwöhnte Vovcsetzte tut, sondern er bäder ä 10 Pfg. gegen 10 796 im Vorjahre abgegeben, ißt den gehäuften Teller mit herzhafteti Vergnügen herunter. Wannenbäder wurden verabfolgt 17 951, darunter 91 zu Ein starker Esser, ist der Kaiser kein starker Raucher; er raucht ermäßigten Preisen gegen 17 507, darunter 748 zu er- nur leichte Zigarren, und zwar auch Liese« bloß auf Reisen, mäßigten Preisen in 1902. Heil- oder Schwitzbäder zwei bis drei Stück täglich, sonst rauht der Kaiser am Tage wurden genommen 1776 gegen 1862 im Vorjahre, dagegen etwa acht türkische Zigaretten. Im Lrinken ist der Kaiser wurden die Brausen benutzt zu 21 792 gegen 20 276 im außerordentlich mäßig. Er trinkt mr geringe Quantitäten Der stärkste Besuch der Anstalt fand im von Moselwein oder Sekt, und er/mischt obendrein beide ........ " Bier/trinkt er seit vier bis

** Provinzial-Ausschuß. Samstag, den 9. Januar 1904, vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes hier, Brandplatz 9, eine öffentliche Sitzung des Provinzial-Ausschuss es mit folgender Tages­ordnung statt: 1. Gesuch des Konsumvereins Zeilbach um Erteilung der Wirtschaftslonzcssion. 2. Gesuch des Christian Walter zu Angersbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft. 3. Enteignung von Gelände in der Ge­markung Gießen zum Zweck der Errichtung einer chirurgischen und einer Augenklinik; hier: Ausspruch der Enteignung. 4. Gesuch des Hrch. Ph. Nolte zu Kaichen um Erlaubnis zum .Betrieb einer Gastwirtschaft. 5. Gesuch des Philipp Müller Lu Ntainzlar um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft.

** Postalisches. Wegen Bauarbeiten auf der Gotthard- bahn ist seit einigen Monaten in Mailand wiederholt der Anschluß an den italienischen Zug Aiailand-Brindisi ver­säumt worden, der die deutsche Post für den aus Brindisi nach dem Orient abgehenden Dampfer zu befördern hat. Um diese Post, mit der Briefsendungen nach Syrien, Egypten, Ostafrika, Vorderindien, Hinderindien (britisch und niederländisch), China und Australien Beför­derung erhalten, unter allen Umständen rechtzeitig zur Ein­schiffung nach Brindisi zu bringen, müssen die Schlußposten vorn 1. Januar 1904 ab bis auf weiteres gefertigt werden: 1. von der Lahnpost, die Freitag abends 11 Uhr 20 Min. von Frankfurt über Heidelberg nach Basel abgeht, und 2. von der Lahnpost, die Samstag morgens 4 Uhr 31 Min. von Straßburg nach Basel abgeht.

Männer 3129, Frauen 1274, 2. Klasse: Männer 7989, Frauen 5468. Ermäßigte Preise: Männer 51, Frauen 40. Römisch-irische und Dampfbäder: Männer 1474, Frauen 247 ; Massage und Douche: Männer 55, Brausebäder: Männer 18528, Frauen 3264. Das inanzielle Ergebnis des Bades ist den Verhältnissen nach beftiedigend.

i. Klein- Linden, 3. Jan. Ein schöner Sylvestcr - brauch ist hier seit einigen Jahren eingeführt: der hiesige Posaunenchor nimmt um Mitternacht vor der Kirche Auf­hellung und spielt zur Jahreswende mehrere Choräle, während die Einwohner sich um die Kirche versammeln. Dem hiesigen Arbeiter Kaspar Klein wurde vom Groß­erzog das allgemeine EhrenzeichenFür treue Ar- )eit* verliehen. Der so Ausgezeichnete ist bereits 45 Jahre ununterbrochen in der Gießener Zigarrenfabrik Bender tätig. Der bei der Explosion in der Neujahrsnacht in Klein- Linden entstandene Schad en beläuft sich auf ca. 250 Mark.

== Lich, 3. Jan. Dem verstorbenen Fürsten Ludwig von Solms-Hohensolms-Lich soll hier ein Denkmal errichtet werden. Es hat sich dafür bereits ein Konnte ge­bildet. In den ersten Tagen findet imHolländischen Hof" eine Versammlung in der Angelegenheit statt, zu welcher ämtliche Bürgermeister, Pfarrer und Lehrer der Gemeinde des ehemaligen Fürstentums Solms-Lich Einladung erhalten haben. Fürst Ludwig starb vor 25 Jahren, er war sehr wohltätig und hat sich um die Stadt Lich verdient gemacht. In Hattenrod wurde auf einen Mann ein scharfer Schuß abgegeben, der zum Glück fehlging. Die Untersuchung darüber ist im Gang.

Grundbuchs eingeleitet worden.

k. Lich, 3. Jan. Der GesangvereinCäcilia" feierte am Neujahrsabend im Heilandschen Saale sein diesjähriges Winterfest. Es wurden dabei mehrere Theaterstücke auf- geführt. Die gesanglichen Leistungen des Vereins, der von dem Gesang-Wettstreit in Bad-9lauheim vorigen Sommer preisgekrönt zurückkehrte, ernteten ebenfalls lebhaften Beifall.

tz Nidda, 3. Jan. Zu Neujahr waren es 25 Jahre, daß die Stammgäste des GasthausesDarmstädter Hof" hier dessen Besitzer Louis Ruppel für Vorzüglichkeit seines Apfelweines ein schönes Ehrendiplom überreichten. Es ist heute noch im Herrnstübchen zu sehen. In dem Nachbarort Fauerbach ist zufolge ministerieller Anordnung ebenfalls das gerichtliche Verfahren zur Anlegung des neuen

Janua" 1904.

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Temperatur der Luft

Feuchtigkeit^

Relative Feuchtigkeit

i Windrichtung __

1 Windstärke