Nr. 2
Zweites Matt.
154. Jahrgang
Montag 4. Januar 1904
Erlchetn, tJglich mit Ausnahme deS Sonntag?.
5)t ..Gtehrner Samtlknblälter** werden dem Anzeiger oiermal wöchenlllch betgelegt Der «hessische tanöwlrt“ erschernl monatlich einmal.
Gießener Anzeiger
verantwortlich für bei öflfftnwtacn letlx P. Wttlko; für den Anzeigenlettr & vrL
RotaNonSdrnck und Verlag der vrü h k'fche» UniDexfimtßtiruderet (Prelsch Erdens Stehen,
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Iie Heutige Yummer umfaßt 8 Seiten.
Gießen, am 3L Dezember 1903.
Betr.: Den gerichtsärztlichen Dienst; hier: Die Räume für Vornchme von Leichenöffnungen.
Das Gros)hcr;og!iche Kreisnmt Gießen an die Grosjh. Bürzermeistereren der Landgemeinden des Kreises.
Sie wollen berichen, ob und welche Lokale in Ihren Gemeinden im Falle -inor vorzunehmenden Leichenöffnung verfügbar sind.
I. V. Dr. Wagner.
Gi.ßen, am 31. Dezember 1903.
Bctr.: Die Strafregster; hier: Die Nachweisungen der im 2, Halbere 1903 verstorbenen bestraften Personen.
Der Grotzh. Oler-Staütsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhesien an sämtliche Ortspilizeibehörderr des Kreises.
Sie werden ersucht, üc obenerwähnten Nachweisungen, bezw. Fehlanzeigen bis zun 1 Februar k. I. — ohne nochmalige Erinnerung — an nich cinzusendcn.
T le o b a l d.
Die Woche dü Zassreswechfels.
Gießen, 4. Jari.
Mr überschauen die l^ten Tage des alten und die ersten des neuen Jahres, kn neuer Tag der Erinnerung war gekommen nach den ^eihnachtsfeiertagen, die doch^ andji Stunden der Einkehr inuns selbst und einen Rückblick aus viel Jahre des Weltenll-nZ und unser eigenes, persönliches Taz ein gebracht Hahn. Die drei Feiertage des Ehristsestes zeigten uns MeNhen, die ihre Arbeit niedergelegt hatten und in dieser Treulosigkeit sehr verschiedenartig die Welt auschauten. Liter den strahlenden Kerzen des Ehristbaumes, bei dem Ivel der Kinder mochte wohl bei vielen die Hand ihres unchtbaren Begleiters, ihres Spiritus familiaris, der nur t-T Zeit zu Zeit zu uns zu sprechen Pflegt, leise an die Pfve geklopft haben, die dem Weg unserer vergangenen Ju-nd sich öffnet. In der Kirche redete der Pfarrer von im Kind in der Krippe, das in A r m u t groß geworden't und auch den Arme n sein Herz öffnen konnte, und wennuch das ärmliche Mütterchen der Predigt des Geistlichen cht viel weiter zu folgen vermochte, so ahnt doch auch es i den Tönen der Orgel und den Weihnachtsliedern dcheüin der Hütte die Wahrbeit, die man nur aus sich selbst fahren rann, daß un,cr Leben behütet und geheiligt isst ch fein Tag und keine gute oder böse Tat verloren geht ad unser geistiges Tun wahren Wert und Weihe erst dannrlangt, wenn es „dem Augenblick Dauer verleiht."
In dieser Stunde der vergannen Woche haben wir Ereignisse zu gedenken, bedeutimgoll teils in politischer Hinsicht, die nicht weit davon emrnt waren, die Per
I spektive auf einen Krieg zu eröffnen, bedeutungsvoll teils I sür das allgemein menschliche Mitempfinden und für Betrachtungen praktischer Art. Kurz bevor die Glocken die Jahreswende verkündeten, ereignete sich in Amerika ein entsetzliches Unglück. Mehr als ein Halbes Tausend Menschen mußten durch eine Feuersbrunst ihr Leben lassen, in einem Augenblick, als sie Unterhaltung und Freude im Theater, an der Kunst, gesucht hatten. Die Funken eines platzenden Leitungsdrahtes auf der Bühne eines neuen, aber, wie das Ereignis erwiesen hat, keineswegs in seinen Sicherheits- Vorrichtungen sehr „modernen" Theaters haben in Chicago diese entsetzliche Katastrophe berbeigeführt. Der Brand scheint ungemein schnell entstanden zu sein, denn darüber, wie die Bühne so schnell in Flammen geriet, ist nicht viel bekannt geworden. Das steht indessen fest, daß die Sicherheitsvorkehrungen unzulänglich, ja, soweit sie baulich vorgesehen, vernachlässigt waren. Ein Asbestvorhang zur Abschließung und Verbergung eines auf der Bühne etwa ausbrechenden Feuers und zur Verhütung der Ber- qualnmng des Theaterraumes war zwar vorhanden, aber, wie die Meldungen stark vermuten lassen, in seiner Konstruktion und Anlage fehlerhaft. Unbegreiflich ist auch daß die Ausgänge aus dem Zu schau err aum, die tatsächlich zahlreich vorhanden gewesen sein sollen, nicht gefunden werden konnten oder verschlossen waren. Wenn dies letzte zutrifft, so hätte der zuständige Aufsichtsbeamte geradezu unverantwortlich leichtsinnig verfahren. Bis jetzt ist nur von Verhaftungen und Vernehmungen von Angestellten, die auf der Bühne M tun hatten, in den Meldungen die Rede gewesen, und es scheint, als ob noch nicht klargestellt sei, ob dem Ausbruch des Feuers selbst Verschuldungen zu Gninde liegen. Klar ist aber, — und diese Gewißheit ist gräßliche — daß das Umkommen so vieler Menschen hatte verhindert werden können. Tie meisten wurden ja tm Gedränge niedergetrampelt und erstickt oder endeten durch Sturz von den außen angebrachten, aber nur auf halber Höhe hängenden Feuerleiterm Daß die Beleuchtung des Hauses ge,rört und der Raum in Dunkelheit gehüllt wurde, hat zu dem fürchterlichen Ausgang freilich auch wesentlich betgetragen. Zu spät werden nun die Theater in Chicago untersucht und geschlossen, aber hoffentlich hat das Ereignis Anlaß gegeben, daß in Theatern. und anderen Instituten, wo so viel Menschen sich ansammeln und erfahrungsgemäß immer wieder Drandkatastrophen sich ereignen, immer mehr und geeignetere Maßregeln zum Schutz gegen Feuersgefayr getroffen werden.
Tie anderen Ereignisse, die wir vorhin als politisch weittragend im Auge hatten, sind die Vorgänge in Ost- asien. Rußland utü) Japan drohen im Streit um Korea einen Krieg zu beginnen. Tiefe Situation ist nicht durch gewissenlose Operationen von Staatsmännern und Politikern hervvrgorufen worden, sonderm durch mit Notwendigkeit erfolgende Vorstöße der Entwicklung in jenem Lande. Seit Korea vor acht Jahren das Vasallentum zu China mit der Hilfe Japans abgeschüttelt hat, ist in neuester Zeit China ganz vom Schauplatz zurückgetreten, und Rußland und Japan, beide im Wachsen und in der Entwicklung begriffen, stehen sich als feindliche Ncachoam gegenüber. Beide Länder haben sich um die kulturelle Entwicklung und Erschließung Koreas gleichermaßen verdient gemacht. Nachdem Rußland die Mandschurei besetzt
hat, muß es notgedrungen auch auf Korea Stützpunkte suchen und die Fortsetzung seiner konsequenten politischen und wirtschaftlichen Arbeiten erheischt die Verbindung zur See zwischen Wladiwostock und Port Arthur. Aber das aufstrebende Japan verfolgt nicht mit minderer Berechtigung das Bemühen, in Korea, dem Land seines nationalen Ehrgeizes, für das es schon so viel wirtschaftliche und politische Anstrengungen aufgewandt hat, festen Fuß zu fassen. So hat sich denn, schließlich bei allem guten Millen auf beiden Seiten, die Lage sehr zugespitzt, und von englischer Seite ist man fortgesetzt bemüht, dce Spannung noch zu verschärfen, um daraus zu profitieren und Rußland gegenüber einen Vorsprung zu gewinnen. Welch weite Fäden die Phantasie unsrer Skttern über dem Kanal spinnt und wie sie fürchten, bei der „Verteilung" Ost- asiens zu kurz zu kommen, davon zeugt u. a. auch ein Artikel der „Morning Post", den wir heute an anderer Stelle auszugsweise wiedergeben und der allerdings interessante Zukunftsbilder entrollt. Hoffentlich ist die Erwartung des Blattes, daß es zum Kriege kommen werde, ungerechtfertigt. Rußland hat mit Rücksicht auf das Friedensmanifest des Zaren alle Ursache, Friedensliebe zu zeigen und scheint, wenn es auch einstweilen noch den Zögernden und Unnachgiebigen spielen will, angesichts des entschiedenen Auftretens Japans schließlich doch Zugeständnisse machen zu wollen, die eine kriegerische Berwick-, lung vorderhand ausschließen.
Deutschland hat eine ruhige Woche gehabt. Man freut sich darüber, daß des Kaisers Gesmrdheitszustand zu gar keinen Bedenken mehr Anlaß gibt und daß er im streife der Seinen in Berlin ein ungetrübtes Weihnachts- fest gehabt hat. Von einer Reise nach dem Süden, scheint nicht mehr die Rede zu fein. In unserer engeren Heimat- im Großherzogtum He.sen, hat unser geliebter Fürst, Groß- Herzog Ernst Ludwig, trauernden Herzens ohne [ein Kind die Weihnachtsfeier begehen müssen. Aber zum 1. Januar, feiner Geburtstagsseier, hat ihm sein treues Hessenvolk einen Beweis feiner Liebe gegeben, der fein Herz in Freude gehoben haben wird. Mehr als 84 000 Beiträge aus allen Kreisen der Bevölkerung sind in einer kunstvollen Truhe dem Landesfürsten zugegangen. Es war unseres Erachtens gut, daß im Wortlaut der Adresse, die Kommerzienrat Glückert im Namen der Deputation verlesen hat, der Passus fehlte, daß die Geburtstag spende zu Zwecken der Kunstpflege verwandt werden möge. Uns scheint, mit der Ueberreichung der Spende zur freien Verfügung ist dem Grvßherzog eine größere Freude gemacht lvorden, als wenn man mit der Verwendung zu bestimmtem Zweck geradezu eine Einschränkung der Gabe als freies Geschenk des Volkes vorgenommen hätte. Nun hat unser Landesherr aus der Adresse die Sicherheit entnommen, aus welchen Gesinnungen und zugleich aus welchem Taktgefühl der Gedanke einer Geldspende an ihn entsprungen ist, und wir können allerdings — was man in der Adresse vielleicht noch ein klein wenig dezentep hätte ausdrucken können — „vertrauen, daß Se. Kgll Hoheit damit die Bestrebungen fördern wird, welche sein Wohlwollen als hierfür am geeignetsten erachten wird." Tie schönen, schlichten Tankworte aber des Landesfürsten werden im Volke einen bewegten Wiederhall finden.
Plaudereien aus der raiserstadt.
Nachdruck verboten.) Max Halbes „Strom". — Victor Blügens 60. Geburtstag. — Berliner Neujahrswsche.
Der Dichter der ,,Jugend", dennach seinem ersten großen Erfolge lange Jahre hindurchein Glück mehr be- schieden war auf den weltbedeutende Brettern, hat mit seinem „Strom" am „Neuen Theater unter der ausgezeichneten Tirektion des jungen Reinrdt endlich wieder den Beifall des Berliner Publikums a der ganzen Linie entfesselt. Das „Imprimatur" zu dim Scpaippiel hat er sich freilich vorsichtigerweise in Wieund Hamburg geholt. Sein Mißtrauen gegen De.rlinellrpremieren kann der verstehen, der den Hexensabbach bcscmem „Amerikafahrer" dereinst miterlebt hat. Diese echen Ungezogenheiten eines sogenannten gebildeten Pu.kums waren das Unerhörteste, was sich denken läßt, urwer nach einem solchen „Jena" die Waffen nicht streckind lieber Bank- drrektor oder Rezensent wird, sondern gebeugt an fein „Sedan" glaubt, der muß eben beit nnoeischlichen Funken wahren und echten Dichtcrseuers in der «eie haben. Der .„Strom" ist nun eigentlich auch kein „Sm"; er ist mehr ein „Watenoo"; und der stets auf den Hrpunlleu siünm- ungsvoll emsetzLnde „Eisgang" des Sines spielt hier sozusagen die Nolle des alten Dlücherder durch fein rechtzeitiges Erscheinen damals ja bie Sacht gewonnen hat, weun's auch die Engländer heute ni hören wollen. Unter Max Halbes Freunden werden auamgländer sein, die dem Eisgang sein Recht nicht lassen aber wer die szenische Wirmng dieses geschickt eingeflocknen Naturvorganges auf einer guten Bühne beobachtet t, giebt dieser Tragödie des Bruderzwistes, in der der S<ldige mit dem Unschuldigen zu Grunde gebt, doch eben dickarke „Waterloo" und nicht ,/Sedan". Immerhin beitet es für Halbe, dessen Entwicklungslinie - an die Aenschrist des Baroskops an schwülen Gewittertagien eriwt, eine Erlösung, diesen Erfolg errungen zu ab ein er ihn von der Signatur des H albdichter turn s mit sein einen und einzigen Anfangsschlager befreit, die feine Cner ihm anhaften wollten. Eine ganz andere Linie, die ihrer ruhigen Auswärtsbewegnng von nicht minder kapferetrbeit zeugt, ergibt ein Uederblick über das Leben einesnserer fym- pathifchsten Poeten aus der großen Berer Dichtergemeinde, der sich rühmen darf, so we.it die üsche Zunge klingt, allüberall mit derselben Gunst' und Fde gefefen zu werden, ja, dessen Lied mit dem Refrain ,Maienzcit, o Liebestraum, was ist so süß wie Tuil" sog.zur Volts- tümlichkeit durchgedrungen ist in eine;: Zeit, der man
diese Ehre eigentlich nur noch Gassenhauern angedeihen läßt. Dieser Poet ist Viktor Blüthgen, der am 4. Januar 1904 seinen 60. Geburtstag feiert. Tas Mld- geniale der Jungdeutscheu, deren tiefste Gedanken in geheimnisvollen Jnterpunklivnen zu verschleiertem Ausdruck gelangten, fehlt diesem feinsinnigen, gefühlsreinen, auch mit seiner innigen Schlichtheit, die aus seinen Kinder- liedern spricht, nie posirenden dichterischen Charaktertopf. Darum stand er auch in den Sturm- und Drangjahren der literarischen Revolution halb vom Wege gedrängt bei Seite. Tie lärmenden Wortführer von damals mochten ihn nicht. Aber er schritt trotzalledem tapfer bergan und wuchs und reifte. Tie Lorbeer-Verteiler von damals sind lange verstummt; die Unsterblichkeit, die sie sich und anderen in kecken Artikeln und M:oschüren verliehen, war unecht wie dcr Lorbeer, dessen Blätter nach Papier und Lack dufteten, das deutsche Volk aber schätzt mehr denn je den frischen Plaudermund Viktor Vtürhgcn's, dessen prächtige Novelle „Aus gährender Zeit" einst seinen Ruf begründete. Tie Vaterstadt Müthgen's ist ein weltfremdes kleines Nest, Zörbig> bei Halle a. d. Saale. Doch früh schon ging's in die Welt hinaus; zunächst auf bie Lateinschule der Franckescheu Stiftungen in .Halle, später, nach^ halb beendeten thcologisch en Studien als Hauslehrer nach Mücheln; dann auf das Prediger-Seminar Wittenberg und alsbald auf den Redaktionsschemel der „Krefelder Zeitung", den er bald darauf mit einem der Leipziger „Gartenlaube" vertauschen durfte. Tenn Ernst Keil, der Begründer unseres großen Volksblattes hatte mit gewohntem Scharfblick sofort den Wert dieses ursprünglichen reichen Talentes erkannt und ihn noch von feinem letzten Lager aus an das Werk feines Lebens zu fesseln vcr,ncht. Doch sagte der Dichter, dem das eigene Schaffen höhere Freuden gewährte, dieser Tätigkeit schon nach zwei Jahren wieder ade, und folgte nur seinem inneren Trieb, der uns in der Folge nicht nur jene vornehm geschriebenen, scharf charakterisierten Romane und Novellen vom „Friedensstörer" an bis zur „Frau Gräfin", den „Spiritisten" ufiö. usw. bescheerte, sondern auch eine Reihe der wunder- vollsten Humoresken geben, die zu den besten gehören, die je geschrieben worden. Wenn man sich außerdem vergegenwärtigt, daß Blüthgen der deutschen Over zwei Texte geschenkt hat, die in ihrer Sprache sowohl als im Ausbau der .Handlung die öden Wege der (Schablone, die auf diesem Gebiete domiiüert, weit'hinter sich lassen. — „Tie schwarze KaschLa" und „der Richter von Zaramea" komponiert von Jarno — fo erfüllt es uns mit doppeltem Respekt vor seiner Vielseitigkeit, zu hören, daß er seine höchsten Triumphe dock eigentlich als Lyriker feiern
! darf. Vor allem weht durch feine Kinderlieder ein so köstlicher Hauch reinster Kinderlust, ein so inniges Ver- stehen aller Regungen junger Seelchen, daß man sich gar nicht wuiidern kann, ihn bei unferen kleinen Siebungen ebenso bekannt zu finden als bei den Großen. Wer das Vergnügen genießt, den Dichter auch als Men- ,chen zu kennen, wer seine schlicht bescheidene Art, sich zu geben, beobachtet, feinen nie verletzenden lebendigen Humor int Ge.präch belauscht hat, der wünscht ihm doppelt freudig zu seinem Ehrentage, daß aus der großen mächtigen Schar der Leser, die er durch lange Jahre erbaut, gerührt und erheitert hat, sich hier und da eine Stimme findet, die ihm „Vergelt s G-ott" und „Glückauf" für die Siebzig wünscht. .Hoffentlich ist ihm noch ein langer und glücklicher Lebcnr-Lbend bcschieden! —
Was die Berliner Neujahrswünsthe anbetrifft, so sind sie, durch die Reste aus früheren fahren vermehrt, nicht gerade winzig. Dor allem handelt sich's um die Ver- kehrsverhältm.fe, die geradezu unleidlich geworden find. Ob nun Untergrund- oder Schwebebahn — ganz gleich! 9iur endlich Entlastung der Hauptverkehrsadern, tvenn die Zahl der Unfälle nicht ins Unheimliche wachsen soll. Ta- neben natürlich das Derlangeu nach all dem Unerfüllbaren, das so innig mit dem Geldbeutel zufammenhängt: weniger Steuern, weniger Miete, weniger Kollekten ufw.! Bon den verschiedenen Mehr's gar nicht zu reden. Es wird auch anno 1904 nicht alles zur Skeifc gedeihen, was Heuer vielleicht schon in Knospen schwillt. Begnügen wir uns^rnt dem, was fomnit! Profit Neujahr, lieber Leser!
_______ 2L R.
— „Wiener Sezession" in Frankfurt a. Ml Tie offtz.elle Sonderaus-.ellung der W.ener Sezession, die jetzt im Zranksur.cr Kun,.Verein eröffnet worden ist, düiste oas Interesse weiter Kreise erwecken. Tie Ausstellung ist von den Herren Pros. Jos. Olbrich und Carl Moll als Delegierten der Wiener Sezession arrangiert und entüit Werke oer bedeutendsten Wiener Künstler, soweit sie der genannten Vereinigung angehören. Teils nut Kollektionen, teils mit Einzelwerwu sind vertreten Ferd. Andri, Jos. Engel- hart, Hynais, Jetckmar, Zoh. W. K'raemer, Carl Moll, Fel Z-rhr. o. Myrbach^ Orlik, Schmätzer und viele andere. Von dem greisen Altmeistrr Rudolf v. Alt sieht man Arbeiten aus seiner frühesten Zeit, von 1829 bis 1902; unter den auswärtigen Mitgliedern der Wiener Sezession fällt be- londtzrs Jos. Olbrich-Darmstadt auf, der u. a seine neueste, viel besprochene Arbeit, den für den Großherzoa von Hessen bestimmten Prunkteppich zur Au^stclluna gebracht Hat. ä


