Ausgabe 
3.9.1904 Erstes Blatt
 
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in den Zug eingestiegen war, um nach Hause zu fahren,

ly vinyv।iicyvii um11 uiii iiuvkjj/uhiv nw jui/vtii, i der Eisenbahn ihr Täschchen mit 200 Mk. Inhalt aen Wertsachen aestoblen. Sie merkte den Dieb-

wurde in

Die Handele!.

, bie selbstver­

gessen sind die selbstverständlich nicht; mir haben sie den

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r r £nrtctt cntWoffcn und den gemeinsamen Bezug

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Prcnz Karl statt. Die ttße zur ^rnzeichnung liegt n(lun[^ hott ^r-tsvereine sich &ur Einführung erstklassigen t I 'T . . .. < . f. - * r . ~ i .. .. i r X X.. k . » Ht pimia m r ti SH ua

Ein deS Einbruchs Verdächtiger wurde gestern von mehreren Schutzleuten nach der Lahn verfolgt. Der Ver­folgte durchschwamm mehrmals die Lahn und cS gelang ihm, nach Mendorf oder Dutenhofen zu entkommen.

[] Eisenbahndiebstab l. Einer jungen Dame miß der Kasseler Gegend, welche in Frankfurt gestern nachmittag

und sonstigen Wertsachen gestohlen. Sie merkte den Dieb^ stahl erst hinter der Station Bockcnhcim, als bereits Passagiere auSgestiegen waren. Eine Visitation, die sich tic im Wagen befindlichen Pasiagiere gern gefallen ließ, blieb erfolglos.

w. Bad» Nau heim, 2. Sept. Vis zum 1. September

ttitgm ntcht yoch zu bewerten. Die Herren wollen um jeden Preis ihrer eigenen Nation Angenehme« sagen und kommen so von vornherein in die Notwendigkeit, dies und büfl am deutschen Heerwesen zu bemängeln. Wichtiger ist, was der Reichstag zu den Forderungen für Wehrzwecke sagen wird, die ihm auf Wrunv besonder« der bei dem Kaiser- »anäver gemachten Beobachtungen und Erfahrungen in nicht ferner Zeit unterbreitet werden.

sind 22 2 20 Kurgäste angekommen, wovon an ge­nanntem Tage noch 4206 anwesend waren. 299 719 Bäder wurden bis zum 1. September abgegeben.

(lr). Alsfeld, 3. Sept. In mehreren Orten des Kreise« ist eine Scharlachepidemie ausgebrochen, der mehrere Kinder zum Opfer fielen.

fc. Mainz, 3. Sept. (Drahtbericht.) Der 16. Deutsche Feuerwehrtag wurde heute vormittag 10 Uhr eröffnet. Die Ausstellung von Feuerwchrutensilien aller Art ist sehr reich beschickt. E« sind Delegierte auch au« England, Frank-

Haken, daß die Regierung nicht leicht darüber in eine Er­örterung eintritt. Oder cs müßte, beispielsweise bei den Handelsverträgen, nicht ohne die Unterstützung des Liberalis- nnrs gehen. Tann wird auch der Liberalismus zeigen, daß er der Situation gewachsen ist, wie Zentrum und Rechte

hiesigen RegimentSkapelle statt. Für etwaige Unglücksfälle ist eine Sanitätsroache eingerichtet, die von der Sanitätß- folonne des ZweiqvcreinS vom Roten Kreuz gestellt wird. Wie bei früheren Märkten verkehren auch diesmal wieder reydmwq zwischen den Marktanlagen und bem Bahnhof die rvx Omnibusgesellschaft. Nach Schluß deS Markte«, nachmittag« I V, Uf)r findet unter Teilnahme der Preisrichter

.'Mk"niames Mittageffen itrockneS Kouvert 2,50 Mk.) im

<t>H. Bier Firmen werden zur Einreichung von Bauplänen auf- gpfvrdert werdew Der Arckütest, d-ffm mem die Zustimmung findet, $ofl auf Antrag ber städtischen Drbdrden gehalten sein, bje Bouausbihrnng yu übernehmen. Da der Staat 880 000 Mark, die Stadt 440 000 Mark für den Dan bereit- stellen, finb abz^alich der Kosten für die vorbereitenden Arbeiten re. rurib 1 300 000 Mark für den Ban verfügbar.

gierung, deS LandwirtsckxrftSratS und der landw. Vereine gedeckten AnsgnbedetrLge übersilweiten sollten, entsprechender Teil deS Erlöses, keinesfalls aber mehr als die Halste desselben, zur AuS- gabedeckung verwendet werden darf. Sämtliche an der gemein­samen Beschickung durch ihre Anmeldung beteiligten Aussteller stellen unter ihrem Namen anv und bewerben sich für sich um bie ausgesetzten Preise. .AnmeldcVogen und Programme sind durch den Hessischen Landwirtschaftsrat, Darmstadt, Brsmarckstraße 78. zu bezieh n, wohin auch die Anmeldungen zur Obstausstellung ms zum 15 Sevternber d I. zu richten sind.

Erhöhung des Ernteertrages durch Anbau besserer Sorten. Nie unS mitgeteilt wind, haben bereits

gernale Losung, dann kommt wieder einmal daSKultur* mit Laband dieTeukf'.e Iurkstkm werk ersten Ranges", der Vasserstraßenausbau, vollständig alle« inmitten einer ongestrengten Peru,______... .

zum Stillstand. Vergegenwärtigt man sich rroch, wieviel stündlich an ibn die arössten Ansprüche stellte.' Zu Beginn dieses Schwierigkeiten die Militärvorlage machen wird, welche be* Jahres traf ihn das Leiden, das vielfach für eine schwere JSckiaS sonderen Forderungen hierbei austauchen, so läßt sich be- gehalten wurde, dessen Charakter ober noch jetzt nicht feststeht, greifen, daß Graf Bütow der Parlaments zeit mit gemischt Monatelang war Staub den ärgsten ScbmerHen preisgegeben: ten Empfindungen entgegensieht und froh sein wird, wenn TonnerÄag wurde an ihm vmr Bros. Krause eme Operation die Handelet" vorüber ist. vollzogen. Gestern machte eine HerzlLpmung fernem fiebert ein

'«3 «nnte sch-m-^ als Kälten wir die Forderungen »s, n. S Sc«. X« ©tabfeeeortmetenümammlmtg ftimtnk

bergeffen, die der^L rberal iSniu? zustellen bat dem Bau eine« neuen ©tabttfieatf r« »u. das

tT" ' ' ' etwa 1200 Plätze fassen und rund eine Million Mark kosten

Aus Stadt und Land. Landwirtschaft.

Gießen, den 3. September 1904. £et Hexische LandwirtschaftSrat veranstaltet

** Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog leine aemeinsame Beschickung der Internationalen Obst- haben Allergnädigst geruht, am 31. August den außer- auSstelluna sowie deutschen Ausstellung von Handelsobst etatmäßigen außerordentlichen Professor an der Universität 8- Cftuber 3- t«J'.jJJJ/l*

- r, ac rti ,1 e r- u -vx. Idorf. DaS Programm dieser 2luSstellung ist avßerordcntltch reich-

Halle Dr. Hermann Graß mann ,um außerordentlichen unb b, dürften bei der »u erwartenden sihr großen San, Profeffor bei der phckosophffchen Fakultät der Landes- kurrenz, sowohl bei der Bescl^kung bet deutschen Handelsobst* Universität, insbesondere für das Fach der Mathematik, I onsstellung, sowie insbesondere des internationalen Teiles der mit Wirkung vom 1. Oktober 1904 zu ernennen. Se. Obstaurstellung mir ganz knvarragcnde Leistungm ArMcht mif

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12. Augult dem Oberlehrer Wilhelm Wolf zu Höchst t. O. Mnzelcrusstellung zu Gunsten körperlicher Beteiligung zurück- au5 Aulaß seines 50jährigen DienstjubiläumS die Krone zum treten. Der Ärndwirtschaftsrat übernimmt sämckickre Kosten der Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps deS Groß- AusstellungSbeschickung also insbesondere auch die Kosten der in nerfpihen Entaeaennahme und Aufstellung der Ausstellungsgegenstände in

m m fk w c k WM. tne »offen der Vertretung der Aussteller, die Kosten

Pferde mar. Xxc Anmeldungen zu der bet bem ber dekorativen Ausstattung und deS TranspvrteS der Aus- Pferdernarkt am nächsten Mittwoch stattfindenden Prämiierung stellungsgegenstände. Die Aussteller haben das AuSstellungsobst sind von den Händlern und Züchtern zahlreich einqelausen. zunächst unentgeltlich zu liefern, jedoch wird ihnen ber Erlös Der Markt verspricht sehr gut zu werden. Auch von Privat en Sw wr «üan! «en

.. . r f cno;i 1IMs. tTQrtApy^r-,.^ (l i . I auSbezat/lt. Der Danowirtni^a tSrnt macpi hfervet zur pnonztenrn

sind eine Anzahl Reit- und ILagcnps-rde angcmeldet, die um Sttsierung des Unternehmen- den Darbehatt. daß. falls weder 11 Uhr zur Vorführung kommen; eine stärkere Betei li -1 Erwarten, die nach obigem von ihm zu tragenden Beschickungs­auna wäre hier jedoch noch erwünscht. Von 10 Uhr ab kosten die vorgesehene und durch bte Zuschüsse ber Großh. Re­ibet auf dem Dkarktplatz Konzert durch einen Teil ber ---

Nach ber Reich StagS auflösung wegen Ab - kehnung ber Militärvorlage verließ ber fikutfrier v. Eaprrvi baS ParlatmmtSgebäude mit dem arimtnigen Ausruf zu seinem Begleiter-Gott sei Dan( daß die tierfl . . . Hmtdelei ein iSnbc bat!" Das, was (^-aprioi da­mals mit den Parteifilbremt verhandeln ließ, ist aber ein Kinderspiel gegen die E^eschafte, bie in btefer Hinsicht bem Grafen Vülow bevorstehen. Die kommende Parla- mentszeit stellt nicht weniger nnc viergroße Fra­gen zur Entscheidung. $m Reichstag Militärvorlage und Handelsveriräge, im preußischen Landtag Ka- nalvorlage und Schnlun terhaltun g s gesetz. Ohne ^Hanbelei" ist in allen diesen Fällen das Ziel irlcnt -Är'wißsstosi-«...»=*«.«>-*.T D, aus Goethes Gedichten besser kennen, als mancltes andere, mann roic8 m ferner Eröffnungsansprache darauf hm, daß das er ber Welt übermittelt hat: er besitzt Berstäitdnis heute vor 50 Jahren der 1. deutsche Feuerwehrtag in Ulm dafür, daß man den Parteien etwas zu Gefallen tun muß. eröffnet wurde. Die Kellnerin Raab trieb in an- follen sie dstr Regierung gefällig fein. Rur darf nicht getrunkenem Zustande auf offener Straße allerhand Unfug, etwa so gefragt werden: ÄaS bat Graf Bülow Iihrer Verhaftung erhängte sie sich im Haftlokal, bieten? Darauf müßte die Antwort lauten: Nichts. fc grnnffurt Q- W., 3. Sept. (Drahtbericht.) Der laßt die cm sich h-rankommcn. ihr Bo- Dr. Böhm ist seit einigen Tagen fpurtoS ver-

gehren vortragen, unb sucht sich bann bte irorbenntgen aufl, .. M s, M

die erfiUIbar erscheinen. Dabei fährt er besser, al« wenn 'cywunoen.

er qfeich mit dem Präsentierteller erscheint. Mit Ge-I (exne TO 11* et Tun q en a u H essen u n d d en schenken auf erratene Wimscho hin trifft ein Staatsmann Nachbarstaaten. Emen dummen Scherz erlaubte sich ein eS selten bei den Parteien: was immer es sei, es ist ntckK junger Mensch in Flensungen gegen Verwandte m Offen- das Richtige. Die Erwartungen sind enttäuscht. Zu dem dach. Er schrieb am verflossenen Sonntag an seine Ver- nur ^halb Befriedigendem" muß schließlich soviel hinzu- wandten, die in Offenbach wohnen, daß die Mutter derselben gefügt werden, daß eine doppelte und dreifache Reckmimg | geworben sei und am Dienstag beerdigt werden solle. An herauskommr. Also, Owaf Bülow harrt der Forderungen, I diesem Tage erschienen denn auch die Kinder und einige Enkel die an ibn heran treten. der angeblich Verstorbenen in Trauerkleidern und ersichren

DerMittler denkt dabei zunächst on M Sen tr«m. ^ die alte Dame noch am Leben war. - Der Friseur Mexchinas, das muß selbst der Reid dieser Partex lassen, ' 1° f ~ u '

hier ist da« qeschästNtb- Talent am meisten und am fltÄn,nb .Rccht-kansulent- Jvh. Fuhrmann au, Bingen hat zendstcn verbanden. Ta? Zentrum hat seine Fordenmgen -men Bremser, der ihn um Rat siagte, um 42 Mk. be. bereit? festgeftelltvorläufige^ Fordertmgen und auf schwindelt. Er wurde in Mainz zu einem Jahr Gefängnis diesem Programm befinden fixh u. a. Beseitigung bed verurteilt, ganzen Jesuitenqesetzes, Reichstagsdiaten, _ ---------------- ------------ -

konfessionelle Schule. Aber die Konservativen Knn8 UNd Wilsevschäft.

sind mich keine schlechren GeschäfMeute: sie haben dmr _ 6ranf|uTt a. m schreib, man int*: Tie im I Zentrum manches abgesehen und lmr? ihnen etwa an Ge, ^stsalon HerrneS neu arrangierte Septembtt-AuSstellung ent- wandtheit fehlt, ersetzen ]te durch eme zähe dAeHarrnchrett.! Kollektivausstellungen von Hermann Turnler-Fran^urt a. TO., In Bezug auf die konfessionelle Schule ziehen Zen-I ÄmanduS Faure-Stuttgart und Anton Cvlli-TOünchen. Außerdem mun unb Rechte an einem Strang. Folglich wird dies ffnb neu ausgestellt Werke von Ludtvig Dill, W. Trübncr, Adolf Berlangen durchgefetzt werden im neuen preußischen Schul-1 TOenzel, A. Hengeler, Peter Burnitz. Franz v. Lenbach, Hans gesetzeinwurf, und urmornehr, als auch die Rationalliberalen I Thoma, Wilhelm fieibL F. A. v. Kaulbach, Franz Stuf und in Preußen sich seltsamerweise herbeigelassen haben, an anderen. .

diesem Strang ein wenig mitziehen zu helfen. Bedrohlicher I

Kanalpläne von dem Inhalt °er neuen H an delS v er- v^ait em harter Schlag für die deutsche Anwaltschaft. Dar träge abhängig zu machen insbesondere von dem Ver- Staub auf dem weiten Gebiete be» Handelsrecht- heute

trag mit Rußland. Unb nicht nur bad: auch die Ein-! der ersten wiffenschaftlichen Autoritäten. Staubs Kvmmen-

fühnmg von Schiffahrtsabgaben auf den 51 ü f f e n tat Mim deutschen Handelsgesetzbuch ist ein Buch, da- beute aus nrid) von ber Rechten zu einer Vorbediirg^mg für die §N- dem Tisch der meisten Richter und Anwälte sich befindet, ein Werk, nale gemacht Das ergibt eine böse Situation. Die Han- das an Scharfsinn, Klarheit unb Gründlichkeit seineSgleicwn sucht delsverträge brauchen noch eine geraume Zeit, bis sie Wo immer heute eine handelSrechtlicln Frage austaucht, da heißt fertig art den Reichstag gelangen, und für SchiffahrtSab- »umlchst: Wo» f-at Staub? Sein Wart eine Autorität ga6eS besteht in den '».nbeSregienntgcn, abgesehen Vvn Ä* fX

^renSen, nicht die geringste Neigung Wenn däL ®raf

Vulow nicht geradezu eine Zauberformel, sinket, «ne | Wc m,Allf[fxiftnl fcftfminftrt Mtnng erfrfninen, gab heraus, und da­

durch die SaatvermiittluNtgS'stelle deS Hessischen fiandwirtschaftS- raiS belverkstelligt.

*f Deutsche ©er ft en- und Hopse nauS st ellung in Berlin. Wie wir erfahren, hat die Leitung der Deutschen Werften- und HopsenauSstellung aus ein entsprechendes (besuch deS Hessischen Landwirtschaftsrats die Bedingungen für die Zulassung zu dieser 9l,,Sstellung wenigsten» für Braugerste (nicht jedoch für Saatgerste) dahin ermäßigt, daß statt 200 Ztr. lieferbarer Weifte. auS der die AuSstellungSprobe entnommen iverben soll, nur 20 Ztr. wie seit­her verlangt werden. Hierdurch ist unseren Werftenproduzenten die Beschicklmg der genannten Ausstellung mit Braugerste wesentlich erleichert. Der Hessische LandwirtschastSrat wird sich auch noch um die Herabsetzung der ^ordrnng an lieferbarer Tlenge für Saat­gerste angelegentlich bemühen.

Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 3. September. Sehr geehrte Redaktion!

Die gestrige Beflaggu g ber öffentlichen Gebärrde aus^ An­laß der Sedanfeier ließ erkennen, wie sehr man sich hin­sichtlich der Anordnung der Farben derDeutschen Nationalflagge" im U n k l a r e n ist. Die Reihenfolge der Farben selbst von Fallen an öIentlichen Wcbäubtm ist verkehrt. Die deutsche Nationalfarbe ist Schwarz-Weiß-Rot. Nur innerhalb der ihnen genau angewiesenen Folge bilden die Far­ben dieNationalsarbe" eines Landes. P,

Gießen, 2. Se'Hember. Sehr geehrte Redaktion!

Von vielen SeiteN wird mir der Artikel deS Einsenders B. auS der TOollkeftraße unterschoben und dagegen möchte ich mich verwahren. Ich erfreue mich stets ber Musik unserer 116 er; auch werde ich dadurch nie unangenehm in meinem Schlaf gestört.

Wenn es sich um ernstlich Kranke handelt, so dürfte eine einfache Bitte an den Herrn Oberst gerichtet, genügen, in ber Nahe dieses Hauses sein Regiment ohne Musik vorüber marschieren zu lassen. Hexhachtungsvoll

Ernst Balser, Moltkestraße 10.

Klein-Linden, 3. Sept.

linier Ort steht gegenwärtig in lebhaftester Bewegung zur kommenden Bürgermeisterwahl. .Es zeigt freb eine Reg­samkeit. die einem Erwachen nach langem Schlafe gleicht. Man bat jahrzehntelang konservativ am Alten gehangen und starr und fest Prinzipien der Kurzsichtigkeit gezeigt, wie beim Bahn- iimbau, zum Sckxchcn der Okntcmbc Klein-Linden. Um solche Fehler für die Zukunft zu vermeiden, bat sich für die kommende Bürgerin ei sterwa hl eine Fortschrittspartei gebildet, welche für die Zukunft zeitgemäße Reformen in Klein-Linden eingeführt Nüssen will.

verinischte«.

Berlin, 2. Sept. Die schon gemeldete Entdeckung deS LustmSrderS ber Lina K oschorreck ist mit erfreu­licher Schnelligkeit gelungen. Der Mörder, der Schuhmacher- meister Oskar v. Busse ist derselbe Mann, der der Kriminalpolizei anzeigte, die Ermordete am krüischen Tage mit einem verdächtigen Menschen vor der Tür gesehen zu haben, aber erklärte, in dem verhafteten Kutscher Max Kohn diesen Menschen nicht wieder zu erkennen. Auf v. Buffe lenkte sich dann der Verdacht aus verschiebenen Gründen. Ermittelungen ergaben, daß er oft vor seinem Laden herum­lungerte und Kinder an sich lockte. Dazu kam, daß er längere Zeit die HauSreinigung hatte und daher mit allen Verhält­nissen deS GntndstückS, namentlich auch mit dem Sandkeller, durchaus bekannt war, sowie daß er, weil seine Frau ver­reist war und fein Geselle zum Mittageffen fortgeht, über Mittag ganz allein seiner in Wohnung war. Die Haussuchung ergab noch Uebcrtefie von dem Strohhut, den das Mädchen an seinem letzten Lebenktage getragen hatte. Sie waren zwar angesengt, aber, besonders die Hutschleife, noch so gut erhalten, baß die Mutter der Ermordeten sie sofort erkannte. Als man deut Schuldigen die Tat auf den Kopf zusagte, legte er ein umfassendes Geständnis ab. Danach lockte er das Kind, das er und das ihn kannte, am 3. August, nachmittags um 2 Uhr, in feinen Laben unb nahm es von bort in die Küche mit, um eS zu vergewaltigen. Als daS Kind, bevor er dazu kant, um Hilfe rufen wollte, wurde er ängstlich, unb aus Furcht vor Strafe beschloß er nun, eS umS Leben zu bringen. Er packte sein unschulbigeS Opfer in fein Bett und erstickte es mit bem Kopskiffen. Die Leiche verbarg er dann unter dem Bettzeug, bis sie vollständig er­starrt war. Dann trug er sie noch am hellichten Tpge un­bemerkt nach dem Keller und verscharrte sie im Sande. AIS ob nichts geschehen wäre, ging der Mörder dann wieder seiner Beschästigung nach, imb wenn später die Rede auf baS oerschwunbene Mädchen unb bie ergebnislosen Nachforschungen nach seinem Verbleib kamen, sprach er ganz unbefangen, und als ob er von nichts wüßte, darüber mit.

* Stettin, 2. Sept. In Collnow wurde bie 19* jährige Tochter eines Maurers tot aufgefunben. Durch Untersuchung wurde Mord festgestellt.

* Trier, 2. Sept. Wegen schwerer Erpressung an dem Abg. 'Kaplan DaSba ch auf Grund deS § 175 des Strafgesetzbuches wurde Bankier Killerhofs in Char- ! Ottenburg verha stet.

Z ü rich, 2. Sept. Der italienische Generalstabsoberst Graf Gliido Salvador ist bei dem Versuch, bie 2900 Meter hohe Fibbia zu ersteigen, 320 Meter hoch tätlich ab­gestürzt. Er hatte trotz Abratens ben infolge Neuschnee? und Sturm gefährlichen Versuch unternommen. Oberhalb Airolo wurde bie Leiche gefunden. Generalstabskarten und militärische Notizen, welche bei ihm vorgefunden wurden, (affen darauf schließen, daß er bie Befestigungen am Gott­hard rekognoszierte. Seit einigen Jahren kam der Graf auf längere Zeit nach Airolo.

Warschau, 2. Sept. Gestern mittag wurde in einem Restaurant der 26 jährigen Kellnerin Victoria Anuschkiewiez von einem unbekannten Gaste durch Messerstiche ber Unter­leib auf geschlitzt. Auch an Kops, Brust unb an ben Armen wurde bie Unglückliche verstümmelt. Sic starb bald barattf. Der Mörder ist unerkannt entnommen.

Winnipeg, 2. Sept. Ein Person en zug bei Kanabischen Pacific-Bahn rannte 300 Meilen westlich von hier in einen Güterzug hinein. Dabei würben fünf Personen getötet. Der Generalgouverneur beö Domimch os (Sanaba Earl Minte befand sich mit feiner Gemahlin im Zuge, ihr Wagen blieb unbeschädigt.