Ausgabe 
3.8.1904 Zweites Blatt
 
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Tand obhieipcn und der AuSgabc für die Wohnung sulcgcn würde, dann hätte man eine Wohnung ohne Ucbcrfülhinß. Dian müßte sich also, ivcnn rnan vernünftig operieren wollte, an die Adresse der Mieter wenden, anstatt dessen hat mein, vielfach angeregt durch den Einfluß der sozialdemokratischen Presse, zunächst den Haß gegen die Hausbesitzer anivachscn lassen, alvdann aber für nötig gehalten, die öffentlichen Kassen zur Erbauung neuer Wohnungen lebendig zu machen. Auch die WohnungLaussicht sei eine Folge der slattgehabten Hetze. Nur habe sie erfreulicherweise, statt die Hoffnungen der Gegner zu erfüllen, gerade daö Gegenteil ergeben, nämlich daß die Mieter c8 seien, denen man Borwürfe zu machen habe. Dasselbe habe sich bei der AstervermietungS- frage gezeigt, deren Studium sich die Wohnungvreformcr meist erspart hätten. Ohne darüber ernsthaft nachgedacht zu haben, waü cS mit diesem Zweige der Wohnungübenutziing auf sich habe, welche Einnahmen er auch den Hauptmietern bringe, blickt man hier auf einige Mißstände sanitärer und auch vielleicht sittlicher Natur die mit der After­vermietung Hand m Hand gingen und schinettcrtc nun, man muß sagen leichtfertig und unbedacht, daS Urteil hinaus in die Welt, die Aftervermietung ist in allen Fällen oerwerflid)*.

Zum Schluß bespricht der Bericht noch die Cteuer- bclastung der Hausbesitzer, die besonders m Preußen seit langem eine Steuerüberlastung sei. Nur einen Lichtblick ver­zeichnet der Bericht: Die Wandlung der Rechtsprechung in Bezug auf die Ha ftp ficht der Hausbesitzer. Der springende Punkt ist: Früher wurde in allen Fällen der Haus­besitzer zii Schadenersatz verurteilt, auch wenn der Verletzte durch die gröbste Unvorsichtigkeit den Schaden selbst veriirsacht hatte. Nach der Veränderung der Besetzung des betr. Reichv- gcrichtSsenatS ist die Haftpflicht für den Hausbesitzer wesent­lich herabgemmdert.

lieft im Törfcftcn Giften« bom 24. bi« 29. Juli ein von 50 bi« 60 ruffifeben Terroristen besuchter Kong re n fterttgefunben bat. Die Berhairdlungen sollen fünf Tage und Radste gedauert haben. Lie tvurben plüblicb abgevrochen, als von Gens ans die sJ(aa>* iid)t über den .tob Plehwe'S eintraf. Soviel man über die Be» schlösse erfahren konnte, sollen nächstens versclstedene revolutionäre Ausrufe in Rußland verbreitet werden.

Aus Stadl uud Land.

Gießen, den 3. August 1904.

Gießener Konzertverein. Wir sind in der Lage, mitzuteilen, daß die feit Langem geplante Vereinigung zwischen deut (.Gießener Konzertverein, dem Akademischen Gesangverein, dem Saalbauverem und der Trautmannschen Kammermusikvereinigung zustande gekommen ist. Auch Herr E. Challter hat sich ihr aiigeschlossen. Die einheitliche Leitung bei Veranstaltung der Konzerte liegt dem Konzerlverein ob. Für daS Jahr 1UO4/O6 sind 10 Konzerte geplant: 2 Chor­abende (Mendelssohns .Paulus*, LiSztS .Heilige Elisabeth*), 2 Orchesterabende (beim ersten ivird wahrscheinlich eine vor­zügliche Geigenii mitwuken), 3 Kammermusikabende der Trautmannschen Vereinigung und 3 Solistenabende, zu denen m Aussicht genommen sind (teilweise auch schon zugesagt haben) Therese Karcnno (Klavier), Ludwig Wüllner oder Karl Scheidemantel (Gesang), Sarasate mit Frau Marx. An alle

Politische Tagesschau.

Russische Nihilisten in 6enf.

lieber einen in Gens in gröl !e;n Geheimnis

Kongreß russischer Terroristen ivub folg en de.' bcridxit: Am 23. ^uli bemerktit dortige Polizisten das gelMinniouode Treiben eines Fremden. Tiefer .'vurde ständig bewacht, pa er nicht im Hotel abgesnegen war. Arn nächsten «tage begab sich derselbe wm Eyef des PolizeidepartementS, Staatsrat Chier, uno beflügle fid), daß er beständig von gcnfnenfdKn Polizisten verfolgt werde. Er selbst, crllarie der Fremde, fei ein russischer i^ehcunpolizist und be!lnde s.ch in Cieni, um einen Kongreß russischer Riyi listen zu übvnoati en. Tiefer Kongreß werd, auer iuqi m der Stadt Gens oder Umgebung staMinden, sondern an ocr Grenze 14 sfüomeicr von Gens, aui dem Gebiet deS javoyardisctxr TorfchenS Chens, .einige Meier entfernt vom genserischcn Torfe Hermance. Ton befinde sidr die Billa eines ruhiidrn Terroristen namens Hermann oder Erman. Man gab dem russischen Polizisten zu verstehen, daß er hier nichts zu tun habe und daß die genierifdK Polizei ihren Pflid ten ohne fremde einmiidning Nachkommen wcroe. Seitdem ist der ruffifd): s:pio;i verschwunoen. Aus ben wetteren dtStret gemad,ten Aachforsd-ungen ergab sich, baß wirk-

Regung, dies zu tun, wirb außerdem dadurch in die Höhe getrieben, daß folä>e Bauunternehmer meist gute Preise zahlen und an die Güte der Arbeiten weniger spinöse Forderungen stellen. Tas Gegenstück einer folchcn Geschäftstätigkeit bei einem solchen Bauunternehmer ist Leisten und Liefern für st Statische Bauten. Hier werden zunächst durch die Konkurrenz dre Preise enorm hermckergedrückt, utid alsdann spielt der Handwerker und Lieferant den Leuten gegenüber, die dort den Auftraggeber vertreten, eine viel gedrücktere Rolle. Bei ihnen muß der Lieferant und Handwerker mit einem großen Maße von Bescheidenheit verfahren, er muß sich ducken.

Auch daü zunehmende LuxuSbedürfmS der Mieter fei an der Notlage der Hausbesitzer mit schuld; die leerstehenden Wohnungen fänden sich sehr häusig in den älteren Gebäuden, trotzdem dort die 2)hctcn niedriger seien als in den neuen. Ebenso sei die ausgedehnte Bautätigkeit in den Vororten ein Grund des Leer stehens vieler Stadtwohnungen. Ganz be- fonderS aber tarnen hierfür die Spar- und Bauvereine ui Betracht. Daß die Tätigkeit dieser Vereine, wie dies z. B. der voui Landgerichtüdiiettor Tr. Becker m Dresden geleitete bekunde, auch zu einer Zeit fortgesetzt werde, wo Kleinwohnungen masienhaft in Dresden 3000 bis 3L00 __ zu billigen Preisen leerständen, sei eine NücksichtSlosigkeit gegen den notleidenden Hauöbesitzerstand, für welche nicht nur jede Entschuldigung, sondern auch iede Erklärung durch hin­reichende Gründe fehle. Dieses Geschrei nach Baugenossen­schaften fei einer förmlichen geistigen Epidemie entsprungen. Hätte man sich klaren Blick bewahrt, (o wurde man gefunden haben: die bauliche Beschaffensten der Wohnungen ist Dank der feit 30 Fahren sehr regsamen Tätigkeit der Bau­polizei in dem Zustande, in dem sie frischweg auS den Händen der Bauleute hervorgegangen sind, ziemlich gut und genügen berechtigten zeitgemäßen Ansprüchen. Wo Miß­stände herrschen, wo die Wohnung feucht, verschmutzt, un- wohulich und verlottert ist, ist eS in erster Linie der Mieter, dezw. die Bewohnerschaft, die daran Schuld hat, und wenn man diese zu besserem Tun erzieht, find schon 90 v. H. aller Beschwerden beseitigt. *)

Die Ueberfüllung der Wohnungen ist in den meisten Fällen im Verhältnis zu den ,ctzt bestehenden, hoch gestiegenen Löhnen wiederuni nur auf em Verschulden der Mieter zurück zu führen. Detm wenn eine ganze Familie, darunter viele, m welchen oft die erwachsenen Kinder so viel verdienen, wie daS Haupt der Familie, nur täglich 10 oder gar 26 Pfg. vom Genuß an alkoholischen Getränken und von Puy und

Anmerkung der Red.: Hier finb die Mieter doch wohl te ed/Ufi zu nehmen. Selbstverständlich werden die Wohn ungen mit de r Zeit verwohnt, wenn sie auch nicht gerade beschmutzt zu fern brauchen. Tann sind Wohnungen öfter re- paraturbdH.qng, und über die Zuständigkeit besten, der diese Reparaturen aussiihicn Läßt, ob Mieter oder Vermieter, darüber kommt es zwar zuweilen zu Meinungeversdnedenheittn, utnr im großen und ganzen sind darüber &c Verpflichtungen fest- gestellt.

Israntzretch und der Vatikan«

Der Pariser TcnllS läut sich über den nun vollzogenen Bruch zwisdx'n der dritten Republik und dem Vatikan wie folgt vernehmen: .. t. , _

Man braudjl fid) über den Abbruch der diplomati)d>en Be­ziehungen ind)t zu treuen, fon aber die Sad-e^ auch nidjt allzu tragifd) auffassen. ILs gibt Präcedenztälle: So fal)cn Oester­reich und Belgien vor Jal-ren sid) ebenfalls genötigt, mit dem heiligen Stuhle zu bredKit. Lüeder diese beiden Ai ächte, nod) die katholisd-e Religion haben unter diesen Konflikten Hart gelitten, und die Beziehungen wurden itach einiger Z.it wieder autgciiaiu* men. Tod; uerurfadM die Lage diesmal größere Beiorgnis, weil der politisch (jUltano Frankreichv mit dem Belgiens uno Oester­reichs Nillsts gemein hat. war ein Fehler Pius X. und seiner hi eigen Ratgeber, biefen 3ujti.no brantreidxs nicht zu begreifen oder ihm ivenigstens nicht Renmung tragen zu wollen. Hält man sich an den Buchstaben des ztonkoroats, ist das Unrecht Har und deutlich auf weiten der Kurie. Sie ouritc weder oirclt mit ix n sranzojischen Bischöfen korrespoiidieren, noo) sie ohne die Genehmigung der sranzosisd/en Regierung nad) Rom vor­laden. Ist doch für diese Praiatcn die GrlaubniS der Regier­ung sogar nölig, .wenn sie nur ihre Diozejen zu verlassen wünschen. Tie ^cl)arfmad>ei üben auj den Gestt Pius' X. einen nadrteihgcn GiNstug ans. Bei geringerer Saavffheit auf feiner Seite hatte der MoujUli vielleicht vermieden werben können. Warum hat der Papst d.c franzvs.fd)c Regierung nid>t von der Absicht ui Kcniitnis gesetzt, jid) mit den in den Tiozesen Laval und 2.ijon h.rrschonden ^chivierigleiten zu besd-äftig-n. Wenn die Besauverdv'ii gegen die beiden Bisdstjfe sich als begründet er­wiesen hätten, so wäre cs der Regierung kaum möglich ge- lvesen, unwürdige Pralaien zu schufen. Andererseits war cs natürlich, bau bic Regierung, bie feit zivci Jahren vom Anti- lleri.aliSmus zehrt, ben ersten besten Borwand zu einem Kon­flikte mit Rom gern benutzen wurde.

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