Interessenten wird in diesen Tagen ein Rundschreiben verwandt. Wir wünschen der Vereinigung gutes Gelingen. Es würde vieles dazr; beitragen, wenn jeder Musikfrermd das gedachte Rundschreiben, dem ein Anmeldeschein beigefügt sein wird, recht bald beantworten würde.
** Universitäts-Bibliothek. Heute früh 6^ Uhr hat der Umzug der Universitäts-Bibliothek in das neue Gebäude an der Bismarck- und Keplerstraße begonnen. Die Verladung der Bücher erfolgt in Tragkisten, die mit fortlaufenden Nummern versehen in drei Möbelwagen befördert werden. Jede beladene Kiste wiegt durchschnittlich 130 Pfund, jeder Möbelwagen nimmt etwa 30 Kisten aus. Die Kisten werden in der Reihenfolge der Nummern in den Möbelwagen verladen, in der gleichen Weise am Bestimmungsorte aus dem Wagen herausgenommen und zu dem im voraus bestimmten Aufstellungsort durch Aufzug und Träger geschafft. Jeder Fuhre wird ein Begleitschein mitgegeben, in dem der Inhalt des Wagens genau bezeichnet ist. Die Träger- mannschasten stellt das hiesige Regiment. Man hofft mit täglich fünf Fuhren in etwa fünf Wochen die Ueberführung sämtlicher Bücher beendigt zu haben.
** Oberbergrat Dr. Chelius-Darmstadt hielt am Samstag abend in der Versammlung des Bergmännischen Vereins einen Vortrag über Spalten, Quellen und Verwerfungen im Gebirge. Die Ausführungen des auf diesem Gebiet als Autorität anerkannten Redners fanden das ungeteilte Jntereffe der zahlreich versammelten Fachleute.
** Ter Vorstand des Verbandes deutscher Gewerbevereine hielt ani 19. Juli in Darmstadt eine Sitzung ab. Der Vorsitzende wies zunächst auf den von dem Gewcrbe- verein Erfurt an den Reichstag und den Reichskanzler errichteten Antrag auf Abänderung des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes vom 27. Mai 1896 und die Stellungnahme des Verbandsvorstandes hin, machte Mitteilung von den mit dem Erfurter Verein gepflogenen Verhandlungen und teilte mit, .daß auch der Zentralverband deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender sich in der gleichen Angelegenheit mit einer Eingabe an den Reichstag gewandt habe. Der Vorstand beschließt, .die Vorschläge dem Vorstandsrate zu unterbreiten und diesen Gegenstand auf die Tagesordnung der Hauptversammlung in Straßburg zu setzen. — Zu Punkt 2: ,Hn der Hauptversammlung des Verbandes deutscher Gewerbevereine in S t r a ß- b u rg kommen, wie der Vorsitzende berichtete, nachstehende Gegenstände auf die Tagesordnung: 1. Die Frage des Befähigungsnachweises im Handwerk. 2. Die Abänderung des Gesetzes zur Bekämpfung .des unlauteren Wettbewerbes vom 27. Mai 1896. 3. Die Gründung eines Verbandsorgans. 4. Die Sicherung der Bauforderungen. .5. Vorschläge zur Beseitigung der Grenz-Streitigkeiten zwischen Handels- und Handwerkskammern. 6. Verbandssterbekasse. — Das Vermögen und die Betriebsmittel des Verbandes deutscher Gewerbevereine werden sich in der Rechnung für das Geschäftsjahr 1903/04 auf rund 11 000 Mark belaufen, wovon jedoch etwa 3000 Mark zur Bestreitung der Kosten der diesjährigen Hauptversammlung und der laufenden Verwaltung bis zum Eingang der Milgliederbeiträge für das Jahr 1903/04 in Reserve zu stellen sind, so daß ein Vermögensstock von 8000 Mark angenommen werden kann.
Grün berg, 1. Aug. Gestern fand zu Nieder-Gemünden bei Herrn Södler eine Generalversammlung des Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtvereins statt. Die Versammlung, welche trotz der tropischen Hitze äußerst zahlreich besucht war, wurde durch Herrn Jöckel-Grünberg eröffnet. Diese erteilte darauf dem Vorsitzenden der Sektion Ulrichstein, Herrn Appel, das Wort, der über die daselbst abgehaltene Ausstellung referierte. Herr Decher-Grünberg gab einen Ueberblick über das finanzielle Ergebnis, welches als ein zufriedenstellendes bezeichnet werden konnte. Weiter stand aus der Tagesordnung: die Auflösung des Vertragsverhält- niffes mit Lich bezüglich der Käfige. In sehr scharfen Worten wurde das Benehmen des Licher Vereins verurteilt und einstimmig der Beschluß gefaßt, das Verhältnis zu lösen. Infolge eines Gesuches des Kreisgeflügelzuchtvereins Alsfeld, in ein ähnliches Vertragsverhältnis mit ihm einzutreten wie früher mit Lich, entspann sich eine lebhafte Debatte. Schließlich faßte die Generalversammlung den Beschluß, das Käfigmaterial des Vogelsberger Geflügelzuchtvereins so zu ergänzen, daß es dem des Alsfelder Vereins gleichkommt. Weiter soll dann ein Vertrag ausgearbeitet und der dem- nächstigen Generalversammlung zur Prüfung und Beschluß- faffung unterbreitet werden. Damit schloß der offizielle Teil; der gemütliche Teil hielt die Teilnehmer noch einige frohe Stunden bis zum Abgang der beiden letzten Zuge gemütlich beisammen. (Gr. Anz.)
R. Herchenhain, 2. Aug. Den stärksten Lehrerwechsel hat wohl unsere Schulstelle zu verzeichnen, indem seit 1893 neun Verwalter wirkten, außer mehrmaliger Vertretung durch benachbarte Lehrer. Da der seitherige Verwalter zu einer achtwöchentlichen Reserveübung eingezogen ist, versehen mehrere Lehrer der Umgegend die vakante Stelle mit.
ss Marburg, 2. Aug. Nachdem vor einigen Jahren gelegentlich der Anlage der Marburger Straßenbahn auch die Frage der Errichtung eines städtischen Elektrizitätswerkes erwogen, von der Stadtverordneten-Versammlung aber abgelehnt worden war, eine solche auf städtische Regie zu errichten, wird man nunmehr das Projekt doch über kurz oder lang wieder aufnehmen muffen. Durch Ministerialerlaß ist die Universität zur Errichtung einer elektrischen Zentrale und zur Legung einer Leitung nach den verschiedenen Universitäts-Instituten ermächtigt worden. In der gestrigen Stadtverordneten-Versammlung beschloß man deshalb nach langer Debatte, mit der Universität in Unterhandlungen zu treten, damit letztere ihre Pläne so lange hinausschiebt, bis die Stadt über die Anlage eines Elektrizitätswerkes schlüssig geworden ist. DaS Projekt roncbe früher deshalb nicht verwirklicht, weil man glaubte, daß die städtische Gasanstalt darunter leiden würde.
Frankfurt a. M., 2. Aug. Zu der gestrigen kurzen Meldung über den Fund einer Lerche ist noch folgendes zu melden: Eine Dame, die allmorgendlich mrt ihrem großen Bernhardinerhund einen Spaziergang die Eckenheimer Landstraße entlang durch die Kronstetterftraße zu machen pflegte, wurde heute früh kurz nach 6 Uhr durch den Hund auf einen schwarzen Gegenstand aufmerksam. Es war der umgestiilpte Rost eines Senkkastens. Aus dem offenen Senkloch schauten in Erdhöhe ein paar Schuhe mit den Sohlen nach oben hervor. Die Dame rief den in einem Neubau beschäftigten Parlier Rach, und als man näher zusah, bestätigte sich ihre Vermutung. In dem etwa einen Meter tiefen Lock steckte ein Mann derart, daß der Kopf in dem Senkeimec festgeklemmt und die Beine nach oben gerichtet waren. Man benachrichtigte die Polizei und drei Männer hatten Mühe, den bereits erftarrten Leichnam hervorzuziehen. Das ganze GesickZt war sck-tvarz. An. Ver
letzungen wies der Kopf nur zwei unbedeutende Abschürs- ungen am reckten Ohr und am .Hrnterkopf auf. In den Taschen der Leiche fand man ein leeres Portemonnaie, eine Jnvalidenkarte mit italienischem Namen und eine Postkarte. Wie kam der Mann in den Senkkasten? War ein Mord geschehen und hatten die Täter versucht, die Leiche ihres Opfers zu verstecken? Lag ein Selbstmord vor oder ein Unglücksfall? Leute vom Tiefbauamt versichern, daß sie stets zu Zwei sein müssen, um den etwa einen Zentner schweren Rost abzüheben. Die Bewohner der Umgegend hörten keinen Laut, keinen Streit, keinen Schlag und nicht den letzten Hilferuf des Erstickenden, den die Tiefe ver> schlang. Ms man die gänzlich, in dem Senkkasten steckende Leiche herauszog und die Leiche besichtigte, kam man zu dem Resultat, daß hier von einem Morde keine Rede sein könne, die Kleider waren wohlgeordnet, also nicht zerrissen, rrgendwelche Kratzwunden fanden sich an der Leiche nicht vor. Nur am Hinterkopfe zeigte sich eine kleine Hautabschürfung, die wahrscheinlich von dem Sturz in den Senkkasten herrührite. An Papieren fanden sich bo> eine Jnvalidenkarte, zwei Postkarten mit verschiedenen Adressen, sowie ein Hinterlegungsschein über Gepäck, das am 25. Juli auf der Bahn eingeliefert war. Außerdem trug der Ertrunkene ein Portemonnaie bei sich, das indessen keinen Pfennig enthielt. Weitere Wertsachen waren nicht vorhanden. Aus diesen Selbstanzeichen schließt die Polizei, daß ein Selbstmord vorliegt. Wenigstens schreibt der Polizeibericht: Ein italienischer Arbeiter wurde heute früh in einem Senkkasten in der Kronstetterftraße mit dem Kopf nach unten steckend, tot aufgefunden. Es liegt zweifellos Selbstmo rd vor. Trotzdem will es dem gewöhnlichen Laienverstand schwer einleuchten, wie ein Mensch, auf eine so gräßliche und häßliche Todesari verfallen sollte. Man kann sich sehr wohl einen Unglücksfall vorstellen. Es kann ja sein, daß aus irgend einem Grund der Senkkasten offen stand, und daß der Italiener in der Dunkelheit in die Grube fiel. Vielleicht hat er auch irgend einen Gegenstand fallen lassen und ertrank bei dem Versuch, ihn aus dem Senkkasten zu holen. (Kl. Pr.)
Aestöetrachtunge.
Mer schreibt un schstvatzt immer devon, daß mit de Abschluß gewisser Kalennerzeite die Säsong der Festlich- keite ihr End erreicht hätt. Des mag frieher wohl ge- toefe sei, aber ebe glaabt kaa Mensch mehr dran. Eich vertret die Maanung, daß uff die Winterbäll' un Unner- haltunge die Frühjahrschtanzvergniege un Stiftungsfeste mit Theater, Konzert, Gesang ufw. folge, dann die Sonrmer- vergniege, wie Waldpartiee mit Tanz, Fahnenweihe, Sänger- und Kriegerfeste, Radrenne un zum Heb er gang vom Sommer uff de Herbst die Kirmesse. Wie mer da noch von em Ende der Säsong redde kann, will mer nett eileuchte, noch weniger aber, wenn mer schreibt, daß sich die Leit nach den Anstrengunge der Wintervergniegunge erhole müßte. Nenne des vielleicht Erholung, wenn mer bei 30 Grad Hitz in de Wald last oder schttmneweit uff e Dor fläft un nachher tanzt, daß der Schweiß aus alle Knopplöcher kimmt, oder e Fahnenweih, e Sängerfest, e Radrenne oder e Re gatt uffsucht und dort sich die Sonne uff die Buckel oder uff die Nas brenne läßt, daß es scho nett mer schee is. Das Bedürfnis nach Erholung muß doch nett so groß sei, wie als geschriewe wird, sonst bHerne die Leut dehaam und überließe es den annern, sich Wege e Dippche Bier ob der um e Werschtche odder um e Käsbrot schtumbe un schlöße zu lasie. Un wenn mer erscht sieht, was für Dorchennanner dehaam is, eh der Hausvatter de Schlüssel abziehe kann. Eich wett, daß es in jeder Familie, die zu so em Dergniege auszieht, erscht geschtritte un geflennt wird. Da paßt dem Liesche die Blus nett, das Schanettche hott kaa ganze Schuhbennel, der Schorsch hott fei Hose mit Scheleeflecke verdunnert, dem Mann is die Krawatt uff gange, die Fraa bringt ihttn Hut nett fest un so weiter. Un das nenne dann die Lent Vorbererttmge zu em Vergnüge, wenjn sie sich erscht richtig abgeärgert habe. Eich will den Leut' un schpeziell bene Kinner, die morge das Jugendfest rnitmache wolle, de Appetit nett verderbe, aber so viel Waas eich, daß es in manche Familie an Durchcn- anner un Geflenne nach nett fehle wird. Für meine Be- hauptunge schteht mir e langjährig Erfahrung zur Seite. Es is mer, wie eich Haan war, gerade so gegange. Als eich das erste Fugendfest mitmachte, trüge die Mädchen noch Reifröck oder Krsnoline, je weiter desto bester. Die Reife wäre nett immer von prima Qualität un krvoche en Knaks, e die Geschicht los ging. Hat mer sich nachher das Ding bettacht, so setzt's erscht Schläg un nachher Fings Flerme los, Untier Schelle un Schimpfe hat dann die Mutter den Schade ausgebessert und mit verflennte Aage is mer uff den Festpiatz htmme. Dort uffen Festplatz krooch de Reif dann de zweite Knaks un mit em verflennte un mit em freudeschtrahlende Ang is mer dann Haarn tun ins Bett gekroche un hat vor lauter Itffregung net schloss kenne. Am annern Tag hat mer sich vorgeloge, daß es doch schee gewese sei. Un so is es hentzetag auch noch. Zum Glick geht es net bei alle Leut schcpp odder sie mache sich nix draus, wenn's net recht klappe will. Die kumme uff ihr Rechnung. Un zu bene Leut gehört mei Maim. Dem wirb so leicht ka Schbiel berborbc; wie ersch macht, will eich Ihne in nachschtehende Bersch verrate:
Mei Ahler is e narpig Oos;
Eich wett, s is kaaner mehr in Gieße, Der bei sei muß, wenn wo was los: Ob Kirmes odder Scheiweschieße, Ob Gäulsmarkt odder Fußballschdiel, Regatta odder aach Radrenne.
Eich glaab, er töt, wenn's aam eifiel. Ihn abzuhaale — nix wie schenne. Kaa Fackelzug zog bord) de Schtadt Un kaa Schtzvrreutechor mttScheese, Das er noch nett gesehe hat Un wo er nett dabei gewese.
Kva KrämermaM nett gebt vorüber, Kaa Metzelsupp, kaa Walb!partie, Je größer 's Drunner un bes Driewer, Er hipp-t cnet bis an die Knie.
Kaa Regewetter halt em ab, Kaa Hitz nett jun auch kaa. Gewitter, Es bringt em hechstens not in Trab Das Glatteis un sei Schiviegermütter. Weil Wittmmm er vorher gewese Un er mich dann zum Weibe krooch, Hatt' er die eine schon besesse. Die amtete, die bracht eich ihm nod> Besomtersch in sei'm (Element Is er, wenn Mrmesse schtattfinne. Fort muß er, wenn die Sonn aach brennt Ihn ufs (ei n Kvpp von vorn un hinne. Ob Wissig, Rodheim odder Meder.
Ob Krofdorf, Heucl-echeim UN Rüdge,
Trohe, Annerod — doch lieber Sieht er die Watzebürner Madche. In Lahftern is er aach dehaam. In Klaalinne gerab so wie in Hause, Dort kennt er jede Eppelbaam lln jede Wertschaft drin un drauße. Ju Bosich un in Garweteich> In Staadach, Wißmer, Dutehofe Mskiert er manche Mrmesschtreich^ Wenn er Gesellschaft hat getroffe. Uit tanze tut er aach noch gern, Er darf nor Heern e Gießkann rapple. Da hilft kaa Halte, leucht kaa Schiern, Die schlechtste Fleet bringt ihn zum ZaMe. E Wunner is, daß in den Jahr'n, Die er hott uff sei'm ahle Ricke, E Mensch noch Karresell kann fahr'n Un in der Schaukel "läßt sich dricke. Lack die Schießbude sucht er uff, — Doch schoß er noch kaa Chrebecher — Schteckt uff sei" Hut e Fedder druff, Hängt Affe sich in die Knopplecher, Bor Lache kennt er sich verreiße. Wenn in dem Porzenellekaste Der Kasper tot hägt dutzendweise Die Mißgebierter, die verhaßte.
Am Glicksrab is er aach ze sinne. Muß manche Kreuzer ba beboppche. Doch tut er weiter nix gewinne Wie ab un zu e Kaffeekoppche. Un Schoppe petzt er, bis zu vier Uf aam Sitz net sich in de Mage; S'is viel zu viel, er muß dafür En Affen druff nach Gieße trage. Beim Jugendfest da will er aach Sich mit de Junge amesiere; Er zählt bis dahin schon die Tag' Spricht von de Weg, die dahin führe. Sei ahler Kopp, des graue Tippe Malt aus sich schon das Werschtcheschnappe, Das Ballspiel un aach des Sackhippe Un wie die annern Schpielcher klappe. Nu, werd' ihr frage, wer is der. Der hier so sehr wird dorchgehechelt. Der Fährtche macht die kreuz un quer, Noch wenn die Sache schief gehw, lächelt. Wenn ihr ihn kenne lerne wollt. Beim Jugendfeste ganz gewiß. So merlt, daß wer am meiste tollt, Mei "Ahler, un kaa amtrer is.
Eich wünsch Ihne viel Vergniege, erwähne Se aber mei’m Ahle sei Fährtche in Ihre Festbericht net mit.
Es grießt Sie freundlichst
Fraa Hannewackell
Danöel uni) Verkehr. Volkswirtschaft.
Der Kampf um die Hibernia. Zu einem Kampf zwischen Berliner Großbanken gestaltet sich die von der preußischen Regierung beabsichtigte Verstaatlichung der Bergwerksgesellschaft Hiber nia. Tie in den Plan ein» geweihte Dresdener Bank richtet Zirkulare an ihre Kundschaft, worin sie sich bereit erklätt, in der Generalversammlung, die am 27. ds. über das staatliche Ankaufsgebot entscheidet, die Vertretung von Aktien im Sinne der Verstaatlichung zu übernehmen. Auf der anderen Seite versenden die Berliner Handelsgesellschaft, S. Bleichröder und das Bankhaus Trinkaus- Tüsseldorf an ihre Kunden Rundschreiben zur Uebernahme der Aktienvettretung gegen das Angebot der Regierung. Bei der Gegenpattei stehen auch der Vorstand und ber Aufiicbtsrat der „Hibernia", die bereits durch Erklärungen in den Blättern eine „Flucht in die Oeffentlichkeit" antreten und u. a. den Vorwurf erheben, daß die Absicht der Verstaatllchung mehrere Wochen vor der Veröffentlichung der Dresdener Bank bekannt gegeben wurde, die ihrerseits zu einem erheblich niedttgeren Preffe unter dem staatlichen Angebot einen bedeutenden Aktienbesitz den Hi- bernia-Aktionären erworben habe. Ist einmal der Weg der öffentlichen Erklärungen beschritten, dann pflegt sich eine Offen-' Herzigkeit an die aridere zu reihen. Doch die Hauph'ache ist: tinrb die Verstaatlichungsoffette in der Generalversammlung durchgehen? An der Börse bezweifelt man einstweilen, daß die preußische Regierung ober die Dresdener Bank die zur Mehrheit erforderliche Anzahl Aktien der Hibernia hinter sich haben werden. Der preußische Haudelsmirnster Möller ist in Düffeldorf .eingetroffen, vermutlich um dort, wo die entscheidende Generalverscnnmluüg stattfindet, persönlich das Terrain zu rekognos'zieren. Denn nun das Verstaatlichungsangeboi ab* gelehnt wird, pras dann? Tie „Nationalztg." .bemerkt, an- scheineich inspjttert, daß damit die Angelegenheit kaum eudgiltig erledigt sein werde. „Die durch das staatliche Angebot außer- ordewlich gestejgetten Kurse würden dann wohl alÄald wieder weichen, und es bliebe dabei immer noch die Möglichkeit offen, unter der Harrd zu günstigeren Zeiten (also biNiger!) den Aftien- Ankauf für den Fiskus sottzusetzen und die Verstaatlichung dadurch, zu sichern."
Dortmund, 2. Aug. Die Handelskammer in Dortmund richtet an den Minister für öffentliche Arbeiten, Budde, ein Sckrreiben, worin sie den Wunsch ausspricht, daß die Linie Dortmund-Schwerte-Letmathe als Teilstrecke einer direkten Eisenbahnlinie Münster resp. Dottmmü>Frankfutt a. M. im Jntereffe sowohl des Handelskammcrbezirkes als im Interesse fast der ganzen westfälischen Industrie wie des Sieg und Lahngebietes bis hinab nach Franksutt a. M. mit möglichster Beschleunigung in Angttff genommen werden möchte.
Mniversttäls-Hlachrichten.
(hc.s Pros. Dr. Hering, ber ausgezeichnete Physiologe, Kgl. sächs.. Geh. Medizinalrat unb österr. Hofrat, feiert am 5. August in Leipzig seinen 70. Geburtstag. Hering wirkt seit über vier Jahrzehnten als akademischer Lehrer.
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