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3.6.1904 Zweites Blatt
 
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den Konsumenten zu bringen, dazu geführt, Niederlagen allerorts zu errichten, welche durch den bestehenden Zwischen- Deutsch-amerikanische Petroleum-G.'sel sh ast behauptet in handel das Produkt an die Verbraucher absetzen. , Die ihrer Darlegung an das Ministerium, daß es lediglich die Agitation der Firma Nowack & Sohn in Gießen sei, welche die Meinung der Handelskammer beeinflusse und dadurch der Ansicht Vorschub leiste, als wolle sie, die Ge- ellschaft, ein Monopol hcrbeiführen und dann für ihr Zrodukt höhere Preise verlangen. Das Ministerium, Ab­teilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe hat bei den Handelskammern Bingen, Gießen, Worms, Friedberg, Mainz, Offenbach ?c Rückfrage gehalten, welche einstimmig anerkennen, daß die Deutsch-amerikanische Petroleum-Gesell- chaft mehr oder weniger eine Ringbildung anstrebe, um den Zwischenhandel auszuschalten. Trotzdem sprechen sich einige der Handelskammern, u. a. auch Friedberg und Offen­bach, dahin aus, im Interesse der gleichen Verteilung von Licht und Schatten der Gesuchstellerin die Anlage eines Pe­troleumlagers zu gestatten, wenn man deren Konkurrenten eine solche Anlage anzulegen erlauben würde.

Tas Ministerium hat die Angelegenheit an das Kreisamt zurückverwiesen, damir dieses, gemeinsam mit der Stadt­verwaltung diese nc-chs »einmal prüfen solle. Der Ober­bürgermeister, welcher in der Sache eingehend berichtet, teilt mit, die Baudeputation habe einen Antrag nicht zu

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Landwirtschaft.

Marburg, 2. Juni. Gestern vormittag fand im Restaurant Seebode der Unterverbandstag der Rai ff eisen k ässe für den Kreis Marburg statt, worüber wir derHess. Landesztg." einige Mitteilungen entnehmen. Von den 20 Vereinen sandten 17 Berichte ein. Die höchste Mitgliederzahl, 170, hat der Verein Münchhausen. Die Spareinlagen der 17 berichtgebenden Vereine betragen 985 731 Mk. An Darlehen wurden ca. 600 000 Mk. ausge- g^ben. Sämtliche Vereine haben Guthaben bei der Zentrale wenige nur Schulden. Von den Ortsvereinen hat Ebsdor mit 82 000 Mk. das höchste Guthaben. Die größten gemein­schaftlichen Bezüge hat Ellnhausen mit ca. 12000 Mk. auf­zuweisen. Hierauf machte Verbandsdirektor Rexrodt Mit­teilungen aus dem Genossenschaftswesen. Es sei allerdings ein Fortschritt der Raiffeisensache vorhanden, doch nicht in dem Maße, wie man es wünschen möchte. Die grop.e Mehr­zahl ver vereine wirb durchaus gut, ein Teil aber auch mangelhaft verwaltet. Vom Bezüge eigentlicher Konsum­artikel hat man sich» fern gehalten, sondern sich nur mit

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nicht erhoben wird.

Der Fluchlinienplan für Neue Baue ist mit einigen kleinen Aenderungen vom Ministerium genehmigt worden, wovon der Oberbürgermeister der Versammlung Mitteilung macht. Stadtv. E m m e l i u 8 fragt an, wie lange dec ür die ganze Gegend unwürdige Zustand der nun vollständig zur Ruine gewordenen Krachenburg noch dauern werde. Der Oberbürgermeister erklärt, daß, nachdem der Fluchtlinien­plan genehmigt sei, er sehr bald Wandel in der Angelegen­heit herbei führen werde.

Gegen den Fluchtlinienplan für die Schwarz- l ach haben Stadtv. Loeber, Bender Erben, Georg Bender III. und Louis Brömer Einspruch erhoben. Loeber erklärt, er sei durch die ganze Art der Straßenanlegung sehr geschädigt. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß von einem Schaden Loebers gar keine Rede sein könne; dieser habe in der Schwarzlach 27 133 Quadratmeter Gelände liegen, von denen 71,4 Prozent Bauland und 26,6 Prozent Straßenland werde. Durch den Stadterweiterungsplan für jene Gegend mache Loeber ein gutes Geschäft, denn früher landwirtschaftliche^ Gelände werde wertvolleres Bauterrain. Die Stadt Gießen, als der größte Grundbesitzer in der Schwarzlach, müsse von ihrem Besitz sogar 30,2 Prozent als Straßenland abgeben; dagegen sei eben nichts zu machen. Die erhobenen Einsprüche werden als unbegründet abgelehnt.

Die Befestigung der verlängerten Bismarck st raße muß wegen der Benutznahme der Universitäts-Bibliothek ge­schehen. Diese soll wegen der Kanalisation einen provisorischen Charakter erhalten, womit die Stadtverordneten auch ein« verstanden sind.

Die angeregte Regelung des Fuhrwerksverkehrs in der Wolkengasse wird vorerst vertagt und soll so lange nicht erfolgen, bis die Straßensperrungen, welche jetzt wegen der Kanalisation an der Tagesordnung sind, aufgehört haben.

Das Treppenhaus für die Burg in den Gießen (altes Schloß), welche jetzt im Entwurf vom Architekten Hof­mann vorliegt, wird zur Ausführung von den Stadt­verordneten gutgeheißen. Der Oberbürgermeister hofft, daß die noch vorhandenen, früher schon für diesen Pau bewilligten Mittel ausreichen und daß der Bau, soweit er für da? Museum bestimmt ist, zum Herbst fertig gestellt sein wird.

Die Abhaltung des Jugendfestes in diesem Jahre wird von der Versammlung gut geheißen.

Für die Reinigung einer in der Aliceschule unterge­brachten Klasse der höheren Mädchenschule werden 50 Mk. gefordert und bewilligt.

Die Gießener Omnibus-Gesellschaft hat im am gelaufenen Rechnungsjahr einen Fehlbetrag von 577.77 Ml. zu verzeichnen, welcher Betrag zu decken ist. Tie Versalmw lung genehmigt dessen Uebernahme auf die Stadtkasse.

Die Gesuche um Wirtschaftsbetricb: a. Max Ias- ko wsky für denLöwen", b. Georg Löhr für Aster­weg 7, c. Heinrich Heyne für Aquarium, d. Adam Dietz für Bahnhofstraße 34, e. Ph. Reitzel für den Ner- bau (Ausdehnung des Wirtschaftsbetriebes >, L A n t o n Koch für denPerkeo", g. Joh. Schelt für das Ueber- nachtungsgebäube und h. W Schilthauer für Bleiai- straße 5 werden bejahend erledigt, da cs sich nur um Uebergänge handelt. .

Die Versammlung ist mit der Bezahlung von Grund zur Auffüllung der Bismarck st raße einverstanden (Quadratmeter 90 Pfg.). Ebenso auch mit der freihändigen

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liefen.

G. Büdingen, 2. Juni. In ein sonderbares Dilemma geriet der hiesige Kriegerverein. Am 2., 3. und 4. Juli findet die Einweihung der neuen Fahne statt. Zur Ueber- reichung derselben und einer Fahnenschleife wurde in einer Versammlung hiesiger Jungfrauen eine Israelitin durch das Los bestimmt. Auch gab es der Zufall, daß die die Fahne iin Festzuge tragenden Damen ebenfalls meistens Jüdinnen sind. Der Ausschuß hat nun, um Unzufriedenheiten vorzu­beugen, angeordnet, daß die Ueberreichung der Schleife durch die Israelitin, die der Fahne jedoch durch eine Christin er­folgen soll.

Wiesbaden, 2. Juni. Der Gesamtschaden, der durch das verheerende Feuer auf dem Grundstück des Herrn Chr. Kalkbrenner angerichtet wurde, soll sich, wie nach und nach festgestellt werden konnte, auf 7 00 000 Mk. be­laufen. Bedeutend in Mitleidenschaft gezogen ist die Kunst­druckerei Isenbeck. Hebet eine Million zum Versandt fertig­gestellter Ansichtspostkarten und gegen 400 000 im Drucke befindlichen Postkarten sind ein Raub der Flammen geworden; außerdem sind sämtliche Maschinen und alle anderen zur Herstellung von Ansichtspostkarten erforderlichen Werkzeuge verbrannt, u. a. eine photolithographische Schnellpresse im Werte von 75 000 Mk.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Das Fest der silbernen Hochzei: feierten gestern in Klein-Linden der Bahnarbeiter August Feisel und seine Ehefrau. Auf der oberhessischen Bahn­strecke Gießen Gelnhausen soll nun auch die Bahn­steigsperre eingeführt werden; gegenwärtig wird an den Ab­sperrungszäunen gearbeitet. _______________

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? Groß-Felda, 2. Juni. Ein schönes Fest, daS seiner großen Teilnehmerschaft nnv-rgeßlich bleiben wird, wurde gestern in unserer Gemeinde gefeiert, das fünfzig­jährige Amtsjubiläum des allgemein beliebten Lehrers Schmirmund. Fahnen grüßten von den Häu­sern, Festschmuck zierte das Schulhaus und in reizender Festdekoration prangte der große Festsaal des Völzingschen Gasthauses, der nachher über 200 Festgäste faßte. Die offizielle Feier eröffneten die Vertreter der Großherzoglichen Kreisschulkommission, indem Kreisrat Tr. Melior dem Ju­bilar das ihm von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog ver­liehene Philippskreuz überreichte. Glockenklang und Orgel­ton riefen hiernach die Festgäste zur Kirche, die sich bald mit einer großen Zahl Kollegen des Jubilars, Freunden und Verehrern selbst aus weiter Ferne und zahl­reichen Gemeindegliedern füllte. Pfarrer Staubach hielt hier eine von Herzen kommende, zu allen Herzen dringende Festpredigt. Nach dem erhebenden Gottesdienste begaben sich Behörde wie Festgäste zum Schulsaalc. Hier begrüßte Kreisschulinspektor Mathes in herzlichen Worten den Ju­bilar, rühmte seinen Fleiß und seine Treue im Amte und sprach ihm im Namen der Großh. Kreisschulkommission seinen wärmsten Tank aus für die gewissenhafte Pflicht­erfüllung. Dekan Sauerwein-Alsfeld verlas ein sehr huld­volles Schreiben des Großh. Oberkonsistoriums und über­brachte dessen wie auch der Dekanatssynode beste Glück­wünsche. Bürgermeister Völzing überreichte namens der Ge­meinde ein prachtvolles Plüschsopha, Lehrer Döring-Wind­hausen im Auftrage des Lehrerbezirksvereins einen präch­tigen Plüschsessel; einen ebensolchen der Vorstand des Ge­sangvereins, welch letzteren der Jubilar so viele Jahre ge­führt und noch führt. Ter Direktor der Sparkasse, Beigeord­neter Völzing, übergab dem Jubilar als Gründer und 40- jährigem Sparkassenrechner eine wertvolle goldene Uhr mit Kette. Alle diese Geschenke wurden unter den herzlichsten Worten der Verehrung und Anerkennung der Verdienste des Jubilars überreicht. Der Ortspfarrer Staubach über­brachte den Dank des Kirchenvorstandes, dem der Jubilar als langjähriges Mitglied angehört, und zwei Schulkinder aus der Klasse des Jubilars überreichten Geschenke unter Hersagung von schönen Gedichten. Tief gerührt dankte der Jubilar für alle Gaben, für alle Anerkennung seiner Dienste, für alle liebende Verehrung. Unter Vorantritt der Schuljugend und einer Musikkapelle ordnete sich ein Festzug zum Durchzug durch die Ortsstraßen, worauf alle Teilnehmer sich versammelten zur gemeinsamen Festtafel im Völzingschen Saale. Die Reihe der Toaste eröffnete Kreisrat Dr. Melior, der ein Hoch auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog ausbrachte. Stehend sang darauf die große Festversammlung die Nationalhymne. Nun feierte Kreis­schulinspektor Mathes in ausgezeichneter Rede die hohen Verdienste des Jubilars. Wie der Redner die hohe Auf­gabe des Lehrerberufs schilderte und wie er zeigte, daß dieser Aufgabe der Jubilar nach allen Beziehungen gerecht geworden ist, konnte nicht ohne tiefen Eindruck insonderheit auf die zahlreiche Lehrerschaft bleiben. Rektor Weiffen­bach toastete auf die Großh. Kreisschulkommission, Dekan Sauerwein feierte die gesunden Beziehungen zwischen Kirche und Schule, denen der Jubilar stets gerecht geworden sei. Beigeordneter Völzing pries die Verdienste des Jubilars als Sparkassenrechner. Großen Beifall ernteten die poeti­schen Vorträge des Pfarrers Georgi und des Apothekers Gerber. Ein Doppelquartett von Streichmusik rmter be­währter Führung des Lehrers Schwartz-Ober-Ohmen neben einer Musikkapelle verschönten den Verlaus der Festtafel. Ebenso trugen zur Unterhaltung bei die Liedervorträge des Lehrers Gromm und die humoristischen Soloszenen der Lehrer Sitzler und Schön, sowie die Gesänge des Architekten Kockerbeck, des Leiters der hiesigen Gewerbeschule. Der in solch hohem Maße gefeierte Jubilar dankte nochmals, dabei einen kurzen Rückblick aus seiner langen Wirksamkeit gebend. Zu erwähnen sind noch die vielen Glückwünsche, die während des Festmahles telegraphisch und brieflich ein-

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Die Deutsch-amerikanische Petroleum-Ge­sellschaft war vor längerer Zeit um Dispens zur Er­richtung eines Petroleumlagers hinter der Margareten- hütte bei der Bürgermeisterei eingekommen, hatte aber gleichzeitig beantragt, ihr zu gestatten, unter dem Mittelweg eine Leitung hindurchzulegen, mittelst der das ankommende Petroleum vom Güterbahnhof nach dem Lager hingepumpt werden könne. Die Baudeputation hatte damals beantragt, dem Antrag zu entsprechen. Die Stadtverordneten hatten jedoch beschlossen, den verlangten Dispens nicht zu befür­worten und die Benutzung städtischen Eigentums (des Mittel­weges) für Zwecke dieser Gesellschaft abzulehnen. Die Gründe der Ablehnung sind früher mitgeteilt worden. Die Deutsch-amerikanische PetroleumgeseNschaft hat sich daran um die Genehmigung der geplanten Anlage an das Kreis­amt gewandt, doch hat auch der Kreisausschuß in der Sache ablehnend entschieden. Die Gesellschaft ist dann bei dem Ministerium vorstellig geworden. In einer zur Verlesung gekommenen Eingabe der Petroleum-Gesellschaft wird dar­gelegt, daß es ihr gar nicht darum zu tun sei, etwa ein Monopol zu erstreben, vielmehr habe lediglich das Inter­esse, amerikanisches Petroleum rein und unverfälscht an

teilen. Stadtv. Sch mall erklärt, daß die Mehrheit der befragten Handelsvertretungen in der Angelegenheit den Standpunkt der Versammlung teile: er müsse entschieden dagegen protestieren, wenn dem Ministerium gegenüber be­hauptet worden sei, daß die Ansicht der Firma Nowack und Sohn für die Mitglieder der Gießener Handelskammer in der Petroleumfrage bestimmend gewesen sei. Man habe ich seine Ansicht gebildet auf Grund der Aniichten fast des gesammten Handelsstandes in unserer Stadt, welcher mit dem Artikel Petroleum zu tun hat. Friedberg, resp. die dortige Handelskammer, könne ja der Deutsch-amerika­nischen Gesellschaft gegenüber tun und lassen, was es wolle, aber ob die dortige Handelskammer dem deutschen Geschäft damit diente, sei eine andere Sache. Beig. Georgi ver­tritt den Standpunkt, die Gesellschaft strebe ein Monopol an, welches man im Interesse der Konsumenten bekämpfen müsse. Die Stadt hat keine Veranlassung, der Festsetzung der Gesellschaft in Gießen die Wege zu ebnen durch "Befür­wortung des erbetenen Dispenses und noch viel weniger, indem man zugibt, daß eine öffentliche Straße zu einer Rohrverbindung für das geplante Petroleum-Lager be­nutzt wird. Fast einstimmig lehnt darauf die Ver- ammlung die Anträge der Gesellschaft (Befürwortung des Dispenses und Erlaubnis der Rohrlegung durch den Mittel­weg) ab.

Der Erwerber der Hirsch-Apotheke, Uhrmacher Otto Schmidt, beabsichtigt, deren Parterregeschoß zu Läden auszubauen. Es liegt eine schon früher festgesetzte und genehmigte Baufluchtlinie für die Mäusburg auf dem Tisch des Hauses auf, wonach die Apotheke und das Bergsche Haus int Fall eines Neu- oder Umbaues erheblich zur Straßenverbreiterung zurückgestcllt werden müssen. Die Baudeputation beantragt, weil mit dem Umbau das Charak­teristische des alten Holzhauses verloren geht, diesen Umbau n i ch t zu genehmigen. Beig. Georgi beantragt, den Punkt in der geheimen Sitzung zu beraten, wogegen ein Einspruch

dem Bezug landwirtschaftlicher Maschinen und Futtermittel befaßt. Die Absicht des Händlertums, in Berlin eine Protest­versammlung zu veranstalten gegen das sogenannte agra­rische Genossenschaftswesen, zeige, daß sich dies als ein Preisregulator im Interesse der Landwirtschaft erwiesen habe. Gerade deshalb müsse man um so fester zusammen­halten. Man muß sich wundern, welcher Schund oft gerade den kleinen Bauern aufgehalst wird, und gerade sie müssen dazu veranlaßt werden, untersuchen zu lassen, damit sie das Geld nicht oft geradezu verschwenden. Vom Ockers­häuser Verein wurdte darauf hingewiesen, daß man dort unzufrieden sei mit einer durch die Filiale bewirkten Kar­toffellieferung. Sie seien angefault gewesen. Der Ver­bandsdirektor bemerkte hierzu, daß die Kartoffeln direkt von einem als gut bekannten Produzenten in Hannover bezogen worden seien. Der Produzent müsse den Schaden tragen. Ter Verein solle nur feststehen, denn hinter ihm stehe die Filiale, die auch einen Teil der allenfallfigen Prozeßkosten tragen werde. Pfarrer Dippel -^Vollmars- hansen hielt alsdann einen Vortrag über die sozialen Auf­gaben der Raiffeisenorganisation. Als solche bezeichnet er zunächst die Erhaltung des Mittelstandes, damit er nicht hinabsinkt in die große Masse der Bcsiblosen. Es gilt, den bedrohten Existenzen mit Kapital beizuspringen, damit sie aus Wucherhänden befreit würden. Raiffeisen hat das große Verdienst, für die Landwirtschaft aufklärend gewirkt zu haben. Vom Wert des Genossenschaftswesens müsse noch jeder überzeugt werden, handelt es sich doch vornehmlich darum, dem kleinen Besitzer dieselben Vorteile zu bieten, die der landwirtschaftliche Betrieb sich leisten kann: Be­schaffung von Maschinen. Da in vielen Orten, namentlich in der Nähe ber Städte, die Raiffeisenvereine aus Ar- beitern bestehen, so sind für diese die Pfennigsparkassen einzurichten. Unter den Arbeitern gibt es eine Menge streb­samer Leute, für die es gelte, ein eigenes Heim zu be­schaffen. In jedem Dorfe müsse ein Raiffeisenhaus ein­gerichtet werden, in dem die Leute zusammenkommen könn­ten, um ihre Angelegenheiten zu besprechen. Ein großes Werk ist das der K 0 r n h ä u s e r, durch die noch der ge­samte Kornhandel hindurchgeleitet werden muK. Ter Verbandsdirektor teilte mit, daß er im nächstenRaiffeisen- boten" einen Fall aus dem Kreise Marburg behandeln werde, in dem einGüterschlächterauseinemDorf allein 30000 Mk. bei einem Gutsverkauf eingeheimst habe. Er bat um Unterstützung der von der Landwirtschaftskammer an die Regierung und das Abgeordnetenhaus zu richtenden Petition, zu dem alten hessischen Gesetz zurückzukehren, daß niemand ein Gut kaufen und verkaufen darf, ber es nicht selbst zu bewirtschaften gedenkt. Einer in diesem Sinne vorgeschlagenen Resolution wurde zugestimmt.

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Schon um 8 Uhr (aal des Ev. Verein- Pfarrer Lic. Grüne! Tie Verhandlungen s ral Kayser aus Jyti hatten sich dazu Hohenlohe-Lair der Präfident des Ko tretet des verbindet 3 di io anbei eingei Handlungen zu spar giußungsanivrachcn. ber aus Grasenha:

Kitzunq der Stadtverordneten.

Gießen, den 3. Juni 1904.

In ber gestern nachmittag vom Oberbürgermeister er­öffneten Stadtoerordneten-Versammlung teilte dieser mit, daß er aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums des Direktors der medizinischen Klinik, Prof. Dr. Riegel, diesem die Glück­wünsche der Mitglieder der städtischen Verwaltung aus­gesprochen habe, für welche Aufmerksamkeit der Jubilar in einem längeren Schreiben seinen Dank ausgesprochen hat. Ebenso spricht der geschäftsführende Ausschuß des Nationalen Gesangswettstreits Gießen 1904 der Versammlung für die Stiftung der drei Ehrenpreise seinen Dank aus. Der Oberhessische Geschichtsverein hat im Pflanzgarten am Rödgener Weg aus römisch-germanischer Zeit wieder einige Funde (Geräte, welche wirtschaftlichen Zwecken dienen) ge­macht, welche den Sammlungen des Vereins einverleibt wurden, womit das Kollegium, vorbehaltlich des Eigentums­rechtes der Stadt, sich einverstanden erklärt.

Oberbgm. Mecum ladet die Mitglieder der Versamm­lung zum Dienstag k. Woche ein, einer um 10i/4 Uhr auf dem Hofe des Bürgermeisterei-Gebäudes geplanten Vor- ührung von Feuerlöschgeräten (Leitern) beizuwohnen, ich auch ferner einer am Mittwoch k. Woche, vormittags 8 Uhr in Aussicht genommenen Fahrt zur Besichtigung der neuen Queckborner Quellwasserfassung rc. anzuschließen. Ober­baurat Schmick wird hier eintreffen und sich mit nach Queck- born begeben. Am Abend dieses Tages wird er im Saale des Caf6 Ebel einen Vortrag über die Hausanschlüsse an unsere werdende Kanalisation halten. Beig. Georgi reg an, das Tatsächliche des Vortrages später im Druck erscheinen zu lassen.

Um die Befürwortung von Dispensgesuchen von den Bestimmungen der Bauordnung waren eingekommen: a) Ferd. Schmidt; er will auf seinem Hause Wetzstein­gasse 31 einen Giebel in Holzfachwerk errichten; b) Professor Dr. Mittermaier, welcher die vorgeschriebene 2 Meter breite Einfahrt an seinem Neubau Liebigstraße 36 fortfallen lassen möchte; c) Büttner u. Damm, welche außerhalb des Ortsbauplanes, in der Ederstraße, einen Neubau errichten wollen; ä) Jakob Müller V., der Besitzer desFeld­schlößchens", Rodheimerstraße, welches auch außerhalb des Ortsbauplanes liegt, will auf dem Grundstück einen Stall erbauen; e) die Eisenbahn-Verwaltung errichtet außer­halb des Ortsbauplanes an der Frankfurterstraße drei Doppel­häuser für ihre Beamten; f) Ludwig Hellmold will in der Schwarzlach (außerhalb des Bebauungsplanes) einen Schuppen errichten; g) ebenso Bauunternehmer H. Winn im Neustädter Feld. Allen diesen Anträgen wird ent»

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