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1S4 Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 128
Giehener Anzeiger
Lrfchetnt tSglld) mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen
Die heutige Mmmer umfaßt 10 Seiten
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11S MN mir durch die grünklare See den Meeresboden von''der 20 Minuten Bahnfahrt landeinwärts entfernten und 1619
Freitag 3. Jnrn 1904
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« Unwersitätsdruckeret. R. Lange. Gießen.
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.V.
Tel. Str. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen,
Die Eichener KamlNendlätter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Ans Stadt und Land.
Gießen, den 3. Juni 1904.
•• Oeffentliche Anerkennung einer edlen Tat. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben dem Schüler Heinrich Altvater, Sohn des Kirchendieners Philipp Altvater in Schotten, in Anerkennung der von ihm am 12. Januar d. I. mit Mut und Entschlossenheit vollzogenen Rettung der Schülerin Auguste Merz, Tochter des Jean Merz in Schotten, vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie zu verleihen geruht.
** Das Großh. Hess. Regierungsblatt Nr. 1b hat folgenden Inhalt: 1) Oeffentliche Anerkennung einer edlen Tat. — 2) Bekanntmachung, Vorarbeiten für elektrische Bahnlinien von Kastel nach Kostheim-Gustavsburg, von Weisenau nach Laubenheim und von Mombach nach Budenheim und nach Gonsenheim betreffend. — 3) Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Rechnungsjahr 1904 genehmigten Umlagen der Kommunalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Groß-Gerau. — 4) Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1904 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse in den zu dem Steuerkommissariatsbezirk Offenbach gehörenden Landgemeinden des Kreises Offenbach. — 5) Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1904 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Lauterbach. — 6) Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1904 genehmigten Umlagen der Kommunalbedürfnisse der Stadt Mainz. — 7) Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1904 zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden
des Kreises Darmstadt genehmigten Umlagen. — 8) Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Kalenderjahr bezw. Etatsjahr 1904 zur Erhebung genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürftuffe der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Heppenheim. — 9) Konkurrenzeröffnungen.
•• Turnerisches. Der Gauausschuß und Turn- ausschuß des Gaues Heffen war am Sonntag in der Turnhalle der Realschule versammelt und stellte in Anwesenheit der Bczirksturnwarte die Pflichtübungen für das Gauturnfest, in Usingen fest.
*• Eine Ausstellung von Erzeugnissen und Bedarfsartikeln der Bäckerei, Konditorei und verwandten Gewerbe soll vom 18. bis 28. Juni in Mannheim veranstaltet werden. Auf dem Ausstellungsplatze herrscht schon jetzt reges Leben und Treiben. Aus der Größe der Anlage ersieht man, wie man uns schreibt, jetzt schon, daß es eine Fachausstellung gibt, welche an Ausdehnung und Reichhaltigkeit jedes andere derartige Unternehmen in Schatten stellen wird. Auf dem Platze vor dem Zeughaus sind jetzt schon die große Maschinenhalle, die Halle, in welcher die Firma Werner u. Pfleiderer aus Cannstatt ihre Erzeugnisse ausstellt, der Pavillon der Vereinigung Süddeutscher Handelsmühlen und die Entreegebäude fertig gestellt. Ebenfalls im Rohbau fertig ist die große Halle auf dem Platze hinter dem Zeughaus, in welcher vier Backöfen im Betriebe vorgeführt werden. Die östliche Ouerhalle, unter welcher ebenfalls vier Backöfen erbaut werden, ist im Aufbau. Die im Bau befindlichen Backöfen sind schon sehr vor- angeschritten. Aus der Art ihrer Ausführung und des dazu verwendeten Materials ersieht man, daß hier das Beste der modernen Backofentechnik vorgeführt werden wird. Im großen Zeughaussaal sind die Handwerker in fieberhafter Tätigkeit, für die verschiedenen Ausstellungsobjekte und Arrange- ments die nötigen konstruktiven Unterlagen zu schaffen. Die mit der Ausstellung verbundene Lotterie ist mit großen und vielen Preisen dotiert. — Wir glauben nicht, daß auf der Ausstellung kleine Brädchen ausgestellt werden, und diese im übrigen eigenartige und intereffante Ausstellung wird wohl leider kaum entscheiden, ob der Stadtverordnete Schmall neulich recht hatte, als er meinte, die Herren Bäcker fabrizierten immer kleinere Brödchen.
-s- Bleichenbach, 2. Juni. Der hiesige Gastwirt Grauling fand heute, kaum 1 Meter tief, in seinem Hofe einen wohlerhaltenen, künstlerisch ausgeführten Grabstein, 1 Meter breit und 2 Meter hoch; der obere Teil ist leider etwas beschädigt, der mittlere und untere Teil sind erhalten. Beson- ders leserlich ist die Schrift, welche lautet: „Allhier ruhen die Gebeine des hochehrwürdigen und sachgelahrten Herrn Johann Heckart, Pfarrer zu Bleichenbach, geb. 20. Mai 1677, hat gelebt in der Ehe 32 Jahre, erzeuget 9 Töchter, 2 Söhne, davon leben noch 7 Töchter, starb selig d. 1. Mai 1740. Aetatis 63 Jahre 2 Monat 20 Tag, seines Amts im 33. Jahre. Dulde, Leide, Liebe, Meide, Glaube, strecke bis zur Freude." Dem Großh. Kreisamt Büdingen ist von dem Funde Anzeige erstattet worden.
Hose und einem Kattuntuch, dem Sarong, bekleidet. Nur die Keinen Kinder der Armen erfreuen sich größerer Freiheit: die Knaben tragen ein kurzes, vorn offenes, die Schamteile frei lassendes Jäckchen, während die kleinen Mädchen selbst das Jäckchen verschmähen, dagegen an Stelle des Feigenblattes in deutschen Museen ein hübsches großes Metall- oder Muschel-Herz tragen, welches an einem um die Lenden gelegten Kettchen befestigt ist.
Von Makassar resp. Celebes bis I a v a gelangten wir innerhalb 3 Tagen am 30. März nach Tandjong Priok, dem Hafen
kurz gewesener Aufenthatt auf Java zu dem schönsten Teck der Tropenreise per „Prinz Sigismund". Ein IVsstündiger Eisenbalm- Abstecher nach Buitenzorg, der Residenz des Niederländischen General-Gouverneurs, ermöglichte uns, den wertvoll st en aller botanischen Gärten der Welt zu besuchen, der 1817 von Reinwardt angelegt wurde.
Weiter ins Land hinein ist die neunstündige Bahnfahrt zu dem von zahlreichen tätigen und toten, bis 2800 Meter hohen Vulkanbergen umgebenen Javaner Städtchen G a r o e t äußerst lohnend, wo wir im Hotel der Frau Dr. Rupert ein deutsch-reinliches, freundliches Unterkommen fanden und die Ostertage in herrlichster Naturschönheit zubringen konnten. Rundfahrten um den von ge- werbsleißigen Javanern wimmelnden Ort, durch die Reis- und Maisfelder, die zahlreichen Tee-, Tapioka-, Kaffee und Kakao- Plantagen, durch die sauberen Ortschaften zu den verschiedenen kleinen Seen, ferner Ausflüge nach den warmen Quellen Tjipana, sowie Besteigung der Krater „P a p a n d a j a n" und „G o e n- to er" oder Jagdpartien zur südlichen Küste der Preanger Regentschaft, zur Erlegung von Tigern, Rhinocerossen, Pantern, wckden Büffeln re., bilden für den Touristen eine Reihe von Abwechslungen auf dem Zentral-Plateau von Java.
Der Norddeutsche Lloyd hat mit der holländischen Paketfahrt- Gesellschaft die schätzenswerte Vereinbarung getroffen, daß die Sydney-Singapore-Billete zur Unterbrechung der Reise in Batavia zur Fortsetzung mck einem wöchentlich ein- bis zweimal fahrenden holländischen Dampfer berechtigen. Jedem Passagier, bet sich für Javanisches Volks- und Kulturleben und landschaftliche Schönheiten interessiert, ist eine solche Reiseunterbrechung von mindestens 10 bis 14 Tagen anzuempfehlen. Die Hitze in Batavia erschien uns weniger drückend als auf Neu-Guinea; in Buitenzorg und Garoet war der Aufenthalt geradezu erquickend kühl.
Unsere Landleute sind ziemlich zahlreich unter dem Handelsstand vertreten, doch muß man der holländischen oder malayischen Sprache mächtig sein, um sich verständlich zu machen.
Der Gasttichkeit eines rheinischen Landsmannes und angesehenen Importeurs, Herrn W. S...... verdanken wir viele
schätzenswerte Mitteilungen und angenehme Stunden, und scheiden von Java mit dem inneren Bedauern, daß diese und die zuvor besuchten holländischen Besitzungen nicht deutsch sind! Eine zweitägige Fahrt, mit kurzem Anhalten an der Zinn-Insel Bckleton, führt uns nach Singapore, der Endstation der beiden Nordd. Lloyddampfer „Prinz Sigismund" unD „Prinz Waldemar".
Singapore wurde 1819 vom damaligen englischen Gouverneur Sir Stamford Raffles gegründet uno sür England erworben, als dieses Java wieder an Holland abgab. Es i|t heute ein unschätzbar wichtiges Tor nach dem fernen Osten und bietet mit feiner über 200 000 köpsigen Bevölkerung von Malayen, Indiern, Arabern und Chinesen ein r.ges, buntes Leben. Heber Singapore wie Penang und Colombo, wohin uns der Nordd. Lloyd-Dampfer führt, um uns auf die Originalroute des Retourbillcts zurückzubringen, kann fich der Reisende in vielen guten Buchern orientieren, es bildet der Aufenthalt auf Ceylon einen würdigen Abschluß der vom Lloyd ermöglichten Rundreise Colombo—Ausiralien—Neu- Guinea—Niederländisch Indien—Singapore—Colombo.
Eine Erhebung der Mongolei gegen England
glaubt das „Berl. Tagebl." vermuten zu können. Es läßt sich von einem Petersburger Korrespondenten schreiben: Aus der Stadt Kobdo in der nördlichen Mongolei weiß der stets gut informierte Korrespondent der „Nowoje Wremja", Nossilow, der sich das ganze Jahr in den verschiedensten Teilen Asiens aufhält, sehr charakteristische Dinge zu melden, die jenseits des Kanals größtes Interesse Hervorrufen iverden, aber auch für die ganze Lage in Asien äußerst bezeichnend sind. Unter den
mehrerer holländischer wie deutscher Dampfer bekundete das Aufblühen dieser Niederlassung, die seit 1846 Freihafen ist. Hier betreten wir zum ersten Male einen typisch malayischen Ort und lassen jede Erinnerung an die Papua-Rasse hinter uns.
Der M a l a y e ist nur mittelgroß, aber untersetzt und kräftig, hat braune Hautfarbe und schwarzes straffes Haar; er ist ruhig und friedlich, fast träumerisch angelegt, während der Papua größer, schlanker, dunkler in Hautfarbe, lebhafter und demonstrativer ist.
Makassar besteht aus mehreren langen, engen Straßen, — den Malayen- und Chinesen-Vierteln — und einer Anzahl breiter, schattiger Alleen mit dem Europäer-Viertel. Das dichte Leben und Treiben in den Eingeborenen-Stadtteilen erinnert an bereits Gesehenes in Colombo. Die altwürdig aussehende Militärkaserne, deren Insassen meist half-easts und Malayen sind, ist von einem Festungswall umgeben. Ein holländischer Gouverneur verwaltet die Kolonie, dem an anderen Plätzen wiederum ein „Resident", „Assistent-Resident" oder „Kontrolleur" unterstehen. Ein großer lustiger Klub (die „Harmonie") bot uns seit dem 2. März zum ersten Male Gelegenheit, uns über die Tages- resp. Wochenereignisse zu orientieren, denn seit unserer Abreise von Australien war Makassar die erste Telegraphenstation, die wir erreichten. Auch war es der erste Tropenplatz, wo zweirädrige kleine Ponny- Wagen Gelegenheit zu größeren Rundfahrten in die von Reisfeldern, Kokosnußbaum- und Bananen-Pftanzungen umgebenen Eingeborenen-Vororte bot. Auch ist ein Besuch beim König von Goa, einem eingeborenen Häuptling, recht lohnend. Die Wohnungen der Malayen sind weit civilisierter als solche der Papuas und bestehen aus auf Pfählen aufgebauten Bambushäusern, die sich von dem sie umgebenden dichten Grün malerisch abheben und mit dem bunten, vielköpfigen Straßenleben ein höchst anziehendes Bild bieten. .Die meisten Eingeborenen sind mit einer kurzen
Sidney-Singapore via Aeutsch-M«-Kuinea.
Reise-Notizen von E. T. (1904). (Schluß.)
Von Berlinhafen am Abend des 19. März abdampfend, fahren wir 3 Tage zwischen zahlreichen Inselgruppen und der holländischen Neu-Guinea-Küste entlang und passieren am 22. März die enge und von dicht bewaldeten Inseln umschlossene Wassersttaße zwischen der Salawai-Jnsel und der westlichsten Gebirgsspitze von Neu-Guinea. Nun steuern wir südlich um die Ceram-Jnsel herum auf die Banda- Inselgruppe nach Westen hin, welche dereinst die Perle der M o l u k k e n genannt wurde. Ein Bild unvergleichlicher Schönheit entbot sich uns am Nachmittag des 23. März bei per Einfahrt zum Hafenort Banda-Neira. Tie üppig bewaldeten Ufer traten dicht an beide Seiten unseres „Prinz Sigismund" heran, der in spiegelklarer See langsam seinen Landungsplatz suchte, zur Rechten erinnerte uns ein steil aufragender rauchender Berg/egel daran, daß wir immer noch im Bereich der vulkanischen Inselwelt sind; zur Linken liegt das von einer kleinen holländischen Feste überragte Städtchen Banda. Ein malerisches Bild entbot das bunte Publikum am Pier, das neben einigen Weißen aus einem Wirrwarr von Papuas, Malayen, Chinesen, Arabern, Javanesen und half-easts aller Arten bestand.
Die Urbewohner, — so sagt die Geschichte der Inselgruppe — wurden unter dem holländischen Regime, das hier im 17. Jahrhundert an Stelle der Portugiesen trat, ausgerottet und Banda wurde mit arbeitwilligen Insulanern anderer Gruppen neu bevölkert, welche für die im Jahre 1602 gegründete holländische „Ostindische Compagnie" die Muskatnuß-Plantagen bebauen mußten. Letztere Gesellschaft hielt lange Zeit das Monopol für den Muskatnußhandel, der bis auf den heutigen Tag die Seele des sonst nicht bedeutenden Handelsverkehrs auf der Banda- Gruppe bildet.
Eine Promenade durch das reizende Städtchen hinauf zum Papenberg mit seinen dichten Muskat-Pflanzungen, deren Bäume wiederum durch hochstämmige mächtige Kanarienbäume beschattet sind, sowie eine Nachenfahrt zu den sog. „Korallengärten" gehörten su unseren lohnendsten Ausflügen. Unter den Korallengärten versteht man die Uferfeite der gegenüberliegenden Vulkan
buntfarbigen Bleiartigen Korallen, Muscheln, Seesternen und jenem See-Geffer und -Gewächs wimmeln sahen, von dem das berühmte Aquarium in Neapel eine reichhaltige und belehrende Sammlung enthält Neben der Muskatnuß findet man auf Banda auch Kokosbäume, Zuckerrohr, Armnas, Bananen re..
Ein Bierabend im holländlschen Klub brachte uns in Berührung mit dem Regierungsvertreter sowie den wenigen holländischen und deutschen Residenten dieses reizenden Ortes, dessen Handel aber momentan infolge der gedrückten Preise für Muskatnüsse nicht besonders blühte.
Stach weiierer dreitägiger Fahrt in westlicher Richtung und zwischen grünöewaldeten Inselgruppen hindurch erreichten wir am Palmsonntag, den 27. März, den Hafenplatz Makassar auf Celebes. Die Anlage eines großen Kais und die Anwesenheit
Mongolen, den Anhängern des großen Buddha macht lief) schon seit einem Monat eine sonderbare Erregung bemerkbar, deren Ursache uns Russen lange unbekannt war. Anfangs nahm man an, daß diese Erregung auf. den russisch-japanischen Krieg zurückzuführen ist: doch allmählich hat sich derganze Fall/ trotz des schweigsamen Charakters der gelben Rasse, schnell geklärt. Die Anhänger der Religion Buddhas sind durch aus Lhassa stammende Nachrichten aufs höchste beunruhigt. Das erscheint bei der großen Heiligkeit Lhassas für die Buddhisten auch durchaus verständlich. Alle diese die Mongolei beodb= fernben kriegerischen Reiter- und Nomadenstämme, welche durch zahlreiche aus Lhassa ausgesandte Lamas zum heiligenKneg gegen England aufgewiegelt werden, bereiten sich zu etwas Außerordentlichem vor. Hier spricht kein Mensch von einem Kriege zwischen Rußland und China, sondern alles nur von einem Kriege zwischen England und China, der in Westasien im Ausbruch ist. Es ist ein starkes geistiges Band, das alle diese Mongolenstämme an Lhassa bindet, und sie scheinen bereit, dem Hilferuf aus Lhassa Folge zu leisten und der Stadt ihrer Heiligtümer ihren bewaffneten Beistand leihen zu wollen. Heber das Vorgehen der englischen Expedition ist man in der ganzen Mongolei, obwohl es weder Post noch Telegraph gibt, auf das genaueste unterrichtet, und man muß sich wundern, mit welcher Geschwindigkeit alle Nachrichten hierher gelangen. Jetzt kann es keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die Handlungsweise Englands in Tibet eine Erhebung der Mongolei Hervorrufen wird. Diese Erhebung wird sich vis an unsere Grenzen erstrecken, doch hat Rußland nichts von ihr zu fürchten, da ihm die Mongolen nicht feindlich gesinnt sind.
Politische Tagesschau.
Die euglffch-sranzöfische Konvention.
Im Londoner Unterhaus hielt bei der 2. Lesung des Abkommens, die ohne Abstimmung angenommen wurde, Premierminister Balfour eine Rede, in der er auch die auswärtige Politik Englands beleuchtete. Er führte aus: Im Laufe der Debatte wurde bemerkt, daß die Handelsbeziehungen in Marokko nur ein Menschenalter dauern sollen, aber ich bin überzeugt, daß die Diplomatie Europas mehr und mehr den Vorteil einer zeitlichen Begrenzung von Verträgen erkennen wird, weil sie ihnen offenbar Stabilität gibt Keine Regierung hat je einen besseren Abschluß mit einem Staat, der sich in einem Zustand wie Marokko befindet, gemacht Bezüglich der in der Debatte zur Sprache gekommenen Verwendung der französischen Flagge in Mas- cat und anderwärts ist es wahr, daß im vergangenen Jahre eine sehr schwierige Frage zwischen uns und der französischen Regierung entstanden ist. Ich bin erfreut, sagen zu können, daß unter Zustimmung beider Regierungen diese Frage dem Haager Tribunal zur Entscheidung überwiesen ist. (Allgemeiner Beifall.) Ich bin völlig außer stände, der Behauptung Sir Charles Dilles, daß der Vertrag ein vollständiger Umsturz der äußeren Politik Lord Salisburys sei, beizupflichten. Dille hat gesagt, der Vertrag sei unvereinbar mit irgend einer militärischen Allianz mit Deutschland. Ich habe aber nie gehört, daß eine solche Politik von irgend einer Partei angeregt worden sei, und sie bildete sicherlich keinen Teil der Polttik Lord Salisburys. Ich bestreite, daß das, was geschehen ist, unvereinbar ist mit einem freundlichen Abkommen mit Deutschland oder mit irgend einer anderen Machet. Die enormen internationalen Vorteile des Mkommens betreffend Neu-Fund- land werben bei weitem nicht genügend gewürdigt. Es gab Zeiten, wo der Frieden zwischen Frankreich und England fast an einem Faden zu hängen schien, und nur der Takt der Marineoffiziere der beiden Mächte an Ort und Stelle machte die Iltrcchter Abwachungen erträglich. Diese ewige Drohung ist, glaube iich jetzt beseitigt. Wir haben nicht nur keine englischen Interessen geopfert, sondern die britischen Interessen sind schon allein hinsichtlich des Handels in Marokko wesentlich durch das Abkommen gefördert. Balfour bezeichnet schließlich das Abkommen über Egypten als eine Erleichterung der großen philanthropischen und administrativen Aufgabe Englands und glaubt, daß auch die Geschichte dies Wommen einst billigen werde, und daß diese große Urkunde als der Beginn einer neuen glücklichen Zeit in den internationalen Beziehungen Englands werde betrachtet werden.
-gegründeten Hauptstadt von Nieder laut ff. jitoien: Batavia. Im europäischen Stadtteil „Weltevreden' bicicn mehrere gute Hotels jeden in den Tropen möglichen ftomfori. ^.ic prachtvollen breiten Anlagen, und die weiß blendenden, in blühenden Gärten liegenden luftigen Häuser zeugen vom Wohlstand oer Europäer, wahrend die Malayen, Javaner, Chinesen, Araber re. die untere Stadt und ihre vielen Vororte bewohnen und in Kleidung, Haltung, dem flotten Handelsverkehr eine höhere Kulturstufe verraten als die bis baljin auf unserer Tour angetroffenen Tropenvölker. Heber die unbeschreiblich schöne und üppige Natur Javas ist von berufener Seite so viel geschrieben worden, daß ich über Einzelheiten hinweggehe, zumal ich nicht in der Lage wäre, die vielen Naturgenüsse und anderweitig inttreffanten Studien, welche Java bietet, würdig zu schildern. Jedenfalls zähtt unser mck 8 Tagen viel zu
LrdcutticheS enstmädchen ort gejucht. 4825 iebigstraße 31, parterre.
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