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3.5.1904 Erstes Blatt
 
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| Es können Gewinne entfallen von

Der Klassenlotterie

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Verzeichnis der

G. Bähr, Tie C. Beäer, M E. Böcker, A" L. Diessenbm W. Ebel, M, G. Fayet, B F. Grüttner, W. Henn, T

W. Höfer, 1

Aus Stabt und Kaud.

Gießen, 3. Mai 1904.

* Taschenfahrplan. Wir weisen nochmals darauf hin, daß der Fahrplan der Strecke Butz­bachSich fo wesentliche Aenderungen erfahren hat, daß wir einen Nachdruck zum Einkleben in das Büchlein veranlaßt haben. Dieses Einklebeblatt ist in unserer Geschäftsstelle kostenlos zu haben.

Kurse für Volksschullehrer. An der Landes­universität beqinnt am 11. Mai der vierte Fortbildungskursus ür Volksschullehrer. Die Vorlesungen finden jeden Mittwoch nachmittag von 47 Uhr statt und dauern bis Ende Juni. Es lesen: 1. Prof. Dr. Groos: Einleitung in die Philo­sophie (Metaphysik, Erkenntnislehre, Psychologie, Güterlehre); 2. Prof. Dr. Hansen:Die Vegetation der Erde" mit ge­legentlichen Besprechungen im botanischen Garten; 3. Prof. Dr. Sauer: Bilder aus der deutschen Kunstgeschichte, Architektur, Plastik, Malerei.

DaS Museum desOberhessischen Geschichts­vereins wird fortan am 1. Sonntag nach Weihnachten, Ostern und Pfingsten von 24 Uhr nachmittags dem Publikum geöffnet sein. Die Besichtigung an diesen Tagen vormittags fällt dann aus. Das vor einigen Tagen von uns ver­öffentlichteEingesandt" sieht also seinen Wunsch in freund­lichster Weise erfüllt. Wir danken dem Verein für sein schnelles Entgegenkommen.

Sängerkranz. Wie wir hören, wird die Beteiligung bei dem Ausfluge des Sängerkranzes nach Weilburg am nächsten Sonntag eine derartige, daß es ratsam ist, die noch rückständigen Anmeldungen unverzüglich an den Vorsitzenden gelangen zu lassen, bevor die Liste geschlossen wird. Bei etwas günstiger Witterung wird es eine äußerst lohnende Partie werden.

** Weshalb spielt man vorzugsweise gern in der Hessisch-Thüringischen Staatslotterie? Wie sich bei Vergleichung der verschiedenen Gewinnpläne der deutschen Staatslotterien und der von einer Aktiengesellschaft betriebenen Ungarischen Klassenlotterie für die in Betracht gezogenen Gewinnsorten die Gewinnaussichten für die Spieler gestalten, ist unanfechtbar zutreffend in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

V'd'cu, An

lung schloß sich ein gemeinsames Mittagessen.

N. B. Darmstadt, 2. Mai. Eine scharfe Strafe wurde heute von bei: hiesigen Strafkammer abermals einem nichtsnutzigen jugendlichen Baumfrevler zuteil. Der 1887 in Gerns heim geborene Taglöhner Jak. Grüll war am 11. März d. I. auf dem Johanneshof beschäftigt ge- ivesen und hatte dabei von seinem Arbeitgeber sehr reich­lich zu trinken bekommen. Er war daher natürlich auch leicht zu duncmen Streichen auferlegt und hieb- auf der Heimkehr zwischen Gernsheim und Hühnlein ganz sinnlos mit einem Beil auf hie jungen Obstbäumchen ein, wodurch ein Schaden von ca. 20,75 Mk. entstand. Der Staatsanwal: beantragte als Sühne für diese Roheit 3 Monate Ge' fängnis. Das Urteil lautete auf 2i/r Monate. 31 der seit einiger Zeit hier herrschenden Selbstmord« manie ist heute mitzuteilen, daß der 40 Jahre alte Ober- rechnungsrevisor A., der vor einigen Tagen sich durch einei Revolverschuß in die rechte Schläfe zu töten versuchte, un) zwar lediglich aus nervöser Ueberreizung, im städtischem Krankenhause gestern den Folgen seiner Tat erlegen ist " Ein seltenes Schauspiel bot sich heute vornntta; aus dem hiesigen Meßmarkt dem Publikum dar. M einer der Verkaufsbuden auf dem Schillerplatz war plötzttc? Feuer ausgebrochen und dasselbe griff so schnell um fick, daß man bie Bude zusammenschlagen mußte, um die fayr der Weiterverbreitung des Feuers zu beseitigen. Da- den Marktbesuchern ohne Entree bereitete Schauspiel lockte natürlich eine zahlreiche Menschenmenge an.

sd- Darmstadt, 2. Mai. Der Sonderausschuß zue Prüfung der Wahlrechtsvorlage trat am Dienstag den 2. Mai unter Vorsitz des Geh. Renierungsrats Haa. wieder zusammen. Sollte eine endgiltige Einigung nickt zu stände kommen, so dürfte der Zusammentritt des Plenums der Kammer überhaupt bis Herbst verschrb.n werden, da in einigen Abgeordneten-Keeisen wenig Neigung mehr für einen demnachstigen Zusammentritt besteht, zudem weitere wichtige Beratungsgegenstände nicht spruchreif smo.

R B. Darmstadt, 3. Mai. (Eigener Drahlbericht) Schon wieder sind hier zwei Selbstmorde vorgekommen. Gestern abend erhängte sich ein 62jähriger Mann in seiner Wohnung am Marienplatz, und heute vormittag i/28 Uhr wurde ein 22 jähriger Laufburchse im großen Wocg ausgefunden, der sich einen Rev olverschu ß in die rech e Schläfe beigebracht und sich rückwärts ins Wasser gt- stürzt hatte.

Frankfurt, 2. Mai. Das Mordwerkzeug, toc» mit die wegen Raubmordes Angeklagten Groß und Sta ,* forst den Klavierhändler Lichtenstein ermordet haben solle?., ist gestern abend von einem Wagnermeister an der Kreuzung

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machen. Das Pferd scheute wahrscheinlich vor dem mitge­nommenem Hund, warf den Reiter ab. der mit dem Fuß im Bügel hängen blieb und ins Feld geschleift wurde. Wahrscheinlich hat er dabei noch Hufschläge auf Kopf und Brust erhalten. Ein des Weges kommender Fuhrmann lud den Verletzten auf und fuhr ihn zum Arzte, der einen Schädelbruch konstatierte und die sofortige Ueberführung in die Klinik zu Gießen an ordnete. Der Verletzte blieb bewußt­los; sein Zustand ist lebensgefährlich.

)( G r o ß - E i ch e n , 2. Mai. In der durch unsere Mesen fließenden Ilsbach wurde in voriger WocheForellen- b r u t" eingesetzt und zwar durch die Forstakademie zu Gießen im Beisein des Großh. Forstinspektors unserer Oberförsterei. Ter von Höckersdorf kommende Ilsbach eignet sich durch sein Quellwasser, steiniges Wasserbett und mit Erlen be­pflanzte Ufer ganz vorzüglich als Forellenbach. Mit der Einsetzung von Forellenbrut in die benachbarte Ohm hat man die besten Ergebnisse zu verzeichnen. Während dort vor Jahren die Forelle gar nicht vorkam, der Weißfisch aber recht häufig, hat sich jetzt dieses Verhältnis fast vollständig umgekehrt.

(!) Mücke, 2. Mai. Auf den Wächter des Dampfsäge­werks derVogelsberger Holzindustrie" hier wurde in der Nacht auf Sonntag ein U e b e r f a l l ausgeführt. Ein Mann aus dem benachbarten Merlau überfiel den Wächter und schlug auf ihn ein. Der Ueberfallene setzte die Gendarmerie von Ruppertenrod telgraphisch in Kenntnis, worauf diese noch in der Nacht den Täter feststellte. Es liegt ein Rache­akt vor, der seine Beweggründe in einer Anzeige des Wäch­ters wegen Holzdiebstahls hat.

sd. Darmstadt, 2. Mai. Die Landwirtschaft­liche Genossenschaftsbank hielt heute im Kaisersaale hier unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Geh. Regierungs- rats Haas, ihre 20. ordentliche Generalversammlung ab, die aüs allen Landesteilen gut besucht war. Zunächst er­folgte die Vorlage der Bilanz, der Verlust- und Gewinn- Rechnung, sowie des den Vermögensstand und die Verhält­nisse der Bank entwickelnden Berichtes des Vorstandes für das Geschäftsjahr 1903, woran sich der Bericht des Aufsichts­rates über die Prüfung der Jahresrechnung, der Bilanz und der Vorschläge des Vorstandes zur Gewinnverteilung und die Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 1903 schloffen. Sie fanden ohne Debatte einstimmige Annahme. Es folgte der Antrag des Auf­sichtsrats, betr. die Gewinnverteilung: Aus dem Geschäfts- erträgnis von 1903 = Mk. 64 815.61 ist 1. dem Reserve- sond laut Gesellschaftsoertrag mit dem 20. Teil Mk. 3241.28

überweisen, so daß bleiben Mk. 61 584.33, hiervon sind 2. den Aktionären 4 Prozent zu geben, und zwar auf 1100 vollgezahlte Aktien 1. Serie ä Mk. 200 Mk. 220.000 (Mk. 8 für die Aktie) = Mk. 8800, auf 780 vollgezahlte Aktien 2. und 3. Serie ä Mk. 1000 = Mk. 780 000 (Mk. 40 für die Aktie) = Mk. 31 200, auf 500 zu 30 Prozent eingezahlte Aktien 4. Serie Mk. 150 000 für 1/2 Jahr = 6 Mk. pro Aktie = Mk. 3000, zu- sammen Gewinn - Anteil der Aktionäre Mark 43 000;

ferner von dem alsdann noch verfügbaren Gewinn von Mk. 18 584.33, zuzüglich des Gewinn-Vortrags von 1902 mit Mk. 2625.89, also von dem verfügbaren Ueberschuß von: zus. Mk. 21210.22; 3. Den Reserven zu überweisen: 25 pCt. dem gesetzl. Reservefond, Mk. 5 302.56, 25 pCt. der Betriebs» rücklage, Mk. 5 302.56, zur Abrundung der Reserven auf Mk. 150000 dem Reservefond 8 524.16 Mk. 19 029.28 Mark, von dem verbleibenden Betrag von Mk. 2 080.94 werden der Beamtemvohlfahrtskasse des Reichsverbands der Deutsch. Landw.-Genossenschaften Mk. 500 zugewendet und als Gewinn-Vortrag auf neue Rechnung überschrieben Mark 1580.94. Der Antrag sand ebenfalls Annahme. Dem Vor­stand und dem Aufsichtsrat wird einstimmig Entlastung er­teilt. Die laut Statut ausscheidenden Mitglieder des Auf­sichtsrats: Heuerling, Kaufm. Wimpfen, G. Kalbhenn, Guts» des. Vilbel, I. Schmidt, Gutsbes. Guntersblum werden wieder, und für den zurückgetretenen Oekonomierat Ramge-Ueberau Prof. Dr. Hönig-Michelstadt neugewählt. An die Verfamm-

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Ausland.

Rom, 2. Mai. DieTribUna" meldet: Während der Anwesenheit des Präsidenten Loubet in Rom sandte der Vatikan allen Nuntien in Europa eine heftige Protestnote^egen die neue schwere Beleidig­ung des Hauptes der katholischen Kirche.

Wien, 2. Mai. Ab geordnetenhaus. Der Pra- ident ordnete, da er die Beschlußfähigkeit des Hauses nicht konstatieren konnte, den Namensauftuf der Abgeordneten an, welcher Beschlußfähigkeit ergab. Die Tschechisch-Radi­kalen, welchie nach dieser Erklärung den Saal betraten, riefen ununterbrochen: Schwindel! Schande? Jn- zwischen wurde mit der wörtlichen Verlesung des Ein- gufes begonnen.

Wer sich der Mühe unterziehen will, diese Tabelle nach­zurechnen, wird darauf aufmerksam gemacht, daß die große Prämie der Schlußklasse von 500 000 Mk. nur fo, wie sie nach § 8 des Plans in den meisten Fällen zur Auszahlung gelangen wird, also in ihrer Verteilung, in Rechnung gestellt worden ist.

s. Maifeierausdem Hohen rodskopf. Um den Wonnemonat in würdigster Weise einzuleiten, hatte sich eine Anzahl Herren vom Nordost- und Südwestabhange des Vogelsberges am Abend des 30. April auf dem Gipfel des Hohenrodskopfes zusammengefunden. Nachdem man sich von den Strapazen des Weges erholt hatte, wurde ein mächtiger Reisighaufen aufgetürmt. Gegen Mitternacht wurde er unter Gesängen und Ansprachen angezündet, und warf nun seinen Schein weit in die Lande hinaus. Ein ftöhliches Zusammensein im Klubhaus des V. H.-K. schloß sich an; Klaviervorträge mit und ohne Begleitung des Bumbasses" wechselten mit Liedern des Silcher-Quartetts- Lauterbach ab. Die meisten der Teilnehmer blieben im Klubhause über Nacht, um sich die Fernsicht des nächsten Tages von luftiger Höbe aus nicht entgehen zu lassen.

)( Grüningen, 1. Mai. An unserer Kirche sollen größere Renovierungsarbeiten vorgenommen werden. Lehrer Hornberger von Großen-Buseck wurde hierher versetzt.

b. Friedberg, 1. Mai. Der Pferdehändler Hinkel von Reichelsheim fuhr heute mit seinem Bruder und zwei Bekannten auf einem erst vor fünf Wochen gekauften neuen Wagen von Reichelsheim nach Friedberg. Als er Fauerbach erreicht, brach das Gefährt plötzlich auseinander, als wenn es mit einem Meffer geteilt wäre. Der Hinterteil rollte den Berg hinunter, während der Vorderwagen mit den Pferden stehen blieb. Niemand wurde verletzt.

§ Rockenberg, 2. Mai. Das vierjährige Töch­terchen unseres Mitbürgers Johannes Kling II. ver­unglückte Ende letzter Woche dadurch, daß es im dtachbar- hause während des Alleinseins in der Küche an der Feuer­ung sich zu schaffen machte, wobei das Kleidchen des Kindes in Brand geriet. Jammernd vor Schmerzen eilte das Mädchen nach dem Elternhause, wo es sofort die erste Hilfeleistung erfuhr; allein trotz der raschen ärztlichen Behandlung erlag das bedauernswerte Kind gestern seinen Verletzungen.

w. Nidda, 2. Mai. Gestern verunglückte der Pro­visor unserer Apotheke auf einem Ritt nach Salzhausen. Er hatte sich ein Pferd geliehen, um einen Spazierritt zu

1. Kl. . , .

Aus dem Heere ausgeschieden und in der Schutztruppe für Südwestafrika angestellt ist v. T ü m p l i n g, Lt. im 2. Großh. Feldart.-Regt. Nr. 61.

München, 2. Mai. Admiral v. Tirpitz ließ an den .Prinzregenten eine telegraphische Meldung von dem glück­lichen Stapellaufe des KreuzersM ü n ch e n" aus Bremen gelangen. Hierauf richtete der Prinzregen folgendes Telegramm an den Staatssekretär:Für .©irrer Exeellenz gütige Mitteilung über den glücklichen ! Stapellauf des durch meinen vielgeliebten Sohn auf den Flamen der Haupt- und Residenzstadt München getauften ^Kreuzers freundlich dankend, gebe ich meiner aufrichtigen .Freude hierüber mit dem Wunsche Ausdruck, daß dem 'schönen Schiff eine glückliche Zukunft beschieden sein möge, (gez.) Luitpold." Der Prinzregent richtete ferner an den Bürgermeister v. Borscht ein Telegramm folgenden ^Inhalts:Die Huldigung, welche die bei dem Stapellau des KreuzersMünchen" anwesenden Vertreter der baye 'rischen Haupt- und Residenzstadt in treu anhänglicher Ge­sinnung mir darbrachten, habe ich mit aufrichtiger Genug­tuung begrüßt, und erwidere ich dieselbe mit meinem wärmsten Dank. Es erfüllt mich mit auftichtiger Freude, daß ein deutsches Kriegsschiff dazu berufen ist, den Namen 'der Hauptstadt München zu führen, und gern gebe ich dabei der Hoffnung Ausdruck, daß der Kreuzer München stets zum Ruhme und zur Ehre der deutschen Flotte beitragen wird, (gez.) Luitpold." Auf das von den Vertretern der Stadt München aus Bremerhaven an den Kaiser gerichtete Telegramm ist folgende Dr ahtantwort ein- gegangen: Der Kaiser und König haben sich über den fteund- lichen Gruß der Vertreter der Hauptstadt Bayerns anläß­lich des Stapellaufes des KreuzersMünchen" gefreut und lassen für den Ausdruck treuer Wünsche für das neue Schiff und die dasselbe in willkommener Weise vermehrte deutsche Kriegsflotte vielmals danken. Seine Majestät ersehen aus der freundlichen Teilnahme, welche die Benennung des -neuen Kreuzers im Bayernlande gefunden hat, mit Be- friediaung, daß die Ueberzeugung von der Not­wendigkeit eine.r starken deutschen Flotte Nord und Süd unseres Vaterlandes in gleicher Weise durchdringt. Auf allerhöchsten Be- Ml: v. Lucanus.

Abgeordnetenhause legte dem Abg. Memk, der sich für Abschaffung des Reichstagswahlrechtes aus­sprach, nahe, seinen Austritt aus der Fraktion erklären zu wollen. _ , , . ,

Nach derOstpreuß. Ztg." ist die beschleunigte Rückkehr des Kaisers aus Italien durch Aus- streuungen der französischen Presse veranlaßt worden. IN französischen Blättern wurde nämlich darauf hingewiesen, daß die Anwesenheit .Kaiser Wilhelms in Italien während des Besuches des Präsidenten Loubet den Zweck habe, auf Italien einen gewissen Druck zu g unsren des Dreibundes auszuüben. Ms der Kaiser Kenntnis von diesen Taktlosigkeiten erhielt, soll er beschlossen haben, die Heimreise von Venedig aus anzutreten. (Wir glauben kaum, daß der Kaiser derartige Schreibereien auf seine Ent­schließung einwirken lassen wird.)

Das Zustandekommen der sogenannten kleinen nanzreform, der Lex Stengel, gilt in Reichstags- und Bundesratskreisen für g e s i ch e r t. Wenigstens in der^-orm, m welcher die Budgetkommission das Konzept des Reichs- schatzsekretärs umkorrigiert hat.

Köln 2. Mai. Infolge der bevorstehenden Losung der Frage der Umgestaltung des Deutzer Bahnhofes find Mich die Verhandlungen der Stadt Köln mit dem Fiskus bezüglich derDeutzerEntfestigung einen bedeutsamen Schritt vorwärts gekommen. Wie dieKöln. Ztg." hort, ist das Projekt des Kriegsministeriums, das gesamte Arsenal des heutigen Festungsgürtels einschließlich der großen Ka­serne an die Stadt Köln zu verkaufen, noch nicht ansge- geben. Städtischerseits sind bereits seit längerer Zeit dies­bezügliche vertrauliche Unterhandlungen gepflogen worden, doch scheiterte ihr Abschluß an der Höhe des vom Fiskus geforderten Preises. Würde der Plan perfekt, so wurde die Festung geschleift und der äußere F-estungsgiürtel die iGrenze der Stadt bilden. .. r w .

Straßburg, 2. Mai. Die elsaß-lothrmgische Regier­ung ließ dem Landesausschuß den neuen Rheinkanal- entwurf zugehen. Der Entwurf schätzt die Kosten pir .den Kanal Straßburg-Lauterburg auf 22 Millionen, für die Abzweigung nach Maximiliansau auf 251/2 Millionen, nach Sondernheim auf 30 Millionen. Die Regierung wünscht 'den Kanalbau bis Sondernheim. Die Kommission erklärte, daß grundsätzlich der Staat, nicht Private bauen sollen. Tie Regierung macht den Bau des Kanals von der Gewähr­ung von Kanalabgaben, sowie von der Gewährung von Beiträgen der Interessenten abhängig. Die Kommission des Landesausschusses faßte eine Resolution, die reichslandische Mgierung solle mit der bayerischen Regierung ins Be­nehmen treten, ob und unter welchen Bedingungen baye- rischerseits der Bau des Kanals von Straßburg nach Son­dernheim von Lauterburg ab auf pfälzischem Gebiet ge- stattet wird._______________________

Keer und Ilotte.

Generalleutnant v. Eichhorn, der neu­ernannte kommandierende General des 18. Armeekorps in Frankfurt a. M., wurde im Jahre 1866 zum Sekondeleutnant im 2. Garde-Regiment z. F. ernannt und erwarb sich im Feldzuge 1866 das Militärehrenzeichen L Kl. Im Feldzuge 1870/71 erhielt er das Eiserne Kreuz 2. Kl. und wurde 1871 bis 1874 zur Kriegsakademie komman­diert. Nachdem er 1873 zum Premierleutnant ernannt war, wurde er 1876 zur Dienstleistung beim Großen General­stabe kommandiert und im folgenden Jahre zum Adjutanten der 60. JnfanterieVrigade in Metz ernannt. 1879 zum Kom- pagnieches ernannt, kam er 1883 in den Generalstab der 30. Division in Metz und im folgenden Jahre in den General­stab des Großherzogs von Baden, des Generalinspekteurs der 5. Armeeinspektion. 1886 zum Major befördert, kam er 1888 wieder zum Großen Generalstabe, hierauf zum Generalstabe der 2. Division in Danzig, des 1. Armeekorps in Königsberg und des 17. Armeekorps in Danzig. 1891 wurde er Oberstleutnant und Llbteilungschef im Großen Generalstabe. Im folgenden Jahre wurde er Generalstabs- ches des 14. Armeekorps in Karlsruhe und in dieser Stell­ung 1894 Oberst. Hierauf wurde er Kommandeur des Leib- Grenadier-Regiments Nr. 8 in Frankfurt a. O. und dann Chef des Generalstabes des 6. Armeekorps in Breslau. In hieser Stellung wurde er 1897 Generalmajor und 1898 /Kommandeur der 18. Jnsanteriebrigade in Liegnitz. 1901 wurde er als Generalleutnant zu den Offizieren von der Armee versetzt und zugleich mit der Vertretung des erkrank­ten Kommandeurs der 9. Division in Glogau Beauftragt, zu deren Kommandeur er später ernannt wurde. General von Eichhorn erhielt beim letzten Ordensfest den Kronenorden

Staat

Einsatz (Los­preis)

Mk. 40 000 und mehr

Mk.10 000Mk.1000 bis 39 000 bis 9000

mehr als das Doppelte des Einsatzesnach Kürzung des Abzuges

Braunschweig Hamburg Lübeck Mecklenburg Preußen Sachsen Ungarn

Hessen-Thüringen

Mk.144

, 144

144

, 144

200 250 136 (St 160) Mr. 168

auf je

10 000 Lose

7 929

5 000

7 509

8 960

8 333

9167 ,

5 000

auf je 4545 Lose 3700 2500 6923 , 2333 3448 4400 ,

2040 ,

auf je

106 Lose

121 ,

174 ,

146

50 ,

53

203

52 ,

auf je 55 Lose 63 76

141

25

51

38

20 ,