Ausgabe 
3.5.1904 Erstes Blatt
 
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Telephonischei» Kursbericht«

An die Versal

Generalvertrieb: C. KOCH, BERLEBURG.

Emil Fischbach.

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Bismarttstraße 6a.

Telephon 249.

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SVe0^ Hessen . . . . 3 Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente . .

41/6% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4°/o Italien. Rente . . . 4Va % Portugieser , . . 80/i» Portugiesen.....

1% C. Türken . . . . Türkenlose......

4% 0riech. Monopol.-AnL 41/,% äussere Argentiner

372% 3% 3%% 3%

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gestochene Spargel.

025761 Psslffer, Schiffenbergerweg.

fürchtrnrg Ausdruck gehen, daß uns die Syndikate über eine große Blüteperiode hinaus in eine Aera der Ausschreitung! hineinführen werden, etwa nach dem Muster des Morgan- schen Stahltrusts.

Bankenfusion. Tie Gerüchte von einer Anglieder­ung der Hamburger Kommerz -und Diskontobank an die Darmstädter Bank sind wieder aufgetaucht. Diesmal sollen sie auf guter Grundlage beruhen. Dazu bemerkt dieNeue Hamb. Börsenhalle": Trotzdem wollen wir bemerken, daß, obwohl auf manchen Seiten bas Be­streben vorhanden ist, eine Annäherung zwischen den beiden Banken herbeizuführen, doch jedenfalls seitens der Kom­merzbank bisher kein Schritt unternommen ist, der fi$ in gleicher Richtung bewegte.

Märkte.

Gießen, 3. Mai. Marktbericht. Aus heutigem Wockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.001.15 Mk., Hühnereier 1 St. 56 Vsg.. 2 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 0000 Pfg., Enteneier 70 Psg^ Käse vr. Sick. 68 Pf.,' Kasematte 2 Stck. 56 Psg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen vr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar 0,80-1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,301,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,70 Mk., Enten pr. Stück 1,702,20 Mk., Gänse vr. Pid.OO70Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6268 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 6072 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6274 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 5074 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,007,00 Mk., Weißkraut per Stück 912 Pfg., per Zentner 0.000.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7,0010,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepsel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 00-00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg. Marktzeit 71 Uhr.

3°/o Mexikaner . . . 4%% Chinesen . . . Electric. Sohuckert . . Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . e Dresdener Bank . . , Berliner Handelsges. . Oesterr. Staatabahn . . Lombarden . . . Gotthard bahn .... Laurahütte ..... Bochum ...... Harpener.....

Tendenz: fest.

Versteigerung.

Die Versteigerung der Lacke, Farben, Pinsel, Rollenpapter u. s. w. findet nunmehr bestimmt Mittwoch den 4. Mai l. IS., nachmittags 2 Uhr, im Bieker'schen Saale statt. 4052

Geißler» Gerichtsvollzieher.

Technische Gummi- nnd Mch-Wnkck AnmiWuche3-°-^, Treibriemen sowie sämtliche technischen Artikel für maschinelle Betriebe.

fr'ranktnrt a. JB.» 3

Mai.

. 26.25

. 86.60 . 105.80 . 103 25 . 201.30 . 183.90 . 138.10 . 155.80 . 153.50 . 137.90 . 13.70 . 191. . 241.00 . 191.20 . 196.4s

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eichsverbands ) zugewendet w.l überschrieben | ahme. Dem Bei- nig Entlastung: itglieder be§ M . WM W* um werden wick" at Ramge-Urb^-

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Versammlung i( Zunächst w ' und Gewinn.

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Vorstandes sL ht des Aussicht?, der Bilanz und Teilung und die Jahresbilanz en ohne Debatte Antrag des Aus. - dem Geschastr. 1. dem Reserve. = Mk. 3241.29 33, hiervon sind und zwar m' = Mk. 220.000 780 vollgezablte = Mk. 780000 », aus 500 zu = Mk. 150000 Mk. 3000, zu.

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B Weber- und Richard Wamrer-Straße hinter der Werk­te gesunden worden. Es ist ein Kilostein mit gewölbtem )f, auf der Seite mit der aufgegossenen Aufschrift _2 Kg." versehen.

Hanau, 2. Mai. Direktor Dr. Hoffmann, der in der chemischen Fabrik Cassella u. Co. zu Fechenheim sein 25jähriges Jubiläum feierte, überwies zu Wohlfahrts­zwecken die Summe von 100 000 Mark, von der eine Stiftung von 60 000 Mark für die Unterbeamten-und Ar­beiter der Fabrik, eine Stiftung von 30 000 Mark für die Gemeinde Kchenheim zu gemeinnützigen Zwecken und eine Stiftung von 10000 Mark für den dortigen Kriegerverein für Unterstützungszwecke bestimmt ist.

Wetzlar, 2. Mai. Am Samstagabend hatte sich im Gasthof zum Dom" eine Anzahl Herren zwecks Gründung eines Spar-und Bauvereins für Arbeiterwohn- ungen versammelt, nachdem schon lange vorher die Vor­bereitungen dazu von Freunden der Sache in die Wege geleitet worden waren. Tie Gründung eines solchen Ver­eins wurde einstimmig beschlossen und ein provisorischer Vorstand gewählt, der oie Statuten bis zur nächsten Sitzung ausarbeiten soll. Schon jetzt sind 20 Mitglieder endgiltig für die Sache des Vereins gewonnen.

Kleine Mitteilungen aus .dessen und den Nachbarstaaten. Von dem neuen Theater in Frank­furt, das im Bahnhofsviertel errichtet werden und dessen Direktion Herr Otto Neumann-Hofer übernehmen sollte, äst es wieder still geworden. Es fehlen noch einige hundert­tausend Mark, und die Leute, welche diese Summe hergeben, haben sich noch nicht gefunden. Unterschlagungen in Höhe von ungefähr 40 000 Mk. hatte Georg Ziegler, ein langjähriger Angestellter der bedeutenden Schweinehandlung Koch, Treutlein u. Hessel in Frankfurt a. M. verübt. Jetzt ist der Firma von Ziegler als teilweise Entschädigung für den erlittenen großen Verlust ein Sparkassenbuch, auf das 6000 Mk. eingezahlt sind, sowie ein Schuldschein des Bruders Ziegler's über 2000 Mk. übergeben worden. Der Besitzer des »Hess. Hofes in Butzbach teilt uns mit, daß der plötz­liche Tod eines Branntweinfabrikanten, von dem wir be­richteten, nicht in seinem Hause vorgekommen sei.

Universität Kietzen.

Verzeichnis der neu immatrikulierten Studierenden.

Medizinische Fakultät.

G. Bähr, Tierhlk., Reoven, Frankfurterstr. 61.

O. Becker, Med., Friedberg, Roonstr. 34.

E. Böcker, Med., Gelsenkirchen, Wolfstr. 2L

L. Dieffenbach, Med, Lich, in Lich.

W. Ebel, Med., Lorsch, Grünbergerstr. 8.

G. Fayet, Med., Gießen, Gartenstr. 26.

F. Grüttner, Tierhlk., in Braunfels.

W. Henn, Tierhlk., Braunfels, Hof Heisterberg.

W. Höfer, Med., Homburg v. d. H., Stephanstr. 11.

F. Hoth, Med., Berlin, Steinstr. 71.

W. Jaeger, Tierhlk., Woltershausen, Crednerstr. 12.

A. Kaufmann, Med., Morsbach, Crednerstr. 34.

K. Kockerbeck, Med., Gießen, Wilhelmstr. 5.

A. Kunst, Med., Höhr, Hofmannstr. 14.

F. Lauterbach, Tierheilk., Burscheid, Frankfutterstr. 22.

E. Lieske, Tierhlk., Guben, Nordanl. 31.

A. Lotz, Med., Hechtsheim, Bruchstr. 5.

F. Lucius, Tierhlk., Duisburg, Franksurterstr. 41.

F. Meyer, Med., Oberbauerschaft, Bahnhofstr. 30.

K. Molly, Med., Siegburg, Grünbergerstr. 3.

K. Nordmann, Med., Gießen, Westanl. 5.

H. Prediger, Med., pessen-Oldendott, Franksurterstr. 43.

W. Schlaudraff, Tierhlk., Rodheim a. d. B., in Rodheim.

K. Schlippe, Med., Mainz, Diezstr. 7.

E. Schneider, Med., Barmen, Eichweg 6.

A. Scholtyssek, Tierhlk., Königshütte, Frankfurter 40.

K. Seitz, Tierhlk., Laubach, Crednerstr. 14.

W. Sommer, Tierhlk., Mannheim, Bleichstr. 13.

O. Storck, Med., Lollar, Grünbergerstr. 28.

R. Walz, Tierhlk., Wolfschlugen, Bismarckstr. 17.

K. Wimmenauer, Med., Gießen, Franksurterstr. 24.

A. Wirth, Med., Wörrstadt, Grünbergerstr. 4.

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Vermischter.

* Kassel, 2. Mai. Schweres Hagelwetter dichtete im ganzen Merratal gewaltigen Schaden an. Die Baumblüte ist vernichtet.

* Hannover 2. Mai. Elstern ab'end tmirbc ein 18- jähriger Kaufmannslehrling, der falsche Fünfmark­stücke verausgabte, von der Polizei festgenommen. Er gibt an, vor einigen Tagen aus Berlin gekommen zu sein, seine jetzige Wohnung verschweigt er. Die Polizei ailaubt, daß er Mitglied einer Falschmünzerbande ist und fahndet nach seinen Komplizen.

* Halle a. S., Unbekannte Einbrecher stahlen während des gestrigen Gottesdienstes aus einem hie­sigen Juwelierladen 15000 Mark an Werts achen. Ter Bestohlene ist unversichert. Ein ähnlicher Diebstahl im Werte von 8000 Mark ist schon jüngst hier ausgeführt worden.

* Jena, 2. Mai. Der Leutn ant Graf De hm hat infolge schwerer langer Krankheit seinem Leben durch Er­schießen ein Ende gemacht.__

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Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst

Voraussichtliche Witterung in Heffen für Mittwoch, den 4. Mai 1904: Schwach windig, bei kälterer Nacht tagsüber etwas wärmer, meist heiter, zunächst wieder trocken.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Ilenelte Meldungen.

Originaldrahtineldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 3. Mai. Ter nationalliberale Abg. Professor Dr. Friedberg hat die von ihm nachgesuchte Ent­lassung aus dem preußischen Staatsdienst unter Er­nennung zum Geheimen Regierungsrat erhalten.

Berlin, 3. Mai. Ter neue bayrische Verkehrsminister v. Frauendorfer hat beim Staatssekretär des Reichspostamtes die Einführung des Postcheck-Verkehrs von neuem in Anregung gebracht.

F r a n k f u r t a. d. Oder, 3. Mäi. Jür Reichstagswcchl- kreise Frankfurt a. d. O.-Lebus kam eine Einigung aller bürge rlichenParteien auf den NationalliLs- ralen Bass er mann zu stände.

Rom, 3. Mai. Wie dasGiornale d'Jtalia/" aus Bari erfährt, hat der dortige deutsche Konsul, um phantasti­sch en Gerü ch t en über den abgebrochenen Besuch des deutschen Kaisers entgegenzutreten, die Mit­teilung gemacht, der Kaiser habe durch einen Kabinetts- Kurier wichtige Schriften erhalten, welche ihn veranlaßten, vor 4 sslhr morgens mit seinen Räten zu arbeiten und die sofortige Rückfahrt zu befehlen. Der Kaiser habe sein Be­dauern über seine plötzliche Abreise geäußert und >die Hoffnung ausgesprochen, in Begleitung der Kaiserin wieder zurückzukehren.

Rom, 3. Mai. In der Rumpelkammer eines MuseumS entdeckten zwei Kunsthistoriker ein seit Jahrhunderten gesuchtes Porträt des Kardinals Bembo von Tizian.

Petersburg, 3. Mai. Obgleich die letzten Meld­ungen besagen, daß der Kampf am Jalufluß fort­dauert, hat der Generalstab der Presse keinerlei Mitteil­ung zugehen lassen. In der Stadt verlautet, daß 2000 Russen getötet seien. Das Schweigen des Gienerab» stabes sowie die Privatnachricht, daß die Japaner eine bedeutende Uebermacht an Truppen, namentlich an Artillerie besitzen, gibt den Gerüchten neue Nahrung.

Tokio, 3. Mai. Ein russischer Offizier, welcher in japanische Gefangenschaft geraten war, erklärte, das Ar- tilleriefeuerderJapanerseidenRussenmör- deri sch geworden. Die letzten Telegramme berichten, daß Offiziere und Mannschaften einen großen Enthusiasmus über den Sieg an den Tag legen.

Bekanntmachung.

In das Handels-Register Abt. B wurde heute bezüglich der FirmaBank für Handel und Industrie Depositenkasse Gießen" eingetragen: Die Pro­kura des Edmuth Henel und des Wilhelm Krönig ist er­loschen. Max Magdeburg ist aus dem Vorstand ausge­schieden. Wilhelm Pfarrius, Darmstadt, ist als stellver­tretender Direktor bestellt. [4033

Gießen, am 2. Mai 1904. Großherzogliches Amtsgericht. WMch den 4. Mai l. Z.,

nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: Möbel aller Arten, 1 Regulateur, 2 Jagdgewehre, 1 Pianino u. a. m. 4014

Geißler, Gerichtsvollzieher.

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Kunst und Wissenschaft.

D i e Königin von Rumänien (Carmen Sylva) hat, wie berichtet wird, ein ihr gehöriges Schloß am Rhein zu einem Asy l für Sch ri s tst e l ter bestimmt, welche an ihrem Lebensabend nicht genügend Subsistenzmittel besitzen.

In dem Bericht über den Vortrag von Prof. Sommer bei der Jahresversammlung des deutschen Vereins für Psychiatrie (vgl. die vorige Nummer unseres Blattes) ent­hält der Schlußsatz ein Mißverständnis des Referenten, da Professor Sommer, wie derselbe uns mitteilt, von einer weitgehenden An­erkennung nicht gesprochen hat. Es wurden bei dem Vortrag eine Anzahl von Kurven durch Projektion gezeigt, welche die An­wendung der betreffenden Methoden in wissenschaftlicher und praktischer Beziehung erläuterten.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Die Aussichten unserer Industrie. Trotz­dem die Börse gegenwärtig wegen der Börsengiesetzdebatte sehr verstimmt war und noch ist, totrb speziell in ihren Organen der weiteren Entwickelung der deutschen In­dustrie ein ganz ungewöhnlich günstiges Prognostikon ge­stellt. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die In­teressengemeinschaft der beiden mächtigen Syndikate der deutschen Montanindustrie bereits große Resultate gezei­tigt hat. Eine kräftige Belebung der Industrie sei un­zweifelhafte Tatsache. Das Auslandsgeschäft hat sich so stark gehoben, sdaß im Export teilweise höhere Preise als im Fnlandsverkehr erzielt wurden. Viele meinen, daß die Tätigkeit der Syndikate noch in der ersten Entwicklung steckt und es fehlt sogar nicht an Beurteilern, die der De-

Hamburg, 2 Mai. Nach einer von dem Bureau Veritas" veröffentlichten Statistik sind in den März stür­men 68 Schiffe verloren gegangen, und zwar 44 Segelschiffe und 24 Dampfer, darunter drei deutsche. Außer­dem wurden 512 Schiffe durch Unfall beschädigt, darunter 61 deutsche.

* Bamberg, 2. Mai. Der Ren tamtssekretär Senf stürzte vom Ehrenbürgerfelsen in der fränkischen Schweiz ab und war sofort tot.

* Straßburg (Elsaß^, 2. Mai. Nachts nach 12 Uhr 30 Min. wurde hier und in aer Umgebung ein 30 Sekunden andauerndes ziemlich heftiges Erdbeben verspürt, das in der Richtung von Osten nach Westen ging. Nach Blätter- meldungen soll sich das Erdbeben auch im Oberelsaß bis in der Colmarer Gegend bemerkbar gemacht haben.

Hlniversttäts-Machrichten.

Professor Dr. Konstantin Höhlbaum. Mit Professor Konstantin Höhlbaum, der soeben in Gießen nach längerem Leiden gestorben ist, ist ein vornehmlich kritisch gerichteter Vertreter der deutschen Geschichtswissenschaft dahingegangen. Höhl- baum war ein Balte von echtem Schrot und Korn, zäh und hart­näckig in der Verfolgung dessen, was er als recht erkannt hatte. Seine ersten Forschungen galten der Aufhellung der älteren Ge­schichte seiner Heimat. Als der Hansische Geschichtsverein anfangs der 70er Jahre gegründet wurde, gehörte Höhlbaum mit seinem Freunde und Landsmann v. d. Rapp zu den ersten Mitarbeitern und erhielt den Auftrag, das Urkundenbuch der deutschen Hansa zu bearbeiten. Eine überaus große Zahl von Archiven hat er hierfür besucht und durchforscht. Drei Bände, deren erster 1876 erschien, sind von ihm selbst mustergiltig bearbeitet worden, während die Fortsetzung der Arbeit längere Jahre unter seiner persönlichen Leitung gestanden hat. Als Stadtarchivar zu Köln hat er in zehnjähriger Wirksamkeit seine Aufgabe in streng wissen­schaftlichem Sinne aufgesaßt. Er schuf die neue Organisation der ihm unterstellten Anstalt und wirkte unverdrossen unterstützt von jüngeren Kräften an der Neuordnung und wissenschaftlichen Verwertung der ihm anvertrauten reichen Schätze. In den ^Mit­teilungen aus dem Stadtarchiv von Köln" begründete er ein Organ, das die Ergebnisse der Ordnungsarbeiten und die daran anknüpsenden Studien den Fachgenossen erschloß. Weiterhin ermöglichte ihm die Gründung der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, bei welcher er sich neben Lamprecht und Mevissen ein hervorragendes Verdienst zu­schreiben durste, eine fruchtbringende, zielbewußte Tätigkeit für die rheinische Geschichte. Seit dem Jahre 1886 Vorsitzender der Gesell­schaft, hat er sich um die Verwirklichung ihrer Bestrebungen die größten Verdienste erworben. Diese belohnte ihn durch die Ernennung zum Ersten Ehrenmitgliede des Vorstandes. Die sorgfältige Ausgabe deS älteren Teiles des Buches Weinsberg, einer Kölner Chronik des 16. Jahrhunderts, ist die Frucht feiner aktiven Mit­arbeit auf dem Gebiete der rheinischen Geschichte. Die beiden Bände des Kölner Hansa-Jnventars (15311591), deren ersten er unter Mitwirkung von Keussen herausgab, sind neben den drei Bänden des hansischen Urkundenbuches ein beredtes Zeugnis für seine unausgesetzte Arbeit aus diesem Felde. In den letzten Lebens­jahren beteiligte er sich mit Eifer an den Bestrebungen, die hessische Geschichte auf eine ähnliche Grundlage zu stellen, wie sie der rheinischen Geschichte durch die .Gesellschaft" bereitet wurde. Höhl- baums Begabung lag in der Hauptsache auf dem Gebiete der kritischen Untersuchung, als deren Muster sein letztes soeben er­schienenes Werk über den Kurverein von Rense gelten darf. Zu einer großen zusammenfassenden Darstellung aus seinem Studien­gebiete ist er leider nicht mehr gelangt. Vorzeitig hat ihn, den Unermüdlichen, der Tod dahingerafft. (Köln. Ztg.)

Freiherr v. Hertling, der Unterhändler zwischen dem Vatikan und der Reichsregierung, legt seine Professur an der Uni­versität München im Herbst nieder Wie verlautet, soll er zum Lohn für seine Verdienste bei der Errichtung einer katholis chen Fakultät in Straßburg und Mitwirkung bei Beseitigung des Paragraphen 2 des Jesuitengesetzes zum Gesandten beim Vatikan ernannt werden. '?)