Ausgabe 
3.5.1904 Erstes Blatt
 
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Nr. 103 Erstes Blatt.

154. Jahrgang

Dienstag 3. Mai 1904

Erscheint täglich außer Sonntag-, Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Giesrner Samtlien» llätter viermal in der Woche beigelegt.

Notattonsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Untoerl.-Buch-u. Stein- druckeret. ÖL öang^. Redaktion, Erveditto« und Druckerei:

Sch ulst ratze 7.

5lbrefie für Depeschen: Anzeiger Gtetze«.

Ferniprrchanschluß Nr. 61.

GietzenerAiMiger

** General-Anzeiger v

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Verantwortlich für den polU. und allgem. Teil: P. Wtttko: für .Stadt und Land^ und GerichtSsaal": August Goetz; für den An- zeigentell: HanS Beck.

Per Krieg zwischen Japan und Außtand.

Die Japaner am Jalu.

Die heute morgen eingetroffene zweite Depesche vom Kriegsschauplätze, die wir um der rechtzeitigen Ausgabe unseres Morgeublattes willen nicht mehr ganz zum Ab­druck bringen konnten, hat folgenden Wortlaut:

Tokio, 2. Mai. (Reutermeldung.) Als die Japaner sich gestern morgen zwischen Kiulientscheng und Joschoko einer sich am rechten Jaluufer hinziehenden Hügelreihe bemächtigten, leisteten die Russen zum zweiten Male auf einem Hügel nordöstlich von Kiulientscheng Wider­stand. Die Japaner gingen auf drei Megen vor und besetzten die Linie zwischen Antung und Lut­sch u k a r i. Die kaiserlicheGarde umfaßte die Russen von drei Seiten und nahm gegen 8 Uhr abends nach erbittertem Kampfe Mann gegen Mann die russische Stellung. Die Japaner erbeuteten 20 Geschütze mit Bespannung und Munition und nah­men über 20 Offiziere und eine große Anzahl Soldaten gefangen. Die Russen zogen sich nach Föngwangtscheng zurück.

Um ihren Erfolg vollständig auszunützen/ fehlt es offenbar den Japanern an Kavalle­rie, während die Kosakenabteilungen an mehreren Punk­ten glänzend sich bÄvährten und wesentlich dazu bei­trugen, der russischen Infanterie einen geordneten Rückzug zu ermöglichen

Aus Irkutsk gingen die 3. und die 4. sibirische Ko­saken d i v i s i o n über den Baikalsee ab. Diese Divisionen bestehen aus je drei aktiven und sechs Reserve-Regimen­tern. Die nach dem Kriegsschauplatz beorderte kaukasische Kosaken-Brigade unter dem Kommando des Fürsten Or- belliani ist zum Abmarsch fertig.

Den Befehl, die Stadt Antungin Brand zu stecken, gab der russische General Kaschtalinsky. Große Vorräte waren in Antung aufaehäuft.

WieDaily Expreß" aus Tokio berichtet, waren die japanischen Truppen, welche bet den mehrtägigen Opera­tionen am Jalu engagiert gewesen sind, 40 000 Mann stark. Daily Mail" berichtet aus Niutschwang: In Föngwang­tscheng, wohin die Russen sich zurüötzogen, stehen 10 000 Mann russischer Infanterie, 5000 Kosaken und eine Ar­tillerie-Brigade. Der Ort ist stark befestigt. Ein General­stabsoffizier berichtet, daß die Russen große Vorräte in Tieling, nördlich von MuDen, aufhäufen. Die Stadt wird als Proviantbasis bezeichnet.

Wiener Blätter fassen ihr Urteil üb^er die Kämpfe am Jalu-Fluß dahin zusammen, daß, trotzdem die russischen und die japanischen Meldungen stark differieren, aus beiden Darstellungen ersichtlich sei, daß es bisher keinem Teil ge­lungen ist, einen entscheidenden Vorteil über den anderen ui gewinnen; jedenfalls sei aber die Zeit der durch die Flotte erzielten leichten Siege für die Japaner vorüber.

Nachdem nunmehr der Landfeldzug im fernen Osten seinen Anfang genommen hat, fordert die Haltung Chinas das gespannteste Interesse. Taucht doch bereits die Ver­mutung auf, es bestehe eine Verabredung zwischen China und Japan dergestalt, daß China gehalten sei, eine fremdenfeindliche Bewegung großen Stils zu in­szenieren, sobald Japan entscheidende militärische Erfolge zu Lande errungen habe. Diese Vereinbarung soll bas letzte staatsmännische Werk des alten Li-Hung-Tschang fein. ES ist in der Tat nicht unwahrscheinlich, daß noch zu dessen Lebzeitest die Grundlinien für eine gemein­same Aktion der Gelben gegen die Weißen fest­gelegt worden sind, denn die Art, wie die Japaner auf chinesischem Boden sich aufspielen, macht ein Einvernehmen unter den Asiaten geradezu handgreiflich. Japan zeigt sich in der Rolle des keck auftretemren, China in der des nichts Gewahrenden. Seine Neutralität ist dem Stammes- aenossen gegenüber zum mindesten sehr wohlwollend, wie die Entwaffnung des im Hafen von Shanghai verankert gewesenen russischen KanonenbootsMandschur" zeigt. Ueber die mit den Bedingungen der Neutralität in Wider­spruch stehende Anwesenheit eines japanischen Kreuzers auf dem Whangsu wird stillschweigend weggesehen. So beuten alle Anzeichen darauf hin, daß Rußland bet dem Land­feldzug nicht nur für seine eigenen, sondern für die In­teressen aller in Ostasien engagierten Weißen kämpft. Jede russische Niederlage rückt die Gefahr eines Rassenkampfes im Osten näher, und den Schutz der Weißen könnten die dort befindlichen europäischen Truppenkontingente kaum gewährleisten Die Wirren des Jahres 1900 wären sozu­sagen harmlos gegenüber dem Unglück, das im Fall des Unterliegens Rußlands über das weiße Element in Ost­asien hereinbrechen würde.

Ein anderer Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 2. Mai:

Wie zu erwarten war, hab^n die ruffische n Nie­derlagen die Börse verstimmt, obwohl man doch auf die Ueberschreitung des Jalu durch die Japaner vor­bereitet sein mußte. In Bezug auf den Krieg in Ostasien trägt die Börse zwei Seelen in ihrer Brust. Theoretisch wird den Russen jeder Schlag von den Japanerngegönnt", Praktisch im Interesse der russischen Werte und der Festig­keit des Marktes das Unterliegen Japans gewünscht. Ueb- rigens zeigte sich die Berliner Börse heute noch beson­ders nervös wegen der Mußenmg des Kaisers über

die Bestimmung der neuen Rheinbrückezu ernsteren Transportes.

Von militärischer Seite wird her Erfolg der Ja­paner nicht als von entscheidender Bedeut- una bewertet; allerdings falle das moralische Gewicht in die Wagschale, indem der Sieger mit neuem Elan und neuer Zuversicht erfüllt werde. Mukden gilt als der Schauplatz der ersten großen Entscheidung zu Lande. Daß die Japaner Port Arthur nicht aus dem Auge verlieren, daß sie alles daran setzen, dies;, von den Russen als un­einnehmbar gerühmte Position zu Fall zu bringn, kann nicht zweifelhaft sciu In bemerkenswert gelassener Weise schreibt dieNordd. Allg. Ltg." zu den Ereignissen: Die nächste Wirk­ung der japanischen Erfolge dürfte sich darin zeigen, daß die Japaner im Besitz beider Ufer der Jalumündung nun­mehr ungehindert große Truppenmassen auf mandschuri­schem Gebiet landen lassen können.

Aus Tientsin Hegt noch folgende Reutermeldung vor: Russische Ingenieure führen unter Verwendung chi­nesischer Arbeitskräfte am Liaoflusse, 3 Meilen von Singmineting, Befestigungswerke auf; auch zwei Meilen von Kupangtse, wo sich ein permanentes russisches Lager befindet, sind Befestigungensarbeiten im Gange. Me Eisenbahnlinie wird von 180 Mann abpatrouilliert.

Das Kriegstagebuch eines japanischen Tor­pedobootskommandanten wird demnächst im Ver­lag von Eugen Salzer in Heilbronn erscheinen. Ter Chronist war zuerst Kommandant des untergegangenen Torpedo­bootesKasumi", kam dann auf das SchlachtschiffMi- kusa" und wurde hierauf zum gefahrvollen Amt e*ne§ ,-Sperrdampferführes" ausersehen. Das Buch wirft, wie man uns schreibt, auf die russis chen Zustände in Port Arthur, die durch die Spionage von japanischen Generalstabsoffizieren erkundet wurden, grelle Streif­lichter und macht die Mißerfolge der Russen erklärlich.

Volitische Tagesschau.

Von Dr. Hammacher» 80. Geburtstag

wird aus Berlin noch berichtet:

Abg. Sattler überreichte eine Adreste, die folgenden Wortlaut trägt:

Hochverehrter Freund!

Tiefbewegt von liebevoller Verehrung und herzlicher Dank­barkeit, kommen wir heute zu Ihnen.

Ein gütiges Geschick hat Sie, geistig frisch und körperlich rüstig, die Schwelle des 80. Lebensjahres überschreiten lassen.

Mit Ihrer Familie, mit der unabsehbaren Zahl Ihrer Freunde vereint, bringen wir unsere Glückwünsche dar.

Möge Ihnen vergönnt sein, noch viele Jahre so froh­gemut wie heute im Kreise der dankbaren Kinder und Enkel zu verbringen.

Möge uns vergönnt sein, noch viele Jahre uns Ihres führenden Beistandes und Ihres freundschaftliches Rates zu erfreuen.

Alt und jung wird heute gemahnt, den weiten Zeitraum zu Überblicken, den Sie durchschreiten dursten. Wohin das Ange sich wendet: überall reiche Früchte Ihrer bedeutsamen Mitarbeit auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens.

Mit anderen unvergeßlichen Männern waren Sie es, der die nationalliberale Partei ins Leben rief, die beim Einigungswerke und beim Ausbau des geeinten Reiches nicht fehlen durste, wenn daS Versaffungsleben der Deutschen auf die Dauer den rechten In­halt haben sollte.

AlS Zierde des Reichsparlaments und der preußischen Volks­vertretung sehen wir Sie Jahrzehnte hindurch schaffen und kämpfen :

den großen vaterländischen Zielen jedes Sonderintereffe unter­ordnen ; unerschrocken sür die Güter dec geistigen und bürgerlichen Freiheit streiten;

eine gedeihliche Zukunft mit vorbereiten, ivo eine wahrhaft humane Staatskunst Bismarcks die Gegensätze der modernen Ge- sellschast zu versöhnen strebt;

der gewaltigen Entwickelung wirtschaftlicher Arbeit im Vater­lande ihre sicheren Forinen mit bestimmen;

weitsichtig auch neue Betätigung für deutsche Kulturarbeit jenseits der Msere erschließen; auf allen Wegen ein leuchtendes Beispiel nationaler Entschlossenheit und freiheitlicher Kraft:

unS aber, den politischen Freunden, allezeit ein treuer Kamerad und weiser Berater.

Es ist uns ein Herzensbedürfnis, mit unseren Glückwünschen den innigsten Dank für alles daS zum Ausdruck zu bringen, was Sie uns in Ihrem langen, reich gesegneten Leben uns als Führer und Freund bis auf diesen Tag gewesen sind.

So möge eS noch lange bleiben.

Ihnen möge es beschieden sein, noch viele Jahre mit uns zu raten und zu taten. Der Partei in allen ihren Glieder,: wird da­mit willkommene Gelegenheit geboten sein, Ihnen Treue um Treue zu halten und immer aufs neue zu beweisen, daß sie in Dankbarkeit ihre verdienten Männer ehrt.

So wünschen wir es von ganzem Herzen.

Verehrungsvoll und freundschaftlich ergeben Die nationalliberale Fraktion des Reichtages. Dr. Sattler. Frhr. Heyl zu Herrnsheim.

D. Blankenhorn.

Die nationalliberale Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses. HobrechL E. v. Epnern. Dr. Friedberg.

Eine Abordnung des früheren Wahlkreises Hammachers, bestehend aus Professor Hersmann-Ruhrort, Keetmann- Tuisburg, Hirsch-Essen überreichte ebenfalls eine Äldresse; diejenige des Provinzial-Komitees der nationalliberalen Partei Hannovers begleitete Abg. Wallbrecht, mit Erinner- ungsworten auch für Bennigsen und der treuen Freund­schaft zwischen Rudolf v. Bennigsen und Hammacher.

Dann kamen die Abordnungen der Deutschen Kolonial­gesellschaft unter Führung von Excellenz v. Ho Neben, des Deutschen Flottenvcreins unter Führung des Generals Menges, des Deutschen Handelstages unter Führung von Geb. Kommerzienrat Dr. Frentzel und von anderen. Der Reichsverband der deutschen nationalliberalen Jugend­

vereine überreichte dem Gefeierten mit dem Gelöbnis un­wandelbarer Treue für die nationalliberale Sache die Mai- Rummer derNationalliberalen Jugend", die sich als Fest­schrift für Hammacher darsbellt, der nationalliberale Jugend­verein Berlin übergab eine Sammlung der aus dem Jugend­verein hervorgcgangenen Aufsätze und Reden.

Bis gegen 2 Uhr zog sich der Empfang! der Abord- nungen hin; auf jede der Ansprachen antwortete Dr. Ham­macher in bewunderungswürdigem Eingehen auf alle die ans dem verschiedenartigen Charakter der vielen Abord­nungen hervorgehenden besonderen Bezugnahmen auf die Tätigkeit Hammachers. Er entwickelte dabei ein erstaun­liches Gedächtnis von Vorgängen und Personen wett zurück­liegender Zeiten.

Aus dem Reichstage.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 2. Mat:

Daß Finanzdebatten recht interessant sein können, bewies die heutige Reichstagssitzung, in der zunächst der Etat der Zölle und Verbrauchs steuern zur Verhandlung stand. Aus den Zöllen zieht das Reich den weitaus größten Teil seiner Einnahmen. Es ist deshalb begreiflich, daß die Einzelstaaten ein Interesse daran haben, diesen! Einnahmetitel im Etatsvoranschlag reichlich bemessen sehen, weil sie dann entsprechend geringere Matrr- kularbeiträge zu zahlen haben. Tie Budgetkommission hat diesen Einnahmetitel bereits um 20 Millionen höher etatisiert. Abg. Dr. Paasche (nl.) wollte ein Uebriges tun und noch 17MillionenzugunstenderEinzel- fta aten einstellen. Er wählte die Form der Anregung, nicht des formellen Antrages, den er sich eventuell für die dritte Lesung Vorbehalten wollte. Den einzelstaatlichen Vertretern kam diese Anregung natürlich gelegen. Graf Hohenthal, der sächsische Gesandte, gab dem Ausdruck, indem er in beweglichen Morten die Beunruhigung schil-, derte, die durch die Gestaltung der Finanzen des Reiches in die Finanzen der Einzelstaaten hin ein getragen wurde. Ter Reichstag aber verschloß solchen Klagen sein Ohr und verfuhr ziemlich unsanft mit dem hohen Bundesrat. Auf der einen Seite hieß es, der Bundesrat lasse die wünschenswerte Sparsamkeit außer Acht, wenn es sich um die Bewilligung von Mit­teln für Militär- und Marinezwecke handele. Auf der anderen Seite hielt man dem Bundesrat entgegen, er habe sich nicht ins Zeug gelegt für die rechtzeitige Mn- digung der Handelsverträge und das Inkrafttreten des Zolltarifs. Da der Spezialist des Zentrums in,' zollpolitischen Fragen, Abg. Speck, den einen Einwand!, billigte, den anderen nicht mißbilligte, gab es für die' einzelstaatlichen Finanzen nichts zu retten. Dr. Paasche trat leider den Rückzug an, er wird auch verzichten auf die Formulierung eines Antrags für die dritte Lesung des Etats, weil er seine Anregung für aussichtslos hält^ Ter Staatssekretär Frhr. v. Stengel war nicht in der. Lage, namens der verbündeten Regierungen zu ihr Stellung zu nehmen; aber er ließ durchbücken, daß das Schatzamt sich z u st i m m e n d verhalten würde. Ein gewisser Opti - m i s m u s in bezug auf die Entwicklung der Reichsfinanzen war also unverkennbar. Tenn wenn der in Einnahme ge­stellte Mehrbetrag tatsächlich nicht eingeht, dann muß das Reich anderweit für Deckung sorgen.

Weniger kurzweilig als beim Etat der Zölle ging es beim Etat der Verbrauchssteuern her. Im Verlauf einer breit ausgesponnenen Zucker st euerdebatte ent­brannte der Streit über die Zweckmäßigkeit des Beitritts! Deutschlands zur Brüsseler Zuckerkonvention von neuem. Die Agrarier wollen es dem Staatssekretär nicht glauben, daß dieser Beitritt als segensreich für die deutsche Zuckerindustrie sich erweisen werde. Sie sehnen die Zeit der hohen Ausfuhrprämien zurück. Wieder eilte Abg. Dr. P a a s ch e der Regierung zu Hilfe. AlsVater"" des letzten Zuckersteuergesetzes und auf Grund seiner Informa­tionsreise nach Kuba darf er besondere Kenntnis der Materie in Anspruch nehmen. Dem Zucker folgte das Salz. Für eine Beseitigung der Salz st euer plädierte Aba. Ku- lerski (Pole), weil nach seiner Meinung das Salz die einzige Speisewürze der armen Leute im Osten ist. der sich anschließenden Debatte wurde der Gedanke einer hohen Besteuerung der Automobile angeregt und dabei eine parlamentarische Stilblüte zur Entfaltung ge­bracht. Nämlich durch den Abg. Gamp (Rp.), der gegen die Erdrosselung der Automobile" seine warnende Stimme erhob.

Deutsches Reich.

Berlin, 2. Mai. Der Kaiser besichtigte am heutigen Gedenktage der Schlacht von Gr.-Görschen auf dem Bornstedter Felde die Bataillone des ersten Garderegiments zu Fuß und das Lehr-Jnfanteriebataillon. Die Kaiserin war ebenfalls in einem offenen Vierspänner eingetroffen. Ferner waren die Generalität und viele ftemdländische Offi­ziere erschienen. Der Besichtigung schloß sich ein Exerzieren im Feuer an, wozu die 2. Kompagnie der Gardejäger mit der Maschinengewehrabteilung, die Unteroffizierschule, das 3. Garde-Ulanenregiment und zwei Batterien Garde-Feld- artillerie hinzugezogen waren. Rach dem Gefecht hielt der Kaiser Kritik ab. Sodann folgte ein Parademarsch. Darauf setzte sich der Kaiser an die Spitze des ersten Garderegiments zu Fuß und führte dasselbe nach der Stadt, wo er auf dem Kasernenhofe das Regiment noch einmal defilieren ließ. Später nahm der Kaiser das Frühstück bei dem Offtzierkorps ein. Die Kaiserin war nach dem Gut Born stad t gefahren. Ter Kaiser begab sich heute nachmittag vom hiesigen Stiü)t- schloß zu Pferde nach Berlin.

Die nationalliberale Fraktion im preuß.