Prinz
Frankfurt, 1. Dez.
hier in der Stadt befindet.
de§
tionierens entfernt wurde, wie sich nachträglich herauSstellte,
sich nicht die Stadtverwaltung bezüglich der Beleuchtungsfrage
Ter
Im Ganzen haben von 13 492
war der EntwickelungSapparat zll klein, i|t seit dieser Zeit die Belcuchtungsfrage unzählige Male auf dem Tapet gewesen, sowohl seitens der Stadtverwaltung, als auch seitens des piritus" schien
Ich bitte, mich also anzul)ären. . .
Nach einem heftigen Disput zwischen dem Vorsitzenden und dem Verteidiger kommt Verl. RA. rz-Altona ort.
Ter Ansicht gegenüber, das; wir ,jr*
absichten hätten, bemerke ich, daß wir nur
nicht befangen.
Nunmehr wurde in die eigentliche Verhandlung emgctreten. Ta in der ersten Sache auch Tr. Sprenger als Zeuge geladen ist, so ordnet der Vorsitzende an, daß Dr. Sprenger fein Verteidigeramt bis zu feiner Vernehmung nieder zu* legen und den Saal zu verlassen habe. Hiergegen erhebt Tr. Sprenger Einspruch, ebenso der zweite Verteidiger, Tr. Herz- der in dieser Aufforderung des Vorsitzenden eine unzu- ! lässige Beschränkung der Verteidigung erblickt. Das Gericht > b e j ch l o n iedoch, daß der Verteidiger den Saal zu v erl a ssen hab e.
Es wird dann der Angeklagte Redakteur Schwehnert vernommen. Ter Angeklagte jagte u. a. in großer Bewegung: Ich bitte zu berücksichtigen, daß ich in den letzten Monaten täglich 11 Stunden Zwangsarbeit verrichten mußte und daher nicht imstande bin. meine Gedanken so zusammen zu nehmen, daß ich miet) im Zusammenhang verantworten kann. Ten Artikel
als die Beleuchtungsfrage. Nachdem vor mehreren Jahren die Turnhalle mit einer Acetylengasanlage versehen worden war und diese Anlage wieder wegen schlechten Funk-
posante Neubau im Ccltersweg, Ecke Teufelslustgärtchen, aus dem Boden gewachsen. Innen wie außen entspricht der in Eisenkonstruktion errichtete Bau allen Anforderungen in- bezug auf Geschmack und Bequemlichkeit. Neben den schönen Treppenaufgängen vermittelt ein elektrischer Fahrstuhl den Verkehr zwischen den Etagen des Hauses, das mit Zentraldampfheizung geheizt wird. Bei der morgigen Eröffnung hat jedermann, nicht nur Käufer, freien Zutritt, um die Einrichtung des Warenhauses zu besichtigen.
— Schotten, 1. Dez. Nichts ist hier „brennender",
wiederholt ins Zeug legen? Daß die Straßenbeleuchtung bester werden muß, ist ja allen klar. Bei den jetzigen trüben Dezemberabenden sehen die alten Petroleumfunzeln nn§, als hätte man Fettlichter von anno toback herausgehängt. Von einer Beleuchtung der Straßen im eigentlichen Sinne, kann keine Rede sein.
Darmstadt, 1. Dez. Der hiesige sozialdemokratische Reichs- und LandtagSabg. Gramer verteidigt in der Mainzer Volksztg. das Bündnis, das die hiesigen Genossen mit den Bodenreformern und Bezirksvereinen geschlossen, welches aber „Vorwärts", Leipziger Volksztg." und „Offenbacher Abendblatt" verurteilt hatten. Der „Vorwärts" möge den Darmstädtern eine Lehrkraft überweisen, „um den Führern in Darmstadt das Abc des KlassenkampseS einzupauken". In den 30 Jahren seiner Tätigkeit in Darmstadt sei es, von einer oder zwei Ausnahmen abgesehen, nie anders gewesen. Hätten sie nach dem Wunsche des „Vorwärts" gehandelt, dann wären sie noch auf dem Fleck, den Rebel vor zwölf Jahren mit den Worten bezeichnet habe: „Wenn wir einmal den Wahlkreis Darmstadt-Groß-Gerau haben, haben wir ganz Europa!" Wer die Verhältnisse in Darmstadt, wo die Arbeiterschaft nur ein Drittel betrage, nicht kenne, „sollte doch mit seiner Kritik etwas vorsichtiger sein". Mit kleinlicher Cplitterrichterei springe für die Partei nichts Großes heraus.
Darmstadt, 1. Dez. Die erste Schlußprüfung der Kandidaten der evangelischen Theologie für das Jahr 1905 hat ihren Anfang genommen. Es beteiligen sich daran fünf Examinanden, die sämtlich aus Oberhessen sind.
(1. Mainz, 1. Dez. Die heutige Stadtverordnetenwahl brachte den vereinigten liberalen Parteien iRat'onall'beralen, Deutschfreisinnigen, Demokraten, Sozial-
Stimmberechngten 8249 Personen von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.
zu tragen hatte. „ ._
R.-A. öe rz beantragt nunmehr, die Aussagen RuhstratS zu proto ko l Heren. Diesem Anträge wurde stattgegeben.
Es wird dann der Kellner Laturnus aus Bremen, der
zweiten Preis auf goldene Wyandottes.
*• Ein neue8 Geschäftshaus. Morgen findet laut Inserat die Geschäftseröffnung des Neubaues von Fritz Nowack statt, der seit 15 Jahren in seinem seitherigen Hause, Seltersweg 68, sein Ausstattungs- und Bettengeschäft betreibt. Mit erstaunlicher Schnelligkeit ist der hübsche, im-
2. , 626 , 435
Dampf- und Heißlustbäder, sowie Massage zusammen 154 Männer und 33 Frauen, Brausebäder 1177 Männer und 169 Frauen. Tie Personenwage wurde von 220 Personen bemktzt, das Bad von 8 Personen besichtigt.
•• Preisgekrönt. Bei der vom 26.-29. November in Stolberg a.Rh. stattgehabtcn „Ersten Allgemeinen Geflügelausstellung" erhielt Johannes Hecker, Mitglied neuen Geflügelzuchtvereins Gießen und Umgegend, den
und Prinzessin ! bäben, daß die Istesigen Richter silr *eitrte{Iung der vorliegenden Sache, welche die Oldenburger Gesellschaft auf das tiefste erregt, nicht die erso rderliche Objektivität besitzen.
R.-A. Sprenger: Ich habe in meinem Ablehnungsantrage — — Vors.: Sie haben zu diesem Anträge nicht mehr das Wort. Bert.: Ich'wollte nur bemerken, daß--Bors.:
Ich entziehe Ihnen das Wort und erkläre schon jetzt, daß Ihr Betragen nicht ein solches ist, wie wir es sonst gewolmt sind. (Bewegung.'» Bert.: Ich bitte um Protokollierung dieses Vorganges und, falls ich 'mich ungebührlich benommen haben sollte, um meine Bestrafung, damit ich in der Lage bin, dagegen die mir zustehenden Rechtsmittel anzuweuden. Vo rs.: Ich lehne dies ab und bemerke, daß auch diese Ihre Auslassung ganz ungehörig ist. Bert.: (das Barett lüftend): Sehr liebenswürdig! Bors, (erregt): Diese letztere Bemerkung ist geradezu ungehörig.
Rach kurzer Beratung lehnte das Gericht auch den Ablehnungsantrag in Bezug auf die Beisitzer Hartung und Braun a b, nachdem beide erklärt hatten, sie fühlten sich
Mekaer verkehren den der Wirt nach der Photographie als, u---------- r » ■ « -
dkn Metzger o-kar $>ubbe jetzt erkannt hat. Dieser Manns Heinrich »on.Preußen, trafen gestern nachm.ttay^nn
führt hat. . c m l
Zunächst gelangte der Beleidigungsprozeß gegen den .acbancur I Scbweynert zur Verhandlung, der kürzlich im „Residenz- boten" geschrieben hatte, Minister Ruh st rat habe vor Gericht I und vor dem Landtage die Unwahrheit gesagt, als er bestritt, I noch als M i n i st e r ,.L u ft i g e S i e b e u" g e s v i e l t zu haben.
Vor Eintritt in die Verhandlung teilte der Verteidiger R.-A. Sprenger mit, daß er erst in letzter Stunde in der Lage gewesen fei, einen formellen Antrag auf Ablehnung des ge-I samten Gerichtshofs wege n Befangenheit zu stellen. Ter Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Erk. werde wegen perion- licber Freundschaft mit dem Verletzten (Minister Ruhftrat) beanstandet. Unter diesen Umstünden sei zu befürchten, daß sich diel Abneigung des Verletzten gegen den Angeklagten auch auf den Vorsitzenden unbewußt übertrage. Tie Mitglieder des heutigen Pro',eßaerichts. die Landgerichtsrate Kitz und Janssen, seien als beisitzende Richter in der Gerichtsverhandlung zugegen ^gewesen, über deren Inhalt eine Beweiserhebung notwendig sei. Sie seien somit als Zeugen erforderlich. Sie seien aber auch deswegen als I befangen anzusehen, weil sie im kommenden Prozeß darüber zu I urteilen haben würden, was der Inhalt einer von ihnen selbst •*»**•, ssm
eine Zeit lang die Losung zu sein, e» kam zwar nicht 311 mini,-tcr ÜU$ in ben ihm vorgeworfenen Fehlern lediglich ein einer größeren derartigen Anlage, aber in den meisten Ge- Eremplar seiner „Zunft" sei. Ter unter Anklage stel-ende Artikel schäften und bei vielen Privaten „spielt der Alkohol jetzt eine Viermanns erhebe seinen Protest ausdrücklich nicht nur gegen Rolle", allerdings zum nachträglichen Aerger, da der Spiritus st-n 3 Wte labern bedeutend teurer geworden ist. Nachdem die Aeetylenbranche {n ben le^ten ^lwen offenbar geworden ist, Protest dagegen, bedeutende Verbefferungen erfahren hat, wendet sich jetzt die Keift eine b is über die Ohren in „Hurerei, Suff. Aufmerksamkeit wieder dieser Beleuchtungsart zu. Wer sich Spiel und Schulden steckende Gesellschaft sich noch -mc wirklich gute Beleuchtung -erschaffen w.ll der nimm. Mar,?ls Eckpf^L L"İE-r7sWL,^e!n letzt wieder Acetylen. Bereits sind m einzelnen Hmisern Oldenburger Richter in Beleidigungssachen betreffend den Residenz- Anlagen vorhanden und noch mehrere werden folgen. Sollte h^ten nicht unbefangen sein könne.
1 1 ' r‘ -----1 Staatsanw. Tr. Fimmen: Es fei ja bei diesem Verteidiger
nichts neues, daß er mit seinen Beweis-, bezw. Ablehnungs- Anträgen erst in letzter Stunde komme. Allein, es scheine so, als ob es dem Verteidiger etwas an Entschlußfähigkeit mangele, 'onst hätte er auch in der kurzen, iljm zur Verfügung stehenden Thrift seinen ykblehnungsantrag rechtzeitig einreichen könneii. Was | dann diesen Antrag selbst anlange, so meine er, daß die Richter wohl am besten beurteilen würden, ob sie wirklich befangen feien; er enthalte sich daher jeglichen Antrages. c
Racb kurzer Beratung verkündete der Vorsitzende, da» die Verhandlung auf eine Stunde vertagt sei, nm die zur Entscheidung Über den Mlehnungsantrag erforderlichen drei Ersatzrichter heran ziehen zu können und ihre Entscheidung herbei- zusühren. Es scheine ihm, als ob mit diesen Anträgen eine gewisse Ueberraschung beabsichtigt sei. Eine weitere Kritik wolle er an dem Vorgehen des Verteidigers nicht üben, er frage aber den Staatsanwalt und den Vertreter des Nebenklägers, ob sie angesichts der in letzter Stunde eingelaufenen Beweisanträge nicht etwa auch ihrerseits noch solche Anträge zu stellen oder gar einen Antrag auf Aussetzung der Verlsandlung ^ein^u bring en hätten, um auch ihrerseits die volle Freiheit zur Stellung von
V habe früher in Sinn beim gearbeitet Automobil von Darmstadt hier ein und besuchten gemeinsam iuit dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen die Ausstellung „Volkskrankheiten und ihre Bekämpfung" an der Weißfrauenstraße. Heute besichtigte auch die Prinzessin von Anhalt die Ausstellung. Hanau, 1. Dez. Der Bauunternehmer Kämmerer aus Langstadt hat auf der Freigerichterstraße auf einem infolge der dort neuerbauten Dunlop Rcisenfabrik erschlossenen Bauterrain ein Doppclwohnhaus mit vier übereinanderstehenden Wohnungen errichtet, von denen daL westliche eingestürzt ist. Ter Unfall entstand dadurch, daß das größtenteils ans Basaltsteinen auSgesührte freistehende Fundament nachgab. Ob die Annahme zutrifft, der zu Rtörtel verwen- I bete Sand sei allzu lehmhaltig gewesen, wird die Untersuchung
R.-A. Herz beantragte noch mehrere Zeugenladungen und die Heranziehung des Kriminalkommiffärs Freiherni v. Manteuffel-Berlin als Sachverständigen, zu der weiteren Verhandlung, da dieser den Standpunkt vertrete, daß Poker ein Glückssinel b'u Im Anschluß daran bemerkte der Vorsitzende, daß inzwischen auch Ä »erz-'Äiiona au ^u^.-cin Antrag auf Ablehn ung sämtlicher Richter Ol- iraendwelche VerscUeppuugs d e n b ur g s für d e n z w e i t e n P r v z e ß B i e r m a n n cui- bic Ueberzeugung I gelaufen sei. Er frage, ob dieser Antra-g ebenfalls aufrecht cm
bemoiroten)
von 1888—1890 Oberkellner in Oldenburg war, vernommen. Es wurde in der Gesellschaft um Tausende gespielt. Der t o l l st e Spieler war aber auf alle Fälle der damalige Over- StaatSanwalt, jetzige Minister Ruhftrat dem ich verschiedentlich Geld geliehen habe. Ich bin Zeuge gewesen, wie der Minister kein Geld mehr hatte, und ich auch nicht, ebenfalls Herr Eilers sagte, er habe nichts mehr, da er schon alles verliehen. Ter Herr Oberstaatsanwalt sagte: „Sie müsien mir Geld geben, Sie bekommen es morgen toieber". Als aber Derr Eilers sagte, er könne mit dem besten Willen nichts mehr geben, langte Minister Ruhstrat Herrn Eilers in die Tasche, zog ihm die Schlüssel daraus hervor ging bann mit Herrn Eilers ins Kontor und schloß selbst den Sekretär auf, worin die Geldkassette stand. Ein Leutncml v. Trepper verlor 5 Schläge st Mk. 1000 gleich 5000 Mk. Es war dies nichts außergewöhnliches und ließ den Verlierer, der vorhe^ gut gewonnen hatte, völlig kalt. Wenn er das Lokal betrat, rief es: „Ruhstrat, was setzen Sie auf die Sieben? Ich bin später in der Welt herum gekommen, war in Monte Carlo, Ostende, Newvork und habe vieles hohe Spielen gesehen, namentlich in Newvork. Mit einer Leidenschaft, wie m Oldenburg । gezielt wurde, wie insbesondere der damalige Oberstaatsanwaw spielte, habe id> 'a/ber anderswo nur selten fbielen sehem Ich verdiente häufig in einer Nacht weit über 100 Ml. Axt Minister hatte meistenteils Pech.
Hierauf erschien als weiterer Zeuge der Kellner M e Y er, dessen Auftreten den Höhepunkt des Prozesses ^?ete. Ich unirbe häufig angepumpt. J er je big e dNmister Ruhstrat war häufig dabei. Wenn ick) in die Nahe kam, so hieß es „Raus, und ich bekam einen Taler oder em Fünnnarkstuck an den Kopf geworfen. Heruntergeworfenes Silbergeld lvurde nicht aufgehoben, fonbeni blieb für ben Kellner liegen. Was .den Nischen gemacht wurde, wurde sehr gebeim ffebalten. Juf ©ilbc^elb wurde sehr geschimpft und flog häufig verächtlich auf die E^ Wer gewonnen hatte, gab mir regelmäßig hohev ^rmkgeld. Ich hatte häufig 50—60 Mk. Wenn die Magde reinmachen wollten, saßen die Herren häufig noch und fwAten. Tie Offiziere gingen häufiger vom Kasinospieltisch zum Dienst, a9^n?
freuten uns dann wohl über den trübseligen Anblick. Man habe zunächst Skat gespielt und.dann bei zugezogenen <&n*™n tn ben Nischen sich der „Lustigen Sieben" zugewandt. Er habe den Herren das Mineralwasser gebracht, das während der ganzen ^auer des Spiels getrunken wurde, damit die Herren einen
I klaren Kopf belsielten. (Heiterkeit.) Einmal, nach einer Examens- kneipe im Jahre 1899, habe man sehr lange gespielt ^md schließ- lich sei ein Leutnant 3000 Mk. schuldig gewesen Ms sem Gläiibiaer qefagt l)-abe, er erwarte das Geld am nächsten Tage, habe der Leutnant erwidert: Ja lieber Freund, wenn das Dem letztes Wort ist, so findeftDumichrnorgenimHunte- t “üB o rf bleiben Sie dabei, daß Minister Ruhstrat dieser Szene beiwohnte? Z.: Ich glaube, daß er dabei stand. Ms wenige Tage später die Leiche eines Leutnants aus der Hunte gezogen wurde, kam mir bie Sache sofort in Erinnerung und ich ging im Geiste die Personen durch, bie an bem Abend zugegen waren. Bors.: Es kommt darauf an, daß er mitgespielt tyat. Z.: Tas kann ich nickst mehr so genau ' ° Tie folgenden Zeugen: Buchhändler Schmidt, Zahnarzt Tr. Schleppegrell, Ob.-Reg.-Rat Tr. Woebs und Reg.-Rat Becker, befiinden, daß sie in den Jahren 1898 bis 1900 mit dem Minister I wiederholt Skat gespielt hätten, nach dessen Beendigung auch manchmal gepokert worden fei, daß man jedoch niemals „Luftige ; Sieben" gespielt habe.
habe ich geschrieben. , „
Hierauf wurde der Justiz- und Kultusminister RuhstratII. als Zeuge vernommen. In dem Biermann-Prozeß sei seines Wissens niemals eine Frage dahingehend an ihn gestellt worden, wann er zum letzten Mal gespielt habe. Ebensowenig sei eine ähnliche Frage gestellt worden, sodaß er gar nicht in der Lage gewesen fei, zu verneinen, daß er feit den letzten 12—14 Jahren noch gespielt habe. Es habe sich damals in erster Linie nm die Beförderung des Gymnafialdirektors Früstück gebandelt imb im Zusammenhang bamit um bie Frage, ob diese Beförderung auf ein ihm, dem Minister einmal beim Spiel gewährtes Tarlehn zurückzilsühren sei. Tiefe Frage habe er damals ebenso verneint wie die weitere Finge, ob er mit Früstück zurzeit seiner Beförderung im Jahre 1900 noch gespielt habe. Er wiederhole heute und betone ausdrücklich, daß er nur in der Zeit vor 14 Jahren „L ustige Sieben" gespielt und dabei auch tviederholt den Bankhalter gemacht habe, daß aber von einem Spiel als Oberstaatsanwalt und Minister k e i n e R e d e sei. Er wisse auch bestimmt, daß er eilte dieser ähnlichen Erklärung im Biermann-Prozeß abgegeben habe, sodaß ebensowenig wie von einer wissentlich falschen Aussage auch von einer absichtlichen Verschweigung die Rede sein könne. Dagegen habe er noch bis vor etwa drei Jahren mit mehreren Bekannten abends Skat gespielt und nach Schluß eines solchen hier und da gepokert. Ms Mitspieler kamen Reg.-Rat Becker, Geh. Obersinanzrat Wöbs und Tr. Schmidt in Betrackst. Tieses Poker ist kein Hazards viel im Sinne des Gesetzes, fein Jeu. — R.-A. Herz: Sie geben aber zu, daß man Poker für ein Glücksspiel halten kann? Zeuge Ruhstrat: Möglich, daß Laien es für 3cu halten. — Ein Beisitzer: Und welche Beträge wurden beim Spiel umgeictzt? Zeuge: Etwa beim 5 M^kat, sodoh Gewinn und Verlust zwischen 50 und 60 Mk. schwankten. Natür- sich ist es aueb vorgekommen, daß mal einer den ganzen Verlust
erzählte dein Wirt, er ,
unb er wolle über Winter bei dein Wirt cm Zmnner mieten Gr gab dann dem Wirt eine Ledcrtasche 311m Anfbcwahrcn und ging darauf fort, um, wie er sagte, an demselben Abend | nach Oberursel zu fahren. Am nächsten vormittag erschien t cr wieder und zwar in Begleitung zweier imbekannter Metzgerburschen. Aus der Straße hatten sie einen Stoßkarren, aus welchem sich zwei Koffer unb ein Fahrrad befanden. Hudde ließ sich seine Handtasche geben mit dem Bemerken, er nehme Privatlogis. Sie fuhren dann mit dem Gepäck die Kronvrinzenstraße entlang nach der Stadt zu. Freitag, den 25. November ist Hudde wieder an vorgedachter Wirtschaft vorbeigegangen unb zwar anscheinend in Arbeitskleidern. Hudde hat s. Zt. tatsächlich ein Fahrrad besessen. Er hat nach dem Morde in verschiedenen hiesigen Kaffees verkehrt. ES ist nicht ausgeschlossen, daß fein erwähntes Gepäck sich
Aus §taiit ur.ii Land.
Gießen, 2. Dezember 1904.
- Die Hochzeit de§ Großherzog?. Die Nachricht eines Berliner Blattes, daß die L^ochzeit S. K. Hoheit deS GroßherzogS im Januar oder Februar n. IS. ftattfinde, ist nach unseren zuverlässigen Erkundigungen ebenso willkürlich wie die weitere, die deii Termin auf den Dezember ansetzte.
*♦ Gießener Volkßbad. Im November wurden 8875 Bäder verabreicht gegen 9618 im Oktober 1904 und 8514 im November 1903, oder im Durchschnitt pro Tag 296 Bäder gegen 310 im Okttober 1904 und 310 Im November 1903. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt:
Schwimmbad 4874 Männer, danmter 698 zu 10 Psg.,
, 1043 Frauen, » 180 „10 ,
Wannenbäder 1. Klasse 282 Männer, 82 Fronen,
(Gegenanträgen zu erhalten.
Nach etwa zwesitünd-iger Beratung erschien das zur Entscheidung des Ablehnungsantrags ei n b e r u f e n c Gericht im Saale, um seinen Beschluß zu verkünden. Ter! Vorsitzende verkündet folgenden Beschluß: Tas neue Ge-; richt hat von dem Ablehnungsantrag Kenntznis genommen. Tie sämtlichen Richter, einschsießlich des Vorsitzenden, haben dazu erklärt, daß sie sich nicht befangen fühlten. Demgemäß hat das Gericht das A b l e h n u n g s g e su ch für unbegründet erklärt, dagegen das geforderte Ausscherdeu der Räte Kitz und Janssen für begründet erklärt, weil diese zu der heutigen Verhandlung als Zeugen geladen sind.
R-A. Sprenger: Wir lehnen sämtliche Oldenburger Richter ab und wünschen damit eine Entscheidung des Reichsgerichts darüber herbeigeführt zu sehen, daß die vorliegende Sache nunmelyr vor einem ” 1 aj-t 01 b e n * buraischen Gericht zur Verl-andlung gelangt. Ich nnll ausführen, wie lokale Einslüffe es unmöglich machen, oie vorliegende Sache vor einem Oldenburger Gericht zu verhandeln.
festzustellen haben.
fc. Hanau, 1. Dez. Man projektiert hier eine Eisenbahnverbindung mit Büdingen, welche von Hanau- Nord über Bruchköbel, Marköbel, Langenbergheim, Düdelsheim, Ealbach nach Büdingen führen soll.
[] Marburg, 1. Dez. Etwa 1200 Studenten brachten heute abend dem vorherigen Rektor der Universität, I Konsistorialrat Prof. Dr. Mirbt, einen Fackelzug.
fc. Hofgeismar, 1. Dez. Vom hiesigen Proviantamt wurden 5 0 0 0 0 0 Kilo Hafer für die Truppen in Deut s ch - S ü d w e st - A f r i k a verladen.
Kleine M i 11 c i 111 m e n ans Hessen und den Nachbarstaaten. Auf dem Obermarkt in Alzey kam es zwischen zivei Knaben im Alter von 12 und 13 Jahren zum Streit, wobei der eine dem anderen eine nicht unerhebliche Stichwunde in die linke Brustseite mit einem Messer beibrachte. Der Messerheld ging flüchtig. — In der höheren Bürgerschule in Wörrstadt (Rheinhessen) wurde die Stenographie als obligatorischer Lehrgegenstand cin- geführt. Unterrichtet wird nach dem System Stolze-Schrey. — In Frankfurt a. M. stürzte das zwei Jahre alte Mädchen de§ im zweiten Stock bc5 Hanfes Kronprinzenstraße 44 wohnenden Schuhwarenhändlers Blum in der Küche in eine Bütte mit kochendem Wasser. Der Körper deS Kindes wurde derart verbrüht, daß eS den Verletzungen erlegen ist. ^Icr gerichtlich- Mchluk der WuMrat-Affären.
(Nachdruck verboten.)
S.u. H. Oldenburg, 1. Dez.
Unter gewaltigem Andrange des Publikums sand beute vor I der hiesigen Strafkammer die Verhandlung in vier Preß- und I Beleidigungspro'.essen statt, die sämtlich mit dem „Fall Ruhstrat^ in Verbindung stehen und sich als die letzten Ausläufer der Prey- kampague darftcllen, welche der Herausgeber des Oldenburger „Refidenzboten" Bi ermann gegen den Großh. Oldenb. Justiz- und Kultusminister Ruhftrat II. seit mehreren Jahren ge-


