Ausgabe 
2.12.1904 Erstes Blatt
 
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Versteigerung.

Freitag den 9. Dezember lfd.

., nachmittags 3 Uhr sollen im ftäbt. Pfandlokal Seltersweg 11 die wegen rückständiger Gem.- Steuer, '2. Ziel isrl. Gem.-Steuer, Realschulgeld, elektr. Stromgeld, Beerdigungskosten, Gebäude- und "Abschätzungsgebührengepfändeten (Gegenstände als: Vertlkow, Soia, Sclnänke, 1 Schreibtisch, 1 Näb- maschine, Regulateure imb dergl. mehr, versteigert rverden. 8654

Gcmmecker, Pfandmeister.

Sieh im Anschnitt i

empfiehlt Fr. Ebel, RUtcrgafse.

Telephonischer Kursbericht

4% Griech. Monopol

4l/,% äussere Argentiner

Tendenz: fest.

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NM

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07226

7

104.50

64.10

62.85

9% Mexikaner . . 4,/g% Chinesen . » Electric. Sohnckert . Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . N Berliner Handelßges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden , * Gotthardbahn , . . Lanrahütte . , , . Bochum . . « » « llarpener . . , Schatzscheine . . *

w 83

3/9% Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente

W/o 3Vo 8V90/0 3% 3V2o/n

Reiohsanleihe do.

Konsols . do. . .

Hessen

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. 101.50

. 89.85

. 101.45

. 90.00

. 100.20

' 101*75

Die trauernden Hinterbliebenen.

Heuchelheim, den 1. Dezember 1904.

Die Beerdigung findet Sonntag den I. Pesen um 12l/j Uhr vom Slerbehause in Heuchelheim aus statt.

halten werde. Tie Verteidiger bejahen. Tiarauf bertagre der

Vorsitzende die Verhandlung. (Forts- si)

. 33.40 . 91.80 . 125.00 . 108 25 . 112.60 . 193.40 . 144.10 . 158.50 . 165 20 . 140.80 . 1S.20 . 192.90 . 259.50 . 230.30 . 216.70

Todes-Anzeige.

Heute entschlief sanft nach langem, schweren: Leiden unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel

4*/62o Oesterr. Silberrente 100 20 4% Unirar. Goldrento . . 100.00 40/ Italien. Rente 42% Portugieser v°/ Portugiesen. .

1 % C. Türken . Türkenlose . . .

Fassung zu empfehlen. Mit Rücksicht aus die Dringt, lichkeit dieser Vorlage wird die Erste Kammer noch kurz vor Jahresschluß zur Erledigung dieser Vorlage zu­sammentreten.

Marburg, 2. Dez. Beim Jäger-Bataillon Nr. 11 sind 2 Soldaten an Genickstarre erkrankt.

Königsberg, 2. Dez. Vor dem Landgericht wurde gegen den Redakteur des lokalen WitzblattesDer Japper" verhandelt. Das Blatt hatte allerlei Skandalgeschichten veröffentlicht, durch die sich verschiedene Spitzen der Königs­berger Gesellschaft getroffen und beleidigt fühlten. Die Verhandlung war größtenteils nicht öffentlich. Redakteur Beselin wurde zu 2 Jahren 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Ein zweiter Angeklagter erhielt 5 Monate Ge­fängnis.

Heidelberg, 2. Dez. (Eig en er Drah tb er ich t.) DieBad. L.-Ztg." meldet: Der Ausschuß der Studenten­schaft entsendet heute eine Abordnung nach Prag, um bei den Einweihungsfeierlichkeiten der Lese- und Rede­halle der Studenten der dortigen deutschen Universität; die Gemeinbürgschaft der deutsch-nationale^ Hochschulen zu bekunden.

Stuttgart, 2. Dez. (Eigener Drahtb ericht.) Der verstorbene Stuttgarter Arzt Karl Faber hat der Universität Tübingen zu einer Karl Faber-Stifturm 100000 Mk. vermacht.

London, 2. Dez. DerStandard" macht bekannt, daß der Plan in Betreff der neuen Einteilung der Flotte bis Neujahr zur Veröffentlichung reif sein werde. Die Heimatsflotte werde ganz besonders stark gemacht werden. Sie mobilisierte bei Gibraltar anläßlich des Nordsee- Zwischensalles. Die Heimflotte soll infolge dieser Erfahrungen so stark gemacht werden, daß sie die ganze Küste nlin i e vom Firth of Forth bis Portland decken kann und die bedeutendste englische Flotte sein werde. Das Kanalgeschwader wird mit dem Kommando des nordatlantischen Geschwaders verbunden und das Bindeglied zwischen der Heimatsflotte und dem Mittelmeergeschwader sein. Ferner werden sechs Kreuzergeschwader eingerichtet werden. Diese Flotten werden sämtlich jederzeit zum Ge­brauche bereitstehen und eine Reserveslotte in den Heimatshäfen werden, die in weniger als 48 Stunden mobil gemacht werden kann.

Paris, 2. Dez. Infolge einer beleidigenden Depesche, die der in der Verbannung lebende Deroulede an den Abg. Jaures gerichtet hat, hat letzterer Deroulöde seine Zeugen gesandt. Voraussichtlich wird also ein Duell zwischen Deroulöde und Jaurös stattfinden.

Madrid, 1. Dez. Infolge Schneefalls haben sich vcrschieeene Unglücksfälle ereignet. In ganz Spanien wütet ein heftiger Sturm. Mehr als 20000 Arbeiter sind beschäftigungslos. Der König, die Behörden und die Zeitungen unterstützen sie durch Zuwendungen,

Washington, 1. Dez. (Reuter.) Die Tatsache, da^ Rußland die Einladung zur zweiten Haager Friedens­konferenz mit der bekannten Einschränkung annahm, wurde vom Staatsdepartement der Presse mit folgendem Zusatze mitgeteilt: Da Rußland sich jetzt an der Konferenz nicht beteiligt und in Anbetracht der Tatsache, daß verschiedene andere Mächte die Annahme der Einladung Roosevelts zurück-, ziehen würden, falls Rußland nicht vertreten wäre, muß dem, Vorschläge Rußlands, daß die Konferenz bis nach Schluß des gegenwärtigen Krieges verschoben werden möge, ent-^ sprochen werden, wodurch das Staatsdepartement verhindert^ wird, weitere Schritte in dieser Angelegenheit zu tun.

St. Louis, 1. Dez. Der Reinüberschuß deo Weltausstellung wird auf 200 000 Pfund Sterling ge-| schätzt, was eine Dividende von 6 Prozent ergibt. Im ganzen wurde die Ausstellung von 19 Millionen Personen besucht^ Die Ausgaben betragen 10 Millionen Pfund Sterling. Der Regieruugszuschuß von 200 000 Pfund wurde zurückgezahlt^

Bom Kriege.

London, 2. Dez.Daily Telegraph" meldet aus Tschiftr von gestern: Der Angriff auf den 203 Meterhügel war mit schweren Verlusten für die erste japanische Divi­sion verbunden. Tie neunte und die elfte Division, welche gleich­zeitig gegen Erlungtschan und Kikwantschan vorgingen, sollen tri 24 Stunden 15000 Mann verloren haben. Es wird ver­sichert, daß die Angriffe bis zum 10. Dezember fortgesetzt werden sollen, und man hoffe, daß die Eroberung des Platzes damit voll­endet sein werde. Die Matter melden, die Russen hätten bei der E r o b e r u n g des Forts 203 Meterhügel verschiedene 47 Millimeter-Schnellseuergeschütze und 15 Zentimeter Ganet- geschütze im Stiche gelassen. Tas Fort besteht hauptsäch­lich aus Felsen und großen Felsstückcn, die besonders auf der West­seite aufgehäuft waren und die Verteidigungswerke bildeten.

(Hcrichtslaal.

fc. Darmstadt,!. Dez. Die hiesige Strafkammer verurteilte den Fabrikdirektor Dr. Adalbert Z ifka, der auf einen Kriminals ch u tz m a n n geschossen hatte, als thn dieser wegen des Verdachts, Beihilfe zu einem Verbrechen gegen das keimende Leben geleistet zu haben, verhallen wollte, zu 4 M ona ten Gefängnis. 'Tie Strafkammer in Mainz hatte den Angeklagten freigesprochen, weil eine Ueberschreitnng der putativen (vermeint­lichen) Notwehr vorliege. Das Reichsgericht hatte das Urteil auf- gehobeii und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die hiesige Strafkammer verwiesen. ~

(d.) Mainz, 1. Dez. Zweite Strafkammer. Der frühere Weinhändler und jetzige Privatmann Moritz v. L en gerke aus Kassel, wohnhaft in Wiesbaden, der bekanntlich seinen Schwieger­vater, den Altbürgermeister Lebert m Erbes-Budeshetm, erschoßen und gegen den noch in dieser ^ache die Untersuchimg schwibt, hatte sich wegen W e i n f ä l s ch u n g zu verantwort^, wahrend der Küfer Jakob Müller aus Erbes-Büdeshenn der Beihilfe mit- angeklagt war. Das Gericht verurteilte den v. Lengerke zu zwei Wochen Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe, den Muller zu 150 Mk. Geldstrafe. Urteilspublikation soll m derDeutschen Wcinzeitung" und in der ,.Alzever Zeitilng^erfol^n^^^^^

Hm Heinrich StMing

im Alter von 53 Jahren.

Landwirtschaft.

R. B. Darmstadt, 1. Dez. In der tzeutigm Sanptver- lammlung des Gartenbauvereins unter dem Vorsitz des Garteninspektors Stapel hielt Oekonomierat Goethe einen inter­essanten Vortrag über den O b st b a u auf de r A/riffel borfer Gartenbauau sstellung. Es sei dies die größte Ausstellung ilwer Art gewesen, die bisher in Deutschland stattgesundcn habe, die riesigen Obstmassen, die dort in fünf mächtigen Hallen zur Schau gestellt waren, sei aus allen Teilen Europas zusammen­geflossen gewesen. Speziell die hessische Obstbauausstellung litt wesentlich darunter, daß sich viele der Aussteller außerhalb der vom Landwirtschastsrat gebildeten Gruppe befanden, man hatte

Kirchlich^ YachriÄten. Evangelische Gemeinde.

Am 2. Advent, Sonntag den 4. Dezember: Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 9</r Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche sür die Matthäusgemeinde.

Psarrer D. Schlosser.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Beichte und heil. Abendmahl für die Markusgemeinde, wozu besonders auch die konfirmierte Jugend eingeladen wird. An­meldung vorher bei dem Pfarrer der Genieinde erbeten.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgenieinde.

Donnerstag, den 8. Dezember, abends 8 Uhr, im Matthäus- saale, Kirchstraße 9, Bibelstunde. Psalm 119.

Pfarrer D. Schlosser.

Freitag den 9. Dezember, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde.

Nächsten Sonntag, den 11. Dezember, 3. Advent, findet im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus­gemeinde statt, wozu auch besonders die konfirmierte Jugend ein­geladen wird. Anmeldung vorher bei dem Psarrer der Gemeinde erbeten.

In der JoharrneSkirche.

Vormittags 91/, Uhr: Sie. Repetent F u ch s.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrassistent Schulz.

Abends 5 Uhr: Psarrer Euler.

Beichte und heiliges Abendmahl sür die L u k a s g e m e i n d e.

Nächstfolgenden Sonntag, den 11. Dezember, 3. Advent, Beichte und heiliges Abendmahl für die I o h a n n e s g e m e i n d e ini Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Zu diesen Abendmahlsfeiern werden die Neukorffirmierten aus den letzten Jahren besonders eingeladen.

Montag, den 5. Dezember, abends 8 Uhr: Bibel stunde nn Konfirmändensaale der Johanneskirche.

Psarrassistent Schul z.

Aus vielfältige Anfragen unserer Genieindeglieder teilen wir mit, das; die sogenannteSchwester Friederike", wUche hier wieder­holt Vorträge über Krankenpflege veranstaltete, weder mit unserer Gemeinde, noch mit dem Schwesternhaus, noch mit irgend einem Diakonissenhause in Beziehung steht.

auch hier den Grundsatz beherzigen sollen, daß nur Einigkeit stark macht. Tie Ausstellung habe int allgemeinen sehr gute Erfolge zu verzeichnen gehabt, aber auch manche Uebertreibung oder Geschmacklosigkeit gezeitigt, wie das Arrangement des deut­schen Obstschiffes; es habe auch mancherlei Mißfallen erregt, daß die hessische Abteilung ganz im modernen Jugendstil ge­halten gewesen sei. Ter Redner gab darauf 'noch eine Reihe praktischer Ratschläge für die Abhaltung einer neuen Ausstellung und besprach 'eine Arizahl empfehlenswerter Neuzüchtungen, von denen er besonders empfahl: Adenslebener Calvil, Hildesheimer Goldrcinette, Uhlhorns Champagnerreinette, Frau Luise Goethe, Minister v. Hammerstein, Wachendorfer Reinette usw. Das un­ermüdliche Streben der deutschen Obstzucht müsse sein, die Obst­produktion in Qualität und Quantität so zu heben, daß Deutsch­land seinen gesamten Obstüedarf selbst zu decken in der Lage ist und der auswärtigen Obstzufuhr nicht mehr bedarf. Ter vom Kassenführer, Rentner Fehrer erstattete Kassenbericht weist an Einnahme 2565 und an Änsgabe 2455 Mk. auf: das Gesamt­vermögen des Vereins stellt sich auf 6340 Mk. Bei der Vor- 'tandswahl wurden die alten Mitglieder wieder- und zwei neue dazugewählt. Zum Schluß fand noch eine Verlosung einer zahl prächtiger Tovfaewäck-se statt.

Kunst und Wissenschaft

Hamburg, 1. Dez.Die Herzogin von Padua", eine fünfaktige Renaissance-Tragödie von Oskar Wilde, die bisher nur ein einziges Mal, 1891 in New-Pork, gespielt wurde, fand henke bei ihrer Erstaufführung im Deutschen Schauspielhaus eine wohlwollende, infolge der großen lyrischen Breiten aber doch geteilte Aufnahme. Das Jugendwerk Wildes wurde in der vor­züglichen Uebersetzung voll Max Meyerfeld (erschienen bei Fleifchel & Co., in Berlin) gespielt.

Das Versch winden des Landgerichtsrats Hoffmann macht im Berliner Kriminalgerichts­gebäude Aufsehen. Hoffmann war längere Zeit Beisitzer der 7. Strafkammer. Als diese am Mittwoch ihre regelmäßige Sitzung abhalten wollte, wartete das Kollegium vergeblich auf das Erscheinen des Richters, und der Vorsitzende entsandte einen Boten nach der Wohnung. Von dort kam der Bescheid, daß Hoffmann schon seit dem Tage vorher nicht mehr in seine Wohnung zurückgekehrt und über seinen Verbleib nichts bekannt sei. Der 50 jährige unverheiratete Richter war noch am Montag im Kreise von Amtsgenossen in fröhlichster Stimmung; seitdem er sich dort verabschiedet hatte, ist jede Spur von ihni verschwunden. Für die Auffindung des Ver­mißten haben die Angehörigen eine Belohnung von 3 00 Mark ausgesetzt.

* Wien, 1. Dez. Die in einem hiesigen Sanatorium befindliche bekannte und bedeutende Schauspielerin § elena Odilow soll entmündigt werden, da ihr Leiden sich verschlimmerte, sodaß die eigene Verwaltung ihres eine Viertelmillion Kronen betragenden Vermögens unmöglich ist. Kürzlich versuchte sie sich in Cannes aus einem Hotelfenster zu stürzen. Im letzten Mo­mente konnte sie noch zurückgezogen werden.

* Kleine Tages chronik. Der Diener Timm auf dem Gute Gentschendors in Pommern spielte mit dem Gewehr seines Herrn und legte scherzweise auf den Gärtner Putz an. Plötz­lich krachte ein Schuß und eine volle SckMtladung drang dem Gärtner in den Kopf. Derselbe war sofoc; tot. In Ott­weiler (Bez. Trier) ist der 12jährige Sohn des Klempners Kunz von dem Kutscher Wagner, der mit einer Flobertpistole nach Spatzen schoß, erschossen worden. Das große Los der 211. Preußischen Klassenlotterie, das auf die Nr. 61083 gezogen wurde, ist in die Kollekte des Lotterieeinnehmers H. Pfiel in Köln gefallen. Es wurde von verschiedenen Leuten gespielt. Wie der Magistrat von Detmold bekannt gibt, hat die bak­teriologische Untersuchung ergeben, daß im Quellwasser außer anderen Bazillen sich auch Lvphusbazillen befinden. Auf dem Boulevard Botanique in Brüssel wurde ein frecher Raub verübt. Zwei Männer entrissen dort dem Laufjungen eines Kaufmannes ein Täschchen mit 2000 Francs. Die Räuber entkamen den Verfolgern. Man vermutet, daß sie Engländer sind. Neber die Verhaftung eines Mädchenhändlers be­richten die Brüsseler Blätter: Vor zwei Jahren verschwanden dort plötzlich zwei junge Mädchen. Vor einigen Tagen erhielten die öfter mit anonvmen Briefen von den glänzendsten Schilder­ungen über das Wohlergehen ihrer Töchterbeglückten" Eltern einen Brief aus Paris, in dem sie benachrichtigt wurden, daß jeinand kommen werde, um die 15jährige Tochter abzuholen und zur Schwester nach Amerika zu bringen. Da die Eltern stets vermutet hatten, daß ihre Tochter einem öffentlichen Hause zu­geführt worden sei, Übergaben sie den Brief der Polizei. Zur angesagten Zeit stellte sich ein feiner Herr ein, der von der älteren Tochter Nachricht gab, der jüngeren ein kostbares Arm­band überreichte und sie fragte, ob sie ihn nach Amerika begleiten wolle. In dic'em Augenblick erschien die Polizei auf der Bild­fläche und machte den sauberen Patron, bei dem man 1000 Francs fand, unschädlich. In der Kraftwagenfabrik von Ruppe und Sohn in Apolda (Thür.) entstand eine Benzinexplosion. Zwei Arbeiter wurden getötet, mehrere verletzt. Wie dieGclsenk. Ztg." aus sicherer Quelle erfährt, legten die im Gelsen­kirchener Wasserwerkprozeß Verurteilten bisher keine Berufung ein. Tas Gelsenkirchener Wasserwerk stellte erhebliche Summen zum Schadenersatz der durch die Ttzphusepidemie Ge­schädigten bereit. Ter Kassierer Franz Cendrowski von der Sosnowicer Betriebsgesellschast für Erzbergbau und Hüttenwesen (in Schlesien'- ist nach Unterschlagung von 60000 Rubeln flüchtig geworden. Cendrowski wurde in Kattowitz gesehen. Mari vermutet, daß er nach Galizien geflüchtet ist. Aus Bad Einöd an der steirisch-kärntischen Grenze wird berichtet, daß dort ein heftiges Erdbeben stattfand. Zimmerdecken und Mauern zeigten Sprünge. In Berlin versuchten der 22jährige Kaufmann Richard Neumann und seine Geliebte Berlin aus Jauer sich in einem Hotel zu vergiften mittels Lysol. Beide wurden bewußtlos, aber noch lebend nach der Charitee gebracht. Der Arzt Tr. Albrecht in Salzburg wurde in dem Augenblick, als er eine geburtshilfliche Operation bei einer Paüentin eben glücklich voll- zogen hatte, vom Schlage gerührt.

. . 129.80

-Anl. 48.10

Todes-An;cigr.

Gestern Nacht um 3 Uhr ent|cf)licf Innit nach langem, schwerem, mit Gednld ertragenem Leiden unser lieber Sohn, Brnder, Schwager und Onkel 8dol

Kerr Karl Alf

im Alter von 17 Jahren, was wir allen Verwatidten, Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Tellnahme mittellen.

Die traenrnden Hinterbliebenen:

Familie Aff.

Wieseck, ben 2. Dezember 1904.

Tie Beerdigung findet Samstag den 3. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, in Wieseck statt.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

VoranSsichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 3. Dezember 1904: Meist trüb und nebelig, nur zeitweise ein wenig ausheiternd, etwas kälter.

Näheres dilrch die Gießener Wetterkarte

Aruostt Itlflüiiiitirii.

R.-B. Darmstadt, 2. Dez. (Eigener Drahtbericht.) Der Finanzausschuß der Ersten Kammer war dieser Tage zu einer Sitzung beisammen und beschloß einstimmig, der Ersten Kammer die Annahme der Vorlage über Bad-Nauheim in der von der Zweiten Kammer gegebenen

Krbtilerb^wequnq.

N e w y o r k, 1. Dez. Bei durch Streiknnruhcn hervorgerusenen Kämpfen in dem Grnbeiwrte Steigler sind zwei Personen getötet, vier verwundet worden. Es finden jeden Abend Kämpfe statt'. Tie streikenden Parteien finden sich in verschanz- t e n Lagern.

Kavdcl und WcrkUir. Dolksrvirlschaft.

Die D i s k o n t o f n r ch t. Es sind nun schon wieder 6 Wochen her, daß die Börse nnt Mittwoch die große Angst be­kommen, es könnte am Donnerstag die Bank von England ihren Diskont erhöhen. Auch vorgestern war wieder, sowohl in Berlin wie in Frankfurt a. M. die Rede davon, daß diesmal ganz sicher der Diskont heraufgesetzt würde und nun wird gemeldet, daß eine Erhöhung der Bankrate auch jetzt nicht stattgefunden hat und unseres Erachtens in diesem Monat auch nicht mehr stattfinden wird, hat doch Indien neuesten Meldungen zufolge wieder 1 Mill. Lstrtl. Sovereigns nach London verschickt.

kc. Frar^kfurt a. M., 1. Dez. lOrig.-Telegr. desGieß. Anz.") S ch w e i n e m a r k t. Zum Verkauf standen 421 Schweine. Schrveine: 1. Qualität 5960 Pfg., Lebendgewicht 4700 Pig., 2. Qual. 5758 Pfg., Lebendgewicht 4600 Pfg., 3. Qualität 5255 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstand.

Limburg a. d. 8., 30. Nov. Fruchtm ark t. Durch­schnittspreise pro Malter. Roter Weizen 14.82 £01L, weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 10.50, Gerste 10.10 Mk., Hafer 7.22 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Karoffeln 0.00 Mk.